Dienstag, 5. Juli 2022

Ein etwas verhagelter Bergurlaub

 Hallo Leute,

irgendwie ist es schon komisch: 9 Tage Alltag ziehen sich wie Kaugummi, 9 Tage Bergurlaub flutschen nur so vorbei. Nachdem wir nun schon so oft in Lenggries waren, schreibe ich mal ein bäriges Tagebuch für Euch:

1. Tag = Ankunft ca. 14:30 Uhr. Ein Gewitter zieht auf, nichts Besonderes. Wir begrüßen die Berge von unserem Panoramabalkon, Frauchen überlegt noch, ob sie den Begrüßungslauf (sind noch alle Strecken da?) riskieren soll. Ich rate ab. Richtiger Rat, denn kurz vor 15 Uhr geht die Welt unter. Tischtennisballgroße Hagelkörner treiben mich ins sichere Zimmer. Und Herrchen in die Verzweiflung, weil sein Auto dem Wetter ungeschützt ausgesetzt ist ...

Naja, es waren lauter kleine Beulen drin. Nicht schön, aber Hauptsache, Scheiben usw. waren heil geblieben.

2. Tag = erste Wanderung bei über 30 Grad.

 Danach geht Frauchen noch schnell auf der Hausrunde laufen. Mit Gegenverkehr, an eineer Schmalstelle kommen ihr die heimkehrenden Kühe entgegen ... und der Klügere gibt nach. In dem Fall sie, und lässt alle Kühe passieren. 5,5 km mit rund 200 Höhenmetern. 

3. Tag = schöner langer Lauf, 2:15 Stunden bei knapp 30 Grad, entlang der Isar mit Schleife Richtung Längental und perfekter Aussicht auf Brauneck und Benediktenwand. Danach Minigolf, erschwert durch sehr blutrünstige Bremsen. Jedenfalls schiebt Frauchen ihre krachende Niederlage auf diese Viecher ...

4. Tag = zweite Gipfelwanderung, aufs Seekar.

Über den Grasleitensteig. Hahaha. Vollkommenes Entsetzen bei Frauchen, denn mittendrin ist rund 1,5 km steilste Schotterpiste statt wie früher wurzeliger flowiger Waldpfad. Ätzend. Rückweg wegen Herrchens Knieproblemen nicht über Waldpfade, sondern "außenherum". Entspricht 9 km bei praller Sonne und großer Schwüle. Frauchen meint, die Laune wäre ziemlich quengelig gewesen, hehehe.
Abends erklärt sie sich dummerweise bereit, die 7 km von der außer halbliegenden Pension in den Ort zum Essenfassen zu fahren. Denn es sollte wieder ein Gewitter kommen. Das kommt auch. Tacktacktack. Wommwommwomm. Die Hagelkörner werden größer, Herrchen quietscht panisch auf dem Beifahrersitz. Frauchen lenkt das Auto zu diversen anderen Schutzsuchenden unter Bäume. Dieses Mal sind die Hagelkörner, ach was sage ich, Hagelbälle!, so groß wie Tennisbälle. So sehen sie nach 1 Stunde Auftauen aus:

Es zerschmettert viele Scheiben und Dachziegel sowie PV-Anlagen, unser Auto kriegt "nur" noch eine Riesendelle in der Motorhaube. Ich denke nur an die armen Viecher, die so einem Hagel ungeschützt im Wald oder auf der Weide ausgesetzt sind ...

5. Tag = Berglauf für Frauchen. Hoch nach Röhrlmoos, apshaltierte schmale Forststraße, sehr steiler Mittelteil. Hat sie letztes Jahr nicht laufend geschafft. Dieses Jahr doch wieder, yeah! Runter dann die Waldwege direkt nach Hohenwiesen, da braucht sie Trittsicherheit nach der Nässe des Vorabends. Ziemlich rutschige steinige Angelegenheit, aber sie kommt - zwar dreckig und nach ein paar wackligen Sekunden - ohne Sturz wieder bei mir an. Ich hätte sie gern mit einem Stück Rüblikuchen aus unserer Lieblingskonditorei belohnt, aber die hatte leider Betriebsferien. Und damit auf den Megaumsatz mit mir verfressenem Bären verzichtet ...

6. Tag = schwül, regenverhangen. Daher vormittags nur kurze Wanderung ins Schrombachtal, die dortigen Bremsen besuchen und Blut spenden. Nachmittags habe ich Frauchen dann auf einen Beinchen-Lockerungslauf an die Isar geschickt. Sie versteht wohl "lockerer Lauf". Den sie großzügig zu "zügig" ausgedehnt - neue PB auf dieser Runde. 

7. Tag = Prachtwetter. Also auf in die Eng, zur Alm mit den Murmeltieren hoch. Die machen sich allerdings schnell vom Acker, als nach meinen Menschen noch eine geführte Wandertruppe laut schnatternd zum "Murmeltier-Viewing" eintrifft. Müssen die halt nur das mitgebrachte Fell "viewen". Herrchen erfreut neue Scharen von Bremsen, Frauchen steigt weiter auf und geniesst die Ruhe der Berglandschaft:



Nach dem Abstieg geniesst sie dann noch ein Stück Sachertorte mit Sahne - ich war empört! So etwas ist doch Sache des Laufcoaches ... also schicke ich sie zur Strafe gleich mal auf die 7 km-Isarrunde. Nicht lustig bei 30 Grad, und vollem Bauch mit Torte ... aber sie hat es nicht anders verdient! (Übrigens, ich glaube ja fest daran, dass solche Trainingsläufe ihr helfen, bei Ultras mit der Nahrungsaufnahme perfekt zurecht zu kommen)

8. Tag = Totalausfall. Landregen, unterbrochen von Schauern, den ganzen Tag, bei molligen 12 bis 13 Grad. Kein Kuchen in Sicht. Also nur auf der Couch gelegen und gelesen.

