Samstag, 19. Mai 2018

Zum vierten Mal Rennen für die Manatees

Hallo Leute,

heute war es wieder mal soweit: Rennen für die Manatees. 5 km. Virtuell - d.h. man rennt eine 5 km-Strecke und meldet die Zeit. Und muss nicht extra dafür nach Florida fliegen. Was Frauchen und ich zwar sehr bedauern, es andererseits aber weniger aufwändig und mehr zeitsparend macht.

Für das Startgeld von 32 Dollar kriegt man - pünktlich vor dem Wettkampftag - ein Manatee-Shirt und eine schöne Medaille. Und die wollen wir uns natürlich auch verdienen, nicht einfach nur anmelden und einkassieren ....



Wegen einiger Termine startete Frauchen heute erst am spätem Vormittag. Und freute sich schon auf die dummen / irritierten / fragenden Blicke anderer Läufer oder Spaziergänger im Marienbergpark, wo sie eine abgemessene 5 km-Strecke hat. Das war nämlich in den früheren Jahren ihr Highlight ... denn normalerweise rennt man nicht allein auf weiter Flur mit einer Startnummer herum! Und dann dieses Jahr die Enttäuschung: keiner guckte. Weder irritiert noch anerkennend, weil sie (für ihre Verhältnisse) wie ein Wiesel so schnell rannte.

Vielleicht lag es an ihrer Frustration, dass sie so schnell wie in keinem der vorigen drei Jahre war. 26:45 Min. für 5 km ist für sie extrem rasant. Das macht mich schon wieder misstrauisch - ob sie wohl abgekürzt hat? Andererseits kenne ich mein Frauchen, so etwas würde sie nie tun. Bewertet sie als grob unsportlich.

Also freue ich mich einfach über die gute Zeit. Und nehme es als gelungene Generalprobe für den 10 km-Lauf in London, der nächstes Wochenende ansteht ... ich werde berichten. Seid gespannt, denn da tritt sie gegen Mo Farah an!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 1. Mai 2018

Innsbruck Alpine: wieso können 16,8 km so weh tun?

Hallo Leute,

wir haben ein traumhaftes Wochenende hinter uns. Die einzigen, die das nicht sagen, sind Frauchens Oberschenkel! Aber der Reihe nach ...

Freitag nachmittag sind wir mit dem Auto Richtung Innsbruck gefahren. Kurz überlegt, ob wir die - landschaftlich schönere - Strecke über Tegernsee / Achensee nehmen oder die - vermeintlich - schnellere über die Autobahn. Für letztere entschieden und bereut. Böser Fehler. Schöner Stau am Irschenberg. Frauchen und ich wurden schon ganz hibbelig, weil wir ja noch die Startunterlagen für den Innsbruck Alpine abholen wollten. Kurz nach 18 Uhr waren wir dann vor Ort. Gegenüber der Premiere vor zwei Jahren war nun alles ein bißchen größer und besser ausgeschildert. Der obligatorische Ausrüstungs-Check dauerte ... geprüft wurde, ob man Ausweis, Handy, Krankenversicherungskarte, Bergversicherung (Mitgliedsausweis des Alpenvereins reicht auch), 0,5 Liter Getränk dabei hat. Plus Trinkbecher. Das einzige, was sie nicht geprüft haben, was aber absolut sinnvoll gewesen wäre: Trailschuhe mit griffiger Sohle.

Meine Menschen sind dann Abendessen gegangen, ich habe die Unterlagen studiert. Ein Extrablatt "Verhalten bei Gewitter". Streckenverlauf. Die kurze Strecke, die wir wieder gewählt hatten, sollte je nach Angabe 15, 16,4 oder 16,8 km lang sein. Da sollte sich der Veranstalter mal mit sich selbst einigen, was denn nun! Ansonsten war das Startersackerl gut gefüllt:









Samstag dann wieder das übliche Problem bei einer Startzeit nachmittags - wie den Tag verbringen? Wir sind auf die Nordkette hochgefahren, hier ein paar Impressionen (wobei ich mich immer frage, warum Menschen so dumm gucken, wenn ich mich fürs Selfie in Position setze ...):

















