Dienstag, 28. Juli 2020

Die 5 wichtigsten Läufe in unserem Leben

Hallo Leute,

morgen steht Frauchens Geburtstag an. Und damit auch meiner. Irgendwie ist so ein Tag ein Anlass, um zurückzuschauen, das Erlebte Revue passieren zu lassen, zu überlegen: was war gut, was war schlecht? Wobei (Achtung, Iwan der Philosoph bricht durch!) - es gibt ja nichts wirklich Schlechtes, es ist alles eine Erfahrung. Außerdem: bär wächst an den Herausforderungen.

Frauchen und ich haben gebrütet. Heraus kamen die 5 wichtigsten Laufwettkämpfe in unserem bisherigen Leben. Los geht´s mit der Nummer 5:

5. Der JP Morgan Chase-Firmenlauf in Frankfurt 2002

Der allererste Laufwettkampf für Frauchen. 5,6 km - vorher war sie immer am Wochenende "joggen" gegangen. Und für diese Distanz braucht man ja nicht groß zu trainieren. Unter 30 min, das sollte locker drin sein.
Dachte sie. Und ging voll ein. Über 35 min., fix und fertig, geschnauft wie ein Ackergaul, der Laufstil war ähnlich.
Aber damit war der Ehrgeiz geweckt. Selbstüberschätzung bringt halt doch manchmal was Gutes. Sie fing an, ernsthaft zu trainieren, und merkte schnell - die längeren Distanzen liegen ihr mehr.

4. Der Gebirgstälerlauf in Oberstdorf 2004

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Mein Frauchen meldet sich dann für irre Distanzen an. Sie war ja nun zwei Jahre schon ganz gut gelaufen, auch wieder 5 oder 10 km-Rennen - da überrredete sie eine Freundin, doch mal einen Halbmarathon zu probieren. Von 10 auf 21 km - ist da etwa ein Problem? Und damit es spannender wird, dann doch bitte gleich in den Bergen, mit ordentlich Höhenmetern dazu.
Was soll ich sagen: hat geklappt. Hat Spaß gemacht. Und war der Auftakt für viele viele Halbmarathons.

3. Der Halbmarathon Palma de Mallorca 2008

Der dritte Start dort, nach 2006 und 2007. Ein Desaster. Hotel an der Einfallstraße Schinkenstraße / Ballermann. Kaum geschlafen. Es lief schlecht. Und Frauchen tat sich selbst sehr leid. Kann sie gut. Das Problem: nach ca. 11 km kam man beim damaligen Kurs wieder am Start-/Zielbereich vorbei. Frauchen stieg aus. Das einzige Rennen jemals mit einem DNF.
Und kaum hatte sie Chip abgegeben, und ihre Tasche geholt, bereute sie das Aufgeben. Und hat es bis 2013 bereut - da ist sie nochmal dort gestartet und hat gefinisht. Auf jeden Fall hat sie eines gelernt: entweder gar nicht starten (wenn es schüttet, sie verletzt ist oder sonst etwas ist) oder nach dem Start auch finishen. Aufgegeben werden nur Briefe.

2. Der WomensTrailRun 2014

Da macht man unbedarft bei einem Preisausschreiben mit, und gewinnt einen Startplatz. O.k., da stand Trailrun. Bisher war sie ja schon mehrfach beim Achenseelauf gestartet, dazu den Aletschgletscher Halbmarathon und in Zermatt den HM. Wird schon gehen, sind ja nur 500 Höhenmeter. Was neu für sie war: die musste sie auch wieder runter laufen.
Ihr Fazit nach den 15 km: der anstrengendste Lauf, den sie bis dato mitgemacht hat. Aber auch der schönste, abwechslungsreichste, am meisten Spaß machende. Ihre Geburtsstunde als Trailrunnerin, meine als Trailrunner-Coach.

Wie schon unter 4. erwähnt, ähnelt Frauchen manchmal einem Esel. Die längste bis dato gelaufene Strecke waren die 23,2 km rund um den Achensee. Aber irgendwie biss sich der Karwendelmarsch im Hirn fest. Na gut, 52 km. Und über 2.000 Höhenmeter. Aber man könne ja nach 35 km aussteigen. Und außerdem auch gehen, man müsse ja nicht die ganze Strecke laufen. Und hast du nicht gesehen war sie angemeldet. Geteilter Wahnsinn ist halber Wahnsinn, also rekrutierte sie noch besagte Freundin aus 4. sowie eine inzwischen befreundete Trailrunnerin aus Österreich. Und ich machte mich seufzend schlau, wie man für so etwas trainiert (ganz ehrlich, habe bis heute keine Ahnung - habe einfach einen Marathon-Trainingsplan genommen, viele Steigungen und vor allem Gefälle eingebaut und auf das Beste gehofft), und wie man die Verpflegung während des Laufs gestaltet.
Das Finisherbier hatte ich mir mehr als Frauchen verdient - sie musste nur laufen, ich musste zittern, bis sie sich erstmals, quietschfidel und weit vor der Marschtabelle liegend, bei km 35 meldete.

So, das waren Frauchens wichtigste Läufe. Mein wichtigster Laufwettkampf war ganz klar:


Denn hier wurde eine Tradition begründet: mein Mitfinishen! Ich war zwar vorher auch meist an der Strecke, aber als Zuschauer. Bei diesem Tegernseelauf stand Herrchen mit mir bei km 19 und ließ mich quieken. Woraufhin Frauchen mich dem erstaunten Herrchen aus der Hand riss und mit mir die letzten zwei Kilometer ins Ziel rannte. Ein Mega-Gefühl, jetzt konnte ich endlich nachvollziehen, was ein Runners High war und wie viel Endorphine so ein Zieldurchlauf ausschüttet! Seitdem finishe ich bei möglichst allen Rennen mit.

Und, was waren Eure wichtigsten Läufe? Nicht die schönsten, sondern die wichtigsten ...

Bis bald Euer Iwan

Montag, 20. Juli 2020

Statt Valencia: Westerwald

Hallo Leute,

letztes Wochenende wären wir eigentlich in Valencia gewesen. Nun ja, hat nicht sollen sein. Frauchen hat bei der Alternative dann den größtmöglichen Kontrast gefunden: Westerwald. Ich war neugierig und habe mich auch ins Auto geschmuggelt.

Unser Ziel: der Wiesensee. Da liegt dann das Hotel neben einem Golfclub (Schickimickis ohne Ende), zwei Käffer gibt es mit je ca. 50 Häusern und das war es erst einmal. Und Natur. Viel Natur. Herrchen - sehr meer- und wasserbegeistert - freute sich auf den See. Wassersport sollte möglich sein, laut Websites. Wenn man Algen liebt, und viel Dreck auf dem Grund und am Ufer, und schlammigen Grund - dann kann man da auch baden. Wir verzichteten wohlweislich.





Freitag Nachmittag angekommen, teilten wir uns auf nach dem ersten Orientierungsspaziergang auf. Ich inspizierte das Zimmer (groß, prima uneinsehbare Terrasse im 4. Stock ins Grüne hinaus), Herrchen setzte sich ans Seeufer und Frauchen trabte los. Einmal um den See herum: 6 km. Plus noch einen Naturpfad ein bißchen auf und ab, fürs Trailfeeling. Plus dann nochmal im Trab zum nahen Campingplatz, um sich mit Getränken zu versorgen. Und wieder zurück. Sehr lustig, eine über 1 km geschüttelte Cola light zu öffnen ... prust statt prost!