9. Tag = keine Wolke am Himmel, sonnig und heiß. Prima für eine zügige Wanderung aufs Brauneck zum Abschluss. Herrchen tritt in eine Schlammpfütze und sinkt bis über den Knöchel ein, Frauchen trampelt in einen Kuhfladen - zwei Hans-guck-in-die-Luft unterwegs ... Herrchen fährt Seilbahn, um sein Knie zu schonen, Frauchen wetzt runter. Danach verspeisen wir einträchtig den Kuchen, den uns die nette Pensionswirtin immer hinstellt:


Zum Abschluss dann noch die Runde Bretonenbrücke, Isarbrücke, Höhenweg, Draxlhang, Bretonenbrücke gelaufen, so mag ich das. Und Frauchen prüft schon den Kalender, wann wir das nächste Mal in die Berge können! Jetzt geht es aber erstmal nächstes Wochenende nach Frankfurt, zum Frauenlauf.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 21. Juni 2022

Erinnert Ihr Euch noch an diese ersten Male?

 Hallo Leute,

einmal ist immer das erste Mal. Das betrifft jeden Lebensbereich, also auch das Laufen. Frauchen hatte schon diese "ersten Male":

  • Letzter werden bei einem Wettkampf
    Zweimal war das schon, einmal beim Moritzberg-Lauf, einmal beim HM in Alcudía. Und ich muss sagen, bei dem HM war es toll. Wir wurden noch nie so gefeiert ... viel besser, als Vorletzte zu werden!

  • DNF
    Dieses unschöne Wort hatten wir genau einmal. Ein "Did not finish" 2008 beim Mallorca Halbmarathon. Nach knapp 11 km ging nichts mehr, platt, Luft raus. Frauchen hörte auf. Das ist ihr danach nie wieder passiert. Wenn sie startet, dann beißt sie sich durch bis zum Ziel, zur Not gehend oder humpelnd.
    Pro-Tipp von mir dazu: ich suche ihr nun immer Strecken aus, wo sie eben nicht mehrmals am Zielbereich vorbeikommt und so gar nicht in Versuchung gerät, auszusteigen.

  • Erster Zieldurchlauf
    Bei ihr war das 2002, beim JP Morgan Lauf in Frankfurt. Der hatte auch gleich einen Hallo-wach-Effekt, denn sie war viel langsamer als sie gedacht hätte auf den 5,6 km.

  • Erster Halbmarathon
    Der war 2004 in Oberstdorf - warum denn von kürzeren Strecken dann erstmal vorsichtig einsteigen, dachte sich Frauchen und startete unsere HM-Karriere mit dem Gebirgstälerlauf und gleich mal Höhenmetern.

  • Erstes Finish - ich
    Ich habe mein erstes Finish am Tegernsee, wo ich erstmals aufgesprungen bin und gemeinsam mit Frauchen gefinisht habe. Ist schon ein klasse Gefühl, wenn einem die Zuschauer anfeuern! Und manchmal, so wie am Achensee, werde ich auch vom Sprecher erwähnt!

  • Erster Marathon
    Der steht noch aus. Also ein Marathon als Marathon ... die Strecke hat sie schon absolviert, so ganz nebenbei, beim Karwendelmarsch 2017. Plus dann weitere 10 km.

  • Erster Ultra
    Zwei haben wir bisher, zweimal den Karwendelmarsch. 52 km durch einen herrliche Berglandschaft. Frauchen sagt jedesmal danach "nie mehr". Und liebäugelt nun doch mit einem dritten Start 2023.

  • RUI
    Sollte man nicht ausprobieren. Running under influence. Angeheitert laufen gehen. Ist Frauchen in Florida passiert - sie kamen zu früh am Hotel an, bekamen einen Cocktail spendiert, in ihrem war Alkohol, und da sie sonst  never ever was trinkt, hat der reingehauen. Sie hatte sehr wacklige Puddingbeine, meinte sie nach ihrem Trainingsläufchen auf Sanibel Island.

  • Erster Berglauf
    Das ist nun auch schon wieder 10 Jahre her. Der Aletschgletscher-Halbmarathon war es, mit Zielankunft oben am Bettmer Horn.Hier seht Ihr uns beim letzten Anstieg. Und ja, das ist Schnee Im Hochsommer!.



So, das war eine kleine Aufzählung unserer "ersten Male".  Welche sind Euch besonders im Gedächtnis geblieben? Bin gespannt.

Bis bald Euer Iwan

 

Montag, 13. Juni 2022

Im Wald, da ist was los

 Hallo Leute,

nach ihrer Erkältungsauszeit war Frauchen gestern das erste Mal wieder zu einem langen Lauf hier unterwegs. Im Nürnberger Reichswald. Dabei hat sie mal wieder festgestellt, wie schön es im hiesigen Wald ist.

Und wenn man mit offenen Augen durch die Gegend läuft (also keinen Schweiß und keine Mücken drin hat, meint sie wohl, hehehe), dann sieht man Libellen, hört an kleinen Tümpeln den zarten Schmelz des Forschgesangs, begegnet sogar einem Fuchs. Nur Rehe gab es leider nicht zu sehen, ebenso keine Wildschweine. Obwohl sie die - jedenfalls die vierbeinigen - auch nicht unbedingt sehen möchte. Zweibeinige mussten wohl schon einige unterwegs gewesen sein, und den Weg zum nächsten Abfalleimer oder nach Hause nicht mehr geschafft haben, wenn man sich so den Müll auf den Parkplätzen am Waldrand anschaue.

Ordentlich Anstiege und Downhills kann sie hier auch trainieren. Besonders liebt sie einen Forstweg, der über kanpp 1 km kontinuierlich ansteigt, und zum Schluss immer steiler und steiler wird ... Was sie dagegen nicht liebt, sind Radlfahrer, besonders gern mit E-Bike, die von hinten mit gefühlten 1,5 cm Abstand an ihr vorbeizischen.

