Donnerstag, 14. Juni 2018

Interview: Science Fiction können auch fränkische Frauen


Liebe Hedy, wir haben uns letztes Jahr auf der Consumenta kennengelernt - dort hatten wir gemeinsam mit anderen Schriftstellern einen Stand für unsere Werke. Du schreibst ja dystopische Romane. Ich gebe zu, ich musste erstmal nachschauen, was das heißt … bitte kläre meine Leser auf.

Ohne hier zu wissenschaftlich zu klingen: Eine Dystopie ist eine Erzählung, die einen pessimistischen Blick in die Zukunft und auf eine Gesellschaft wirft, die sich negativ entwickelt. Als Autor hat man hier eine wunderbare Möglichkeit, auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam zu machen. Vielleicht kann man auch ein kleines Bisschen davor warnen.

Um was geht es bei den Diginity-Romanen?
Die Menschheit hat den Schritt in die Weltraumbesiedelung geschafft. Entwicklungssprünge haben Telepathen hervorgebracht. Die Gesellschaft hat sich dadurch negativ entwickelt. Es gibt Telepathen, die ihre Macht gnadenlos ausnutzen und Menschen bei Bedarf zu ihren Werkzeugen machen. So geschieht es auch Shay. Sie wird gezwungen, Botin zu werden. Man löscht dafür ihr Gedächtnis und trennt sie von Mann und Kind. Band 1 erzählt von ihrem Kampf, sich von den geistigen Fesseln der beherrschenden Telepathen zu lösen. Shay erkämpft sich ihr Leben zurück. Und trifft per Zufall auf ihren Mann, der alles daran setzt, ihr zu helfen. Wie schwer das für ihn ist, weil sie ihn ja nicht erkennt, könnt ihr euch denken. Und da beginnt die „Romance“!

Wie kommt man denn auf die Idee, solche Science Fiction zu schreiben? Also erst einmal überhaupt zu schreiben?
Meine Freundin Gisi hatte keine Bücher mehr für mich. Gisi hat mich jahrelang jedes Wochenende mit Lesestoff versorgt. Lovestorys, Gestaltwandler, Vampire, alles, was das Fantasy-Leserherz begehrt. Es waren ganz tolle dabei (ich mag z.B. die Gestaltwandler von Nalini Singh sehr und auch die Black Dagger-Reihe), aber auch seichte. Das ist wie im Museum. Du siehst ein rotes Quadrat auf weißem Grund und denkst dir, das kann ich auch. (Falsch gedacht, denn du hast es nicht erfunden.) Aber im Prinzip war es so. Ich dachte, so was Einfaches könnte ich vielleicht auch. Eines Tages blieb der Nachschub aus. Mir war langweilig und ich hab wohl meinen Mann genervt. Denn der stellte mir einen Laptop hin und sagte: Dann schreib doch selber ein Buch. ÄHM. Hab mich hingesetzt und angefangen. Und es ist etwas Großes draus geworden.

Und dann solche romantischen Zukunftsstories? Woher hast Du Deine Ideen?
Zunächst wollte ich keine High Fantasy schreiben, sondern was Realistisches. Deshalb keine Elfen und Orks etc. Aber in unserer Realität kommt man schnell an Grenzen. Orte, Namen, Entfernungen, da ist vieles zu recherchieren – und das behindert die Kreativität. In der Zukunft hingegen wird vieles möglich sein, was wir heute für unmöglich halten. Bei der Erfindung des ersten Telefons hat sich noch kein Mensch die heutigen Smartphones vorstellen können. Also hab ich anstatt Hamburg, Berlin und München einfach komplett neue Welten erfunden, die Hope, Treasure oder Heritage heißen… Aber was dann im Roman passiert, hängt von den Helden ab. Sie werden neben mir lebendig. Leben, lieben, reden, töten, und ich bin nur der Transmitter, der alles aufschreibt.

Naheliegender wäre es doch gewesen, über Deine Katzen oder Pferde zu schreiben …. Oder Geschichten aus Deinem beruflichen Umfeld … Und nun entsteht schon der vierte Band von "Dignity Rising" - wann erscheint er?
Ehrlich gesagt kam es mir nie in den Sinn, über meine Katzen und mein näheres Umfeld zu schreiben. Wen sollte das denn interessieren? Nee, nee, lieber neue, abenteuerliche Welten erfinden und sich mit tollen Menschen umgeben, die – fast – perfekt sind. Band 4 ist der Abschluss der Dignity Reihe, zumindest vorläufig. Hier schließt sich der Kreis der Geschichte um Shay, Jon und ihre Freunde – aber mehr verraten wäre gespoilert. Band 4 ist jetzt brandneu am 31. Mai 2018 herausgekommen.

