Donnerstag, 25. Mai 2017

Landliebe - gut für zwischendurch

Hallo Leute,

nicht was Ihr schon wieder denkt, ts ts. Es geht um ein Buch. Und zwar dieses hier:

"Landliebe"
Jana Lukas, erschienen bei Heyne, 9,99 Euro.

Der Klappentext las sich vielversprechend. Darum geht es: ein kurz vor der Pleite stehender Winzer wird von seinem Bruder für die Reality-Show "Landliebe" angemeldet. Damit  ist leicht erkennbar  "Bauer sucht Frau" oder eine ähnliche Kuppelshow gemeint. Nur die dringend benötigten 50.000 Euro lassen Tom zustimmen. Seine "Auserwählte" wird ein Müncher Mädel, patent, blond, die ebenfalls nur aus Geldgründen mitmacht. Was beide sich gegenseitig erstmal verschweigen. So weit, so lustig. Wie Ellie auf "bayerisches Blondchen" im zu engen Dirndl getrimmt wird für die Kameras, und wie Toms Winzerhof von der TV-Produktion auf "da braucht es dringend eine Frauenhand" umgestaltet wird - das ist sehr lustig beschrieben.

Allein dass Ellie "Nageldesignerin" sein soll, und Tom "Modellflugzeuge basteln" als Hobby aufoktruiert bekommt, ist so herrlich überspannt. Und dann fallen der Autorin auch noch viele hübsche Alliterationen zum "wilden Winzer", der wahlweise "neckischen" oder "neugierigen Nageldesignerin" ein ... als hätte sie bisher für RTL getextet. Und es kommt natürlich, wie es kommen muss ... die beiden verlieben sich, wollen es sich nicht eingestehen .... *Vorsicht Spoiler*

Ellie rettet dann quasi im Alleingang den Winzerhof ... und dass sie sich kriegen, ist bei dieser Art von heiterem Roman ja schon auf Seite 2 klar.

Das Ganze hätte von uns 5 Punkte gekriegt, wenn alles durchgehend herrlich satirisch ironisch beschrieben worden wäre. Bei den Liebesszenen rutscht das Ganze aber in übelste Schwülstigkeiten ab. Ich als Bärenmann kann das gar nicht wiederholen, Frauchen meinte, selbst "Cora"-Hefte lesen sich dagegen wie ein realistischer Tatsachenroman. Für diese Szenen gab es 1 Punkt. Man hatte echt das Gefühl, zwei Bücher in einem zu haben - die lustigen Szenen sind super gelungen. Die Liebesszenen - au weia.

Fazit:  3 Punkte - gelesen, öfter mal gelacht, an anderen Stellen kopfschüttelnd nur noch quergelesen, um schnell über die Peinlichkeit hinwegzukommen.

Das Buch wurde uns vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Danke schön dafür. Dies hat aber unsere Meinung nicht beeinflusst.

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 21. Mai 2017

Virtueller 5 km-Lauf ist auch ganz schön anstrengend

Hallo Leute,

und schon wieder ist ein Jahr um, und der "Save the Manatees"-5 km-Lauf stand an. Den hatten wir ja schon zweimal mitgemacht, und mussten natürlich dieses Jahr wieder dabei sein. Denn die 28 Dollar Startgeld werden kompett für den Schutz der Manatees in Florida verwendet.
Pünktlich kamen das Teilnehmershirt und die Medaille hier an:
Und gestern, tatsächlich am am offiziellen Wettkampftag, stand Frauchen an "ihrer" Startlinie. Das Konzept ist einfach: wer nicht in Florida starten kann, läuft woanders eine 5 km-Strecke und meldet dann die Zeit. Ihr glaubt gar nicht, wie viele irritierte Blicke Frauchen so kassiert, wenn sie mit Teilnehmershirt und Startnummer im Renntempo durch den Marienbergpark wetzt ....