Gestern, bei dem schönen Wetter, waren auch viele Hundebesitzer unterwegs. Kein einer der Vierbeiner scherte sich um Frauchen, die meisten guckten nur müde und schlappten weiter vor sich hin. Kein Wunder, bei anfangs 22, gegen Ende 27 Grad. Ich hätte ja gedacht, dass der ein oder andere Wuffl Frauchen anspringt und versucht, ihre Wasserflasche zu ergattern ... aber nein, alles gut.

Naja, nicht ganz. Denn inzwischen ist auch wieder Stechmückenzeit. Und so saftige Schenkel, und schmackhafte Oberarme, die kriegt man als gemeine mittelfränkische Stechmücke nicht so oft vor den Rüssel. Frauchen hat jedenfalls heute noch ordentlich was vom gestrigen Lauf!

Bis bald Euer Iwan


Donnerstag, 2. Juni 2022

Achensee im Mai - perfekte Trainingslocation

 Hallo Leute,

irgendwie ist dieses Jahr der Wurm drin, es klappt nichts so wie ursprünglich mal geplant. Wir hatten vor drei Monaten 1 Woche Achensee Wanderurlaub gebucht für Frauchen und Oma (nach ihren inzwischen drei Oberschenkelhalsbrüchen war sie wieder soweit fit und ganz wild auf leichte Wanderungen in den Bergen). Tja, dann kam das Fiasko im März. Krankenhaus, Reha, und immer noch die Hoffnung, dass Oma fahren könnte. 1 Woche vorher war dann aber klar: nein, es geht nicht, die Schmerzen sind zu groß, die Rekonvaleszenz verläuft nicht so optimal. Storno war nicht mehr möglich. Herrchen versuchte, kurzfristig Urlaub zu kriegen - ging dann auch nicht. Seine Lust auf Berge war eh etwas moderat.

Also sind Frauchen und ich plus mein ebenfalls kaiserschmarrnverrückter Kumpel Trello allein Richtung Pertisau aufgebrochen. Und bekamen netterweise das selbe Zimmer wie im Februar, Aussicht einmal aufs Karwendel, auf der anderen Seite auf den Hang hinter dem Haus, an dem sich mehrmals täglich Rehe tummeln. Wilde. Futtersuchende. Spitzenaussicht also für zwei hungrige Bären ....




Wettertechnisch hatten wir die Woche alles: Bullenhitze bei 30 Grad und Schwüle, Landregen bei 11 Grad, heftige Gewitter, Sonne-/Wolkenmix bei 20 Grad.



Ich habe Frauchen wieder ordentlich trainieren lassen, langer Lauf bis hinter die Gramaialm inklusive. Auf den Spuren des Karwendelmarsches sozusagen ... Sehr erfreut war ich über die Berglaufkondition, erstmals seit 2 Jahren wieder mehrfach den Anstieg über den Besinnungsweg hoch zur Rodelhütte, hinten runter und dann wieder von vorn, Hirschkuh-Sichtung inklusive - denn an dem Tag war Nieselregen und wenig Leute unterwegs.

Die geplanten Gipfeltouren (Wandern) mussten umdisponiert werden, so "nur" einmal aufs Stanser Joch zum Warmwerden:




 

und an Christi Himmelfahrt auf den Seeberg. 



 

Leider mit unerfreulichen Folgen: da lauerte eine Heerschar von Zecken auf Wanderer und Hunde, Frauchen sammelte 7 Stück runter von sich, dachte, sie hätte alle, um zuhause festzustellen: da hatte sich doch eine hinten am Oberarm fest- und vollgesaugt! Mistviecher!

Mit den Höhenmetern insgesamt war ich zufrieden, runde 3.500. Mit der Kaiserschmarrnausbeute (2x) und Sachertorte (1x) weniger ... aber was solls, es gibt ja noch ein nächstes Mal. Auch die Achenseerunde, die sie einmal allein statt im Pulk des Achenseelaufes machen sollte, klappte nicht - der Steig zwischen Achenkirch und Gaisalm war wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt. 

Fazit: eine anders als geplant verlaufende Woche, von der Frauchen megafit zurückkam. Und seitdem an einer Erkältung laboriert. Also seit 6 Tagen Laufpause. So geht die Kondition ganz schnell wieder flöten, fürchte ich. 

Oma arbeitet derweil weiter an ihrer Rekonvaleszenz. Und hofft, spätestens nächstes Jahr wieder gemeinsam mit uns an den Achensee fahren zu können. 

Bis bald, Eurer Iwan



Sonntag, 8. Mai 2022

10 + 19 statt IATF

 Hallo  Leute,

Ihr erwartet hier sicher meinen Bericht über das IATF, Innsbruck Alpine Trail Festival für Frauchen und Kaiserschmarrn für mich. Leider ... wir sind nicht nach Innsbruck gefahren. Keine Angst (oder Freude?), uns geht es gut. Die Entscheidung war vernünftig.

Erstens war Regen angesagt. Frauchen ist nun mal kein Regenläufer. Mit Brille, die auch trotz Käppi dann eine gesprenkelte Weltsicht bietet,ist es schon mal schwer auf wurzeliger Strecke. Und bei einem Streckenabschnitt, in der Sillschlucht, hatte sie richtige Bedenken - schmal, technisch, kurze steile Abschnitte - dass sie stürzt. Und mit Angst, das sage ich als erfahrener Laufcoach, läuft man unsicherer, und verdoppelt so die Gefahr zu stürzen ...

Zweitens, und das ist mindestens genauso wichtig, hat Frauchen ihre Mutter am  Mittwoch aus der Reha abgeholt. Insgesamt 7,5 Wochen war sie nun im Krankenhaus, in der Einzel-Akut-Reha und der "normalen" Reha. Und sie kämpft sich wieder zurück auf die Beine: nach 3 Oberschenkelhalsbrüchen in den letzten Jahren war es dieses Mal ein Lendenwirbelbruch und eine Quetschung im Spinalkanal, nachdem sie den gestürzten Lebensgefährten aufheben wollte. Mit knapp 85 ist sie jetzt erstmal auf den Rollator angewiesen. Daher wollte Frauchen hier für sie da sein, einkaufen usw. Und hewute ist ja schließlich Muttertag, wir fahren gleich wieder hin.

