Donnerstag, 21. Februar 2019

Tempo: Aus 1 wird 3

Hallo Leute,

Frauchen hat heute Home Office-Tag. Das bedeutet freie Zeiteinteilung und damit die Möglichkeit, einen kleinen Trainingslauf einzuplanen. Deswegen habe ich sie vorhin auch gleich mal auf einen zackigen Tempolauf geschickt.
Apropos Tempo: Frauchen ist ein Gewohnheitstier. Mit schnell laufender Nase. Daher steckt sie sich immer, bevor sie aufbricht, mindestens drei Tempo (= Papiertaschentücher, aber hier ist ja der Markenname auch schon Gattungsname) ein. Eines in die linke Hosentasche, zwei in die rechte.
Ungefähr auf der Hälfte der vorgesehenen Laufstrecke im Park merkte sie: da ist nur ein Tempo in der rechten Tasche! Hm. Wo war das zweite? Und so ganz ohne Nase putzen wird sie ja auch nicht die ersten 3,5 km gelaufen sein ... also gab es nur eine Möglichkeit. Sie hatte wohl beim Wieder-Einstecken die Hosentasche verfehlt und es lag irgendwo zwischen Startpunkt und Halbzeitpunkt im Park.
Nun hasst Frauchen wenig mehr als achtlos auf den Boden geschmissenen Abfall. Also pflichtbewusst die Route für den Rückweg geändert, keine Runde, sondern auf dem Hinweg zurück. Irgendwo musste ja ein fast jungfräuliches Tempo auf dem Weg liegen, das musste ihres sein, und sie wollte es dann dem nächsten Abfalleimer übergeben.
Wisst Ihr, wie viele solcher Tempos sie auf dem Boden gesehen hat auf die gut 3 km? Im Park, wo alle paar hundert Meter ein Abfalleimer steht? Kleiner Tipp: siehe Überschrift. Und Frauchen hat sie alle brav aufgesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.
Sie hätte sich auch nicht so aufgeregt, wenn es Sommer wäre, und Menschenmassen sich über die Parkwege wälzen würden - na gut, auch dann muss man nicht seinen Dreck einfach auf den Boden werfen. Aber sie hat heute geschätzte zehn Leute (Gassigeher, Läufer, Spaziergänger) im Park gesehen. Und dann - neben dem von ihr verlorenen Taschentuch - gleich noch zwei weggeworfene? Oder korrekter gesagt, nicht ordnungsgemäß weggeworfen, sondern damit die Gegend zugemüllt. Geht gar nicht.
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 19. Februar 2019

Gedanken zu Karl Lagerfeld

Hallo Leute,

eigentlich wollte ich ja etwas zu unserem Wochenende in Wien schreiben (lassen, hüstel), aber erstens bin ich noch viel zu vollgefressen vom vielen Kaiserschmarrn


und zweitens ist mir der Tod von Karl Lagerfeld dazwischen gekommen. Das ganze Internet steht ja Kopf deswegen. Irgendwie war er schon bewunderswert. Hat sich selbst, die Person und nicht nur seine Mode, als Marke inszeniert. Und Arroganz zu seinem Markenzeichen gemacht. Mir fallen spontan drei Dinge ein, die ich mit ihm verbinde:
  1. Er wollte mir immer meinen Jogginganzug madig machen. Einer seiner berühmten Sprüche lautete "Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren."
    Nein, Karl! Ich trage gern und seit vielen Jahren meine Jogginghose und habe noch die volle Kontrolle über mein Bärenleben!
  2. Sein Lieblingsgetränk, das er literweise reinschüttete, war Coke light. Kommt mir bekannt vor, sehe ich täglich. Ist nämlich auch bei meinem Frauchen Grundnahrungsmittel.
  3. Und es gab auch einen Karl-Lagerfeld-Bären, Sonderedition von Steiff. Da habe ich allerdings mein Veto eingelegt und so verhindert, dass Frauchen den anschleppt ... der hat mir viel zu arrogant geschaut.
Ich finde es immer schade, wenn eine echte Persönlichkeit die Bühne des Lebens verlässt. (Und was mich natürlich auch interessiert: wer kümmert sich jetzt um Choupette, seine Katze?)

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 10. Februar 2019

Geschwindigkeit ist relativ

Hallo Leute,

Januar und Februar sind richtig dröge Monate, so vom Laufen her gesehen. Da habe ich genug Zeit, mir mal Gedanken über Zeiten zu machen. Frauchen ist ja nun nicht gerade schnell. Für sie ist eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6 min/km o.k. Beim Halbmarathon oder längere Strecken läuft sie so um die 6:10 min/km, das konstant über die ganze Distanz. Kenne ich von ihr schon von damals, als sie noch Schwimmen als Leistungssport hatte. Da hat sie jede 100 Meter Brust bei längeren Distanzen in genau demselben Tempo abgespult, ohne langsamer zu werden, egal ob es jetzt 600 oder 1.000 Meter waren.

Wir sind jedenfalls sehr stolz, wenn sie die 10 km beim Rennen unter 1 Stunde schafft. Und die 5 km unter 30 min. Andere Läufer lächeln da nur müde, Frauchen wurde auch schon mal als "das kann man doch nicht Laufen nennen" in einem Forum für Läufer gedisst. Doch, kann man. Ist für sie (und für mich als Coach) durchaus mit Training verbunden, und mit Anstrengung beim Wettkampf.

Letztes Wochenende ist ein Bekannter in Bad Füssing den Halbmarathon gelaufen. Und ist in seiner AK (übrigens dieselbe, die auch Frauchen hat) Erster geworden. Mit 1:35 Stunde. Ohne Worte. Unerreichbar für Frauchen. Und er? Jammert herum (man könnte auch "kokettieren" sagen), weil es für ihn recht langsam war. Und ich bin fast grün vor Neid. Beziehungsweise Anerkennung.

Frauchen und ich haben uns geeinigt: sie versucht, nach meinen Trainingsvorgaben schneller zu werden. Respektive mit zunehmendem Alter nicht langsamer. Und immer mal wieder an einer PB für die jeweilige Distanz zu kratzen ... Hauptsache, es macht ihr Spaß!

Bis bald Euer Iwan