Montag, 29. Oktober 2018

Eine Vogelscheuche trailt sich durch Salzburg

Hallo Leute,

zum fünften Mal stand das Salzburg Trailrunning Festival auf unserem Wettkampf-Kalender. Wir freuen uns immer sehr darauf, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen .... Frauchen auf eine tolle Trailstrecke, sehr abwechslungsreich, ich mich auf leckere österreichische Speisen, insbesondere Kaiserschmarrn. Tja, dieses Jahr geht dann wohl als "das etwas andere Trailrunningfestival-Jahr" in unsere Läufer-Historie ein.
  1. Normalerweise kommt auch immer Manu aka @Laufwelt aus Berlin. So haben meine Menschen nette Gesellschaft, und ich kann mir mit Pauline Laufbär die Zeit vertreiben. Dieses Jahr kamen sie leider nicht ... was uns zu Punkt 2. führt. Denn Manu rühmt sich, Wetterglück zu haben.
  2. 2017 hatte es über 20 Grad, kurze Hosen-Wetter. Dieses Jahr bei der Anreise am Freitag noch Föhn und Sonne, in der Nacht zog Regen auf. Der sich Samstag so richtig gemütlich einrichtete. Bei lauschigen 6 Grad. Und damit ein weitere liebgewordene Tradition verhinderte - siehe Punkt 3.:
  3. Ich springe immer kurz vor Zieleinlauf, am Kapitelplatz, auf und finishe mit. Dieses Jahr leider nicht, weil es eben regnete. Da kann ich mit meinem wertvollem Inneren (Holzwolle) nicht raus. Ich konnte Frauchen noch nicht einmal begleiten, sondern musste im Hotelzimmer warten!
  4. Und der größte Ausfall - es gab keinen Kaiserschmarrn. Weder für mich noch für Frauchen. Ohne Worte.
Ansonsten war und ist Salzburg immer eine nette Kurzreise wert. Trotz des Regens haben meine Menschen am Samstag noch einmal die Festung Hohensalzburg besucht, bevor Frauchen die Startunterlagen abholte.



Dieses Jahr waren für die 20 Euro Startgeld (Panoramatrail) u.a. ein Handtuch und das hier alles enthalten:


Ich hatte Frauchen ja neben dem 8 km-Panoramatrail am Samstag dieses Jahr auch für den Gaisbergtrail (22 km mit über 1.100 Höhenmetern) am Sonntag angemeldet. Und daraufhin trainiert. Sie wollte aber erst Samstag nach dem Panoramatrail entscheiden, ob sie Sonntag auch an den Start geht. Denn als Brillenträgerin hat sie immer das Handicap Tropfen auf der Brille, damit schlechte Sicht, oder Käppi tragen, das hält etwas die Tropfen ab, aber die Brille beschlägt leicht, ebenfalls mit dem Resultat "schlechte Sicht".
Samstag dann in die "Schlechtwetter-Laufklamotten" geworfen und dieses Jahr sehr knapp zum Startschuss hinüber zum Kapitelplatz gegangen. Ganz ehrlich, mit ihrer weiten Hose (Frauchen mag keine Tights), und dem überdimensionalen Käppi sieht Frauchen entweder wie ein rennender Pliz oder wie eine Vogelscheuche aus, jedenfalls nicht wie ein ordentlicher Läufer! Aber wenn sie sich wohlfühlt ...

Der Kurs ist sehr schön, hoch und runter, mit vielen Stufen, Kopfsteinpflaster in der Altstadt, Parkwege und Querfeldeinpassagen auf Mönchsberg und Festungsberg:

Mit schöner Aussicht war es dieses Jahr allerdings nichts. Und die Kühe auf der kleinen Almwiese, an der man vorbeirennt, guckten auch sehr bedröppelt. Die Umstellung des Bergab-Laufstils, die ich Frauchen in den letzten Monaten eingehämmert hatte, hat sich jedenfalls bezahlt gemacht. Bis auf eine extrem enge Kurve den Festungsberg hinunter, bei der sie so schnell war, dass es sie fast aus der Kurve gehauen hat, lief sie sicher und schnell auch bergab, und hat dort Zeit gutgemacht. Insgesamt war sie über 1,5 Minuten schneller als 2017. Mit 54:06 min. finishte sie (ohne mich dieses Mal!) als 30. von 55 Damen, 114. von 144 Teilnehmern insgesamt, und als 3. der Altersklasse Masters 2 (immerhin auch 8 im Klassement).