Wetter - grandios.
Nach einem Pilzspatzn-Mittagessen machte sich Frauchen für den Lauf fertig. Es hieß, im Startbereich in Hall (es war ja ein Punkt-zu-Punkt-Lauf) solte nochmal die Pflichtausrüstung, u.a. auch eine Regenjacke, kontrolliert werden. Also schnallte sich Frauchen für diese Kurzstrecke, 2 Stunden plus, doch tatsächlich ihren Camelback um. Und war dann erleichtert, dass sehr viele Starter auch Rucksäcke trugen. Im Viehtransporter, äh nein, Shuttlebus ging es dann nach Hall. Ab hier berichtet Frauchen, da ich mit Herrchen bei Eis und Sonnenschein im Park am Ziel Landestheater in Innsbruck auf sie wartete.

Es war heiß. Start ist in Hall in der Burg Hasegg. Die Wartezeit bis zum Start verging mit dem üblichen Anstehen auf die nur zwei Örtlichkeiten sehr schnell. Dann der Start und erstmal Verwirrung, wo denn nun die Zeitmessung beginnt. Raus aus der Burg im Trippelschritt, Treppe runter, durch eine Unterführung (da maulten die ersten schon, was denn die Stufen sollten ...), andere Seite hoch und erstmal wieder stehen. Einreihen auf einspuriger Treppe den Berg hoch. Dann ging es die ersten 3 Kilometer bei praller Sonne und stehender Hitze durch Altstadtgassen, Nebenstraßen und kleine Wiesenwege Richtung Absam und weiter den Berg hoch. Nicht steil, aber stetig. Bei 26 Grad im Schatten. Selbst ich, als hitzeliebend - und -resistent bekannt, hatte da meine Schwierigkeiten, Maximalpuls und jappste. Dann ging es links ab, oben auf der Höhe Richtung Innsbruck. Mit herrlichen Aussichten, immer mal wieder runter und hoch, dann sollte laut Höhenprofil die erste Verpflegungsstelle vor dem großen Anstieg kommen. Tja, der Anstieg kam, die Labe nicht. Da fängt man schon an, an sich zu zweifeln. Später wurde klar - sie hatten sie extra verlegt, weil die Läufer wohl oben mehr Durst hatten als vor dem Hochlaufen. Viele Läufer liefen auch jede Viehtränke oder Wasserstelle zwischendurch an. Auf der Strecke waren ja nicht nur wir "15 km"-Läufer, sondern auch die Marathonis, die früher gestartet waren und für die es der letzte Teilabschnitt war. 
Diesen Streckenteil kannte ich noch von meinem Start vor 2 Jahren. Da hatte ich übrigens hinterher moniert, dass es zwar ein schöner Landschaftlauf war, aber kein Trail. Böser Fehler. Das hatten die Veranstalter anscheinend gelesen, und haben extra neue Abschnitte eingeflochten. Denn auf einmal ging es weg vom schön zu laufenden Waldweg, direktemang geradeaus hoch auf einem Trampelpfad durch den Wald. Steil. Und durch die trockene Erde sehr rutschig. Ich war sehr dankbar für meine neuen Trailschuhe mit der noch überhaupt nicht abgelaufenen griffigen Sohle. Autsch! Ach so, da ragte ein Ast vor. Pech für ihn, er splitterte. Und Pech für mein Bein, schöner Bluterguss ...
So langsam näherten wir uns Innsbruck, da war schon der Berg Isel mit der Schanze zu sehen. Ich wähnte mich weit hinten, viele Abschnitte war ich - genau wie die anderen um mich herum - gegangen statt gelaufen. Nun ging es downhill - das war ja 2016 so ein übler Abschnitt gewesen, quasi freier Fall. Jetzt war die Wegführung anders. Nämlich schmaler Waldpfad mit Wurzeln, rutschiger trockener Erde und Serpentinen. 180-Grad-Kurven. Also hinein ins Nicht-Vergnügen. Ich überholte, andere schnellere ließ ich dafür vorbei. Mein rechter Oberschenkel muckte nach einer gewissen Zeit, denn es sollte ja über 2 km rund 400 Höhenmeter abwärts gehen. Plötzlich - da, da war der Pfad zu Ende! Hallelujah! Rechts auf einen breiteren Weg. Und vor einer Wand gestanden. Ging es doch nochmal gefühlte 30 % Steigung über einige 100 Meter bergauf. Da blieben einige Läufer um mich herum einfach mittendrin stehen, "ich will nicht mehr" ... Zäh habe ich mich nach oben gekämpft, und hoffte auf ein kleines ebenes Stück, damit sich meine Oberschenkel wieder beruhigen konnten. Viel zu schnell ging es dann aber wieder weiter abwärts. Das war der Moment, wo meine Oberschenkel nach oben funkten "uns reicht´s, lauft Ihr mal allein weiter, wir streiken!". Was ja nun physikalisch unmöglich ist, aber faktisch doch geht. Sie machten zu. Und jeden Schritt zu "aua aua aua". Was mir dann auch laut entfuhr, als wir - endlich auf Inn-Höhe angekommen - ein paar Treppenstufen herunter zur Innbrücke laufen mussten. Irritierte Blicke allenthalben. Aber das hat gutgetan, das laute Jammern .... Danach weiter und ich habe sogar - im Gegensatz zu 2016 - noch so etwas wie einen langgezogenen Zielspurt hinlegen können. Die Zeit war sowieso schon weit über 2 Stunden, indiskutabel für 16 km!

