Montag, 9. September 2019

#mimimi oder: Ein DNS beim Achenseelauf

Hallo Leute,

wir hatten ja einen Kraftakt vor: am 31.8. den Karwendelmarsch, und dann am 8.9. den Achenseelauf. Frauchen hatte sich auf dieses Lieblingsrennen sehr gefreut. Und ich mich auf den Kaiserschmarrn nach Zielankunft.
Tja, der Wettergott war nicht mit uns. Seit Freitag regnete es in Pertisau, mal mehr, mal weniger. Frauchen schwankte wirklich - mal sagte sie "ja, egal, ich starte, kann ja nicht so übel sein", um 5 Minuten später zu denken" neeee, ich muss mich nicht gefährden". Denn die schmalen, technisch schwierigeren Stellen zwischen Achenkirch und Pertisau auf dem Steig können rutschig sein, das wissen wir aus vielen Laufen. Und leider sind beim Achenseelauf auch viele, ich kann sie nicht anders nennen, Idioten unterwegs, die trotzdem dort überholen wollen und vorbeirempeln. Vor allem die in Achenkirch ausgeruht startetenden Staffelläufer sind da unrühmlich hervorzuheben.
Dazu kommt, dass Frauchen a) ungern bei Regen läuft (Brillenträgerin, bei Dauerregen hilft auch kein Käppi) und b) noch ungerner (gibt es das Wort?) bei Kälte.
Kurz gesagt: Sonntag morgen 8 Grad und es schüttete wie aus Eimern. Das Herz sagte "lauf", der Kopf sagte "naja"und die Beine sagten schlichtweg "no way"! Denn sie merkte doch die 52 km von der Woche vorher, sie hatte beim Einlaufen am Samstag schon ziemlich schwere Beinchen.
Also nicht gestartet. #mimimi sage ich da nur. Kaiserschmarrn gab es dann trotzdem, den nachgeholten vom Karwendelmarsch.
Es wurde übrigens im Tagesverlauf dann immer kälter, nachmittags hat es dann den ersten Schnee gegeben bis 1.600 runter. Bäh.
Bis bald Euer frustrierter Iwan
P.S. Das Startersackerl war übrigens wie immer supergut gefüllt, mit Funktionsshirt, leckeren Nudeln usw. sowie einem frischgebackenen Brotlaib (nicht auf dem Foto, den gab es erst Sonntag früh).

Dienstag, 3. September 2019

Karwendel, Kuhfladen und kein Pfad

Hallo Leute,

Rückblick Ende August 2017: Frauchen startete beim Karwendelmarsch und sagte danach "nie wieder". Tja, gut, dass sie mich hat. Denn unsere damalige Begleitung und Lauffreundin Astrid war einem erneuten Start nicht abgeneigt. Und ich spechtete a) auf einen Ziel-Kaiserschmarrn und b) wurmten mich die 30 Sekunden, die Frauchen zu lange gebraucht hatte, doch sehr. Statt einer 9:00:29 wollte ich gern einen "8" bei den Stunden sehen. Also meldete ich Frauchen letzten Winter an. Dieses Mal dann als "Läufer" und nicht als "Wanderer" - denn ich wusste doch, sie schafft die 52 km, braucht die Ausstiegsoption in der Eng bei km 35 nicht. Man kann ja auch als Läufer gehen, und als Wanderer laufen ... Hauptsache man kommt an.
Der erste Wermutstropfen kam dieses Frühjahr: Astrid, die sich auch angemeldet hatte, musste aus privaten Gründen passen. Das zweite Handicap ist ein Fersensporn rechts, der Frauchen nun schon seit Monaten zu schaffen macht.
Aber egal, ich habe sie das Training durchziehen lassen. Und das lief eigentlich recht gut. Die Wettervorhersage für den "großen Tag" schwankte dann zwischen "grottig" und "Schauer". Beides nicht gerade motivierend. Wir sind dann Dienstag nach Pertisau, den Zielort des Karwendelmarsches, gefahren und haben unser Quartier bezogen. Die Tage vor dem Lauf habe ich Frauchen zum Tapern gewungen - bei ihr gehen immer die Gäule durch, wenn sie Berge und schönes Wetter hat! Zwei leichte Wanderungen, Freitag dann Schonung und Abholung der Startnummer in Scharnitz. Per Auto sind es über 80 km, quer durchs Karwendel dann die besagten 52 km.
Wie schon vor zwei Jahren gab es außer der Startnummer - nichts. Die erkennbar österreichischen Läufer vor Frauchen wurden jeweils nett gefragt, ob sie einen Gepäcktransport bräuchten, Sicherheitsnadeln, ein Stempelheft ... bei Frauchen: kein Pieper. Sehr seltsam. Aber wenigstens hatten sie im Startbereich dieses Jahr für ausreichend Dixies gesorgt, das stellte Frauchen beruhigt fest. Abends dann im Hotel als "Henkersmahlzeit" die obligatorischen Kässpatzn. Danach habe ich überprüft, ob Frauchen sich die richtigen Sachen (das Wetter hatte sich berappelt und sagte "Sonnig" voraus) parat gelegt hatte, und ob sie die korrekten Marschtabellen dabei hat.





Ich hatte ihr zwei Stück ausgedruckt: einmal für knapp unter 9 Stunden, und einmal für 9:31. Was sie ja hoffentlich nicht brauchen würde. Den Handywecker auf 3:05 gestellt, und dann gegen halb zehn eingeschlafen. Normalerweise, wenn der Wecker gestellt ist, wacht Frauchen immer vorher auf - dieses Mal leider zu früh, um dann tief und fest zu schlafen, als das Teil losquiekte. Das bekommt ihr gar nicht. Hochgetorkelt, gewaschen, mit Sonnencreme eingeschmiert (das macht man ja gern nachts um viertel nach drei ...), angezogen. Herrchen und mich nochmal gedrückt und um halb vier zum Shuttlebus getrottet. Ich quiekte ihr noch einmal aufmunternd hinterher und legte mich gleich wieder hin.