Der Kurs war trotz des Regens gut laufbar, nur auf den Kopfsteinpassagen hatte sie mit ihren Trailschuhen keine so gute Haftung ... Nach dem Zieleinlauf schnell ins Zelt, um die Gutzis für mich Coach abzuholen (letztes Jahr gab es eine Mozartkugel und ein Stückchen Sachertorte) - und hier wieder eine Enttäuschung: es gab "nur" Sachertorte. Da musste ich also mit den im Laden gekauften Mozartkugeln vorlieb nehmen.


Abends gab es dann wieder keinen Kaiserschmarrn für mich! Und Frauchen beschloss dann, angesichts der Wettervorhersage für Sonntag (weiter Regen, kalt, tiefhängende Wolken), nicht beim Gaisbergtrail zu starten. Schade, aber vernünftig für sie. Wenn man wegen eingeschränkter Sicht nicht ganz trittsicher ist, sollte man gerade bei solch nassen Bedingungen nicht auf Trails gehen. Aber für 2019 sehe ich einen Start wieder vor, und hoffe auf bessere Bedingungen! Nämlich a) wieder trocken und b) wieder Kaiserschmarrn, nicht nur Sachertorte ...
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 21. Oktober 2018

Treppen erfreuen das Läuferherz

Hallo Leute,

ja, ich lebe noch ... meine Menschen waren nur wie jedes Jahr im großen Urlaub. Und haben mich armen kleinen, von seiner Schönheits-OP noch traumatisierten und tief verstörten Bären einfach schmählich zu Hause gelassen. Wie jedes Jahr.
Und ich habe mich wie jedes Jahr mit einem so richtig fiesen, krachenden Trainingsplan für Frauchen revanchiert. Unter anderem das allseits und besonders bei ihr so beliebte "zwei Mal täglich in den 8. Stock des Hotels hochlaufen, davon einmal direkt nach dem Lauftraining". Strengt schön die Oberschenkelmuskulatur an, trainiert selbige aber auch ordentlich. Das hat sie gemerkt, als sie einen Tag vor dem schlechten Wetter quer über die Insel nach Santa Ponca geflohen sind. Herrchen lag am Strand, Frauchen zog sich mittags um - statt Bikini Laufklamotten. Und wer den Ort nicht kennt - vom Strand aus kann man sehr schön viele viele Treppen hoch und runter nehmen .... eine besonders lange hatte es Frauchen dann angetan. Im Laufschritt hoch, die Oberschenkel brannten fürchterlich. Oben nur kurzes Umhertrippeln, dann fing es an zu schütten. Also so schnell es ging wieder herunter über die unebenen und teils sehr glitschigen Stufen ... sehr gut für das Gleichgewicht.
Hier zuhause habe ich ihr ja seit einigen Monaten neben den "normalen" Hügelläufen auch "Parkhaus" verordnet. Diese Trainingseinheit besteht aus treppauf, treppab in einem öffentlichen Parkhaus, das am Wochenende verwaist ist. Also keine irritierten Blicke zu befürchten .... Frauchen mault zwar, weil ihr langweilig ist, aber so 11 Stockwerke hoch und wieder runter (o.k. das lasse ich ihr mal durchgehen, es sind ja quasi immer nur "halbe" Etagen") bringt auch gute Muskulatur. Dabei verlange ich gar nicht "zwei Stufen auf einmal" oder "rocky-mäßiger Sprint, nein, einfach nur locker hoch und runter.
Mal sehen, wie sie nächste Woche in Salzburg abschneidet, genau für einen solchen Kurs mit vielen Stufen ist diese Art Training ja von mir gedacht. Ich werde berichten. Und natürlich auch, wie viele Kaiserschmarrn ich mir einverleibt habe ...
Bis dahin
Euer Iwan

