Sonntag, 17. September 2017

Motivationsloch

Hallo Leute,

ich bin verzweifelt. Mit meinen Nerven und meiner Geduld am Ende. Ihr habt Euch sicher schon gewundert, warum ich letzte Woche nichts vom Isarlauf berichtet hatte (Frauchen war ja wieder für die 10 km gemeldet). Und heute wollte ich eigentlich vomTegernseelauf berichten. Beides: DNS. Did not start. Letzte Woche 11 Grad und Regen, heute morgen 8 Grad und Schnürlregen. Gut. Frauchen mag keine Kälte. Und ist auch keine Regenläuferin. Aber ich hatte sie inzwischen so weit, dass mein Spruch "Bist Du etwas aus Zucker?!" verinnerlicht war. Und sie im Training auch schon bei Regen raus ist.
Aber nun? Wir haben jetzt zwei Wochenenden in Lenggries hinter uns. Trainingsläufe gehen auch. Aber irgendwie fehlt Frauchen die Motivation. Nach dem grandiosen Erlebnis Karwendelmarsch ist es anscheinend wirklich ein großes, tiefes Loch. Sie trabt zwar vor sich hin, gestern dann auch - nach 5 km "Anlauf" - die 10 km-Strecke, die sie eigentlich letzten Sonntag beim Isarlauf im Wettkampf hätte laufen sollen. Aber der große Gieper, die Lust, sich an die Startlinie bei einem Wettkampf zu stellen, fehlt. So ehrlich ist sie, dass sie nicht alles auf das wirklich lausige Wetter schiebt.
Jetzt hoffe ich dann auf wieder mehr Sonne und noch ein paar schöne warme Tage auf Mallorca, ab Ende September. Oma passt dann wieder auf mich und die Wohnung auf. Ich gebe Frauchen den Trainingsplan mit, damit sie aus ihrem schwarzen Lauf-Loch wieder rauskommt. Bitte Daumen drücken.
Apropos Daumen drücken, nächsten Sonntag ist ja Berlin Marathon. Da drücken wir dann T.B. ganz fest die Daumen und Tatzen - alles Gute!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 5. September 2017

Hello und Goodbye

Hallo Leute,

wir hören gerade die "Evita"-CD, da ist das ein sehr ohrwurmiger Titel. Und passt gut. Denn nachdem Frauchen schon schluchzend Abschied von ihrer blauen Laufshorts nehmen musste, stand nach dem Karwendelmarsch ein weiterer harter Abschied an. Die Trailschuhe hatten nach 2 Saisons (oder was ist eigentlich der Plural von "Saison"?) ausgedient.


Tapfer waren sie gelaufen, den Innsbruck Alpine, den Pitz Alpine (beides die Rookie-Distanzen, bei letzterem durften sie sogar danach mit unter die Dusche dank der vielen Schlammlöcher ...). Achenseelauf und Salzburg Trailrun. Und viele viele schöne Trainingsläufe, hier im Reichswald, aber auch in Lenggries, am Achensee und auf Mallorca. Und nun waren sie am Ende ... adios. Gut gemacht!

Aber jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Nämlich der Zauber, neue Trailschuhe "beginnen" zu können. Frauchen freut sich schon auf den ersten Lauf mit den Neuen. Hoffentlich dienen sie genauso gut wie die alten!

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 31. August 2017

Karwendelmarsch: Mission "Just9"

Hallo Leute,

hier nun der ausführliche Bericht zum Karwendelmarsch. Damit fängt es schon an, der Name ist irreführend. Da er aber Tradition hat, bleibt er so. Man kann sich entweder als Läufer über die 52 km anmelden (darf aber auch gehen), oder als "Marschierer" über 52 km, kann ohne Ankündigung nach 35 km aussteigen und darf auch laufen. Also habe ich Frauchen als "Marschierer" angemeldet, denn die Option des "Aussteigen könnens" erschien mir doch sinnvoll. Im nachhinein muss ich sagen: böser Fehler. Erstens müssen "Marschierer" eine Stempelkarte mitschleifen, die sie sich am Start und dann an jeder Labestation stempeln lassen müssen. Frauchen hatte höflich gefragt, ob es ein "Muss" sei, und wurde ziemlich angeschnauzt "sie müsse gar nichts, aber man soll, und sie würde schon sehen, was sie davon hat". (Das war aber auch die einzige unfreundliche Helferin, muss ich betonen). Zweitens starten die "Marschierer" hinter allen Läufern. Dazu später mehr. Und drittens kriegen sie eine weniger schöne Finishermedaille (schluchz, kein Brilli drin).

Also - wir sind am Freitag nach Scharnitz gefahren, um die Startunterlagen für Frauchen und Trailbirdie abzuholen. Astrid wollte erst Freitag zum Achensee anreisen, daher bot es sich an. Das Startgelände war schnell gefunden, die Abholung ging auch sehr schnell. Denn es gab ... die Startnummer. Sonst nichts. Keinen Streckenplan, so wie wir es vom Pitz oder Innsbruck Alpine kennen. Und das Finishersackerl sollte es - wie der Name schon sagt - erst nach dem Finish geben.
Samstag früh klingelte der Wecker um 3 Uhr. Ich hatte Frauchen schon am Abend vorher fürsorglich alle Sachen herausgelegt und gepackt.

Denn wir hatten ja so gar keine Ahnung, was man für einen 52-km-Berglauf braucht. Lieber für alles gewappnet sein. Untenrum war klar: die gut bewährten Trailschuhe, lange gelaufen, für die es eines der letzten Rennen werden sollte. Socken, kurze Hosen. Taschen vollgestopft mit Salztabletten, Tempos, Notfallgeld und Marschtabelle, ausgelegt auf Durchgangszeiten mit Endziel 10:17 Stunden. Funktionsunterhemd, Laufshirt. Langärmeliges Wams drüber, da es morgens frisch sein sollte. Regen-/Windjacke für Wetterumschwünge und vor dem Start. Sunvisor, damit die Sonne nicht zu sehr blendet. Wasserflasche für die Hand, Camelback mit 1/2 Liter Cola light, 6 Früchteriegeln, weiteren Salztabletten, Handy, Powershots (bäh, kann Frauchen nicht mehr sehen, haben zu viele gekauft, will jemand ein paar Tüten?).

Um halb vier Astrid im Hotelflur getroffen, und im Dunkeln zum Shuttlebus in Pertisau getrottet. Aus allen Hotels kamen Läufer angeströmt. Der Bus fuhr auch zuverlässig und pünktlich los. Ab hier muss Frauchen übernehmen, ich blieb bei Herrchen.
Erster Schock, während ich nachts um kurz vor 5 lustlos an meiner Frühstückssemmel im Bus mümmelte - es regnete! Entgegen jeder Wettervorhersage ... aber es hörte glücklicherweise direkt beim Eintreffen in Scharnitz auf. Das war ja mein Alptraum: herrlichste Berge um mich herum und ich trabe durch tiefhängende Wolken.
Einer der zwei Meckerpunkte über den Lauf: zuwenig Toiletten im Startbereich. 5 Stück für ca. 1.000 Damen, und ein Dixie nach dem anderen schnell verstopft - das geht nicht, sorry. So mussten die Büsche neben dem Parkplatz herhalten - gar nicht schön, mir haben die armen Anwohner leidgetan.
Um 6 Uhr wurden erst die Läufer, dann wir "Wanderer" auf die Strecke geschickt. Und da ich ziemlich spät von meiner Nicht-Dixie-Exkursion zurück war, stand ich sehr weit hinten im Starterfeld. Damit war die erste Renntaktik hinüber - ich wollte bis zur ersten Labestation, Schafstallboden (9,3 km, 264 HM) laufen. Daran war bei der breiten Front von Wanderern mit Stecken vor mir nicht zu denken. Zickzack, und immer wieder Laufen / Gehen - das strengte ziemlich an, also beschränkte ich mich erst mal auf sehr schnelles Gehen. Und immer nur wenn es frei war leichtes Laufen. Gegen 7 Uhr war dann die Sonne auf den umliegenden Berggipfeln zu sehen - herrlich! Schneller als gedacht war die erste Labe da ... kurz ein paar Apfelschnitze geschnappt, Stempel ins Heft gehauen und weiter. Diese Taktik, nicht stehen zu bleiben, sondern essender- und trinkenderweise weiterzugehen, habe ich bis auf eine Station beibehalten. Und das ist mir gut bekommen. 
Nun ging es Richtung Talabschluss, und dann in Serpentinen hoch zum Karwendelhaus (8,7 km, 571 HM). Schön brav hochgezogen, oben herliche Aussicht in alle Richtungen. Und fassungslose Blicke von Wanderern ... Erstaunt war ich, dass ich nun schon 18 km hinter mir hatte. Steinchen aus den Schuhen geschüttelt, ordentlich Wasser gefasst, Apfelschnitze und Früchteriegel gemümmelt, und ab ins Tal. Ein recht breiter schottriger Weg, auf dem man sehr gut laufen konnte (dachte ich jedenfalls, ich habe hinterher gehört, dass es doch einige hingehauen hat und die Sanitäter ordentlich zu tun hatten). Nach 6,5 km und insgesamt 400 HM abwärts war der Kleine Ahornboden ereicht, den ich ja von vielen Wanderungen gut kenne. An der Labestation das Übliche: Apfelschnitze, Wasser. Beim Stempeln fragte mich der nette Helfer, wie weit ich denn noch wolle. Ich erstaunt "naja, schon bis Pertisau". Er "wirklich" und ungläubig geguckt. Nachdem ich nun die Bilder gesehen habe, kann ich mir auch denken, warum: hochroter Kopf. Den kriege ich aber nun mal immer bei sportlichen Anstrengungen, das ist volkommen normal. Im Sanitätszelt hing übrigens eine Läuferin am Tropf - das hat mich schon leicht schockiert. 
Weiter ging es, Richtung Falkenhütte. Erst eben, dann leicht und später sehr steil aufwärts (das kommt leider auf dem Foto so gar nicht heraus). 4,8 km und 465 HM. Die Sonne sengte, die Läufer japsten.

