Donnerstag, 20. Juli 2017

Erkenntnisse aus dem Trail-Training

Hallo Leute,

da mich so viele Leute fragen "wie läuft denn das Training für den Karwendelmarsch?", hier ein kurzer Zwischenbericht. Übrigens, Frauchen wird eher gefragt, ob sie gaga sei ....

Also: Die Vermutung mit dem "gaga" könnte durchaus zutreffen. Denn sie ist bis zur Anmeldung längstens 23,2 km gelaufen im Wettkampf, weniger im Training, zwar schon einige Trailrennen, aber über max. 17 km.

Wenn sie sich was in den Kopf setzt, dann habe ich als besonnener Coach keine Chance. Höre ich da etwa Hohnlachen? Na gut, ich habe sie ja angemeldet. Mein sinistrer Hintergedanken: je länger die Strecke, desto mehr Kaiserschmarrn im Ziel ...

Der Karwendelmarsch ist am 26.8., 52 km. Da passt doch 3 Wochen vorher gut als Test das Pitz Alpine Trail Festival mit der 26 km-Distanz herein. Und dort haben wir ja eh noch eine Rechnung offen, so wettertechnisch gesehen. MeinTrainingsplan war einfach, und ich hoffe, dass er aufgeht: jede Woche im langen Lauf so eine Viertelstunde dranhängen. Viel bergauf / bergab trainieren. Drei Wochen hartes Training, dann eine Entlastungswoche. Und die Erkenntnisse bisher sind:

  • Ab 2,5 Stunden reine Laufzeit beginnt es Frauchen keinen Spaß mehr zu machen.
  • 90 min. wie heute morgen kommen ihr aber immerhin schon als "kurzer Lauf" vor
  • der Tipp von Trailbirdie, auch Bergabsprints zu üben, ist Gold wert - bisher ist sie bergab immer eher verhalten gelaufen
  • inzwischen kann sie auch während des Laufens einen Powershot und Salztabletten zu sich nehmen
  • und sie ist immerhin schon einmal mit Rucksack gelaufen!
Das muss ich näher erläutern: ab den längeren Strecken und für den Karwendelmarsch braucht man einfach einen "Behälter", um das vorgeschriebene Notfallset, Futter, Becher (die Halbliterflasche, die sie sonst immer dabei hat, reicht da nicht), ggf. Wechselkleidung, Handy zu verstauen. Nun hasst Frauchen alles, was auf dem Rücken anliegt. Selbst bei Bergwanderungen (und damit meine ich wirklich 7-Stunden-Touren auf Gipfel hoch) trägt sie eine umfunktionierte Art Umhängetasche wie einen Rucksack. Aber es musste halt sein, und so haben wir im Frühjahr bei Sportscheck nach Beratung einen Rucksack gekauft. Frauchen war schon da nicht so begeistert - sie wollte explizit einen Rucksack fürs Trailrunning, und der Verkäufer sagte, a) hätte er keinen dafür speziellen und b) als Einsteiger würde auch so eine Art eierlegende-Wollmilchsau-Rucksack reichen. Frauchen lief im Laden Probe, und war nicht überzeugt. Verkäufer schnallte Rucksack anders, und dann ging es halbwegs. Also mit nur 70 % Überzeugung gekauft. Und seitdem liegen gelassen. Jedes Mal eine andere Ausrede Begründung, warum sie ihn gerade heute nicht testet. Ich habe ihr in den Ohren gelegen, sie muss nun endlich mal mit laufen, um ein Gefühl dafür zu kriegen - njet, nix da, keine Chance. Nachdem sie nun auch schon knapp 3 Stunden ohne gelaufen ist, hat es mir gereicht. Ich habe ihr dann einen anderen bestellt, einen Camelback. Und siehe da - den hat sie brav angezogen und damit schon den ersten Testlauf absolviert. Das Geheimnis: das Teil liegt an wie eine Weste. Vorne und hinten. Und hat nicht dieses typische "Rucksack-Feeling". Auf den Verkäufer bei Sportscheck bin ich aber immer noch ein bißchen sauer - o.k. Frauchen hätte nicht mit schlechtem Gefühl kaufen sollen, aber sie hat mehrfach gesagt, dass sie dieser Rucksack nicht überzeugt und sie eigentlich was anderes sucht ...

Also: wir sind verhalten optimistisch. Und ich bin gespannt, wie es dann im Pitztal für Frauchen läuft. Dann haben wir schon mal ein Indiz für den Karwendelmarsch .... Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan


Donnerstag, 13. Juli 2017

Neue Geschäftsidee: Regenmacher?

Hallo Leute,

meint Ihr, man kann mit Regenmachen Geld verdienen? Wenn ja, biete ich sofort Frauchen an. Hierzulande funktioniert das mit fast 100 % Erfolgsquote, dass sie es regnen lässt. Beispiele der letzten 2 Wochen:

  • Mittwoch früh - grauer Himmel. Sonst übrigens an jedem Wochentag strahlend blauer Himmel. Egal, Frauchen trabt um halb sieben Richtung Park. Dröppel, dröppel. Hört wieder auf, ist ja auch nur hellgrau. Gerade als sie am weitesten Punkt ihrer Runde ist - dröppel, platsch, platsch. Sie überhaupt nicht darauf eingerichtet, läuft halt dann erstmal nur Streckenteile unter Bäumen. Schöner sanfter Landregen. Nicht vorhergesagt, aber da. Wird auch wieder schwächer, so dass sie doch noch halbtrocken nach Hause kommt.
  • Woche darauf, Freitag. An jedem Wochentag strahlend blauer Himmel. Heute leichte Bewölkung. Egal, ich hatte ihr Berglauftraining vorgegeben. Heißt, 9x den Anstieg im Park hoch und wieder runter. Nummer 1: Bewölkung wird dichter. Nummer 4: inzwischen geschlossene Bewölkung. Nummer 6: interessant, wie schnell so ein Himmel schwarz werden kann ... Nummer 8: Platsch.
  • Diese Woche Dienstag: Ging arbeitstechnisch nicht anders, sie musste früh um halb sieben vor der Arbeit laufen gehen. Wettervorhersage gecheckt: 35 % Regenwahrscheinlichkeit. Naja, ich habe ihr dazu geraten, lieber doch die wasserdichte (!) Regenjacke anzuziehen und das Käppi aufzusetzen. Und es hat dann tatsächlich über 1 Minute gehalten, bevor es anfing zu regnen!
    Nach 5 Minuten war es so ein Starkregen, dass ich zuhause nichts mehr aus dem Fenster gesehen habe. Frauchen meinte später, sie hat ein "Herrchen" gesehen, das seinen Hund in den Park zum Gassi gehen mit Gewalt gezerrt hat, Pfoten in den Boden gestemmt - schlauer Hund! Die - durchaus regen- und gewittererprobte - Jacke hat es dieses Mal nicht geschafft. Frauchen kam triefend nach Hause. Merke: 35 % Regenwahrscheinlichkeit heißt 35 Minuten Starkregen, hehehe.
Beweis genug? Wer will uns buchen?

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 4. Juli 2017

Geht nicht ohne Nicht-Läufer

Hallo Leute,

heute möchte ich einmal eine Lanze für uns Nicht-Läufer brechen, die mit einem Läufer zusammen sind, zusammen wohnen, wie auch immer verbandelt sind. Der Partner wird dann nämlich auch zu
  • dem Motivator, wenn es mal wieder heißt "warum tue ich mir das an, läuft alles gar nicht gut"
  • dem Zuhörer, der sich auch das x.te Mal interessiert die Story vom "wie ich beim Achenseelauf umknickte und doch noch ins Ziel hoppelte" anhört
  • dem Begleiter, wenn es zu Wettkämpfen geht - Anreise zwischen 1 km und ca. 10.000 km, alles schon erlebt ...
  • dem Getränkeanreicher
  • dem Kleidungshalter
  • dem Fotografen
  • dem Ausbader von schlechter Läuferlaune - vor allem bei Verletzungen oder in Taper-Phasen.
Wenn ich da allein an Herrchen und uns Bären (entweder bin ja ich als Coach beim Rennen dabei, oder Fozzie) denke:
  • klaglos wird nachts um 4 Uhr aufgestanden, um Frauchen zum Start zu begleiten
  • bei Wind, Wetter, Kälte oder Hitze stehen wir am Streckenrand (Herrchen einmal über 2 Stunden in strömendem Regen, weil kein Unterstand da war im Start-/Zielbereich oder der Nähe)
  • immer das richtige Getränk, das gerade notwendige Utensil wird angereicht
  • motivierende Worte müssen gesprochen werden: auch wenn Frauchen aussieht, als ob sie gleich umfällt "sieht sie gut aus" (Rifflalp) oder "es sind nur noch wenige Meter" (nun ja, die aber bergauf)
  • von einem Fotopunkt zum anderen wird gerannt, um die optimale Fotoposition zu ergattern
  • wir warten (manchmal auch sehr laaaaange), bis Frauchen kommt und durchs Ziel geht. Sie ist nun mal nie unter den ersten 10, in Alcudia und am Moritzberg war sie sogar Letzte. Da steht man schon mal bei einem Halbmarathon 2:15 Stunden und muss die Zeit irgendwie rumkriegen. Wenn wir dann selbst an einen schönen Ort gehen können, passt es ja - in Alcudia beispielsweise saßen wir lange an einer Meeresbucht bei km 12.
    Aber oft ist es Hetze, wie am Achensee: Start fotografieren, schräg runterrennen (sozusagen die Hypotenuse), während die Läufer die Ankathete und Gegenkathete laufen, wieder fotografieren, hochrennen zum Auto, rüberfahren nach Achenkirch, Parkplatz suchen, vorrennen zur Laufstrecke am See, fotografieren (wobei Frauchen da gar nicht so scharf darauf ist), Cola light anreichen, Wasserflasche tauschen, motivieren, zurück zum Auto wetzen, zurück nach Pertisau fahren, rüber zum Zielbereich wetzen, auf Frauchen warten, leere Wasserflasche auffangen, mich anreichen fürs gemeinsame Finish.
    Das ist übrigens am Bettmerhorn, als Herrchen und ich mit der Seilbahn hochgefahren sind und die auf einmal stillstand ... Schrecksekunde ... und wir dann oben gewartet haben auf über 2.000 Meter Höhe.
  • und sich danach das ausschließliche Gesprächsthema "so war der Lauf, das ist bei km xx passiert, kannst Du Dir vorstellen, dass .." anhören und mit überlegen, wo denn die Sekunden gewonnen / verloren wurden.
Deswegen, liebe Läufer, sagt ab und zu auch mal Danke zu Euren Begleitern!

Bis bald Euer Iwan

Montag, 3. Juli 2017

Will zuviel: Be my girl

Hallo Leute,

Frauchen und ich sind eifrige Leser, und so hatten wir neben diversen anderen Schmökern auch schon wieder zwei Bücher "offiziell" zu lesen. Das erste klang vielversprechend:

"Be my girl"
Nina Sadowsky, erschienen bei Penguin, 13,00 Euro.