Montag, 24. September 2018

Bergwoche ohne Happy end

Hallo Leute,

da denkt man doch, aller guten Dinge sind drei. Triftt sicher oft zu, aber leider nicht auf den Tegernseelauf und Frauchen. Die letzten zwei Jahre war sie angemeldet, aber das Wetter zu grottig. Und sie ist nun mal keine Regenläuferin. Dieses Jahr habe ich sie also mit dem dezenten Hinweis angemeldet, sie solle nun aber wirklich mal starten! Tja, was rede ich ... wir hatten eine traumhafte Bergwoche, tolle Vorbereitung, und dann gestern morgen 11 Grad, Schauer, eisiger Wind. Und Frauchen nur - auf die Wettervorhersage vertrauend (hahaha) - eine kurze Hose dabei. Also wieder nix. Ich wollte sie ja noch aus dem Auto scheuchen, wir waren hingefahren, aber nach kurzem Lage-Check hat sie mich einfach auch mal vom Beifahrersitz geholt und in den Wind gehalten. Brr!
Dafür war ich mit den Tagen davor sehr zufrieden. Sonne pur und zwischen 24 und 28 Grad.
  • Wir sind Sonntag in Lenggries eingetroffen und es gab ein kleines Läufchen an der Isar bis Arzbach und auf der anderen Seite wieder zurück. So zum Aufwärmen. Ich dagegen hatte mich schon mit meiner Lieblingsbeschäftigung warmgemacht: Kuchen vertilgen! Denn gleich zur Ankunft stand ein schönes Stück Zwetschgenstreusel bei uns in der Pension. Die Wirtin weiß eben, was Bär braucht ...
  • Montag dann ein kurzer Ausflug zum Achensee. Dort die Strecke Pertisau - Falzthurnalm - Gramaialm - Richtung Lamsenjochhütte bis es in die steilen Serpentinen geht und zurück gelaufen. Runde 450 Höhenmeter in Karwendelkulisse. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, da sind die knapp 2,5 Laufstunden im Flug vergangen. Und danach haben wir uns gleich mal einen ordentlichen Kaiserschmarrn gegönnt!
  • Dienstag war Wandertag. Frauchen ist auf den Kompar gestiegen, rund 1.000 Höhenmeter, mit Rundblick in die Eng, ins Karwendel, mit Sichtung von insgesamt 7 Gämsen und 2 Murmeltieren. Letztere hätten sehr gut genährt ausgesehen, um nicht zu sagen, sehr rundliche pelzige Hinterteile beim Hoppeln über die Bergwiese gezeigt!
  • Mittwoch habe ich als verantwortungsbewusster Coach einen Regenerationslauf angesetzt. Von Lenggries aus den Höhenweg nach Arzbach, runter an die Isar, dort bis Bibermühle, wieder hoch durch den Wald nach Wackersberg, von dort in großer Schleife zur Waldherrnalm, über die Wiesen auf Brauneck und Benediktenwand zu, dann wieder zurück nach Arzbach und den Höhenweg nach Lenggries. Nicht wirklich Höhenmeter, aber immer wieder giftige kleine Anstiege, hehehe. Solange Frauchen damit beschäftigt war, diese rund 22 km abzureißen, habe ich mich einem leckeren Eisbecher gewidmet. Ihr wisst schon, den Haitibecher mit 4 Kugeln, vielen frischen Früchten und ordentlich Sahne obendrauf ... 
  • Donnerstag war wieder Wandertag. Aufs Brauneck, den Hausberg von Lenggries. Im direkten Anstieg hoch - 800 Höhenmeter. Und ich musste leider konstatieren, dass Frauchen nachlässt! Ihre Bestzeit liegt da bei genau 61 Minuten, dieses Mal hat sie 80 Minuten gebraucht. (Gut, die Bestzeit stammt aus dem Jahr 1997 ... aber trotzdem!) Dann ging es durch die Massen von "Bergtouristen", die alle mit der Seilbahn hochgeschaukelt wurden, Richtung Latschenkopf. Also nochmal mit Anstieg und Gegenanstieg usw. über 200 Höhenmeter. Und weil´s so schön war, ist sie dann statt wie von mir geplant oberschenkelschonend mit der Seilbahn herunterzufahren gewandert. Natürlich nicht direkt, sondern über Florihütte, Kotalm, Wegscheid und dann die  knapp 3 km durch die Wiesen bis zur Talstation - denn da stand ja intelligenterweise das Auto.
  • Freitag dann der Höhepunkt - ein Trailrun mit gleich drei Gipfeln: Von der Waldherrnalm hoch zum Heiglkopf (41,58 Minuten, fragt nicht nach dem Pulswert nach diesen 500 Höhenmetern), im Auf und Ab über Blombergkreuz, -bahn und -haus Richtung Zwiesel. Das waren dann nochmal 200 Höhenmeter on top. Dort den letzten schönen Sommertag beim Rundblick ins Voralpenland bzw. ins Gebirge bei einer langen Rast genossen, während ich im Tal schon einmal den Belohnungskuchen besorgt habe: Sachertorte für mich, Rüblikuchen für Frauchen. Dann ging es die über 700 Höhenmeter überraschend gut wieder hinunter. Insgesamt eine schöne Runde mit tollen Aussichten, steilen Waldwegen und Trailpassagen unter anderem über Almwiesen.