Als Coach hat mich geärgert, dass ich Frauchen auf den Punkt fit gekriegt hatte. Training verlief gut, selbst getapert hat sie bis Mittwoch Abend. Dann fiel die Entscheidung. Ich habe sie dann am Freitag wieder zum Laufen geschickt, und irgendwie wurde sie übermütig ... und statt eines lockeren 6 km Laufes kam ein "lockerer" 10er raus - mit der schnellsten Zeit seit Herbst 2020 (Coronaerkrankung). Hm. Und gestern habe ich sie dann statt beim IATF hier im Reichswald rumtraben lassen, immerhin auch noch mal 19 km mit 200 Höhenmetern. Danach hatte sie müde Beinchen, und ich weine still vor mich hin, wenn ich daran denke, wie gut sie dieses Jahr die 25 km gelaufen wäre ... und wie viel Kaiserschmarrn ich hätte futtern können ...

Bis bald, Euer Iwan

 


Donnerstag, 21. April 2022

Mallorca ohne mich ist ein Skandal!

 Hallo Leute,

meine Menschen waren über Ostern auf Mallorca. Ohne mich. Das ist doch ein Skandal, findet Ihr nicht auch? Dabei kenne ich die Insel doch von vielen Aufenthalten so gut ... naja, dafür habe ich mich hier an Ostereiern schadlos gehalten. 

Fozzie durfte mit. Weil er so klein sei. Ach so. Als ich hörte, kein eigener Sitzplatz im Flieger, kein eigenes Bett, da war ich doch etwas versöhnter mit dem Hierbleiben .... 

"Wir hatten es prima abgepasst mit dem Wetter. Bis Gründonnerstag Regen und kühl, wir kamen abends an, Karfreitag bis Ostermontag sonnig bis teils 28 Grad, nach unserem Abflug wurde es wieder schlechter. Kenne ich so gar nicht" wunderte sich Fozzie. "Und ich habe nicht aufgehört, mich zu wundern: Hin- und Rückflug waren superpünktlich, das hatte ich auch noch nie! Am Mietwagenschalter bekam Frauchen die Wahl zwischen einem kostenlosen Upgrade auf einen SUV, oder einem Fiat 500. Klar, dass sie den Fiat wählte. Als Herrchen dann die Parkplatzsituation an der Playa de Palma sah, hat auch er kapiert, warum. Wir passten kaum zu dritt in das Autochen rein, aber das Autochen in jede noch so kleine Parklücke. Und wo wir im Winter immer bequem die Auswahl hatten, war dieses Mal Parken mit Schuhlöffel angesagt! Wahnsinn, wie voll es war.

Das Hotel kannte ich ja schon, Playa de Palma erste Meereslinie. Ich habe mich ja lieber im Schatten aufgehalten die meiste Zeit, die Sonne knallte runter und man konnte sehr viele schön angeröstete Urlauber besichtigen, haha. Herrchen war übrigens jeden Tag im Meer, bei erfrischenden 14 Grad. Ich nicht, bin doch kein Eisbär!

Unschön war die Action an der Promenade. Hütchenspieler, Ramschverkäufer und besoffene Ballermanntouristen gab es leider für unseren Geschmack schon wieder viel zu viele.

Tagsüber wanderten die Menschen, einmal Port de Soller die Rundwanderung, einmal zur Wallfahrtskirche Bonañy hoch. Da holte sich Herrchen wieder mal seine Meniskusreizung, ab da wanderte / lief Frauchen halt allein. Die lange und mit ordentlich Steigung versehene Strecke bei Port d´Alcudia Richtung Coll Baix, viele Schweine und Esel an der Strecke zu sehen ... und natürlich die üblichen Läufe entlang der Promenade an der Playa, einmal Richtung Son Veri Nou, zweimal zu Es Carnatge. Alles blühte schon, hier noch ein paar Impressionen:











Und dann hieß es schon wieder Abschied nehmen - bei der Wettervorhersage fiel es leicht. Und ich hatte Frauchen wirklich jeden Tag gemäß Deines Trainingsplanes rumgescheucht, Iwan!"

Jaja, selbst dekorativ in der Landschaft herumgesessen und andere laufen lassen, das habe ich gern, Fozzie. Nächstes Mal fahre ich wieder mit, basta.

Noch ein paar Anmerkungen zur Mietwagensituation auf Mallorca: so ein Wagen kostet inzwischen genauso viel wie Halbpension im Hotel, pro Tag. Und wir bekamen einen Hybrid, ohne Hinweis darauf. Wäre auch schlecht ladbar gewesen, auf Mallorca gibt es derzeit nur 2 Ladestationen! Aber ohne Wagen ist man schon ziemlich verratzt, wenn man so wie wir gern wandern gehen wollen. Oder - wie dieses Mal - Herrchen auf der Hälfte der Wanderung zurücklassen, zum Wagen laufen, und ihn dort einsammeln müssen wegen seiner Meniskusreizung. Da fahren leider keine Öffis ...

So, das war also unser Ostern. Ich glaube, die Menschen fahren lieber wieder Ende Januar bis maximal März nach Mallorca, ihnen war es zu voll.

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 31. März 2022

Saisonplanung 2022

 Hallo Leute,

die Zeiten sind nicht schön. Um nicht völlig deprimiert in der Ecke zu sitzen, hilft Frauchen das Laufen. Und die Aussicht auf schöne Läufe in den Bergen. Den Gefallen habe ich ihr also getan, und sie ordentlich angemeldet. Hier also unsere Saisonplanung - ich habe Euch dann auch immer gleich mal ergänzt, was für mich an dem jeweiligen Lauf so interessant ist.