Hier merkte ich, wie schön es ist, so etwas nicht allein zu machen. Man hat niemandem zum Schwätzen, zum Ablenken ... naja, der Sternenhimmel über dem Achensee war sehr schön. Ein Auto nach dem anderen lieferte Läufer am Fischergut ab, wo ich hoffentlich ca. 12 Stunden später zu Fuß durch den Zielbogen laufen würde. Nun hieß es aber, in einen der vier Shuttlebusse zu steigen. Zufall: mir waren genau zwei der 2.500 Starter näher bekannt, nämlich von den exito Gipfelstürmern aus Nürnberg (u.a. Sponsor des Tiergartenlaufes), zwei sehr starke Herren über fast alle Distanzen. Und wer setzte sich im Bus genau neben mich? Genau, die beiden. Großes Erstaunen, eifrige Unterhaltung. Stefan strebte übrigens eine Zeit von unter 6 Stunden an (Spoiler: hat er geschafft, Glückwunsch!). Der Streckenrekord bei den Herren liegt bei etwas über 4 Stunden, bei den Damen stellte dieses Jahr (nochmal Spoiler) Laura Dahlmeier mit 4:51 einen neuen Rekord auf.
Der Shuttlebus warf uns in Scharnitz um 5 Uhr bei 10 Grad (gefühlt 6) raus. Und dann begann das Warten. In Sachen Stimmungsmache / Wartezeitverkürzung könnten die Organisatoren noch ein bißchen was lernen. Putzig der Sprecher, als er darauf hinwies, dass der Weg vom Gramai Hochleger (höchster Punkt mit über 1.900 Metern) herunter steil sei, gerade bearbeitet würde und man langsam machen solle - den hatte ich sowieso als sehr schwierigen, steilen Pfad in Erinnerung. 
Als endlich der Startschuss ertönte, war ich ausgekühlt (trotz Unterhemd, Shirt, Layer und Regenjacke, manche schlotterten nur im Shirt vor sich hin) und fühlte mich hundemüde. Trotzdem wollte ich bis zur ersten Labe, Schafstallboden, möglichst die ebenen und abfallenden Streckenteile laufen. Meine Beinchen wollten aber nicht. Es gibt so Tage, wo nichts zusammengeht. Trainingsläufe bricht man dann lieber ab, aber hier? So trottete ich missmutig vor mich hin, bewunderte dann die ersten Sonnenstrahlen oben auf den Gipfeln, während wir uns durch das Tal Richtung Karwendelhaus vorarbeiteten. Ein Schäferhund und zwei Huskies überholten mich, letztere überholte ich später wieder, der Schäferhund finishte ca. 5 Minuten vor mir. Und - ich traute meinen Augen kaum - ein Barfußläufer überholte mich auch! Er hatte zwar hinten am Laufrucksack auch noch Barfußlaufschuhe befestigt, aber auf diesem ersten Stück (breiter Weg) lief er blank. Autsch.

An der ersten Labe einen Blick auf die Uhr und dann auf die Marschtabelle geworfen. Ich lag schon 12 min. zurück, und das auf die 9:31-Stunden-Tabelle! Hier zeigte sich dann auch die psychologische Wirkung - dieses Wissen zog mich wirklich noch weiter runter. Während ich 2017 immer weit vor "meiner" Marschtabelle lag (die war allerdings auf 10 Stunden ausgerichtet), und mich das beflügelte, dachte ich jetzt nur "Ohwei, und noch 43 km vor mir - wann komme ich da bloß an?"
Egal, weitergestapft. Hochgeschraubt zum Karwendelhaus, immer noch ziemlich frisch. Erst oben waren wir in der Sonne. Und ich noch weiter hinter meinem Zeitplan zurück - jetzt begann ich langsam um eine Zeit unter 10 Stunden zu fürchten.
Von der Verpflegung her habe ich alle zwei Stunden eine Salztablette und einen Früchteriegel gegessen, an jeder Labe einen Becher Wasser getrunken und einen Apfelschnitz geschnappt, die Wasserflasche immer wieder aufgefüllt. Mittags in der Eng dann einen Becher mit Gemüsesuppe, und oben auf der Binsalm noch ein Heidelbeer-Biojoghurt. Alles wieder sehr schmackhaft, mehr ging aber nicht. 
Aber nun zurück zum Karwendelhaus, erst 18 km geschafft. Aber nun ging es ja 6 km schön über einen Schotter-Wiesenweg  nach unten. Zwischendurch dachte sich eine der vielen Kühe, die am Wegrand auf den Almen waren: "Die rennen? Das kann ich auch!" und rannte ca. 200 Meter auf dem Weg mit.
Ich war im schönsten Laufmodus, Achtung, da kommt eine Linkskurve, schön gucken, wie ich sie nehme ... batsch, rechts den Stein übersehen, Abflug. Unsanfte Landung im Bauchplatschermodus. Linke Hand war gerade verheilt vom letzten Sturz zuhause. Bilanz: blutige Hand links, ein Fingernagel hochgestellt, rechtes Knie und abwärts diverse Abschürfungen und Blutergüsse. Die rechte Hand dagegen landete sehr weich - nämlich mitten in einem Kuhfladen!
Wieder aufgerappelt, Wasserflasche gesucht, die in hohem Bogen weggeflogen war. Und leider sehr unschön erleben müssen, dass keiner, wirklich keiner der folgenden Läufer fragte, ob alles in Ordnung sei. Das habe ich noch nie bei einem Traillauf erlebt, sonst immer alles sehr kameradschaftlich. Nun ja, beim Karwendelmarsch machen erkennbar viele "Nicht-Trailläufer" mit.
Weitergetrabt, blieb mir ja nichts anderes übrig. Und auf einen Bach gehofft, der dann circa 2 km weiter kam. Dort konnte ich mich reinigen (vor allem die rechte Hand, umpf), und die Schürfwunden begutachten, dass kein Dreck mehr drin war. Ansonsten - weiter ging es!
Labestation Kleiner Ahornboden, Abgleich mit der Marschtabelle. Griff ins Leere. Die war mir wohl beim Sturz aus der Hosentasche gefallen ... nun gut, ich lag ja eh so weit zurück, was sollte es? Weiter gegangen, einen herrlichen Singletrail fast eben. Am anderen Ende steht man dann auf einem breiten Wanderweg quasi vor einer Wand. Im Zickzack senkrecht hoch, und das in der inzwischen prallen Sonne. Dieses Jahr überholten mich auch viele Läufer / Wanderer mit Stöcken, es war einfach nur frustrierend. Meter für Meter hochgearbeitet, dann über die Wiese zur Falkenhütte. Hier war auch ein offizieller Fotopoint. Das Panorama war - vor allem bei diesem Kaiserwetter - wieder atemberaubend. Und ich hatte ja mein Zeitziel aufgegeben, also viel Muße, die Gegend zu bewundern ... 
 Nach der Falkenhütte Luftlinie quer hinüber zum Hohljoch. Jetzt mehrten sich entgegenkommende Wanderer, die das letzte Sommerwochenende nutzen wollten. Herunter vom Hohljoch in die Eng, wieder gelaufen statt gegangen. Hallelujah! Ein Stein schlug gegen den linken Knöchel - stimmt, da hatte ich ja noch keinen Bluterguss. Unten angekommen, wäre es als Wanderer ein Ausstiegspunkt gewesen. Für mich nicht, als Läufer hätte ich dann ein DNF. Also keine Option. Aber Zeit hatte ich ja ausreichend, also hingesetzt, Handy rausgekramt, Mann angerufen, dass er sich mit dem Entgegenkommen per Rad Zeit lassen kann, Nachricht von Manu mit Foto beantwortet, wieder alles schön eingepackt und an den Aufstieg zur Binsalm gemacht. 
Da kenne ich ja nun durch Urlaube jeden Meter. Oben dann aus dringendem Grund (ähem) die Örtlichkeiten ausgiebig inspiziert (ja, das nächste Mal kehre ich auch wieder ein!) und den gefürchteten Aufstieg zum Gramai Hochleger begonnen. Steil, sehr steil. Und pralle Mittagssonne. Überall saßen fix und fertige Läufer herum und schnappten nach Luft. Normalerweise gehe / steige ich durch, dieses Mal dachte ich "Zielzeit ist eh weit verpasst, also kannst Du Dich auch mal hinsetzen". Denn ich hatte ja noch eine Falsche Cola light mitgeschleppt, diesen halben Liter habe ich unter den neidischen Blicken der anderen Läufer sehr genossen! Und nachdem mein Smartphone die ganze Zeit gedudelt hatte, habe ich noch schnell nachgeguckt, was los war. Meine Kusine wollte wissen, wie es läuft - also ihr auch noch ein Foto geschickt.
Dann wieder alles zusammengesucht, Camelback gesattelt und weiter aufgestiegen. Ich rechnete noch mit einigen Kehren, da war ich auf einmal schon oben! Runter zur Hütte und Labestation. Und dann ab in den steilen Abstieg. 
Aber was war das? Wo war der Pfad? Weg. Schlichtweg weg. Diese "Wegearbeiten", die der Startsprecher angekündigt hatte, hatten aus einem anspruchsvollen Singletrail einen breiten Weg mit viel Schotter und Steinchen gemacht. Nicht mehr im Zickzack, sondern gerade runter. Keine Möglichkeit, irgendwo Halt zu finden. Ganz ehrlich, erstens eine Zumutung für jeden Wanderer oder Läufer, so eine Streckenführung und so ein Untergrund. Und zweitens auch noch eine Beleidigung fürs Auge und die Bergwelt, so eine breite Rampe da mitten rein zu bauen!
Irgendwie arbeitete ich mich vorsichtig im Geh/Trab nach unten. Hier fand dann auch die Kameradschaft statt, die ich vorher vermisst hatte - jeder guckte nicht nur nach sich, sondern auch nach den anderen um sich herum. Ich schloss zu einem sehr netten Läufer auf, Menno aus den Niederlanden. Über die nächsten Kilometer schwätztzen wir uns so ins Tal. 
Ab der Gramaialm ging es nochmal rund 300 Höhenmeter und 9 Kilometer sanft durchs Tal nach Pertisau. Ich guckte auf die Uhr und fing an zu rechnen. Das konnte doch nicht sein? Wenn ich so weiterlief / -ging, dann wäre ich nach 9:30 Stunden im Ziel - hatte also den Rückstand auf meine ursprüngliche Marschtabelle komplett aufgeholt! Und dass trotz meiner zwei ausgedehnten Pausen! 
Naja, half ja nichts, jetzt zu sinnieren, ob ich nicht doch, so ohne Päuschen, und überhaupt, mit einem Zahn zulegen ... Ich hatte nur meinem Mann gesagt, vor 15:15 Uhr braucht er nicht an der Falzthurnalm sein. Für Fotos und Begleitung die letzten 4,5 km .... jetzt wäre ich ja viel früher dort. Glücklicherweise war er auch schon mit den Rad da.
So, jetzt übernehme ich wieder. Ich war ja schon ganz blass geworden, als Frauchen am Telefon (spaßhaft) sagte, ich solle Verbandskasten und Tetanusimpfung herauslegen. Nun behielt ich die Strecke im Auge, obwohl es erst 14:45 Uhr war ... aber man kann ja nie wissen. Herrchen betätigte sich derweil für zwei Touristen als Fotograf. Und da kam tatsächlich Frauchen angewetzt! Bis ich Herrchen soweit hatte, dass er kapierte, er muss nun fotografieren, hat es schon gedauert ...
Kurze Unterhaltung, nein, Frauchen wollte nichts zu trinken, dafür sollten wir ihr den Camelback abnehmen. Was wir gern getan haben. Dann noch ein kurzer Fotostopp mit Rindvieh