Coronabedingte Besonderheiten: Maskenpflicht im ganzen Hotel, außerhalb des Zimmers und bis zum Tisch im Restaurant. Keine Zimmerreinigung, dafür Minibar frei. Frühstücksbüffet sehr eingeschränkt, mit Anstehen und sich-Geben-lassen. Beziehungsweise vielen kleinen gefüllten Tellern und Töpfchen, alle mit Frischhaltefolie abgedeckt - ein Abfallberg sondergleichen. Maskenpflicht oder Anstehen am Büffet galt übrigens für einige besonders arrogante Golf-Fatzkes nicht, hatte man den Eindruck ...

Samstag dann erst einmal eine schweißtreibende Wanderung "3-Seen" - Wiesensee, großer Secker Weiher, kleiner Secker Weiher. Es waren sehr viele Radfahrer unterwegs, einige wenige Wanderer - und spätnachmittags dann genau ein(e) Läufer(in), nämlich Frauchen. Ganz schön kupierte Gegend da, die Anstiege und Gefälle waren gar nicht so ohne. Aber alles schön ausgeschildert und eine prima Laufgegend, Frauchen hätte sich dort länger beschäftigen können.

Sonntag dann noch eine kleine Rundwanderung durch die als Attraktion angepriesene Holzbachschlucht. Dies wäre nett gewesen, wenn nicht Massen dagewesen wären. Erstens Massen an Menschen (da merkt man: Urlaub in Deutschland ist in) und zweitens Massen an Bremsen, die Frauchen anscheinend als All-you-can-saug-Büffet ansahen.

Was leider sehr traurig auffiel: sehr viele, auch größere Areale mit abgestorbenen Fichten. Die Trockenheit setzt(e) dem Westerwald scheints noch mehr zu als hier den bayerischen Wäldern.


Dafür aber viele schöne Blümchenwiesen:


Also: ein Tipp für alle, die Natur und viel Grün mögen. Und keine Ablenkung durch irgendetwas anderes.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. Juli 2020

1 Woche, 2 Rennen über 5 km

Hallo Leute,

diese Woche gab es endlich  mal wieder Renn-Feeling für Frauchen. Leider "nur"  bei virtuellen Rennen, aber besser als nichts.

Canada Day Virtual Run
Am 1 Juli ist Canada Day (wusste ich bisher auch noch nicht ... aber ich hatte ja die Liste möglicher virtueller Rennen auf besondere Medaillen durchstöbert). Nun war der 1. Juli dieses Jahr erstens ein Arbeitstag und zweitens der heißeste Tag der Woche. Von der zur Verfügung stehenden Zeit ging es nicht anders: ich musste Frauchen genau zur Mittagszeit auf die Strecke schicken. Herrchen hatte uns vor Jahren mal eine 5 km-Strecke durch den Park abgemessen, die wir auch immer für den Save-the-Manatee-Lauf nehmen. Und wie immer, wenn Frauchen mit einer Startnummer durch den Park wetzt, gibt es den ein oder anderen irritierten Blick.

Als Ergebnis stand dann Temperatur = 29 Grad = Endzeit = 29:02 min. Naja, nicht gerade eine Top-Zeit, aber alles unter 30 min. ist für mich als Coach noch akzeptabel. Schnell noch die Medaille (ist die nicht super-duper-wunder-toll?) überreicht, Foto geschossen, geduscht und dann saß sie schon wieder am Home Office-Arbeitsplatz.


Challenge Women Virtual Run
Drei Tage später dann schon der nächste 5er - die Frauen-Challenge vom Triathlon in Roth. Beide Vor-Ort-Rennen fielen ja dieses Jahr aus, wenigstens der traditionelle 5 km-Lauf sollte dann wenigstens - virtuell - stattfinden. Da ich es ja liebe, in Startersackerln zu wühlen, hatte ich Frauchen für das "echte Paket" eingebucht. Das heißt Startnummer, Shirt und ein Goodie-Paket in echt und nicht nur virtuell. Als es pünktlich ankam, habe ich mich gleich darüber hergemacht:
Aber leider waren auch sehr viele Papierflyer und unnötige Pröbchen dabei. Wobei, den Cliffbar in Heidelbär, äh, Heidelbeer habe ich mir sofort gekrallt.

Gut war bei diesem Run, dass es eine App von Mika-Timing gab. So konnte Frauchen mal eine andere Strecke ausprobieren und nicht immer die gleich 5 km-Runde im Park ablaufen.
Problematisch war die Riesen-Startnummer. Erst schön befestigt, dann das Shirt angezogen und festgestellt - geht ja gar nicht. Das Teil bedeckte fast den ganzen Oberkörper und stand auch noch ab, das heißt, beim Laufen hätte es mega gestört. Die leicht mitpendelnden Hände hätten sich andauernd verfangen. Also Nummer wieder abgemacht und ohne losgerannt. Leider aber sofort einen megahohen Puls gehabt. Und damit meine ich nicht "Rennpuls", sondern rund 15 Schläge drüber. Seit diesem abgebrochenen Lauf Anfang Juni ist Frauchen da sehr sensibilisiert, achtet stark darauf und nimmt bei so etwas sofort Tempo raus. So auch gestern - in eher gemütlichen Laufschritten erarbeitete sie sich eine neue 5 km-Strecke.
Die App sollte eigenlich nach 5 km gestoppt werden - aber jedes Mal, wenn Frauchen drauftatschte, sagte die App "Du hast das Ziel noch nicht erreicht" - also weitergetrabt. Erst nach knapp 6 km merkte auch die App, dass nun gut war, und ließ Frauchen aus ihren Klauen. Endergebnis: 33:26 min, 585. von 960 Starterinnen, 19. in ihrer AK:

Auch hier schnell Medaille von mir überreicht, vor dem Lauf habe ich sie selbstverständlich  nicht herausgerückt!
Heute, beim schönen längeren Waldlauf, war der Puls dann wieder im grünen Bereich, alles normal. Aber die Verunsicherung läuft derzeit mit ...

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 2. Juli 2020

Durchwachsener erster Bergurlaub 2020

Hallo Leute,

normalerweise hätten wir im Juni schon mindestens zwei Bergaufenthalte gehabt, Innsbruck und Achensee, beide Mai, beide dank Corona ausgefallen.

Aber nun war es soweit: Lenggries, wie immer in unsere kleine Pension. Frauchen hatte vorher angerufen, ja, wir dürften kommen, nur langjährige Stammgäste (mit Urlaub dort seit 1978 waren wir dafür qualifiziert) würde sie nehmen, allen anderen sagt sie ab. Diese ganzen Hygieneregeln sind in der wie gesagt kleinen, familiären Pension nur mit großem Aufwand einzuhalten. Um es gleich zu spoilern: das Schlimmste für mich war, dass sie dieses Mal keinen Kuchen extra für mich und meinen Kumpel (o.k. auch für Frauchen) gebacken und ins Zimmer gestellt hat ...

Insgesamt war der Urlaub also durchwachsen. Kuchen- und kaiserschmarrntechnisch auf jeden Fall, für mich gab es nur einmal Rüblikuchen


und ihre zwei Kaiserschmarrn hat Frauchen ganz heimlich, still und leise ohne mich verdrückt!

Wettertechnisch war es auch durchwachsen. Die ersten drei Tage ergiebige Regenfälle. Dann zwei herrrliche Bergtage, die sie gleich für Wanderungen im Karwendel und am Achensee genutzt haben.
Danach ein Rückschlag, 18 Grad und leichter Niesel, am nächsten Tag sollten massive Gewitter kommen. Es sah aber immer noch gut aus, also marschierte Frauchen mal wieder aufs Brauneck hoch. 850 Höhenmeter. Und prompt kam die Sonne raus, als sie oben war.
Eigentlich war der Plan, mit der Bergbahn herunterzugondeln ... aber als Frauchen die Preise gesehen hat (11 Euro! Eine Talfahrt" Ja, spinnen die denn?), lief sie lieber die Diretissima über die Reiseralm herunter. Schnell. Zu schnell - was a) mit einem kleinen Sturz (nur ein paar Schrammen und verletzter Stolz) und b) mit einem ordentlichen Muskelkater quittiert wurde. Dieses Jahr hat sie nämlich noch zu wenig Bergablaufen trainiert .... den Kühen war es egal:
Letzter Tag dann der erste richtig heiße Traum-Sommertag, da wanderten sie noch auf eine Alm im Karwendel, wo es immer Murmeltiere zu sehen gibt und sonst nichts - kaum Wanderer, nur verfallene Almhütten, dieses Jahr aber leider auch nur ein Murmeltier. Das sich auch zierte und nicht aufs Foto wollte.
Und dann mussten wir auch schon wieder heim. Seufz. Der nächste Bergaufenthalt ist dann Anfang August. Da weiß ich aber, welcher Bär sich mit Kaiserschmarrn und Sachertorte vollstopft!