Dieser "Psychothriller" dreht sich um Ellie und Rob, auf den ersten Blick ein glücklich verliebtes junges Paar. Aber schon der Text auf dem Buchrücken verspricht "Rob verbirgt eine entsetzliche Vergangenheit" ... Und der Auftakt war auch ganz interessant - im "Jetzt" hat eine hübsche junge blonde Frau gerade in einem Ferienparadies einen Mann getötet. Schneidet ihm dann die Lippe ab ... So lernen wir Ellie kennen.
Das Buch springt die ganze Zeit zwischen Rückblende , zweifach Rückblende und dem Heute hin und her. So erfahren wir einmal die Kindheits-/Jugendgeschichte von Rob und Ellie, dann ihre Begegnung, das Verlieben und die Hochzeit, und im Heute, wie sie von Gangstern bedroht werden.
Wie es sich für einen ordentlichen Thriller gehört, sind sie natürlich viel zu gewieft, und können die Bösewichte austricksen. Aus auswegloser Situation heraus. Das Ganze wird dann noch garniert mit einer Geschichte um verschwundene kleine Jungs auf dieser ostkaribischen Ferieninsel, den Polizisten, der sie sucht und dann (selbstverständlich) auch noch familiär involviert wird, eien Geistergeschichte und noch einiges mehr.
Der Schreibstil ist durchaus spannungserhaltend. Die Story selbst driftet immer mehr ins "was kommt denn jetzt noch alles?" ab. Die Figuren, allen voran Ellie und Rob, bleiben blass. Ein Klischee jagt das andere. *Vorsicht Spoiler* So entpuppte sich Robs Stiefvater als Frauenschläger, Rob musste ihn dann, um die Mama zu verteidigen, töten, die Mama dankt es ihm nicht, weil sie sich lieber mißhandeln lässt, Rob muss fliehen und lebt auf der Straße - da ist man schon versucht zu fragen "was auch sonst?" Und am Ende wird noch ein Twist ins Buch eingebaut, bei dem man den Eindruck hat, die Autorin wollte unbedingt noch mal einen draufsetzen und ein überraschendes Ende bieten. Da dieser Twist (ich will hier nicht weiter spoilern) aber so etwas von unlogisch und unglaubwürdig ist, haben wir das Buch ziemlich verärgert zugeklappt.

Fazit:  1 Punkt - der ist für den durchaus guten Schreibstil, bei dem man anfangs noch eifrig immer weiterlesen will. Die Story ist aber so hanebüchen, immer noch ein Twist reingebaut, flache Figuren - das hat kontinuierlich weniger Spaß gemacht, weiterzulesen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst (wie man ja auch am Ergebnis sieht ...)

Bis bald Euer Iwan




Dienstag, 27. Juni 2017

Berge, Sonne, Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

melde mich zurück aus den Bergen. Wir waren wieder mal in unserem Lieblingsort, Lenggries. 9 Tage. Kurzfassung für Leser mit wenig Zeit: viel Sonne, rund 130 gelaufene Kilometer, rund 3.000 Höhenmeter (Frauchen) / 700 Höhenmeter (ich), 3 Kaiserschmarrn, 3 Rüblikuchen, ca. 30 Bremsenstiche.


Und hier die Langfassung: in einem solchen Urlaub wechseln wir immer ab - den einen Tag ein möglichst langer, effizienter Trainingslauf für Frauchen. Da haben wir insgesamt 4 machen können, jeweils zwischen 120 und 150 Minuten. Zweimal mit ordentlich Höhenmetern und Trailstrecken, zweimal eher gemächlich über Wiesen und an der Isar entlang. Was gut klappte: die (für Frauchen doch lange) Belastung, die sie ohne Probleme wegsteckte und dann mittags noch munter für eine Wanderung oder Minigolf war. Ebenso klappte es mit dem Rantasten an die Aufnahme von Salztabletten und Powershots - alles im Hinblick auf den Karwendelmarsch.Was gar nicht klappte, weil Frauchen einfach nicht so spurte: Laufen mit Rucksack. Ich habe ihr andauernd gesagt, sie muss nun mal damit anfangen. Aber nein, der Ausreden fand sie viele .... ihre Laufhosen haben große Taschen, ihr Getränk hält sie seit Jahren in der Hand ... aber nix gibt es, sie muss es nun endlich trainieren!
Lieblingsstrecke war wieder: Von der Bretonenbrücke südlich Lenggries am Isaruferweg nach Lenggries, dort auf den Höhenweg wechseln, bis Wackersberg, dort Richtung Waldherralm, über die Wiesen Richtung Brauneck / Benediktenwand (immer wieder ein Wahnsinnspanorama), zurück nach Arzbach, dort auf dem Isaruferweg zurück zur Bretonenbrücke. Macht je nach Schleife hier und Schleife da 25 bis 28 km.

An den "weniger Belastungs-"Tagen (haha, höre ich da Frauchen hohnlachen) gab es jeweils eine Wanderung und danach ein kleines Läufchen. Bei einer Wanderung haben meine Menschen dann auf einer verlassenen Alm im Karwendel ganz viele Murmeltiere gesehen. Nur fotografieren ließen sich diese pelzigen Biester nicht so toll:

Und am letzten Tag habe ich, zur besseren Kontrolle und Motivation, Frauchen auf die Hochalm begleitet. Das ist der Berg direkt hinter unserer Pension, 700 Höhenmeter in 80 min., und leider entgegen dem Namen oben keine Alm zur Einkehr. Nur eine schöne Aussicht. Die anderen Wanderer dort oben haben etwas irritiert geschaut, als mich Frauchen aus der Tasche holte und ich für die Fotos posieren durfte ....






Ach ja, schön warm war es ja auch. Da zeigte sich wieder, dass Frauchen ein Hitzeläufer ist. Bei allen anderen heißt es: Tempo runter, Puls rauf bei Temperaturen ab 23 Grad (steht so in der Runners World). Bei ihr heißt es "prima Tempo, Puls 10 Schläge weniger als sonst" ab 30 Grad. Sehr seltsam, das ...

Und als Belohnung gab es dann dreimal Kaiserschmarrn, dreimal ein Stück Rüblikuchen und zweimal den berüchtigten Eisbecher "Haiti" (der ist größer als ich!).

Fazit: gute Grundlage gelegt für den Karwendelmarsch, aber Frauchen muss weiter ausbauen. Auf jeden Fall hatten wir einen schönen Urlaub - ich wollte eigentlich gar nicht mehr nach Hause!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 11. Juni 2017

Macht süchtig: Junktown

Hallo Leute,

ich war fleißig mit Lesen ... Frauchen natürlich auch. Neben dem Schmalz/Lachroman hatte sie sich auch einen echten Kracher zuschicken lassen, etwas für harte Kerle, äh Bären.

"Junktown"
Matthias Oden, erschienen bei Heyne, 12,99 Euro.


Junktown ist die Stadt der Zukunft. Konsum ist Bürgerpflicht. Drogen bekommt man vom Staat, und es wird auch monatlich kontrolliert, ob man seine Drogen auch brav genommen hat. Heroin, Ritalin, alles was sich ein Junkie nur wünschen könnte. Und Maschinen haben viele Aufgaben übernommen.

Zu Anfang kamen wir etwas schwer rein ins Buch. Denn eine dieser Maschinen -eine "Brutmutter" mit 800 Föten - wird ermordet. Die Menschen kriegen ihre Kinder nämlich nicht mehr auf natürlichem Weg, das übernehmen Maschinen. Natürlich werden die Föten "vorbestellt" und konfiguriert. So haben später für Büroarbeit Vorgesehene einen Kartenleseschlitz oben an der Schläfe ... Beziehungen zwischen Mensch und Maschine sind auch normal, nicht nur körperliche, sondern auch echte Liebesbeziehungen. Und die ermordete Brutmutter hatte einen (menschlichen) Freund, wollte sich aber wegen ihres Liebhabers von ihm trennen. Auftritt Phillip Marlowe / Sam Spade / Humphrey Bogart, ach nein: hier heißt der lonesome wolf ja Solomon Cain. Inspektor, verwitwet, und innerlich schon sehr weit von Konsum- und Drogenzwang und dem Regime entfernt. Und so entwickelt sich einerseits ein klassischer Krimi wie aus Hollywoods schwarzer Serie der 1940er Jahre. Wem kann Cain trauen, er ist inzwischen ein Zyniker, die undurchsichtige Schöne - spielt sie ein falsches Spiel ... usw. Spannend geschrieben, mit überraschendem Ende.
Was das Buch aber absolut zum Tipp macht, ist die Welt, die der Autor beschreibt. Voll bizarrer Einfälle: So muss man Müll kaufen und in seinen Garten streuen, um zu zeigen, wie wohlhabend man ist und wie viel man konsumiert. Nur über den immer ausreichenden Drogenkonsum kann der Staat seine Macht erhalten. Von jedem Menschen gibt es einen Scan der Gehirnströme, so können ausgebildete Greifermaschinen sofort jeden Gesuchten aufspüren. Und richtig heftig: die Menschheit ist in sogenannte Humanklassen eingeteilt, je nach Wichtigkeit für die Gesellschaft. Und wenn man nicht mehr wichtig ist, dann wird man auf "D" herabgestuft. Bedeutet "Ausfall", man wird zum Recyclinghof gebracht und dort die biologisch verwertbaren Körperteile ausgesiebt. Anderes Wort für Todesurteil also. Mehr wollen wir hier nicht verraten.

Fazit:  5 Punkte - aber wohl eher ein Buch für Fans von harter Literatur, kein "Psychothriller" wie es zur Zeit so viele gibt. Oder andersherum (entschuldige, Frauchen) - nicht gerade ein Frauenbuch.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan

Montag, 5. Juni 2017

Gähnender Eisbär, schwitzende Läufer: Tiergartenlauf Nürnberg

Hallo Leute,

einmal im Jahr ist ja Frauchen nicht als Läufer, sondern als Veranstalter / Organisator gefragt. Am Freitag, 2.6.2017, fand er dann auch statt, der 2. Tiergartenlauf. Und ich kann erneut ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern ... denn wir haben wieder festgestellt: drei Bergläufe sind nicht halb so anstrengend und fordernd wie eine Laufveranstaltung zu organisieren ... vor allem wenn man wie Frauchen ein 110 %-Perfektionist ist!