und weiter ging es Richtung Pertisau. Der letzte Kilometer ist der schönste: bergab, alle applaudieren und feuern an, ich springe auf - und dann waren die 52 km vorbei. Frauchen im Ziel mit 9:23:22. Damit 650. von gesamt 776 Läufern / Läuferinnen. 44. in ihrer Altersklasse. Zeitziel verpasst, Medaille mit "Brilli" gekriegt:
Das Finishersackerl war wie schon vor 2 Jahren recht mickrig (für 58 Euro Startgeld) - viele Flyer, manche doppelt, ein Stirnband, und das sehr gute Tiroler Steinöl zum Einreiben und als Fußbalsam. Aber gut, die vielen und sehr gut bestückten Labestationen wollen auch alle finanziert werden.

Frauchen war aber abends so matschig, dass sie zwar das traditionelle Schnitzel vertilgt hat, unseren geplanten Kaiserschmarrn aber ausfallen ließ. Und sie sagt aktuell "nie wieder". Ich sage "mal sehen".
Jetzt ist schnelle Regeneration angesagt, denn nächsten Sonntag wollen wir beim Achenseelauf starten. Dieses Mal aber ohne Zeitziel. Einfach ankommen, es wäre das siebte Mal dann.

Bis bald Euer Iwan

P.S. Frauchen hat kaum eigene Bilder. Sehr schöne Impressionen hier.






Mittwoch, 21. August 2019

Klasse Aktion: die CleanupDogChallenge

Hallo Leute,

heute war ich mal wieder als rasender Reporterbär unterwegs. Und zwar habe ich Klärchen (alias @agenturhund_K) interviewt.
 
Klärchen wohnt und arbeitet bei Magnus Hetz, dem Inhaber von media4nature. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an ihn von seiner sozialen Plattform "Helden der Stadt", dazu hatte ich ihn vor fast 6 Jahren schon mal gesprochen.

Zurück zu Klärchen. Ich kann Euch sagen, ich habe mein Leben für Euch riskiert! Denn dieser süße Wauwi wollte mich doch glatt als Spielzeug hin und her schleudern! Ich habe ihr aber schnell klargemacht, dass ich hier der Boss bin und die Fragen stelle:

CleanupDogChallenge, was verbirgt sich hinter diesem Wortungetüm?
Ich arbeite ja tagsüber als Bürohund bei einer nachhaltig ausgerichteten Marketingagentur. Da kriegt man zwangsläufig die ökologische Einstellung mit ... außerdem gehe ich ja mit bloßen Pfoten und sehr häufig draußen Gassi. Und da sehe ich sehr viel Abfall, der nicht im Abfallbehälter oder Mülleimer liegt. Sondern auf der Straße, Wiese, dem Gehsteig ...