P.S. Gestern haben sie nun auch den Achenseelauf für 2020 abgesagt.

Bis sehr bald Euer Iwan


Samstag, 13. Juni 2020

Dann muss es eben virtuell sein

Hallo Leute,

Ihr kennt mich ja - mir juckt es oft in den Tatzen, Frauchen für Läufe anzumelden, bevorzugt verbunden mit Kurztrips in andere Regionen. Berge mag ich, Berge plus Kaiserschmarrn noch viel mehr. Oder mehr Meer, sozusagen, also wenn es bei uns grau und kalt ist, ab in den Süden.

Tja, dieses Jahr ist mir da schon viel Gebuchtes und Angemeldetes weggefallen. Neben den bisher schon bekannten "Ausfällen" kommen noch dazu:
  • Pitz Alpine - habe ich freiwillig gestrichen, selbst wenn es stattfindet. Die zu erwartenden Hygieneregeln (gemäß ATRA) mit Start in Blöcken / Zeitabständen und Masken im Start- und Zielbereich machen irgendwie so gar keine Lust darauf.
    (Um mich schadlos zu halten, habe ich natürlich gleich als Ersatz 4 Tage Achensee gebucht, hehehe)
  • Kitzbühel Gamstrail - das gebuchte Hotel hat storniert. Ob der Lauf stattfindet, weiß man noch nicht. Also - lieber nicht neues Hotel gebucht, um dann auf eventuellen Stornokosten sitzen zu bleiben.
Das Tatzenjucken blieb aber. Also habe ich mich mal auf die Suche nach spannenden virtuellen Rennen gemacht. Und da ich liebend gerne in Startersackerln wühle bzw. schöne Medaillen für meinen Kumpel Toni heraussuche,
habe ich Frauchen für diese Läufe angemeldet:
  • 5 km Challenge Women Virtual Run am 4./5.7. - eigentlich ein Witz, wenn man überlegt, dass dieser 5-km-Lauf jedes Jahr am Tag vor der Challenge Roth stattfindet, also bei uns um die Ecke. Und wir es noch nie dahin geschafft haben ... aber nun virtuell!
  • "Canada Day" am 1.7. - da müssen wir mal sehen, welche Distanz, zwischen 5 km bis Marathon alles möglich
  • "Braver than you believe" - irgendwann in 2020 - Distanz dito alles möglich zwischen 5 km bis Marathon
  • "Santa´s Big Day /Believe in the magic" - irgendwann im Dezember 2020 - Distanz dito alles möglich zwischen 5 km bis Marathon
Schaut Euch bei den letzten drei mal die Medaillen an, ich kann es kaum erwarten, sie in die Tatzen zu kriegen ... alle drei Läufe habe ich hier gefunden.

Ja. o.k., irgendwie kann ich diese virtuellen Läufe nicht ganz ernst nehmen - mehr eine Gaudi, ein Trainingslauf mit Medaillen. Dann soll diese aber auch Spaß machen!

Ansonsten hoffe ich, dass wenigstens der Achenseelauf und das Salzburg Trailrunning Festival stattfinden!

Bis bald Euer Iwan



Mittwoch, 3. Juni 2020

Langer Lauf - abgebrochen

Hallo Leute,

kennt Ihr das auch? Ihr plant, Ihr freut Euch drauf - und dann geht es voll in die Hose! So ging es Frauchen heute ...

Ursprünglich hatte der von mir, ihrem unvergleichlichen bärigen Laufcoach, erstellte Trainingsplan am Pfingstwochenende einen langen Lauf vorgesehen. Nun ja, Bär denkt, Wetter lacht drüber. Frauchen wollte ganz einfach Samstag und Sonntag nicht. Außerdem leichtes Halsziepen. Blieb der Montag - prompt ging es da aus Zeitgründen nicht. Ich bin ja geduldig, studierte die Wettervorhersage ("bis Donnerstag einschließlich schön und sommerlich") und stimmte Verschiebung auf Donnerstag zu. Da hat Frauchen normalerweise frei.

Gestern der Blick auf die Wettervorhersage ("Gewitter ab Mittwoch Abend") und sofort mit Chef verhandelt. Ob sie statt Donnerstag denn doch Mittwoch frei haben könne ...? Chef kennt den "Laufspleen" (wie er sagt) und war einverstanden.

Also heute mit bester Laune zu 2 Stunden-Wald-Trailpfade-Runde gestartet. Im Shirt des Halbmarathons Barcelona 2017, das Grün macht ihr immer gute Laune.


Am ersten leichten Anstieg schon die ersten Zweifel - Beinchen müde. Nach 10 min????  Umdisponiert, etwas flachere Strecke gewählt. Schnatter-Walking-Gänse auf engem Waldpfad überholt. Gemütlich dahingetrabt, nach 50 min. Waldrand erreicht und eine Runde in den Feldern gedreht. Sonne strahlte eifrig, so ein Wetter liebt Frauchen ja. Heute nicht. Normalerweise bei 1 Stunde absolviert: leichtes lockeres Traben. Heute das Gefühl, sie hat schon 20 km hinter sich. In den Wald gerettet. Neuen Pfad ausprobiert. Der schnell zum "Knie-Hebe-Lauf"-Pfad wurde, weil immer zugewachsener. Und plötzlich gingen nicht nur Frauchens Knie hoch, sondern auch der Puls ... Umgekehrt, auf bekanntem Pfad wieder weiter. Ach ja, die Schnatter-Walking-Gänse sind den auch gegangen!

Der Puls ging nicht mehr runter. Dafür gefühlt immer kurzatmiger. Frauchen hat sich die ganze Zeit noch motiviert, sie schaffe es bis nach Hause, gute 2 Stunden. Aber nach 1:45 Stunden war Schluss - oben am Flughafenhügel setzte sie sich erstmal hin, es brauchte ewig, bis der Puls wieder unten war. Schöne Aussicht, alles grün, wenig los ... nach einer Weile startete sie noch den Versuch, die restlichen 2,5 km zu laufen. Gab dann aber nach weiteren 5 min. auf - da war der Puls schon wieder in ungeahnten Höhen. Sehr seltsam.

Nach Hause gegangen und berichtet. Ich werde es jetzt mal beobachten, ob sie auf einmal hitzefühlig (ja, o.k. wir haben 27 Grad!) geworden ist. Oder an was es gelegen haben könnte.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 24. Mai 2020

Die Lethargie hat uns voll im Griff

Hallo Leute,

was, heute ist schon der 24. Mai? Wenn das so weitergeht, dann sind weitere 7 Monate herum, es ist Weihnachten und wir haben gar nicht gemerkt, wie die Zeit vorbeirauschte!

Geht Euch das auch so? Eben war noch Anfang März, nun ist schon fast Ende Mai. Und es passiert ... nix. Danke Corona. Von wegen "Entschleunigen" - ich habe das Gefühl, ich stecke in einer großen Blase. Oder Zeitschleife. Und täglich grüßt ... nein, nicht das Murmeltier. Dasselbe Programm, nur abgewandelt, wenn ein Arbeitstag ist oder nicht. Jedenfalls bei Frauchen.