  • In der Nacht kam dann der Wetterumschwung, aus war es mit dem Sommer. Samstag war dann nur noch Einlaufen für den geplanten Tegernseelauf angesagt, bei immerhin doch noch 14 Grad. Unten ging weiterhin kurz, oben statt des einen Shirts der vergangenen Tage dann eben Shirt, Langarmshirt, Wind-/Regenjacke. Frauchen drehte ihre letzte Lenggriesrunde des Jahres wieder an der Isar, die bewährten 7 km Bretonenbrücke - Lenggries und auf der anderen Isarseite zurück.
Tja, eigentlich eine wunderschöne Woche, leider ohne den geplanten krönenden Abschluss. Schade. Eines habe ich Frauchen aber schon gesagt: nächstes Jahr keine Anmeldung mehr - das ist sinnlos, es klappt ja doch nicht.
Übrigens, heute nacht hat es auf dem Brauneck geschneit, also da, wo Frauchen Donnerstag noch im Sommeroutfit schwitzte ...
Bis bald
Euer Iwan

Samstag, 15. September 2018

Zurück aus der Klinik

Hallo Leute,

das Leben ist schön! Mir geht es gut! Ich bin ja so etwas von erleichtert, die letzten Tage überstanden zu haben ...
Mittwoch war es soweit: Frauchen brachte mich in die Klinik. Zu einem Bärendoktor, denn ich hatte ein Loch in der Tatze, das immer größer wurde. Und meine Schnauze löste sich auch so langsam auf. Böse Zungen behaupten ja, das käme davon, dass ich besagte Schnauze immer überall reinstecken würde, aber das weise ich natürlich entschieden zurück!