Ich hatte meine Wasserflasche leer getrunken, und hoffte auf die nächste Station. Bevor die erreicht war, kam aber was viel Besseres: eine Viehtränke! Mit lauter ziemlich irritiert guckenden Kälbern drum herum, die nicht ans Wasser kamen, weil so viele Läufer dort standen und tranken - bzw. so wie ich schnell die Flasche füllten. (Zu meiner Ehrenrettung: ich habe mich höflich bei den Kälbern bedankt und erntete ein vielstimmiges Muh!)
Der Anstieg hörte und hörte nicht auf ... endlich: oben! Und mir wurde bewusst, dass ich schon jetzt mit über 29 km weiter als jemals bisher gelaufen war. 
Während ich noch meine Apfelschnitze herunterwürgte, und ein wahrlich schmackhaftes Käsebrot hinterher, ging es in den atemberaubenden Streckenabschnitt zu Füßen der Laliderer Wände. Netto fast eben, brutto aber doch 175 HM runter und 123 HM hoch. Hier überholte mich übrigens einer der drei Hunde, die ich beim Start gesehen hatte, samt seiner Menschen. Um es vorwegzunehmen: dieser Köter (hier spricht der Neid, also schon das süße Hundilein) finishte die 52 km schneller als ich!
Was auf diesem Streckenabschnitt - Singletrail, Bergpfad, manchmal schottriges Geröll - auffiel: da waren doch etliche Läufer ab-so-lut nicht trittsicher, stolperten vor sich hin oder gingen selbst mit Stöcken sehr unsicher. Ganz ehrlich: auch wenn Bergläufe und Trailruning mega-in sind, sollte man sich doch bitte überlegen, dass man für solche Strecken schon trittsicher sein und alpine Erfahrung haben sollte. 


Inzwischen überholte ich doch immer mal wieder Marschierer oder auch Läufer (erkennbar an der roten Startnummer). Oben am Hohljoch angekommen wusste ich: jetzt geht es auf 3,3 km 614 HM steil abwärts. Ein ganz fieser Weg. Und der machte sich auch bei meinen altehrwürdigen Schuhen bemerkbar: die linke Sohle löste sich an der Ferse und flappte für den Rest der Strecke munter vor sich hin.
Wenn man nicht so genau auf den Weg achten musste, konnte man das herrliche Panorama hinunter in den Enger Grund genießen, mit blauem Himmel - Karwendel at his best! Etwas störend, aber auch motivierend die vielen "Wochenend"wanderer, die von unten entgegenkamen auf dem engen Weg. O-Ton "Ja, spinnen die denn alle hier. So steil, und da rennen die noch!"


Unten angekommen, waren 35,5 km erreicht. Und leckeres Süppchen an der Labestelle. Eigentlich hatte ich gedacht, müsste ich hier vielleicht aussteigen. Stattdessen habe ich mich gewundert, dass ich meine Beinchen immer noch nicht allzusehr spürte ... Mit meinem Mann hatte ich vereinbart, ich rufe ihn an, wenn ich aussteige, und melde mich ansonsten, wie ich in der Zeit liege. Da er ja eigentlich den Tag im Bad (umpf!) verbringen wollte ... Nun lag ich schon 50 min. vor der Marschtabelle - also angerufen. Und siehe da: er war doch mit dem Auto und Iwan unterwegs in die Eng (wer es nicht kennt - man muss vom Achensee aus quasi ein umgekehrtes U dorthin abfahren, rund 50 km, eine andere Straße gibt es nicht) und war noch lange nicht da. Da so viel Ausflugsverkehr war, stand er sogar im Stau - also konnte er gleich wieder umkehren, sich in Pertisau aufs Rad schwingen und mir entgegenkommen.
Handy wieder weggepackt, die inzwischen 5. Salztablette geschluckt (das hatte  mir Katrin ans Herz gelegt, sehr guter Tipp) und gleich in den nächsten Anstieg geworfen. Hoch zur Binsalm, da kenne ich leider jeden - sehr harten - Meter des Weges. 280 HM auf 2,2, km. Oben die Überraschung: Astrid aka Trailbirdie, erfahrene Marathon- und Trailläuferin, saß an der Labestation. Großes Hallo, dass ich auf sie aufgelaufen war. Das war dann das einzige Mal, dass ich mich auch ein paar Minuten gesetzt habe für die obligatorischen Apfelschnitze. Mochten meine Oberschenkel aber gar nicht. Weiter ging´s!
Glücklicherweise verschonte uns die Sonne in der nächsten Stunde. Denn nun ging es steil in Serpentinen nach oben. Erst nebeneinander, dann auf Singletrail Bergpfad. 410 HM auf 2,2 km. Man guckt nach oben und sieht nur die bunte Karawane der Läufer bergan ziehen ... ich hätte gern mal gesehen, wie der Sieger hier gelaufen ist ... der war immerhin nach 4:07 Stunden im Ziel! Also ein 10 Stunden-km-Schnitt.
Dann hörte man jemanden sagen "nur noch 10 Meter". Stimmte aber nicht. Ein Fuß vor den anderen setzen .. immer wieder ... nochmal "nur noch 10 Meter"! Ja, endlich galt dieser Satz des netten Herrn der Bergwacht uns! Wir waren am höchsten Punkt der Strecke, dem Gramaisattel mit 1.903 HM, angekommen. Hurra! Nun ging es steil abwärts über die Almwiese, zu Käse-/Salamibrot, Abkühlung und Wasser. Und weiter steil abwärts (für die Zahlenfetischisten unter Euch: 3,6 km mit 637 HM). 
Dabei entspann sich ein nettes Gespräch mit Frank, der interessiert fragte, was ich denn mit meinem Profil gemacht hätte? Denn während es links ja bekanntlich "flapflap" machte, hatte sich die rechte Sohle zu einem "flipflapflip" entschieden. Also wohl einen Lauf zu lange getragen, diese Trailschuhe! Endlich unten auf rund 1.200 Meter Höhe angekommen, an der Gramaialm. Ab da wären es "nur noch" rund 300 HM auf 8,5 km bergab, eine meiner Trainingsstrecken, für die ich normal rund 50 min. brauche.  An dem Tag definitiv nicht. Meine Beine hatten inzwischen realisiert, dass sie ihren ersten Marathon hinter sich gebracht hatten. Und dachten anscheinend "gut ist!". Bis zur Falzthurnalm kam ich noch laufend, Astrid ließ mich dann gefühlt stehen, und bei mir ging wenig.
Ich war mit Herrchen auf dem Rad zur Falzthurnalm gefahren. Und bibberte, bis ich Frauchen auftauchen sah. Mann, war ich erleichtert! Sie konnte sogar noch winken. Wir redeten ihr gut zu und begleiteten sie dann auf diesem echten "Promenadenweg" - asphaltiert, breit, leicht abschüssig.
Nur ging zwischen Restkilometer 3 und 2 dann auf einmal nichts mehr, Frauchen ging statt zu laufen. Also habe ich sie wütend angequiekt. Na also, geht doch! Nun noch einmal quer durch Pertisau, diversen Auto- und Busfahrern ausweichen, und dann durfte ich endlich aufspringen. Und meinen ersten Ultra finishen! 9:00:29 Stunden, damit weit unter unserem Zeitziel. 298. Platz bei den 1.194 Marschierern, 86. in ihrer Altersklasse. Wäre sie als "Läufer" gestartet, wäre sie immerhin auch 540. von 689 Gestarteten geworden. Astrid kam noch 7 min. schneller ins Ziel, Glückwunsch dazu. Und wir waren alle super glücklich und Stolz, es so gut geschafft zu haben. Was wir gleich mal feierten:

Dann kam der zweite Meckerpunkt: das Finisherpaket. Viele Flyer, einer war gleich dreimal drin. Ein Stirnband, Tiroler Steinöl Tonikum (sehr gut, beser als Franzbranntwein, nutzen wir schon lange) und Fußbalsam. Ein bißchen wenig für 50 Euro Startgeld, verglichen mit anderen Startersackerln und Startgeldern in Österreich. Was aber seinesgleichen sucht und von uns ausdrücklich gelobt wird: sehr gute Labestationen, viele Helfer auch auf der Strecke, gut markiert - diese ganze Infrastruktur kostet ja auch ...
Abends im Hotel haben wir diesen wunderschönen Tag dann noch mit dem obligatorischen Schnitzel und Kaiserschmarrn ausklingen lassen:


Fazit: Fast alle haben Frauchen und mich für verrückt erklärt. Gerade mal Halbmarathons (o.k. auch in den Bergen) gelaufen und nun gleich mal 52 km. Ohne je einen Marathon gelaufen zu haben. Mit Todesverachtung haben wir unser Trainingsprogramm absolviert, auch wenn es manchmal sehr weh getan hat. Und wurden letzten Samstag mit einem rundum gelungenen Lauf dafür belohnt. Da kann ich nur sagen "Just do it" bzw. "if you can dream it you can do it".

Der Muskelkater in den Oberschenkeln ist bereits fast weg. Und wir bereiten uns mental schon auf die "kurzen" Strecken beim Isarlauf (10 km am 10.9.) und Tegernseelauf (HM am 17.9.) vor.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 27. August 2017

Karwendelmarsch: Speed Hike and Run

Hallo Leute,

ich leide ... naja gut, Frauchen leidet. Sie hat gerade die Blasen unter (!) drei (!) Zehennägeln geöffnet. Ansonsten geht es ihr soweit gut .... yabbadabbadooo! Geschafft! Karwendelmarsch! 52 km! Über 2.000 Höhenmeter! In 9:00:29, also auch super im Zeitziel! Und so ganz nebenher hat Frauchen dabei auch ihren ersten Marathon absolviert .... denn bisher war das längste, was wir zu Buche stehen hatten, der Achenseelauf mit 23,2 km.
Das nur in Kürze, ausführlicher Post folgt. Aber Frauchen ist diese Woche auf Seminar, kommt erst Ende der Woche zum Tippen nach meinem Diktat .... und ich weiß ja, viele haben mitgefiebert. Danke dafür!
Bis dann
Euer Iwan


Freitag, 18. August 2017

Countdown für die Mission "Sub11"

Hallo Leute,

so langsam wird es ernst. In 8 Tagen ist der Karwendelmarsch. Falls Ihr Euch gewundert habt, dass ich in letzter Zeit dazu nichts gepostet habe - mir war nicht danach. Frauchen hat mir viele neue graue Haare beschert. Erst kam Ende Juli das kurze "Ausschnackeln" im Rücken. Dann aus heiterem Himmel Dienstag vor einer Woche auf einmal: Ferse links, Auftreten unmöglich, stechender Schmerz unter der Ferse. Auch bei absoluter Schonung nach 3 Tagen noch da.Wer mein Frauchen kennt, weiß - Arztbesuch und sie, das ist wie Teufel und Weihwasser. Sie hoffte also auf Wunderheilung. Dr. Google meinte "Fersensporn" oder "Ermüdungsbruch". Beides jetzt nicht gerade lustig.
Sie hoppelte also weiter herum, rechts normal auftretend, links nur auf Zehenspitzen. Von mir kritisch beäugt. Samstag wurde es besser, Sonntag war beim Gehen nichts mehr zu spüren. Also leichten Lauf angesetzt. Aua aua. Ach ja, so ging es: links auf dem Vorderfuß, rechts normal - beim Laufen sogar einfacher als beim Gehen.
Wir hatten beide Angst, dass die Kondition flötengeht, inzwischen dauerte ja die Laufpause schon 1 Woche!
Und seit gestern ist die Ferse vollkommen ruhig, nichts mehr zu spüren. Sehr seltsam. Dafür meldete sich erstens ein Backenzahn - hierzu muss man wissen: Frauchen hatte seit 40 Jahren, ungelogen, kein Zahnweh mehr. (Und wen es interessiert: das letzte Mal gebohrt wurde 1989) Und zweitens muckte die Wade massiv. Gestern beim Lauf die ganze Zeit das Gefühl, gleich reißt was. Danach ordentlich massiert, gut geschlafen ... und heute: nix mehr, alles gut. Letzter langer Lauf (gemäß Trainingsplan) über 2 Stunden sehr schön absolviert. Jetzt bin ich nur mal gespannt, was Frauchens Körper so als Nächstes anschleppt ... Haarwurzelspitzenkatarrh?

