Sonntag, 25. Oktober 2020

Hoch und niedrig - was den Puls beeinflusst

 Hallo Leute,

wir hatten die letzten Wochen viel Streß. Tiergartenlauf (da ist Frauchen ja Organisatorin), kleine OP (Leberfleck am Schulterblatt heraus, Frauchen meint, Krater mindestens 10 cm), in der Arbeit ... und wer muss drunter leiden? Jawohl, ich armer Bär, ich hatte keine Tippse für meinen Blog!

Na, da konnte ich mir in Ruhe ein neues Thema überlegen. Mir war in letzter Zeit aufgefallen, wie sehr Frauchens Pulswerte schwankten. Und ich habe mir die Gründe dafür genau angesehen, ich bin ja schließlich ein gewissenhafter Coach ...

Ihr Puls geht massiv hoch von einem Lauf zum nächsten, wenn

  • es auf einmal kälter wird - bis zu 10 Schläge/min. sind da drin. Umgekehrt funktioniert es auch - wenn es plötzlich wieder warm wird (wie letzte Woche, oder wenn sie im Januar in Florida einen HM lief), zack, rund 10 Schläge/min weniger.
  • es in Höhenlagen geht - z.B. von Sylt Ende September quasi in einem Rutsch nach Lenggries, also von 0 auf 700 Meter über N.N. - rund 5 Schläge/min mehr
  • sie mal wieder direkt nach einer Mahlzeit losläuft - runde 10 Schläge/min mehr, was aber im Lauf des Laufes dann wieder auf den jeweils aktuellen Normalwert zurückgeht
  • sie etwas in einer Hand trägt, und die Hand nicht mitschwingen kann. Zum Beispiel ein Postpaket, oder eine Startertasche für den Tiergartenlauf, die sie an die andere Seite des Marienbergparks austrägt, um Postlaufzeit und Porto zu sparen - auch rund 10 Schläge/min mehr, die sofort weg sind, sobald die Last weg ist.

Und was sind  Eure Trigger, die Eure Pulswerte beeinflussen? Bin gespannt!

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 8. Oktober 2020

Ferien 2020 - in drei Akten

Hallo Leute,

mich gibt es noch (auch wenn manche vielleicht das Gegenteil gehofft haben ...), ich war nur beschäftigt. Mit Urlaub. Eigentlich ja ein schönes Thema. Normalerweise läuft "unser" großer Jahresurlaub so ab: Ende September 16 Tage Mallorca (Laufen, Wandern, Wärme genießen = Frauchen / Baden, Wandern, Wärme genießen = Herrchen / alle überwachen, gut futtern, Wärme genießen oder alternativ zu Hause das Regiment führen = ich). Aber wie wir alle wissen, 2020 ist anders. Besonders. 

Wir hofften lange, aber dann war klar - dieses Jahr wird es nix mit Mallorca. Frauchens Alternative, in die Berge zu fahren, fiel bei Herrchen durch. Er wollte "Meer". Mehr Meer. Irgendwo in die Fremde fliegen wollten wir coronabedingt nun auch nicht, lieber dahin, wo man weiß, wie was läuft ... Also Nord- oder Ostsee. Hotels geprüft, Anreisealternativen geprüft. Oft musste ich Frauchen nach Ohnmachtsanfällen Luft zufächeln, wenn sie die Preise gesehen hatte. Anreise per Zug wollte Frauchen risiskoängstlich nicht. Per Auto in den Norden ist von uns aus sehr weit. Bei den Preisen blieb dann 1 Woche über, mehr ging nicht (die Preise teils doppelt so hoch wie in früheren Jahren, wenn nicht sowieso ausgebucht). Lange Rede, kurzes Ergebnis: 4 Tage Berge, 1 Woche Sylt, 4 Tage Berge. Wobei Herrchen uns allein in die Berge ließ, er hätte angeblich dieses Jahr schon genug gesehen. Verstehe ich nicht, von Bergen kann man (bär) doch nie genug sehen!

1. Akt: Lenggries 

Fast noch hochsommerliches Wetter. Gewohnte Pension, ungewohnt aber, dass Frauchen und ich allein das große zwei Zimmer-Appartment mit Balkon hatten - eigenes Bett für mich ist ja klasse, aber so hatte ich auch ein eigenes Zimmer. Anreise nachmittags nach dem letzten beruflichen Videomeeting, Auspacken, Umziehen, Hausrunde 5 km mit netten Höhenmetern zur Einstimmung. 

Am nächsten Tag ab in die Eng, endlich sollte es mal auf den Hahnenkampl gehen. Sehr schöne Ausblicke, sehr schweißtreibend, der Abstieg teils gegen die Strecke des Karwendelmarschs (Frauchen traf sogar zwei Läufer, die gerade im Anstieg zum Gramai-Hochleger waren und den virtuellen Karwendelmarsch 2020 absolvierten - die gingen übrigens auch, nix Laufschritt) und weil sie noch nicht genug hatte, von der Binsalm gleich noch den Eng-Panoramaweg mit gewandert. Saftig Höhenmeter.



Und Menschenmassen überall. So voll wie dieses Jahr haben wir die Berge noch nie erlebt! Zum Beine ausschütteln dann noch die "kleine" Runde an der Isar und der Versuch, das schicke Gamstrail-Shirt (kam als Trostpflaster für den auf 2021 verschobenen Lauf) mittels Selfie zu verewigen. Ich glaube, Selfies müssen wir noch üben!

 Samstag dann ein bißchen zwickende Beine, aber Sonne und Frauchen strahlten. Also die Laufrunde mit den 3 Gipfeln angepeilt: Von der Waldherralm hoch zum Heiglkopf, über Blomberg zum Zwiesel, wieder runter. Heiß. Und zu unser aller Überraschung war Frauchen im Speed-Hiking-Schritt 4 min (und damit rund 10 %!) schneller als letztes Jahr auf dem Heiglkopf, 40 min. für 500 Höhenmeter. Die Belohung waren dann ein Stück Rüblikuchen, eine Sachertorte und ein Apfelstrudel, die wir gerecht geteilt haben.


Sonntag noch ein flotter 10 km-Lauf an der Isar, dann zurück nach Hause, waschen und umpacken. 

Auf Sylt habe ich verzichtet (zu wenig Sommer, zu wenig Kaiserschmarrn). dafür ist der Krabbensemmel-Afficionado Fozzie mitgeflogen. Ich übergebe.

2. Akt: Sylt

Endlich durfte  ich mal wieder richtig raus. Wobei ich sehr mißtrauisch war. Denn die Flüge gingen über Düsseldorf, derzeit fliegt von Nürnberg direkt fast nichts. Und Düsseldorf und wir - das ging in der Vergangenheit nie gut aus. Ich erinnere an Stornos wegen Schnee = Heimfahrt in ungeheiztem Zug oder Flugzeug kaputt = Umbuchung ... aber es schien alles gut zu gehen, wir kamn sogar 15 min. vor geplanter Landung in Sylt an. Flughafen gespenstisch leer, im Gebäude und im Flieger war ich wohl der einzige ohne Maske (bevor hier ein Aufschrei kommt: ich bin ein Bär!), sogar die Koffer kamen sehr schnell. Der Shuttle zum Hotel in Wenningstedt transportierte uns komfortabel transportiert ins Hotel, wo uns gleich zwei Bären im Frühstücksraum überraschten. Die Kumpels hielten quasi den Tisch belegt, sodass genügend Abstand eingehalten wurde.

