Sonntag, 11. November 2018

Spontaner Kurztrip in die Berge

Hallo Leute,

von wegen "ein Indiander kennt keinen Schmerz". Gegen mein Frauchen ist Winnetou ein Jammerlappen, ach was sage ich, eine Heulsuse! Frauchen war ja letzten Sonntag umgeknickt, tat bös weh, und hat den Fuß dann die ganze Woche geschont. Immer im Hinblick auf den geplanten unverhofften Kurztrip nach Lenggries. (Könnt Ihr Euch vorstellen, was ich mitmachen musste? 5 Tage ohne Laufen, nur noch grummel grummel ...) Freitag früh sind wir dann Richtung Tegernsee gestartet. Dort ja erst die Konferenz in Gmund, Frauchen musste arbeiten und ich habe im Auto gewartet.
Dann der Schock: Frauchen ist fast schmerzfrei vom Auto weggegangen. Und als sie zurückkam, habe ich ihr die Schmerzen schon angesehen. Sie war (typisch mein "Hans-guck-in-die-Luft") unbedacht im Gebäude auf eine krumme Schwelle getreten und schon war die Verletzung wieder aufgebrochen. Naja, blieb ja nichts, wir sind im dicken Nebel dann rübergefahren nach Lenggries.
Wo die Wirtin ja genau weiß, wie sie ein kleines Bärenherz erfreuen kann: im Zimmer stand schon ein Stück Apfelstreusel für mich parat.
Samstag morgen dann strahlend blauer Himmel. Föhn. (Für Nichtbayern: warmer Wind, der die Leute zu bizarren Handlungen bringt, jedenfalls wird das oft als Entschuldigung gebracht ...). Frauchen also angesichts des immer noch ordentlich schmerzenden rechten Fußes auf den geplanten Berglauf verzichtet und stattdessen eine Bergwanderung angesetzt. Zum dritten Mal in diesem Jahr (!) sollte es hoch aufs Brauneck gehen gehen, es gibt zufälligerweise auch drei verschiedene Routen vom Parkplatz aus. 
Der Vorteil: nach den über 800 Höhenmetern in der Sonne wollte Frauchen dann mit der Bergbahn fußschonend herunterfahren.
Der Haken: die Bergbahn fährt derzeit wegen Revision nicht. Und weil dadurch nur Leute aufs Brauneck kommen, die auch tatsächlich hochgehen und nicht in Sandalen hochgeschaukelt werden, hat oben auch keine Hütte auf. Herrliche Stille, wenig Leute - so muss Berg sein. Die erste Viertelstunde schmerzte also die Außenseite des Fußes. Die zweite Viertelstunde war der Schmerz dann stechend den Knöchel hochgezogen. Danach merkte der Fuß wohl, es hat keinen Sinn, die Frau kehrt nicht um ... und verlegte sich aufs dumpfe Wehtun. Oben angekommen hatte sich Frauchen anscheinend schon so daran gewöhnt, dass sie ganz normal die Aussicht genoss. Und nur beim Anblick von zwei Bergläufern zusammenzuckte ... aus Neid.



Runter ist sie dann auch noch irgendwie gehoppelt, halt sehr vorsichtig. Um dann glatt nochmal laufen zu gehen. Das Thermometer war inzwischen auf 18 Grad geklettert - da passten die halb kahlen Bäume und das bunte Herbstlaub vom Gefühl her gar nicht dazu. Beim Laufen hatte ich sie nur auf den Isarweg Lenggries - Arzbach - Lenggries geschickt, damit sie nicht wieder umknicken konnte. Hat geklappt. Zur Belohnung fürs lange Warten sind wir dann noch in die Konditorei, wobei sich Frauchen mal wieder nicht entscheiden konnte. Also haben wie ein Stück Rüblikuchen und eine Sachertorte gekauft und korrekt halbe - halbe gemacht.

Interessanterweise hat abends der Fuß dann gar nicht mehr wehgetan. An eine spontane Wunderheilung mochte ich aber nicht so ganz glauben, und hatte auch recht. Heute früh tat er wieder weh. Aber anscheinend nicht allzuschlimm, denn vor der Heimfahrt drehte Frauchen noch eine schöne lange Talrunde. Während ich versuchte, mich mit den Ziegen anzufreunden, die die Isarauen sauber fressen sollen ...


Jetzt ist jedenfalls erst mal wieder Laufpause angesagt, denn zur Nachahmung ist das nicht empfohlen. Und gesund ist es sicher auch nicht, mit Schmerzen laufen und wandern zu gehen. Aber das unverhoffte Wochenende mit dem kleinen Sommer im November haben wir super genutzt!
Bis bald Euer Iwan


Sonntag, 4. November 2018

Autsch!

Hallo Leute,

da schicke ich Frauchen heute auf eine schöne lange Trailrunde in den Wald, um mir in Ruhe Themen für den wöchentlichen Blogpost auszudenken. Was könnte für Euch interessant zu lesen sein?
  • 5 Tage Messestand auf der Consumenta, um mein Buch vorzustellen? Inklusive der Anekdoten, was einem die Leute dort zu erzählen ...
  • Antritt neue Arbeitsstelle am Freitag?
  • Halloween-Rabauken beschädigen Hauswand einer Freundin mit rohen Eiern und stehen nicht dazu?
  • Wettkampfplanung 2019?
Egal, war alles ganz schnell obsolet. Denn Frauchen kam eher humpelnd nach Hause. Autsch. Nun haben wir den Schlamassel. Umgeknickt. Mit dem rechten Fuß, wo sie schon seit Monaten Probleme mit der Ferse hat ... mal mehr, mal weniger. Außenband. Ich habe mir das Ganze pseudo-fachmännisch angeguckt und erstmal "kühlen" verschrieben. Hoffentlich nur übel gezerrt, nichts Schlimmeres.

Denn wir haben uns spontan aufgrund der guten Wettervorhersage und einer Freitag am Tegernsee anstehenden Konferenz für das nächste Wochenende nochmal in Lenggries eingemietet. Unverhofft, ein weiteres Mal Berge wandern und laufen (Frauchen) bzw. mit Streuselkuchen und Ähnlichem verwöhnen lassen (ich). Hoffentlich wird das noch was!

Bis bald Euer besorgter Iwan

Montag, 29. Oktober 2018

Eine Vogelscheuche trailt sich durch Salzburg

Hallo Leute,

zum fünften Mal stand das Salzburg Trailrunning Festival auf unserem Wettkampf-Kalender. Wir freuen uns immer sehr darauf, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen .... Frauchen auf eine tolle Trailstrecke, sehr abwechslungsreich, ich mich auf leckere österreichische Speisen, insbesondere Kaiserschmarrn. Tja, dieses Jahr geht dann wohl als "das etwas andere Trailrunningfestival-Jahr" in unsere Läufer-Historie ein.
  1. Normalerweise kommt auch immer Manu aka @Laufwelt aus Berlin. So haben meine Menschen nette Gesellschaft, und ich kann mir mit Pauline Laufbär die Zeit vertreiben. Dieses Jahr kamen sie leider nicht ... was uns zu Punkt 2. führt. Denn Manu rühmt sich, Wetterglück zu haben.
  2. 2017 hatte es über 20 Grad, kurze Hosen-Wetter. Dieses Jahr bei der Anreise am Freitag noch Föhn und Sonne, in der Nacht zog Regen auf. Der sich Samstag so richtig gemütlich einrichtete. Bei lauschigen 6 Grad. Und damit ein weitere liebgewordene Tradition verhinderte - siehe Punkt 3.:
  3. Ich springe immer kurz vor Zieleinlauf, am Kapitelplatz, auf und finishe mit. Dieses Jahr leider nicht, weil es eben regnete. Da kann ich mit meinem wertvollem Inneren (Holzwolle) nicht raus. Ich konnte Frauchen noch nicht einmal begleiten, sondern musste im Hotelzimmer warten!
  4. Und der größte Ausfall - es gab keinen Kaiserschmarrn. Weder für mich noch für Frauchen. Ohne Worte.
Ansonsten war und ist Salzburg immer eine nette Kurzreise wert. Trotz des Regens haben meine Menschen am Samstag noch einmal die Festung Hohensalzburg besucht, bevor Frauchen die Startunterlagen abholte.



Dieses Jahr waren für die 20 Euro Startgeld (Panoramatrail) u.a. ein Handtuch und das hier alles enthalten:


Ich hatte Frauchen ja neben dem 8 km-Panoramatrail am Samstag dieses Jahr auch für den Gaisbergtrail (22 km mit über 1.100 Höhenmetern) am Sonntag angemeldet. Und daraufhin trainiert. Sie wollte aber erst Samstag nach dem Panoramatrail entscheiden, ob sie Sonntag auch an den Start geht. Denn als Brillenträgerin hat sie immer das Handicap Tropfen auf der Brille, damit schlechte Sicht, oder Käppi tragen, das hält etwas die Tropfen ab, aber die Brille beschlägt leicht, ebenfalls mit dem Resultat "schlechte Sicht".
Samstag dann in die "Schlechtwetter-Laufklamotten" geworfen und dieses Jahr sehr knapp zum Startschuss hinüber zum Kapitelplatz gegangen. Ganz ehrlich, mit ihrer weiten Hose (Frauchen mag keine Tights), und dem überdimensionalen Käppi sieht Frauchen entweder wie ein rennender Pliz oder wie eine Vogelscheuche aus, jedenfalls nicht wie ein ordentlicher Läufer! Aber wenn sie sich wohlfühlt ...