Hier also die Highlights - denn was so alles an Vorarbeit dranhängt, hatte ich ja letztes Jahr schon ausführlich beschrieben:
  • Für den Lauf 2016 waren wir innerhalb von 23 Tagen ausverkauft. Und mussten noch vielen Interessenten absagen. Also dachten wir beim Anmeldestart 1.12.2016 für den Tiergartenlauf 2017: mal sehen, ob wir dieses Jahr schneller sind. Ja, die Läufer waren wirklich flink, mit den Fingern auf der Tastatur! Innerhalb von 7 Stunden (!) waren alle 500 Startplätze weg! Ausverkauft!
  • Eingedenk der 2016 Beinahe-nicht-vorhandenen-Teilnehmershirts bestellte Frauchen frühzeitig. Dieses Jahr gab es blaue, mit Giraffe drauf. Die Finishermedaille sollte ebenfalls eine Giraffe werden ...
    Bestellung im Januar getätigt. Mehrfach auf Lieferadresse Büroräume von Frauchens "Normaljob" hingewiesen. Da kann ja nix schiefgehen, dachte sie. Hehehe, dachte ich.
  • Der Geschäftsführer des Mitveranstalters LAC Quelle hat Ende Mai einen Trainingsunfall mit dem Rennrad und fällt mit Schlüsselbeinbruch aus. Er ist der Erfahrenste und hatte alle Streckenposten / Einteilung / Organisation unter sich. Gute Besserung ihm, schnell eine Vertretung einweisen.
  • Raceday minus 4 - die bestellten Startnummern treffen ein. Leider nur falsch bedruckt, nicht kuvertiert und ohne Sicherheitsnadeln. Also nochmal neu, das Ganze. Aber ob sie rechtzeitig zur Startnummernausgabe Raceday minus 1 da sind .. nun ja, könnte eng werden.
  • Shirts - jaja, sie seien schon in Hamburg durch den Zoll. Müssten jeden Tag eintreffen.
  • Raceday minus 3 - Frauchen fragt mal nach. Jaja, sie kommen heute. Wenn nicht, dann soll sich Frauchen melden.
  • Ihr ahnt es schon? Keine Shirts eingetroffen. Frauchen zunehmend hysterisch.
  • Dazu kam: Oma hat einen Unfall mit dem Rad - bei einer fast 80jährigen nicht so ganz ungefährlich, wenn sie den Bordstein zu sportlich nehmen will. Ab da pendelt Frauchen zwischen Notaufnahme (Schenkelhalsbruch, OP am Raceday minus 2), Büro (denn die normale Arbeit will ja auch getan sein), Tiergarten und zuhause hin und her.
  • Raceday minus 2: Gefragt, wo die Shirts denn nun seien. Deja vu vom letzten Jahr. Würden bis spätestens 15 Uhr geliefert. 15:01 Uhr fragt Frauchen mal wieder nach. Wird dann von Spedition angeplärrt "Wir waren 13:56 Uhr da, Sie nicht. Haben Shirts wieder mitgenommen." Nach erregter Diskussion stellte sich raus: Spedition war nicht an Lieferadresse (wo Frauchen war und auch die Shirts brauchte), sondern an Heimadresse. Also auf ein Neues "aber nicht mehr heute".
  • Raceday minus 1, Tag 0 für die Startnummernausgabe: die Shirts und die korrekten Startnummern trafen fast gleichzeitig ein. Erleichterung. Eine Armada von fleissigen Helfern konfektionierte Startertaschen, ich überwachte alles.
  • Und dann ging es los: Angesichts der Wettervorhersage mit "Sonnig, 28 Grad" haben viele Starter von den 10 km auf die kürzere Strecke umgemeldet. Weise Entscheidung.
  • Am Raceday lief dann alles glatt, begeisterte Läufer, alle glücklich. Besonders die Schnaken im Tiergarten, die wurden von Frauchen eifrig gefüttert ....
  • So, und nun geht es ans Nacharbeiten, sowie Vorbereiten des 3. Tiergartenlaufs, 2018.
Hier noch ein paar Impressionen, Fotos von @katitria bzw. Thomas Hahn (Läuferin):




Und vorher muss ich Frauchen weiter auf die Laufstrecken scheuchen. Letzte Woche hatte ich ihr ja eine Entlastungswoche zugebilligt, angesichts der ganzen Zeitnot, aber ab heute geht es wieder ans Eingemachte!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 28. Mai 2017

Kraftfutter für den Karwendelmarsch

Hallo Leute,

so langsam wird es ernst. Mein Trainingsplan stößt in Dimensionen vor, in denen nie zuvor mein Frauchen gewesen ist ... Aber wie bei Raumschiff Enterprise - wir schaffen das!
Heute standen 2:30 Stunden auf dem Plan. Plus mal wieder hoch / runter / hoch nach Kalchreuth. Und das bei morgens schon 24 Grad. Im Schatten. Liebt Frauchen ja, aber nicht ganz so abrupt, bitte schön.
Noch drückt sie sich vor dem Training mit dem Trailrucksack. Aber heute habe ich ihr zum ersten Mal so eine Salz-Super-Kapsel mitgegeben. Die hatte uns @Katitria empfohlen. Und die muss es wissen, sie ist den Karwendelmarsch vor 2 Jahren schon bestens gelaufen, ebenfalls bei Bullenhitze, äh. Kaiserwetter.

Ich hatte für Frauchen ein ganzes Sortiment an Kraftfutter bestellt, Salzkapseln und Salz-Kautabletten (mit Orange-Geschmack, ich bin ja schon gespannt, was Frauchen für ein Gesicht zieht ...). Und erstmals auch so Powerfood, da hatte ich Colageschmack genommen, damit sie es überhaupt runterkriegt. Bisher hatte sie ja immer nur Distanzen, wo sie ohne oder mit einem Becher Brühe / Iso nach ca. 2/3 der Strecke gut hinkam. Aber bei 52 km und anvisierten 8 bis 10 Stunden reicht das wohl nicht. Also, das heißt in den nächsten Wochen nicht nur die Distanzen immer weiter verlängern, sondern auch die Aufnahme von so Kraftfutter trainieren! Habt Ihr noch Tipps dazu? Eure Erfahrungen?

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 25. Mai 2017

Landliebe - gut für zwischendurch

Hallo Leute,

nicht was Ihr schon wieder denkt, ts ts. Es geht um ein Buch. Und zwar dieses hier:

"Landliebe"
Jana Lukas, erschienen bei Heyne, 9,99 Euro.

Der Klappentext las sich vielversprechend. Darum geht es: ein kurz vor der Pleite stehender Winzer wird von seinem Bruder für die Reality-Show "Landliebe" angemeldet. Damit  ist leicht erkennbar  "Bauer sucht Frau" oder eine ähnliche Kuppelshow gemeint. Nur die dringend benötigten 50.000 Euro lassen Tom zustimmen. Seine "Auserwählte" wird ein Müncher Mädel, patent, blond, die ebenfalls nur aus Geldgründen mitmacht. Was beide sich gegenseitig erstmal verschweigen. So weit, so lustig. Wie Ellie auf "bayerisches Blondchen" im zu engen Dirndl getrimmt wird für die Kameras, und wie Toms Winzerhof von der TV-Produktion auf "da braucht es dringend eine Frauenhand" umgestaltet wird - das ist sehr lustig beschrieben.

Allein dass Ellie "Nageldesignerin" sein soll, und Tom "Modellflugzeuge basteln" als Hobby aufoktruiert bekommt, ist so herrlich überspannt. Und dann fallen der Autorin auch noch viele hübsche Alliterationen zum "wilden Winzer", der wahlweise "neckischen" oder "neugierigen Nageldesignerin" ein ... als hätte sie bisher für RTL getextet. Und es kommt natürlich, wie es kommen muss ... die beiden verlieben sich, wollen es sich nicht eingestehen .... *Vorsicht Spoiler*

Ellie rettet dann quasi im Alleingang den Winzerhof ... und dass sie sich kriegen, ist bei dieser Art von heiterem Roman ja schon auf Seite 2 klar.

Das Ganze hätte von uns 5 Punkte gekriegt, wenn alles durchgehend herrlich satirisch ironisch beschrieben worden wäre. Bei den Liebesszenen rutscht das Ganze aber in übelste Schwülstigkeiten ab. Ich als Bärenmann kann das gar nicht wiederholen, Frauchen meinte, selbst "Cora"-Hefte lesen sich dagegen wie ein realistischer Tatsachenroman. Für diese Szenen gab es 1 Punkt. Man hatte echt das Gefühl, zwei Bücher in einem zu haben - die lustigen Szenen sind super gelungen. Die Liebesszenen - au weia.

Fazit:  3 Punkte - gelesen, öfter mal gelacht, an anderen Stellen kopfschüttelnd nur noch quergelesen, um schnell über die Peinlichkeit hinwegzukommen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 21. Mai 2017

Virtueller 5 km-Lauf ist auch ganz schön anstrengend

Hallo Leute,

und schon wieder ist ein Jahr um, und der "Save the Manatees"-5 km-Lauf stand an. Den hatten wir ja schon zweimal mitgemacht, und mussten natürlich dieses Jahr wieder dabei sein. Denn die 28 Dollar Startgeld werden kompett für den Schutz der Manatees in Florida verwendet.
Pünktlich kamen das Teilnehmershirt und die Medaille hier an:
Und gestern, tatsächlich am am offiziellen Wettkampftag, stand Frauchen an "ihrer" Startlinie. Das Konzept ist einfach: wer nicht in Florida starten kann, läuft woanders eine 5 km-Strecke und meldet dann die Zeit. Ihr glaubt gar nicht, wie viele irritierte Blicke Frauchen so kassiert, wenn sie mit Teilnehmershirt und Startnummer im Renntempo durch den Marienbergpark wetzt ....

Zwei tierische Beobachtungen am Rand, beide mit Krähen. Auf dem Hinweg zum Park muss Frauchen an zwei großen blauen Papiertonnen vorbei, solche mit oben abgerundeter Kuppel. Krähe fliegt an, landet oben auf dem Scheitelpunkt. Rutscht ab und runter. Frauchen denkt "tja, rutschige Angelegenheit, dumm gelaufen". Krähe aber dreht im Flug ab, landet wieder oben, rutscht wieder runter .... und fliegt wieder hoch, und rutscht - richtig schön ausgerichtet wie ein Kind auf einer Rutsche - runter. Sah aus, als ob sie eine Menge Spaß hatte! Ein Stück weiter, im Park, Pfütze auf Weg neben der Griller-Wiese. Andere Krähe kommt angehüpft und hat ein Stück Waffel / Knäckebrot oder so ähnlich im Schnabel, rund 5 cm groß. Tunkt es sorgsam in die Pfütze, schiebt noch zwei, dreimal nach und holt es dann wieder raus. um es auf der Wiese - nun schön weich - zu verspachteln.

O.k., weg von den fedrigen Leichtgewichten, hin zu den gutmütigen Dickhäutern. Frauchen finishte mit 27:55 min - das war jetzt nicht gerade ihre Bestzeit, aber aus dem Training für den langen Kanten Karwendelmarsch heraus eine ordentliche Leistung.