Zwei Stunden nach der Landung kam dann eine Mail von Eurowings. Recht schwer auf dem Smartphone zu lesen, irgendwas mit "annulliert". Frauchen in ihre Konto eingeloggt, ganzer Rückflug war weg. Nicht mehr sichtbar. Panik. Anruf im Eurowings-Call Center. Nein, es sei "nur" der Teilflug Düsseldorf - Nürnberg annulliert, für Sylt - Düsseldorf stünden wir "noch" auf der Passagierliste. Und könnten normal einchecken. Wie wir nach Hause kommen sollten? Tja, das sollten wir selbst sehen, und dann die Rechnung einreichen. 

O.k. Frauchen hat die ganze Zeit sehr viel Verständnis für die Situation der Fluggesellschaften gehabt (wir sitzen inzwischen auf 3 Vouchers und zwei auf 2021 umgebuchten Flügen). Aber das war ein bißchen viel. Denn Alternativen an dem Tag gab es keine. Der EW war der einzige Flug. Dieses "was, wenn die uns nicht mitnehmen" schwebte über uns.

Ansonsten habe ich mich viel mit Krabbenbrötchen vollgestopft (zu Gosch waren es genau 60 Meter), wurde für Fotoshootings bei steifer Brise ans Meer gesetzt (ohne Festhalten ging nichts), und habe Frauchen gemäß Iwans Trainingsplan gescheucht.

 Sie ist einmal die lange Sightseeingrunde Wenningstedt - rotes Kliff - Uwe-Dühne - Kampen - Braderuper Heide - Kamper Leuchtturm - Alter Dorfteich gelaufen, mehrfach "nur so" km, und am Tag des stärksten Windes nach Westerland. Hinzu 10 min/km, zurück knapp 4 min/km. Endlich wusste sie, wie sich so ein rasantes Tempo anfühlt.

Und wir haben Schweinswale gesehen, sind an der Südspitze bei Hörnum gewandert, dito am Ellenbogen 4 Stunden mit einer Führung vom Naturschutz, waren bei den Seehundbänken.


Wie es mit der Rückreise weiterging? Drei Tage vorher wie üblich versucht, online einzuchecken. Ging nicht. Flug nicht auffindbar. Also wieder Call Center angerufen, dieses Mal Herrchen (Frauchen hatte Angst, hysterisch rumzuschreien). Nein, wir stünden immer "noch" auf der Passagierliste für Düsseldorf. Und von da aus wurden uns tolle Alternativen angeboten - nicht: statt nach Nürnberg nach Stuttgart oder nach München. Ankunft jeweils spät am Abend. Und von dort nach Nürnberg? Tja, das wusste die nette Dame auch nicht. Nur dass der Nürnberg-Flug mangels Auslastung annulliert worden war. Herrchen wollte lieber Zug fahren, Frauchen plädierte für Mietwagen. Zug fahren hätte geheißen: mit der S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof, dort ICE. Oder, je nach Fahrplan, erst mit Zug nach Köln, dort ICE. Und voll mit Menschen. Sonntag meinte Herrchen dann angesichts der Fahrpreise und der genannten Überlegungen auch: Mietwagen. Also gebucht. Montag Abschied vom Meer genommen, Sand aus dem Fell geschüttelt und zum Flughafen. Immer mit der Angst, dass die beim Einchecken sagen "Sie stehen aber nicht auf der Liste" .... Nein, der nette Herr sagte "soll ich das Gepäck gleich bis Nürnberg durchchecken?" Bevor Frauchen lostoben konnte, kam schon ein "Oh, ich sehe gerade, äh, ja, hm, Sie wissen schon...?" Ja, wussten wir. Aber immerhin kamen wir ereignislos und pünktlich bis nach Düsseldorf. Wo wir dann am gähnend leeren Mietwagenschalter (so sah es an allen Schaltern aus ..) unseren Wagen einsammelten. Der Angestellte quasselte auf Frauchen ein, fehlte nur noch, dass er ihr Lenkung und Bedienung der Pedale erklärte. Frauchen meinte dann irgendwann, jetzt wollte sie aber gern los. Antwort "schade, Sie waren meine einzige Abwechslung heute, kein Kunde in Sicht". Erschreckend.

Dann sind wir einmal quer durch Deutschland gefahren, bequem im Auto, glücklicherweise ohne Stau, und waren fast genau zur selben Ankunftszeit in Nürnberg wie der gecancelte Flug (4 Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Flughafen wären es gewesen).

So langsam glaube ich, das liegt an Dir, Fozzie. Im März der Mallorcaurlaub wurde doch auch abgebrochen, als ich im Januar mit war, war es ein toller sonniger Urlaub genau wie gebucht ...

Naja, 1,5 Tage zuhause, Omas Geburtstag gefeiert, noch ein (unaufschiebbares) Videomeeting gehabt und dann ging es schon wieder ab für uns. 

3. Akt: Lenggries

Statt Spätsommer gab es schneebedeckte Berge. Und kein Einzelzimmer mehr für mich, ich musste mit Frauchen das Zimmer teilen, aber immerhin mit eigenem Bett. 

Am ersten Tag morgens 4 Grad, Sonne. Frauchen, ganz schlau, wollte auf den Vorderskopf in der Eng. Hatte sie als netten Waldpfad in Erinnerung, mit einer matschigen Stelle, und oben prima Aussichten. Und schön in der Sonne, so zwecks Wärme statt Schatten. Der Haken: dieser Pfad ging teils gefühlt senkrecht nach oben, und war durch Sturmschäden / Bäume / Äste mehr zu einem Wo-ist-denn-nun-der-Pfad-Kletterparcours geworden. Plus im oberen Teil Schnee. Ordentlich Schnee. In den sich Frauchen dann gleich mal beim Abstieg reinsetzte. Nachmittags dann wieder Beine-Ausschüttel-Lauf an der Isar, bei 19 Grad und in kurz/kurz.



Am nächsten Tag dunkelgrau bewölkt, aber trocken. Und gewisse Menschen hatten Mega-Muskelkater im Hinterschinken (Gluteus Maximus für uns Läufer) nach den 1.050 Höhenmetern des Vortages. Nix da, habe ich gesagt, raus und von mir aus dann flach laufen. 19 km von Lenggries nach Tölz und retour. Sogar mit ein bißchen Mallorca-Feeling, in den Isarauen weiden amtlich bestellte Ziegen und diese duften ... der Ziegenbock besonders stark, hehehe.