Es waren einfach Alterserscheinungen ... hüstel, ich bin ja nun auch schon 53 Jahre alt. Und das viele Herumreisen sowie Mitfinishen bei Läufen strapaziert ja ebenfalls. Also hieß es: entweder einrücken zur OP, oder für immer zuhause auf dem Regal sitzen. Letzteres kam für mich nicht in Frage, denn da gibt es ja keinen Kaiserschmarrn!
Die Bären- und Puppenklinik ist von uns aus runde 64 km entfernt, aber größtenteils über Landstraße. Während mich Frauchen dahin gefahren hat, habe ich auf einmal keinerlei Beschwerden mehr verspürt. Aber Frauchen wollt es doch durchziehen.
Die Untersuchung war sehr würdelos. Hatte mir Frauchen zuhause schon mein Oberteil ausgezogen, zog mir die Bärendoktorin vor Ort gleich auch mal meine Hose aus! Ja, wo sind wir denn? Natürlich will sie wohlgeformte Bärenhinterteile wie meines bewundern, kann sie doch gleich sagen ... denn verletzt war ich ja nur an einer Vorderpfote und an der Nase! Aber dann ... dann bekam ich einen Abholzettel auf den Bauch geklebt! Und Frauchen ging! Es war ihr anzusehen, dass sie sich sehr unwohl fühlte .... und was mir meine Kumpel heute erzählt haben, war sie auch 3 Tage lang ein Nervenwrack. Geschieht ihr recht, mich einfach zurückzulassen!
Die nächsten 3 Tage streiche ich auch lieber aus meinem Gedächtnis. Die meiste Zeit war ich allein in der Kammer ... wobei, "allein" trifft es nicht so ganz. Denn um mich herum lagen diverse Puppen, nackt, in verschiedenen Größen. Kein einziger Bärenkumpel. Und das Schlimmste (ich kam mir vor wie bei "Walking Dead" bzw. "Frankenstein") - da lagen lauter einzelne Beine, Arme, Köpfe herum! Gruselig, kann ich Euch sagen.
Die OP selbst war relativ schmerzfrei. Und dann begann das Warten ... Frauchen hatte als Abholtermin Samstag 10 Uhr ausgemacht. Ab 9 Uhr lauschte ich auf die Klingel und hoffte, dass sie wirklich kommt ... 9:59 Uhr das erlösende "Klingeling"! Als endlich die Tür aufging, schaute Frauchen erstmal sehr ängstlich um sich. Als sie mich dann erspähte, hellte sich ihr Gesicht auf. Auf mich zustürzen, der ich immer noch nackt da herum lag, und am liebsten gleich raus, das war ihr Wunsch. Aber erst noch den Abholschein vergleichen ... als ob es noch einen Zweifel gab, dass wir zusammengehörten, so verzweifelt / erfreut klammerte ich mich an Frauchen!
Draußen grapschte ich dann gleich nach meiner Jogginghose, die Frauchen glücklicherweise mitgebracht hatte - Schluss mit würdelosem Nackt-Herumlaufen-Müssen!
Zuhause erst einmal großes Hallo all meiner Bärenkumpels. Aber ich kann Euch sagen - auch wenn ich jetzt um Jahre jünger aussehe - so eine Schönheits-OP möchte ich so schnell nicht wieder haben! Und zur Erholung fahre ich ganz allein morgen mit Frauchen in die Berge. Mal sehen, wie viele Trost-Kaiserschmarrn ich ihr abschwätzen kann ... sie darf ja nicht, Sonntag in einer Woche steht der Tegernseelauf an. Ich werde berichten.
Bis bald
Euer Iwan

Montag, 10. September 2018

Isarlauf: Berge können auch schön ...