So, jetzt muss ich schnell zwei Bücher lesen - es sind neue Rezensionsexemplare angekommen. Und Frauchen muss weitermachen mit den Vorbereitungen für den in 12 Tagen stattfindenden Tiergartenlauf. (Und da ich weiß, dass ich auch in Hamburg in einem bestimmten Haushalt gern gelesen werde: wir freuen uns auf Euch; ich hoffe, Ihr seid gut trainiert ...).
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 16. Mai 2017

Achensee - viel zuwenig Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

ich war von Freitag bis Montag mit Frauchen, Oma und Kumpel Trello am Achensee. Und hatte mich auf viermal Kaiserschmarrn gefreut! Nix war´s - genau einmal bekam ich einen, und den musste ich auch noch mit Frauchen teilen! Ich bin empört! Naja, eigentlich bin ich ja selbst schuld ... denn ich hatte, bärenschlau wie ich bin, Frauchen gesagt: "Zucker ist schlecht, Zucker macht langsam. Iss lieber Vitamine" Mein Hintergedanke: dann kriege ich den Schmarrn, und sie isst Obst. Ja, denkste! Prompt hat sie am Sonntag zum Nachtisch einen Apfelstrudel bestellt - sei ja quasi Obst.
Aber ich habe mich gerächt. Und habe Frauchen auf ordentliche Trailstrecken, bergauf /bergab gescheucht. Von der Kondition hielt es, aber sie hat nach drei Tagen doch etwas über Muskelkater geklagt. Oben in der Aufhängung der Beinchen sozusagen. Aber da kenne ich keine Gnade: wer mir Kaiserschmarrn vorenthält, muss leiden!
Hier noch ein paar Bilder - allerdings von früheren Aufenthalten. Denn dieses Mal war es doch recht wechselhaft - 5 Minuten schön, schwarze Wolke, Schauer, dann wieder heiß ... und oben alles weiß.


Bis bald Euer hungriger Iwan

Sonntag, 7. Mai 2017

Wings for Life Run - nächster Anlauf 2018

Hallo Leute,

eigentlich wären wir ja heute in München, beim Wings for Life Run. Stattdessen hocken Frauchen und ich vor dem Fernseher, und schauen uns die weltweiten Läufe an. Denn das ist ja das Konzept dieses großartigen Charity-Laufes: alle Startgelder und Spenden gehen in die Rückenmarksforschung, gegen Querschnittlähmung. Weltweit starten alle Läufe zur gleichen Uhrzeit, also um 13 Uhr MEZ Sommerzeit. Ob in München, Valcencia, Florida, Melbourne, Dubai ... Das zweite Interessante: Man läuft so weit man kommt - bis das Catcher Car einen eingeholt hat. Also keine feste Länge oder Zeit, sondern eben je nachdem wie schnell man ist. Ich hatte für Frauchen ausgerechnet, dass sie so zwischen km 12 und 14 eingeholt würde. Aber es kommt halt erstens anders und zweitens als man denkt.

Angemeldet hatten wir uns schon Anfang November, da war die Startgebühr mit 35 Euro (plus 15 Euro freiwillige Spende) noch annehmbar. Dafür gab es das alles im Startersackerl:



Und wir haben uns, je näher der 7. Mai rückte, echt auf den Lauf gefreut. Nur kamen dann am Freitag zwei Aspekte ins Spiel, die uns zu unserer persönlichen Absage bewogen. Erstens hatte Frauchen beruflich ein sehr sehr unschönes Erlebnis, was sie sehr beschäftigte und die Nacht von Freitag auf Samstag quasi nicht schlafen ließ. Und zweitens guckte sie sich die Wettervorhersage für Sonntag und München an: 10 Grad und Regen. Und wer Frauchen kennt, weiß, dass sie zwei Dinge beim Laufen nicht mag. 1. Kälte (und das ist alles unter 15 Grad) und 2. Regen. (Der 3. Grund wäre übrigens: wenn es regnet, kann ich nicht mit an die Strecke, ich bin sehr wasserempfindlich.) So wie sie gestern morgen drauf war, habe ich ihr empfohlen: stornier das Hotel, lass uns ggf. schnell nach München fahren und das Startersackerl holen, aber lauf am Sonntag wenn es wieder besser gehen sollte, hier in Nürnberg eine schöne Runde und die 14 km. Dass ich damit richtig lag, merkte ich daran, dass Frauchen gar nicht widersprach. Obwohl sie sich auch auf eine schöne Shoppingrunde Samstag Nachmittag in München gefreut hatte ...

Samstag war das Olympiagelände, wo Startnummernausgabe und heute auch der Start war, übrigens ein Traum. 22,5 Grad, blümchenübersäte Wiesen, die Zeltdächer funkelten in der Sonne ... wer heute die TV-Übertragung angeguckt hat, hat es kaum wiedererkannt: düster, patschnass, außer den Läufern und ein paar Begleitpersonen kaum Menschen. Organisation war super, wir hatten sehr schnell unsere Startunterlagen. Und sind dann nochmal auf den Olympiaberg hochgelaufen - da konnte man in der Ferne die schneebedeckten Alpen sehen. Und zu Füßen die Sportstätten, wo 1972 Geschichte geschrieben wurde.

Naja, nächster Anlauf dann 2018. Letztes Jahr ging es sich terminlich wegen Überschneidung mit dem Muttertag nicht aus, dieses Jahr aus persönlichen Gründen nicht. Aller guten Dinge sind drei. Und Frauchen ist heute hier im Wald - es war immerhin trocken bei 16 Grad - eine flotte 12,5 km-Runde gelaufen. Und hat dabei versucht, das am Freitag Erlebte mental zu verarbeiten. Hoffe, es ist ihr gut gelungen. So wie ich sie kenne, ja!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 30. April 2017

2 Stunden Rundendrehen für den guten Zweck

Hallo Leute,

heute waren wir im schönen, (fast) weltbekannten Seligenporten. Kennt Ihr nicht? Macht nix, kannte ich vorher auch nicht. Ist quasi der westlichste Ort der Oberpfalz. Wenn Ihr von Nürnberg nach München fahrt, bei Allersberg links ab. Sehr idyllisch, jedenfalls heute. Denn der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. Sonnenschein, blauer Himmel, mittags 16 Grad - das alles hatten wir seit langem nicht mehr.

Ein Kollege, der in diesem Dorf wohnt, hatte Frauchen auf den "Seligenportener Benefizlauf" aufmerksam gemacht. Ich als Coach habe es wohlwollend geprüft und mein Einverständnis gegeben. Nach dem Zahlen eines Kostenbeitrags von 2 Euro war man dabei. Und sollte ab 11:30 Uhr seine Runden drehen dürfen. Je Runde 2 km, je mehr Runden, desto mehr wollten die Sponsoren spenden.

Herrchen kam dieses Mal nicht mit, also thronte ich auf dem Beifahrersitz. Das war aber auch das einzig Positive, denn ich musste am Auto warten, konnte nicht an die Strecke oder gar mitfinishen.



Um kurz vor 11 Uhr waren wir da, die Bambini liefen schon. Und auch viele Nasen, denn trotz Sonne war es ziemlich frisch - ein kühler, ach was sage ich, eisiger Wind blies. Schnell die Startnummer geholt, und die Zeit vertrieben. Kurz vor Start fand Frauchen dann auch den Kollegen. Dietmar hatte aber leider Magenprobleme, um so anerkennenswerter sein Durchhalten mit 5 Runden. Da er aber schneller als Frauchen läuft, war Frauchen die meiste Zeit allein auf der Strecke.

Apropos Strecke, die verlief in einem mehr oder weniger Viereck. Start und Ziel beim Kloster Seligenporten, dann erstmal durch einige Gassen, links herum auf dem Radweg neben der Straße entlang - dort war dann auch das (einzige) Stimmungsnest mit Trommlern. Nach ca. 800 Metern links in einem Feldweg, dann wieder links Richtung Dorfkern zurück. Ein kurzes Zwischenstück auf einem von vielen Pferdehufen aufgewühlten Weg, dann ein kleiner Anstieg (merkt Euch den!) über ein Brücklein, durch einen Reiterhof durch und schon bekam man den ersten grünen Gummi über den Arm gestreift.

Die erste Runde war ätzend, sehr unrhythmisch durch viele Läufer, Walker, Geher, Schnelle und Langsame. Dann hatte sich alles schön gelichtet. Schöne Aussichten über Felder, auf Wiesen mit leuchtendem Löwenzahn, und aufs Kloster. Wir hatten ja noch nie an einem Rundenlauf teilgenommen, Frauchens Sorge war, dass ihr langweilig würde. War aber nicht. Da wir unsere "Entlastungswoche" hatten im Rahmen Vorbereitung auf unsere langen Bergläufe, hatte ich Frauchen vorgegeben: langsam, wie ein Trainingslauf, mindestens 5 Runden und dann mal gucken.

Naja, im Endeffekt sind es dann 9 Runden geworden, die ersten 7 gingen schön locker. aber dann machte sich der kalte und starke Gegenwind auf einem Streckenabschnitt doch bemerkbar. Und der vorhin erwähnte kleine Anstieg zum Brücklein kam Frauchen langsam so vor wie der Anstieg zum Rifflberg beim Zermatt Halbmarathon! Eigentlich wollte sie nach 8 Runden Schluss machen, aber irgendwie liefen die Beinchen einfach weiter. Mit ihren 9 gesammelten Gummins liegt sie, denke ich, ganz gut im Starterfeld. Bei einigen Läufern hatte sie zwar das Gefühl, die haben sie in jeder Runde überrundet, aber sie hat auch ordentlich Läufer überrundet. Nur nicht Pumuckl (den immer für einen guten Zweck startenden Herrn Mücke), der zischte barfuss an ihr vorbei.

Nach 1:58 Stunde und 18 km war also Schluss. Zeit - wie ein Uhrwerk 13 Min. je 2 km, plus dreimal ein bißchen was verloren bei den Wasserstellen. Nette Abwechslung, dieser Lauf. Und jetzt wisst Ihr alle, wo Seligenporten liegt!

Nächste Woche wird es dann wieder ein ganz neuer Laufwettbewerb für uns - da Rennt Frauchen vor dem Catcher Car davon, beim Wings für Life Run in München. Da bin ich dann hoffentlich näher an der Strecke und dem Event dran!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 23. April 2017

Ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

Frauchen und ich lesen ja bekanntlich gern und viel, vor allem Krimis und Thriller. Und ich bin schwer aktiv bei Twitter. Da ist mir neulich ein Tweet eines unserer Twitter-Bekannten, @markusrennt oder auch CookieMcNuggets, aufgefallen. Besser gesagt seiner besseren Hälfte, die sein erstes Buch stolz ankündigte. Krimi? Wien? Gekauft! Hier also die Rezension - und da wir brav die 12,99 Euro ausgegeben haben, fällt sie schonungslos aus ....