Echt jetzt? Und was machst Du damit?
Ich habe meinen Menschen vorgeschlagen, dass sie beim Gassigehen ein Behältnis dabei haben. Und während ich mein Geschäft verrichte, einfach mal den Müll aufsammeln, der so herum liegt. Quasi das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.


Kommt denn da viel zusammen?
Begleite uns doch einfach mal auf einer Gassirunde, Iwan, da siehst Du es schon!



Jetzt bin ich ehrlich fassungslos. Heute morgen kam die Straßenreinigung durch dieses reine und sehr gepflegte Wohngebiet. Und trotzdem so viel Müll und Kippen gesammelt ...
Ja, da schaust Du. Vor allem, dass man sich dann noch dumm anreden lassen muss wie eben "Macht Ihr da eine Challenge oder ist Euch langweilig?". Statt sich selbst mal zu bücken.

Aber was ist denn nun die Challenge?
Meine Idee war, dass alle Hunde und Zweibeiner, die mitmachen, ein Foto von sich und dem gesammelten Müll machen (je nach Wunsch mit oder ohne Zweibeiner) und das mit den Hashtags #cleanupdogchallenge und gern auch noch #dogsforfuture posten. Auf Instagram, Twitter, Facebook, egal wo. Hauptsache mitmachen.


Gute Idee. Wie kann ich unterstützen?
Das hast Du schon, Iwan, indem Du  mir hier Platz eingeräumt hast. Obwohl ich es schade finde, dass ich Dich nicht wenigstens ein kleines bißchen durchschütteln darf ....


So, an dieser Stelle habe ich das Interview abgebrochen und bin geflüchtet! Tschüss, Klärchen!

Frauchen halte ich ja auch dazu an, auf ihren Laufrunden im Park immer ein bißchen Abfall einzusammeln. Das ist auch nicht so schwer, der nächste Abfalleimer ist in der Regel maximal 50 Meter entfernt. Plogging ist ja inzwischen ein Trend, also Joggen und Müll einsammeln.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es mehr Hundehalter und Hunde gäbe, die bei der CleanupDogChallenge mitmachen.


Bis bald Euer Iwan



Sonntag, 11. August 2019

WomensRun: Neue PB verschenkt

Hallo Leute,

meine langjährigen Leser wissen: Sommerzeit ist auch wieder WomensRun-Zeit. Seit der Erstaustragung 2006 waren wir schon viele Male in Frankfurt dabei. Aber ob nächstes Jahr noch ... dazu später mehr.

Dieses Jahr war unser Patenkind wieder mit von der Partie. Sie ist 16 und eigentlich Sprinterin, bis max. 200 Meter, schon auf den Süddeutschen Meisterschaften gewesen in ihrer Alterklasse. Also normalerweise - mit diesen Beinen, die auch noch 40 Jahre jünger sind als Frauchens Beinchen - würde sie Frauchen wieder meilenweit abhängen.

Im Gegensatz zu letztem Jahr war es vorher regnerisch, wurde dann aber im Lauf des Samstag immer schöner. Und pünktlich zum Start um 15 Uhr gab die Sonne alles. Ich hatte dieses Jahr auch Glück, weil Frauchens Freundin nicht startete, und mich somit gut herumtragen und fotografieren konnte. Vor dem Start:



Das Patenkind bezahlte dann aber ganz böse dafür, mich mit den Hasenohren veräppelt zu haben! Startaufstellung auf der langen Geraden vor der Commerzbank-Arena, dieses Jahr leider keine zwei Wellen mehr, sondern nur der Appell, sich seiner Leistungsfähigkeit gemäß einzureihen. Was den Effekt hatte, dass Frauchen auf dem 1 km wieder viele langsame Damen (die teils auch schon gingen statt zu laufen!) im Zickzahck überholen musste. Erster km daher 6:14 min.

Dann ging es besser, als es zu den langen Geraden im Wald kam. Frauchen fand ihren schnellen Rhythmus, überholte, wurde ab und zu auch überholt, und knabberte Sekunde um Sekunde an einer Zeit unter 30 min. Das hatte ich ihr als Richtzeit vorgegeben. Ihr Patenkind wähnte sie hinter sich und achtete die ganze Zeit darauf, wann sie denn nun überholte. Um bei km 3 ein Stück weiter vorn mit Erstaunen das weiße Oberteil blitzen zu sehen ... Tipp von mir: wer sich schnell finden und aus der Damen-Masse herausstechen will, sollte beim WomensRun nichts magenta-Farbenes anhaben. Das WomensRun-Mottoshirt tragen gefühlt 99 % der Mädels. Nachteil: wenn man nicht brombeerfarben ist, wird man nicht fotografiert. Da kann bär noch so interessant gucken ... Jedenfalls, Frauchen überholte ihr Patenkind relativ lockeren Schrittes und bekam mit, dass sie Probleme hatte. Frauchen lief noch ein Stückchen zügig weiter; bei km 4 zeigte ihr die Uhr, dass sie eine komfortable 28-er-Zeit laufen würde. Aber mit schlechtem Gewissen, weil das Patenkind so unrund lief. Also getrippelt, gewartet, getrippelt, bis dieses dann kam. Und beide gemeinsam die lange Gerade zurück zur Commerzbank-Arena in Angriff nahmen.

Was Frauchen nicht wusste: ich hatte ihre Freundin überredet, mich  bereit zu halten, damit ich vor der letzten rechts-/links-Kombination aufspringen konnte. Aber hey, was war das denn? "Hallo! Hey! Iwan hier!" schrieen die Freundin und ich um die Wette, weil Frauchen blindlings an uns vorbeiwetzte. Worauf mein treudoofes Frauchen kehrtmachte, 10 Meter zurücklief, mich grapschte, wieder kehrtmachte und losstürmte. Was bei einer Ordnerin einen sehr erstaunten Kommentar hervorrief "Wahnsinn, noch die Kraft, hier Kurven zu laufen".

Naja, Kraft hätte mein Frauchen noch für weitere 5 km gehabt, aber eben nicht schneller. Und durch diese zwei "Behinderungen" vergab sie eine bessere Zeit - das wäre vielleicht eine neue PB geworden. So blieb die Uhr bei 29:43 min stehen, Gesamtplatz 111 von 2.589 Starterinnen, AK-Platzierung 8. Und ich habe einen für mich neuen Lauf mitgefinisht. Aber wie gesagt, kein Zieleinlauffoto, weil der Fotograf lieber brombeerfarbene Damen statt mich ablichtete ....