Hallo Leute,

vor einer Woche waren wir ja am Achensee - "patschnass, hurra" sozusagen. Dauerregen. Nun waren wir wieder von Freitag bis Sonntag in der Gegend, dieses Mal in Lenggries. Der Isarlauf stand an.
Und das Wetter zeigte, was es kann - herrliche Spätsommertage. Also genau Frauchens Wetter. Nicht dass ich es nicht auch genießen würde ....
Ansonsten bin ich ernsthaft am Überlegen, meine Aufgabe als Frauchens Coach niederzulegen. Zurückzutreten sozusagen. Da bereite ich sie akribisch auf den 10 km-Lauf vor. Strecke flach. Nur eine Kurve auf der ganzen Strecke. Also absolut bestzeitenverdächtig. Und was macht sie? Torpediert meine Bemühungen:
  • "kleine" Bergtour mit Oma am Samstag, "nur" 650 Höhenmeter (aber die sehr steil)
  • danach ein Rieseneisbecher, mit ordentlich Sahne obendrauf:
  • nach dem Carboloading (Kässpatz´n) dann noch den von der Pensionswirtin spendierten Zwetschgendatschi weggeputzt
  • und ich konnte nichts dagegen machen!
Am Sonntag dann wieder Start am Kalkofen in Lenggries. Die Halbmarathon- und 30 km-Läufer starten in Bad Tölz, laufen entlang der Isar hoch bis Lenggries (bzw. Langeneck), Wendepunkt, dann auf der Strecke, die auch die 10 km-Läufer haben, zurück nach Tölz.
Das Startgeld von 19 Euro ist offen gesagt überteuert - dafür gibt es nämlich nur die Medaille, und Strecken-/Zielverpflegung. Andererseits ist diese Zielverpflegung selbstgebackener Kuchen (jammjamm), und der Lauf wird vom dortigen Sportverein gestemmt. Und die Strecke ist wirklich sehr schön.
Der Start ist schon mal ganz anders als man es von vergleichbaren Rennen kennt. Genau 1 Dixieklo, lange Schlange davor. Start war für 10:35 Uhr angesetzt. Der Startbogen steht, sonst nichts ... keine Musik, kein Offizieller. Der schlendert gegen 10:32 Uhr mit Megaphon in der Hand herbei, stellt sich auf den Hügel beim Kalkofen, spricht ein paar warme Worte, koordiniert die Uhrzeit per Telefon mit der Zeitmessung in Tölz (denn leider Bruttozeitmessung!), zählt von 10 herunter und sagt "los". Das wars. Die Läuferin neben Frauchen, das erste Mal dabei, war etwas fassungslos.
Oma und ich sprangen ins Auto, um nach Tölz zu fahren und dort Frauchen zu erwarten. Die rannte mit schweren Beinen (Bergtour, erwähnte ich das schon mal?) los. Meinte aber, sie sei gefühlt sehr schnell unterwegs. Bei km 5 der Blick auf die Uhr und weg war die Illusion: 30:08 min. Die erstrebte Zeit unter 1 Stunde rückte in weite Ferne, von einer neuen PB mal ganz zu schweigen.
Die Muskeln in den Beinen jammerten vor sich hin, Frauchen funkte ein "Durchhalten, ist nicht mehr weit, los, rennt" nach unten. Bei km 9 hatte sie genau 54:00 min. Also innerlich jaulend noch mal ein bißchen Gas gegeben und bei 59:51 min (nach ihrer Uhr) bzw. 59:58 im (Bruttozeitmessung) über die Ziellinie gegangen. Ich bin immer noch sauer, dass sie eine bessere Zeit durch ihr unvernünftiges Verhalten verschenkt hat! Und habe mich auch nicht von dem leckeren Aprikosenstreuselkuchen ablenken lassen, den es im Ziel für Läufer und ihre Coachs gab!
Mit ihrer Zeit wurde sie 128. von 206 Finisher, 42. von 95. Damen und 4. in ihrer Altersklasse. Das wäre ja o.k, aber die Zeit ... nun ja.
Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 4. September 2018

Achenseelauf - so kalt und schön

Hallo Leute,

dieses Jahr stand er zum sechsten Mal an (angemeldet war Frauchen zwar zum siebten Mal, aber ein Jahr musste sie wegen Verletzung passen) - der Achenseelauf, nach Eigenwerbung Österreichs schönster Panoramalauf. Stimmt, bei gutem Wetter auf jeden Fall. Denn dann sieht es dort so aus:

Herrliche 23,2 km um den See, der sich wie ein Fjord in die Landschaft schmiegt. 14 flache Kilometer zu Beginn, Parkweg oder asphaltiert, dann 9 km Singletrail / Steig. Dieses Jahr wollten wir uns wieder mit Trailbirdie treffen, die ja unsere Leidenschaft für Kaiserschmarrn und nette Trailläufe teilt. Wir sind bei schönstem Sommerwetter mittwochs hier losgefahren, abends konnte Frauchen noch einen netten kurzen Berglauf bei herrlicher Abendsonne machen. Das war es dann aber auch mit dem gutem Wetter .... Irgendwie verhext. Donnerstag und Freitag und Samstag bis nachmittags Dauerregen, Landregen, Schauer, Nieselregen. Also alles was das Herz begehrt - nicht! Dazu wurde es sukzessive kälter, sodass ich meine Schnauze wohlweislich gar nicht erst rausgesteckt habe. Hätte ich aber besser, denn Frauchen war Samstag so frustriert und bewegungssüchtig, dass sie nach dem ersten Treffen mit Astrid erstmal einen Berg hochgewandert ist. So viel zum Thema "Tapern", aber was rede ich ... jedes Jahr das Gleiche!
Sonntag sah es dann so aus:



Und Frauchen hatte sich prompt eine Erkältung eingefangen. Halsschmerzen. Ich hätte sie am liebsten rund gemacht mit "hab ich Dir ja gleich gesagt!", aber als verantwortungsbewusster Coach habe ich sie aufgebaut, motiviert, beruhigt. Dann die Frage der Klamottenwahl - quer über den Balkon mit einem Läufer gefachsimpelt, der schon zum elften Mal dabei war. Und sich für kurz / kurz entschied. Frauchen lief unten kurz, oben mit Regenjacke (man weiß ja nie) und Halswärmer und Ohrenwärmer - die Erkältung stach  nämlich auch in den Ohren. So steht sie normalerweise im Winter am Start, aber doch  nicht Anfang September!
Leider haben wir Astrid dann am Start gar nicht gesehen, die Ziegen aus den Vorjahren fehlten auch. Dafür waren rund 1.300 Läufer am Start, trotz der inzwischen saftig angehobenen Startgelder. 40 Euro sind es nun, man kriegt zwar auch ein ordentlich gefülltes Startersackerl:

Aber trotzdem - in wenigen Jahren um fast 50 % anheben, ist schon heftig. Und was Frauchen massiv stört: der Staffellauf - bis Achenkirch hat sie einige überholt, und sich gefreut ... die steigen aber aus, der zweite, "frische" Läufer kommt und will dann auf dem Steig die müden anderen Läufer überholen - da gab es dieses Jahr wieder recht unschöne Szenen.
Aber noch sind wir nicht am Steig, sondern gerade mal losgelaufen, Richtung Maurach, immer schön am See entlang. Ich konnte Frauchen gut vom Hotelzimmer aus sehen ... naja, rund und schwungvoll laufen sieht anders aus. Sie schont sich hoffentlich mit ihrem Halsweh! Dass sie nicht ganz sie selbst war, merkte sie dann direkt hinter Seepitz - da lag nämlich 1 Cent auf der Laufstrecke. Normalerweise bückt sie sich nach jedem Geldstück, aber heute nicht. (Spoiler: Nachmittags sind sie dann zum Minigolf nochmal den Weg nach Maurach spaziert, da lag das Centstück noch da und Frauchen hat es dann eingesammelt ...)
Nun ging es weiter, am neugebauten "Atoll" vorbei - Danke an diejenigen, die den Uferweg mit ordentlich tiefem Schotter aufbereitet haben! Alles lief im Gänsemarsch rechts oder links. Dann ereignislos bis Achenkirch, nur der sehr kalte Gegenwind störte. Dieses Jahr war ich nicht mit hinübergefahren, das Wetter sah  mir zu regenrisikoreich aus. Herrchen stand wie immer da, reichte die (fast explodierende) Cola light-Flasche für ein bißchen Koffein-Dpoing, dann die neue Wasserflasche.
Die Durchgangszeit für 14 km: 1:35:29,1 - ich hatte eigentlich auf eine 1:30 gehofft. Aber nicht bei den Umständen. Weiter ging es zum Beginn des Steigs - darauf freut sich Frauchen jedes Mal. Durch den Dauerregen der letzten Tage war es allerdings so nass und glitschig, dass erstmals ein Überholverbot für den Abschnitt Achenkirch / Gaisalm ausgesprochen wurde.
 Es waren auch sehr viel mehr Helfer von der Bergwacht usw. auf der Strecke als sonst. Man kam nur dann an langsameren Läufern (oder unsicheren, je nachdem, wie man es nennen will - da gab es leider viele, die mit Sohlen ohne Grip unterwegs waren) vorbei, wenn sie selbst einen vorbeiließen. Prompt kam dann eine Staffelläuferin mit Musik auf den Ohren von hinten, und rempelte sich an allen vorbei nach vorne - immun gegen Hinweise auf das Überholverbot und dass es vielleicht gefährlich sein könnte. Ging ja nochmal gut, nur klebte Frauchen dann die Stiegen bergab hinter einem sehr unsicher tastenden Mann, sodass sie hier eher Zeit verlor.
An der Gaisalm war abzusehen - die Zeit wird wieder mal nicht unter 2:50, aber auf jeden Fall unter 3:00 Stunden. Und das war mein Minimalziel. Weiter ging es, Frauchen robbte sich dann doch noch an dem ein oder anderen Läufer vorbei. Jetzt kam nämlich noch kurz die Sonne heraus, prompt wurde es gleich sehr warm.
Ich stand mit Herrchen wie immer an der vorletzten Kurve, um aufzuspringen. Da kam sie ange... nein, "laufen" konnte man diesen unrunden "Watschel/ Holper-Gang" beim besten Willen nicht nennen. Aber immerhin nicht gehend! Aufgesprungen, und ins Ziel "gespurtet":