Letzter Ferientag: morgens zu Föhn aufgewacht. Bei 17, später 20 Grad hoch aufs Brauneck gewandert, auf neudeutsch "gespeedhikt". Ich war entsetzt - gerade mal 25 Jahre her, da hat Frauchen für die Strecke (800 Höhenmeter im Direktanstieg) 1 Stunde gebraucht. Nun 1:20 Stunden. Die Seilbahn fuhr erst nicht, weil Föhnsturm. Ohne Seilbahnzufuhr ist es auf diesem vom Massenansturm geplagten Bergmassiv sehr schön. Und die Aussicht, gerade bei Föhn, ist phänomenal. 



Der Föhn sollte bis mittags halten, also machte sich Frauchen dann auch zügig wieder ans Runterkommen. Gegen zwölf Uhr war es immer noch warm, die Wolkenlücken wurden weniger. Aber die wandernden Menschen kamen ihr zuhauf entgegen ... nun ja, wer es gern nass mag. Die letzten Meter zum Auto tröpfelte es schon, pünktlich kurz vor 13 Uhr schüttete es dann. Bis nachmittags war die Temperatur auf 7 Grad zurückgegangen, die einzige Regenpause nutzte Frauchen dann noch für die - nasse - Hausrunde. Und damit für unseren Bergabschied für dieses Jahr.

So, genug berichtet. Was noch zu sagen bleibt: viel zu wenig Kaiserschmarrn, Spinatknödel, Sachertorte für mich dieses Jahr. Fiel ja fast alles aus ... meine letzte Hoffnung, das Salzburg Trailrunning-Festival, ist nun auch abgesagt.

Bis bald 

Euer Iwan


 


Montag, 14. September 2020

Interview mit einem twitternden Kalender-Star

Hallo Leute,

heute bin ich wieder mal rasender Reporter. Und hatte mich schon gefreut auf eine bekannte TV-Blondine, Ulla Kock am Brink. Um dann enttäuscht festzustellen: Blondine ja, aber vierbeinig! Ich hatte den Namen in der Hektik falsch gelesen ... ich soll Ulla Kack und Bring interviewen. Naja gut, blonde Locken, aufgewecktes Gesicht - dann mal los.

Hallo Ulla, Du hast ja tolle Locken! Was bist Du denn für eine Hundedame?


Locken, die locken – aber glaub mir, so toll ist das gar nicht. Stundenlang muss i
ch gekämmt werden und immer diese Aktionen mit der roten Bestie (so nenne ich diese Höllen-Schermaschine, die Frauchen alle paar Wochen einsetzt). Schön ist anders. Aber - wer schön sein will, muss leiden. Und dass ich schön bin, höre ich natürlich auch gerne, Iwan du kleiner Charmeur :-)
Ich bin eine Amerikanische Cocker Spaniel Dame. Und da du schon auf Ulla Kock am Brink
eingegangen bist – der hab ich meinen Namen zu verdanken. Wegen Cocker und Kock und bei Frauchen wurde dann Kack und Bring draus. Sie hält das für einen Wortwitz. Na lassen wir sie in dem Glauben ... Aber bei Twitter hätte sie echt besser aufpassen können. Da ist mein Account nämlich @KackUlla – da denkt doch alle Welt, ich habe Reizdarm. Hab ich aber gar nicht. (Eigentlich doch, aber ich möchte nicht damit angeben, wie die Menschen in diesen unsäglichen Fernsehwerbungen.)

Ich kenne Dich ja von Twitter. Hauptberuflich arbeitest Du als Bürohund, richtig? Wir hatten ja schon Fips und Klärchen hier im Interview. Was ist denn Deine Aufgabe, was macht Deine Frauchen?

Ach, früher hatte Frauchen einen viel besseren Job. Da waren wir in einem Raum und es waren ganz viele Menschen um uns rum. Immer war einer da, der Zeit hatte, mich zu knuddeln. Jetzt arbeitet Frauchen von zu Hause aus. Sie macht was mit Büchern. Also selbst schreiben, aber auch Texte von anderen in Bücher füllen und Cover erstellen und sowas. Deshalb hat sie ja auch das mit dem Kalender übernommen. Aber darauf kommen wir ja nachher noch mal. Naja und ich sorge für eine beruhigende Geräuschkulisse mit meinem Schnarchen oder für Raumduft. Obwohl Frauchen letzteres ja gar nicht zu schätzen weiß und sich jedes Mal hat, als wenn ich stinke. Ich? Und den Rest der Zeit liege ich dekorativ da und erfreue mein Frauchen mit meinem Anblick. Ist auch wichtig. Du glaubst ja nicht, wie oft sie vor diesem Computer sitzt und sich die Haare rauft.Da drin muss ganz schön was los sein manchmal. Aber damit hab ich zum Glück nichts zu tun.

Und über was twitterst Du so?

Über meine Menschis, über das Leben und am liebsten über meine tollen Gassirunden und das tolle Essen. Also wenn Frauchen mir wieder mal Kekse bäckt oder der Pansenkönig so langsam liefert, dass mein ganzes Fleisch aufgetaut ankommt und sie mir dann 10 Kilo Fleisch an einem Tag kocht. Einmal, da haben nicht mal die Einfrierbehälter gereicht und sie hat Urinbecher genommen (das muss aber unser Geheimnis bleiben ;-) ) Und dann bin ich noch die Werbebeauftragte für die Textgemeinschaft. Also Frauchen kriegt das alleine ja nicht hin und da gebe ich der Welt Bescheid, wenn Wettbewerbe enden oder neue Bücher rauskommen oder so. Mein Herrchen ist ja überhaupt nicht Social Media affin. Für ihn übernehme ich quasi dieVerteilung seiner Breaking News. Wer soll das auch sonst machen? Wir sind ja schon froh, dass er alleine den Kicker lesen kann und das notfalls auch online. Aber von Herrchen gibt es nicht ganz so viel wie von mir, Frauchen oder der Textgemeinschaft.

 Mir wurde gesagt, Du seiest ein Kalenderstar. Wie kam das denn? Und was für ein Kalender?