Zwei tierische Beobachtungen am Rand, beide mit Krähen. Auf dem Hinweg zum Park muss Frauchen an zwei großen blauen Papiertonnen vorbei, solche mit oben abgerundeter Kuppel. Krähe fliegt an, landet oben auf dem Scheitelpunkt. Rutscht ab und runter. Frauchen denkt "tja, rutschige Angelegenheit, dumm gelaufen". Krähe aber dreht im Flug ab, landet wieder oben, rutscht wieder runter .... und fliegt wieder hoch, und rutscht - richtig schön ausgerichtet wie ein Kind auf einer Rutsche - runter. Sah aus, als ob sie eine Menge Spaß hatte! Ein Stück weiter, im Park, Pfütze auf Weg neben der Griller-Wiese. Andere Krähe kommt angehüpft und hat ein Stück Waffel / Knäckebrot oder so ähnlich im Schnabel, rund 5 cm groß. Tunkt es sorgsam in die Pfütze, schiebt noch zwei, dreimal nach und holt es dann wieder raus. um es auf der Wiese - nun schön weich - zu verspachteln.

O.k., weg von den fedrigen Leichtgewichten, hin zu den gutmütigen Dickhäutern. Frauchen finishte mit 27:55 min - das war jetzt nicht gerade ihre Bestzeit, aber aus dem Training für den langen Kanten Karwendelmarsch heraus eine ordentliche Leistung.

So, jetzt muss ich schnell zwei Bücher lesen - es sind neue Rezensionsexemplare angekommen. Und Frauchen muss weitermachen mit den Vorbereitungen für den in 12 Tagen stattfindenden Tiergartenlauf. (Und da ich weiß, dass ich auch in Hamburg in einem bestimmten Haushalt gern gelesen werde: wir freuen uns auf Euch; ich hoffe, Ihr seid gut trainiert ...).
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 16. Mai 2017

Achensee - viel zuwenig Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

ich war von Freitag bis Montag mit Frauchen, Oma und Kumpel Trello am Achensee. Und hatte mich auf viermal Kaiserschmarrn gefreut! Nix war´s - genau einmal bekam ich einen, und den musste ich auch noch mit Frauchen teilen! Ich bin empört! Naja, eigentlich bin ich ja selbst schuld ... denn ich hatte, bärenschlau wie ich bin, Frauchen gesagt: "Zucker ist schlecht, Zucker macht langsam. Iss lieber Vitamine" Mein Hintergedanke: dann kriege ich den Schmarrn, und sie ist Obst. Ja, denkste! Prompt hat sie am Sonntag zum Nachtisch einen Apfelstrudel bestellt - sei ja quasi Obst.
Aber ich habe mich gerächt. Und habe Frauchen auf ordentliche Trailstrecken, bergauf /bergab gescheucht. Von der Kondition hielt es, aber sie hat nach drei Tagen doch etwas über Muskelkater geklagt. Oben in der Aufhängung der Beinchen sozusagen. Aber da kenne ich keine Gnade: wer mir Kaiserschmarrn vorenthält, muss leiden!
Hier noch ein paar Bilder - allerdings von früheren Aufenthalten. Denn dieses Mal war es doch recht wechselhaft - 5 Minuten schön, schwarze Wolke, Schauer, dann wieder heiß ... und oben alles weiß.


Bis bald Euer hungriger Iwan

Sonntag, 7. Mai 2017

Wings for Life Run - nächster Anlauf 2018

Hallo Leute,

eigentlich wären wir ja heute in München, beim Wings for Life Run. Stattdessen hocken Frauchen und ich vor dem Fernseher, und schauen uns die weltweiten Läufe an. Denn das ist ja das Konzept dieses großartigen Charity-Laufes: alle Startgelder und Spenden gehen in die Rückenmarksforschung, gegen Querschnittlähmung. Weltweit starten alle Läufe zur gleichen Uhrzeit, also um 13 Uhr MEZ Sommerzeit. Ob in München, Valcencia, Florida, Melbourne, Dubai ... Das zweite Interessante: Man läuft so weit man kommt - bis das Catcher Car einen eingeholt hat. Also keine feste Länge oder Zeit, sondern eben je nachdem wie schnell man ist. Ich hatte für Frauchen ausgerechnet, dass sie so zwischen km 12 und 14 eingeholt würde. Aber es kommt halt erstens anders und zweitens als man denkt.