7. Mai - Innsbruck Alpine Trail Festival - wieder die 25 km für Frauchen.Und Spinatknödel für mich.

18. Juni - Salzburg Mozart 1000 - den "Light" (hahahahaha) mit 32 km für Frauchen. Und Sachertorte für mich.

4. September - Achenseelauf 23,2 km für Frauchen. Und Kaiserschmarrn für mich.

22. Oktober - Altmühltrail 26 km. Und Quarkbällchen für mich.

Dazwischen gibt es noch im Mai den virtuellen Save the Manatees-5 km Lauf. Und ich liebäugele gerade noch mit ein, zwei anderen Läufen, damit die lange Pause zwischen Juni und September nicht zu lange wird.

Frauchen hält sich auch brav an meinen Trainingsplan. Wobei es ihr diese Woche nicht leicht fällt: Dienstag noch kurze Hosen/Shirt beim Hügeltraining und 18 Grad, heute Buff, Jacke, lange Hose, Handschuhe bei 5 Grad. Und fürs Wochenende muss sie wohl die Laufschuhe für Schnee wieder rausholen ...

Bis bald, Euer Iwan





Dienstag, 15. März 2022

Eisbär Cup Wien: Dritter und letzter Lauf

 Hallo Leute, 

letztes Wochenende stand der 3. Lauf zum Eisbär Cup an. Da Frauchen und ich eigentlich mit Oma auf Mallorca sein wollten, hatte ich dieses Mal "nur" die 7 km ausgewählt. Letztes Jahr war es umgekehrt, erst die 7, dann zweimal die 14 km. Nun hatte sie im Januar und Februar schon je 14 km absolviert, nun also die 7.

Mallorca fiel leider aus, Oma wollte nicht, es war ihr zu heikel in Coronazeiten und mit einem rapide abbauenden Lebensgefährten zuhause. Also Nürnberg statt Port d´Alcudia.

Das Wetter spielte mit, Donnerstag der erste kurzeHosen-Lauf des Jahres. Was nicht mitspielte,waren die älteren Herrschaften: Donnerstag stürzte der 91jährige und riss Oma mit. Rücken verrissen. Beide wollten aber abwarten, ob und wie es sich bessern würde, das Wochenende stand damit aber unter dem Zeichen "auf Abruf, kann immer was Unvorhergesehenes passieren". Daher ließ ich Frauchen schon am Freitag nach der Arbeit rennen. Und hielt hier die bärige Finishermedaille und das noch bärigere Laufshirt für sie bereit:


Zeit: 0:45,25 für 7,02 km. Fast wäre sie aber nicht heil angekommen, weil der langgezogene Schlusspurt quer zum starken Wind entlang des die Hundewiese im Park querenden Fußwegs erfolgte. Was so ein Hundilein (groß, stark, gesunde Zähne) nutzte, um sich knurrend und zähnefletschend Frauchen in den Weg zu stellen.Sie hat normalerweise keine Angst vor Hunden, aber da bremste sie doch ab ... sein Frauchen rief ihn aber gleich und er hörte glücklicherweise. Ich fürchte, das wäre auch für ihn nicht gut ausgegangen, wenn Frauchen wegen ihm ihren Run bei km 6,7 hätte abbrechen müssen!

Mit der Zeit - immerhin 4 min schneller als letztes Jahr - belegte sie zu ihrem und meinem Erstaunen sogar einen Platz in der vorderen Hälfte! Rang 53 von 119 Startern, AK Platz 6. Wirklich eine schöne Laufserie, virtuell natürlich. Man hätte auch ummelden können, der 3. Lauf fand nach Corona-Lockerungen auch vor Ort im Wiener Prater statt. 

Als Belohnung hatten wir uns auf ein Stück Sachertorte am Wochenende als Belohnung gefreut, aber wie befürchtet verschlechterte sich alles bei der äteren Generation. Nun sind beide in verschiedenen Krankenhäusern, bei Oma hoffen wir nach OP auf gute Reha und dann Wandern Ende Mai am Achensee.

Bis bald, Euer Iwan




Samstag, 26. Februar 2022

Wage es ja nicht, samstags mittags eine Pizza zu wollen

Hallo Leute,

heute hat Frauchens Schwiegermama Geburtstag. Und da der Weihnachtsbesuch ins Wasser fiel (Danke nochmal für den nicht reparierten Aufzug), wollten sie meine Menschen heute aus dem Pflegeheim für einen schönen Tag zu sich holen. 

Was sie denn essen wolle? Ihr Wunsch: eine Pizza. Ganz einfach eine Pizza mit Schinken. Weil es die im Pflegeheim nicht gibt.Und dann begingen meine Menschen den ersten Fehler. Sie sagten nämlich "kein Problem"! Denn wir bestellen öfter mal Pizza, für uns Bären die große Familienpizza, für die Menschen normale Größe..

Dann begingen sie ihren zweiten Fehler. Sie fragten die Schwiegermama noch, wann Herrchen sie abholen soll - halb drei? Nein, woher denn, natürlich um 11 Uhr! Denn sie wolle mittags die Pizza, und danach zum Kaffee einen Obstkuchen. Am besten Erdbeer oder Himbeer. Also vom Abendessen umdisponiert. Geplant. Der aktuelle "Pizzadienst in Gunst" war gesetzt (Pizza schmackhaft, Lieferung immer pünktlich, alle bestellten auch geliefert - und nein, das ist nicht selbstverständlich hier!).

Freitag später Nachmittag: Frauchen  guckt mal in die Speisekarte, was sie so will. Und dann auf die Öffnungszeiten. Mo - Fr mittags und abends, Sa und So nur abends. Ähhh .... nun gut, wir haben ja noch mehrere Optionen ... das war dann der dritte (Denk)fehler!