Ansonsten ist es: Schlafen, Arbeiten, Laufen, Essen, Lesen, Fernsehen gucken. Ich bin ja noch öfter auf Twitter unterwegs, Frauchen vergräbt dann ihre Nase in einem Krimi. Und das geht nun schon seit Wochen so. Kein Wegfahren, kein Ausflug, kein Gutes-Essen-Gehen. Seit 17. März ist Frauchen genau dreinmal mit ihrem Auto unterwegs gewesen, dreimal ihre Mutter besuchen (wohnt außerhalb). Das wars. Ich hätte nie gedacht, dass Nichtstun, keine Abwechslung haben so lethargisch machen kann.

Ich habe ja auch  nichts zu berichten für Euch. Meine mühsamen Bemühungen, Frauchen zum Einhalten des Trainingsplans zu bewegen. "Wofür?" fragt sie mich dann, "wofür Berglauftraining?", wenn wir noch nicht wissen, ob der Pitz Alpine stattfindet. Lange Läufe sind kein Problem, aber eben die Bergauf-/Bergab-Härte schaffen.

Nächsten Freitag sollte derTiergartenlauf Nürnberg sein. Normalerweise wäre Frauchen am Wirbeln, alles organisieren, Donnerstag Beginn Startunterlagenausgabe ... nix ist. Und man kann noch nicht einmal einen neuen Termin festlegen und veröffentlichen, weil noch nicht klar ist, ob in Bayern Laufveranstaltungen ab dem 1. September wieder möglich sein werden.

Und so geht ein Tagnach dem anderen herum ... bleierne Müdigkeit befällt mich. Ich halte jetzt erstmal ein Nickerchen.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 10. Mai 2020

Endlich ein Rennen in 2020 - für die Manatees

Hallo Leute,

gestern hatten wir endlich auch unsere Renn-Premiere 2020! Wie jedes Jahr hatte ich Frauchen wieder für den virtuellen Save-the-Manatees-Lauf angemeldet. 5 km rennen, die Zeit selbst stoppen und melden.

Dieses Jahr war sogar doppelt Grund zur Freude: Erstens war das Shirt in Frauchens Lieblingsfarbe, grün. Und zweitens ... endlich mal ein Rennen! Zwei waren ja wegen Corona schon ausgefallen, der 10 km-Lauf in Palma und das IATF. Auch der Manatee-Run, der neben der virtuellen auch eine tatsächliche Austragung in Florida hat, ist wegen Corona eigentlich vom 9. Mai auf September verschoben worden. Der neue Termin passte uns aber nicht, also hieß es gestern "ran ans Tempo", damit ich Frauchen endlich offiziell ihr Shirt und ihre Medaille aushändigen konnte.

19 Grad, dampfig, schwül - also ideale Wetterbedingungen für Frauchen. Kein Witz, wer unsere Laufabenteuer schon länger verfolgt, weiß das. Ich hatte ja so meine Zweifel, wie die Zeit sein würde. Denn Donnerstag hatte sie erst einen 2:21-Stunden-Lauf hoch nach Kalchreuth und zurück mit reichlich Höhenmetern absolviert. Und Tempotraining, das fand dieses Jahr quasi noch gar nicht statt ...

Dieses Jahr gab es dann doch wieder irritierte Blicke, als Frauchen mit Startnummer über die Parkwege wetzte ... sie hat da seit Jahren ihre ausgemessene 5 km-Strecke. Ich kann also gut die Zeiten über inzwischen 7 Teilnahmen vergleichen. Und hatte mich schon auf eine längere Wartezeit zum Aufspringen und Mitfinishen eingerichtet ... Deswegen war ich dann völlig baff, als sie schon nach 27 min. auftauchte! Auch Herrchen war so verblüfft, dass die Zielfotos nichts wurden - es hieß dann noch einmal, für die vielen Paparazzi (ja, also, eigentlich nur Herrchen) den Zieleinlauf mit mir nachzustellen. Man will doch ordentliche Fotos haben!



Ach so, die Zeit: 27:32 min. - wie gesagt, ich war sehr zufrieden. Gebt Frauchen Wärme, am besten noch Schwüle dazu, und sie rennt wie ein Wiesel.

P.S. Noch ein Wort zu den unterstützten Seekühen - leider wurden in den letzten Jahren, unter der jetzigen Regierung, viele Schutzmaßnahmen aufgehoben. Motorboote können frei durch Zonen in Florida rasen, in den sich Manatees tummel. Und wenn was passiert - die Manatees werden verächtlich "natural bumps" genannt. also "natürliche Huppel". Verletzungen und tote Seekühe haben wieder zugenommen - so etwas darf einfach nicht sein! Deswegen unterstützen wir weiter den Save the Manatee-Club und werden auch jedes Jahr wieder für den Lauf melden.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 5. Mai 2020

Tirol - leider ohne uns

Hallo Leute,

diese Tage sind für mich als bekennender Kaiserschmarrn-Afficionado sehr schwer. Kaum auszuhalten eigentlich. Letztes Wochenende wären wir in Innsbruck gewesen, Rookierun beim Innsbruck Alpine Trail Festival. Und glaubt mir eines: die Bezeichnung "Rookie" ist absolut irreführend. Zwar "nur" 17 km mit "nur" 500 Höhenmetern, aber der vorletzte Downhill hat es mega in sich. Gut, ich hätte ja wieder nur bequem mit Herrchen gewartet und dann die letzten Meter mitgefinisht, aber beim Kaiserschmarrn danach wäre ich von Anfang an dabei gewesen!

Und nächstes Wochenende wäre es mit Oma an den Achensee gegangen. Wie schon in den letzten Jahren, zum Muttertag ein paar Tage in die Berge. Und in dem Hotel dort gibt es den besten Kaiserschmarrn, den ich kenne - und ich bin ja nun eifriger Testesser! Naja, und die Laufstrecken dort sind auch recht nett (Frauchen sagt "bombastisch"), also entgeht uns schon Einiges. Noch hoffen wir ja, dass im Laufe des Spätsommers wieder Fahrten nach Tirol möglich sind. Bis dahin kann ich nur Bilder betrachten, seufz. Und Frauchen hier auf Trainingsläufe schicken, ohne Bergpanorama, ohne süße Kalorien .... doppelseufz.








Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 19. April 2020

Saisonplanung 2020 - und nun?

Hallo Leute,

wer mich kennt, weiß, dass ich immer schon spätestens im Herbst jeden Jahres die Saisonplanung für das Folgejahr stehen habe. Also grob, so einige Spontananmeldungen kommen dann immer noch dazu. Für 2020 hatte ich auch geplant - aber irgendwer da oben hat wohl schallend gelacht und wollte es anders. Derzeit sieht es also so aus:

Januar - 8 km in Campos / Mallorca - nicht gestartet, weil der letzte Infekt noch keine Rennbelastung zuließ

März - 10 km-Lauf in Palma / Mallorca - Corona, Ausgangssperre, verschoben erstmal auf 14. Juni, ob er da stattfindet, ist sehr fraglich, aber mit Sicherheit ohne uns

Mai - Innsbruck Alpine Festival, Rookierun - verschoben auf 12. September, da können wir erstens nicht und zweitens ist derzeit die Grenzöffnung noch fraglich

Mai - Rennsteiglauf / HM - abgesagt für 2020

August - Pitz Alpine Trail Festival / 27 km - Ausführung derzeit noch bestätigt, aber Thema Grenzöffnung (ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das zu unseren Lebzeiten nochmal Thema sein würde ...)

August - Womens Run Frankfurt / 5 km - abgesagt seitens Veranstalter mangels Sponsoren, diese Laufveranstaltung wird wohl leider nie mehr stattfinden.

