Freitag, 18. August 2017

Countdown für die Mission "Sub11"

Hallo Leute,

so langsam wird es ernst. In 8 Tagen ist der Karwendelmarsch. Falls Ihr Euch gewundert habt, dass ich in letzter Zeit dazu nichts gepostet habe - mir war nicht danach. Frauchen hat mir viele neue graue Haare beschert. Erst kam Ende Juli das kurze "Ausschnackeln" im Rücken. Dann aus heiterem Himmel Dienstag vor einer Woche auf einmal: Ferse links, Auftreten unmöglich, stechender Schmerz unter der Ferse. Auch bei absoluter Schonung nach 3 Tagen noch da.Wer mein Frauchen kennt, weiß - Arztbesuch und sie, das ist wie Teufel und Weihwasser. Sie hoffte also auf Wunderheilung. Dr. Google meinte "Fersensporn" oder "Ermüdungsbruch". Beides jetzt nicht gerade lustig.
Sie hoppelte also weiter herum, rechts normal auftretend, links nur auf Zehenspitzen. Von mir kritisch beäugt. Samstag wurde es besser, Sonntag war beim Gehen nichts mehr zu spüren. Also leichten Lauf angesetzt. Aua aua. Ach ja, so ging es: links auf dem Vorderfuß, rechts normal - beim Laufen sogar einfacher als beim Gehen.
Wir hatten beide Angst, dass die Kondition flötengeht, inzwischen dauerte ja die Laufpause schon 1 Woche!
Und seit gestern ist die Ferse vollkommen ruhig, nichts mehr zu spüren. Sehr seltsam. Dafür meldete sich erstens ein Backenzahn - hierzu muss man wissen: Frauchen hatte seit 40 Jahren, ungelogen, kein Zahnweh mehr. (Und wen es interessiert: das letzte Mal gebohrt wurde 1989) Und zweitens muckte die Wade massiv. Gestern beim Lauf die ganze Zeit das Gefühl, gleich reißt was. Danach ordentlich massiert, gut geschlafen ... und heute: nix mehr, alles gut. Letzter langer Lauf (gemäß Trainingsplan) über 2 Stunden sehr schön absolviert. Jetzt bin ich nur mal gespannt, was Frauchens Körper so als Nächstes anschleppt ... Haarwurzelspitzenkatarrh?

Zurück zum "großen Vorhaben". Ich tüftele ja nun schon seit Wochen an der Zeitprognose und optimalen Renneinteilung. Unser Handicap (vielleicht aber auch ein Vorteil, wer weiß?) - ab der Falkenhütte kennt Frauchen die Strecke sehr gut von diversen Wanderungen. Sie muss also ab da nur noch die Szenerie unterhalb der Laliderer Wände genießen (ist ja eigentlich flach), dann steil runter (kein Krafteinsatz nötig) vom Hohljoch in die Eng, dann wieder steil hoch über Binsalm zum Gramai Hochleger (ist aber der letzte Anstieg) und dann runter und laufen lassen von Gramaialm über Falzthurnalm (lächerlich, leicht bergab führende oftmalige Trainingsstrecke) und dann warte ich schon im Ziel auf sie. Also so ungefähr habe ich mir das gedacht. Zum Appetitmachen habe ich ein paar Bilder der Strecke herausgesucht:





Als Zeitziel möchten wir gern unter 11 Stunden bleiben. Bitte nicht laut lachen, Ihr trainierten Ultraläufer, es geht ums Ankommen und Bergwelt genießen. Einige gute Bekannte laufen dort auch - die sind aber wahrscheinlich alle schneller. Frauchens Freundin, die sich gemeinsam mit ihr für dieses Himmelfahrtskommando angemeldet hat, muss leider wegen Verletzung passen. Also sind wir auf uns gestellt, bei unserem Vorhaben "bisher Halbmarathon, nun halt gleich mal ein Ultra in den Bergen". Drückt bitte alle am Samstag, den 26.8., ab 6 Uhr die Daumen. Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan

Endlich mal wieder ein guter Thriller

Hallo Leute,

neben unseren "üblichen Crime- und Thriller-Autoren" wie Robinson, Connelly, Chris Carter, Castillo probieren wir gern mal neue, uns unbekannte Autoren. Die letzten Male waren wir ja etwas enttäuscht, aber dieses Buch - ohne allzuviel vorwegzunehmen - verdient endlich mal wieder die Bezeichnung "spannender Thriller".

The girl before
JP Delaney, erschienen bei Penguin Verlag, 13,00 Euro.

Der Klappentext ist minimalistisch. "Ein hochmodernes Haus. Zwei Frauen. Ein Verbrechen." Und um Minimalismus geht es auch in dem Buch selbst. Nämlich um ein Haus, mit nur einer Wohnung, in extrem minimalistischem Baustil. Und wer dort als Mieter einziehen will, muss 200 Regeln befolgen - u.a. keine Haustiere, keine Bilder, keine Sofakissen, keine Bücher - und muss sich erst einmal bewerben. Der Architekt, Edward, wählt dann aus. Das Buch wird aus der Sicht von zwei Frauen erzählt. Emma unter "damals", Jane unter "heute". Schnell wird klar, dass sie beide als Mieterinnen akzeptiert wurden. Die sich sehr ähnlich sehen. Und sich beide in Edward verliebten. Wobei der als sehr egozentrischer, bizarrer Charakter dargestellt wird.
Sehr creepy, ein gelungener Autorentrick sozusagen, wie sich bei beiden Frauen die Szenen fast wortwörtlich wiederholen, mit denen er sie herumkriegt.
Schnell wird auch klar - Emma ist tot. Die Treppe im Haus heruntergestürzt. Und sie hatte einige Probleme, mit einem Einbruch vor Einzug, mit einer Vergewaltigung, mit ihrem Freund, von dem sie sich nach Einzug trennt. Oder ist doch alles ganz anders gewesen? Jane wird immer mißtrauischer, ob nicht vielleicht ihr neuer Lover etwas damit zu tun haben könnte. Der dritte Protagonist ist das Haus. Alles wird gesteuert, man selbst kann weder Licht an- noch ausknipsen, die Dusche geht automatisch mit der präferierten Wassertemperatur an, übers WLAN erhält man nur gefilterte Seiten, alle paar Wochen muss man einen Test machen, ob man noch "würdig" ist, dort zu wohnen.
Alles schon hundert Mal gelesen, denkt man ... und dann kommt doch wieder eine überraschende Wendung. Deswegen wollen wir hier auch nicht mehr verraten. Es bleibt spannend bis zum großen Finale, natürlich mit Todesfolge. Und dann gibt es noch einen Hammer obendrauf.