Freitag Abend: nach kurzer Diskussion darauf geeinigt, dass - während Herrchen die Schwiegermama holt - Frauchen die gewünschten Pizzen bei einem Italiener ca. 700 Meter von hier bestellt und abholt. 

Freitag Abend ca. 15 min später: Frauchen war eingefallen, dass besagter Italiener samstags Ruhetag hat (denn sie gehen gern dorthin zum Essen). Nun gut, dann eben der Italiener in die andere Richtung, ca. 300 Meter weit, auch abholen, auch recht schmackhaft, es ist aber Glückssache, dass man auch das erhält, was man bestellt hat ...

Freitag Abend weitere 10 min später: Frauchen hat sicherheitshalber nachgeguckt, wann dieser Italiener aufmacht. Samstag: nur abends.

Langsam macht sich etwas Verwunderung breit. Es muss doch Pizzerien geben, die auch samstags mittags offen haben? Also alle eingeworfenen Werbezettel hervorgekramt und studiert, Frauchen parallel im Internet recherchiert. Ergebnis: von sage und schreibe 11 Italienern / Pizzerien macht genau eine Samstag um 12 Uhr auf. Schwiegermama will aber um halb zwölf essen, das sei nun mal ihre Essenszeit.

Freitag späterer Abend: o.k. dann suchen wir mal die Nummer von dem Pizzadienst heraus, bei dem wir nie wieder bestellen wollten, weil zwar superschmackhaft, aber dreimal hintereinander viel zu spät geliefert. Gut, der hat Samstag ab 10 Uhr auf. Plan steht: Herrchen holt seine Mutter, Frauchen bestellt gegen 11 Uhr.

Samstag halb elf: bevor Herrchen fährt, äußert er noch seinen Pizzawunsch: Salami Gorgonzola.

Samstag 11 Uhr: Frauchen hat sich auch eine Pizza rausgesucht, und wählt die Rufnummer. Besetzt.

Samstag 11 Uhr 5: besetzt. 11 Uhr 7: besetzt. 11 Uhr 8: besetzt. Leichte Unruhe macht sich bemerkbar. 

11 Uhr 10 - immer noch besetzt. Frauchen kramt weitere Zettel aus der Versenkung hervor. Ah, prima, da ist einer mit Öffnungszeit die ganze Woche 11 bis 20 Uhr. Schnell über die Speisekarte geguckt, denn die Uhr tickt ... dann angerufen. Freizeichen. Laaaaange Freizeichen. Dann der Anrufbeantworter: "Unsere aktuellen Öffnungszeiten sind ..." Ihr ahnt es sicher. Samstags erst abends.

Leichte Panik macht sich breit. Denn Schwiegermama will nur eines: pünktlich essen. Immer. Basta.

Internet angeworfen. Suchanfrage "Nürnberg Pizzeria jetzt offen". Nicht allzu viele Ergebnisse. Die erste genommen, ca. 4 km entfernt. Prima. Haben offen. Noch besser, liefern. Schnell die Karte überflogen. Warum zum Geier haben die Pizzen Namen? Pizza Cannibal. Pizza Schießmichtot. Warum denn nicht einfach Pizza Salami & Gorgonzola?  In steigender Hektik einfach einmal Schinken, einmal "hatte sie in drei Sekunden schon wieder vergessen" und einmal "scharfe Salami, Gorgonzola und "hab ich auch schon wieder vergessen"" angeclickt. Warum geht das denn nicht weiter? "Mindestbestellsumme 35 Euro". Also schnell noch einen Salat dazu geclickt. Auf "Senden".

11 Uhr 23 - Bestellung abgeschickt. Und dann begann das Warten. Ob es geklappt hat. Ob die Pizzen schmecken. 

11 Uhr 27: Schwiegermutter trifft ein. Herrchen kommt herein und sagt "hier duftet es ja schon nach Pizza, prima, ist sie schon da?" Ich habe mich zweierlei gefragt: erstens, ob es so etwas wie Phantomschnuppern gibt, und zweitens, ob ihm das Nervenwrack aka Frauchen direkt an die Kehle geht. 

Um 12 Uhr kam dann die Pizza. Essbar, Note zwei minus, sehr dicker Teig, Salat naja, das Ganze sehr überteuert. Aber wir waren einfach nur dankbar, dass wir an einem Samstag Mittag überhaupt Pizza anbieten konnten!

P.S. Verträgt sich übrigens im Magen nicht so doll mit dem prima sauren Himbeerkuchen, den es zum Kaffee gab. Aber der Schwiegermama hat es geschmeckt, sie hatte einen schönen Geburtstag. Und nun im Heim was zu erzählen ... Und wir haben gelernt: nie wieder zu versuchen, Samstag mittags Pizza zu bestellen.

Bis bald Euer Iwan




Freitag, 18. Februar 2022

Ferse durchkreuzt Zeitziel beim 2. Lauf zum Eisbär Cup

 Hallo Leute,

wie letzte Woche berichtet, hatte ich Frauchen mit einem Höhen- und Wintertrainingslager auf den 2. Lauf der Eisbär Cup-Laufserie vorbereitet. Es sollten wieder 14 km sein, Ziel war eine Zeit besser als im Januar und letztes Jahr bei den beiden 14 km-Läufen (Mini-Minimalziel), unter 1 Stunde 35 min (O.K.Ziel) und unter 1 Stunde 30 min (Wunschziel).

Für Sonntag waren beste Bedingungen vorhergesagt: Sonne, moderate Temperaturen, schneefreie gut laufbare Waldwege.

Samstags beim Zurückgehen vom Supermarkt auf einmal ein stechender Schmerz von unten in der rechten Ferse. Ohne Fremdeinwirkung, ohne Unebenheit. Den ganzen Tag tat die Ferse weh. Angst. Bange Stunden. Sonntag morgen dann weiterhin Schmerz, aber aushaltbar. Und was macht mein unvernünftiges Frauchen (nicht Nachmachen, ich wiederhole: nicht als Vorbild nehmen!): Zieht die Laufschuhe an und trabt los. Bei jedem Auftritt rechts aua. 14 lange km aua. Wobei sich der Schmerz dann komischerweise nach rechts außen den Fuß entlang verlagerte. Aber sie brauchte ja den Zeitnachweis zum Einmelden, sie will die Bärennadel und das bärige Shirt haben für die ganze Laufserie.