Der Kurs ist sehr schön, hoch und runter, mit vielen Stufen, Kopfsteinpflaster in der Altstadt, Parkwege und Querfeldeinpassagen auf Mönchsberg und Festungsberg:

Mit schöner Aussicht war es dieses Jahr allerdings nichts. Und die Kühe auf der kleinen Almwiese, an der man vorbeirennt, guckten auch sehr bedröppelt. Die Umstellung des Bergab-Laufstils, die ich Frauchen in den letzten Monaten eingehämmert hatte, hat sich jedenfalls bezahlt gemacht. Bis auf eine extrem enge Kurve den Festungsberg hinunter, bei der sie so schnell war, dass es sie fast aus der Kurve gehauen hat, lief sie sicher und schnell auch bergab, und hat dort Zeit gutgemacht. Insgesamt war sie über 1,5 Minuten schneller als 2017. Mit 54:06 min. finishte sie (ohne mich dieses Mal!) als 30. von 55 Damen, 114. von 144 Teilnehmern insgesamt, und als 3. der Altersklasse Masters 2 (immerhin auch 8 im Klassement).

Der Kurs war trotz des Regens gut laufbar, nur auf den Kopfsteinpassagen hatte sie mit ihren Trailschuhen keine so gute Haftung ... Nach dem Zieleinlauf schnell ins Zelt, um die Gutzis für mich Coach abzuholen (letztes Jahr gab es eine Mozartkugel und ein Stückchen Sachertorte) - und hier wieder eine Enttäuschung: es gab "nur" Sachertorte. Da musste ich also mit den im Laden gekauften Mozartkugeln vorlieb nehmen.


Abends gab es dann wieder keinen Kaiserschmarrn für mich! Und Frauchen beschloss dann, angesichts der Wettervorhersage für Sonntag (weiter Regen, kalt, tiefhängende Wolken), nicht beim Gaisbergtrail zu starten. Schade, aber vernünftig für sie. Wenn man wegen eingeschränkter Sicht nicht ganz trittsicher ist, sollte man gerade bei solch nassen Bedingungen nicht auf Trails gehen. Aber für 2019 sehe ich einen Start wieder vor, und hoffe auf bessere Bedingungen! Nämlich a) wieder trocken und b) wieder Kaiserschmarrn, nicht nur Sachertorte ...
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 21. Oktober 2018

Treppen erfreuen das Läuferherz

Hallo Leute,

ja, ich lebe noch ... meine Menschen waren nur wie jedes Jahr im großen Urlaub. Und haben mich armen kleinen, von seiner Schönheits-OP noch traumatisierten und tief verstörten Bären einfach schmählich zu Hause gelassen. Wie jedes Jahr.
Und ich habe mich wie jedes Jahr mit einem so richtig fiesen, krachenden Trainingsplan für Frauchen revanchiert. Unter anderem das allseits und besonders bei ihr so beliebte "zwei Mal täglich in den 8. Stock des Hotels hochlaufen, davon einmal direkt nach dem Lauftraining". Strengt schön die Oberschenkelmuskulatur an, trainiert selbige aber auch ordentlich. Das hat sie gemerkt, als sie einen Tag vor dem schlechten Wetter quer über die Insel nach Santa Ponca geflohen sind. Herrchen lag am Strand, Frauchen zog sich mittags um - statt Bikini Laufklamotten. Und wer den Ort nicht kennt - vom Strand aus kann man sehr schön viele viele Treppen hoch und runter nehmen .... eine besonders lange hatte es Frauchen dann angetan. Im Laufschritt hoch, die Oberschenkel brannten fürchterlich. Oben nur kurzes Umhertrippeln, dann fing es an zu schütten. Also so schnell es ging wieder herunter über die unebenen und teils sehr glitschigen Stufen ... sehr gut für das Gleichgewicht.
Hier zuhause habe ich ihr ja seit einigen Monaten neben den "normalen" Hügelläufen auch "Parkhaus" verordnet. Diese Trainingseinheit besteht aus treppauf, treppab in einem öffentlichen Parkhaus, das am Wochenende verwaist ist. Also keine irritierten Blicke zu befürchten .... Frauchen mault zwar, weil ihr langweilig ist, aber so 11 Stockwerke hoch und wieder runter (o.k. das lasse ich ihr mal durchgehen, es sind ja quasi immer nur "halbe" Etagen") bringt auch gute Muskulatur. Dabei verlange ich gar nicht "zwei Stufen auf einmal" oder "rocky-mäßiger Sprint, nein, einfach nur locker hoch und runter.
Mal sehen, wie sie nächste Woche in Salzburg abschneidet, genau für einen solchen Kurs mit vielen Stufen ist diese Art Training ja von mir gedacht. Ich werde berichten. Und natürlich auch, wie viele Kaiserschmarrn ich mir einverleibt habe ...
Bis dahin
Euer Iwan

Montag, 24. September 2018

Bergwoche ohne Happy end

Hallo Leute,

da denkt man doch, aller guten Dinge sind drei. Triftt sicher oft zu, aber leider nicht auf den Tegernseelauf und Frauchen. Die letzten zwei Jahre war sie angemeldet, aber das Wetter zu grottig. Und sie ist nun mal keine Regenläuferin. Dieses Jahr habe ich sie also mit dem dezenten Hinweis angemeldet, sie solle nun aber wirklich mal starten! Tja, was rede ich ... wir hatten eine traumhafte Bergwoche, tolle Vorbereitung, und dann gestern morgen 11 Grad, Schauer, eisiger Wind. Und Frauchen nur - auf die Wettervorhersage vertrauend (hahaha) - eine kurze Hose dabei. Also wieder nix. Ich wollte sie ja noch aus dem Auto scheuchen, wir waren hingefahren, aber nach kurzem Lage-Check hat sie mich einfach auch mal vom Beifahrersitz geholt und in den Wind gehalten. Brr!
Dafür war ich mit den Tagen davor sehr zufrieden. Sonne pur und zwischen 24 und 28 Grad.
  • Wir sind Sonntag in Lenggries eingetroffen und es gab ein kleines Läufchen an der Isar bis Arzbach und auf der anderen Seite wieder zurück. So zum Aufwärmen. Ich dagegen hatte mich schon mit meiner Lieblingsbeschäftigung warmgemacht: Kuchen vertilgen! Denn gleich zur Ankunft stand ein schönes Stück Zwetschgenstreusel bei uns in der Pension. Die Wirtin weiß eben, was Bär braucht ...
  • Montag dann ein kurzer Ausflug zum Achensee. Dort die Strecke Pertisau - Falzthurnalm - Gramaialm - Richtung Lamsenjochhütte bis es in die steilen Serpentinen geht und zurück gelaufen. Runde 450 Höhenmeter in Karwendelkulisse. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, da sind die knapp 2,5 Laufstunden im Flug vergangen. Und danach haben wir uns gleich mal einen ordentlichen Kaiserschmarrn gegönnt!
  • Dienstag war Wandertag. Frauchen ist auf den Kompar gestiegen, rund 1.000 Höhenmeter, mit Rundblick in die Eng, ins Karwendel, mit Sichtung von insgesamt 7 Gämsen und 2 Murmeltieren. Letztere hätten sehr gut genährt ausgesehen, um nicht zu sagen, sehr rundliche pelzige Hinterteile beim Hoppeln über die Bergwiese gezeigt!
  • Mittwoch habe ich als verantwortungsbewusster Coach einen Regenerationslauf angesetzt. Von Lenggries aus den Höhenweg nach Arzbach, runter an die Isar, dort bis Bibermühle, wieder hoch durch den Wald nach Wackersberg, von dort in großer Schleife zur Waldherrnalm, über die Wiesen auf Brauneck und Benediktenwand zu, dann wieder zurück nach Arzbach und den Höhenweg nach Lenggries. Nicht wirklich Höhenmeter, aber immer wieder giftige kleine Anstiege, hehehe. Solange Frauchen damit beschäftigt war, diese rund 22 km abzureißen, habe ich mich einem leckeren Eisbecher gewidmet. Ihr wisst schon, den Haitibecher mit 4 Kugeln, vielen frischen Früchten und ordentlich Sahne obendrauf ... 
  • Donnerstag war wieder Wandertag. Aufs Brauneck, den Hausberg von Lenggries. Im direkten Anstieg hoch - 800 Höhenmeter. Und ich musste leider konstatieren, dass Frauchen nachlässt! Ihre Bestzeit liegt da bei genau 61 Minuten, dieses Mal hat sie 80 Minuten gebraucht. (Gut, die Bestzeit stammt aus dem Jahr 1997 ... aber trotzdem!) Dann ging es durch die Massen von "Bergtouristen", die alle mit der Seilbahn hochgeschaukelt wurden, Richtung Latschenkopf. Also nochmal mit Anstieg und Gegenanstieg usw. über 200 Höhenmeter. Und weil´s so schön war, ist sie dann statt wie von mir geplant oberschenkelschonend mit der Seilbahn herunterzufahren gewandert. Natürlich nicht direkt, sondern über Florihütte, Kotalm, Wegscheid und dann die  knapp 3 km durch die Wiesen bis zur Talstation - denn da stand ja intelligenterweise das Auto.
  • Freitag dann der Höhepunkt - ein Trailrun mit gleich drei Gipfeln: Von der Waldherrnalm hoch zum Heiglkopf (41,58 Minuten, fragt nicht nach dem Pulswert nach diesen 500 Höhenmetern), im Auf und Ab über Blombergkreuz, -bahn und -haus Richtung Zwiesel. Das waren dann nochmal 200 Höhenmeter on top. Dort den letzten schönen Sommertag beim Rundblick ins Voralpenland bzw. ins Gebirge bei einer langen Rast genossen, während ich im Tal schon einmal den Belohnungskuchen besorgt habe: Sachertorte für mich, Rüblikuchen für Frauchen. Dann ging es die über 700 Höhenmeter überraschend gut wieder hinunter. Insgesamt eine schöne Runde mit tollen Aussichten, steilen Waldwegen und Trailpassagen unter anderem über Almwiesen.