Angemeldet hatten wir uns schon Anfang November, da war die Startgebühr mit 35 Euro (plus 15 Euro freiwillige Spende) noch annehmbar. Dafür gab es das alles im Startersackerl:



Und wir haben uns, je näher der 7. Mai rückte, echt auf den Lauf gefreut. Nur kamen dann am Freitag zwei Aspekte ins Spiel, die uns zu unserer persönlichen Absage bewogen. Erstens hatte Frauchen beruflich ein sehr sehr unschönes Erlebnis, was sie sehr beschäftigte und die Nacht von Freitag auf Samstag quasi nicht schlafen ließ. Und zweitens guckte sie sich die Wettervorhersage für Sonntag und München an: 10 Grad und Regen. Und wer Frauchen kennt, weiß, dass sie zwei Dinge beim Laufen nicht mag. 1. Kälte (und das ist alles unter 15 Grad) und 2. Regen. (Der 3. Grund wäre übrigens: wenn es regnet, kann ich nicht mit an die Strecke, ich bin sehr wasserempfindlich.) So wie sie gestern morgen drauf war, habe ich ihr empfohlen: stornier das Hotel, lass uns ggf. schnell nach München fahren und das Startersackerl holen, aber lauf am Sonntag wenn es wieder besser gehen sollte, hier in Nürnberg eine schöne Runde und die 14 km. Dass ich damit richtig lag, merkte ich daran, dass Frauchen gar nicht widersprach. Obwohl sie sich auch auf eine schöne Shoppingrunde Samstag Nachmittag in München gefreut hatte ...

Samstag war das Olympiagelände, wo Startnummernausgabe und heute auch der Start war, übrigens ein Traum. 22,5 Grad, blümchenübersäte Wiesen, die Zeltdächer funkelten in der Sonne ... wer heute die TV-Übertragung angeguckt hat, hat es kaum wiedererkannt: düster, patschnass, außer den Läufern und ein paar Begleitpersonen kaum Menschen. Organisation war super, wir hatten sehr schnell unsere Startunterlagen. Und sind dann nochmal auf den Olympiaberg hochgelaufen - da konnte man in der Ferne die schneebedeckten Alpen sehen. Und zu Füßen die Sportstätten, wo 1972 Geschichte geschrieben wurde.

Naja, nächster Anlauf dann 2018. Letztes Jahr ging es sich terminlich wegen Überschneidung mit dem Muttertag nicht aus, dieses Jahr aus persönlichen Gründen nicht. Aller guten Dinge sind drei. Und Frauchen ist heute hier im Wald - es war immerhin trocken bei 16 Grad - eine flotte 12,5 km-Runde gelaufen. Und hat dabei versucht, das am Freitag Erlebte mental zu verarbeiten. Hoffe, es ist ihr gut gelungen. So wie ich sie kenne, ja!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 30. April 2017

2 Stunden Rundendrehen für den guten Zweck

Hallo Leute,

heute waren wir im schönen, (fast) weltbekannten Seligenporten. Kennt Ihr nicht? Macht nix, kannte ich vorher auch nicht. Ist quasi der westlichste Ort der Oberpfalz. Wenn Ihr von Nürnberg nach München fahrt, bei Allersberg links ab. Sehr idyllisch, jedenfalls heute. Denn der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. Sonnenschein, blauer Himmel, mittags 16 Grad - das alles hatten wir seit langem nicht mehr.

Ein Kollege, der in diesem Dorf wohnt, hatte Frauchen auf den "Seligenportener Benefizlauf" aufmerksam gemacht. Ich als Coach habe es wohlwollend geprüft und mein Einverständnis gegeben. Nach dem Zahlen eines Kostenbeitrags von 2 Euro war man dabei. Und sollte ab 11:30 Uhr seine Runden drehen dürfen. Je Runde 2 km, je mehr Runden, desto mehr wollten die Sponsoren spenden.

Herrchen kam dieses Mal nicht mit, also thronte ich auf dem Beifahrersitz. Das war aber auch das einzig Positive, denn ich musste am Auto warten, konnte nicht an die Strecke oder gar mitfinishen.