Da war Frauchen ja endlich! Ich bin aufgesprungen, gemeinsam haben wir gefinisht.


Und ich gleich mal mit ihr herumgezetert, warum sie so langsam war. Und sich wieder so schwer getan hat .. anscheinend fehlen bei so einem Frühjahrstermin noch die Bergwanderkilometer und Höhenmeter. Denn später im Jahr hat sie lange nicht so kaputte Beine nach so einer vergleichsweise geringen Belastung (ja, ist doch wahr! 400 Höhenmeter und runde 16 km sind doch eher Kurzstrecke!). 

Im Endergebnis war Frauchen dann aber doch nicht soooo schlecht: 127. von 208 Damen, 2:20,45 Stunden, auch viele Herren hinter sich gelassen, insgesamt 404 Finisher. Und 7. von 19 in ihrer Altersklasse.


Abends gab es dann noch nach Kässpatzn den obligatorischen Kaiserschmarrn. Sonntag sind wir dann gleich abgefahren, um beim Achensee anzuhalten, Löwenzahnwiesen zu gucken, den herrlichen Sommertag im April zu genießen und noch ein bißchen spazierenzugehen.

Fazit: Das Inssbruck Alpine Trail Festival ist ein bestens organisiertes Laufevent. Gegenüber der Premiere sind jetzt alle Strecken sehr gut gekennzeichnet, alle Helfer sehr nett, Verpflegungstellen und Startersackerl top. Man darf nur nicht die Srecken unterschätzen ... Und wenn man, so wie wir, zweimal Glück mit dem Wetter hat (2017 war garstiges Wetter mit Kälteeinbruch, Schnee und Regen), dann ist Innsbruck auf jeden Fall eine Reise und einen Start wert!

Und wie andere Finisher das #IATF gelaufen haben - hier der Bericht von exito Gipfelstürmern - alle auf den längeren Distanzen!

Bis bald Euer Iwan



 

Samstag, 21. April 2018

Wird eine Steigung jedes Jahr steiler?