Zurück zum "großen Vorhaben". Ich tüftele ja nun schon seit Wochen an der Zeitprognose und optimalen Renneinteilung. Unser Handicap (vielleicht aber auch ein Vorteil, wer weiß?) - ab der Falkenhütte kennt Frauchen die Strecke sehr gut von diversen Wanderungen. Sie muss also ab da nur noch die Szenerie unterhalb der Laliderer Wände genießen (ist ja eigentlich flach), dann steil runter (kein Krafteinsatz nötig) vom Hohljoch in die Eng, dann wieder steil hoch über Binsalm zum Gramai Hochleger (ist aber der letzte Anstieg) und dann runter und laufen lassen von Gramaialm über Falzthurnalm (lächerlich, leicht bergab führende oftmalige Trainingsstrecke) und dann warte ich schon im Ziel auf sie. Also so ungefähr habe ich mir das gedacht. Zum Appetitmachen habe ich ein paar Bilder der Strecke herausgesucht:





Als Zeitziel möchten wir gern unter 11 Stunden bleiben. Bitte nicht laut lachen, Ihr trainierten Ultraläufer, es geht ums Ankommen und Bergwelt genießen. Einige gute Bekannte laufen dort auch - die sind aber wahrscheinlich alle schneller. Frauchens Freundin, die sich gemeinsam mit ihr für dieses Himmelfahrtskommando angemeldet hat, muss leider wegen Verletzung passen. Also sind wir auf uns gestellt, bei unserem Vorhaben "bisher Halbmarathon, nun halt gleich mal ein Ultra in den Bergen". Drückt bitte alle am Samstag, den 26.8., ab 6 Uhr die Daumen. Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan

Endlich mal wieder ein guter Thriller

Hallo Leute,

neben unseren "üblichen Crime- und Thriller-Autoren" wie Robinson, Connelly, Chris Carter, Castillo probieren wir gern mal neue, uns unbekannte Autoren. Die letzten Male waren wir ja etwas enttäuscht, aber dieses Buch - ohne allzuviel vorwegzunehmen - verdient endlich mal wieder die Bezeichnung "spannender Thriller".

The girl before
JP Delaney, erschienen bei Penguin Verlag, 13,00 Euro.

Der Klappentext ist minimalistisch. "Ein hochmodernes Haus. Zwei Frauen. Ein Verbrechen." Und um Minimalismus geht es auch in dem Buch selbst. Nämlich um ein Haus, mit nur einer Wohnung, in extrem minimalistischem Baustil. Und wer dort als Mieter einziehen will, muss 200 Regeln befolgen - u.a. keine Haustiere, keine Bilder, keine Sofakissen, keine Bücher - und muss sich erst einmal bewerben. Der Architekt, Edward, wählt dann aus. Das Buch wird aus der Sicht von zwei Frauen erzählt. Emma unter "damals", Jane unter "heute". Schnell wird klar, dass sie beide als Mieterinnen akzeptiert wurden. Die sich sehr ähnlich sehen. Und sich beide in Edward verliebten. Wobei der als sehr egozentrischer, bizarrer Charakter dargestellt wird.
Sehr creepy, ein gelungener Autorentrick sozusagen, wie sich bei beiden Frauen die Szenen fast wortwörtlich wiederholen, mit denen er sie herumkriegt.
Schnell wird auch klar - Emma ist tot. Die Treppe im Haus heruntergestürzt. Und sie hatte einige Probleme, mit einem Einbruch vor Einzug, mit einer Vergewaltigung, mit ihrem Freund, von dem sie sich nach Einzug trennt. Oder ist doch alles ganz anders gewesen? Jane wird immer mißtrauischer, ob nicht vielleicht ihr neuer Lover etwas damit zu tun haben könnte. Der dritte Protagonist ist das Haus. Alles wird gesteuert, man selbst kann weder Licht an- noch ausknipsen, die Dusche geht automatisch mit der präferierten Wassertemperatur an, übers WLAN erhält man nur gefilterte Seiten, alle paar Wochen muss man einen Test machen, ob man noch "würdig" ist, dort zu wohnen.
Alles schon hundert Mal gelesen, denkt man ... und dann kommt doch wieder eine überraschende Wendung. Deswegen wollen wir hier auch nicht mehr verraten. Es bleibt spannend bis zum großen Finale, natürlich mit Todesfolge. Und dann gibt es noch einen Hammer obendrauf.

Fazit:  5 Punkte - gut zu lesen, spannend bis zum Schluss, und dabei immer glaubwürdig. Nicht konstruiert, um Überraschungseffekte einzubauen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 13. August 2017

Time to say goodbye

Hallo Leute,

habt Ihr jetzt einen Schreck gekriegt? Oder Euch gefreut? Egal - ich meine nicht "Abschied nehmen" von mir, ich höre nicht auf .... Nein, es geht um diese Hose hier:
Eine der heißgeliebten kurzen Laufhosen von Frauchen. Circa 1994 gekauft und damit erst 23 Jahre alt. Und schon verschlissen, das muss man sich mal vorstellen! Jedenfalls regt sich Frauchen darüber auf, und wollte die mangelnde Qualität bei Adidas reklamieren. Habe ich ihr ausgeredet. Im Ernst, 23 Jahre alt und sehr häufig getragen. Im Urlaub oft mit dabei gewesen, da das Blau zu fast allen anderen Farben passt. Und ebenso häufig gewaschen.
Der Gummi im Bund ist der mindestens dritte. Und seit ein paar Monaten machen sich erst kleinere, dann immer mehr und größere Löcher bemerkbar. So kann ich Frauchen beim besten Willen nicht mehr auf die Straße lassen. Auch nicht im Wald, da grausen sich ja die Wildschweine! Aber sie kann sich halt noch nicht trennen .... habt Ihr das auch? Kennt Ihr das auch, solche Lieblingsstücke, die man trägt, bis sie fast vom Körper fallen?
Egal, wenn Frauchen nicht hinguckt. wandert das gute Stück in den Abfall. Macht Euch also schon mal auf lautes Wehgeheul gefasst ....
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 1. August 2017

Woran man merkt, dass man alt ist

Hallo Leute,

ich hatte den halben Post schon fertig, da habe ich gemerkt - das ist ja ein reines Gejammer übers Älterwerden. Und das will ich nicht - ich bin kein zahnloser alter Bär, der nur missmutig vor sich hingrummelt! Also alles gelöscht und von vorne. Frauchen und ich hatten ja am Samstag Geburtstag. Wir sind beide schon ÜFüs, also jenseits der "magischen" 50 Jahres-Grenze. Tja, deswegen stelle ich mal zusammen, woran man merkt, dass man sich zwar wie Zwanzig fühlt, aber sie eben nicht mehr ist:

  • die Musik im Radio ist einfach nur unmelodisch - wenn man mal volle Kanne und Begeisterung mitsingt, heißt es "das war die Nummer 1 von vor 30 Jahren"
  • die meisten Interpreten kennt man gar nicht
  • wenn man von Fernsehserien wie Flipper, Lassie, Fury, Mr. Ed redet, dann gucken einen die meisten Menschen nur irritiert an - "kenne ich nicht, ist die neu, wo läuft die?"
  • "wer war bitte schön Hans Rosenthal, Peter Frankenfeld, Heinz Ehrhardt?" - Frage der jüngeren Kollegen
  • man kennt noch die Telefonapparate mit Wählscheibe, graubeiges Einheitsmodell. Telefoniert wurde im Flur, da stand der Apparat. Mit Schnur.
  • man war stolz wie Bolle, weil man als Testgebiet auserkoren war und 5 (!) Fernsehprogramme hatte - heute jammert man nach Studium der rund 50 Kanäle "läuft mal wieder nichts"
  • beim Arzt wird einem zu weniger Sport geraten ("in Ihrem Alter läuft man kürzere Distanzen, lassen Sie es gut sein" O-Ton am 27.7. zu Frauchen)
  • beim Schleppen eines größeren Kartons wird man gefragt "schaffen Sie das, soll ich helfen?"
Eines sage ich Euch, wenn die Kids anfangen, in der U-Bahn für einen aufzustehen, dann reicht es mir!

Aber nun zurück zum ernsthaften Teil: Frauchen muss zur Zeit wirklich ein bißchen aufpassen. Am Donnerstag morgen hat es in ihrem Rücken ausgeschnackelt. Inzwischen hat es sich zwar wieder eingeschnackelt, aber wir sollen trotzdem vorsichtig sein. Und da ihr / unser Haupt-Saisonziel der Karwendelmarsch ist, haben wir schweren Herzens den Pitz Alpine Trail gestrichen. Der wäre jetzt am Samstag, 26 km mit 1.600 Höhenmetern. Und nicht gerade leichter, ebener, watteweicher Strecke. Wir wollen nichts riskieren. Schade. Aber wie gesagt, Frauchen will Ende August die 52 km gut schaffen, ich sie stolz im Ziel erwarten und mit ihr finishen.

Bis bald
Euer grauer, aber mitnichten alter Iwan


Dienstag, 25. Juli 2017

Agatha Christie meets Criminal Minds

Hallo Leute,

wir hatten uns auf einen richtig schön saftigen, spannenden Thriller gefreut. Es geht um dieses Buch hier:

Murder Park
Jonas Winner, erschienen bei Heyne, 12,99 Euro.

Der Klappentext klang megathrillig: in einem Freizeitpark in den USA hat ein Serienmörder vor 20 Jahren drei Frauen getötet. Nun soll der Park - der praktischerweise schön isoliert auf einer Insel liegt - wiedereröffnet werden. Als Murder Park, also als Themenpark mit nur einem Thema: Mord. Unser "Held", Journalist Paul, wird zusammen mit 11 anderen Personen auf die Insel eingeladen. Vor der Eröffnung, um dann das Ganze (hoffentlich) begeistert vorzustellen. Allerdings - sonst wären wir ja nicht in einem Thriller - kommen ihm dabei ein paar Morde dazwischen. "Und die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen ..."