Um kurz vor 11 Uhr waren wir da, die Bambini liefen schon. Und auch viele Nasen, denn trotz Sonne war es ziemlich frisch - ein kühler, ach was sage ich, eisiger Wind blies. Schnell die Startnummer geholt, und die Zeit vertrieben. Kurz vor Start fand Frauchen dann auch den Kollegen. Dietmar hatte aber leider Magenprobleme, um so anerkennenswerter sein Durchhalten mit 5 Runden. Da er aber schneller als Frauchen läuft, war Frauchen die meiste Zeit allein auf der Strecke.

Apropos Strecke, die verlief in einem mehr oder weniger Viereck. Start und Ziel beim Kloster Seligenporten, dann erstmal durch einige Gassen, links herum auf dem Radweg neben der Straße entlang - dort war dann auch das (einzige) Stimmungsnest mit Trommlern. Nach ca. 800 Metern links in einem Feldweg, dann wieder links Richtung Dorfkern zurück. Ein kurzes Zwischenstück auf einem von vielen Pferdehufen aufgewühlten Weg, dann ein kleiner Anstieg (merkt Euch den!) über ein Brücklein, durch einen Reiterhof durch und schon bekam man den ersten grünen Gummi über den Arm gestreift.

Die erste Runde war ätzend, sehr unrhythmisch durch viele Läufer, Walker, Geher, Schnelle und Langsame. Dann hatte sich alles schön gelichtet. Schöne Aussichten über Felder, auf Wiesen mit leuchtendem Löwenzahn, und aufs Kloster. Wir hatten ja noch nie an einem Rundenlauf teilgenommen, Frauchens Sorge war, dass ihr langweilig würde. War aber nicht. Da wir unsere "Entlastungswoche" hatten im Rahmen Vorbereitung auf unsere langen Bergläufe, hatte ich Frauchen vorgegeben: langsam, wie ein Trainingslauf, mindestens 5 Runden und dann mal gucken.

Naja, im Endeffekt sind es dann 9 Runden geworden, die ersten 7 gingen schön locker. aber dann machte sich der kalte und starke Gegenwind auf einem Streckenabschnitt doch bemerkbar. Und der vorhin erwähnte kleine Anstieg zum Brücklein kam Frauchen langsam so vor wie der Anstieg zum Rifflberg beim Zermatt Halbmarathon! Eigentlich wollte sie nach 8 Runden Schluss machen, aber irgendwie liefen die Beinchen einfach weiter. Mit ihren 9 gesammelten Gummins liegt sie, denke ich, ganz gut im Starterfeld. Bei einigen Läufern hatte sie zwar das Gefühl, die haben sie in jeder Runde überrundet, aber sie hat auch ordentlich Läufer überrundet. Nur nicht Pumuckl (den immer für einen guten Zweck startenden Herrn Mücke), der zischte barfuss an ihr vorbei.

Nach 1:58 Stunde und 18 km war also Schluss. Zeit - wie ein Uhrwerk 13 Min. je 2 km, plus dreimal ein bißchen was verloren bei den Wasserstellen. Nette Abwechslung, dieser Lauf. Und jetzt wisst Ihr alle, wo Seligenporten liegt!

Nächste Woche wird es dann wieder ein ganz neuer Laufwettbewerb für uns - da Rennt Frauchen vor dem Catcher Car davon, beim Wings für Life Run in München. Da bin ich dann hoffentlich näher an der Strecke und dem Event dran!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 23. April 2017

Ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn

Hallo Leute,

Frauchen und ich lesen ja bekanntlich gern und viel, vor allem Krimis und Thriller. Und ich bin schwer aktiv bei Twitter. Da ist mir neulich ein Tweet eines unserer Twitter-Bekannten, @markusrennt oder auch CookieMcNuggets, aufgefallen. Besser gesagt seiner besseren Hälfte, die sein erstes Buch stolz ankündigte. Krimi? Wien? Gekauft! Hier also die Rezension - und da wir brav die 12,99 Euro ausgegeben haben, fällt sie schonungslos aus ....