Zeitungssterben
Untertitel: Ein Wien-Krimi

Darum geht es: Ein Zug der Wiener U-Bahn wird durch ein Feuer komplett zerstört, es gibt viele Tote. Unter anderem auch einen älteren Zeitungsjournalisten namens Brandl. Ein Nachwuchskollege, Lecek, stolpert über eine Ungereimtheit und fängt an zu recherchieren ... mit fatalen Folgen. Für sich, seine Familie, seinen beruflichen Werdegang.

Was uns gut gefallen hat: Die Story um den Nachwuchsjournalisten entwickelt sich chronologisch nach vorn. Bald weiß er nicht mehr so ganz, wem er noch trauen kann. Gleichzeitig will er von seinem jetzigen Arbeitgeber, anscheinend dem Pendant der deutschen Zeitung mit den 4 Großbuchstaben und ähnlich gut erfundenen (ähem, ich meine natürlich recherchierten) Stories weg, und mit einem großen Enthüllungscoup zur seriösen Konkurrenz wechseln. A bisserl damisch stellt er sich dabei schon an, vor allem, wenn er gleich zweimal Polizeiinterna verrät ...
Im Privatleben des Herrn Journalisten gibt es übrigens zwei Katzen, die einem bekannt vorkommen, wenn man die Tweets des Autors verfolgt ....
Parallel dazu wird im Buch die Story des älteren Journalisten rückwärts erzählt - beginnend mit seinem Tod, endend mit dem ersten Kontakt zur dubiosen Geschichte ... das ist clever und hält den Spannungsbogen.

Was uns leider nicht ganz so gut gefallen hat: ein bißchen weniger wäre manchmal mehr gewesen. Die bösartige Schwester der Lebensgefährtin ... diese Figur war eigentlich unnötig. Und ein Stilmittel, das sich durch das ganze Buch zog und zu mindestens 50 % verzichtbar war: Vergleiche. Andauernd passierte etwas, und wurde nochmal beschrieben mit "wie". Das hat leider, je länger man gelesen hat, genervt.

Ich will jetzt nicht zu viel verraten, sonst fehlt ja die Spannung: auf jeden Fall liegt die Ursache für die vielen aktuellen Todesfälle weit zurück in der Vergangenheit. Und ein überraschender Täter kommt auch dazu.

Fazit: Ein vielversprechendes Erstlingswerk. Man merkt, Markus Leitgeb spielt gern mit Worten, und er kann damit auch umgehen (bis auf die zu vielen Vergleiche, die überflüssig wie ein Kropf sind). Richtig gut ist übrigens auch die Szene, wo Lecek läuft, gelungen - hier erzählt jemand von vielfach Erlebtem.

Frauchen gibt 4 von 5 Punkten. Ich wollte ja einen Punkt abziehen, weil kein Kaiserschmarrn vorkomt (muss man sich mal vorstellen, ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn!). Aber Frauchen meint, Wien ist viel mehr als nur "eine Mehlspeise". Das gilt auch für dieses Erstlingswerk - wir sind gespannt, was da künftig noch kommt  ...

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 18. April 2017

Von wegen Holland ist flach

Hallo Leute,

Herrchen steht ja bekanntlich auf Meer. Sehr gern Nordsee oder Ostsee. Nachdem letztes Jahr die Ostsee dran war, hatte Frauchen ihm dieses Jahr wieder "Nordsee" geschenkt. Über die Osterfeiertage sollte es nach Zandvoort gehen - links von Amsterdam, von uns aus einfach mit Flieger und dann nach 40 Minuten Bahnfahrt zu erreichen. Ich hatte mich ja schon auf die Niederlande gefreut, kenne ich noch nicht. Als ich dann aber die Wettervorhersage gesehen habe, habe ich dankend verzichtet. 8 Grad und 90 % Regenwahrscheinlichkeit, da konnte mich auch keine Aussicht auf "Appeltaart mit Zimtsahne" locken. Flugs habe ich Fozzie zum Assistenztrainer ernannt, er musste also mitfahren.

"Ich wollte eigentlich auch nicht, bin auch sehr regenempfindlich. Aber Frauchen meinte, da gäbe es Krabbensemmeln, und darauf fahre ich ja voll ab! Nordseekrabben, jammjamm.



Am Karfreitag ging es los, mit KLM überpünktlich und sehr bequem nach Amsterdam. Leider ausführlich Schlange stehen erst bei der Gepäckaufgabe, dann am Fahrkartenschalter für den Zug nach Zandvoort, und dann im nh-Hotel beim Check in. Man konnte den Eindruck gewinnen, ganz Deutschland war über Ostern dort und wollte just zu dieser Uhrzeit einchecken. Vor allem - viele Hunde. Große Hunde. Bei jeder zweiten Aufzugfahrt waren Hunde mit drin. Jack und Marley, zwei Huskies. Bob, der Dalmatiner. Der Strand war aber auch super für Hunde, kilometerlang und breit. Ach ja, für Läufer auch ganz nett .... unser Zimmer war riesengroß, mit Blick genau auf diesen Strand.


Übrigens, mit Blick auch auf die ganzen Traktoren, die die "Freßbuden" hinter sich her zogen, sehr praktisch für den kleinen Hunger zwischendurch am Strand ...


Während ich noch die Lage sondierte, hatte sich Frauchen schon umgezogen und wollte laufen gehen. Ich hatte ja von Coach Iwan die Maßgabe "Frauchen soll tapern", aber irgendwie kam ich nicht zu Wort. Und auch am schönen flachen Strand habe ich Frauchen vergeblich gesucht ... die lief flugs in die Dünen. Am ersten Tag 75 min. Am zweiten Tag - vollends euphorisiert von der schönen Landschaft dort und den prima angelegten Wegen mitten durch die Dünen - gleich mal 90 min. Dummerweise ohne was zu Trinken, denn sie wollte ja eigentlich kürzer laufen. Tapern halt. Haha. Der Weg führte immer weiter weg vom Hotel, zum Umkehren war es dann auch zu weit ... gut, dass wenigstens die erste Tankstelle auch "Sprit" für Menschen, sprich Getränke, anbot.
Wie gesagt, sehr schöne Landschaft. Das Hinterland nicht nur typisch Düne, sondern auch kleine Seen, niedrige Büsche, viel Moos ... und angeblich auch Wisente. Nahe Zandvoort soll eine Herde leben, die hat Frauchen aber leider trotz ausgedehnter Suche nicht gefunden. Und von wegen Holland ist flach - das ging die ganze Zeit auf und ab, zwar nicht viel jedes Mal, aber mit müden Beinchen hat es sich dann schon summiert.



Sonntag war dann der einzige Regentag. Wir sind nach Amsterdam gefahren und haben uns stundenlang durch die Grachten schaukeln lassen ....

Das bot auch Schutz vor dem starken Wind, der an der Küste herrschte. Windstärke 5 und immer direkt vom Nordpol. Ich schüttele mir heute noch Sand aus dem Fell ...


Montag dann wieder strahlender Sonnenschein. Das letzte Mal das opulente Frühstücksbüffett leerfuttern (Iwan, da hast Du echt was verpasst!) und dann ging Frauchen auf die letzte Laufrunde. Sehr freundliche Menschen übrigens, die Eingeborenen - sie wurde andauernd mit "Morchen" oder "Gude Morchen" gegrüßt.


Mittags hieß es dann Abschied nehmen, nach den letzten zwei Krabbensemmeln zurück per Zug zum Flughafen und dann nach Hause. Herrchen brabbelte auf dem Flug was von "da unten ist es weiß" - da habe ich es noch für einen Scherz gehalten. Nachdem es aber heute auch schon eifrig schneite, muss ich sagen, hatten wir in Zandvoort echtes Glück mit dem Wetter!"

Ja, sag mal Fozzie, ich nehme Dir ja sofort das Assistenztrainerdiplom wieder ab! Was ist denn an "t-a-p-e-r-n" nicht zu verstehen???? Mal sehen, ich werde gleich mal Frauchens Gesamtzustand überprüfen. Sie scheint mir auch mindestens 3 Kilo zugenommen zu haben, da gab es wohl mehr als eine Krabbensemmel und eine Appeltaart ... jetzt übernehme ich wieder die Regie!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 2. April 2017

Rücksichtnahme: ein Fremdwort?

Hallo Leute,

heute melde ich mich mal wieder als (vielleicht schlechtes) Gewissen. Frauchen war am Freitag nach der Arbeit laufen. Kurz nach 17 Uhr, quasi ein Frühsommerabend, noch 24 Grad, Sonne. Sie steuerte den nahe gelegenen Park an, dort ist ein Hügel, an dem sie immer für die Bergläufe trainiert. Dieses Mal kam sie nach absolviertem Training nicht wie sonst gut gelaunt zurück, sondern traurig.
Denn Menschenmassen lagerten im Park auf den Wiesen. Der Marienbergpark hat riesige Grünflächen, dazwischen überall auch viele Bäume und Sträucher. Überall Griller. Und viele Jugendliche, fast immer mit Bierflasche oder Härterem in der Hand. Das ist ja jedem gegönnt. Aber den Abfall dann einfach rumliegen zu lassen, die Flaschen oft hinzuschmeissen, dass alles voller Scherben ist ... das versteht Frauchen nicht. Und ich auch nicht, ehrlich gesagt.
Noch drastischer war, dass sie bei ihrem 5 Mal Hügel hoch und wieder runter sage und schreibe 4 nackte Hinterteile "bewundern" durfte, die alle mehr oder weniger neben dem Weg das Ganze als Toilette mißbrauchten. Ach ja, das nächste Toilettenhäuschen mit mehreren, sauberen (das ist ja auch leider nicht immer selbstverständlich, wenn ich so an Autobahn-Parkplatz-WCs denke) Kabinen ist ganze 100 Meter entfernt. Das scheinen alle diese "Wildpinkler" als unzumutbare Strecke anzusehen. Der Älteste davon war übrigens gute 60 Jahre, also nicht nur Jugend. Und nach optischem Eindruck (die Frau war auch dabei) obere Mittelschicht.
Gestern morgen musste Frauchen wieder durch den Park. Kein schöner Anblick, wie es da aussah. Ist es denn so schwer, seinen Abfall wieder mitzunehmen? Und Flaschen nicht hinzuschmeißen? Da besteht ordentlich Verletzungsgefahr! Aber anscheinend denkt jeder dieser "Feierer", dass dann wohl jemand nach ihm kommt und aufräumt ...
Das Selbe erlebt Frauchen auch tagtäglich an der Ampel. Mal abgesehen davon, dass außer ihr anscheinend alle anderen dunkles Orange als Aufforderung "aufs Gas gehen, da komm´ ich schnell noch durch" zu verstehen scheinen und damit alle anderen blockieren, geht mindestens einmal am Tag vor ihr die Scheibe runter und es fliegt die Zigarettenkippe raus.
Leute, das würdet Ihr doch auch nicht zuhause machen. oder? Und ich bin sicher, alle, die meinen Blog lesen, machen so was auch nicht. Aber wie geht Ihr damit um, wenn Ihr so etwas seht? Frauchen ist immer zwiegespalten, ob sie die Missetäter ansprechen soll. Bisher hat sie es nicht getan, aus Angst, dass sie dann blöd angeredet wird. Aber immer nur schweigen und zugucken? Was meint Ihr?
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 26. März 2017