Kommt Euch bekannt vor, die Grundidee? 12 scheinbar willkürlich zusammengewürfelte Leute, einsame Insel, keiner kommt vorbei, einer nach dem anderen wird umgebracht. Das hat Agatha Christie vor vielen Jahrzehnten schon meisterlich beschrieben. (Dieses Buch hat viele Titel, wir haben es als "Letztes Weekend" bzw. "And then there were none")

Das Ganze wird mit einem Touch Criminal Minds versehen - was bewegte den damaligen Serienmörder? Der übrigens gefasst und hingerichtet wurde ... Interviews mit allen Protagonisten sind zwischen die Handlung, als Rückblende, geschnitten. Und sehr rational wird von den wirklich üblen Mordmethoden von vor 20 Jahren berichtet, und welche Auswirkungen dies auf die Beteiligten hatte. Paul ist, das wird schnell klar, der Sohn des dritten Opfers. Andere Teilnehmer dieses Weekends sind die damals ermittelnde Kriminalerin, Angestellte des früheren Parks usw. Und schnell rückt der Investor mit seinem Plan für den Murder Park heraus: es soll quasi um Dating Wochenenden gehen, in der angsteinflößenden Atmosphäre sollen sich die Pärchen finden.

Die nacheinander passierenden Morde sind wirklich spannend, plastisch, um nicht zu sagen drastisch abschreckend beschrieben. Wem kann Paul noch trauen? Und lebt gar der frühere Mörder noch, ist der Falsche hingerichtet worden?

Das Problem: wen interessiert´s, wenn Beth, Michael usw. ermordet werden? Die Figuren sind so uninteressant, dass man sich eigentlich nur wünscht, dass schnell mal wieder jemand dahingemeuchelt wird. Dazwischen immer wieder Flashbacks von Paul - damit soll wohl angedeutet werden, dass eventuell auch er der Mörder sein könnte ...

Zum Schluss sind nur noch zwei übrig ... Paul und sein Love interest. Und uns Agatha Christie-gestählten Lesern wird klar: Paul ist es nicht, Lizzie ist es nicht ... dann muss wohl einer der anderen seinen Tod vorgetäuscht haben. Und Überraschung *Achtung Spoiler* nicht einer, alle! Alle waren Fake-Morde. Um Paul in die Arme von Lizzie zu treiben ... Aber nachdem die Tötungsarten wirklich sehr plastisch und bestialisch waren (Verbrennen, Aufschlitzen, Auffressenlassen von Ameisen und Schlangen ...), ist das nun sehr unglaubwürdig.

Und *Achtung nochmal Spoiler* natürlich treibt der echte Mörder doch noch sein Unwesen und will Paul an den Kragen ... Es kommt zum finalen Showdown im Riesenrad.

Nein, Leute, das war mal wieder zu viel des Guten. Oder des Schlechten. Auf den letzten 30 Seiten hat Frauchen nur noch den Kopf geschüttelt oder voll Hohn gelacht. Schade.

Fazit:  2 Punkte - gut angefangen, gute Grundidee, aber sehr abstrus umgesetzt.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst (wie man ja auch am Ergebnis sieht ...)

Bis bald Euer Iwan


Donnerstag, 20. Juli 2017

Erkenntnisse aus dem Trail-Training

Hallo Leute,

da mich so viele Leute fragen "wie läuft denn das Training für den Karwendelmarsch?", hier ein kurzer Zwischenbericht. Übrigens, Frauchen wird eher gefragt, ob sie gaga sei ....

Also: Die Vermutung mit dem "gaga" könnte durchaus zutreffen. Denn sie ist bis zur Anmeldung längstens 23,2 km gelaufen im Wettkampf, weniger im Training, zwar schon einige Trailrennen, aber über max. 17 km.

Wenn sie sich was in den Kopf setzt, dann habe ich als besonnener Coach keine Chance. Höre ich da etwa Hohnlachen? Na gut, ich habe sie ja angemeldet. Mein sinistrer Hintergedanken: je länger die Strecke, desto mehr Kaiserschmarrn im Ziel ...

Der Karwendelmarsch ist am 26.8., 52 km. Da passt doch 3 Wochen vorher gut als Test das Pitz Alpine Trail Festival mit der 26 km-Distanz herein. Und dort haben wir ja eh noch eine Rechnung offen, so wettertechnisch gesehen. MeinTrainingsplan war einfach, und ich hoffe, dass er aufgeht: jede Woche im langen Lauf so eine Viertelstunde dranhängen. Viel bergauf / bergab trainieren. Drei Wochen hartes Training, dann eine Entlastungswoche. Und die Erkenntnisse bisher sind:

  • Ab 2,5 Stunden reine Laufzeit beginnt es Frauchen keinen Spaß mehr zu machen.
  • 90 min. wie heute morgen kommen ihr aber immerhin schon als "kurzer Lauf" vor
  • der Tipp von Trailbirdie, auch Bergabsprints zu üben, ist Gold wert - bisher ist sie bergab immer eher verhalten gelaufen
  • inzwischen kann sie auch während des Laufens einen Powershot und Salztabletten zu sich nehmen
  • und sie ist immerhin schon einmal mit Rucksack gelaufen!
Das muss ich näher erläutern: ab den längeren Strecken und für den Karwendelmarsch braucht man einfach einen "Behälter", um das vorgeschriebene Notfallset, Futter, Becher (die Halbliterflasche, die sie sonst immer dabei hat, reicht da nicht), ggf. Wechselkleidung, Handy zu verstauen. Nun hasst Frauchen alles, was auf dem Rücken anliegt. Selbst bei Bergwanderungen (und damit meine ich wirklich 7-Stunden-Touren auf Gipfel hoch) trägt sie eine umfunktionierte Art Umhängetasche wie einen Rucksack. Aber es musste halt sein, und so haben wir im Frühjahr bei Sportscheck nach Beratung einen Rucksack gekauft. Frauchen war schon da nicht so begeistert - sie wollte explizit einen Rucksack fürs Trailrunning, und der Verkäufer sagte, a) hätte er keinen dafür speziellen und b) als Einsteiger würde auch so eine Art eierlegende-Wollmilchsau-Rucksack reichen. Frauchen lief im Laden Probe, und war nicht überzeugt. Verkäufer schnallte Rucksack anders, und dann ging es halbwegs. Also mit nur 70 % Überzeugung gekauft. Und seitdem liegen gelassen. Jedes Mal eine andere Ausrede Begründung, warum sie ihn gerade heute nicht testet. Ich habe ihr in den Ohren gelegen, sie muss nun endlich mal mit laufen, um ein Gefühl dafür zu kriegen - njet, nix da, keine Chance. Nachdem sie nun auch schon knapp 3 Stunden ohne gelaufen ist, hat es mir gereicht. Ich habe ihr dann einen anderen bestellt, einen Camelback. Und siehe da - den hat sie brav angezogen und damit schon den ersten Testlauf absolviert. Das Geheimnis: das Teil liegt an wie eine Weste. Vorne und hinten. Und hat nicht dieses typische "Rucksack-Feeling". Auf den Verkäufer bei Sportscheck bin ich aber immer noch ein bißchen sauer - o.k. Frauchen hätte nicht mit schlechtem Gefühl kaufen sollen, aber sie hat mehrfach gesagt, dass sie dieser Rucksack nicht überzeugt und sie eigentlich was anderes sucht ...

Also: wir sind verhalten optimistisch. Und ich bin gespannt, wie es dann im Pitztal für Frauchen läuft. Dann haben wir schon mal ein Indiz für den Karwendelmarsch .... Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan


Donnerstag, 13. Juli 2017

Neue Geschäftsidee: Regenmacher?

Hallo Leute,

meint Ihr, man kann mit Regenmachen Geld verdienen? Wenn ja, biete ich sofort Frauchen an. Hierzulande funktioniert das mit fast 100 % Erfolgsquote, dass sie es regnen lässt. Beispiele der letzten 2 Wochen:

  • Mittwoch früh - grauer Himmel. Sonst übrigens an jedem Wochentag strahlend blauer Himmel. Egal, Frauchen trabt um halb sieben Richtung Park. Dröppel, dröppel. Hört wieder auf, ist ja auch nur hellgrau. Gerade als sie am weitesten Punkt ihrer Runde ist - dröppel, platsch, platsch. Sie überhaupt nicht darauf eingerichtet, läuft halt dann erstmal nur Streckenteile unter Bäumen. Schöner sanfter Landregen. Nicht vorhergesagt, aber da. Wird auch wieder schwächer, so dass sie doch noch halbtrocken nach Hause kommt.
  • Woche darauf, Freitag. An jedem Wochentag strahlend blauer Himmel. Heute leichte Bewölkung. Egal, ich hatte ihr Berglauftraining vorgegeben. Heißt, 9x den Anstieg im Park hoch und wieder runter. Nummer 1: Bewölkung wird dichter. Nummer 4: inzwischen geschlossene Bewölkung. Nummer 6: interessant, wie schnell so ein Himmel schwarz werden kann ... Nummer 8: Platsch.
  • Diese Woche Dienstag: Ging arbeitstechnisch nicht anders, sie musste früh um halb sieben vor der Arbeit laufen gehen. Wettervorhersage gecheckt: 35 % Regenwahrscheinlichkeit. Naja, ich habe ihr dazu geraten, lieber doch die wasserdichte (!) Regenjacke anzuziehen und das Käppi aufzusetzen. Und es hat dann tatsächlich über 1 Minute gehalten, bevor es anfing zu regnen!
    Nach 5 Minuten war es so ein Starkregen, dass ich zuhause nichts mehr aus dem Fenster gesehen habe. Frauchen meinte später, sie hat ein "Herrchen" gesehen, das seinen Hund in den Park zum Gassi gehen mit Gewalt gezerrt hat, Pfoten in den Boden gestemmt - schlauer Hund! Die - durchaus regen- und gewittererprobte - Jacke hat es dieses Mal nicht geschafft. Frauchen kam triefend nach Hause. Merke: 35 % Regenwahrscheinlichkeit heißt 35 Minuten Starkregen, hehehe.
Beweis genug? Wer will uns buchen?