September - Achenseelauf / 23 km und Gamstrail Kitzbühel / 22 km - dasselbe Thema wie Pitz Alpine - Grenzöffnung

Oktober - Salzburg Trailrunning Festival / 15 km (erstmals für die zwei Runden mit Einlauf in die Festung angemeldet) - s.o. ...

Natürlich ist das Jammern über ein Luxusproblem - es wird ein neues Jahr kommen, die Rennen finden (hoffentlich) auch nächstes Jahr wieder statt, Hauptsache wir alle bleiben gesund.

Und Frauchen ist natürlich nicht die Einzige, die es mit den Absagen trifft. Was sie und mich nur erstaunt: viele Läufer sagen jetzt, ihnen fehle die Motivation für das Training. Ich sage: der Weg ist das Ziel! Sprich genießt das Training, vielleicht jetzt auch mal ohne Trainingsplan, einfach schöne lange Läufe machen! Ist doch gerade jetzt herrlich draußen, alle sprießt, alles grünt, alles duftet - wie kann man da sagen "mir fehlt die Motivation zum Laufen"? Jeder Lauf ist ein Erlebnis, gut für Körper und Geist. Finde ich jedenfalls.

Bis bald Euer Iwan

Montag, 13. April 2020

Abstand halten!

Hallo Leute,

seit Wochen haben wir Corona. Und seit Wochen sollen wir Abstand halten. Mindestens 1,5 Meter. Das ist oft nicht so einfach, ich denke da an die Menschen in den schmalen Supermarkt-Gängen hier bei unserem Edeka.

Glücklichweise dürfen ja hierzulande die Läufer und Spaziergänger noch raus. Die Radler leider auch, seufz. Denn die halten anscheinend so gar nichts von Abstand halten. Zischen an meinem laufenden Frauchen vorbei, mit circa 3 cm Abstand. Jedenfalls die meisten. Neu entdeckt wurde anscheinend auch die Leidenschaft für Familien-Radtouren. Das prachtvolle Sonnen-Fastsommer-Oster-Wetter lud ja dazu ein. Und da muss natürlich nebeneinander her gefahren werden. Sonst könnte ja das radelnde Kind umfallen, auf Abwege geraten oder ...? Jedenfalls kann man da keine Rücksicht auf entgegenkommende Läufer nehmen. Die können ja schließlich in die Wiese oder den Graben ausweichen, um den Mindestabstand einzuhalten!

Und eine neue Disziplin - neben Treppenlauf, Berglauf, Fahrtspiel - gibt es jetzt auch für Läufer. Slalomlauf! Einfach bei uns in den Park gehen. Rechts eine Bank mit einem Menschen - also nach links rüberziehen. Kommt ein Spaziergänger entgegen. Nach rechts rüberziehen. Achtung, Gassigänger in selbe Richtung. Links schwenken, überholen, scharf mit 2 Meter Abstand einscheren, weil links die nächste Bank mit Menschen drauf ist ....

Mit meinem Geheimtipp hat Frauchen nun aber freie Lauf-Bahn: Aioli.



Hatte sie im Mallorca-Urlaub gekauft, liebt sie als Mittagessen mit frischem Brot. Und nachdem der Urlaub unfreiwillig so stark verkürzt wurde, hat sie den angelegten Vorrat mit nach Hause gebracht. 
Ich sage mal so: Menschen in ihrer Umgebung, die keinen Knoblauch gegessen haben, tun gut daran, sich ihr nur mit Gesichtsmaske zu nähern ... Und alle anderen machen einen großem Bogen um sie herum. Klappt prima beim Laufen!

Bis bald
Euer Iwan

Sonntag, 5. April 2020

Über die Lust am Laufen

Hallo Leute,

Frauchen kam gerade vom Laufen zurück. Wir haben ja Corona-Krise. Ausgangsbeschränkungen. Das heißt hier bei uns in Bayern: alles raus, was Beine hat, auch die, die sonst nur irgendwo rumsitzen (Sofa, Café, Kino ...) - Spaziergang oder "wir fangen dann mal dieses Joggen an". Um also halbwegs ungestört laufen zu können und auch immer bei Begegnungen den Mindestabstand einzuhalten, wollte Frauchen im Wald verschiedene kleine Pfade ablaufen, nicht die breiten Wege.
Warum ich das so lang und breit erzähle? Weil Frauchen komplett blutige und zerkratzte Beine nach Hause brachte. Einer dieser Waldtrails endete mitten im Brombeergestrüpp. Der folgende Dialog mit Herrchen verlief so:
"Tut das nicht weh?" "Ja, und?"
"Warum bist Du dann nicht auf dem gleichen Pfad zurückgelaufen, wenn Du gesehen hast, da geht´s nicht weiter?" "Wieso, ich wusste doch, circa 50 Meter weiter musste der nächste Querweg sein!"
"Das blutet ja!" "Ja, und!"
"Und damit bist Du weitergelaufen?" "Ja, hatte ja noch 60 min. laut Trainingsplan zu laufen ..."
"Aber das tut doch weh?" Frauchen und ich guckten Herrchen verständnislos an. Immer noch "Ja und? Weiterlaufen hat einfach Spaß gemacht!"

Irgendwie können Nicht-Läufer das wohl nicht verstehen. Dass das einfach gute Laune macht. Und das bißchen Blut, das bißchen Schmerz - wen interessiert´s? Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, der Pfad ist super zu laufen (o.k. ... bis auf die Brombeerranken) - was will man mehr.

Genauso verständnislose Gesichter machen Frauchen und ich, wenn Frauchen jammert, sie habe eigentlich gar keine Lust zum Laufen (es schüttet, oder hat einen kalten Wind, oder oder). Und Herrchen sagt "dann lass es doch ausfallen". Never ever.

Auch das "Nie wieder" nach einem Berglaufwettkampf oder einem Ultra versteht er einfach nicht. Das heißt nicht "nie wieder", sondern "puh, nächstes Jahr wohl eher nicht, aber übernächstes Jahr stehe ich hier wieder an der Startlinie"!

Ich glaube, ich werde mal ein Wörterbuch Läufersprache - Normaldeutsch realisieren. Dann versteht Herrchen auch, wenn Frauchen sagt "Mann, tun mir die Beine weh, aua aua", dass das heißt "super Lauf heute, hat Spaß gemacht, wann kann ich wieder raus".

Bis bald Euer Iwan


Dienstag, 31. März 2020

Erlebnisse im Home Office

Hallo Leute,

in normalen Zeiten hat Frauchen 1,5 Home Office-Tage in der Woche, Dienstag und Donnerstag. Das sind dann auch immer ihre Lauftage - die Zeitersparnis durch Wegfall des Arbeitsweges und konzentrierteres Arbeiten habe ich natürlich sofort in Lauftraining umgeswitcht.

Seit 3 Wochen allerdings ist sie nur noch zuhause. Nur noch Home Office. Ich bin schwer genervt. Der PC ist keine Sekunde allein, ich kann mich nicht ranschleichen und für Laufveranstaltungen anmelden oder nach Reisen gucken. Obwohl ... das macht ja derzeit auch keinen Sinn, uns erreicht eine Absage, ein Storno nach dem anderen. Nix 10 km in Palma, nix Innsbruck Alpine Trail Festival, nix Ostern in den Bergen ... naja, Hauptsache, meine Menschen sind und bleiben gesund.

Home Office hat aber auch seine lustigen Seiten. Mit den Kollegen hat sie meist einmal am Tag eine Videoschaltung. Da kann man dann doch die Themen besser durchsprechen als am Telefon - und man sieht andere Menschen. Soll wohl dem "Lagerkoller" vorbeugen.