Viele vom #twitterrudel sind Kalenderstars. Eigentlich bin ich nur deswegen da so aktiv drin, weil Frauchen den Kalender erstellt hat. Alle Hunde, die mitmachen wollten, haben sich gemeldet und Frauchen hat dann nur die Bilder bearbeitet und den Twitteraccount zu jedem eingefügt. DieIdee stammt nämlich eigentlich gar nicht von mir, sondern von Bodo. Nicht, dass ihr denkt, ich will mir hier fremde Lorbeeren und so. Ich geb das gerne und offen zu. Meine Rolle ist dabei eigentlich ziemlich unwesentlich. Das Meiste hat ja wie schon erwähnt Frauchen gemacht. Sie sagt – das war gar keine Arbeit, das hat ihr total Spaß gemacht. Bodo hat sich dann noch um eine Umfrage gekümmert, für wen die Erlöse sein sollen. Taro hat diese Abstimmung haushoch gewonnen. Natürlich würden wir gerne auch andere Vereine unterstützen, aber das funktioniert ja auch nicht gut. Am Ende haben alle wenig. Wir planen daher, nächstes Jahr wieder einen zu machen und dann bekommt Pro DogRomania die Erlöse und im Jahr drauf dann der Drittplatzierte und dann müssen wir neu abstimmen. Aber ich will ja nicht langweilen mit den administrativen Hintergründen. Den Kalender gibt es in verschiedenen Ausstattungen. Einmal in A5 mit Hard, Softcover oder Ringbindung und dann noch mal diese 3 Varianten im Taschenbuchformat. Es ist ein Wochenkalender und in jeder Woche ist ein Foto von einem unserer #twitterrudel Hunde drin.Die Ausgaben mit Softcover und die Ringbücher kosten 15 Euro und die Hardcover 20. Das hat mit den Druckkosten zu tun, die sind bei Hardcover einfach höher. Der Druck ist in luxuriösemSchwarz Weiß – das ist bei Fotos ja wieder IN – und wir haben natürlich auch Trend-Setter im Rudel (um ehrlich zu sein – Farbdruck wäre einfach zu teuer und wir wollen ja auch, dass die Kalender gekauft werden ...) Übrigens haben wir uns ein Pseudonym als Autorennamen ausgedacht - #twitterrudel – die coolsten Dogs im Internet. Kann ruhig jeder wissen, dass wir so sind. Wir haben ja nichts zu verbergen. Übrigens, deine Freundin Klärchen ist auch dabei.

Ach, der Cleanup-Dog Klärchen ist auch dabei? War es denn viel Arbeit, die Hunde alle zu shooten?

Zum Glück mussten wir die Fotos nicht alle selbst machen. Obwohl ich das ja spannend gefunden hätte, alle vom Rudel mal kennenzulernen. Die Halter haben uns die Bilder geliefert. Einige konnten sich gar nicht entscheiden. Da wurde dann auch noch mal wieder in kleiner Runde abgestimmt. Bei manchen Bildern hat mein Frauchen danach entschieden, welches in SchwarzWeiß am besten wirkte. Schwarze Hund mit dunklen Augen – da kann man ja nicht einfach das erstbeste Motiv nehmen. Na ihr werdet schon sehen, wir hatten einen guten Blick fürs Detail, bei der Auswahl.

Den #Twitterrudel Kalender kann man also überall bestellen. Wer verdient dran, kriegst Du die Erlöse?

Nein. Ich hab ja mein Frauchen. Die sorgt gut für mich. Aber es gibt Hunde, die haben es nicht so toll erwischt. Manche leben auf der Straße und einige sind an Menschen geraten, die grausam sind und Tiere aussetzen oder sie loswerden wollen, wenn sich Krankheiten bemerkbar machen.Und damit solchen Hunden geholfen wird, hat sich der Verein Taro Germany e.V. gegründet. Die Projekte sind auf deren Webseite gut erklärt. Und die kriegen die Erlöse. Und zwar komplett. Wir lassen die Kalender im Book on Demand Verfahren bei epubli drucken. Da werden die Druckkosten natürlich abgezogen, und das, was Epubli verdienen muss, damit so eine Arbeit weiter möglich bleibt. Und ich glaube, die müssen auch ganz schön viel an die Künstlersozialkassebezahlen. Aber es bleiben pro Kalender zwischen 3 und 4 Euro bei Taro. Wieviel genau, das hängt davon ab, wo gekauft wird. Direkt bei epubli bestellen, bedeutet, dass Taro am meisten bekommt – im Vergleich zum Kauf bei Amazon oder im Buchhandel. Aber wir sind trotzdem dafür, dass der Buchhandel auch unterstützt wird, weil es denen nämlich ähnlich geht, wie manchen Tieren. Die müssen auch Angst ums Überleben haben.

Letzte Frage: Dein Frauchen sagt, Du hast es mit den Ohren ... scheinst also nicht so ganz toll zu gehorchen, oder, haha?

Lange Hängeohren werden nicht gut belüftet. Ich hab in jedem Ohr ein eigenes Biotop und manchmal entartet das etwas und dann muss ich zum Tierarzt. Aber mir ist lieber, Frauchen macht so komische Prozeduren mit Ohren spülen und putzen, als wenn die Tierarzttante mir wieder Spritzen geben muss deswegen. Ich muss zugeben, manchmal tue ich so, als wenn ich nichts höre. Soll sie sich ruhig bissel Sorgen machen. Dann ist sie nämlich nicht sauer, wenn ich nicht gleich zu ihr komme auf Ruf. Dummerweise verrate ich mich manchmal auch selbst, wenn mein Nachbar mit seinem Hund rausgeht. Dann springe ich aus dem Tiefschlaf auf und rase aufden Balkon. Man muss ja wissen, wo die hingehen – nicht wahr? Naja, jedenfalls sagen die Menschen dann immer so Sachen wie: Na, ich glaub so schlecht sind die Ohren gar nicht ... Treibe ich es zu bunt, dann droht Frauchen mit Tierärztin. Spätestens dann bin ich mal wieder für eine Weile brav. Die kennt nämlich keine Hemmungen. Von wegen nur in die Ohren gucken. Die kontrolliert jede Körperöffnung und an manchen riecht die sogar. Ich denk ja, mit der Frau stimmt was nicht. Sie singt mir Kinderlieder vor, wenn sie mir den Finger hinten rein und die Drüse – ähem, du weißt schon. Das scheint mir jedenfalls doch etwas merkwürdig. Aber ich lasse mirnatürlich nichts anmerken und mache böse Miene zu diesem grausamen Spiel.

Wir gehen demnächst trotzdem mal zur Tierärztin und bringen ihr ein paar Handzettel mit Werbung für den tollen Kalender und legen welche als Muster aus. Wenn deine Leser sowas auch machen, wäre das toll. Dann erfahren auch Leute, die nicht bei Twitter sind, dass es diesen tollen Kalender gibt. Das könnte man auch bei Hundefriseuren, Physios und in Futterläden machen. Da erreicht man ja die Menschen, die Tiere haben und sich ordentlich um sie kümmern.


Hört sich nach guter Sache an. Hast Du denn einen Extratipp, der noch mehr anreizt, den Kalender zu kaufen? 

Tierschutz ist ja schon Grund genug. Wer trotzdem noch sowas wie ein Leckerli braucht – ist ja nicht so, dass ich als Hund da kein Verständnis für hätte, nicht wahr. Es stehen die kuriosen Tierfeiertage im Kalender drin. Also der „Sprich mit deiner Katze Tag“ und der Weltpinguintagund sowas. Beim Kauf gibt es übrigens manchmal Probleme. Wer bei Google Kalender Twitterrudel eingibt, der findet, was er sucht. Auch ohne Amazon und andere Shopseiten. Und wie gesagt – der Buchhandel vor Ort würde ja auch bissel profitieren von einer Bestellung. Vielleicht findet der Buchhändler den Kalender ja auch toll und bestellt ein paar, so zum Verkauf. Wäre für Taro auch nicht schlecht ....