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 4. Juli 2017

Geht nicht ohne Nicht-Läufer

Hallo Leute,

heute möchte ich einmal eine Lanze für uns Nicht-Läufer brechen, die mit einem Läufer zusammen sind, zusammen wohnen, wie auch immer verbandelt sind. Der Partner wird dann nämlich auch zu
  • dem Motivator, wenn es mal wieder heißt "warum tue ich mir das an, läuft alles gar nicht gut"
  • dem Zuhörer, der sich auch das x.te Mal interessiert die Story vom "wie ich beim Achenseelauf umknickte und doch noch ins Ziel hoppelte" anhört
  • dem Begleiter, wenn es zu Wettkämpfen geht - Anreise zwischen 1 km und ca. 10.000 km, alles schon erlebt ...
  • dem Getränkeanreicher
  • dem Kleidungshalter
  • dem Fotografen
  • dem Ausbader von schlechter Läuferlaune - vor allem bei Verletzungen oder in Taper-Phasen.
Wenn ich da allein an Herrchen und uns Bären (entweder bin ja ich als Coach beim Rennen dabei, oder Fozzie) denke:
  • klaglos wird nachts um 4 Uhr aufgestanden, um Frauchen zum Start zu begleiten
  • bei Wind, Wetter, Kälte oder Hitze stehen wir am Streckenrand (Herrchen einmal über 2 Stunden in strömendem Regen, weil kein Unterstand da war im Start-/Zielbereich oder der Nähe)
  • immer das richtige Getränk, das gerade notwendige Utensil wird angereicht
  • motivierende Worte müssen gesprochen werden: auch wenn Frauchen aussieht, als ob sie gleich umfällt "sieht sie gut aus" (Rifflalp) oder "es sind nur noch wenige Meter" (nun ja, die aber bergauf)
  • von einem Fotopunkt zum anderen wird gerannt, um die optimale Fotoposition zu ergattern
  • wir warten (manchmal auch sehr laaaaange), bis Frauchen kommt und durchs Ziel geht. Sie ist nun mal nie unter den ersten 10, in Alcudia und am Moritzberg war sie sogar Letzte. Da steht man schon mal bei einem Halbmarathon 2:15 Stunden und muss die Zeit irgendwie rumkriegen. Wenn wir dann selbst an einen schönen Ort gehen können, passt es ja - in Alcudia beispielsweise saßen wir lange an einer Meeresbucht bei km 12.
    Aber oft ist es Hetze, wie am Achensee: Start fotografieren, schräg runterrennen (sozusagen die Hypotenuse), während die Läufer die Ankathete und Gegenkathete laufen, wieder fotografieren, hochrennen zum Auto, rüberfahren nach Achenkirch, Parkplatz suchen, vorrennen zur Laufstrecke am See, fotografieren (wobei Frauchen da gar nicht so scharf darauf ist), Cola light anreichen, Wasserflasche tauschen, motivieren, zurück zum Auto wetzen, zurück nach Pertisau fahren, rüber zum Zielbereich wetzen, auf Frauchen warten, leere Wasserflasche auffangen, mich anreichen fürs gemeinsame Finish.
    Das ist übrigens am Bettmerhorn, als Herrchen und ich mit der Seilbahn hochgefahren sind und die auf einmal stillstand ... Schrecksekunde ... und wir dann oben gewartet haben auf über 2.000 Meter Höhe.
  • und sich danach das ausschließliche Gesprächsthema "so war der Lauf, das ist bei km xx passiert, kannst Du Dir vorstellen, dass .." anhören und mit überlegen, wo denn die Sekunden gewonnen / verloren wurden.
Deswegen, liebe Läufer, sagt ab und zu auch mal Danke zu Euren Begleitern!

Bis bald Euer Iwan

Montag, 3. Juli 2017

Will zuviel: Be my girl

Hallo Leute,

Frauchen und ich sind eifrige Leser, und so hatten wir neben diversen anderen Schmökern auch schon wieder zwei Bücher "offiziell" zu lesen. Das erste klang vielversprechend:

"Be my girl"
Nina Sadowsky, erschienen bei Penguin, 13,00 Euro.

Dieser "Psychothriller" dreht sich um Ellie und Rob, auf den ersten Blick ein glücklich verliebtes junges Paar. Aber schon der Text auf dem Buchrücken verspricht "Rob verbirgt eine entsetzliche Vergangenheit" ... Und der Auftakt war auch ganz interessant - im "Jetzt" hat eine hübsche junge blonde Frau gerade in einem Ferienparadies einen Mann getötet. Schneidet ihm dann die Lippe ab ... So lernen wir Ellie kennen.
Das Buch springt die ganze Zeit zwischen Rückblende , zweifach Rückblende und dem Heute hin und her. So erfahren wir einmal die Kindheits-/Jugendgeschichte von Rob und Ellie, dann ihre Begegnung, das Verlieben und die Hochzeit, und im Heute, wie sie von Gangstern bedroht werden.
Wie es sich für einen ordentlichen Thriller gehört, sind sie natürlich viel zu gewieft, und können die Bösewichte austricksen. Aus auswegloser Situation heraus. Das Ganze wird dann noch garniert mit einer Geschichte um verschwundene kleine Jungs auf dieser ostkaribischen Ferieninsel, den Polizisten, der sie sucht und dann (selbstverständlich) auch noch familiär involviert wird, eien Geistergeschichte und noch einiges mehr.
Der Schreibstil ist durchaus spannungserhaltend. Die Story selbst driftet immer mehr ins "was kommt denn jetzt noch alles?" ab. Die Figuren, allen voran Ellie und Rob, bleiben blass. Ein Klischee jagt das andere. *Vorsicht Spoiler* So entpuppte sich Robs Stiefvater als Frauenschläger, Rob musste ihn dann, um die Mama zu verteidigen, töten, die Mama dankt es ihm nicht, weil sie sich lieber mißhandeln lässt, Rob muss fliehen und lebt auf der Straße - da ist man schon versucht zu fragen "was auch sonst?" Und am Ende wird noch ein Twist ins Buch eingebaut, bei dem man den Eindruck hat, die Autorin wollte unbedingt noch mal einen draufsetzen und ein überraschendes Ende bieten. Da dieser Twist (ich will hier nicht weiter spoilern) aber so etwas von unlogisch und unglaubwürdig ist, haben wir das Buch ziemlich verärgert zugeklappt.

Fazit:  1 Punkt - der ist für den durchaus guten Schreibstil, bei dem man anfangs noch eifrig immer weiterlesen will. Die Story ist aber so hanebüchen, immer noch ein Twist reingebaut, flache Figuren - das hat kontinuierlich weniger Spaß gemacht, weiterzulesen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst (wie man ja auch am Ergebnis sieht ...)

Bis bald Euer Iwan




Dienstag, 27. Juni 2017

Berge, Sonne, Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

melde mich zurück aus den Bergen. Wir waren wieder mal in unserem Lieblingsort, Lenggries. 9 Tage. Kurzfassung für Leser mit wenig Zeit: viel Sonne, rund 130 gelaufene Kilometer, rund 3.000 Höhenmeter (Frauchen) / 700 Höhenmeter (ich), 3 Kaiserschmarrn, 3 Rüblikuchen, ca. 30 Bremsenstiche.


Und hier die Langfassung: in einem solchen Urlaub wechseln wir immer ab - den einen Tag ein möglichst langer, effizienter Trainingslauf für Frauchen. Da haben wir insgesamt 4 machen können, jeweils zwischen 120 und 150 Minuten. Zweimal mit ordentlich Höhenmetern und Trailstrecken, zweimal eher gemächlich über Wiesen und an der Isar entlang. Was gut klappte: die (für Frauchen doch lange) Belastung, die sie ohne Probleme wegsteckte und dann mittags noch munter für eine Wanderung oder Minigolf war. Ebenso klappte es mit dem Rantasten an die Aufnahme von Salztabletten und Powershots - alles im Hinblick auf den Karwendelmarsch.Was gar nicht klappte, weil Frauchen einfach nicht so spurte: Laufen mit Rucksack. Ich habe ihr andauernd gesagt, sie muss nun mal damit anfangen. Aber nein, der Ausreden fand sie viele .... ihre Laufhosen haben große Taschen, ihr Getränk hält sie seit Jahren in der Hand ... aber nix gibt es, sie muss es nun endlich trainieren!
Lieblingsstrecke war wieder: Von der Bretonenbrücke südlich Lenggries am Isaruferweg nach Lenggries, dort auf den Höhenweg wechseln, bis Wackersberg, dort Richtung Waldherralm, über die Wiesen Richtung Brauneck / Benediktenwand (immer wieder ein Wahnsinnspanorama), zurück nach Arzbach, dort auf dem Isaruferweg zurück zur Bretonenbrücke. Macht je nach Schleife hier und Schleife da 25 bis 28 km.

An den "weniger Belastungs-"Tagen (haha, höre ich da Frauchen hohnlachen) gab es jeweils eine Wanderung und danach ein kleines Läufchen. Bei einer Wanderung haben meine Menschen dann auf einer verlassenen Alm im Karwendel ganz viele Murmeltiere gesehen. Nur fotografieren ließen sich diese pelzigen Biester nicht so toll:

Und am letzten Tag habe ich, zur besseren Kontrolle und Motivation, Frauchen auf die Hochalm begleitet. Das ist der Berg direkt hinter unserer Pension, 700 Höhenmeter in 80 min., und leider entgegen dem Namen oben keine Alm zur Einkehr. Nur eine schöne Aussicht. Die anderen Wanderer dort oben haben etwas irritiert geschaut, als mich Frauchen aus der Tasche holte und ich für die Fotos posieren durfte ....






Ach ja, schön warm war es ja auch. Da zeigte sich wieder, dass Frauchen ein Hitzeläufer ist. Bei allen anderen heißt es: Tempo runter, Puls rauf bei Temperaturen ab 23 Grad (steht so in der Runners World). Bei ihr heißt es "prima Tempo, Puls 10 Schläge weniger als sonst" ab 30 Grad. Sehr seltsam, das ...

Und als Belohnung gab es dann dreimal Kaiserschmarrn, dreimal ein Stück Rüblikuchen und zweimal den berüchtigten Eisbecher "Haiti" (der ist größer als ich!).

Fazit: gute Grundlage gelegt für den Karwendelmarsch, aber Frauchen muss weiter ausbauen. Auf jeden Fall hatten wir einen schönen Urlaub - ich wollte eigentlich gar nicht mehr nach Hause!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 11. Juni 2017

Macht süchtig: Junktown

Hallo Leute,

ich war fleißig mit Lesen ... Frauchen natürlich auch. Neben dem Schmalz/Lachroman hatte sie sich auch einen echten Kracher zuschicken lassen, etwas für harte Kerle, äh Bären.

"Junktown"
Matthias Oden, erschienen bei Heyne, 12,99 Euro.


Junktown ist die Stadt der Zukunft. Konsum ist Bürgerpflicht. Drogen bekommt man vom Staat, und es wird auch monatlich kontrolliert, ob man seine Drogen auch brav genommen hat. Heroin, Ritalin, alles was sich ein Junkie nur wünschen könnte. Und Maschinen haben viele Aufgaben übernommen.