Die Zielverpflegung mit frischer Ananas war dann schon wieder sehr nach meinem Geschmack! Insgesamt muss man aber sagen, dass der WomensRun leider von einem sehr hohen Niveau kommend nachgelassen hat. Statt Startgeld 27,50 Euro nun 28 Euro, plus 3 Euro für Zeitmessung, eigenen Championchip kann man nicht mehr einsetzen. Dafür gibt es zwar immer noch ein Odloshirt, aber die sonstigen Gutzis sind doch sehr geschrumpft, meistens nur noch Rabatt, wenn man am Stand etwas kauft. Schade. Wie gesagt, die Messlatte hatten sie selbst sehr hoch gelegt. Aber man merkt es halt ... ach ja, und den Helfern kann man sagen, sie dürfen ruhig auch mal lächeln. Das fiel selbst mir gestern auf, diese todernsten Blicke bei Startunterlagen-/Shirtausgabe und an den Verpflegungsstellen nach Zieleinlauf (die Herrschaften am Ananasstand nehme ich davon ausdrücklich aus!).

So, heute habe ich Frauchen trotzdem gleich mal wieder rausgescheucht. Jetzt kommt als nächstes die große Saisonherausforderung, der Karwendelmarsch. Statt 5 km 52 km.

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 28. Juli 2019

Nostalgie-Tage

Hallo Leute,

morgen haben ja Frauchen und ich Geburtstag. Und irgendwie macht dieses Datum Frauchen sehr nostalgisch.
Am Freitag Abend musste ich mir nacheinander im Streaming die Songs aus "Footloose" und "Flashdance" anhören und ansehen (glaubt mir, Ihr wollt  nicht dabei sein, wenn Frauchen da mitjault - und sie ist sehr textsicher!). Dann gab es die volle Dröhnung: Showaddywaddy, BucksFizz (kennt die eigentlich noch jemand außer uns?) und ... ich traue mich kaum, es zu sagen ... BayCity Rollers.
Was mir dabei auffiel: das waren irgendwie alles gute-Laune-Lieder 😃 Und nicht so dumpf-dumpf-schrei wie heute viele sind.
Nach einem kurzen Exkurs in die melancholische Ecke ("Seasons in the sun" und "Those were the days", ebenfalls ohne Textaussetzer mitgesungen) ging es zurück zu "Footloose". Und Kevin Bacon. Ihr erinnert Euch an die finale Tanzszene? Dann guckt mal hier, was der gute Kevin 30 Jahre später noch draufhat!
So, ich gehe jetzt mal die vier Päckchen inspizieren, die schon für morgen eingetroffen sind. Da steht hoffentlich auch mein Name mit drauf. Und Ihr könnt gerne melden, was denn Eure Lieblingssongs und Bands aus den früheren Jahren sind!
Bis bald Euer Iwan.

Montag, 22. Juli 2019

Valencia oder: Lauftraining in der Sauna

Hallo Leute,

Herrchen ist ja ganz meerverrückt, deswegen waren meine Menschen letztes Wochenende in Valencia. Er wollte (sollte?) mal Hochsommer dort erleben. Hat er gekriegt. Volle Kanne.

Ich bin nicht mitgeflogen, ich war ja schon öfter zum 10 km-Lauf mit. Aber ich hatte Frauchen darauf eingeschworen, den Trainingsplan durchzuhalten. Gut, es war "nur" eine Taperingwoche, aber trotzdem.

Sie war dann auch ganz brav. Freitag rund 8 km in der Nachmittagshitze (die Thermometer zeigten zwischen 31 und 35 Grad an, aber sehr hohe Luftfeuchtigkeit) laufen: vom Hotel aus die Avenida del Puerto runter, dann durch den Hafen und einmal die kilometerlange Strandpromenade auf und ab. Sie meinte, so ähnlich stelle sie sich Laufen in der Sauna vor - das Wasser lief nur so an ihr herunter. Nach 40 min. kaufte sie sich an einem Stand eine Flasche kaltes Wasser, das lief dann auch so herunter ... aber in großen Schlucken!

Herrchen war die ganzen drei Tage kaum vom Meer zu trennen. Frauchen dagegen lief Samstag morgen im Turia (ehemaliges Flußbett, seit über 60 Jahren trockengelegt und eine gigantische Parkanlage, perfekt zum Laufen und mit extra angelegter 5,7 km-Strecke nur für Läufer). Bevor sie dann nach 1,5 Stunden noch die paar Minuten zum Hotel trabte, setzte sie sich erstmal an eine Bar / besseres Kiosk / Chiringuito, und bestellte sich eine Cola light mit "bitte viel" Eis. Es kam: ein 0,4-Liter-Glas gefüüllt mit Eiswürfeln, so dass die Cola kaum reinpasste. Frauchen war also im siebten Himmel! Und bevor hier die Kommentare kommen "nicht so kalt trinken, ist ungesund" - Frauchen ist das gewöhnt und verträgt es gut. Dito die Hitze, sie lebt dabei echt auf. Und die Pulswerte sind auch o.k.

Hier noch ein paar Impressionen für alle, die Fernweh haben:




Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 14. Juli 2019

Sommer & Winter

Hallo Leute,

die letzte Woche war ja wohl Sommer zum Abhaken. Morgens 8 Grad, tagsüber maximal 20. Das nennt sich dann Hochsommer? Frauchen mag ja bekanntermaßen Hitze! Sie zum Laufen zu motivieren, ist bei solchen Temperaturen und drohenden Gewittern nicht ganz so einfach. Ich habe daher mal eine kleine Übersicht erstellt, welchen Vorteile das Laufen im Winter und dagegen gestellt im Sommer hat:

Im Winter

  • gibt es keine Schnaken, Moskitos, Bremsen
  • wachsen keine Brennesseln
  • muss man nicht so viel zu trinken mitschleppen
  • sind die Waldwege leerer und vor allem freier von marodierenden Mountainbikern
  • wird man nicht so viel abgelenkt beim Laufen im Park von lecker duftenden Grills.

Im Sommer
  • ist man nach 2 Minuten angezogen zum Laufen 
  • kann man viel früher und abends länger bei Helligkeit laufen gehen
  • macht Laufen einfach mehr Spaß
  • muss man keine Angst haben, auf vereisten Wegen auszurutschen
  • hat man einen viel größeren Radius, weil keine Wege wegen zu viel Schnee unpassierbar sind
  • können wir in die Berge zum Laufen.
Und mit diesem letzten Punkt gewinnt eindeutig der Sommer, auch bei mir - Berge = Kuchen, Kaiserschmarrn, Kässpatzn und so weiter ....

Und was ist Euer Favorit, und warum? Sommer oder Winter?