Fazit:  5 Punkte - gut zu lesen, spannend bis zum Schluss, und dabei immer glaubwürdig. Nicht konstruiert, um Überraschungseffekte einzubauen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 13. August 2017

Time to say goodbye

Hallo Leute,

habt Ihr jetzt einen Schreck gekriegt? Oder Euch gefreut? Egal - ich meine nicht "Abschied nehmen" von mir, ich höre nicht auf .... Nein, es geht um diese Hose hier:
Eine der heißgeliebten kurzen Laufhosen von Frauchen. Circa 1994 gekauft und damit erst 23 Jahre alt. Und schon verschlissen, das muss man sich mal vorstellen! Jedenfalls regt sich Frauchen darüber auf, und wollte die mangelnde Qualität bei Adidas reklamieren. Habe ich ihr ausgeredet. Im Ernst, 23 Jahre alt und sehr häufig getragen. Im Urlaub oft mit dabei gewesen, da das Blau zu fast allen anderen Farben passt. Und ebenso häufig gewaschen.
Der Gummi im Bund ist der mindestens dritte. Und seit ein paar Monaten machen sich erst kleinere, dann immer mehr und größere Löcher bemerkbar. So kann ich Frauchen beim besten Willen nicht mehr auf die Straße lassen. Auch nicht im Wald, da grausen sich ja die Wildschweine! Aber sie kann sich halt noch nicht trennen .... habt Ihr das auch? Kennt Ihr das auch, solche Lieblingsstücke, die man trägt, bis sie fast vom Körper fallen?
Egal, wenn Frauchen nicht hinguckt. wandert das gute Stück in den Abfall. Macht Euch also schon mal auf lautes Wehgeheul gefasst ....
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 1. August 2017

Woran man merkt, dass man alt ist

Hallo Leute,

ich hatte den halben Post schon fertig, da habe ich gemerkt - das ist ja ein reines Gejammer übers Älterwerden. Und das will ich nicht - ich bin kein zahnloser alter Bär, der nur missmutig vor sich hingrummelt! Also alles gelöscht und von vorne. Frauchen und ich hatten ja am Samstag Geburtstag. Wir sind beide schon ÜFüs, also jenseits der "magischen" 50 Jahres-Grenze. Tja, deswegen stelle ich mal zusammen, woran man merkt, dass man sich zwar wie Zwanzig fühlt, aber sie eben nicht mehr ist:

  • die Musik im Radio ist einfach nur unmelodisch - wenn man mal volle Kanne und Begeisterung mitsingt, heißt es "das war die Nummer 1 von vor 30 Jahren"
  • die meisten Interpreten kennt man gar nicht
  • wenn man von Fernsehserien wie Flipper, Lassie, Fury, Mr. Ed redet, dann gucken einen die meisten Menschen nur irritiert an - "kenne ich nicht, ist die neu, wo läuft die?"
  • "wer war bitte schön Hans Rosenthal, Peter Frankenfeld, Heinz Ehrhardt?" - Frage der jüngeren Kollegen
  • man kennt noch die Telefonapparate mit Wählscheibe, graubeiges Einheitsmodell. Telefoniert wurde im Flur, da stand der Apparat. Mit Schnur.
  • man war stolz wie Bolle, weil man als Testgebiet auserkoren war und 5 (!) Fernsehprogramme hatte - heute jammert man nach Studium der rund 50 Kanäle "läuft mal wieder nichts"
  • beim Arzt wird einem zu weniger Sport geraten ("in Ihrem Alter läuft man kürzere Distanzen, lassen Sie es gut sein" O-Ton am 27.7. zu Frauchen)
  • beim Schleppen eines größeren Kartons wird man gefragt "schaffen Sie das, soll ich helfen?"
Eines sage ich Euch, wenn die Kids anfangen, in der U-Bahn für einen aufzustehen, dann reicht es mir!

Aber nun zurück zum ernsthaften Teil: Frauchen muss zur Zeit wirklich ein bißchen aufpassen. Am Donnerstag morgen hat es in ihrem Rücken ausgeschnackelt. Inzwischen hat es sich zwar wieder eingeschnackelt, aber wir sollen trotzdem vorsichtig sein. Und da ihr / unser Haupt-Saisonziel der Karwendelmarsch ist, haben wir schweren Herzens den Pitz Alpine Trail gestrichen. Der wäre jetzt am Samstag, 26 km mit 1.600 Höhenmetern. Und nicht gerade leichter, ebener, watteweicher Strecke. Wir wollen nichts riskieren. Schade. Aber wie gesagt, Frauchen will Ende August die 52 km gut schaffen, ich sie stolz im Ziel erwarten und mit ihr finishen.

Bis bald
Euer grauer, aber mitnichten alter Iwan