Hallo Leute,

gestern morgen habe ich bei schönstem Hochsommerwetter im April Frauchen auf den letzten langen Trainingslauf vor Innsbruck geschickt. Da haben wir für Berg-/Trailläufe so eine spezielle lange Strecke, von Ziegelstein durch den Wald nach Buchenbühl, das links liegen lassen, weiter mit kurzem heftigen Trailanstieg und dann schnurgerade durch den Wald weiter Richtung Kalchreuth. An einer großen Lichtung abbiegen, dann wieder ein schöner Trailpfad, der eine Schlucht durchschneidet, dann wieder hoch auf holprigem Waldgeläuf, bis man oben auf einem Feldweg vor Kalchreuth herauskommt. Zu dieser Jahreszeit besonders schön, denn neben der herrlichen Weitsicht auf Moritzberg, die fränkische Schweiz sowie ganz Nürnberg von oben hat man viele blühende Kirschbäume. Wenn man sie denn sehen kann vor lauter brennendem Schweiß in den Augen, hehehe.

Eine Runde Ausblick genießen und dann wieder runter, fast den gleichen Weg zurück. Der Haken ist eine langgezogene Steigung, die dann zum Schluss hin immer steiler wird. Schon immer. Aber Frauchen kam gestern nach Hause und meinte, der Anstieg wäre nun noch steiler als in den Vorjahren .... Hm. Und die Strecke sei noch länger als früher. Ah ja. Mal ganz abgesehen davon, dass sie die Strecke wie ein Uhrwerk läuft ( 2016 in 2:21:35, 2017 in 2:21:49, heute in 2:21:22) ... ich bin ja kein Deppenbär, eine Strecke wird nicht so einfach länger und steiler.

Doch, behauptet Frauchen. Das läge an der Erdkrümmung. Und am Klimawandel. Der würde dafür sorgen, dass sich die Verwerfungen immer mehr aufrichten. Und weil sie ja steiler sind, aber die ursprüngliche Distanz wieder erreicht werden muss, wird noch ein Stück eingeflickt. Ja hat man denn so einen Blödsinn schon mal gehört? Was haltet Ihr davon? Glaubt Ihr Frauchens Theorie, oder mehr mir, der sagt, damit will sie nur bemänteln, dass sie sich mit zunehmdem Alter immer schwerer tut? Autsch, weitertippen gefälligst, nicht den Bären hauen!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 15. April 2018

Grüße von der anderen Seite der Startnummernausgabe

Hallo Leute,

Frauchen und ich sind ja bei vielen Laufwettbewerben gestartet. Dabei bleibt nicht nur die Strecke und die eigene Leistung im Gedächtnis, sondern das "Gesamtpaket". Was gab es für das Startgeld, wie war die Organisation, das ganze Drumherum ... vor allem die Helfer sind hier gefragt. Viele Läufer machen sich darüber gar keine Gedanken - wir ehrlich gesagt bei den ersten Starts auch nicht. Die waren halt einfach da, bei der Startnummernausgabe, als Streckenposten, an den Verpflegungsstellen, im Ziel. Inzwischen ist ja Frauchen selbst Organisator eines Laufevents (Tiergartenlauf in Nürnberg) und weiß, was alles daran hängt. Und gestern hat sie mal wieder als freiwillige Helferin den Tag verbracht, beim Stadtwaldlauf vom LAC Quelle Fürth.