Zu Anfang kamen wir etwas schwer rein ins Buch. Denn eine dieser Maschinen -eine "Brutmutter" mit 800 Föten - wird ermordet. Die Menschen kriegen ihre Kinder nämlich nicht mehr auf natürlichem Weg, das übernehmen Maschinen. Natürlich werden die Föten "vorbestellt" und konfiguriert. So haben später für Büroarbeit Vorgesehene einen Kartenleseschlitz oben an der Schläfe ... Beziehungen zwischen Mensch und Maschine sind auch normal, nicht nur körperliche, sondern auch echte Liebesbeziehungen. Und die ermordete Brutmutter hatte einen (menschlichen) Freund, wollte sich aber wegen ihres Liebhabers von ihm trennen. Auftritt Phillip Marlowe / Sam Spade / Humphrey Bogart, ach nein: hier heißt der lonesome wolf ja Solomon Cain. Inspektor, verwitwet, und innerlich schon sehr weit von Konsum- und Drogenzwang und dem Regime entfernt. Und so entwickelt sich einerseits ein klassischer Krimi wie aus Hollywoods schwarzer Serie der 1940er Jahre. Wem kann Cain trauen, er ist inzwischen ein Zyniker, die undurchsichtige Schöne - spielt sie ein falsches Spiel ... usw. Spannend geschrieben, mit überraschendem Ende.
Was das Buch aber absolut zum Tipp macht, ist die Welt, die der Autor beschreibt. Voll bizarrer Einfälle: So muss man Müll kaufen und in seinen Garten streuen, um zu zeigen, wie wohlhabend man ist und wie viel man konsumiert. Nur über den immer ausreichenden Drogenkonsum kann der Staat seine Macht erhalten. Von jedem Menschen gibt es einen Scan der Gehirnströme, so können ausgebildete Greifermaschinen sofort jeden Gesuchten aufspüren. Und richtig heftig: die Menschheit ist in sogenannte Humanklassen eingeteilt, je nach Wichtigkeit für die Gesellschaft. Und wenn man nicht mehr wichtig ist, dann wird man auf "D" herabgestuft. Bedeutet "Ausfall", man wird zum Recyclinghof gebracht und dort die biologisch verwertbaren Körperteile ausgesiebt. Anderes Wort für Todesurteil also. Mehr wollen wir hier nicht verraten.

Fazit:  5 Punkte - aber wohl eher ein Buch für Fans von harter Literatur, kein "Psychothriller" wie es zur Zeit so viele gibt. Oder andersherum (entschuldige, Frauchen) - nicht gerade ein Frauenbuch.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan

Montag, 5. Juni 2017

Gähnender Eisbär, schwitzende Läufer: Tiergartenlauf Nürnberg

Hallo Leute,

einmal im Jahr ist ja Frauchen nicht als Läufer, sondern als Veranstalter / Organisator gefragt. Am Freitag, 2.6.2017, fand er dann auch statt, der 2. Tiergartenlauf. Und ich kann erneut ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern ... denn wir haben wieder festgestellt: drei Bergläufe sind nicht halb so anstrengend und fordernd wie eine Laufveranstaltung zu organisieren ... vor allem wenn man wie Frauchen ein 110 %-Perfektionist ist!

Hier also die Highlights - denn was so alles an Vorarbeit dranhängt, hatte ich ja letztes Jahr schon ausführlich beschrieben:
  • Für den Lauf 2016 waren wir innerhalb von 23 Tagen ausverkauft. Und mussten noch vielen Interessenten absagen. Also dachten wir beim Anmeldestart 1.12.2016 für den Tiergartenlauf 2017: mal sehen, ob wir dieses Jahr schneller sind. Ja, die Läufer waren wirklich flink, mit den Fingern auf der Tastatur! Innerhalb von 7 Stunden (!) waren alle 500 Startplätze weg! Ausverkauft!
  • Eingedenk der 2016 Beinahe-nicht-vorhandenen-Teilnehmershirts bestellte Frauchen frühzeitig. Dieses Jahr gab es blaue, mit Giraffe drauf. Die Finishermedaille sollte ebenfalls eine Giraffe werden ...
    Bestellung im Januar getätigt. Mehrfach auf Lieferadresse Büroräume von Frauchens "Normaljob" hingewiesen. Da kann ja nix schiefgehen, dachte sie. Hehehe, dachte ich.
  • Der Geschäftsführer des Mitveranstalters LAC Quelle hat Ende Mai einen Trainingsunfall mit dem Rennrad und fällt mit Schlüsselbeinbruch aus. Er ist der Erfahrenste und hatte alle Streckenposten / Einteilung / Organisation unter sich. Gute Besserung ihm, schnell eine Vertretung einweisen.
  • Raceday minus 4 - die bestellten Startnummern treffen ein. Leider nur falsch bedruckt, nicht kuvertiert und ohne Sicherheitsnadeln. Also nochmal neu, das Ganze. Aber ob sie rechtzeitig zur Startnummernausgabe Raceday minus 1 da sind .. nun ja, könnte eng werden.
  • Shirts - jaja, sie seien schon in Hamburg durch den Zoll. Müssten jeden Tag eintreffen.
  • Raceday minus 3 - Frauchen fragt mal nach. Jaja, sie kommen heute. Wenn nicht, dann soll sich Frauchen melden.
  • Ihr ahnt es schon? Keine Shirts eingetroffen. Frauchen zunehmend hysterisch.
  • Dazu kam: Oma hat einen Unfall mit dem Rad - bei einer fast 80jährigen nicht so ganz ungefährlich, wenn sie den Bordstein zu sportlich nehmen will. Ab da pendelt Frauchen zwischen Notaufnahme (Schenkelhalsbruch, OP am Raceday minus 2), Büro (denn die normale Arbeit will ja auch getan sein), Tiergarten und zuhause hin und her.
  • Raceday minus 2: Gefragt, wo die Shirts denn nun seien. Deja vu vom letzten Jahr. Würden bis spätestens 15 Uhr geliefert. 15:01 Uhr fragt Frauchen mal wieder nach. Wird dann von Spedition angeplärrt "Wir waren 13:56 Uhr da, Sie nicht. Haben Shirts wieder mitgenommen." Nach erregter Diskussion stellte sich raus: Spedition war nicht an Lieferadresse (wo Frauchen war und auch die Shirts brauchte), sondern an Heimadresse. Also auf ein Neues "aber nicht mehr heute".
  • Raceday minus 1, Tag 0 für die Startnummernausgabe: die Shirts und die korrekten Startnummern trafen fast gleichzeitig ein. Erleichterung. Eine Armada von fleissigen Helfern konfektionierte Startertaschen, ich überwachte alles.
  • Und dann ging es los: Angesichts der Wettervorhersage mit "Sonnig, 28 Grad" haben viele Starter von den 10 km auf die kürzere Strecke umgemeldet. Weise Entscheidung.
  • Am Raceday lief dann alles glatt, begeisterte Läufer, alle glücklich. Besonders die Schnaken im Tiergarten, die wurden von Frauchen eifrig gefüttert ....
  • So, und nun geht es ans Nacharbeiten, sowie Vorbereiten des 3. Tiergartenlaufs, 2018.
Hier noch ein paar Impressionen, Fotos von @katitria bzw. Thomas Hahn (Läuferin):




Und vorher muss ich Frauchen weiter auf die Laufstrecken scheuchen. Letzte Woche hatte ich ihr ja eine Entlastungswoche zugebilligt, angesichts der ganzen Zeitnot, aber ab heute geht es wieder ans Eingemachte!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 28. Mai 2017

Kraftfutter für den Karwendelmarsch

Hallo Leute,

so langsam wird es ernst. Mein Trainingsplan stößt in Dimensionen vor, in denen nie zuvor mein Frauchen gewesen ist ... Aber wie bei Raumschiff Enterprise - wir schaffen das!
Heute standen 2:30 Stunden auf dem Plan. Plus mal wieder hoch / runter / hoch nach Kalchreuth. Und das bei morgens schon 24 Grad. Im Schatten. Liebt Frauchen ja, aber nicht ganz so abrupt, bitte schön.
Noch drückt sie sich vor dem Training mit dem Trailrucksack. Aber heute habe ich ihr zum ersten Mal so eine Salz-Super-Kapsel mitgegeben. Die hatte uns @Katitria empfohlen. Und die muss es wissen, sie ist den Karwendelmarsch vor 2 Jahren schon bestens gelaufen, ebenfalls bei Bullenhitze, äh. Kaiserwetter.

Ich hatte für Frauchen ein ganzes Sortiment an Kraftfutter bestellt, Salzkapseln und Salz-Kautabletten (mit Orange-Geschmack, ich bin ja schon gespannt, was Frauchen für ein Gesicht zieht ...). Und erstmals auch so Powerfood, da hatte ich Colageschmack genommen, damit sie es überhaupt runterkriegt. Bisher hatte sie ja immer nur Distanzen, wo sie ohne oder mit einem Becher Brühe / Iso nach ca. 2/3 der Strecke gut hinkam. Aber bei 52 km und anvisierten 8 bis 10 Stunden reicht das wohl nicht. Also, das heißt in den nächsten Wochen nicht nur die Distanzen immer weiter verlängern, sondern auch die Aufnahme von so Kraftfutter trainieren! Habt Ihr noch Tipps dazu? Eure Erfahrungen?

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 25. Mai 2017

Landliebe - gut für zwischendurch

Hallo Leute,

nicht was Ihr schon wieder denkt, ts ts. Es geht um ein Buch. Und zwar dieses hier:

"Landliebe"
Jana Lukas, erschienen bei Heyne, 9,99 Euro.

Der Klappentext las sich vielversprechend. Darum geht es: ein kurz vor der Pleite stehender Winzer wird von seinem Bruder für die Reality-Show "Landliebe" angemeldet. Damit  ist leicht erkennbar  "Bauer sucht Frau" oder eine ähnliche Kuppelshow gemeint. Nur die dringend benötigten 50.000 Euro lassen Tom zustimmen. Seine "Auserwählte" wird ein Müncher Mädel, patent, blond, die ebenfalls nur aus Geldgründen mitmacht. Was beide sich gegenseitig erstmal verschweigen. So weit, so lustig. Wie Ellie auf "bayerisches Blondchen" im zu engen Dirndl getrimmt wird für die Kameras, und wie Toms Winzerhof von der TV-Produktion auf "da braucht es dringend eine Frauenhand" umgestaltet wird - das ist sehr lustig beschrieben.

Allein dass Ellie "Nageldesignerin" sein soll, und Tom "Modellflugzeuge basteln" als Hobby aufoktruiert bekommt, ist so herrlich überspannt. Und dann fallen der Autorin auch noch viele hübsche Alliterationen zum "wilden Winzer", der wahlweise "neckischen" oder "neugierigen Nageldesignerin" ein ... als hätte sie bisher für RTL getextet. Und es kommt natürlich, wie es kommen muss ... die beiden verlieben sich, wollen es sich nicht eingestehen .... *Vorsicht Spoiler*

Ellie rettet dann quasi im Alleingang den Winzerhof ... und dass sie sich kriegen, ist bei dieser Art von heiterem Roman ja schon auf Seite 2 klar.

Das Ganze hätte von uns 5 Punkte gekriegt, wenn alles durchgehend herrlich satirisch ironisch beschrieben worden wäre. Bei den Liebesszenen rutscht das Ganze aber in übelste Schwülstigkeiten ab. Ich als Bärenmann kann das gar nicht wiederholen, Frauchen meinte, selbst "Cora"-Hefte lesen sich dagegen wie ein realistischer Tatsachenroman. Für diese Szenen gab es 1 Punkt. Man hatte echt das Gefühl, zwei Bücher in einem zu haben - die lustigen Szenen sind super gelungen. Die Liebesszenen - au weia.