Nun träumen ja viele davon, sich einfach hinzusetzen und ein Buch zu schreiben. "Ich habe eine Geschichte in mir". Ist das so einfach? Du hast ja, genau wie ich, mit Self Publishing begonnen.
Bücher schreiben ist mehr als nur ein Hobby.Es ist schwere Arbeit. (Danke, Hedy, dass Du das mal so sagst ... im Prinzip denkt ja jeder, man setzt sich einfach hin und tippt los ....)
Es sei denn, man hat einen Haufen Geld übrig, um sich viele Leistungen dazuzukaufen, die einfach wichtig sind für den Erfolg. Z.B. Korrektorat, Lektorat, Covergrafik, Buchsatz, Buchmarketing. Wer das alles selber machen will, muss sich nicht nur ein paar Grundsätze aneignen, sondern richtig tief einsteigen. Ich war ja auch zunächst Selfpublisher und weiß, wovon ich rede, kenne auch zahlreiche Kollegen. Oft fängt es mit der Rechtschreibung und der Grammatik an. Und seien wir mal ehrlich: Nicht jede aufgeschriebene Geschichte ist eine gute Geschichte. Das heißt nicht, dass ich jemandem abrate zu schreiben. Er oder sie muss nur mit der Kritik des Marktes klarkommen, wenn man sich im Vorfeld nicht mal die Mühe macht, sauberes Deutsch zu schreiben.

Und nun erscheint Deine Dignity-Reihe in einem Verlag. Wie toll ist das denn? Oder schränkt Dich das ein?
Ein Verlagsvertrag erscheint einem zunächst wie ein Sechser im Lotto. Natürlich bin ich sehr stolz darauf, dass der Carlsen Verlag Hamburg meine Serie unter dem Label Dark Diamonds neu herausgegeben hat. Aber du hast recht, es schränkt auch ein und man ist als Autor einfach abhängiger, als wenn ich selber über alles entscheiden dürfte. Mein nächstes Buch werde ich ganz gezielt wenigen ausgesuchten Verlagen anbieten, und wenn das nicht klappt, mach ich es selbst. Eine Zusammenarbeit mit einem Verlag bedeutet nämlich auch, dass die Leser viel länger auf das Buch warten müssen.

Schreibst Du neben der Diginity-Reihe noch andere Werke? Und wie geht es mit den Dignity-Helden weiter?
Die Dignity-Reihe könnte eines Tages weitergehen. In der Serie gibt es auch Kinder, und die werden älter und können eines Tages ihre eigene Geschichte erzählen. In der Zwischenzeit habe ich jedoch ein neues Projekt geschrieben (ganz fertig ist es noch nicht). Diesmal bewegen wir uns nur auf einem Planeten, aber in einer fantastischen, neuen Welt, die so noch niemand zuvor erfunden hat! Und mehr verrate ich dazu noch nicht. Aber wer ein grandioses Abenteuer sucht, über starke Charaktere, Liebe, Mut und Intrigen lesen will, wird wieder bei mir richtig sein. Mal was ganz anderes ist meine historische Kriminalgeschichte, die im März 2018 beim Wellhöfer Verlag in einer Krimisammlung erschienen ist. Das Buch hat den Titel „Blutspuren auf Mallorca“ und wer meine Bücher kennt weiß, dass meine Geschichte zu den düsteren im Buch gehört. Sie heißt „Der Fischer von Manacor“. Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang – eh klar :-). Und neben bei schreib ich ab und zu Gedichte. Wer mag, findet das Buch und das E-Book unter dem Titel „Lila Gedanken“.

Danke für das Gespräch, liebe Hedy! Und für die geneigten Leser meines Blogs - ein bißchen Werbung für die Bücher, über die Links, habe ich eingefügt. Dafür kriege ich aber kein Geld (auch  mein Frauchen nicht). Hedy hat mir nur versprochen, beim nächsten Grillabend darf ich als Erster und ganz allein zum Grill schlendern und mir was aussuchen! Ich glaube, da werde ich schneller sein als Frauchen bei ihrem Spurt-Training!

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 10. Juni 2018

3. Tiergartenlauf - quasi ein Siebenkampf

Hallo Leute,

letzte Woche habe ich mir echt Sorgen um Frauchen gemacht. Ihr wisst ja (hoffentlich wisst Ihr das!), dass Frauchen zusammen mit Katrin vor einigen Jahren die Idee zum Tiergartenlauf Nürnberg hatte. Und sie dann zusammen mit dem Verwaltungsleiter des Tiergartens und dem LAC Quelle das Projekt umsetzten. 2016 fand der Lauf zum ersten Mal statt, dieses Jahr also die 3. Auflage. Reine Routine, möchte bär meinen. Leider nicht. Irgendwie artete das Ganze dieses Jahr in einen Siebenkampf aus:

  1. Planen, rechnen, bestellen - Shirts und Medaillen - und doch irgendwie immer genau in einer Größe zu wenig zu haben - obwohl doch genau nach Anmeldungen bestellt und jeweils Puffer dazugerechnet
  2. Tippen, tippen, tippen - Newsletter, Pressemitteilungen, Infos, Sponsorenberichte, Mails 
  3. Zittern - die ersten zwei Jahre kamen die Shirts immer erst am Tag der Ausgabe Starterpackages an, egal für wieviel früher man sie bestellt hatte. Dieses Jahr waren sie zwei Tage vorher da - dafür waren die Medaillen verschollen. Und trafen genau 24 Stunden vor dem Startsignal ein.
  4. Fahren - Gutzis für die Starterbeutel einsammeln, eingelagerte Sachen aus den letzten Jahren abholen und zum Nutzungsort bringen
  5. Packen und stapeln - viele viele Kartons, mit Trinkbechern (knapp 5.000), Shirts (eine große Palette mit ca. 20 Kartons),  Gutzis für die Starterbeutel ...
  6. Hoffen und beten - die Wettervorhersage sagte Gewitter pünktlich für das Zeitfenster Freitag zwischen 18 und 20 Uhr voraus - also genau für die Start- und Laufzeiten. Gewitter wäre die einzige Wetterlage, bei der man hätte absagen müssen. Die Läufe konnten dann aber doch - ohne Gewitter - starten.
  7. Laufen, laufen, laufen - am Veranstaltungstag selbst ist Frauchen gefühlte 50 mal vom Naturkundehaus (Startunterlagenausgabe und Kleideraufbewahrung und "Kommandostelle") zum Start-/Zielbereich gerannt und wieder zurück - einmal leicht bergab, einmal leicht bergauf. Garniert mit Abstechern zur Lagune (Siegerehrung, nicht zum Plantschen ...).
Ergebnis: Frauchen hatte Samstag die miesesten Pulswerte, die ich je bei ihr erlebt habe. Denn das Ganze wurde von ziemlicher Rast- und Ruhelosigkeit begleitet, Donnerstag machte sie sich solche Sorgen, ob sich die Medaillen bei der Spedition wieder anfinden, dass sie um 4 Uhr früh aufstand!

Aber was ich so gelesen habe, war es wieder für die Starter ein toller Tiergartenlauf! Und das ist die Hauptsache, dann war es diesen "Siebenkampf der anderen Art" wert. Und nun kann ich zusehen, Frauchen wieder auf Trainingsspur zu bringen, denn es sind nur noch knapp 12 Tage bis zum Achensee Trail Hero! Und Kaiserschmarrn für den Coach (sprich mich) gibt es nur bei erfolgreichem Finish ...

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier gibt es übrigens sehr lesenswerte Berichte über den Tiergartenlauf:
exito Gipfelstürmer – mit vielen Bildern
Sebastian alias „Der Fleggo“
Axelander
Manu alias "Laufwelt"
Rose aus dem #TeamSeekuh

Samstag, 2. Juni 2018

London - traditional and modern

Hallo Leute,

ich war Euch noch Fozzies sonstigen Reisebericht über die 2,5 Tage in London schuldig. (Ich habe ihm aber gesagt, er soll sich kurz fassen und nicht immer so viel plappern ...)

"Als ob ich plappern würde! Also mache ich es halt kurz und zeige Euch nur die Fotos. Wir waren viel unterwegs, zweimal war Frauchen und mir gepflegt schlecht - einmal in diesen alten Londoner Bus




und einmal im London Eye. Das ist das dritthöchste Riesenrad der Welt, mit tollen Aussichten (und einer ebenso tollen Warteschlange davor, Frauchen hatte aber schlauerweise schon von zuhause aus Fast Pass Tickets für sich und mich gelöst).































Dann haben wir in Paddington Station fast eine halbe Stunde lang die Statue von Paddington Bear gesucht ...
















... waren am Piccadilly und flotte Autos gucken (der graue da, ein Lamborghini, wäre genau mein Geschmack ...).










Und zu guter Letzt haben wir noch den Tower und die Towerbridge besucht:


Ihr seht also, viel Sightseeing. Wobei London anscheinend jedes Jahr voller wird - ganz ehrlich,  auch wenn wir selbst Touristen waren - es ist einfach zu voll. Viel zu viele Menschen. Zwei Tipps hätte ich aber noch für Euch: 
  1. Fahrt nicht mit dem überteuerten Heathrow Express Zug in die Stadt - sie versuchen zwar am Flughafen massiv, die Tickets an den Mann / die Frau / den Bären zu kriegen, aber ihr kommt in Paddington Station an und braucht mit Sicherheit von da nochmal eine Fahrkarte für den Nahverkehr - nutzt lieber eine Tageskarte für die Öffentlichen und fahrt mit der U-Bahn rein.
  2. Nutzt überhaupt die U-Bahn und das Busnetz. Sie fahren sehr häufig, und die Busse klappern auch die typischen Sightseeing-Routen ab - aber eben für weniger Geld als der Touri-Sightseeing-Busse. Und die U-Bahnstationen sind sowieso eine Schau ... alt, gekachelt, sehr lange Gänge, steile Rolltreppen ... vor allem die Baker Street-Station ist einen Zwischenstopp wert, die stammt aus den 1860er Jahren und ist so auch restauriert worden."
Grummel - ich wäre doch gern mitgefahren. Hört sich gut an ... das nächste Mal bin ich wieder dabei!

Bis bald Euer Iwan