Das Problem: erstens ist Frauchen im Home Office immer leger angezogen. Geht natürlich nicht, wenn das andere sehen. Also wird sich für die Videoschalte aufgefrackelt, und die Haare von "praktische Läufer-Haare-nach-hinten-gebunden-Frisur" in "normaler Mensch" gebracht. Dumm, wenn dann unverhofft auf einmal ein "Videoabstimmung, jetzt" reinkommt und sie ca. 10 min. vorher ordentlich Creme auf ihre Stirnfalte gepackt hat und das ganz vergisst ... Sah sehr apart auf dem Bildschirm aus, so nach Kriegsbemalung. Ich habe den ganzen Nachmittag gelacht!

Und zweitens fiel für das Videomeeting neulich, mit potentiellen Kunden, auf einmal der Hintergrund auf. Gut, ist halt ein Arbeitszimmer. Mit Regal. Viel Regal. Eigentlich alles Regal. Denn Frauchen steht auf B&B. Bücher und Bären. Beides braucht Platz. Der Chef fand es jedoch für das Videomeeting neulich nicht ganz das passende Ambiente. Bücher in Zweierreihen, Regalwände hoch, und darüber thronen überall Bären. Letztere mussten weichen. Schmollend ins andere Zimmer abtransportiert worden. Bis auf zwei, die durch Frauchens Kopf verdeckt werden. Eigentlich. Für dieses besondere Meeting hat sie den Laptop höhergestellt, damit sie nicht so von unten aufgenommen wird. Tja, und da sah man halt die zwei großen schwarzen Bären ... blitzschnell runtergerissen. Die Kollegen waren ziemlich beleidigt, kann ich nur sagen.

Ich bin gespannt, wie das noch alles weitergeht. Eine Videoschaltung für mich, damit ich meine Freundin Pauline Laufbär in Berlin sehen kann, wollte sie mir jedenfalls nicht einrichten!

Das einzig Gute bisher: sie kommt zu regelmäßigem Lauftraining. Da bin ich als Coach schon recht zufrieden.

Bis bald
Euer Iwan

Sonntag, 22. März 2020

Laurel & Hardy bei mir zuhause

Hallo Leute,

als ob dieses Corona-Virus nicht schlimm genug wäre - meine Menschen sind jetzt dauerhaft zuhause, Ausgangssperre und Home Office - versuchen sie auch noch nach Kräften, mir auf die Nerven zu gehen!

Da musste ich vorgestern Abend feststellen: ich lebe mit Laurel & Hardy zusammen! Ihr kennt doch sicher noch diese schwarz/weiß-Filme aus den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Immer gut gemeint, immer fängt es ganz klein an und zum Schluss sitzen Laurel & Hardy in einem völlig zerstörten Zimmer ...

Bei uns fing es auch harmlos an: Nach dem Abendessen lüftete Frauchen. Dabei verirrte sich ein Falter in die Küche. Herrchen wollte gleich mit Fliegenklatsche ran, mein tierliebes Frauchen sagte "nein, den schaffe ich in der nächsten Werbepause raus". Daraufhin verzog sich Herrchen in ein anderes Zimmer. Und das Unheil nahm seinen Lauf ...

Frauchen marschierte also in die Küche. Der Falter thronte oben auf einer Fensterkante. Davor steht ein ziemlich großer, ziemlich unförmiger Hibiskus. Also den weggeräumt. Fenster geöffnet. Falter - flatterte in die andere Richtung. Kücheneinwärts. Frauchen fluchend. Topf mit Hibiskus wieder auf die Fensterbank balancierend. Wackelte. Also ein Bein auf den einen Küchenstuhl, mit dem Körper auf der Tischplatte abgestützt. Böser Fehler.

Denn die (Marmor)platte ist zwar sehr schwer, liegt aber nur auf. Nicht befestigt. Und die physikalischen Gesetze gelten auch in unserer Küche. Tischplatte kam ins Kippen. Blitzartiges Abwägen: 1. Alles fallen lassen und Platte retten. Denn wenn Platte auf Fliesen kracht, sind viele Fliesen kaputt. 2. Hibiskustopf retten, Platte fallen lassen. 3. Entgegenkommenden Toaster impulsartig auffangen, dafür Platte und Blumentopf sausen lassen.

Frauchen entschied sich dafür, den Topf weiter zu umklammern, den Toaster an der Schnur baumeln zu lassen und die Tischplatte mit den Oberschenkeln und den Füßen zu bremsen. Aua. Ich erwähnte schon, dass die Platte aus Marmor ist? Und schwer? Naja, Blutergusss am Oberschenkel. Fußspann links tut weh. Aber Fliesen gerettet. Vorsichtig Hisbiskustopf abgesetzt und versucht, die Platte wieder hochzuwuchten. Keine Chance. Vorsichtig heruntergleiten lassen, einen Keil mit dem einen Fuß angeln, damit man sie später besser wieder anheben kann. Und sich wundern, warum bei diesem ganzen Gepolter Herrchen nicht auftauchte. Der kam 5 min. später und meinte, er hätte sich schon über das Gepolter gewundert. Gebeichtet. Gemeinsam Platte wieder hochgewuchtet. Falter war verschwunden. Ende 1. Akt

10 min. später ging Herrchen in die Küche und meinte, da hätte jemand hämisch gelacht. Nämlich der Falter, der inzwischen wieder aufgetaucht war und an der Wand hing. Herrchen wollte wieder die Fliegenklatsche holen, Frauchen bat um Gnade. Konnte aber aufgrund schmerzender Füße nicht mehr eingreifen. Herrchen wollte Gnade walten lassen und den Falter aus dem Fenster bugsieren. Geschimpfe. Und dann zierte leider ein großer brauner Streifen die weiße Küchenwand. Und Herrchen meinte, er könne nichts dafür, er hätte sein Bestes versucht.Vorhang.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich nicht sehr erpicht darauf bin, meine beiden Laurel & Hardy Doubles jetzt immerzu in der Wohnung zu haben? Ich glaube, ich mache noch ein paar Erinnerungsfotos ...

Bis bald Euer Iwan

Mittwoch, 18. März 2020

Mallorcaurlaub: kürzer als gedacht

Hallo Leute,

Frauchen fährt ja immer im März mit Oma nach Mallorca, zum Wandern. Oma ist übrigens 82. Also Risikogruppe für Corona. Frauchen hatte dieses Jahr für den 13.3.bis 23.3. gebucht. Und beobachtete mit Sorge die Entwicklung. Oma wollte auf jeden Fall fliegen, sie brauchte dringend Abstand und Ruhe vor Zuhause. (Mehr will ich hier nicht Privates ausbreiten, wer uns näher kennt, weiß, was ich meine ;-))

Frauchen also mehrfach gefragt: "Willst Du wirklich fliegen?" Und immer wieder die News gecheckt. Am Freitag hieß es ja noch, alles soweit ruhiger als in Deutschland, die Hotels seien in Sorge über die vielen Stornierungen, Und freuten sich über kurzfristige Buchungen von Radgruppen, die sonst in Italien ihr Trainingslager hatten. Deswegen sind sie geflogen, Fozzie ist mitgefahren, ich wollte die Stellung zuhause halten.

Im spanischen TV sah es dann schon wesentlich heftiger aus. Überall waren Hashtags #quedateencasa (bleib zuhause) oder #quedamosencasa (wir bleiben zuhause) zu sehen. Wobei man während der Wanderungen Samstag und Sonntag sehr viele Einheimisch gesehen hat, die auch unterwegs waren.

Samstag Nachmittag las Frauchen dann die Info über das Dekret und die Ausgangssperre ab Montag 8 Uhr. Im Hotel wusste keiner was Genaues. Dann hatte sie mal prophylaktisch nach Flügen geschaut - rund 150 Euro pro Nase, einfache Strecke, Dienstag. Oma wollte nichts davon hören, abwarten.