Fazit:  3 Punkte - gelesen, öfter mal gelacht, an anderen Stellen kopfschüttelnd nur noch quergelesen, um schnell über die Peinlichkeit hinwegzukommen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 21. Mai 2017

Virtueller 5 km-Lauf ist auch ganz schön anstrengend

Hallo Leute,

und schon wieder ist ein Jahr um, und der "Save the Manatees"-5 km-Lauf stand an. Den hatten wir ja schon zweimal mitgemacht, und mussten natürlich dieses Jahr wieder dabei sein. Denn die 28 Dollar Startgeld werden kompett für den Schutz der Manatees in Florida verwendet.
Pünktlich kamen das Teilnehmershirt und die Medaille hier an:
Und gestern, tatsächlich am am offiziellen Wettkampftag, stand Frauchen an "ihrer" Startlinie. Das Konzept ist einfach: wer nicht in Florida starten kann, läuft woanders eine 5 km-Strecke und meldet dann die Zeit. Ihr glaubt gar nicht, wie viele irritierte Blicke Frauchen so kassiert, wenn sie mit Teilnehmershirt und Startnummer im Renntempo durch den Marienbergpark wetzt ....

Zwei tierische Beobachtungen am Rand, beide mit Krähen. Auf dem Hinweg zum Park muss Frauchen an zwei großen blauen Papiertonnen vorbei, solche mit oben abgerundeter Kuppel. Krähe fliegt an, landet oben auf dem Scheitelpunkt. Rutscht ab und runter. Frauchen denkt "tja, rutschige Angelegenheit, dumm gelaufen". Krähe aber dreht im Flug ab, landet wieder oben, rutscht wieder runter .... und fliegt wieder hoch, und rutscht - richtig schön ausgerichtet wie ein Kind auf einer Rutsche - runter. Sah aus, als ob sie eine Menge Spaß hatte! Ein Stück weiter, im Park, Pfütze auf Weg neben der Griller-Wiese. Andere Krähe kommt angehüpft und hat ein Stück Waffel / Knäckebrot oder so ähnlich im Schnabel, rund 5 cm groß. Tunkt es sorgsam in die Pfütze, schiebt noch zwei, dreimal nach und holt es dann wieder raus. um es auf der Wiese - nun schön weich - zu verspachteln.

O.k., weg von den fedrigen Leichtgewichten, hin zu den gutmütigen Dickhäutern. Frauchen finishte mit 27:55 min - das war jetzt nicht gerade ihre Bestzeit, aber aus dem Training für den langen Kanten Karwendelmarsch heraus eine ordentliche Leistung.

So, jetzt muss ich schnell zwei Bücher lesen - es sind neue Rezensionsexemplare angekommen. Und Frauchen muss weitermachen mit den Vorbereitungen für den in 12 Tagen stattfindenden Tiergartenlauf. (Und da ich weiß, dass ich auch in Hamburg in einem bestimmten Haushalt gern gelesen werde: wir freuen uns auf Euch; ich hoffe, Ihr seid gut trainiert ...).
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 16. Mai 2017

Achensee - viel zuwenig Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

ich war von Freitag bis Montag mit Frauchen, Oma und Kumpel Trello am Achensee. Und hatte mich auf viermal Kaiserschmarrn gefreut! Nix war´s - genau einmal bekam ich einen, und den musste ich auch noch mit Frauchen teilen! Ich bin empört! Naja, eigentlich bin ich ja selbst schuld ... denn ich hatte, bärenschlau wie ich bin, Frauchen gesagt: "Zucker ist schlecht, Zucker macht langsam. Iss lieber Vitamine" Mein Hintergedanke: dann kriege ich den Schmarrn, und sie isst Obst. Ja, denkste! Prompt hat sie am Sonntag zum Nachtisch einen Apfelstrudel bestellt - sei ja quasi Obst.
Aber ich habe mich gerächt. Und habe Frauchen auf ordentliche Trailstrecken, bergauf /bergab gescheucht. Von der Kondition hielt es, aber sie hat nach drei Tagen doch etwas über Muskelkater geklagt. Oben in der Aufhängung der Beinchen sozusagen. Aber da kenne ich keine Gnade: wer mir Kaiserschmarrn vorenthält, muss leiden!
Hier noch ein paar Bilder - allerdings von früheren Aufenthalten. Denn dieses Mal war es doch recht wechselhaft - 5 Minuten schön, schwarze Wolke, Schauer, dann wieder heiß ... und oben alles weiß.


Bis bald Euer hungriger Iwan

Sonntag, 7. Mai 2017

Wings for Life Run - nächster Anlauf 2018

Hallo Leute,

eigentlich wären wir ja heute in München, beim Wings for Life Run. Stattdessen hocken Frauchen und ich vor dem Fernseher, und schauen uns die weltweiten Läufe an. Denn das ist ja das Konzept dieses großartigen Charity-Laufes: alle Startgelder und Spenden gehen in die Rückenmarksforschung, gegen Querschnittlähmung. Weltweit starten alle Läufe zur gleichen Uhrzeit, also um 13 Uhr MEZ Sommerzeit. Ob in München, Valcencia, Florida, Melbourne, Dubai ... Das zweite Interessante: Man läuft so weit man kommt - bis das Catcher Car einen eingeholt hat. Also keine feste Länge oder Zeit, sondern eben je nachdem wie schnell man ist. Ich hatte für Frauchen ausgerechnet, dass sie so zwischen km 12 und 14 eingeholt würde. Aber es kommt halt erstens anders und zweitens als man denkt.

Angemeldet hatten wir uns schon Anfang November, da war die Startgebühr mit 35 Euro (plus 15 Euro freiwillige Spende) noch annehmbar. Dafür gab es das alles im Startersackerl:



Und wir haben uns, je näher der 7. Mai rückte, echt auf den Lauf gefreut. Nur kamen dann am Freitag zwei Aspekte ins Spiel, die uns zu unserer persönlichen Absage bewogen. Erstens hatte Frauchen beruflich ein sehr sehr unschönes Erlebnis, was sie sehr beschäftigte und die Nacht von Freitag auf Samstag quasi nicht schlafen ließ. Und zweitens guckte sie sich die Wettervorhersage für Sonntag und München an: 10 Grad und Regen. Und wer Frauchen kennt, weiß, dass sie zwei Dinge beim Laufen nicht mag. 1. Kälte (und das ist alles unter 15 Grad) und 2. Regen. (Der 3. Grund wäre übrigens: wenn es regnet, kann ich nicht mit an die Strecke, ich bin sehr wasserempfindlich.) So wie sie gestern morgen drauf war, habe ich ihr empfohlen: stornier das Hotel, lass uns ggf. schnell nach München fahren und das Startersackerl holen, aber lauf am Sonntag wenn es wieder besser gehen sollte, hier in Nürnberg eine schöne Runde und die 14 km. Dass ich damit richtig lag, merkte ich daran, dass Frauchen gar nicht widersprach. Obwohl sie sich auch auf eine schöne Shoppingrunde Samstag Nachmittag in München gefreut hatte ...

Samstag war das Olympiagelände, wo Startnummernausgabe und heute auch der Start war, übrigens ein Traum. 22,5 Grad, blümchenübersäte Wiesen, die Zeltdächer funkelten in der Sonne ... wer heute die TV-Übertragung angeguckt hat, hat es kaum wiedererkannt: düster, patschnass, außer den Läufern und ein paar Begleitpersonen kaum Menschen. Organisation war super, wir hatten sehr schnell unsere Startunterlagen. Und sind dann nochmal auf den Olympiaberg hochgelaufen - da konnte man in der Ferne die schneebedeckten Alpen sehen. Und zu Füßen die Sportstätten, wo 1972 Geschichte geschrieben wurde.

Naja, nächster Anlauf dann 2018. Letztes Jahr ging es sich terminlich wegen Überschneidung mit dem Muttertag nicht aus, dieses Jahr aus persönlichen Gründen nicht. Aller guten Dinge sind drei. Und Frauchen ist heute hier im Wald - es war immerhin trocken bei 16 Grad - eine flotte 12,5 km-Runde gelaufen. Und hat dabei versucht, das am Freitag Erlebte mental zu verarbeiten. Hoffe, es ist ihr gut gelungen. So wie ich sie kenne, ja!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 30. April 2017

2 Stunden Rundendrehen für den guten Zweck

Hallo Leute,

heute waren wir im schönen, (fast) weltbekannten Seligenporten. Kennt Ihr nicht? Macht nix, kannte ich vorher auch nicht. Ist quasi der westlichste Ort der Oberpfalz. Wenn Ihr von Nürnberg nach München fahrt, bei Allersberg links ab. Sehr idyllisch, jedenfalls heute. Denn der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. Sonnenschein, blauer Himmel, mittags 16 Grad - das alles hatten wir seit langem nicht mehr.

Ein Kollege, der in diesem Dorf wohnt, hatte Frauchen auf den "Seligenportener Benefizlauf" aufmerksam gemacht. Ich als Coach habe es wohlwollend geprüft und mein Einverständnis gegeben. Nach dem Zahlen eines Kostenbeitrags von 2 Euro war man dabei. Und sollte ab 11:30 Uhr seine Runden drehen dürfen. Je Runde 2 km, je mehr Runden, desto mehr wollten die Sponsoren spenden.

Herrchen kam dieses Mal nicht mit, also thronte ich auf dem Beifahrersitz. Das war aber auch das einzig Positive, denn ich musste am Auto warten, konnte nicht an die Strecke oder gar mitfinishen.



Um kurz vor 11 Uhr waren wir da, die Bambini liefen schon. Und auch viele Nasen, denn trotz Sonne war es ziemlich frisch - ein kühler, ach was sage ich, eisiger Wind blies. Schnell die Startnummer geholt, und die Zeit vertrieben. Kurz vor Start fand Frauchen dann auch den Kollegen. Dietmar hatte aber leider Magenprobleme, um so anerkennenswerter sein Durchhalten mit 5 Runden. Da er aber schneller als Frauchen läuft, war Frauchen die meiste Zeit allein auf der Strecke.

Apropos Strecke, die verlief in einem mehr oder weniger Viereck. Start und Ziel beim Kloster Seligenporten, dann erstmal durch einige Gassen, links herum auf dem Radweg neben der Straße entlang - dort war dann auch das (einzige) Stimmungsnest mit Trommlern. Nach ca. 800 Metern links in einem Feldweg, dann wieder links Richtung Dorfkern zurück. Ein kurzes Zwischenstück auf einem von vielen Pferdehufen aufgewühlten Weg, dann ein kleiner Anstieg (merkt Euch den!) über ein Brücklein, durch einen Reiterhof durch und schon bekam man den ersten grünen Gummi über den Arm gestreift.