Resultat 1:
1:34,32 für die 14 km. Also akzeptables Ziel erreicht. Kondition hielt super, inklusive Schluss-Spurt,ohne diese bl**e Ferse wäre es wohl schon noch schneller gegangen.
Damit Rang 87 von 120 Startern, AK 12. Peinlich nur, dass die Schnellste bei den Damen (1:12,18) die gleiche Altersklasse wie Frauchen ist ...

Resultat 2:
Ein ziemlich ramponierter Fuß. Auftreten nur unter Schmerzen, Gehen nur auf Zehenspitze möglich. Prachtvoller Bluterguss seitlich am Fuß. Und damit erstmal strikte Laufpause. Ich wiederhole also nochmals: nicht nachmachen. Idiotie.

Heute, 5 Tage später, mit Laufpause und auch nur wenig Herumgehen, sind die Schmerzen weg. Aber ich traue dem Frieden noch nicht so ganz und lasse Frauchen erstmal weiter pausieren. Arzt - geht sie nicht, tue ja nicht mehr weh. Und wäre auch alles aushaltbar. Übrigens, Schmerzmittel nimmt sie nicht. Niemals, außer damals bei den Weisheitszähnen. Aber sonst ist ihr Motto "ist es aushaltbar - dann mache ich weiter!"

Für den 3.Lauf, Mitte März, habe ich sie nur für die 7 km gemeldet. Das waren Zeitgründe. Jetzt wünschte ich mir, es wären doch die 14 km, damit ich einen guten Vergleich  hätte. Mal sehen, ob ich ummelden kann ...

Ich mute Euch kein Foto des Fußes zu. 

Bis bald, Euer Iwan



Sonntag, 13. Februar 2022

"Höhentrainingslager" im Winter

 Hallo Leute,

normalerweise war Frauchen Ende Januar / Anfang Februar immer auf Mallorca, quasi Trainingslager (Wandern und Laufen) bei frühlingshaften Temperaturen. Dieses Jahr hatten wir hoffnungsvoll gebucht, nur damit Eurowings uns wieder einen Strich durch die Urlaubsrechnung machen konnte. Also alles storniert und überlegt, stattdessen an den Achensee zu fahren. Pertisau hat ja wunderschöne Laufstrecken im Sommer (für Frauchen), und wunderschönen Kaiserschmarrn & Kässpatzen (für mich). 

Freitag, den 4.2. ging es los. Erste positive Überraschung: statt des gebuchten Einzelzimmers erhielten wir als Stammgäste ein Upgrade auf einen Palast, mit Doppelbett (also eines für mich, so gehört sich das!), und viel viel Platz. Der Blick aus dem Fenster zeigte schon mal viel Schnee, circa 50 cm tief, und blauen Himmel. Ich  machte es mir mit Kumpel Trello meist am Fenster gemütlich und guckte Berge. Und Schnee. Massenweise Schnee. Denn nach 2 Sonnentagen kamen 24 Stunden Schneefall - danach lagen ca. 80 cm. Hier seht Ihr eine Bank, auf der Frauchen im Sommer durchaus schon öfter Rast gemacht hat, sowie ein Gatter an einem Wiesenpfad, das ihr ohne Schnee bis zur Taille reicht, jetzt bis zum Knie:


 

Unser Blick aus dem Fenster war auch etwas schwieriger:

Mit dem Wandern klappte es auch nicht so toll, weil hohe Lawinenwarnstufe und daher fast alle Wege in die Berge hinein oder auf selbige gesperrt waren. Daher habe ich Frauchen auf lange Läufe hinter zur Gramaialm (bei minus 7 Grad, herrliche Ausblicke auf Lamsenspitze und Sonnjoch, menschenleer früh am Sonntagmorgen) oder Tristenaurunde, dann hoch zur Pletzach- und Gernalm geschickt. Der Schnee war quasi als Wanderweg wie eine Skatingloipe planiert, sodass das Laufen recht gut ging. Nur am Montag, dem Schneitag, war sie auf dem Laufband. Mit sehr abruptem Stopp zwischendurch, als sie gerade im Spurt-Kilometer war - Stromausfall!

Hier noch ein paar Impressionen:






Seufzend machten wir uns dann Mittwoch nach nochmal einer ausgiebigen Laufrunde in der Sonne auf den Heimweg. Ich habe vor allem deswegen geseufzt, weil ich den Kaiserschmarrn, die Kässpatzen, die Spinatknödel etc. vermisse, Frauchen, weil sie gleich wieder arbeiten musste. 

Heute hat sie dann ihren 14 km-Lauf für den 2. Wiener Eisbär Cup gehabt. Und an der Zeit habe ich gesehen - das Höhentrainingslager hat sich ausgezahlt! Mehr dazu im nächsten Post, wenn wir die Gesamtergebnisse haben.

Bis bald, Euer Iwan






Donnerstag, 20. Januar 2022

Bäriger Start ins Laufjahr 2022

 Hallo Leute,

ich bin ja nun offensichtlich ein Bär. Deswegen stehe ich auch auf bärige Läufe. Wie die Laufserie zum Eisbär Cup Wien, an dem Frauchen letztes Jahr erstmals teilnahm - er wurde nur virtuell ausgetragen. Drei Läufe, jeweils Mitte des Monats Januar, Februar März, es gibt ein bäriges Funktionsshirt und eine Bären-Finishernadel: was will bär mehr?