Dann Danke schön, Ulla!

Damit beende ich das Interview ganz radikal, sonst würde Ulla jetzt noch reden ... Ähnlichkeit mit ihrer Namensvetterin hat sie jedenfalls, sabbelt ohne Ende. Egal, bei den Cocker-Augen und diesen Locken darf sie das ...

Mein Frauchen hat schon einen Kalender bestellt, Weihnachten ist nicht mehr so fern. Und als Spende für den Tierschutz doppelt gut.

So, bis bald, Euer Iwan




 


Dienstag, 8. September 2020

Saarlouis liegt am Achensee

 Hallo Leute,

letzten Sonntag wäre der Achenseelauf gewesen. Wie immer waren wir gemeldet - Frauchen für den Lauf und den Kaiserschmarrn danach, ich nur fürs Finish und den Kaiserschmarrn. Aber wie fast jeder Lauf in 2020 - auch der Achenseelauf wurde abgesagt. Wir sind trotzdem hingefahren. Und ich habe die Gelegenheit genutzt, Frauchen die volle Vielfalt des Lauftrainings aufzuzeigen. Komischerweise war sie mir gar nicht richtig dankbar ...

Anreisetag Mittwoch - nach dem Abendessen noch schnell 5 Einlaufkilometer mit ein bißchen Auf und Ab. Frauchen lief brav, wie ich ihr gesagt hatte, in kurzen Hosen. Und bibberte zum Schluß ziemlich - da hatte es nämlich frische 9 Grad!

Donnerstag - erste lange ruhige Laufeinheit, von Achenkirch über Buchau, Maurach nach Pertisau. 14 km, etwas über 1,5 Stunden, alles im grünen Bereich. Nur weiterhin voll, sehr voll, die Wege, das Ufer, die Berge. Sonne kam heraus, es wurde sprungartig wieder Sommer. Nachmittags kleine Wanderung (2 Stunden), ich habe mich vom Coaching mit Sachertorte erholt.

Freitag - Raceday. Damit die Muskeln für den 6 km-Frauenlauf Saarlouis schön warm wurden, habe ich Frauchen vorher schnell noch auf eine Gipfeltour geschickt. Dreimal dürft Ihr raten, welcher Berg es wurde:


Ehrensache, der Bärenkopf natürlich, 1.991 Meter! Schon beim Aufstieg kam es meinen Menschen sehr voll vor. So richtig krass wurde es aber am Gipfel: Um einen tollen Blick vom Gipfel auf den See abzulichten, musste man ein paar Meter von Kreuz entfernt auf einen kleinen Vorsprung. Tja, können vor Lachen, da standen rund 20 Leute vor Frauchen an, um das perfekte Pic zu machen! Frauchen verdrückte sich ganz schnell von diesem Massenauflauf:


 Wieder herunter vom Berg, genehmigte ich großzügig auch ein Stück Sachertorte für sie. Um sie dann ganz schnell auf die Uferstrecke zu scheuchen, 6 km mit Zeitnahme für den virtuellen Frauenlauf Saarlouis.

Das hieß einmal nach Seespitz und retour, irritierte Blicke der Spaziergänger inklusive. Egal, sie hat endlich mal wieder einen 6er-Schnitt gelaufen. 


 
Samstag - der Berglauf. Hoch auf die Bärenbadalm (Zwölferkopf) über Besinnungsweg und Tunnelweg, runter dann über die Perchealm. Rund 600 Höhenmeter auf gut 13 km, sehr schweißtreibend. Hoch war es ein besseres Speed-Hiking, herunter dann aber schönes Trittsicherheits- und Oberschenkeltraining.
Nachmittags dann zur Belohnung ein Eisbecher, es waren ja immerhin knapp 30 Grad. Abends kam dann der Wetterumschwung.

Sonntag - morgens ein Spaziergang durch die Wolfsklamm (wußtet Ihr, dass sie 354 Stufen hat?) und dann fing es an zu schütten. Also 5 km Tempotraining auf dem Laufband. Nach dem Mittags-Kaiserschmarrn. Das ist auch so ein Trainingsgeheimnis von mir, ich lasse Frauchen öfter mal vollgefressen trainieren. Dann ist die Nahrungsaufnahme bei Ultras so richtig gar kein Problem mehr!
 
So, hier noch ein paar Impressionen vom Achensee und dem Karwendel:





Bis bald Euer Iwan
 




Donnerstag, 27. August 2020

Schleichend langsamer

 Hallo Leute,

ich bin frustriert. Dieses Jahr ist wirklich gebraucht, können wir bitte ein neues haben?

Alle Wettkämpfe abgesagt. Und dann noch gesundheitliche Probleme, die gerade mal 3 Virtual Runs über 5 km zugelassen haben. Jedes Mal, wenn es konstant einmal die Woche über die 2-Stunden-Grenze beim langen Lauf hinausgehen sollte, kam etwas dazwischen. Ergebnis: Frauchen trabte eher kürzer und eher langsam durch die Gegend. So gar keine Motivation zu Tempotraining, Intervallen oder Ähnlichem - sie mag es nicht, und ich als Coach hatte keine guten Argumente, sie dazu zu bewegen.

Wir dachten ja auch, sie läuft ungefähr ein 6:30-Tempo bei ihren "normalen" Läufen. Aber irgendwann wurde es mir zu bunt, immer nur die gelaufene Zeit und die Herzfrequenz auswerten zu können. Also habe ich Frauchen bekniet, sich eine Wunder-Uhr mit GPS zum Geburtstag zu wünschen. Als das Teil eintraf, war ich begeistert: Höhenmeter, Distanz, Trainignszonen mit Herzfrequenz - alles, was sich ein bäriger Laufcoach so wünschen kann! Die totale Überwachung, yeah! 

Bis wir die Uhr überhaupt erstmal kapiert und geladen hatten, dauerte es. Erwähnte ich, dass wir Gadget-Dinosaurier sind? Und die ersten Läufe waren demotivierend. Die Uhr nervte: "Du hast zuwenig geschlafen" "Unterfordend" "Aktivitätsziel nicht erreicht" ... na gut, das Gequäke kann man ja ignorieren.

Viel schlimmer war, dass sie viel zu wenig Distanz für die gelaufene Zeit anzeigte. Beziehungsweise zu viel Zeit je km! Musste eine Fehlfunktion sein, Frauchen trabt doch nicht 7:30 min/km! Äh. Doch. Nach Überprüfung bei einem Testlauf mit der Kusine in den Nidda-Auen (sehr malerisch, aber anstrengend, weil Frauchen dauerndes Reden während des Laufens nicht gewöhnt ist) zeigten beide Uhren die gleiche Distanz an. Au weia. daraus habe ich messerscharf geschlossen: dieses langsame Laufen, ohne Tempotraining, macht noch langsamer.