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 7. Juli 2019

Vorsicht vor mathematisch begabten Läufern

Hallo Leute,

Frauchen hat  mich heute geschafft. Ich als motivierender Coach habe ihr vorgehalten, dass ihre Finisherzeit in Salzburg ja nun nicht gerade zu Entzückensausrufen einlädt.  Ich meine, Leute, mal ganz ehrlich: 5:50 Stunden für 32 km, auch wenn es ein paar Höhenmeter auf und ab ging, sind ja wohl Tempo einer Schnecke.

Da legte Frauchen los. (Ich hatte ganz vergessen, dass sie Mathe Leistungskurs hatte und auch ein paar Semester Mathe mit studiert hatte .... ) Sie sei 5:50,07 gelaufen. Der Sieger der Langdistanz, Pau Capell, lief über die 109 km 10:54,47. Umgerechnet auf die Zeit je km brauchte Pau also 54,9 % von Frauchens Zeit. Oder andersherum, lief Frauchen 182,2 % seiner Zeit, bei diesem Trailrennen.

Nun solle ich das vergleichen mit ihrer Zeit im Flachen. Bestzeit im Halbmarathon 2:14,41 gegenüber dem Marathon-Weltrekord von Eliud Kipchoge 2:01,39. Das Ganze wieder umgerechnet braucht Kipchoge 45,2 % von Frauchens Zeit. Beziehungsweise läuft Frauchen  221,5 % seiner Zeit bei einem Straßenrennen.

Nach diesen Berechnungen  meinte Frauchen nur "siehste, Coach. Das beweist doch, dass ich in Salzburg sehr viel schneller war als normal!" Hm. Darüber grübele ich jetzt noch nach.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 2. Juli 2019

36 Grad und es wird immer heißer ... Lenggries 2019

Hallo Leute,

wir waren mal wieder in unserer Lieblingspension in unserem Lieblingsort in den Bergen, Lenggries.Und zum ersten Mal konnte Frauchen am Ankunftstag nicht laufen gehen - zeitgleich mit uns kam ein Gewitter an, das mehrere Stunden dauerte. Das war ihr dann doch zu heikel, bei Blitz, Donner und Dauerregenguss auf die Strecke zu gehen ...

Samstag und Sonntag regnete es auch noch, die Temperaturen waren erfrischend. Also zu kalt für Frauchen, die neidisch auf die beginnende Hitzewelle im Rest des Landes schielte.Ich habe sie trotzdem auf ihre "Hausrunden" gescheucht, wobei die Beine noch vom Mozart 100 light schwer waren. Also nur leichtes Traben und kleine Wanderungen.

Montag dann strahlender Sonnenschein, und es wurde jeden Tag wärmer. Ideales Wetter für Frauchen also, die bei 30 Grad plus gern laufen geht und beste Pulswerte hat. Natürlich muss sie dann auch mehr trinken, aber ansonsten ist sie, glaube ich, der einzige Mensch, der begeistert rausstürmt am heißesten Tag des Jahres.

Während ich mich im Halbschatten den von der Pensionswirtin spendierten verschiedenen Kuchen widmete, wanderten meine Menschen eifrig durchs Karwendel. Einmal hoch zur Grasbergalm, da gibt es viele Murmeltiere. Einmal über die Torscharte, auch mit Murmeltieren und Gämsen. Einmal ging es "nur" am Achensee entlang, den Steig von Achenkirch nach Pertisau und wieder zurück (so als Vorbesichtigung für den Achenseelauf). Nach jeder Wanderung ging Frauchen dann noch bis maximal 50 Minuten laufen, zum Beine-Ausschütteln. Samstag habe ich sie dann schnell nochmal auf die Hochalm hochgescheucht, macht 700 Höhenmeter in 1:20 Stunde gewandert. Hier einige Impressionen:










Zwei lange Läufe hatte ich ihr auch in den Trainingsplan geschrieben:
  • einmal 20 km die "Talrunde": Lenggries - Arzbach - Bibermühle - Wackersberg - Waldherralm - Arzbach - Lenggries. Wobei sie ehrlich gesagt die letzten 3 km bei der Hitze (Strecke größtenteils in der prallen Sonne) doch recht hart ankamen ....
  • einmal ab Waldherralm hoch auf den Heiglkopf, dann über Blomberg und Zwiesel insgesamt drei Gipfel mitnehmend und wieder runter - Nettolaufzeit 2:15 Stunden, rund 700 Höhenmeter und das komische Gefühl, zum allerersten Mal komplett allein auf dem Zwiesel gewesen zu sein. Normalerweise sind da immer Menschenmassen ... aber denen war es wohl zu warm.


Und Sonntag mussten wir leider schon wieder zurück. Aber inzwischen bin ich etwas beruhigter, was den Karwendelmarsch angeht - das Grundlagen-Ausdauer-Training verlief gut. Das einzige Problem: mein blauer Anzug sitzt etwas stramm, weil es außer Kuchen auch noch so viel Kässpatzn und Spinatknödel gab. Jetzt meint Frauchen, ich müsste auch mal aktiv werden!

Bis bald Euer Iwan



Sonntag, 16. Juni 2019

Mozart100 light - heiß und hart

Hallo Leute,

haha, hahaha, haha - soviel zum Wort "light" im gestrigen Wettkampf Mozart100. Ich bin bei der Lektüre des Trainrunningszene-Heftes über diesen Wettbewerb gestolpert. Sonst sind wir ja immer nur im Oktober zum Trailrunningfestival in Salzburg, aber nun war mein Kaiserschmarrn- und Spinatknödel-Pegel so niedrig, dass ich Frauchen unbedingt anmelden wollte. Aufgrund ihres Trainingsrückstandes (rechter Fuß ziemlich lädiert) und ihres allgemeinen Leistungsvermögens wollte ich eigentlich den Halbmarathon nehmen. Guracell setzte mir dann den Floh ins Ohr, doch bitte die Distanz "Light" zu wählen. Denn da wäre der Start am malerischen Fuschlsee, und somit die ersten Kilometer ein sehr schöner Streckenabschnitt. Naja, 10 km mehr machen den Kohl nun auch nicht mehr fett, dachte ich mir so und habe Frauchen angemeldet. Hahaha. Von wegen "light".
Erstens sind es 32 km. Zweitens 1.140 Höhenmeter hoch, und 1.370 runter. Mit den knackigsten Steigungen / Gefälle erst im hinteren Drittel.