  • In der Nacht kam dann der Wetterumschwung, aus war es mit dem Sommer. Samstag war dann nur noch Einlaufen für den geplanten Tegernseelauf angesagt, bei immerhin doch noch 14 Grad. Unten ging weiterhin kurz, oben statt des einen Shirts der vergangenen Tage dann eben Shirt, Langarmshirt, Wind-/Regenjacke. Frauchen drehte ihre letzte Lenggriesrunde des Jahres wieder an der Isar, die bewährten 7 km Bretonenbrücke - Lenggries und auf der anderen Isarseite zurück.
Tja, eigentlich eine wunderschöne Woche, leider ohne den geplanten krönenden Abschluss. Schade. Eines habe ich Frauchen aber schon gesagt: nächstes Jahr keine Anmeldung mehr - das ist sinnlos, es klappt ja doch nicht.
Übrigens, heute nacht hat es auf dem Brauneck geschneit, also da, wo Frauchen Donnerstag noch im Sommeroutfit schwitzte ...
Bis bald
Euer Iwan

Samstag, 15. September 2018

Zurück aus der Klinik

Hallo Leute,

das Leben ist schön! Mir geht es gut! Ich bin ja so etwas von erleichtert, die letzten Tage überstanden zu haben ...
Mittwoch war es soweit: Frauchen brachte mich in die Klinik. Zu einem Bärendoktor, denn ich hatte ein Loch in der Tatze, das immer größer wurde. Und meine Schnauze löste sich auch so langsam auf. Böse Zungen behaupten ja, das käme davon, dass ich besagte Schnauze immer überall reinstecken würde, aber das weise ich natürlich entschieden zurück!

Es waren einfach Alterserscheinungen ... hüstel, ich bin ja nun auch schon 53 Jahre alt. Und das viele Herumreisen sowie Mitfinishen bei Läufen strapaziert ja ebenfalls. Also hieß es: entweder einrücken zur OP, oder für immer zuhause auf dem Regal sitzen. Letzteres kam für mich nicht in Frage, denn da gibt es ja keinen Kaiserschmarrn!
Die Bären- und Puppenklinik ist von uns aus runde 64 km entfernt, aber größtenteils über Landstraße. Während mich Frauchen dahin gefahren hat, habe ich auf einmal keinerlei Beschwerden mehr verspürt. Aber Frauchen wollt es doch durchziehen.
Die Untersuchung war sehr würdelos. Hatte mir Frauchen zuhause schon mein Oberteil ausgezogen, zog mir die Bärendoktorin vor Ort gleich auch mal meine Hose aus! Ja, wo sind wir denn? Natürlich will sie wohlgeformte Bärenhinterteile wie meines bewundern, kann sie doch gleich sagen ... denn verletzt war ich ja nur an einer Vorderpfote und an der Nase! Aber dann ... dann bekam ich einen Abholzettel auf den Bauch geklebt! Und Frauchen ging! Es war ihr anzusehen, dass sie sich sehr unwohl fühlte .... und was mir meine Kumpel heute erzählt haben, war sie auch 3 Tage lang ein Nervenwrack. Geschieht ihr recht, mich einfach zurückzulassen!
Die nächsten 3 Tage streiche ich auch lieber aus meinem Gedächtnis. Die meiste Zeit war ich allein in der Kammer ... wobei, "allein" trifft es nicht so ganz. Denn um mich herum lagen diverse Puppen, nackt, in verschiedenen Größen. Kein einziger Bärenkumpel. Und das Schlimmste (ich kam mir vor wie bei "Walking Dead" bzw. "Frankenstein") - da lagen lauter einzelne Beine, Arme, Köpfe herum! Gruselig, kann ich Euch sagen.
Die OP selbst war relativ schmerzfrei. Und dann begann das Warten ... Frauchen hatte als Abholtermin Samstag 10 Uhr ausgemacht. Ab 9 Uhr lauschte ich auf die Klingel und hoffte, dass sie wirklich kommt ... 9:59 Uhr das erlösende "Klingeling"! Als endlich die Tür aufging, schaute Frauchen erstmal sehr ängstlich um sich. Als sie mich dann erspähte, hellte sich ihr Gesicht auf. Auf mich zustürzen, der ich immer noch nackt da herum lag, und am liebsten gleich raus, das war ihr Wunsch. Aber erst noch den Abholschein vergleichen ... als ob es noch einen Zweifel gab, dass wir zusammengehörten, so verzweifelt / erfreut klammerte ich mich an Frauchen!
Draußen grapschte ich dann gleich nach meiner Jogginghose, die Frauchen glücklicherweise mitgebracht hatte - Schluss mit würdelosem Nackt-Herumlaufen-Müssen!
Zuhause erst einmal großes Hallo all meiner Bärenkumpels. Aber ich kann Euch sagen - auch wenn ich jetzt um Jahre jünger aussehe - so eine Schönheits-OP möchte ich so schnell nicht wieder haben! Und zur Erholung fahre ich ganz allein morgen mit Frauchen in die Berge. Mal sehen, wie viele Trost-Kaiserschmarrn ich ihr abschwätzen kann ... sie darf ja nicht, Sonntag in einer Woche steht der Tegernseelauf an. Ich werde berichten.
Bis bald
Euer Iwan

Montag, 10. September 2018

Isarlauf: Berge können auch schön ...

Hallo Leute,

vor einer Woche waren wir ja am Achensee - "patschnass, hurra" sozusagen. Dauerregen. Nun waren wir wieder von Freitag bis Sonntag in der Gegend, dieses Mal in Lenggries. Der Isarlauf stand an.
Und das Wetter zeigte, was es kann - herrliche Spätsommertage. Also genau Frauchens Wetter. Nicht dass ich es nicht auch genießen würde ....
Ansonsten bin ich ernsthaft am Überlegen, meine Aufgabe als Frauchens Coach niederzulegen. Zurückzutreten sozusagen. Da bereite ich sie akribisch auf den 10 km-Lauf vor. Strecke flach. Nur eine Kurve auf der ganzen Strecke. Also absolut bestzeitenverdächtig. Und was macht sie? Torpediert meine Bemühungen:
  • "kleine" Bergtour mit Oma am Samstag, "nur" 650 Höhenmeter (aber die sehr steil)
  • danach ein Rieseneisbecher, mit ordentlich Sahne obendrauf:
  • nach dem Carboloading (Kässpatz´n) dann noch den von der Pensionswirtin spendierten Zwetschgendatschi weggeputzt
  • und ich konnte nichts dagegen machen!
Am Sonntag dann wieder Start am Kalkofen in Lenggries. Die Halbmarathon- und 30 km-Läufer starten in Bad Tölz, laufen entlang der Isar hoch bis Lenggries (bzw. Langeneck), Wendepunkt, dann auf der Strecke, die auch die 10 km-Läufer haben, zurück nach Tölz.
Das Startgeld von 19 Euro ist offen gesagt überteuert - dafür gibt es nämlich nur die Medaille, und Strecken-/Zielverpflegung. Andererseits ist diese Zielverpflegung selbstgebackener Kuchen (jammjamm), und der Lauf wird vom dortigen Sportverein gestemmt. Und die Strecke ist wirklich sehr schön.
Der Start ist schon mal ganz anders als man es von vergleichbaren Rennen kennt. Genau 1 Dixieklo, lange Schlange davor. Start war für 10:35 Uhr angesetzt. Der Startbogen steht, sonst nichts ... keine Musik, kein Offizieller. Der schlendert gegen 10:32 Uhr mit Megaphon in der Hand herbei, stellt sich auf den Hügel beim Kalkofen, spricht ein paar warme Worte, koordiniert die Uhrzeit per Telefon mit der Zeitmessung in Tölz (denn leider Bruttozeitmessung!), zählt von 10 herunter und sagt "los". Das wars. Die Läuferin neben Frauchen, das erste Mal dabei, war etwas fassungslos.
Oma und ich sprangen ins Auto, um nach Tölz zu fahren und dort Frauchen zu erwarten. Die rannte mit schweren Beinen (Bergtour, erwähnte ich das schon mal?) los. Meinte aber, sie sei gefühlt sehr schnell unterwegs. Bei km 5 der Blick auf die Uhr und weg war die Illusion: 30:08 min. Die erstrebte Zeit unter 1 Stunde rückte in weite Ferne, von einer neuen PB mal ganz zu schweigen.
Die Muskeln in den Beinen jammerten vor sich hin, Frauchen funkte ein "Durchhalten, ist nicht mehr weit, los, rennt" nach unten. Bei km 9 hatte sie genau 54:00 min. Also innerlich jaulend noch mal ein bißchen Gas gegeben und bei 59:51 min (nach ihrer Uhr) bzw. 59:58 im (Bruttozeitmessung) über die Ziellinie gegangen. Ich bin immer noch sauer, dass sie eine bessere Zeit durch ihr unvernünftiges Verhalten verschenkt hat! Und habe mich auch nicht von dem leckeren Aprikosenstreuselkuchen ablenken lassen, den es im Ziel für Läufer und ihre Coachs gab!
Mit ihrer Zeit wurde sie 128. von 206 Finisher, 42. von 95. Damen und 4. in ihrer Altersklasse. Das wäre ja o.k, aber die Zeit ... nun ja.
Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 4. September 2018

Achenseelauf - so kalt und schön

Hallo Leute,

dieses Jahr stand er zum sechsten Mal an (angemeldet war Frauchen zwar zum siebten Mal, aber ein Jahr musste sie wegen Verletzung passen) - der Achenseelauf, nach Eigenwerbung Österreichs schönster Panoramalauf. Stimmt, bei gutem Wetter auf jeden Fall. Denn dann sieht es dort so aus:

Herrliche 23,2 km um den See, der sich wie ein Fjord in die Landschaft schmiegt. 14 flache Kilometer zu Beginn, Parkweg oder asphaltiert, dann 9 km Singletrail / Steig. Dieses Jahr wollten wir uns wieder mit Trailbirdie treffen, die ja unsere Leidenschaft für Kaiserschmarrn und nette Trailläufe teilt. Wir sind bei schönstem Sommerwetter mittwochs hier losgefahren, abends konnte Frauchen noch einen netten kurzen Berglauf bei herrlicher Abendsonne machen. Das war es dann aber auch mit dem gutem Wetter .... Irgendwie verhext. Donnerstag und Freitag und Samstag bis nachmittags Dauerregen, Landregen, Schauer, Nieselregen. Also alles was das Herz begehrt - nicht! Dazu wurde es sukzessive kälter, sodass ich meine Schnauze wohlweislich gar nicht erst rausgesteckt habe. Hätte ich aber besser, denn Frauchen war Samstag so frustriert und bewegungssüchtig, dass sie nach dem ersten Treffen mit Astrid erstmal einen Berg hochgewandert ist. So viel zum Thema "Tapern", aber was rede ich ... jedes Jahr das Gleiche!
Sonntag sah es dann so aus:



Und Frauchen hatte sich prompt eine Erkältung eingefangen. Halsschmerzen. Ich hätte sie am liebsten rund gemacht mit "hab ich Dir ja gleich gesagt!", aber als verantwortungsbewusster Coach habe ich sie aufgebaut, motiviert, beruhigt. Dann die Frage der Klamottenwahl - quer über den Balkon mit einem Läufer gefachsimpelt, der schon zum elften Mal dabei war. Und sich für kurz / kurz entschied. Frauchen lief unten kurz, oben mit Regenjacke (man weiß ja nie) und Halswärmer und Ohrenwärmer - die Erkältung stach  nämlich auch in den Ohren. So steht sie normalerweise im Winter am Start, aber doch  nicht Anfang September!
Leider haben wir Astrid dann am Start gar nicht gesehen, die Ziegen aus den Vorjahren fehlten auch. Dafür waren rund 1.300 Läufer am Start, trotz der inzwischen saftig angehobenen Startgelder. 40 Euro sind es nun, man kriegt zwar auch ein ordentlich gefülltes Startersackerl:

Aber trotzdem - in wenigen Jahren um fast 50 % anheben, ist schon heftig. Und was Frauchen massiv stört: der Staffellauf - bis Achenkirch hat sie einige überholt, und sich gefreut ... die steigen aber aus, der zweite, "frische" Läufer kommt und will dann auf dem Steig die müden anderen Läufer überholen - da gab es dieses Jahr wieder recht unschöne Szenen.
Aber noch sind wir nicht am Steig, sondern gerade mal losgelaufen, Richtung Maurach, immer schön am See entlang. Ich konnte Frauchen gut vom Hotelzimmer aus sehen ... naja, rund und schwungvoll laufen sieht anders aus. Sie schont sich hoffentlich mit ihrem Halsweh! Dass sie nicht ganz sie selbst war, merkte sie dann direkt hinter Seepitz - da lag nämlich 1 Cent auf der Laufstrecke. Normalerweise bückt sie sich nach jedem Geldstück, aber heute nicht. (Spoiler: Nachmittags sind sie dann zum Minigolf nochmal den Weg nach Maurach spaziert, da lag das Centstück noch da und Frauchen hat es dann eingesammelt ...)
Nun ging es weiter, am neugebauten "Atoll" vorbei - Danke an diejenigen, die den Uferweg mit ordentlich tiefem Schotter aufbereitet haben! Alles lief im Gänsemarsch rechts oder links. Dann ereignislos bis Achenkirch, nur der sehr kalte Gegenwind störte. Dieses Jahr war ich nicht mit hinübergefahren, das Wetter sah  mir zu regenrisikoreich aus. Herrchen stand wie immer da, reichte die (fast explodierende) Cola light-Flasche für ein bißchen Koffein-Dpoing, dann die neue Wasserflasche.
Die Durchgangszeit für 14 km: 1:35:29,1 - ich hatte eigentlich auf eine 1:30 gehofft. Aber nicht bei den Umständen. Weiter ging es zum Beginn des Steigs - darauf freut sich Frauchen jedes Mal. Durch den Dauerregen der letzten Tage war es allerdings so nass und glitschig, dass erstmals ein Überholverbot für den Abschnitt Achenkirch / Gaisalm ausgesprochen wurde.
 Es waren auch sehr viel mehr Helfer von der Bergwacht usw. auf der Strecke als sonst. Man kam nur dann an langsameren Läufern (oder unsicheren, je nachdem, wie man es nennen will - da gab es leider viele, die mit Sohlen ohne Grip unterwegs waren) vorbei, wenn sie selbst einen vorbeiließen. Prompt kam dann eine Staffelläuferin mit Musik auf den Ohren von hinten, und rempelte sich an allen vorbei nach vorne - immun gegen Hinweise auf das Überholverbot und dass es vielleicht gefährlich sein könnte. Ging ja nochmal gut, nur klebte Frauchen dann die Stiegen bergab hinter einem sehr unsicher tastenden Mann, sodass sie hier eher Zeit verlor.
An der Gaisalm war abzusehen - die Zeit wird wieder mal nicht unter 2:50, aber auf jeden Fall unter 3:00 Stunden. Und das war mein Minimalziel. Weiter ging es, Frauchen robbte sich dann doch noch an dem ein oder anderen Läufer vorbei. Jetzt kam nämlich noch kurz die Sonne heraus, prompt wurde es gleich sehr warm.
Ich stand mit Herrchen wie immer an der vorletzten Kurve, um aufzuspringen. Da kam sie ange... nein, "laufen" konnte man diesen unrunden "Watschel/ Holper-Gang" beim besten Willen nicht nennen. Aber immerhin nicht gehend! Aufgesprungen, und ins Ziel "gespurtet":




Wobei ich gleich einmal den hervoragenden Sprecher loben will. Der hat nämlich gleich erkannt, welche großartige Leistung ich vollbracht habe! Gut, er nannte mich zwar "Petzi", aber ich wurde mehrfach erwähnt und bekam auch eine eigene Zeit zugesprochen: "Petzi in 2:52:10 im Ziel, Anette in 2:52:11,2". Ich ließ mir auch gleich die Medaille umhängen. Frauchen wurde 826. von 944 Startern, 235. von 305 Frauen und 14. in ihrer Altersklasse. Die Zeit war die zweitbeste, die sie am Achensee bisher gelaufen ist. Und der Abstand zur Damenschnellsten mit 1:05 Stunde war kleiner als sonst - also eigentlich ein gutes Ergebnis!
Trailbirdie war natürlich sehr viel schneller - 2:16 - Glückwunsch! Noch schnell das gemeinsame Foto, dann sind wir ins Hotel marschiert, Astrid zum Duschen / Umziehen / Auto holen.
In der Zeit hatten wir schon den wohlverdienten Kaiserschmarrn geordert, den wir uns dann schmecken ließen ... schon eine nette, auf jeden Fall eine wohlschemckende Tradition. Dann hieß es schon wieder Abschied nehmen ...

Ich bin aber dabei, Astrid zu überzeugen, nächstes Jahr mit uns wieder beim Karwendelmarsch zu starten - der ist nämlich am 31. August und damit keine Kollision mit irgendwelchen wichtigen persönlichen Terminen!
So, jetzt hoffe ich aber nächstes Wochenende auf besseres Bergwetter, da sind wir wieder unten, dann zum Isarlauf in Lenggries!
Bis dahin
Euer Iwan


P.S. Hier könnt Ihr Astrids Bericht nachlesen (übrigens auch mit Kaiserschmarrn-Foto, den mögen wir beide zum Fressengern ...)

Sonntag, 19. August 2018

Nutze Dein Leben, Du hast nur eines

Hallo Leute,

heute bin ich mal nicht der Gute-Laune-Bär, der zu allem einen sarkastischen Spruch auf Lager hat. Diese Woche hatte es leider in sich. Abgesehen von einigen Krebserkrankungen im Bekanntenkreis - was ja schon schlimm und niederdrückend genug ist - gab es einen überraschenden Todesfall im engen Familienkreis. Ein austrainierter Marathonläufer, Sprinttriathlons absolviert, Sonntag Geburtstag gefeiert, stirbt einen Tag später mit 48 an Herzversagen. Letzter Gesundheitscheck im April, absolut alles i.O.
Das bringt einen doch sehr zum Nachdenken. Wie schnell alles vorbei sein kann. Frauchens Vater ist ja mit 51 beim Radtraining tödlich verunglückt. Deshalb kann ich nur sagen: genießt jeden Tag. Macht aus jedem Tag das Beste. Ärgert Euch nicht über Sachen, die Ihr nicht ändern könnt. Ändert Sachen, über die Ihr Euch ärgert oder die Euch aufreiben. Beruf, Beziehung, Freizeit - das betrifft alles. Und passt gut auf Euch auf.
Bis bald
Euer sehr nachdenklicher und trauriger Iwan