Nun ist ja jeder Lauf anders, der Stadtwaldlauf ist von einem Verein organisiert und nicht darauf angelegt, Gewinn zu machen. Er wird nicht von Profis betreut, sondern von engagierten Vereinsmitgliedern und deren Familienmitgliedern. Die ihre Freizeit opfern. Manche Läufer behandeln die Helfer aber doch sehr arrogant, wenn was nicht gleich so funktioniert und der Helfer "spurt", wie es der Läufer gern hätte. Für andere Starter sind die Helfer Luft, da könnten auch Roboter stehen, die einem das Wasser anreichen. Bitte nicht falsch verstehen - 95 % der Starter sind nett und freuen sich über ein nettes Wort, und sagen auch ein nettes Wort zu den Helfern. Darüber freuen sich dann die Helfer sehr. Frauchens Appell nach dem gestrigen Einsatz ist also:
  • Wenn Ihr Eure Startnummer holt, lest halt erstmal, wo es die Nummer zu welchem Lauf gibt. Das steht immer, bei jedem Lauf, groß an den Tischen oder drüber. Beim 10. Mal Name vergeblich auf Liste gesucht, dann festgestellt "achso, Halbmarathon, nicht Startnummer für Kind im Schülerlauf abholen" wird es langweilig ... 
  • Hilfreich ist auch, entweder die Meldebestätigung dabei zu haben (da steht nämlich der Name schön lesbar drauf ...) oder den Namen deutlich zu sagen ... und zwar nicht nur den Vornamen! Erleichtert ungeheuer das Finden in den Listen und damit das Finden der Startnummer ...
  • Und nein, wenn der Name auf der Nummer steht, nicht einfach danach grapschen, weil man so einen ungewöhnlichen Vornamen hat .... es kann trotzdem sein, dass es diesen Vornamen mehrfach in der Meldeliste gibt und es eben nicht "Eure Nummer" ist ...
  • Die Getränke und das Futter am Verpflegungsstand haben sich nicht selbst in die Becher gegossen, bzw. geschnitten und dort hingelegt. Ein "Danke" beim Nehmen erfreut jeden Helfer.
  • Übrigens, leergetrunkene Becher neben die vollen zu stellen und wegzugehen, ist nicht die feine englische Art. Wenn man noch Durst hat - wir schenken gern nach. Und wenn man nichts mehr will, dann kann man seinen Becher in den vorgesehenen Abfallbehälter werfen - denn entweder hat es der Helfer nicht gesehen und füllt den leeren Becher wie alle anderen leeren Becher - was bäh für denjenigen ist, der den benutzten Becher dann erwischt. Oder er muss aufhören mit Füllen für die anderen durstigen Starter, und den Becher selbst wegwerfen.  
Nun aber zum Erfreulichen:
  • Ein Starter strahlte im Ziel nur so - sein erster Halbmarathon, erfolgreich gefinisht, 1:58 Stunden. Er meinte dann "wow, ich bin angefixt ... sagt mir doch gleich mal, wann und wo die nächsten Startmöglichkeiten sind". Da freut man sich mit!
  • Ein 74jähriger Herr kam unter den Letzten des Halbmarathons ins Ziel (man muss sagen, es war ziemlich warm und viele Läufer hatten mit der Hitze zu kämpfen) und war hin und her gerissen - einerseits Freude, dass er wieder einmal einen Halbmarathon gefinisht hatte, andererseits ärgerte er sich über seine Zeit.
Zwei Starter, denen Frauchen Wasser anreichte, sind besonders zu nennen:
  1. Anja Beranek, die erfolgreiche fränkische Triathletin, die den Halbmarathon als Trainings-Laufeinheit zwischen zwei Radeinheiten am Samstag nutzt. Supernett, Du hast  nun zwei weitere Fans, liebe Anja!
  2.  Ein Beagle, der mit Herrchen den Nachwuchs innen bei der 400-Meter-Stadionrunde im Bambinilauf begleitete. Und danach sehr keuchte - er bekam von Frauchen auch einen Becher Wasser, auf dem Boden angereicht.
Als Frauchen dann nach Hause kam, habe ich sie aber gleich auf die samstägliche Trainingsrunde gescheucht ... nicht dass sie denkt, sie kann sich auf ihren Helfer-Lorbeeren ausruhen!

Bis bald Euer Iwan





Samstag, 7. April 2018

Mein Freund, der Baum ....

Hallo Leute,

ja, mich gibt es noch. An Ostern waren meine Menschen in Valencia, ohne mich. Ich habe mich ja schon langsam an diese Art der Vernachlässigung gewöhnt ... meine Art der Rache sind üble Trainingspläne für Frauchen. Aber sie musste gleich wieder übertreiben, und ist zweimal je knapp 2 Stunden im Turia gelaufen. Falls Ihr dieses Gelände nicht kennt - ein trockengelegtes Flussbett quer durch die Stadt, wunderschön als Parkanlage mit vielen Büschen, Bäumen (natürlich jetzt alles blühend) und vielen vielen Kilometern extra nur für Läufer angelegte Laufstrecke ...