10 km und Frühsommer im März

Hallo Leute,

nach dem erfolgreichen Halbmarathon-in-Alcudia-Wochenende ist Frauchen ja gleich am Mittwoch drauf wieder hingeflogen. Ich habe dankend (naja, grummel, wurde überredet) verzichtet. Einer musste ja auf Herrchen aufpassen. Und mir wäre es mit Frauchen und Oma dann zuviel Weiberwirtschaft gewesen ... deshalb habe ich Fozzie mitgeschickt. Und übergebe an ihn:
"Nach dem Januar-Urlaub nun schon zum zweiten Mal in dem Jahr auf meine Lieblings-Baleareninsel! Immer noch keine Pelikane zu sehen, also kein Ersatz für den entgangenen Florida-Urlaub. Aber es war dieses Mal schön warm - bis auf den Abreisetag hatten wir nur Sonne, blauen Himmel und tagsüber kurze-Hosen-und-Shirt-Wetter. Halt wenn Engelbären reisen ....
Nicht so toll war das Hotel. Hatte Frauchen, nachdem das "normale März-Hotel" gerade renoviert wird, auf Empfehlung gebucht. Höflich ausgedrückt indiskutabel. Haben wir uns zwei Tage angeguckt und auf Besserung gehofft. Kam nicht. Also sind die beiden Damen auf mein Anraten zu dem Hotel gegangen, wo wir im Januar waren. Und haben dort - in Wanderkluft - nach freiem Zimmer gefragt. Im März ist ja rund um Port d´Alcudia / Playa de Muro alles ausgebucht, sehr viele Radfahrer sind da. Wir hatten aber Glück, ein Zimmer war noch frei, die Rezeptionistin guckte auch gar nicht sonderlich irrtiert. Und wir konnten nachmittags umziehen: welche Wohltat. Freundliches (!) Personal, großes und abends geheiztes (!) Zimmer, leckeres (!) Essen mit viel Auswahl und ohne faule Stellen (!!!). Wer übrigens eine Hotelwarnung haben will - ich verrate gern auf Anfrage den Namen .... umgezogen sind wir ins Vanity Golf. Und ich musste jeden Tag den Trainingslauf von Frauchen nach der Wanderung kontrollieren, da hatte mir Iwan genaue Anweisungen gegeben! Denn sie hatte zwar noch den Halbmarathon in den Beinen, am Sonntag sollte es aber gleich noch einen 10 km-Lauf geben.
Samstag Nachmittag sind wir dann zum Abholen der Startunterlagen gegangen. Im Kaufhaus Corte Ingles, 7. Stock, Sportabteilung. Manu hatte uns gewarnt - es sei eine sehr lange Schlange. Wir gewappnet .... und ... keiner vor uns. Es gab ein Funktionsshirt, einen Umhängebeutel, Powerriegel und einen Einkaufsgutschein. Sonntag morgen dann mit dem Auto wieder die 50 km von Port d´Alcudia Richtung Palma. Wir hatten ausreichend Puffer eingeplant, denn wir wollten uns ja noch mit Manu, André (Frauchen und Oma) und Paddington (ich) treffen. Problem: das anvisierte Parkhaus konnte nicht angefahren werden. Sie hatten beide Fahrspuren am Paseo Maritimo für den Lauf gesperrt. Also gewendet, gaaaanz langsam im Stau wieder zurück zu den bekannten Parkplätzen gekrochen. Erster: voll. Zweiter: uff, ja, da war noch was.
Inzwischen wurde die Zeit schon knapper, denn wir mussten rund 2 km wieder zurück zum Start wetzen. Himmel blau, Sonne strahlend, Temperatur ging Richtung 20 Grad. Start des 10 km-Port de Palma-Laufes (wie auch des Halbmarathons) sollte an der Mole gegenüber der Kathedrale La Seu sein, dann einmal links herum Richtung Porto Pi, Wende, den Paseo zurück bis zum "Tankstellenhügel" (wer schon mal im Oktober den Halbmarathon / 10 km-Lauf mitgemacht hat, kennt die Strecke), Wende und dann mit Blick auf Mittelmeer, Kathedrale, Ausläufer der Berge Endspurt ins Ziel.
So, da standen ja auch schon Manu und André! Letzterer konnte leider wegen Krankheit nicht mitlaufen, wollte aber Fotos schießen. Kurze Begrüßung, es waren auch nur noch 10 min. bis zum Start, die Blöcke füllten sich ... Frauchen brauchte aber noch einmal ein Dixie, ähem. Tja. Gar nicht so einfach zu finden ... ganz am Ende der Mole standen 9 Stück, davor gefühlte 100 Läufer plus 50 Zuschauer. Frauchen drängelte sich dann bei den Zuschauer vor, mit Verweis darauf, dass ja in 3, nein, 2 Minuten der Startschuss für sie fallen würde. Und kam pünktlich zum Startschuss mit als Letzte im Startblock an. Hatte den Vorteil, dass sie wenig überholt werden konnte, aber selbst halbwegs Leute einsammeln konnte. Eigentlich hatte Iwan "ruhiger Lauf" vorgegeben, aber da gingen wohl die Gäule durch .... jedenfalls war sie nach 59:37 min. im Ziel, die gesamte Streckenlänge war sogar mit 10,15 km ausgemessen. Also sehr gute Zeit für sie. Was sie ärgerte: die vielen deutschen Teilnehmer, die anscheinend dachten, die komplette Straßenbreite gehöre ihnen, oder sie könnten Frauchens Laufweg schneiden .... schade. Im Ziel gab es dann noch eine Finishermedaille (die war so groß wie ich!), sowie nochmal Wasser und Obst:



Fazit: Organisation gut, Gutzis für das Startgeld von 15 Euro sehr gut. Strecke nett, kannte Frauchen nun schon gut. Ergebnis: 674. von 820 Finishern, 169. bei den Frauen - sehr schön. Und das Wetter war ja sowieso grenzgenial. Ich habe mich währenddessen gemütlich von Oma im Rucksacke herumtragen lassen. Nach dem Rennen beglückwünschten wir noch Manu, die eine 58er-Zeit gelaufen ist. Ein Erinnerungsfoto noch mit den beiden Damen, dann eines mit uns beiden Bären,




dann machten wir uns wieder auf den 2 km-Marsch zu unserem Auto. Die restlichen Urlaubstage waren dann wieder schön entspannt. Nur der letzte war ein echter "Rausschmeißer-Tag": 9 Grad und Dauerregen."

Na, da hat Fozzie mich ja ganz gut vertreten. Hier übrigens noch der Bericht von Laufwelt zum Lauf! Jetzt fängt dann langsam die ernsthafte Vorbereitung für den Karwendelmarsch an. Für gute Tipps bin ich dankbar!

Bis bald Euer Iwan

P.S. Alle Fotos stammen von Manu bzw. André. Danke dafür.

Montag, 13. März 2017

Meer und Mauren - ein heißer Halbmaraton

Hallo Leute,

sehr viele Daumen müssen gedrückt worden sein - Danke dafür. Denn das Wetter bei unserem Kurz-Mallorca-Trip war traumhaft. Freitag keine Wolke und 24 Grad. Samstag minimalste Wölkchen und mittags 25 Grad. Sonntag dann "nur noch" 20 Grad. Alles in allem aber ein vorgezogener Sommer.

Der Reihe nach: Ich hatte Frauchen ja nur deswegen guten Mutes beim Halbmarathon in Alcudia angemeldet, nachdem ich mir die letztjährigen Zeiten angeschaut hatte. Und da waren noch einige langsamer als Frauchens normales Tempo, der letzte bei rund 3 Stunden. In den letzten Tagen gingen dann doch die Anmeldezahlen hoch, über 300 Läufer verteilten sich auf die 10 km und den Halbmarathon (dort 180). Kaum Deutsche. Freitag ging es gleich, ohne erst ins Hotel zu fahren, zur Startnummernausgabe. Die war im Tourismusbüro von Alcudia. Zwei Mitarbeiter, keinerlei Ausschilderung. Um es gleich vorweg zu nehmen - ohne Spanischkenntnisse wäre man verratzt gewesen. Nachdem Frauchen ihr Begehr kundgetan hatte, erstmal die Antwort "steht nicht auf der Liste, soll morgen wiederkommen, zu kurzfristig gemeldet". Wildes Geschnatter hin und her, denn Frauchen stand sehr wohl auf der Liste. Für 15 Euro Anmeldegebühr gab es dann die Startnummer und ein mittelblaues Funktions-Langarmshirt. (Und nach dem Zieldurchlauf dann noch eine Art Buff-Tuch mit Motiv mittelalterliches Alcudia). Der Chip hätte gemietet noch mal 3 Euro gekostet. Frauchen wollte sich aber endlich einen eigenen gönnen und hatte bei Anmeldung einen gekauft. Böser Fehler. Alle Mietchips wurden mit ausgehändigt. Kaufchips, naja, mal sehen, er glaube, dass morgen der Mensch da sei, der die aushändigt. Das ging ja gut los!
Ab ins Hotel. Herrchen direkt an den Strand, Frauchen kurzes Einlaufen, ich den Blick vom Balkon genossen.
Samstag dann halt früher als geplant los zum Startbereich. Denn Start sollte für die 10 km-Läufer um 10 Uhr sein, für die Halbmarathonis um 10:10 Uhr. Und Ausgabe nur bis 9:30 Uhr. Im Schatten waren es um 9 Uhr 8 Grad, in der Sonne wurde es schön warm. Im Start-/Zielbereich immer noch keine Ausschilderung. Von einem Stand zum anderen geschickt, bis sie endlich ihren Chip in Händen hatte. Zwischenzeitlich trafen immer mehr sehr schnell aussehende Läufer und Läuferinnen ein. Dafür gab der Zielbogen seinen Geist auf, und sackte malerisch in sich zusammen. Um kurz vor 10 wurden alle in einen mit Gatter umzäunten Bereich gescheucht. Unsicherheit, ob nun doch gemeinsamer Start? Auf einmal extrem laute und extrem unverständliche Durchsage. Alle Mann, inklusive Zuschauer, Begleithunde und -kinder, setzten sich in Bewegung. Zu einem Punkt ca. 250 Meter entfernt. Aha, dort war der Start. Die Hunde, Zuschauer und Kinder wurden aus dem Läuferfeld raussortiert, dann ging es mit ein bißchen Verspätung los. Und nach weiteren 10 Minuten auch für Frauchen und alle anderen Halbmarathonläufer. Hilfe, die rannten ja wie die Wiesel ...