Sonntag, 12. August 2018

Hindernis"lauf" zur Leichtathletik-EM 2018

Hallo Leute,

Frauchen war mit ihrer besten Freundin in Berlin, zur Leichtathletik-EM. Ich war nicht eingeladen .... nun ja, wer will auch schon die besten Läufer und Athleten Europas sehen? Ich doch nicht! Pffft!
Losgehen sollte es Donnerstag früh, Frauchen hatte einen Flug gebucht über Lufthansa, Eurowings 8 Uhr nach Berlin, denn sie hatten Karten für die Morning Session ab 10 Uhr (erster Tag der Siebenkämpferinnen). Rückflug dann Samstag Nachmittag mit Lufthansa über Frankfurt - direkt geht da samstags nichts - waren das noch seilige Zeiten mit Air Berlin ...
Seit Buchung mehrfache Abflugänderungen, zuletzt sollte es 8:20 Uhr losgehen. Frauchen war also (ohne mich, hatte ich das schon einmal betont?) pünktlich am Flughaben, eingecheckt, kleines Köfferlein aufgegeben, und wartete mit neuem Buch am Gate. "Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Flug Eurowings xyz nach Berlin Tegel annulliert ist". Wie bitte? Erstmal runter zum Lost&Found, dort sollte man das aufgegebene Gepäck abholen. Die wussten leider von nichts, auch nicht, dass die Maschine überhaupt annulliert war .... Also dann erstmal zum Eurowings-Schalter. Gefühlte 30 Parteien vor Frauchen. Endlich dran. "Also: entweder LH über München, dann 13 Uhr in Berlin, oder EW über Düsseldorf, kurz nach 12 Uhr in Berlin." "Dann München, mit Düsseldorf immer schon üble Erfahrungen gemacht." Klopf, Tipp, Hämmer auf Tastatur. "Geht nur über Düsseldorf". Also bestätigt, zurück zum Lost&Found, Köfferlein geholt, wieder zum Check in, neu aufgegeben ... dann zur Sicherheitskontrolle. Stopp, da war ja die frisch gekaufte Halbliterflasche Cola light. Die Zeit drängte, Frauchen ist geizig und wollte die Cola nicht verkommen lassen ... und leerte unter den zunehmend fassungslosen Blicken der Umstehenden die Flasche ohne abzusetzen. Ja, was halt so ein trainierter Läufer ist!
Maschine nach Düsseldorf leicht verspätet. Dann mit Bus hingekarrt worden. Irritierte Blicke der Meisten, Nostalgiegefühle bei Frauchen - es war noch eine noch-nicht-umgespritzte-alte-Air-Berlin-Maschine. Losgeflogen, gelandet. Soweit, so gut. Nächstes Boarding 10:35 Uhr, nun war es 10:10 Uhr, also wohl kein Problem ... mit Bus ans Terminal, erster Halt die "Endstation Düsseldorf"-Passagiere, zweiter Halt die Mehrzahl, die "Umsteiger". Rein durch die Glastür ins Terminalgebäude, im durch die Sonne aufgeheizten Glas-Treppenhaus hoch. Oben war nur leider die Tür ins Terminal abgeschlossen. Und unten inzwischen auch zu. Und kein Offizieller zu sehen .. Ungläubiges Gucken, bis es auch jeder der ca. 30 Wartenden kapiert hatte: "Du kommst hier nicht raus!" Mit Winken und Wedeln (denn wen hätte man denn anrufen sollen?) auf sich aufmerksam gemacht. Von draußen hielt dann einer, guckte rein und meinte "Oben durchgehen, bitte!" "Geht nicht, ist zu" "Muss offen sein!" "Ist es aber nicht!" Selbst hochgegangen, überzeugt. "Ich rufe jemanden ..." Auja, tolle Idee. Inzwischen 10:35 Uhr. Endlich offen, losgewetzt. Hechelnd das richtige Gate gesucht und gefunden. Verspätung. Wozu rennt man denn?
Mit 10 Minuten Verspätung einsteigen. Frauchen hatte den allerletzten Sitzplatz, letzte Reihe, ganz außen. Durchkämpfen. Was viele Mitreisenden unter "Handgepäck" verstehen, ist schon interessant. Und nein, man kann keinen 1 m-Koffer in das Fach über den Köpfen quetschen ... Tja, alle saßen. Boarding completed. Und es tat sich ...nichts. Bis sich der Captain meldete und meinte "wir würden uns sicher schon wundern, warum es nicht losgeht" Ja, Frauchen wunderte sich ... "Gucken Sie mal nach links, da ist ein Feuerwehreinsatz. Daher derzeit keine Losroll-Erlaubnis". Na gut, war eh schon zu spät für die Morning Session. Frauchens Freundin, aus Frankfurt kommend, war gut gelandet, hatte dann nach nur 1,5 Stunden Wartezeit auch schon ihren Koffer erhalten und war erstmal ins Hotel gefahren. Um dort auf Frauchen zu warten ... die in ihrer Maschine in Düsseldorf saß und auch wartete ...
Endlich ging es los. Flug ereignislos. Landung auch. Bloß dass der Flieger dann weder an einen Rüssel heran rollte noch auf eine Parkposition. Sondern halt mal da rum stand. Bis sich der Captain wieder meldete und meinte "die haben uns wohl schon abgeschrieben ... es ist keiner da, der uns auf die Parkposition winkt". Irgendwann kam dann auch der, und - oh Wunder - tatsächlich auch ein Bus, um die Passagiere zum Terminal zu fahren. Tja, aber doch nicht die aus den letzten Reihen! Bus voll, losgefahren, und anscheinend haben sie in Tegel nur einen Bus. Denn es dauerte genau 7 Minuten, bis der wieder auftauchte und die restlichen Passagiere zum Terminal brachte. Wo schon Frauchens Koffer fröhlich seine Runden drehte - ganz im Gegensatz zur Wartezeit bei Frauchens Freundin.
Dann nur noch zum Hotel nahe Ku´damm fahren, und schon war Frauchen bereit für die EM - zwar statt 10 Uhr halb zwei, und ziemlich entnervt, aber doch mit viel Vorfreude.
Sie hat ordentlich angefeuert, die Medaillenausbeute war gut, sie hat auch den Dreikampf aus 1. überhitzte S-Bahn-Fahren 2. "Bulette-in-Schrippe"-Essen (für uns Süddeutsche Frikadellenbrötchen) und 3. Nicht-dem-Shopping-Fieber verfallen gut gemeistert.
Und hier noch ein paar etwas andere Fotos mit etwas anderen Athleten - denn wie Ihr wisst, sind wir ja Duck-Fans:


Diese Plakate hingen übrigens im Olympiastadion!
So, nun aber Spaß beiseite, Trainingsernst her ... in drei Wochen ist Achenseelauf.
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. August 2018

Lächeln oder Stöhnen, was hilft mehr?

Hallo Leute,

36 Grad, und es wird immer heißer .. genau unser Wetter!Alles ächzt und stöhnt, nur Frauchen trabt begeistert durch die Gegend. Mit super Pulswerten, ich checke das ja immer ganz genau.
Was uns aber auffällt: wirklich alle stöhnen, ächzen, jammern. "So heiß", "unerträglich", "ich zerfließe" ....ja, und? Glaubt Ihr etwa, durchs Jammern wird´s kühler? Falls ja, müsst Ihr jetzt ganz stark sein: nein, wird es nicht! Nur wird Euch die für Euch unangenehme Situation noch stärker bewusst.
Ich lese ja verschiedene Laufzeitschriften, als Coach will man immer auf dem aktuellen Stand sein. Und in der US-Ausgabe der Runners World war nun ein interessanter Artikel zum Thema "wie beeinflusst Dein Gesichtsausdruck Deine Laufleistung?" Das Ergebnis vorab: 3 % bis 5 % Abweichung gibt es nachweislich. Bei ... ja, genau, bei einem lächelnden Gesichtsausdruck, bei Entspanntheit bringen Läufer eine höhere / schnellere Leistung. Das habe ich Frauchen schon mal mitgegeben, wenn ihr mal wieder ein Lauf schwer fällt, alles weh tut ... und siehe da, es geht wirklich besser.
Funktioniert auch bei der Wärme oder in anderen nicht so tollen Situationen - denn Gejammer und Geschimpfe ändert nichts an der Situation. Mundwinkel hochziehen und an was Schönes denken bringt aber den Körper dazu, positive Stoffe (die chemischen Details kann ich Euch leider nicht mehr aufzählen) auszuschütten.
Also - macht es wie ich - genießt die Hitze, solange sie noch anhält!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 29. Juli 2018

Womens Run 2018 - Hitze, Hecheln, Hemmnisse

Hallo Leute,

fühlt Euch geehrt - selbst heute, an meinem Geburtstag, setze ich mich hin und diktiere Frauchen meinen Blogpost! Aber der lohnt sich wirklich, ich will doch möglichst schnell verbreiten, was ich für ein Super-Coach bin.
Gestern sind wir mal wieder beim Womens Run in Frankfurt gestartet. Wie der Sprecher die ganze Zeit betonte, fand ja 2006 der allererste Womens Run auch in Frankfurt statt, damals noch in Hafengebiet. Ja, da waren wir auch schon dabei! Seit längerem findet der Lauf im Stadtwald statt, Start und Ziel bei der Commerzbankarena (den Älteren noch eher als "Waldstadion" bekannt), die Strecke geht dann größtenteils über Waldwege in einem großen Viereck mit langen Geraden.
Dieses Jahr waren Frauchen und ich allein da, alle bisherigen Mit-Starterinnen (Freundinnen, Patenkind usw.) hatten uns 2018 im Stich gelassen. Also quasi allein unter vielen Tausend meist quietscherosa gekleideten Mädels, Damen, Frauen, die alle bestens gelaunt waren. Was will bär mehr?
Wir starten dort gern, weil es quasi unser einziges 5-km-Rennen im Jahr ist, die Strecke mit den langen Geraden recht schnell und (nein, wir sind nicht gierig ...) es immer viele Geschenke im Startbeutel gibt. Plus ein schickes Odlo-Shirt, alles für 27,50 Euro Startgeld. Und das Ganze bestens organisiert. Sorry, Männer dürfen nicht mitmachen!
Was sie sich aber sparen könnten, ist die extrem laute Musik bei der Startaufstellung - Frauchen war halbtaub, als endlich der Startschuss fiel. Gut war, dass es dieses Jahr zwei Startwellen gab - einmal für die Schnelleren (dort hatte sich Frauchen hingestellt) und einmal für die "Einsteigerinnen und Walkerinnen". Dass hieß: dieses Jahr endlich mal nicht auf den ersten 2 km hunderte von Walkerinnen überholen!
Hitze: es hatte beim Start sehr schwüle 32 Grad.
Hemmnis 1: gut eingelaufene Schuhe (die uns in London schon zur neuen PB über 10 km geführt hatten). Alles gut beim Rumgehen vorher. Am Start losgerannt und nach 10 Meter gespürt: spitzer Stein im linken Schuh. Stehenbleiben und Rausholen keine Alternative, wenn ungefähr 2.400 Starterinnen hinter einem sind. Also irgendwie den Stein zurechtgeschüttelt während des laufens, damit er nicht so stark drückt.
Hecheln: km 1 - Schweiß lief. km 2 - Lunge kurz vor Platzen. km 3 - Magen tut weh. So viel zum Thema "ich lasse es heute langsam angehen ..." Sonst hat Frauchen von hinten kommend viele überholt, nun lief sie eher einen einsamen Lauf, weil die hinter ihr langsamer waren und die vor ihr nicht zu erreichen ... und es war warm, und die Luft wurde knapp, hechel hechel ....
Hemmnis 2: Endlich das Schild für km 4 erreicht. Bis dahin hatten die schwarzen Wolken dicht gehalten. Nun gaben sie aber alles - riesige Tropfen, Platzregen, innerhalb von 100 Metern waren die Damen durchnässt. Und Frauchen hasst Regen! Sicht sofort schlecht, weil Tropfen auf der Brille. Wertvolle Sekunden verloren, weil nicht mehr wasserdichte Polar-Uhr vom Handgelenk genestelt und in Hosentasche verstaut.
Dann der Zieleinlauf - erstmals in der Commerzbankarena selbst. Nett gemacht! Der Schluss-Spurt war eher ein müdes Hoppeln (sage ich als Coach, da müssen wir noch dran arbeiten!), aber mit 28:36 min. war sie durch. Und damit neue PB! Platz 92 unter 2.500 Starterinnen! Platz 2 in ihrer Altersklasse! Yes yes yes, ich bin sehr stolz auf mich. (Frauchen meint, ich solle nicht so aufgeblasen prahlen, aber Ehre wem Ehre gebührt, sage ich!)
Ach ja, und damit habe ich auch die Runners World düpiert. Die schrieben dieses Frühjahr, ab 50 bauen Läufer ab und können keine neuen Bestzeiten mehr erreichen ... Frauchen ist AK 55 und hat 2018 eine neue PB über 10 km geschafft, nun eine neue PB über 5 km ... take this, Runners World!
So, nun gehe ich feiern.
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 15. Juli 2018