Wobei ich gleich einmal den hervoragenden Sprecher loben will. Der hat nämlich gleich erkannt, welche großartige Leistung ich vollbracht habe! Gut, er nannte mich zwar "Petzi", aber ich wurde mehrfach erwähnt und bekam auch eine eigene Zeit zugesprochen: "Petzi in 2:52:10 im Ziel, Anette in 2:52:11,2". Ich ließ mir auch gleich die Medaille umhängen. Frauchen wurde 826. von 944 Startern, 235. von 305 Frauen und 14. in ihrer Altersklasse. Die Zeit war die zweitbeste, die sie am Achensee bisher gelaufen ist. Und der Abstand zur Damenschnellsten mit 1:05 Stunde war kleiner als sonst - also eigentlich ein gutes Ergebnis!
Trailbirdie war natürlich sehr viel schneller - 2:16 - Glückwunsch! Noch schnell das gemeinsame Foto, dann sind wir ins Hotel marschiert, Astrid zum Duschen / Umziehen / Auto holen.
In der Zeit hatten wir schon den wohlverdienten Kaiserschmarrn geordert, den wir uns dann schmecken ließen ... schon eine nette, auf jeden Fall eine wohlschemckende Tradition. Dann hieß es schon wieder Abschied nehmen ...

Ich bin aber dabei, Astrid zu überzeugen, nächstes Jahr mit uns wieder beim Karwendelmarsch zu starten - der ist nämlich am 31. August und damit keine Kollision mit irgendwelchen wichtigen persönlichen Terminen!
So, jetzt hoffe ich aber nächstes Wochenende auf besseres Bergwetter, da sind wir wieder unten, dann zum Isarlauf in Lenggries!
Bis dahin
Euer Iwan


P.S. Hier könnt Ihr Astrids Bericht nachlesen (übrigens auch mit Kaiserschmarrn-Foto, den mögen wir beide zum Fressengern ...)

Sonntag, 19. August 2018

Nutze Dein Leben, Du hast nur eines

Hallo Leute,

heute bin ich mal nicht der Gute-Laune-Bär, der zu allem einen sarkastischen Spruch auf Lager hat. Diese Woche hatte es leider in sich. Abgesehen von einigen Krebserkrankungen im Bekanntenkreis - was ja schon schlimm und niederdrückend genug ist - gab es einen überraschenden Todesfall im engen Familienkreis. Ein austrainierter Marathonläufer, Sprinttriathlons absolviert, Sonntag Geburtstag gefeiert, stirbt einen Tag später mit 48 an Herzversagen. Letzter Gesundheitscheck im April, absolut alles i.O.
Das bringt einen doch sehr zum Nachdenken. Wie schnell alles vorbei sein kann. Frauchens Vater ist ja mit 51 beim Radtraining tödlich verunglückt. Deshalb kann ich nur sagen: genießt jeden Tag. Macht aus jedem Tag das Beste. Ärgert Euch nicht über Sachen, die Ihr nicht ändern könnt. Ändert Sachen, über die Ihr Euch ärgert oder die Euch aufreiben. Beruf, Beziehung, Freizeit - das betrifft alles. Und passt gut auf Euch auf.
Bis bald
Euer sehr nachdenklicher und trauriger Iwan