Jetzt ist Schluss mit lustig! Ich habe Frauchen nachdrücklich und eindringlich an die Wichtigkeit der Einhaltung eines Trainingsplans erinnert. Ein Tempolauf pro Woche, ein Lauf als Fahrtspiel, ein langer und einer jst for fun. Darunter mache ich es nicht. Erste Resultate sind nun schon zu sehen, die Wunderuhr zeigt öfter mal wieder eine km-Zeit mit einer 5 davor (o.k. gut, naja, 5:57) an. 

Ich werde weiter berichten.

P.S. Nächste Woche steht wieder ein virtueller Lauf auf dem Programm, 6 km beim dm Frauenlauf Saarlouis. Da kan ich gleich mal sehen, ob es was gebracht hat.

Bis bald Euer Iwan


Dienstag, 11. August 2020

Endlich wieder Berge!

 Hallo Leute,

letzte Woche waren wir für vier Tage am Achensee. Eigentlich hatte ich Frauchen ja für den Pitz Alpine, die 30 km, gemeldet. Aber erstens war ihr das dann mit den ganzen Corona-Regeln zu heikel, und zweitens (ich glaube, das war eher der Grund) hat sie ja noch Trainingsrückstand.

Also - am Donnerstag erst schnell noch einen Geschäftstermin absolviert, dann ging es nach Tirol. Und es wurde immer heißer ... als wir nachmittags in Pertisau ankamen, waren es gut 27 Grad und die Ufer des Achensees überfüllt. Jedes Fleckchen war belegt mit Badegästen, Handtüchern usw. Die Autos parkten kreuz und quer, die ausgewiesenen Parkplätze überfüllt. Und das war erst der Vorgeschmack auf das Wochenende! Menschenmassen, wohin man schaute. Zu den Urlaubern kamen noch die Tagesausflügler aus München und Innsbruck. Nicht mehr schön.Vor allem, dass ein Teil davon anscheinend nicht in der Lage war, seinen Abfall auch wieder mitzunehmen. Nach dem Motto "egal, irgendwer wird es schon wegräumen" wurde viel liegengelassen. So langsam denke ich über eine "Einlasskontrolle" in die Berge nach. Und nur wer nachweisen kann, dass er pfleglich mit der Natur umgeht, darf hin.

O.k. genug gewütet. Auf jeden Fall habe ich Frauchen gleich mal auf die Einlaufrunde geschickt - ca. 100 Höhenmeter, 15 min. hochjapsen, 7 min runter über wurzeligen Weg (Trittsicherheit üben!) und zurück am Seeufer. Zickzack auf der Promenade. Aggressive Radler gegen Fußgänger. Das war´s, die geplante Seeumrundung für den nächsten Tag habe ich daraufhin gestrichen. Und stattdessen folgendes Programm angesetzt:

  • Herrchen: morgens Wanderung, nachmittags baden
  • Frauchen: morgens Wanderung, aber runterlaufen statt Bergbahn und am dritten Tag zusätzlich nochmal 500 Höhenmeter auf den Plumssattel hoch, nachmittags laufen
  • Iwan: auf dem Balkon chillen, und Kaiserschmarrn fassen

Als Laufstrecken hatte ich für Frauchen angesichts der nachmittäglichen Wärme eher waldige Strecken rausgesucht. Wobei sie jeweils rund 5 % langsamer war als letztes Jahr im Herbst. Sie meint, es läge an der Wärme, ich frage mich, ob es am Alter liegt, hehehe.

Lieblingslaufstrecke: in Pertisau Richtung Gaisalm, hoch auf den oberen Seebergsteig, herrlichen Singletrail und dann Wiesenweg zur Pletzachalm, vorbei Richtung Gernalm. Je nach Lust und Zeit dann noch weiter entweder zum Feilkopf oder Plumssattel. Hier ein paar Impressionen (und die Fotos täuschen, der Pfad ist wirklich schmal und recht wurzlig, ich sage ja "Trittsicherheit üben!"):







So, nun sind es noch knapp 3 Wochen, bis wir wieder hinfahren - der Achenseelauf ist zwar abgesagt, aber unser Aufenthalt dort nicht! Neuer Anlauf zur individuellen Seeumrundung ...
 

Bis bald Euer Iwan



Dienstag, 28. Juli 2020

Die 5 wichtigsten Läufe in unserem Leben

Hallo Leute,

morgen steht Frauchens Geburtstag an. Und damit auch meiner. Irgendwie ist so ein Tag ein Anlass, um zurückzuschauen, das Erlebte Revue passieren zu lassen, zu überlegen: was war gut, was war schlecht? Wobei (Achtung, Iwan der Philosoph bricht durch!) - es gibt ja nichts wirklich Schlechtes, es ist alles eine Erfahrung. Außerdem: bär wächst an den Herausforderungen.

Frauchen und ich haben gebrütet. Heraus kamen die 5 wichtigsten Laufwettkämpfe in unserem bisherigen Leben. Los geht´s mit der Nummer 5:

5. Der JP Morgan Chase-Firmenlauf in Frankfurt 2002

Der allererste Laufwettkampf für Frauchen. 5,6 km - vorher war sie immer am Wochenende "joggen" gegangen. Und für diese Distanz braucht man ja nicht groß zu trainieren. Unter 30 min, das sollte locker drin sein.
Dachte sie. Und ging voll ein. Über 35 min., fix und fertig, geschnauft wie ein Ackergaul, der Laufstil war ähnlich.
Aber damit war der Ehrgeiz geweckt. Selbstüberschätzung bringt halt doch manchmal was Gutes. Sie fing an, ernsthaft zu trainieren, und merkte schnell - die längeren Distanzen liegen ihr mehr.

4. Der Gebirgstälerlauf in Oberstdorf 2004

Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis. Mein Frauchen meldet sich dann für irre Distanzen an. Sie war ja nun zwei Jahre schon ganz gut gelaufen, auch wieder 5 oder 10 km-Rennen - da überrredete sie eine Freundin, doch mal einen Halbmarathon zu probieren. Von 10 auf 21 km - ist da etwa ein Problem? Und damit es spannender wird, dann doch bitte gleich in den Bergen, mit ordentlich Höhenmetern dazu.
Was soll ich sagen: hat geklappt. Hat Spaß gemacht. Und war der Auftakt für viele viele Halbmarathons.

3. Der Halbmarathon Palma de Mallorca 2008

Der dritte Start dort, nach 2006 und 2007. Ein Desaster. Hotel an der Einfallstraße Schinkenstraße / Ballermann. Kaum geschlafen. Es lief schlecht. Und Frauchen tat sich selbst sehr leid. Kann sie gut. Das Problem: nach ca. 11 km kam man beim damaligen Kurs wieder am Start-/Zielbereich vorbei. Frauchen stieg aus. Das einzige Rennen jemals mit einem DNF.
Und kaum hatte sie Chip abgegeben, und ihre Tasche geholt, bereute sie das Aufgeben. Und hat es bis 2013 bereut - da ist sie nochmal dort gestartet und hat gefinisht. Auf jeden Fall hat sie eines gelernt: entweder gar nicht starten (wenn es schüttet, sie verletzt ist oder sonst etwas ist) oder nach dem Start auch finishen. Aufgegeben werden nur Briefe.