Was haben Radfahrer mit Klingonen gemeinsam?

Hallo Leute,

Ihr wisst, wer Klingonen sind? So ein ganz spezielles Völkchen im Star Trek-Universum, recht kriegerisch veranlagt, keinerlei Spaß verstehend und der erklärte Erzfeind quasi aller anderen Lebewesen im All ... und damit natürlich auch der Menschen.
Frauchen meint nun, dass Radfahrer Klingonen doch sehr ähnlich seien ... (Um Irrtümern vorzubeugen - Frauchen hat keine Grundsatzabneigung gegen Radler, Opa war Radrennfahrer, als es noch nicht "hip" war) Denn so langsam hat sie die Schnauze voll von Radlern:
  1. Die fahren immer auf dem Bürgersteig, und klingeln massiv, dass man sie bitte schön s-o-f-o-r-t durchlassen soll.
  2. Dito auf schmalen Waldwegen (Singletrails), und wehe, man springt nicht gleich beiseite, am besten in den Graben neben dem Pfad ...
  3. Dann wird mit Affenzahn am Läufer vorbeigerast,  am besten mit Tuchfühlung - das ist rasant und gibt wohl Zusatzpunkte.
  4. Das Wort "Danke" kennen die alle nicht.
  5. Besonders beliebt ist Radfahren auf für Räder gesperrten Wegen / Trails / schmalen Pfaden. 
  6. Und wehe, man hüpft als Läufer dann nicht beim Klingeln in die Brennesseln, sondern läuft erstmal weiter und fragt nett "Sie wissen aber schon, dass dieser Weg für Radfahrer verboten ist?" ... dann wird man im besten Fall ignoriert und im schlimmsten Fall kriegt frau "eins in die Fresse" angeboten.
Sorry für die Verallgemeinerung, sicher fühlen sich jetzt viele Radler ungerecht diffamiert, aber das alles erlebt Frauchen eigentlich auf jeder ihrer Laufrunden, also an 4 Tagen die Woche. Und nein, sie läuft nicht auf dem Radweg. Um auf den Vergleich zurückzukommen - so langsam sind ihr Klingonen symphatischer als Radler ... ich gehe sie mal beruhigen.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 8. Juli 2018

Und wieder mal ... Lenggries

Hallo Leute,

das Wetter war wochenlang super ... um pünktlich zu unserem jährlichen Lenggries-Urlaub einzubrechen. Statt Sonne und Wärme hatten wir Kälte und teils Dauerregen. So war es in ganz Deutschland am Donnerstag, den 28. Juni, schön - nur wir hatten Platsch Platsch bei 12 Grad. 12!
Dazu hatte ich als Coach ein massives Problem mit meinem Schützling. Sie war ja für den Achensee Trail Hero am 23.6. angemeldet. Das Training darauf (700 Höhenmeter) verlief eher suboptimal. Dazu kam der (für Frauchen) starke Kälteeinbruch. Start erst 16 Uhr nachmittags, also wäre auch der erste Urlaubstag futsch gewesen, weil man da ja nicht vorher noch eine mehrstündige Wanderung machen kann ... Und überhaupt ... keinerlei Motivation. Also Freitag Abend schnell von Lenggries aus rübergefahren nach Achenkirch, Unterlagen abgeholt ("Ich halte mir noch alle Optionen offen"), aber im Herzen wusste ich schon: Frauchen steht nicht am Start. So kam es auch.
Und ich hatte Mühe, sie überhaupt zu den täglichen Laufrunden zu bringen. Obwohl da ja einige der Lieblingsstrecken sind! Lenggries - Arzbach - Bad Tölz - Wackersberg - Waldherrnalm - Schlegldorf - Lenggries zum Beispiel. Oder durch den Wald hoch zum Sylvensteinspeicher (das hatte ich ihr dann für einen Regentag verordnet). Erst ab Wochenmitte kam die Lauflust zurück. Und wir haben versucht, einen neuen Laufstil bergab zu üben. Hatte ich aus der Trail Running, und funktioniert tatsächlich: bergab vorlehnen mit dem Oberkörper, also nicht senkrecht zum Boden, sondern schräg. Sodass der Körperschwerpunkt vor den Füßen ist. Ist extrem ungewohnt und erstmal will der Läufer sich automatisch zurückneigen, muss also dagegen ankämpfen. Aber es macht erstens schneller und zweiten klatscht man nicht so mit der Ferse auf ... entlastet also Füße und Knochen. Auf glatten Flächen (Asphalt, Forstwegen) funktioniert es nun schon gut; jetzt muss es Frauchen noch auf schmälere und unebenere Pfade übertragen. Ich werde berichten (auch, wenn sie einen Bauchplatscher macht, hehehe).
Ansonsten das Übliche: Kaiserschmarrn für sie und mich, viel Kuchen für meinen Kumpel Trello und mich von der Pensionswirtin (stellt sie netterweise immer hoch ins Zimmer, wenn unsere Menschen tagsüber wandern sind ...), schöne Wanderungen und viele Kühe. Ein paar zur Auswahl seht Ihr hier:





Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 14. Juni 2018

Interview: Science Fiction können auch fränkische Frauen


Liebe Hedy, wir haben uns letztes Jahr auf der Consumenta kennengelernt - dort hatten wir gemeinsam mit anderen Schriftstellern einen Stand für unsere Werke. Du schreibst ja dystopische Romane. Ich gebe zu, ich musste erstmal nachschauen, was das heißt … bitte kläre meine Leser auf.

Ohne hier zu wissenschaftlich zu klingen: Eine Dystopie ist eine Erzählung, die einen pessimistischen Blick in die Zukunft und auf eine Gesellschaft wirft, die sich negativ entwickelt. Als Autor hat man hier eine wunderbare Möglichkeit, auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam zu machen. Vielleicht kann man auch ein kleines Bisschen davor warnen.

Um was geht es bei den Diginity-Romanen?
Die Menschheit hat den Schritt in die Weltraumbesiedelung geschafft. Entwicklungssprünge haben Telepathen hervorgebracht. Die Gesellschaft hat sich dadurch negativ entwickelt. Es gibt Telepathen, die ihre Macht gnadenlos ausnutzen und Menschen bei Bedarf zu ihren Werkzeugen machen. So geschieht es auch Shay. Sie wird gezwungen, Botin zu werden. Man löscht dafür ihr Gedächtnis und trennt sie von Mann und Kind. Band 1 erzählt von ihrem Kampf, sich von den geistigen Fesseln der beherrschenden Telepathen zu lösen. Shay erkämpft sich ihr Leben zurück. Und trifft per Zufall auf ihren Mann, der alles daran setzt, ihr zu helfen. Wie schwer das für ihn ist, weil sie ihn ja nicht erkennt, könnt ihr euch denken. Und da beginnt die „Romance“!

Wie kommt man denn auf die Idee, solche Science Fiction zu schreiben? Also erst einmal überhaupt zu schreiben?
Meine Freundin Gisi hatte keine Bücher mehr für mich. Gisi hat mich jahrelang jedes Wochenende mit Lesestoff versorgt. Lovestorys, Gestaltwandler, Vampire, alles, was das Fantasy-Leserherz begehrt. Es waren ganz tolle dabei (ich mag z.B. die Gestaltwandler von Nalini Singh sehr und auch die Black Dagger-Reihe), aber auch seichte. Das ist wie im Museum. Du siehst ein rotes Quadrat auf weißem Grund und denkst dir, das kann ich auch. (Falsch gedacht, denn du hast es nicht erfunden.) Aber im Prinzip war es so. Ich dachte, so was Einfaches könnte ich vielleicht auch. Eines Tages blieb der Nachschub aus. Mir war langweilig und ich hab wohl meinen Mann genervt. Denn der stellte mir einen Laptop hin und sagte: Dann schreib doch selber ein Buch. ÄHM. Hab mich hingesetzt und angefangen. Und es ist etwas Großes draus geworden.