Sonntag Morgen wurde es Frauchen zu heiß, auch wenn sie da noch dachten, Ausgangssperre heißt "im Hotel bleiben", also Pool, Liegestuhl, Fitnessraum usw. Dann hatte Frauchen Oma soweit bekniet, dass sie mal eine früheren Rückflug buchen sollte. Es gab den frühesten nun erst am Donnerstag, für zusammen über 600 Euro! Genommen, zähneknirschend. Denn die Umbuchoption online ging nicht für den gebuchten Flug, da "Reise schon angetreten". Wandern gegangen. Bei Rückkunft im Hotel waren überall schon die Aushänge wegen der Ausgangssperre, aber noch waren Radler und Läufer unterwegs. Also dachten sie: ab Montag morgen, wie angekündigt. Frauchen zog sich um zum Laufen, Oma ging an den Pool. Frauchen versuchte dann vor dem Laufen noch, das Service Center von Eurowings zu erreichen, wegen Kosten /Umbuchung usw. - 45 min. ohne Erfolg in der Warteschleife. Inzwischen kam Oma wieder hoch, von der Guardia Civil gescheucht: Der Aufenthalt ist nur auf dem Zimmer gestattet, nicht mehr auf den öffentlichen Flächen im Hotel. Man durfte nur noch zu den Essenszeiten heraus, diese wurden zugeteilt und man durfte in Schichten essen. Und sich bloß nicht ohne den Bestätigungszettel, wann man zum Essen dran war, erwischen lassen!






Da bekamen sie so langsam Panik, weil ihnen bewusst wurde: Zimmer bis Donnerstag, Kein Auslauf. Nix raus. Nochmal geguckt, auf einmal gab es einen Flug Dienstag über Hamburg, Also den genommen und nochmal geblecht, knapp 600 Euro. Überall hast man Menschen im Hotel gesehen, die wild auf ihr Phone einklopften, oder mit ihrer Reiseleitung diskutierten. Montag kam dann noch die Info, dass das Hotel Dienstag zumacht und die verbleibenden Touris umgesiedelt werden in ein Hotel der Kette an der Playa de Palma. Es waren zum Schluss noch ca. 250 Leute im Hotel, viele hatten einen Flug erst für Donnerstag. Und die Baleraenpräsidentin forderte andauernd und lautstark das Schließen des Flughafens ... nicht lustig. Ziemlich nervenaufreibend. Naja, Oma hat es mit Humor genommen, jetzt habe sie was zu erzählen.


Dienstag früh dann erstmal eine offene Tankstelle finden ... Frauchen musste erklären, warum sie Benzin haben wollte und wohin sie unterwegs war mit dem Mietwagen. Das Gespräch und das Bezahlen fand durch ein kleines Nachtkassenfenster statt, normalerweise ist an dieser Tankstelle immer Bedienung. Am Flughafen gespenstische Leere. Überall  Hinweisschilder, man soll 1 Meter Abstand halten. In der Warteschlange beim Check In und der Sicherheitskontrolle. Und auch beim Sitzen am Gate - wenn man den Abstand nicht einhielt, kam sofort jemand und hat gescheucht.

Alle waren sehr froh, als der Flieger dann auftauchte:


Und - was noch nie in Mallorca der Fall war - das Boarding begann 45 min. vor Abflug. Normal sind 20 min., eher noch Verspätung. Aber pünktlich ging es nach Hamburg, und dann im Anschluss nach Nürnberg - fast alle in diesem Flieger waren auch auf Mallorca gewesen, circa 30 Leute.

Die Hotels schließen alle diese Woche. Die Angstellten sind zwiegespalten - einerseits sagen sie, natürlich müsse es sein, Leben und Gesundheit gehe vor. Andererseits verlieren sie ihr Gehalt - die ganze Ostersaison fällt flach. Und in Spanien ist es so, dass die Leute nur dann Kurzarbeitergeld kriegen, wenn die Schließung staatlich angeordnet ist. Deswegen haben die Hoteliers auch gefordert, mit in das Dekret aufgenommen zu werden. Und was auch auffiel: die Mallorquiner gehen viel verantwortungsbewusster mit dem Schutz vor dem Virus und der Einhaltung der Maßnahmen um.

Ich war jedenfalls froh, Frauchen wiederzusehen. Jetzt könnt Ihr natürlich sagen, fahrlässig, überhaupt geflogen zu sein ... aber alle Zeichen und Auskünfte bis Freitag waren o.k.Anstecken kann man sich hier und dort. Oma hat den Urlaub dringend gebraucht. Und zwei schöne Wanderungen sind auch dabei herausgesprungen.


Jetzt hoffe ich natürlich, dass alle meine Menschen gesund bleiben. Und Ihr bitte auch.
Bis bald
Euer Iwan

Freitag, 28. Februar 2020

Leute, seid nett zueinander!

Hallo  Leute,

Frauchen kam heute reichlich pikiert vom (erst zweiten Schnee-)Lauf diesen Winters zurück. Sie hatte noch einen Einkehrschwung beim Bäcker gemacht.

Der ist im Ausgangsbereich eines Supermarktes, klein und eng alles. Lange Schlange. Sie stellte sich hinten an.Weitere Kunden folgen dahinter. Eine ältere Dame mit Rollator (wer bairisch versteht: sah schon aus wie eine echte Zwiderwurzn) zahlte gerade an der Supermarktkasse. Sagte dann "so, da stehe ich an" und steuert ihren Rollator zielgerichtet vor Frauchen in die gerade vorrückende Schlange.

Frauchen fragt höflich "Entschuldigung, ich stehe hier auch an. Waren Sie ..." und kommt nicht dazu, die Frage zu beenden "... schon vorher hier in der Schlange?". Denn die alte Dame fängt sofort an, aggressiv loszubellen: "Ich war vorher schon da, sehen Sie nicht, dass ich gehbehindert bin! Unverschämtheit!"

Frauchen sagt also nochmal "Entschuldigung, ich habe ganz höflich gefragt, ob .." "Lassen Sie mich in Ruhe! Ich war vorher da, Sie könnten ja warten. Aber los, gehen Sie vor, auch wenn ich das nicht packe!" Und immer noch extrem laut und aggressiv. Frauchen sagte also nochmal ruhig (das hat sie viel Beherrschung gekostet, ich kenne ja meinen Zorngickel), weil sie sich nichts hat zuschulden kommen lassen, "Entschuldigung, ich lasse Sie gern vor, ich wollte es nur geklärt haben. Und ich hatte wirklich höflich gefragt ..." Die beiden vor und hinter Frauchen Stehenden nickten bestätigend.

Das Ende vom Lied: erst die Dame mit Rollator, Frauchen keines Blickes mehr würdigend, dann Frauchen. Ziemlich frustriert, weil sie so angebellt wurde.

Ich frage mich, ob das inzwischen der normale Umgangston in unserer Gesellschaft ist. Muss doch nicht sein! Mein Appell: Leute, seid nett zueinander! Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt vor anderen.

Bis bald Euer Iwan

Montag, 17. Februar 2020

Achensee im Schnee - darauf einen Kaiserschmarrn!

Hallo Leute,

wir waren erstmals im Winter am Achensee. Also um korrekt zu sein, Frauchen und ich nicht, wir waren ja früher sehr viel im Winterurlaub. Langlaufen, Frauchen kann klassisch und skaten. Aber inzwischen ist es ihr viel zu kalt, sie fährt lieber mit Oma zum Wanderurlaub nach Mallorca statt wie früher nach Lenggries / an den Achensee.