Naja, gut. Half ja nichts, ich habe versucht, Frauchen halbwegs fit zu kriegen. Der längste Lauf war dann aber gerade mal 2:15 Stunden. Das Einzige, was gute Laune machte: die Wettervorhersage. Schwül und bis zu 30 Grad. Yes. Unser Wetter. Da lebt Frauchen auf, während viele andere platt sind.
Freitag dann erstmal im Stop-and-Go nach Salzburg gekommen. 34 Grad dort, das Racebriefing war wirklich sehr anstrengend. Allein die knappe Stunde am Kapitelplatz stehen war schon sehr schweißtreibend. Ich habe dann gleich mal den Zieleinlauf für den Samstag begutachtet.
Danach dann das Startersackerl inspiziert, was aber ehrlich gesagt für 79 Euro Startgeld gegen das "normale Austria-Niveau" bei Startersackerln ziemlich abfiel:
Samstag haben Herrchen und ich dann Frauchen zum Shuttlebus gebracht. Der fuhr um 8:45 Uhr am Mozartsteg ab, und brachte die rund 200 Starter zum Start am Fuschlsee. Im Bus saß Frauchen neben einer holländischen Läuferin, die dann mal so nebenbei erwähnte, dass sie schon den Eigermarathon gelaufen sein, am Montblanc, und dieses Jahr den Jungfraumarathon laufen wolle. Ähem. Auch die anderen im Bus sahen alle so profimäßig aus, Frauchen wurde ganz anders ...

In Fuschl dann kurzes Warten und Muskeln lockern. Aufwärmen war bei den Temperaturen wirklich nicht nötig. Vor allem, weil pünktlich genau zum Start auch noch die Sonne herauskam. Frauchen hatte 1 Liter Getränke dabei, außerdem sollte es ja an den Labestationen Wasser geben. Und der Veranstalter hatte auch während des Race Briefings darauf hingewiesen, dass alle Gewässer Trinkwasserqualität hätten und man unbesorgt auch aus den Bächen auf der Strecke trinken könne.

Frauchen hatte sich eine Zeit zwischen 5 und 6 Stunden vorgenommen, ich hatte auf eine knapp Sub5 gehofft.


Zuerst ging es auf einem wunderschönen Singletrail am Fuschlseeufer entlang (das Bild ist einen Tag später entstanden, da hatte es Wolken und rund 13 Grad weniger ...). Nach gefühlten 5 km stand da ein Schild, dass man gerade 3 km geschafft hätte. Frauchen war platt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Irgendwie die Luft raus, sie kam gar nicht so richtig ins Laufen oder Hochgefühl. Direkt nach dem Fuschlsee kam dann eine Stelle, wie sie sich später noch öfter auf der Strecke wiederholen sollte: ein paar hundert Meter langer Anstieg über einen Waldpfad, steil und teils mit Holzstufen nach oben. Hier standen dann schon die ersten Läufer und rangen nach Atem. Frauchen fotografierte kurz


und dann gings weiter. Dabei überholte sie ihre holländische Sitznachbarin beim nächsten Anstieg. Die Strecke ging größtenteils über Feldwege und Waldwege/-pfade, immer auf und ab, so gar keine Erholung zwischendurch für die Beine. Vor allem die Downhills hatten es in sich. Bei einem hatte eine Läuferin mit Stöcken Frauchen gerade überholt, ein Mann war auch noch dazwischen, da stolperte die Dame, und verlor einen Stock, flog den Abhang hinunter und legte einen sauberen Salto hin. Glücklicherweise nur ein paar Schrammen, nichts Schlimmeres - aber der Vorfall ließ Frauchen doppelt vorsichtig werden.

Bei km 15 sollte links der Watzmannblick sein ... ja, o.k. da waren ein paar schneebedeckte höhere Berge zu sehen, aber welcher davon nun der Watzmann war - keine Ahnung. Weiter ging es, es war heiß, die Beine taten weh, die Motivation war flöten .... im Vergleich zum Innsbruck Alpine, Pitz Alpine oder Karwendelmarsch war die Landschaft einfach nicht allzu sehenswert. Zwar nett, viel grüne Wiesen, schöner Laubwald, nette Waldwege - aber das Bergpanorama, was Frauchen so liebt und sie ablenkt, fehlte hier einfach.
Da war dann mal ein plätschernder Bach, diverse Läufer und auch Frauchen füllten ihre Trinkbehälter und kippten sich das Wasser über den Kopf. Herrlich erfrischend! Bei km 21 wieder ein Labe, Frauchen setzte sich kurz, um die Waden auszuschütteln und zu massieren. Laufen ging bei ihr zu dem Zeitpunkt sowieso nur noch in so einem Zotteltrab.
Wo sie ulkigerweise Läufer überholte und Boden gutmachte, waren die zum Teil doch sehr heftigen Anstiege. Da kennt mein zähes Frauchen nix, im steten Wanderschritt ohne Abzusetzen hoch. Jetzt auf den Nockstein, den höchsten Punkt der Strecke und wirklich mit einer schönen Aussicht:

Gut, dass Frauchen sich hier über die "nur noch 9 km" freute und nicht wusste, was auf sie zukam. Nämlich Stufen. Viele Holzstufen abwärts. Das tat echt weh, denn sie konnte nicht ihren Rhythmus laufen, sondern musste ihre Schritte den Stufenabständen anpassen. Eine Mini-Kletterpassage durch eine Schlucht war auch noch dabei, kein Problem.

Ein echtes Problem wurde dann aber die dritte Salztablette, die sie nach ca. 4,5 Stunden schlucken wollte. Die ging nämlich nicht runter. Egal, wie viel Schlucke Wasser Frauchen hinterherspülte - sie steckte hinten im Rachen und brachte Frauchen zum Husten. Endlich war sie wieder hochgehustet, Frauchen bekam wieder Luft und konnte auch die besorgten Fragen anderer Läufer beruhigend beantworten. Und was macht mein Dummerchen dann? Versucht noch einmal, die Salztablette zu schlucken. Ohne Worte.
Dieses Mal war es nicht nur keine-Luft-kriegen-und-husten, sondern gleich noch ein Würgen. Kommt prima, wenn man eigentlich durch Kühberg laufen sollte .... naja, ein drittes Mal versuchte Frauchen es dann nicht mehr.