Und dann solche romantischen Zukunftsstories? Woher hast Du Deine Ideen?
Zunächst wollte ich keine High Fantasy schreiben, sondern was Realistisches. Deshalb keine Elfen und Orks etc. Aber in unserer Realität kommt man schnell an Grenzen. Orte, Namen, Entfernungen, da ist vieles zu recherchieren – und das behindert die Kreativität. In der Zukunft hingegen wird vieles möglich sein, was wir heute für unmöglich halten. Bei der Erfindung des ersten Telefons hat sich noch kein Mensch die heutigen Smartphones vorstellen können. Also hab ich anstatt Hamburg, Berlin und München einfach komplett neue Welten erfunden, die Hope, Treasure oder Heritage heißen… Aber was dann im Roman passiert, hängt von den Helden ab. Sie werden neben mir lebendig. Leben, lieben, reden, töten, und ich bin nur der Transmitter, der alles aufschreibt.

Naheliegender wäre es doch gewesen, über Deine Katzen oder Pferde zu schreiben …. Oder Geschichten aus Deinem beruflichen Umfeld … Und nun entsteht schon der vierte Band von "Dignity Rising" - wann erscheint er?
Ehrlich gesagt kam es mir nie in den Sinn, über meine Katzen und mein näheres Umfeld zu schreiben. Wen sollte das denn interessieren? Nee, nee, lieber neue, abenteuerliche Welten erfinden und sich mit tollen Menschen umgeben, die – fast – perfekt sind. Band 4 ist der Abschluss der Dignity Reihe, zumindest vorläufig. Hier schließt sich der Kreis der Geschichte um Shay, Jon und ihre Freunde – aber mehr verraten wäre gespoilert. Band 4 ist jetzt brandneu am 31. Mai 2018 herausgekommen.

Nun träumen ja viele davon, sich einfach hinzusetzen und ein Buch zu schreiben. "Ich habe eine Geschichte in mir". Ist das so einfach? Du hast ja, genau wie ich, mit Self Publishing begonnen.
Bücher schreiben ist mehr als nur ein Hobby.Es ist schwere Arbeit. (Danke, Hedy, dass Du das mal so sagst ... im Prinzip denkt ja jeder, man setzt sich einfach hin und tippt los ....)
Es sei denn, man hat einen Haufen Geld übrig, um sich viele Leistungen dazuzukaufen, die einfach wichtig sind für den Erfolg. Z.B. Korrektorat, Lektorat, Covergrafik, Buchsatz, Buchmarketing. Wer das alles selber machen will, muss sich nicht nur ein paar Grundsätze aneignen, sondern richtig tief einsteigen. Ich war ja auch zunächst Selfpublisher und weiß, wovon ich rede, kenne auch zahlreiche Kollegen. Oft fängt es mit der Rechtschreibung und der Grammatik an. Und seien wir mal ehrlich: Nicht jede aufgeschriebene Geschichte ist eine gute Geschichte. Das heißt nicht, dass ich jemandem abrate zu schreiben. Er oder sie muss nur mit der Kritik des Marktes klarkommen, wenn man sich im Vorfeld nicht mal die Mühe macht, sauberes Deutsch zu schreiben.

Und nun erscheint Deine Dignity-Reihe in einem Verlag. Wie toll ist das denn? Oder schränkt Dich das ein?
Ein Verlagsvertrag erscheint einem zunächst wie ein Sechser im Lotto. Natürlich bin ich sehr stolz darauf, dass der Carlsen Verlag Hamburg meine Serie unter dem Label Dark Diamonds neu herausgegeben hat. Aber du hast recht, es schränkt auch ein und man ist als Autor einfach abhängiger, als wenn ich selber über alles entscheiden dürfte. Mein nächstes Buch werde ich ganz gezielt wenigen ausgesuchten Verlagen anbieten, und wenn das nicht klappt, mach ich es selbst. Eine Zusammenarbeit mit einem Verlag bedeutet nämlich auch, dass die Leser viel länger auf das Buch warten müssen.

Schreibst Du neben der Diginity-Reihe noch andere Werke? Und wie geht es mit den Dignity-Helden weiter?
Die Dignity-Reihe könnte eines Tages weitergehen. In der Serie gibt es auch Kinder, und die werden älter und können eines Tages ihre eigene Geschichte erzählen. In der Zwischenzeit habe ich jedoch ein neues Projekt geschrieben (ganz fertig ist es noch nicht). Diesmal bewegen wir uns nur auf einem Planeten, aber in einer fantastischen, neuen Welt, die so noch niemand zuvor erfunden hat! Und mehr verrate ich dazu noch nicht. Aber wer ein grandioses Abenteuer sucht, über starke Charaktere, Liebe, Mut und Intrigen lesen will, wird wieder bei mir richtig sein. Mal was ganz anderes ist meine historische Kriminalgeschichte, die im März 2018 beim Wellhöfer Verlag in einer Krimisammlung erschienen ist. Das Buch hat den Titel „Blutspuren auf Mallorca“ und wer meine Bücher kennt weiß, dass meine Geschichte zu den düsteren im Buch gehört. Sie heißt „Der Fischer von Manacor“. Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang – eh klar :-). Und neben bei schreib ich ab und zu Gedichte. Wer mag, findet das Buch und das E-Book unter dem Titel „Lila Gedanken“.

Danke für das Gespräch, liebe Hedy! Und für die geneigten Leser meines Blogs - ein bißchen Werbung für die Bücher, über die Links, habe ich eingefügt. Dafür kriege ich aber kein Geld (auch  mein Frauchen nicht). Hedy hat mir nur versprochen, beim nächsten Grillabend darf ich als Erster und ganz allein zum Grill schlendern und mir was aussuchen! Ich glaube, da werde ich schneller sein als Frauchen bei ihrem Spurt-Training!

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 10. Juni 2018

3. Tiergartenlauf - quasi ein Siebenkampf

Hallo Leute,

letzte Woche habe ich mir echt Sorgen um Frauchen gemacht. Ihr wisst ja (hoffentlich wisst Ihr das!), dass Frauchen zusammen mit Katrin vor einigen Jahren die Idee zum Tiergartenlauf Nürnberg hatte. Und sie dann zusammen mit dem Verwaltungsleiter des Tiergartens und dem LAC Quelle das Projekt umsetzten. 2016 fand der Lauf zum ersten Mal statt, dieses Jahr also die 3. Auflage. Reine Routine, möchte bär meinen. Leider nicht. Irgendwie artete das Ganze dieses Jahr in einen Siebenkampf aus:

  1. Planen, rechnen, bestellen - Shirts und Medaillen - und doch irgendwie immer genau in einer Größe zu wenig zu haben - obwohl doch genau nach Anmeldungen bestellt und jeweils Puffer dazugerechnet
  2. Tippen, tippen, tippen - Newsletter, Pressemitteilungen, Infos, Sponsorenberichte, Mails 
  3. Zittern - die ersten zwei Jahre kamen die Shirts immer erst am Tag der Ausgabe Starterpackages an, egal für wieviel früher man sie bestellt hatte. Dieses Jahr waren sie zwei Tage vorher da - dafür waren die Medaillen verschollen. Und trafen genau 24 Stunden vor dem Startsignal ein.
  4. Fahren - Gutzis für die Starterbeutel einsammeln, eingelagerte Sachen aus den letzten Jahren abholen und zum Nutzungsort bringen
  5. Packen und stapeln - viele viele Kartons, mit Trinkbechern (knapp 5.000), Shirts (eine große Palette mit ca. 20 Kartons),  Gutzis für die Starterbeutel ...
  6. Hoffen und beten - die Wettervorhersage sagte Gewitter pünktlich für das Zeitfenster Freitag zwischen 18 und 20 Uhr voraus - also genau für die Start- und Laufzeiten. Gewitter wäre die einzige Wetterlage, bei der man hätte absagen müssen. Die Läufe konnten dann aber doch - ohne Gewitter - starten.
  7. Laufen, laufen, laufen - am Veranstaltungstag selbst ist Frauchen gefühlte 50 mal vom Naturkundehaus (Startunterlagenausgabe und Kleideraufbewahrung und "Kommandostelle") zum Start-/Zielbereich gerannt und wieder zurück - einmal leicht bergab, einmal leicht bergauf. Garniert mit Abstechern zur Lagune (Siegerehrung, nicht zum Plantschen ...).
Ergebnis: Frauchen hatte Samstag die miesesten Pulswerte, die ich je bei ihr erlebt habe. Denn das Ganze wurde von ziemlicher Rast- und Ruhelosigkeit begleitet, Donnerstag machte sie sich solche Sorgen, ob sich die Medaillen bei der Spedition wieder anfinden, dass sie um 4 Uhr früh aufstand!

Aber was ich so gelesen habe, war es wieder für die Starter ein toller Tiergartenlauf! Und das ist die Hauptsache, dann war es diesen "Siebenkampf der anderen Art" wert. Und nun kann ich zusehen, Frauchen wieder auf Trainingsspur zu bringen, denn es sind nur noch knapp 12 Tage bis zum Achensee Trail Hero! Und Kaiserschmarrn für den Coach (sprich mich) gibt es nur bei erfolgreichem Finish ...

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier gibt es übrigens sehr lesenswerte Berichte über den Tiergartenlauf:
exito Gipfelstürmer – mit vielen Bildern
Sebastian alias „Der Fleggo“
Axelander
Manu alias "Laufwelt"
Rose aus dem #TeamSeekuh

Samstag, 2. Juni 2018

London - traditional and modern

Hallo Leute,

ich war Euch noch Fozzies sonstigen Reisebericht über die 2,5 Tage in London schuldig. (Ich habe ihm aber gesagt, er soll sich kurz fassen und nicht immer so viel plappern ...)