Frauchen wollte es eigentlich langsam angehen lassen, mehr so ein schöner Trainingslauf. Und wetzte den ersten Kilometer in 5:30 min, das ist ihr Renntempo beim 5 km-Lauf! Und sie war schon mit Abstand Letzte ... das konnte ja heiter werden. Die Strecke war super abgesperrt und gekennzeichnet, überall standen Streckenposten, Polizei, es waren Pfeile auf dem Boden. Verlaufen war also nicht. Erstmal vom Marktplatz Alcudia über die Hauptstraße nach Port d´Alcudia, zum Hafen. Dann die ganze schöne Promenade am Meer entlang. Frauchen war glücklich - da sah sie endlich die ersten zwei langsamer werdenden Läufer vor sich! Ihr Tempo hatte sie gefunden ... und kurz vor dem Kanal, an dem die Strecke die Bucht von Alcudia verließ, die beiden auch eingeholt. Schade, das waren zwei 10 km-Läufer. Also weiter. Was für die ganze Strecke galt: tolle, enthusiastische Anfeuerung, seien es Zuschauer, Streckenposten, Bauarbeiter am Straßenrand - nur leider weniger die Touristen, die guckten eher dumm.

Jetzt ging es um einen kleinen künstlich angelegten See herum, dann Richtung offenes Feld. Alles Frauchens Trainingsstrecke, da kennt sie jeden Stein. Erst durch Schilf,

dann an blühenden Mandelbäumen und Wiesen vorbei.


Übrigens hier auch wieder dasselbe Bild - die spanischen angehaltenen Autofahrer und Radfahrer warteten geduldig, nur 2 deutsche Rennradler mussten / wollten unbedingt genau dann über die Kreuzung, als Frauchen kam. Aber nix da, spanische Policia versteht da keinen Spaß. Wieder 3 Läufer ein- und überholt. Aber halt auch wieder 10 km-Läufer. Frauchen schwante langsam, dass es sehr sehr einsam werden würde. Wieder Richtung Alcudia, mit Blick auf die Kathedrale und den Atalaya (das ist der Berg, der das ganze Panorama beherrscht).




Vor ihr eine Läuferin in grün, als es durch die mittelalterlichen Gassen in der Innenstadt ging. Die kriegt sie noch .. ja, fast. Weil die auch am Stadttor dann nach rechts zum Ziel abgebogen ist. Frauchen nach links die Stadtmauer entlang musste. Sehr malerisch, zu normalen Zeiten. Dieses Mal hatte sie keine Augen dafür. 10 km in 63 min. war eigentlich immer noch zu schnell ... aber vor ihr so ab-so-lut niemand mehr zu sehen. Nun ging es über einen Feldweg Richtung Bucht von Pollenca. Und ein Streckenposten bestätigte auf ihre Frage, ja, sie sei Letzte. Ab km 12 packten dann die Streckenposten zusammen, wenn sie durchkam. Und schlossen sich ihr an, auf dem Rad / Mountainbike! So passierte Frauchen mit 2 Radlern und einem Motorrad im Schlepptau Herrchen und mich - wir hatten an einem lauschigen Plätzchen direkt am Meer auf sie gewartet.



Weiter ging es dann über teils recht holprigen Strand / Steine Richtung Mal Pas / Bon Aire. Immer mehr Streckenposten schlossen sich an. Frauchen war es eher unangenehm, sie entschuldigte sich mehrfach, dass sie so langsam sei. Und die anderen gern fahren könnten. Nix da. lautete die Antwort, man bleibe bei ihr. Und ob sie wirklich ins Ziel laufen wolle ... hat sie erst später kapiert, diese Frage. Denn sonst hätten die Radler sie wohl verlassen und zum Vorletzten aufgeschlossen. Jedenfalls konnte sie so viel Spanisch üben. Der ganze Trupp lief (Frauchen) bzw. fuhr (alle anderen) nun die letzten 7 km in stetem Auf und Ab über kleine Sträßchen auf der Halbinsel. Hatte auch seine Vorteile - Frauchen bekam Wasserflaschen gereicht. Und die ca. 1 Meter großen km-Schilder vorgelesen, für den Fall, dass sie die Zahl nicht erkennen konnte .... Bei km 20 war sie quasi wieder am Stadttor. Nun ging es aber nochmal die Stadtmauer entlang. Zog sich. Und beim Einbiegen in die letzte Altstadtgasse war erstmal Schluss. Die Beinchen signalisierten "Gehen, nicht mehr Laufen". Der Kopf sah ein Spalier aus weiteren Helfern, die alle schrieen und La Ola machten. Also wieder angetrabt. Glücklicherweise hielt das zweite Motorrad nun Abstand - uns ist ein Rätsel, wie das die Spitzenläufer beim Marathon machen. Da atmet man ja nur Auspuffgase! Nochmal eine Flasche Wasser über vier Radler angereicht bekommen, über den Kopf geschüttet. Frauchen liebt zwar Wärme, aber so von Winter auf Sommer war dann doch wohl etwas üppig. Raus aus der Gasse, eingebogen auf die Zielgerade. Wo ich bereit zum Aufspringen stand. Und mein Maul kaum zugekriegt habe. Guckt Euch mal dieses Bild an:

Großes Gejohle, als sie mich  geschnappt hat. Und dann sind wir mit rund 40 Radlern im Schlepptau ins Ziel. 2:18,etwas (war leider Bruttozeitmessung). Letzte, 177. Aber bei so einem "Gefeiert-werden" lohnt es sich echt, Letzter zu werden! Frauchen hat sich bei allen bedankt, sie wurde dann noch länger gefeiert als ein Olympiasieger. Und von der Laufstrecke her - nicht einfach, wegen dem Auf und Ab auf dem letzten Drittel, aber wunderschön. Tolle Organisation auf der Strecke. Und das Preis-/Leistungsverhältnis war auch phänomenal.

Danach hat sich Frauchen den Nachmittag schön in die Sonne gelegt und ausgeruht. Und ich mir überlegt, wo ich sie als Nächstes anmelde. Sonntag gab es dann noch die traditionellen Tapas in Cala Ratjada, dann ging es schon wieder ins eisige Nürnberg (4 Grad) zurück. Mittwoch fliegt dann Fozzie mit. Ich bleibe zuhause und hüte mit Herrchen die Möbel. Der Wanderurlaub wird dann nur am Sonntag von einem 10 km-Lauf in Palma durchbrochen. Da sieht Frauchen dann Manu, André und Pauline wieder ...

Ich melde mich an Ende März wieder, habe ja PC-Verbot. Was bezüglich etwaiger Kommentare heißt: es kann dauern bis ich sie freischalten kann. Was Euch aber nicht davon abhalten sollte, mir Euren Neid über das gelungene Wochenende mitzuteilen ...

Bis bald Euer Iwan


Dienstag, 28. Februar 2017

Mallorca, ich komme

Hallo Leute,

äh, ja, ich glaube, ich habe da etwas Dummes gemacht. Oder sehr Schönes, je nachdem, wie man es sieht. Jedenfalls, Frauchen ist doch mit Oma ab 15. März wieder auf Mallorca. Ohne mich, grummel. Und sie liebäugelt schon seit Jahren mit dem Halbmarathon Alcudia / Port d´Alcudia. Erst war der im Herbst, das wäre sich ausgegangen mit dem Urlaub meiner Menschen. Prompt wurde der Termin verlegt, weil ja unbedingt ein Ironman in Port d´Alcudia Ende September stattfinden musste. Neuer Termin immer im März.
Zwei Jahre lang hat es wieder nicht gepasst, manchmal nur um ein paar Tage.
Dieses Jahr hatte ich dann das Gejammere "wieder am Samstag, bevor wir nach Mallorca fliegen!" satt. Und habe Frauchen einfach angemeldet. Gut, Flüge und Hotel muss sie dann zahlen ... ich sage ja, vielleicht doch etwas Dummes? Jedenfalls sind wir nun beide vom 10.3. bis 12.3. auch schon in Port d´Alcudia. Und hoffen auf warmes Wetter für die 21 km. Bitte drückt die Daumen, sonst darf ich mir einiges an Gemecker anhören ...
Dieser Halbmarathon wird übrigens das Kontrastprogramm zu Barcelona: dort rund 17.000 Starter, aktuell sind in Alcudia 68 angemeldet. Und die verteilen sich noch auf den Halben und eine 10 km-Strecke. Finisher Barcelona: rund 16.000 - Finisher 2016 in Alcudia: 177. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Und Frauchen freut sich so langsam.
P.S. Nun muss ich sehen, mir noch einen Kreppel zu sichern - heute ist schließlich Fastnachtsdienstag!
Bis bals Euer Iwan

Dienstag, 21. Februar 2017

Motivierend oder nicht? Laufbücher

Hallo Leute,

ich muss noch ein Thema aus dem Mallorca-Urlaub nachreichen. Frauchen ist ja eine echte Leseratte. Normales Quantum zwei Bücher pro Woche. Im Urlaub - da hat sie ja Zeit - dann gern mehr, nach Mallorca wurde für jeden Urlaubstag ein Buch mitgeschleift. (Ihr könnt Euch vorstellen, wie schwer der Koffer dann schon war, mit neun Büchern. Und Frauchen bevorzugt das haptische Erlebnis, also nix Kindle oder eBook.)

Darunter waren auch drei Bücher von Läufern, übers Laufen. Zwei waren so "naja", aus verschiedenen Gründen. Einmal "Laufwunder: wie sie dein Leben verändern" von Mike Kleiß. Nett, aber recht belanglos. Frauchen hatte sich mehr erwartet (sorry, Mike!). Dann "Marathon Woman: die Frau, die den Laufsport revolutionierte", die Autobiographie von Kathrine Switzer. Natürlich war es beeindruckend zu lesen, wie sich der Laufsport erst so langsam den Frauen erschloss, und wie er zum Massen-Wettkampf-Phänomen (inklusive Vermarktung) wurde ... aber auch hier (sorry, Kathrine) - man wurde nicht warm mit der Protagonistin. Also eher ein Durchkämpfen als ein Lesevergnügen.

Das dritte Buch dagegen war ein Knaller, den wir nur jedem Läufer ans Herz legen können: "Nowhere near first" von Cory Reese. Er ist ein Ultraläufer aus Utah, läuft 100-Meilen-Rennen, und erzählt so packend und unterhaltsam, dass Frauchen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Er hat zwar auch verschrobene Ideen (z.B. auf einem Sportplatz, auf einer 400-Meter-Runde, allein 100 Meilen zu laufen), aber seine Erfahrungen und seine Tipps sind gut. Jedenfalls für alle, die - so wie Frauchen auch - niemals erster oder in der Führungsgruppe eines Laufwettkampfs sein wird. Sondern ihren Spaß und ihre Freude aus der Teilnahme ziehen, aus für sie guten Zeiten, daraus, dass sie die Strecke gut geschafft haben. Und der Humor kommt bei Cory auch nicht zu kurz .... wenn er erzählt, dass sich seine Zehen unbemerkt von ihm einfach in Wiener Würstchen verwandelt haben während eines Ultras. Oder dass das einzige, was ihm nicht weh tat, die Wimpern waren.