Also hoffte ich, dass es auch 2022 eine virtuelle Teilnahmemöglichkeit gibt. Denn jedes Mal nach Wien fahren geht ja schlecht ... ja, gab es. Frauchen gleich angemeldet. Hm, ein bißchen überlegt, und dann für 14, 14 und im März 7 km gemeldet. Denn im März ist sie, so alles klappt, mit Oma und (hoffentlich!) mir auf Mallorca, da passt die kürzere Strecke besser.

Aus Zeitgründen ging am letzten Wochenende nur der Sonntag. Eigentlich hatte ich eine schöne flache Strecke im Knoblauchsland ausgesucht, aber der starke Wind ließ uns dann doch lieber auf "Wald" und "windgeschützt" umdisponieren. Klappte auch prima, Frauchen genoss die Stille, die Aussicht auf viel Grün und zahlreiche leicht angefrorene Wasserflächen (ja, den Regen der letzten Monate sieht man!). Und freute sich auf den Rückweg, denn sie hatte ja auf den ersten 2 km hin zum Wald Gegenwind gehabt. Tja, der verderben wir mal die Freude, dachte sich wohl der Wind, und drehte. Damit sie auch auf den letzten 2 km, ohne schützende Bäume, wieder Gegenwind hatte ... nun gut, das riss die Zeit auch nicht mehr raus! Aber 20 Sekunden weniger hätten es wirklich sein dürfen, grummel. 1:37:19 für 14,03 km. Da ist noch Luft nach oben. 

Damit ist sie 7. in ihrer Altersklasse, sowie 64. von 71. Finishern (yippie, wenigstens nicht Letzte!) 

Im nächsten Monat will ich aber eine schnellere Zeit sehen ... denn dann müsste der ganze Zucker aus ihrem Organismus draußen sein, den sie seit November reingestopft hat. Unmassen an weißen Dominosteinen und Bethmännchen, ich habe nur die Augen verdreht. Ja, o.k., und eifrig mitgeholfen, sie zu vertilgen. Aber es stimmt schon, Zucker macht wirklich langsamer!

Bis bald

Euer Iwan



Sonntag, 2. Januar 2022

Laufen fast wie in Madrid

 Hallo Leute,

zuerst noch ein gutes neues Jahr für Euch alle - seid Ihr gut "rübergerutscht"? Ich ja, vollgestopft mit Nudelsalat und dem obligatorischen Glücks-Kreppel!

Vorher hatte ich Frauchen noch ihren 10 km-Silvesterlauf absolvieren lassen. Ihr wisst ja, wem Ihr dieses tolle warme Wetter am 31.12. verdankt? Hier bei uns in Nürnberg waren es 13 Grad und Sonne ... o.k. klimawandeltechnisch ist das nicht gut. Für Frauchens Lauflaune aber schon. Und ich, jawohl, ich Bär habe dafür gesorgt! 

Wie, fragt Ihr sicher? Ganz einfach: ich habe, nachdem der Silvesterlauf Nürnberg wieder abgesagt werden musste, einen virtuellen Ersatz gesucht. Bremen beispielsweise hatte eine tolle Medaille, ich habe aber weitergesucht. Auch international, und so kam ich auf den Silvesterlauf Madrid. Der sollte einmal vor Ort stattfinden, und parallel auch mit einer virtuellen Ausgabe. Prima, also Frauchen angemeldet, denn in Spanien läuft sie gar zu gern. Auch wenn es dieses Mal nur virtuell sein sollte ... Allein die vielen spanischen Mails / Newsletter dazu bringen schon etwas, so kann sie wieder ihr Spanisch üben!

Die Anmeldung selbst war nicht so teuer, der Versand des Starterpackages hierher allerdings schon. So um die 46 Euro hat alles gekostet, aber ich gebe ja Frauchens Geld aus, nicht meines, hehehe. Nach Anmeldung am 15.12. hieß es, das Package käme bis Ende Januar. Daher die sehr positive Überraschung, als es schon ein paar Tage später da war:


Schönes Longsleeve, passendes Buff dazu, und noch eine Dose Red Bull.

An Silvester hatten wir dann "spanisches Wetter", wie gesagt. Frauchen startete also mit kurzer Hose und dem Long Sleeve, ohne Jacke (!). Ich hatte eine flache Strecke im Marienbergpark ausgesucht, aber bedauerlicherweise nicht mit dem Gegenwind gerechnet. Der kam aus Süden / Südosten und war recht stark, also musste Frauchen improvisieren und die Strecke etwas abändern. Bis km 5 lief es auch gut, 32:31 min, aber dann kam der große Einbruch. Der Mann mit dem Hammer. Die Beinchen waren sehr sehr schwer. Egal, auf die Zähne beißen und durchhalten, nochmal die lange Gerade quer zur Windrichtung hin und wieder her ... dann brummte die Uhr zu den 10 km. Die Zeit: 1:06:43 war jetzt nicht gerade super. Aber mir war schon klar, dieses Laufjahr war erstens sowieso kein Jahr für neue PBs, und zweitens hatte Frauchen viel zu viel Süßkram, vor allem weiße Dominosteine gefuttert. Und Zucker macht bekanntlich langsam. Egal, sie trottete dann noch die 1,5, km in der Sonne nach Hause.  Finisherfoto und Abklatschen mit mir:

Das Einzige, was wirklich ärgerlich war: mein Smartphone-Dino von Frauchen hat die App, mit der man teilnehmen sollte, nicht zum Laufen gekriegt. Also keine Wertung für sie. Schade. Sie hat zwar eine Mail mit Belegfoto an die Veranstalter geschickt, aber leider hat das nichts gebracht. Naja, bei der Zeit wäre sie auch weit weit hinten, estaba muy lentamente!

So, jetzt hoffe ich auf ein besseres Laufjahr 2022. Das aber wie 2021 beginnt: nämlich mit dem Eisbären Cup Wien, wieder virtuell, jeweils zur Monatsmitte Januar, Februar, März ein Lauf. Bärig!

Bis bald, Euer Iwan