2. Der WomensTrailRun 2014

Da macht man unbedarft bei einem Preisausschreiben mit, und gewinnt einen Startplatz. O.k., da stand Trailrun. Bisher war sie ja schon mehrfach beim Achenseelauf gestartet, dazu den Aletschgletscher Halbmarathon und in Zermatt den HM. Wird schon gehen, sind ja nur 500 Höhenmeter. Was neu für sie war: die musste sie auch wieder runter laufen.
Ihr Fazit nach den 15 km: der anstrengendste Lauf, den sie bis dato mitgemacht hat. Aber auch der schönste, abwechslungsreichste, am meisten Spaß machende. Ihre Geburtsstunde als Trailrunnerin, meine als Trailrunner-Coach.

Wie schon unter 4. erwähnt, ähnelt Frauchen manchmal einem Esel. Die längste bis dato gelaufene Strecke waren die 23,2 km rund um den Achensee. Aber irgendwie biss sich der Karwendelmarsch im Hirn fest. Na gut, 52 km. Und über 2.000 Höhenmeter. Aber man könne ja nach 35 km aussteigen. Und außerdem auch gehen, man müsse ja nicht die ganze Strecke laufen. Und hast du nicht gesehen war sie angemeldet. Geteilter Wahnsinn ist halber Wahnsinn, also rekrutierte sie noch besagte Freundin aus 4. sowie eine inzwischen befreundete Trailrunnerin aus Österreich. Und ich machte mich seufzend schlau, wie man für so etwas trainiert (ganz ehrlich, habe bis heute keine Ahnung - habe einfach einen Marathon-Trainingsplan genommen, viele Steigungen und vor allem Gefälle eingebaut und auf das Beste gehofft), und wie man die Verpflegung während des Laufs gestaltet.
Das Finisherbier hatte ich mir mehr als Frauchen verdient - sie musste nur laufen, ich musste zittern, bis sie sich erstmals, quietschfidel und weit vor der Marschtabelle liegend, bei km 35 meldete.

So, das waren Frauchens wichtigste Läufe. Mein wichtigster Laufwettkampf war ganz klar:


Denn hier wurde eine Tradition begründet: mein Mitfinishen! Ich war zwar vorher auch meist an der Strecke, aber als Zuschauer. Bei diesem Tegernseelauf stand Herrchen mit mir bei km 19 und ließ mich quieken. Woraufhin Frauchen mich dem erstaunten Herrchen aus der Hand riss und mit mir die letzten zwei Kilometer ins Ziel rannte. Ein Mega-Gefühl, jetzt konnte ich endlich nachvollziehen, was ein Runners High war und wie viel Endorphine so ein Zieldurchlauf ausschüttet! Seitdem finishe ich bei möglichst allen Rennen mit.

Und, was waren Eure wichtigsten Läufe? Nicht die schönsten, sondern die wichtigsten ...

Bis bald Euer Iwan

Montag, 20. Juli 2020

Statt Valencia: Westerwald

Hallo Leute,

letztes Wochenende wären wir eigentlich in Valencia gewesen. Nun ja, hat nicht sollen sein. Frauchen hat bei der Alternative dann den größtmöglichen Kontrast gefunden: Westerwald. Ich war neugierig und habe mich auch ins Auto geschmuggelt.

Unser Ziel: der Wiesensee. Da liegt dann das Hotel neben einem Golfclub (Schickimickis ohne Ende), zwei Käffer gibt es mit je ca. 50 Häusern und das war es erst einmal. Und Natur. Viel Natur. Herrchen - sehr meer- und wasserbegeistert - freute sich auf den See. Wassersport sollte möglich sein, laut Websites. Wenn man Algen liebt, und viel Dreck auf dem Grund und am Ufer, und schlammigen Grund - dann kann man da auch baden. Wir verzichteten wohlweislich.





Freitag Nachmittag angekommen, teilten wir uns auf nach dem ersten Orientierungsspaziergang auf. Ich inspizierte das Zimmer (groß, prima uneinsehbare Terrasse im 4. Stock ins Grüne hinaus), Herrchen setzte sich ans Seeufer und Frauchen trabte los. Einmal um den See herum: 6 km. Plus noch einen Naturpfad ein bißchen auf und ab, fürs Trailfeeling. Plus dann nochmal im Trab zum nahen Campingplatz, um sich mit Getränken zu versorgen. Und wieder zurück. Sehr lustig, eine über 1 km geschüttelte Cola light zu öffnen ... prust statt prost!

Coronabedingte Besonderheiten: Maskenpflicht im ganzen Hotel, außerhalb des Zimmers und bis zum Tisch im Restaurant. Keine Zimmerreinigung, dafür Minibar frei. Frühstücksbüffet sehr eingeschränkt, mit Anstehen und sich-Geben-lassen. Beziehungsweise vielen kleinen gefüllten Tellern und Töpfchen, alle mit Frischhaltefolie abgedeckt - ein Abfallberg sondergleichen. Maskenpflicht oder Anstehen am Büffet galt übrigens für einige besonders arrogante Golf-Fatzkes nicht, hatte man den Eindruck ...

Samstag dann erst einmal eine schweißtreibende Wanderung "3-Seen" - Wiesensee, großer Secker Weiher, kleiner Secker Weiher. Es waren sehr viele Radfahrer unterwegs, einige wenige Wanderer - und spätnachmittags dann genau ein(e) Läufer(in), nämlich Frauchen. Ganz schön kupierte Gegend da, die Anstiege und Gefälle waren gar nicht so ohne. Aber alles schön ausgeschildert und eine prima Laufgegend, Frauchen hätte sich dort länger beschäftigen können.

Sonntag dann noch eine kleine Rundwanderung durch die als Attraktion angepriesene Holzbachschlucht. Dies wäre nett gewesen, wenn nicht Massen dagewesen wären. Erstens Massen an Menschen (da merkt man: Urlaub in Deutschland ist in) und zweitens Massen an Bremsen, die Frauchen anscheinend als All-you-can-saug-Büffet ansahen.

Was leider sehr traurig auffiel: sehr viele, auch größere Areale mit abgestorbenen Fichten. Die Trockenheit setzt(e) dem Westerwald scheints noch mehr zu als hier den bayerischen Wäldern.


Dafür aber viele schöne Blümchenwiesen:


Also: ein Tipp für alle, die Natur und viel Grün mögen. Und keine Ablenkung durch irgendetwas anderes.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. Juli 2020

1 Woche, 2 Rennen über 5 km

Hallo Leute,

diese Woche gab es endlich  mal wieder Renn-Feeling für Frauchen. Leider "nur"  bei virtuellen Rennen, aber besser als nichts.