Die erste Runde war ätzend, sehr unrhythmisch durch viele Läufer, Walker, Geher, Schnelle und Langsame. Dann hatte sich alles schön gelichtet. Schöne Aussichten über Felder, auf Wiesen mit leuchtendem Löwenzahn, und aufs Kloster. Wir hatten ja noch nie an einem Rundenlauf teilgenommen, Frauchens Sorge war, dass ihr langweilig würde. War aber nicht. Da wir unsere "Entlastungswoche" hatten im Rahmen Vorbereitung auf unsere langen Bergläufe, hatte ich Frauchen vorgegeben: langsam, wie ein Trainingslauf, mindestens 5 Runden und dann mal gucken.

Naja, im Endeffekt sind es dann 9 Runden geworden, die ersten 7 gingen schön locker. aber dann machte sich der kalte und starke Gegenwind auf einem Streckenabschnitt doch bemerkbar. Und der vorhin erwähnte kleine Anstieg zum Brücklein kam Frauchen langsam so vor wie der Anstieg zum Rifflberg beim Zermatt Halbmarathon! Eigentlich wollte sie nach 8 Runden Schluss machen, aber irgendwie liefen die Beinchen einfach weiter. Mit ihren 9 gesammelten Gummins liegt sie, denke ich, ganz gut im Starterfeld. Bei einigen Läufern hatte sie zwar das Gefühl, die haben sie in jeder Runde überrundet, aber sie hat auch ordentlich Läufer überrundet. Nur nicht Pumuckl (den immer für einen guten Zweck startenden Herrn Mücke), der zischte barfuss an ihr vorbei.

Nach 1:58 Stunde und 18 km war also Schluss. Zeit - wie ein Uhrwerk 13 Min. je 2 km, plus dreimal ein bißchen was verloren bei den Wasserstellen. Nette Abwechslung, dieser Lauf. Und jetzt wisst Ihr alle, wo Seligenporten liegt!

Nächste Woche wird es dann wieder ein ganz neuer Laufwettbewerb für uns - da Rennt Frauchen vor dem Catcher Car davon, beim Wings für Life Run in München. Da bin ich dann hoffentlich näher an der Strecke und dem Event dran!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 23. April 2017

Ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

Frauchen und ich lesen ja bekanntlich gern und viel, vor allem Krimis und Thriller. Und ich bin schwer aktiv bei Twitter. Da ist mir neulich ein Tweet eines unserer Twitter-Bekannten, @markusrennt oder auch CookieMcNuggets, aufgefallen. Besser gesagt seiner besseren Hälfte, die sein erstes Buch stolz ankündigte. Krimi? Wien? Gekauft! Hier also die Rezension - und da wir brav die 12,99 Euro ausgegeben haben, fällt sie schonungslos aus ....

Zeitungssterben
Untertitel: Ein Wien-Krimi

Darum geht es: Ein Zug der Wiener U-Bahn wird durch ein Feuer komplett zerstört, es gibt viele Tote. Unter anderem auch einen älteren Zeitungsjournalisten namens Brandl. Ein Nachwuchskollege, Lecek, stolpert über eine Ungereimtheit und fängt an zu recherchieren ... mit fatalen Folgen. Für sich, seine Familie, seinen beruflichen Werdegang.

Was uns gut gefallen hat: Die Story um den Nachwuchsjournalisten entwickelt sich chronologisch nach vorn. Bald weiß er nicht mehr so ganz, wem er noch trauen kann. Gleichzeitig will er von seinem jetzigen Arbeitgeber, anscheinend dem Pendant der deutschen Zeitung mit den 4 Großbuchstaben und ähnlich gut erfundenen (ähem, ich meine natürlich recherchierten) Stories weg, und mit einem großen Enthüllungscoup zur seriösen Konkurrenz wechseln. A bisserl damisch stellt er sich dabei schon an, vor allem, wenn er gleich zweimal Polizeiinterna verrät ...
Im Privatleben des Herrn Journalisten gibt es übrigens zwei Katzen, die einem bekannt vorkommen, wenn man die Tweets des Autors verfolgt ....
Parallel dazu wird im Buch die Story des älteren Journalisten rückwärts erzählt - beginnend mit seinem Tod, endend mit dem ersten Kontakt zur dubiosen Geschichte ... das ist clever und hält den Spannungsbogen.

Was uns leider nicht ganz so gut gefallen hat: ein bißchen weniger wäre manchmal mehr gewesen. Die bösartige Schwester der Lebensgefährtin ... diese Figur war eigentlich unnötig. Und ein Stilmittel, das sich durch das ganze Buch zog und zu mindestens 50 % verzichtbar war: Vergleiche. Andauernd passierte etwas, und wurde nochmal beschrieben mit "wie". Das hat leider, je länger man gelesen hat, genervt.

Ich will jetzt nicht zu viel verraten, sonst fehlt ja die Spannung: auf jeden Fall liegt die Ursache für die vielen aktuellen Todesfälle weit zurück in der Vergangenheit. Und ein überraschender Täter kommt auch dazu.

Fazit: Ein vielversprechendes Erstlingswerk. Man merkt, Markus Leitgeb spielt gern mit Worten, und er kann damit auch umgehen (bis auf die zu vielen Vergleiche, die überflüssig wie ein Kropf sind). Richtig gut ist übrigens auch die Szene, wo Lecek läuft, gelungen - hier erzählt jemand von vielfach Erlebtem.

Frauchen gibt 4 von 5 Punkten. Ich wollte ja einen Punkt abziehen, weil kein Kaiserschmarrn vorkomt (muss man sich mal vorstellen, ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn!). Aber Frauchen meint, Wien ist viel mehr als nur "eine Mehlspeise". Das gilt auch für dieses Erstlingswerk - wir sind gespannt, was da künftig noch kommt  ...

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 18. April 2017

Von wegen Holland ist flach

Hallo Leute,

Herrchen steht ja bekanntlich auf Meer. Sehr gern Nordsee oder Ostsee. Nachdem letztes Jahr die Ostsee dran war, hatte Frauchen ihm dieses Jahr wieder "Nordsee" geschenkt. Über die Osterfeiertage sollte es nach Zandvoort gehen - links von Amsterdam, von uns aus einfach mit Flieger und dann nach 40 Minuten Bahnfahrt zu erreichen. Ich hatte mich ja schon auf die Niederlande gefreut, kenne ich noch nicht. Als ich dann aber die Wettervorhersage gesehen habe, habe ich dankend verzichtet. 8 Grad und 90 % Regenwahrscheinlichkeit, da konnte mich auch keine Aussicht auf "Appeltaart mit Zimtsahne" locken. Flugs habe ich Fozzie zum Assistenztrainer ernannt, er musste also mitfahren.

"Ich wollte eigentlich auch nicht, bin auch sehr regenempfindlich. Aber Frauchen meinte, da gäbe es Krabbensemmeln, und darauf fahre ich ja voll ab! Nordseekrabben, jammjamm.



Am Karfreitag ging es los, mit KLM überpünktlich und sehr bequem nach Amsterdam. Leider ausführlich Schlange stehen erst bei der Gepäckaufgabe, dann am Fahrkartenschalter für den Zug nach Zandvoort, und dann im nh-Hotel beim Check in. Man konnte den Eindruck gewinnen, ganz Deutschland war über Ostern dort und wollte just zu dieser Uhrzeit einchecken. Vor allem - viele Hunde. Große Hunde. Bei jeder zweiten Aufzugfahrt waren Hunde mit drin. Jack und Marley, zwei Huskies. Bob, der Dalmatiner. Der Strand war aber auch super für Hunde, kilometerlang und breit. Ach ja, für Läufer auch ganz nett .... unser Zimmer war riesengroß, mit Blick genau auf diesen Strand.


Übrigens, mit Blick auch auf die ganzen Traktoren, die die "Freßbuden" hinter sich her zogen, sehr praktisch für den kleinen Hunger zwischendurch am Strand ...


Während ich noch die Lage sondierte, hatte sich Frauchen schon umgezogen und wollte laufen gehen. Ich hatte ja von Coach Iwan die Maßgabe "Frauchen soll tapern", aber irgendwie kam ich nicht zu Wort. Und auch am schönen flachen Strand habe ich Frauchen vergeblich gesucht ... die lief flugs in die Dünen. Am ersten Tag 75 min. Am zweiten Tag - vollends euphorisiert von der schönen Landschaft dort und den prima angelegten Wegen mitten durch die Dünen - gleich mal 90 min. Dummerweise ohne was zu Trinken, denn sie wollte ja eigentlich kürzer laufen. Tapern halt. Haha. Der Weg führte immer weiter weg vom Hotel, zum Umkehren war es dann auch zu weit ... gut, dass wenigstens die erste Tankstelle auch "Sprit" für Menschen, sprich Getränke, anbot.
Wie gesagt, sehr schöne Landschaft. Das Hinterland nicht nur typisch Düne, sondern auch kleine Seen, niedrige Büsche, viel Moos ... und angeblich auch Wisente. Nahe Zandvoort soll eine Herde leben, die hat Frauchen aber leider trotz ausgedehnter Suche nicht gefunden. Und von wegen Holland ist flach - das ging die ganze Zeit auf und ab, zwar nicht viel jedes Mal, aber mit müden Beinchen hat es sich dann schon summiert.



Sonntag war dann der einzige Regentag. Wir sind nach Amsterdam gefahren und haben uns stundenlang durch die Grachten schaukeln lassen ....

Das bot auch Schutz vor dem starken Wind, der an der Küste herrschte. Windstärke 5 und immer direkt vom Nordpol. Ich schüttele mir heute noch Sand aus dem Fell ...


Montag dann wieder strahlender Sonnenschein. Das letzte Mal das opulente Frühstücksbüffett leerfuttern (Iwan, da hast Du echt was verpasst!) und dann ging Frauchen auf die letzte Laufrunde. Sehr freundliche Menschen übrigens, die Eingeborenen - sie wurde andauernd mit "Morchen" oder "Gude Morchen" gegrüßt.


Mittags hieß es dann Abschied nehmen, nach den letzten zwei Krabbensemmeln zurück per Zug zum Flughafen und dann nach Hause. Herrchen brabbelte auf dem Flug was von "da unten ist es weiß" - da habe ich es noch für einen Scherz gehalten. Nachdem es aber heute auch schon eifrig schneite, muss ich sagen, hatten wir in Zandvoort echtes Glück mit dem Wetter!"

Ja, sag mal Fozzie, ich nehme Dir ja sofort das Assistenztrainerdiplom wieder ab! Was ist denn an "t-a-p-e-r-n" nicht zu verstehen???? Mal sehen, ich werde gleich mal Frauchens Gesamtzustand überprüfen. Sie scheint mir auch mindestens 3 Kilo zugenommen zu haben, da gab es wohl mehr als eine Krabbensemmel und eine Appeltaart ... jetzt übernehme ich wieder die Regie!

Bis bald Euer Iwan