"Als ob ich plappern würde! Also mache ich es halt kurz und zeige Euch nur die Fotos. Wir waren viel unterwegs, zweimal war Frauchen und mir gepflegt schlecht - einmal in diesen alten Londoner Bus




und einmal im London Eye. Das ist das dritthöchste Riesenrad der Welt, mit tollen Aussichten (und einer ebenso tollen Warteschlange davor, Frauchen hatte aber schlauerweise schon von zuhause aus Fast Pass Tickets für sich und mich gelöst).































Dann haben wir in Paddington Station fast eine halbe Stunde lang die Statue von Paddington Bear gesucht ...
















... waren am Piccadilly und flotte Autos gucken (der graue da, ein Lamborghini, wäre genau mein Geschmack ...).










Und zu guter Letzt haben wir noch den Tower und die Towerbridge besucht:


Ihr seht also, viel Sightseeing. Wobei London anscheinend jedes Jahr voller wird - ganz ehrlich,  auch wenn wir selbst Touristen waren - es ist einfach zu voll. Viel zu viele Menschen. Zwei Tipps hätte ich aber noch für Euch: 
  1. Fahrt nicht mit dem überteuerten Heathrow Express Zug in die Stadt - sie versuchen zwar am Flughafen massiv, die Tickets an den Mann / die Frau / den Bären zu kriegen, aber ihr kommt in Paddington Station an und braucht mit Sicherheit von da nochmal eine Fahrkarte für den Nahverkehr - nutzt lieber eine Tageskarte für die Öffentlichen und fahrt mit der U-Bahn rein.
  2. Nutzt überhaupt die U-Bahn und das Busnetz. Sie fahren sehr häufig, und die Busse klappern auch die typischen Sightseeing-Routen ab - aber eben für weniger Geld als der Touri-Sightseeing-Busse. Und die U-Bahnstationen sind sowieso eine Schau ... alt, gekachelt, sehr lange Gänge, steile Rolltreppen ... vor allem die Baker Street-Station ist einen Zwischenstopp wert, die stammt aus den 1860er Jahren und ist so auch restauriert worden."
Grummel - ich wäre doch gern mitgefahren. Hört sich gut an ... das nächste Mal bin ich wieder dabei!

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 31. Mai 2018

London - unerwartet zur neuen PB über 10 km

Hallo Leute,

kleine Schreckensnachricht zu Beginn: ich bin verletzt. Meine rechte Tatze ist leicht aufgeplatzt - bei meinem Alter ist das durchaus ernst zu nehmen. Frauchen schont mich deswegen, was ja einerseits gut ist (bedient zu werden), andererseits aber ärgerlich (ich durfte nicht mit nach London fliegen).
Das schien mir aber nur halb so schlimm, denn erstens war ich vor 4 Jahren schon mit in London beim 10 km-Lauf, und zweitens trainiere ich ja Frauchen auf den Achensee Trail Hero am 23. Juni hin, da habe ich mir also keine besondere Leistung erwartet. Böser Fehler.

Assistenzcoach Fozzie berichtet:
"Der London 10.000 Meter-Lauf ist auch die offizielle britische Straßenmeisterschaft. Kein Wunder, dass auch Sir Mo Farah gemeldet hatte. Wir hatten von Samstag bis Montag gebucht, da der Lauf  - etwas seltsam für uns  - an einem Montag stattfinden sollte. Bank Holiday, quasi "angeordneter Feiertag" in England. Die Hinreise war etwas, sagen wir mal, nervenaufreibend. Zubringerflug nach Frankfurt landete zwar pünktlich, aber jwd ... wir rollten und rollten mit dem Flieger ... am Terminal vorbei und auf eine noch jwd-ere Außenposition. Einstieg in den Bus, der uns zum Terminal bringen sollte. Murren in der Menge, denn einige mussten ihre 10-Uhr-Flieger erreichen. Eigentlich war ja genug Zeit eingeplant, aber ... der Bus kroch zum Terminal. Und reihte sich ein als Nummer 5 vor einem Eingang zum Terminal. Wo immer nur ein Bus seine Ladung entließ, fortfuhr, dann der nächste. Hat Frankfurt denn nur einen Eingang???? Egal, rein. Geguckt, wo wir hinmüssen. Von Terminal A zu Terminal B. Flughafen-Frankfurt-Kenner wissen: entweder stundenlang auf den Aufzug warten oder 4 Stockwerke zu Fuß runter, einen gefühlt 800 Meter langen Gang entlang, 4 Stockwerke hoch. Die Uhr tickte. Noch konnten wir es schaffen .. rasant um die Kurve gebogen und ... Vollbremsung. Frauchen krachte in die Schlange vor der Passkontrolle. Das war´s, Flug nach London kannste vergessen, dachte ich. Nix da, durchdrängeln (mein Frauchen ist da sehr gewieft und hat scharfe Augen) - da waren noch zwei Durchgänge für maschinenlesbare Ausweise, und ohne Schlange. Durch. Losgerannt. Quasi Einlaufen zum Rennen. Denn unser Gate war das Äußerste in dem Bereich. Herrchen hechelte hinterher. Um dann loszuschimpfen, warum Frauchen denn so rannte - denn das Boarding hatte noch gar nicht angefangen ... Verspätung.

Der Rest verlief dann ohne besondere Vorkommnisse. Frauchen hatte ein Hotel gebucht, das quasi direkt gegenüber dem Eventbereich lag. Also rund 100 Meter bis zur Startnummernausgabe - für die Overseas-Runner nur vor Ort, Sonntag und Montag vor dem Lauf. Das war eine Verbesserung gegenüber 2014, dort gab es sie nur am Renntag und man hatte vorher so gar keine Info. Das war dieses Jahr vorbildlich.
Weniger schön aber die neue Strecke - nur der erste und die letzten beiden Kilometer waren echtes Sightseeing, der Rest durchs Banken- und Juristenviertel, sogar viel durch absolut nichtssagende Seitenstraßen.
Montag dann gegen 9:30 Uhr aufgemacht zum Startbereich. Menschenmassen - über 14.000 Starter, plus Begleitpersonen. Alles bestens organisiert, man konnte sich nicht verlaufen, alle gingen diszipliniert zu ihren Startbereichen. Frauchen war in der dritten Welle, zusammen mit Lord Sebastian Coe, hüstel. Mo Farah dagegen startete ganz vorne ....Was wir zum ersten Mal erlebten., war Wunschkonzert: der zweite Block wurde mit "Eye of the tiger" losgeschickt, das konnte man gut hören. Blick nach vorne über Pall Mall, nach hinten zum Buckingham Palace. Als Frauchen vorrückte, wurde durchgesagt "die vor Euch wollten "Eye of the tiger" - mit was wollt Ihr starten? "Chariots of fire" oder "Don´t stop me now"?" Überwältigendes Gekreisch für Queen. Und 17 min. nach Farah durfte auch Frauchen auf die Strecke.
War es dieser für Frauchen ideale Rhythmus, war es das Einlaufen am Frankfurter Flughafen, die Langeweile beim Kurs oder die schwüle Wärme - Frauchen lief die ersten 5 km in 29:21, was für sie sehr schön ist. Konnte es beim Blick auf die Uhr kaum glauben, denn sie hatte nicht das Gefühl, eine sub-1-Hour-Pace zu laufen. Übrigens, Mo Farah hat für die 10 km genau 29:44 min. gebraucht ... er kam Frauchen auf der "Strand" kurz hinter km 1 (für Frauchen) entgegen. Der Kurs ist schnell erzählt: Mall hoch, Trafalgar Square, Strand weiter, Seitenstraßen und Fleet Street, Wendepunkt (da stand übrigens ein Live-Chor und sang), zurück vorbei am Court House, Strand runter, an Downing Street Number 10 vorbei, Westminster Abbey und Big Ben links liegen lassen, Endspurt zum Buckingham Palace. Den Frauchen dann nach 58:25 min. erreichte - zu unser aller Verblüffung mit einer neuen PB über 10 km!


Gut sind auch die Infos nach dem Lauf, über Pace, Platz, wie viele vor und hinter einem sind. Das Finisherpaket gibt es erst im Ziel; für 28 Pfund gibt es eine Medaille, Funktionsshirt (strahlend ... mausgrau), diverse Getränke (u.a. Rhabarber-Apfelsaft-Schorle) und Knabbereien. Also face value. Toll auch die vielen anfeuernden Zuschauer und Streckenposten, die vielen Livebands - die ganez Stimmung war top.


Ein Selfie mit Mo hat leider nur so geklappt - er war einfach zu schnell für uns:



Ab ins Hotel, geduscht, mit einem Burger-Mittagessen den Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht und dann mit der Underground zum Flughafen. Frauchen hatte ja extra Rückflug über Zürich gebucht, weil längere Umsteigezeit. Blick auf die Anzeigetafel - Verspätung. 30 min. Damit blieben noch 40 min. zum Umsteigen in den letzten Flieger des Abends nach Nürnberg. "Blieben" hier im Konjunktiv. Einsteigen durften wir zwar, aber dann hieß es "wir kriegen erst ein Slot in 30 min". Bis wir wegkamen, über 1 Stunde Verspätung. Das konnte der Flieger nicht mehr aufholen. Als wir in Zürich nach der Landung zum Terminal rollten, sahen wir noch schön die Maschine nach Nürnberg, wie sie die Treppe hochklappte. Wir hatten schon die Info "umgebucht". Auf Hotel. Und Flug am anderen Morgen. Das war uns auch noch nie passiert. So "durften" wir noch eine Nacht im stylishen Hotel nahe des Züricher Flughafens verbringen ..."

Und ich habe mir fürchterliche Sorgen gemacht, wo Ihr bleibt! Und frage mich, wie viel schneller Frauchen noch hätte sein können, wenn ich sie betreut hätte statt Fozzie ...

Reisebericht Teil 2 von Fozzie - was sie in den zwei Tagen London erlebt haben - folgt.
Bis bald Euer Iwan