Zeitungssterben
Untertitel: Ein Wien-Krimi

Darum geht es: Ein Zug der Wiener U-Bahn wird durch ein Feuer komplett zerstört, es gibt viele Tote. Unter anderem auch einen älteren Zeitungsjournalisten namens Brandl. Ein Nachwuchskollege, Lecek, stolpert über eine Ungereimtheit und fängt an zu recherchieren ... mit fatalen Folgen. Für sich, seine Familie, seinen beruflichen Werdegang.

Was uns gut gefallen hat: Die Story um den Nachwuchsjournalisten entwickelt sich chronologisch nach vorn. Bald weiß er nicht mehr so ganz, wem er noch trauen kann. Gleichzeitig will er von seinem jetzigen Arbeitgeber, anscheinend dem Pendant der deutschen Zeitung mit den 4 Großbuchstaben und ähnlich gut erfundenen (ähem, ich meine natürlich recherchierten) Stories weg, und mit einem großen Enthüllungscoup zur seriösen Konkurrenz wechseln. A bisserl damisch stellt er sich dabei schon an, vor allem, wenn er gleich zweimal Polizeiinterna verrät ...
Im Privatleben des Herrn Journalisten gibt es übrigens zwei Katzen, die einem bekannt vorkommen, wenn man die Tweets des Autors verfolgt ....
Parallel dazu wird im Buch die Story des älteren Journalisten rückwärts erzählt - beginnend mit seinem Tod, endend mit dem ersten Kontakt zur dubiosen Geschichte ... das ist clever und hält den Spannungsbogen.

Was uns leider nicht ganz so gut gefallen hat: ein bißchen weniger wäre manchmal mehr gewesen. Die bösartige Schwester der Lebensgefährtin ... diese Figur war eigentlich unnötig. Und ein Stilmittel, das sich durch das ganze Buch zog und zu mindestens 50 % verzichtbar war: Vergleiche. Andauernd passierte etwas, und wurde nochmal beschrieben mit "wie". Das hat leider, je länger man gelesen hat, genervt.

Ich will jetzt nicht zu viel verraten, sonst fehlt ja die Spannung: auf jeden Fall liegt die Ursache für die vielen aktuellen Todesfälle weit zurück in der Vergangenheit. Und ein überraschender Täter kommt auch dazu.

Fazit: Ein vielversprechendes Erstlingswerk. Man merkt, Markus Leitgeb spielt gern mit Worten, und er kann damit auch umgehen (bis auf die zu vielen Vergleiche, die überflüssig wie ein Kropf sind). Richtig gut ist übrigens auch die Szene, wo Lecek läuft, gelungen - hier erzählt jemand von vielfach Erlebtem.

Frauchen gibt 4 von 5 Punkten. Ich wollte ja einen Punkt abziehen, weil kein Kaiserschmarrn vorkomt (muss man sich mal vorstellen, ein Wien-Krimi ohne Kaiserschmarrn!). Aber Frauchen meint, Wien ist viel mehr als nur "eine Mehlspeise". Das gilt auch für dieses Erstlingswerk - wir sind gespannt, was da künftig noch kommt  ...

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 18. April 2017

Von wegen Holland ist flach

Hallo Leute,

Herrchen steht ja bekanntlich auf Meer. Sehr gern Nordsee oder Ostsee. Nachdem letztes Jahr die Ostsee dran war, hatte Frauchen ihm dieses Jahr wieder "Nordsee" geschenkt. Über die Osterfeiertage sollte es nach Zandvoort gehen - links von Amsterdam, von uns aus einfach mit Flieger und dann nach 40 Minuten Bahnfahrt zu erreichen. Ich hatte mich ja schon auf die Niederlande gefreut, kenne ich noch nicht. Als ich dann aber die Wettervorhersage gesehen habe, habe ich dankend verzichtet. 8 Grad und 90 % Regenwahrscheinlichkeit, da konnte mich auch keine Aussicht auf "Appeltaart mit Zimtsahne" locken. Flugs habe ich Fozzie zum Assistenztrainer ernannt, er musste also mitfahren.

"Ich wollte eigentlich auch nicht, bin auch sehr regenempfindlich. Aber Frauchen meinte, da gäbe es Krabbensemmeln, und darauf fahre ich ja voll ab! Nordseekrabben, jammjamm.