Ein paar Lebensweisheiten beherzigen wir inzwischen auch - wenn Du merkst, etwas macht Dir Freude, dann tu es. Schiebe es nicht auf, warte nicht mit der Teilnahme an dem und dem Lauf bis nächstes / übernächstes Jahr - mache es jetzt. Denn man weiß nie, was bis dahin alles passieren kann ...
Und nein, wir haben das Buch ordentlich nach dem Tipp eines Twitter-Bekannten gekauft. Wir haben es nicht als Rezensionsexemplar erhalten, nicht geschenkt gekriegt und auch kein Geld dafür bekommen, hier Lobpreisungen zu singen ...
Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 16. Februar 2017

Halbmarathon Barcelona: deutlich am Weltrekord vorbei

Hallo Leute,

ich bin baff. Völlig baff. Training, Trainingsplan usw. wird wohl völlig überschätzt. Aber der Reihe nach ...

Die letzten 4 Jahre ist Frauchen ja im Januar / Februar immer bei einem Halbmarathon in Florida gestartet. Das ging 2017 nicht. Aber ich wollte nicht auf einen warmen Start in die Laufsaison verzichten und hatte uns daher für den Mitja Marató de Barcelona angemeldet. Und dachte an frühlingshafte Temperaturen, sonnige Straßen .. naja. Die Wettervorhersage war grottig. Regen das ganze Wochenende sollte es geben, bei ca. 13 Grad. Also genau das richtige Laufwetter für Frauchen - eben nicht! Und dann das fehlende Training, die fehlenden langen Läufe. Das Fiasko war abzusehen. Aber egal, die Flüge waren gebucht. Und wir landeten Freitag Nachmittag in Barcelona. (Wobei das schon wesentlich schneller und angenehmer ist, als damals vor 35 Jahren - da war Frauchen das erste Mal in der Stadt, Anreise mittels Touringbus flockige 21 Stunden, 13 Uhr ab Frankfurt, Ankunft 10 Uhr am Placa Catalunya, 2 kurze Pausen auf der Fahrt.) 

Schnell mit dem Taxi ins Hotel, das uns Manu empfohlen hatte. Es lag sehr nah am Start / Zielbereich. Und Manu wartete quasi schon auf uns. Frauchen und sie habe ich dann gleich auf eine lockere Einlaufrunde durch den Park am Triumphbogen geschickt. Und Frauchen zeigte Manu die Halsbandsittiche, von denen eine große Population wild in der Stadt lebt.


Samstag ging es erstmal die Startnummern abholen - sehr stimmungsvolles Ambiente. Wir hatten 28 Euro gezahlt, dafür gab es noch ein schickes Laufshirt in der Lieblingsfarbe Grün.

Dann ging es auf den Trip "Barcelona abklappern in 8 Stunden". Mir wurde ganz schwindlig vom vielen Gucken. Aber meine Menschen kennen die Stadt gut von diversen Aufenthalten. Und wollten eigentlich nur schnell mal mit dem Touribus abfahren, ob noch alles da ist ... hat mich kleinen Bären, der das erste Mal die katalanische Hauptstadt erkundete, doch etwas überfordert. Sagrada Familia, Placa Espanya, Montjuic (bekannt auch als "Olympiaberg 1992), und natürlich das Meer / der Stadtstrand.








Von unserem Hotelzimmer guckten wir übrigens direkt auf die Linie zu Kilometer 7 des Halbmarathons:





Abends ging es dann noch lecker Tapas essen. Und am Abend vorher hatte ich ja schon mein Date mit Pauline. Ärgerlich nur, dass unsere Menschen uns nie allein gelassen haben und dann immer gleich wissen wollten, was wir geredet haben!

Sonntag um 6:45 Uhr aufstehen und mißtrauisch das Wetter prüfen. Bis dahin hatte es nämlich noch nicht geregnet. Und so sollte es auch am Sonntag bleiben; es war aber immer sehr sehr wolkig und wir rechneten eigentlich jeden Moment mit einem Regenguss. Außerdem war es für Frauchen (mal wieder) zu kalt: 13 Grad sind einfach nichts für sie. Trotzdem in die kurzen Hosen geschlüpft, obenrum wärmer und vor allem winddichter angezogen, und mit Manu und André Richtung Start gestapft.

Schrecksekunde, als Manu fragte, wo denn Frauchens Zeitmesschip sei? Sie hatten ihren Championchip dabei. Wir hatten aber einen bei der Anmeldung gemietet, und da war er in die Startnummer integriert. 17.700 Läufer waren am Start, knapp 16.000 kamen auch ins Ziel. Frauchen mit ihrer HM-Bestzeit von 2:14 irgendwas (meiste Zeiten so um die 2:19) und der schlechten Vorbereitung / der immer noch nicht 100 % überwundenen Erkältung rechnete mit 2:30. Ich gab die Devise aus: Hauptsache ankommen, ruhig angehen lassen. Eigentlich wollte Frauchen mit Manu zusammen laufen, aber dann rief sie das Dixie doch nochmal aus dem Startblock. Und bei der Masse der Starter konnte sie sich nicht mehr zu Manu durchkämpfen. 8:45 Uhr war Start für die schnellsten Läufer - darunter auch die Dame, die in Barcelona schon zweimal Weltrekord im HM gelaufen war. der steht jetzt bei 65 Minuten ... da genießt Frauchen ihren HM doppelt so lange! 17 Minuten nach Startschuss konnnte dann auch Frauchen über die Zeitmessmatte - jeder Startblock hatte seinen eigenen Konfettiregen. Und dann hieß es erstmal Rhythmus finden. War schwer, denn sie war irgendwie in eine Läufergruppe aus Holland geraten, die sich sehr lautstark unterhielten ... und sehr orange gekleidet waren ... Doch so erblindet, dass sie das auf der Straße liegende 20 Cent-Stück übersehen hätte, war Frauchen dann doch noch nicht. Also gebückt und aufgeklaubt. Da hat der Dagobert Duck in ihr gegenüber dem Bestzeitenläufer gewonnen ...
Zuerst ging es Richtung Hafen, zur Kolumbussäule. Dann laaange und leicht steigend die "Parallel" hoch. Rechts abgebogen und 2,5 km die Gran Via entlang. Schöne alte Häuserfassade. Viele Rockbands spielten live an der Strecke - leider nur eine Band mit Popmusik, so voller Hardrock gefällt Frauchen nicht so recht. Dann runter wieder Richtung Start, am Hotel vorbei. Und nun wurde es ziemlich langweilig: 2 km geradeaus, kurz links, weitere 2 km stur geradeaus an Neubauten, alten Fabrikgebäuden usw. vorbei. 10 km hatte Frauchen in erstaunlichen 1:04:30 absolviert, hätte sie nicht gedacht. Störend war der kalte und starke Wind, andauernd Jacke auf, Jacke zu. Und bibbernd die diversen Outfits angeguckt - von bauchfrei im Bustier bis dick eingemummelt mit Handschuhen war alles vertreten.
Interessant auch die vielen Fußgänger, die verzweifelt versuchten, eine Pause im Läuferstrom zu nutzen, um schnell die in Spanien üblichen sehr breiten Straßen zu überqueren. Hier hat Frauchen dann gleich nochmal mindestens 5 min. (o.k. ich übertreibe) liegenlassen: rechts am Straßenrand stand ein kleines Mädchen, und wollte abklatschen. Weil sie aber soweit abseits stand, kam kein Läufer zu ihr. Und sie weinte schon fast. Mein gutmütiges Frauchen also gebremst, gewendet, 3 Meter zurückgelaufen, abgeklatscht. Worauf das kleine Mädchen strahlte, und deren ganze zahlreiche Familie Frauchen mit Segens- und Anfeuerungsrufen beglückte. Derart beflügelt, trabte Frauchen dann die "Diagonal" rechte Seite hoch, linke Seite wieder runter. Dabei sah sie zuerst André (Endzeit 1:54), später Manu, die nur ein paar Hundert Meter vor ihr war, und erst ganz zum Schluss (sehr beruhigend!) den Besenwagen. Sie hatte also ausreichend Vorsprung, denn Zielschluss war für 11:30 Uhr angekündigt. Und wenn man erst kurz nach 9 Uhr starten konnte, mit 2:30 rechnete, dann würde es knapp ... Nun ging es weitere (ehrlich gesagt: gähn) 3 km am Meer entlang. Was gut war: alle 5 km gab es eine Zeitmessmatte, denn Frauchen hatte schon überlegt, dass vielleicht einige bei diesem Streckenverlauf in Versuchung geraten könnten, abzukürzen. Dann war knapp vor km 20 endlich der charakteristische Hochhausturm der Mapfre erreicht.




Und die Straße, auf die sie jetzt einbogen, entschädigte mit dem Ausblick auf Sagrada Familia und Tibidabo (plus schwärzeste Wolken) für die vielen monotonen Kilometer vorher. Frauchen trabte weiter, versuchte sogar ein bißchen zu beschleunigen. Nun nochmal links, und dann musste sie schon gucken, wo ich mit Herrchen stand, bereit zum Aufspringen und Mit-Finishen. das hat auch alles gut geklappt. Ich hätte Euch auch gern mit Zielfotos verwöhnt, aber Frauchen weigert sich, die zu kaufen. Sie sähe fix und fertig darauf aus. Stimmt auch, aber ich bin doch gut getroffen! Dann habe ich mir noch schnell die Medaille umhängen lassen, Obst eingesammelt, den wärmenden Plastikumhang für Herrchen einkassiert (er nimmt sie gern als Regenschutz bei Wanderungen) und ab ins Hotel. Die Endzeit: 2:18:19, Platzierung 13.869 und damit immer noch 2.000 Läufer hinter sich gelassen - Frauchen und ich waren wie gesagt baff, wie gut es lief. Barcelona ist auf jeden Fall ein sehr schneller Kurs!

Dann schnell frisch gemacht, ausgecheckt und zum Flughafen - denn wir hatten einen recht frühen Rückflug. Hier für die Schnee- und Bergfreunde noch die Aussicht:


Manu dagegen konnte nach ihrem ebenfalls gelungenen Lauf noch bis Montag bleiben. Da saß Frauchen schon wieder ab 6:50 Uhr an ihrem Schreibtisch, ich auf meinem Regal und Barcelona war nur noch eine (schöne) Erinnerung.

Bis bald
Euer Iwan