Nett waren zwei Damen, die ihren Gartenschlauch nach außen verlegt hatten und vorbeikommenden Läufern eine Dusche anboten. Frauchen ließ sich auch mal ordentlich kalt über den Kopf brausen, und konnte so unrund laufend den Fuß des Kapuzinerbergs erreichen. Wo laut Veranstalter nochmal 600 Stufen und 200 Höhenmeter auf sie warteten. Irgendwie hatte sie nun aber wieder neue Kraft gekriegt, und stapfte auch da zügig hoch. Oben, beim Franziski-Schlössl angekommen, sah und hörte sie aber die Bescherung - ein Gewitter aus Richtung Anif im Anzug. Sehr dunkel und sehr laut. Also Herrchen und mich angerufen, dass sie bald da sei und ich mich in Position begeben solle. Die letzten Stufen den Kapuzinerberg hinunter gehoppelt wie ein junges Reh (mit Hüftschaden ...) und die Salzach überquert. Sich irgendwie durch die Massen von Touristen den Weg in der Altstadt gebahnt und auf den Domplatz eingebogen. Hier hätte sie mich fast übersehen!
Aber dann konnte ich doch noch aufspringen, und gemeinsam mit ihr finishen. Ganz knapp vor dem Gewitter waren wir im Ziel! Die Uhr blieb bei 5:50, 07 stehen. Immerhin noch unter 6 Stunden. Über den Stundenschnitt will ich jetzt gar nicht reden. Ich war schon etwas enttäuscht. Die Siegerin brauchte 3:26,55. Aber dass die Zeit doch  gar nicht so schlecht war, sieht man an der Platzierung: 30. von 64 Frauen. Also vordere Hälfte! Und auch noch schneller gewesen als 20 Männer. Die Medaille haben wir uns redlich verdient:

Fazit: Die Organisation war sehr gut, die Strecke bestens gekennzeichnet, die Labestationen sehr gut ausgerüstet. Ein Sachse, der sich ein paar Kilometer an Frauchens Fersen heftete und sie zutextete, beschwerte sich, dass es keine eisgekühlten Getränke an den Labestationen gab - wovon träumt der nachts? Ist dann übrigens verdientermaßen nach Frauchen ins Ziel gekommen ...
Die Strecke selbst ist abwechslungsreich und selektiv. Aber wer schönes Bergpanorama erwartet, ist  hier falsch. Und für die Statistiker: das war die zweitweiteste Strecke, die Frauchen je gelaufen ist. Dass heute die Beinchen extrem wehtun, vor allem die Oberschenkel, nehmen wir dafür gern in Kauf.
Und nun steigen wir nach kurzer Regeneration voll ins Training für den Karwendelmarsch ein!
Bis bald Euer Iwan









Dienstag, 4. Juni 2019

K.u.K. am Achensee

Hallo Leute,

wir haben den Feiertag letzte Woche genutzt und sind an unseren Lieblingssee gefahren. Nach Tirol, an den Achensee - was erstaunte Fragen zur Folge hatte, welcher Lauf denn jetzt dort wäre? Keiner, erst Ende August der Karwendelmarsch und dann eine Woche später der Achenseelauf.

Nein, wir sind einfach gern in der Gegend. Ich hatte Frauchen und mir ein straffes Trainingsprogramm verordnet:
  • Frauchen: zwei kurze knackige Bergläufe mit jeweils rund 250 Höhenmetern, dazu einmal zur Gramaialm hinter und retour, einmal ein 2-Stundenlauf schon wieder drüben in Deutschland zwischen Wegscheid und Arzbach an der Isar. Dazu zwei ordentliche Bergwanderungen. (Die langen Staus bei An- und Rückfahrt hatte ich nicht angeordnet ...)
  • Ich: K.u.K. Wenn Ihr jetzt rätselt, was das heißt: Kaiserschmarrn und Kässpatzn. Lecker! Dazu einmal in der Lounge direkt am Achensee-Ufer in Pertisau gechillt - so mag ich Trainingslager!

Und der Garten des Hotels hat auch sehr bequeme Liegestühle, da ließ sich vortrefflich auf Frauchen warten:

 Nun gibt es noch am Donnerstag einen langen Lauf hier, dann müsste Frauchen gut gerüstet in den "Mozart light" starten können. Ob es da im Ziel wieder Mozartkugeln und Sachertorte gibt? Nicht dass Ihr mich für verfressen haltet, aber das Trainieren von Frauchen ist doch sehr anstrengend!

Bis bald Euer Iwan



Dienstag, 28. Mai 2019

Hinter den Kulissen: Tiergartenlauf Nürnberg

Hallo Leute,

schon ist er wieder vorbei, der 4. Tiergartenlauf in Nürnberg. Frauchen hatte ja damals die Idee, zusammen mit Katrin. Und es ist schon der helle Wahnsinn, was daraus geworden ist.
  • Ausverkauft in 8 Minuten
  • 1.200 Starter freuen sich auf einen Abend im Tiergarten, mit herausfordernder Laufstrecke, menschlicher und tierischer Anfeuerung und einer Sonderpräsentation der Lagunen-Bewohner
  • gefühlt weitere 1.000 Läufer würden gern starten, haben keinen Startplatz gekriegt, fragen immer wieder nach, ob nicht doch - auch die Startplatzbörse wird vom ersten Tag an rege frequentiert.
Was gibt es Besonderes aus diesem Jahr? Die Medaillen waren rechtzeitig da. Die Shirts auch, sie waren nur kurzzeitig verschollen. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen - das ist eine Premiere, bisher war immer irgendetwas bis zur allerletzten Minute nicht da, wo es sein sollte.
Die Wettervorhersage verhieß eigentlich auch "trocken" ... Frauchen wurde immer mißtrauischer. Irgendetwas musste doch schiefgehen?

Aber nein, alles lief gut. Nur ich bin sauer. Frauchen hat nämlich ihr Training durchgezogen, aber mit zwei Zwölf-Stunden-Schichten am Donnerstag und Freitag ihre Beine und Füße doch sehr platttgemacht. Übrigens, falls Ihr glaubt, sie sieht viel vom Tiergarten ... denkste. Das Naturkundehaus kennt sie inzwischen auswendig (Startunterlagenausgabe und Kleideraufbewahrung), und den Weg von dort in die Lagune zur Siegerehrung und zurück. Mehr nicht. Gesehene Tiere? Eine Manguste, und ein Erdmännchen. Und wieder einige Schnaken. Hungrige Schnaken.



Dieses Jahr kam auch Markus, mein Bloggerkumpel (ich halte ihn Frauchen immer als Laufvorbild hin "so schnell und ausdauernd müsstest Du mal sein") extra für den Lauf und ein Familien-Wochenende hierher. Schade, wir haben uns leider persönlich verpasst. Dafür hat Frauchen den Fleggo mal persönlich kennengelernt. Beide haben sehr lesenswerte Berichte geschrieben!
Und was sie ganz toll fand: Axelander war dieses Jahr verletzt und hat gleich angeboten, als Helfer einzuspringen. Auch viele andere Twitterbekannte von mir hat Frauchen persönlich kurz gesprochen, mehr Zeit blieb leider nicht. Schade.

So sieht es übrigens knappe 3 Stunden nach dem letzten Startschuss aus - alles auf-und weggeräumt. Tiere gehen schlafen, Läufer sind zufrieden nach Hause gegangen.



Jetzt steht erstmal ein Kurzaufenthalt in Tirol an, ich muss sie doch ein paar Berge hoch- und runterscheuchen. Damit sie für das erste Saison-Highlight, den Mozart Light, Mitte Juni fit ist.  Und ich ein paar Kaiserschmarrn, Schnitzel und Spinatknödel verkosten kann.

Bis bald
Euer Iwan