Aber Herrchen wollte mal "Berge in Schnee" sehen. Bekam er auch, es hatte am Tag vor unserer Anreise nochmal ordentlich geschneit. Das ist ja eine Seltenheit in diesem Winter! Und mit dem Wetter hatten sie auch Glück, erster und Abreisetag volle Sonne, dazwischen ein Tag mit morgens Schneeschauern und nachmittags Regen. Ich hatte ja auf mehr schlechtes Wetter gehofft, damit ich mich in der Stube festsetzen und Kaiserschmarrn spachteln konnte, aber es ging auch so. Zweimal Kaiserschmarrn gab es für mich hungrigen Coach, Frauchen hatte ich nach zwei kleineren Winterwanderungen mit Herrchen dann immer zum Laufen rausgesetzt.

Hier ein paar Impressionen:




Die Rückfahrt war übrigens der Horror. Und ich  bekam fast den Gurt über die Schnauze gebunden, weil ich angeblich zu viel gequengelt hätte ... naja, für eine Strecke von sonst 3,25 Stunden nun rund 5,5 Stunden, drei lange Staus (von denen zwei nicht angekündigt waren) ... ich war bedient. Und hungrig, schließlich litt ich unter Kaiserschmarrnentzug!

Und für die Neugierigen: Nein, Herrchen ist nicht auf den Geschmack gekommen, es bleibt beim einmaligen Winterausflug.

Bis bald Euer Iwan

Samstag, 8. Februar 2020

Lebensretter für eine Ziege

Hallo Leute,

ich muss ja noch eine Begebenheit aus dem Mallorca-Urlaub nachreichen. Mein Frauchen ist meine Heldin! Sie hat einer Ziege das Leben gerettet.

Auf der Wanderung rund um Port de Soller fiel ihr schon auf: im Gegensatz zu früher sind inzwischen fast alle Grundstücke am Wegesrand mit Drahtzaun abgegrenzt. Nicht engmaschig wie hierzulande, sondern so 15 x 15 cm.
Ein Stück weiter sah sie schon die Bescherung: Eine Ziege hatte anscheinend der Verlockung des Grüns auf der anderen Seite des Zauns nicht widerstehen können, ihren Kopf irgendwie durchgesteckt. und kam nicht wieder zurück. Die Hörner waren im Weg. Sie schmiss sich panisch und schon ziemlich verzweifelt immer wieder rückwärts, was nichts half. In sicherem Abstand daneben ein Kitz und eine weitere Ziege. Wildes Gemähe.

Frauchen - dusselig wie sie ist, ohne erst zu fotografieren, sondern gleich um das Tierwohl besorgt - sofort ran an Ziege und Zaun und versucht, den Ziegenkopf zu fassen zu kriegen. Ein Ringkampf folgte, denn das Vieh hat natürlich nicht kapiert, dass Frauchen helfen wollte. Und trat, stieß, schmiss sich weiter immer wieder rückwärts. Zur Größeneinschätzung: das sind keine Ziegen wie die süßen Miniziegen in Streichelzoos, sondern schon Kaliber so Größe Dogge. Hier andere Exemplare zur besseren Vorstellung:

Das Problem: Frauchen hat leider nur zwei Hände. Die Ziege hatte zwei Hörner. Beide musssten heruntergedrückt werden in der Kopfhaltung, damit es rückwärts wieder rausging. Letzteres kapierte die Ziege aber nicht, also musste der Zaun nach vorne gedrückt werden. Mit der dritten Hand. Äh, das ging so nicht. Und kein anderer Wanderer in Sicht, sonst ist dieser Weg überlaufen ....

Nach circa 5 min. Ringkampf, begleitet von verzweifeltem Meckmeckmeck der beiden anderen Ziegen, war die Ziege entweder so erschöpft, oder hatte kapiert, dass geholfen werden sollte. Sie hielt relativ still. Übrigens mit beiden Hinterhufen auf Frauchens Fuß stehend - anscheinend dachte sie, o.k. da habe ich dann auch den Menschen gut im Griff ... Ein letzter Druck nach unten, eine Bewegung nach hinten, die Ziege war frei! Und rannte mit den anderen beiden relativ zügig davon. Undankbares Viech, sie hätte ja wirklich noch für ein Erinnerungsfoto posen können!

Wie gesagt, zu anderen Jahreszeiten ist dieser Wanderweg überlaufen. Jetzt, Ende Januar, hat Frauchen kaum einen Menschen gesehen. Die Ziege hätte mit etwas Pech elendig verrecken können im Zaun hängend. Also gutes Werk getan. Bin stolz auf mein Frauchen.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 4. Februar 2020

Fast ein kleiner Sommer im Winter

Hallo Leute,

leider muss ich mich zurückmelden. Frauchen und ich waren auf Mallorca, 11 Tage, 10 Nächte. Dieses Jahr hatte ich nicht verzichtet, Fozzie ist zwar immer noch stocksauer, aber ich wusste ja: Pauline kommt! Diese bärige Freundin hatte ich schon so lange nicht mehr gesehen, ein Treffen musste sein!

Bei den Flügen hat Frauchen es geschafft, mich positiv zu überraschen: eigener Sitzplatz für mich! Zwar nur Mitte, Frauchen wollte den Fensterplatz nicht an mich abtreten, aber immerhin ...






Wir haben wieder an der Playa de Palma gewohnt, in Port d´Alcudia hat im Januar kein Hotel auf.
Die Playa de Palma ist allerdings um diese Jahreszeit auch erträglich, nur zwei Saufgruppen, sonst fast nur deutsche Senioren (sitzen an der Strandpromenade und lesen die Apothekenumschau) und Einheimische unterwegs. Laufen ist halt etwas eintönig - entweder nach rechts oder nach links. Frauchen hatte da so ihre Touren, jeweils rund 10 km. Und einmal ganz vor zum Cap Rocat, das war ihr erster langer Lauf in dem Jahr. Hier von oben:

Gesundheitlich gab es eine echte Wunderheilung: Vorher festsitzender Husten und Halsweh, am ersten Tag gaaaaanz langsam vor sich hingeschlappt, dass sogar die überholenden Yorkshireterrier mitleidig guckten, ab dann kein Husten mehr, alles lief immer besser.

Insgesamt war es ein echter Traumurlaub: jeden Tag Sonne, Temperaturen für die Jahreszeit - wie überall derzeit - sehr warm, die letzten Tage rund 23 Grad tagsüber. Laufen immer in kurz, die mitgenommene lange Laufhose, wärmere Unterwäsche, Bufftücher .... alles fuhr ungetragen wieder zurück.

Frauchen machte lange Wanderungen, genoss die bereits schön blühenden Mandelbäume und schrubbte Höhen- und Laufmeter:







Und dann war es endlich soweit: Pauline und ihr Frauchen Manu trafen für das Wochenende ein! Ehrensache, dass wir sie vom Flughafen abholten. Am nächsten Tag haben uns die beiden Damen dann nach Inca / Moscari chauffiert, dort gibt es einen schönen Spaziergang mit ganz vielen blühenden Mandelbäumen und auch einem Esel. Pauline hatte etwas Angst, aber ich war ja als starker Bär an ihrer Seite! Danach haben wir uns noch ausführlich im Hotelzimmer unterhalten, Frauchen hatte ich nach draußen zum Sonnen geschickt. Abschied haben wir dann an der Strandpromenade gehalten.



Leider war die Zeit dann viel zu schnell vorbei! Der Trainingserfolg bei Frauchen war ja sehr gut, eigentlich hätten wir dort bleiben und weiter trainieren sollen ... ich spüre schon wieder so ein Krächzen im Hals, bei den Temperaturen und dem Wetter hier. Auch das abendliche Buffet im Hotel hat schon was für sich ...



Egal, jetzt erstmal wieder hier eingewöhnen. Und träumen vom nächsten Laufurlaub in der Sonne!
Dann geht es wieder nach Port d´Alcudia - die schöne Bucht mit den perfekten Laufstrecken inklusive Berg seht Ihr hier.

Bis bald Euer Iwan