Am Karfreitag ging es los, mit KLM überpünktlich und sehr bequem nach Amsterdam. Leider ausführlich Schlange stehen erst bei der Gepäckaufgabe, dann am Fahrkartenschalter für den Zug nach Zandvoort, und dann im nh-Hotel beim Check in. Man konnte den Eindruck gewinnen, ganz Deutschland war über Ostern dort und wollte just zu dieser Uhrzeit einchecken. Vor allem - viele Hunde. Große Hunde. Bei jeder zweiten Aufzugfahrt waren Hunde mit drin. Jack und Marley, zwei Huskies. Bob, der Dalmatiner. Der Strand war aber auch super für Hunde, kilometerlang und breit. Ach ja, für Läufer auch ganz nett .... unser Zimmer war riesengroß, mit Blick genau auf diesen Strand.


Übrigens, mit Blick auch auf die ganzen Traktoren, die die "Freßbuden" hinter sich her zogen, sehr praktisch für den kleinen Hunger zwischendurch am Strand ...


Während ich noch die Lage sondierte, hatte sich Frauchen schon umgezogen und wollte laufen gehen. Ich hatte ja von Coach Iwan die Maßgabe "Frauchen soll tapern", aber irgendwie kam ich nicht zu Wort. Und auch am schönen flachen Strand habe ich Frauchen vergeblich gesucht ... die lief flugs in die Dünen. Am ersten Tag 75 min. Am zweiten Tag - vollends euphorisiert von der schönen Landschaft dort und den prima angelegten Wegen mitten durch die Dünen - gleich mal 90 min. Dummerweise ohne was zu Trinken, denn sie wollte ja eigentlich kürzer laufen. Tapern halt. Haha. Der Weg führte immer weiter weg vom Hotel, zum Umkehren war es dann auch zu weit ... gut, dass wenigstens die erste Tankstelle auch "Sprit" für Menschen, sprich Getränke, anbot.
Wie gesagt, sehr schöne Landschaft. Das Hinterland nicht nur typisch Düne, sondern auch kleine Seen, niedrige Büsche, viel Moos ... und angeblich auch Wisente. Nahe Zandvoort soll eine Herde leben, die hat Frauchen aber leider trotz ausgedehnter Suche nicht gefunden. Und von wegen Holland ist flach - das ging die ganze Zeit auf und ab, zwar nicht viel jedes Mal, aber mit müden Beinchen hat es sich dann schon summiert.



Sonntag war dann der einzige Regentag. Wir sind nach Amsterdam gefahren und haben uns stundenlang durch die Grachten schaukeln lassen ....

Das bot auch Schutz vor dem starken Wind, der an der Küste herrschte. Windstärke 5 und immer direkt vom Nordpol. Ich schüttele mir heute noch Sand aus dem Fell ...


Montag dann wieder strahlender Sonnenschein. Das letzte Mal das opulente Frühstücksbüffett leerfuttern (Iwan, da hast Du echt was verpasst!) und dann ging Frauchen auf die letzte Laufrunde. Sehr freundliche Menschen übrigens, die Eingeborenen - sie wurde andauernd mit "Morchen" oder "Gude Morchen" gegrüßt.


Mittags hieß es dann Abschied nehmen, nach den letzten zwei Krabbensemmeln zurück per Zug zum Flughafen und dann nach Hause. Herrchen brabbelte auf dem Flug was von "da unten ist es weiß" - da habe ich es noch für einen Scherz gehalten. Nachdem es aber heute auch schon eifrig schneite, muss ich sagen, hatten wir in Zandvoort echtes Glück mit dem Wetter!"

Ja, sag mal Fozzie, ich nehme Dir ja sofort das Assistenztrainerdiplom wieder ab! Was ist denn an "t-a-p-e-r-n" nicht zu verstehen???? Mal sehen, ich werde gleich mal Frauchens Gesamtzustand überprüfen. Sie scheint mir auch mindestens 3 Kilo zugenommen zu haben, da gab es wohl mehr als eine Krabbensemmel und eine Appeltaart ... jetzt übernehme ich wieder die Regie!

Bis bald Euer Iwan