Canada Day Virtual Run
Am 1 Juli ist Canada Day (wusste ich bisher auch noch nicht ... aber ich hatte ja die Liste möglicher virtueller Rennen auf besondere Medaillen durchstöbert). Nun war der 1. Juli dieses Jahr erstens ein Arbeitstag und zweitens der heißeste Tag der Woche. Von der zur Verfügung stehenden Zeit ging es nicht anders: ich musste Frauchen genau zur Mittagszeit auf die Strecke schicken. Herrchen hatte uns vor Jahren mal eine 5 km-Strecke durch den Park abgemessen, die wir auch immer für den Save-the-Manatee-Lauf nehmen. Und wie immer, wenn Frauchen mit einer Startnummer durch den Park wetzt, gibt es den ein oder anderen irritierten Blick.

Als Ergebnis stand dann Temperatur = 29 Grad = Endzeit = 29:02 min. Naja, nicht gerade eine Top-Zeit, aber alles unter 30 min. ist für mich als Coach noch akzeptabel. Schnell noch die Medaille (ist die nicht super-duper-wunder-toll?) überreicht, Foto geschossen, geduscht und dann saß sie schon wieder am Home Office-Arbeitsplatz.


Challenge Women Virtual Run
Drei Tage später dann schon der nächste 5er - die Frauen-Challenge vom Triathlon in Roth. Beide Vor-Ort-Rennen fielen ja dieses Jahr aus, wenigstens der traditionelle 5 km-Lauf sollte dann wenigstens - virtuell - stattfinden. Da ich es ja liebe, in Startersackerln zu wühlen, hatte ich Frauchen für das "echte Paket" eingebucht. Das heißt Startnummer, Shirt und ein Goodie-Paket in echt und nicht nur virtuell. Als es pünktlich ankam, habe ich mich gleich darüber hergemacht:
Aber leider waren auch sehr viele Papierflyer und unnötige Pröbchen dabei. Wobei, den Cliffbar in Heidelbär, äh, Heidelbeer habe ich mir sofort gekrallt.

Gut war bei diesem Run, dass es eine App von Mika-Timing gab. So konnte Frauchen mal eine andere Strecke ausprobieren und nicht immer die gleich 5 km-Runde im Park ablaufen.
Problematisch war die Riesen-Startnummer. Erst schön befestigt, dann das Shirt angezogen und festgestellt - geht ja gar nicht. Das Teil bedeckte fast den ganzen Oberkörper und stand auch noch ab, das heißt, beim Laufen hätte es mega gestört. Die leicht mitpendelnden Hände hätten sich andauernd verfangen. Also Nummer wieder abgemacht und ohne losgerannt. Leider aber sofort einen megahohen Puls gehabt. Und damit meine ich nicht "Rennpuls", sondern rund 15 Schläge drüber. Seit diesem abgebrochenen Lauf Anfang Juni ist Frauchen da sehr sensibilisiert, achtet stark darauf und nimmt bei so etwas sofort Tempo raus. So auch gestern - in eher gemütlichen Laufschritten erarbeitete sie sich eine neue 5 km-Strecke.
Die App sollte eigenlich nach 5 km gestoppt werden - aber jedes Mal, wenn Frauchen drauftatschte, sagte die App "Du hast das Ziel noch nicht erreicht" - also weitergetrabt. Erst nach knapp 6 km merkte auch die App, dass nun gut war, und ließ Frauchen aus ihren Klauen. Endergebnis: 33:26 min, 585. von 960 Starterinnen, 19. in ihrer AK:

Auch hier schnell Medaille von mir überreicht, vor dem Lauf habe ich sie selbstverständlich  nicht herausgerückt!
Heute, beim schönen längeren Waldlauf, war der Puls dann wieder im grünen Bereich, alles normal. Aber die Verunsicherung läuft derzeit mit ...

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 2. Juli 2020

Durchwachsener erster Bergurlaub 2020

Hallo Leute,

normalerweise hätten wir im Juni schon mindestens zwei Bergaufenthalte gehabt, Innsbruck und Achensee, beide Mai, beide dank Corona ausgefallen.

Aber nun war es soweit: Lenggries, wie immer in unsere kleine Pension. Frauchen hatte vorher angerufen, ja, wir dürften kommen, nur langjährige Stammgäste (mit Urlaub dort seit 1978 waren wir dafür qualifiziert) würde sie nehmen, allen anderen sagt sie ab. Diese ganzen Hygieneregeln sind in der wie gesagt kleinen, familiären Pension nur mit großem Aufwand einzuhalten. Um es gleich zu spoilern: das Schlimmste für mich war, dass sie dieses Mal keinen Kuchen extra für mich und meinen Kumpel (o.k. auch für Frauchen) gebacken und ins Zimmer gestellt hat ...

Insgesamt war der Urlaub also durchwachsen. Kuchen- und kaiserschmarrntechnisch auf jeden Fall, für mich gab es nur einmal Rüblikuchen


und ihre zwei Kaiserschmarrn hat Frauchen ganz heimlich, still und leise ohne mich verdrückt!

Wettertechnisch war es auch durchwachsen. Die ersten drei Tage ergiebige Regenfälle. Dann zwei herrrliche Bergtage, die sie gleich für Wanderungen im Karwendel und am Achensee genutzt haben.
Danach ein Rückschlag, 18 Grad und leichter Niesel, am nächsten Tag sollten massive Gewitter kommen. Es sah aber immer noch gut aus, also marschierte Frauchen mal wieder aufs Brauneck hoch. 850 Höhenmeter. Und prompt kam die Sonne raus, als sie oben war.
Eigentlich war der Plan, mit der Bergbahn herunterzugondeln ... aber als Frauchen die Preise gesehen hat (11 Euro! Eine Talfahrt" Ja, spinnen die denn?), lief sie lieber die Diretissima über die Reiseralm herunter. Schnell. Zu schnell - was a) mit einem kleinen Sturz (nur ein paar Schrammen und verletzter Stolz) und b) mit einem ordentlichen Muskelkater quittiert wurde. Dieses Jahr hat sie nämlich noch zu wenig Bergablaufen trainiert .... den Kühen war es egal:
Letzter Tag dann der erste richtig heiße Traum-Sommertag, da wanderten sie noch auf eine Alm im Karwendel, wo es immer Murmeltiere zu sehen gibt und sonst nichts - kaum Wanderer, nur verfallene Almhütten, dieses Jahr aber leider auch nur ein Murmeltier. Das sich auch zierte und nicht aufs Foto wollte.
Und dann mussten wir auch schon wieder heim. Seufz. Der nächste Bergaufenthalt ist dann Anfang August. Da weiß ich aber, welcher Bär sich mit Kaiserschmarrn und Sachertorte vollstopft!

P.S. Gestern haben sie nun auch den Achenseelauf für 2020 abgesagt.

Bis sehr bald Euer Iwan