Apropos Baum: in drei Wochen steht der Innsbruck Alpine Trail an, also muss ich jetzt das Berglauftraining verschärfen. Das macht Frauchen ja bekanntlich bei uns im Marienbergpark, einmal die Woche nur hoch den Hügel, andere Seite runter, umdrehen, zurück usw. Heute kam sie fast mit Tränen in den Augen nach Hause. Denn die Stadt hat beschlossen, dass dieses ganze Areal "verbessert", "aufgehübscht" oder was auch immer werden soll. Es führt ein kleiner asphaltierter Weg auf beiden Seiten hoch, im "Gipfel"bereich sind es Stufen plus daneben jeweils ein kleiner Trampelpfad und ein Plateau. Auf der einen Seite teilt sich der Weg herunterszu, man kann links herum wieder zum Ausgangspunkt gehen. Ganz neue Erkenntnis, dass das alles bäh ist. Und man dringend einen neuen Weg braucht. Plus die Stufen abtragen will, um neue Zugänge zu schaffen. Die neue Strecke soll circa 20 Meter neben dem alten Weg liegen. Dummerweise standen da aber so rund 15 Bäume herum. Blöd für die. Jetzt sind sie abgeholzt. Große Bäume. Ohne Worte.

Ganz ehrlich - musste das sein? Es gibt einen Weg. Der sehr gut von der Streckenführung ist. Aber anscheinend nicht gut genug. Und wenn dann halt Bäume im Weg stehen - weg damit. Nürnberg ist ja nur eh schon sehr weit hinten in der Rangliste der Städte mit den meisten Bäumen. Das kann man ja noch verschärfen, indem man 15 mehr weghaut.

Sorry, das musste raus. Ich bin bestimmt kein Wutbär, äh, Wutbürger, aber das macht mich schon sehr sehr sauer!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 25. März 2018

Finish vor der schönsten Kathedrale Europas

Hallo Leute,

Frauchen ist wieder aus Mallorca zurück. Der Wettergott war ihr und Oma dieses Mal nicht hold - Temperaturen teils im einstelligen Bereich, meist eisiger und sehr starker Wind. Dafür aber blühende Wiesen und schöne Laufrouten. Ich hatte ja, nachdem mir Fozzie die Ohren vollgewinselt hat, ihn wieder eingesetzt als "Assistenzcoach 3. Klasse auf Bewährung". (Die anderen Ränge sind nicht vergeben, aber ich will ihn ja nicht gleich wieder rehabilitieren, nachdem er im Januar so versagt hat ...)

Dieses Mal hat er meine Vorgaben dann aber zu wörtlich genommen - nachdem ich gezetert hatte, weil Frauchen lieber aufs Laufband im Hotel gegangen war, hat er sie dieses Mal auch bei strömendem Regen und 9 Grad rausgesetzt zum Training. Und ansonsten ordentlich angetrieben. Jeden Tag eine vier- bis fünfstündige Wanderung und danach noch eine längere Laufrunde. Oma hat übrigens Eure volle Hochachtung verdient: die Frau ist 80,5 Jahre alt, hatte letztes Jahr einen Oberschenkelhalsbruch und ist dieses Jahr die Wanderungen zwar langsamer, aber bis zu 15 km oder ordentliche Bergtour über steinige Pfade am Talaia de Alcudia gelaufen.



Einziger Ruhetag für sie war der Renntag für Frauchen. Wieder, wie schon 2017, die 10 km "Port de Palma". Leider dieses Jahr ohne Manu und André, aber dafür mit gefühlt 60 % Deutschen unter den mehreren Tausend Startern. Frauchen klapperte bis zum Start um 11 Uhr an der Hafenmole in Palma ordentlich vor sich hin - 12 Grad, und starker kalter Wind. Übrigens, ein Tipp von mir als Coach: es lohnt sich, sich vor dem Start den Streckenplan anzugucken. Dann würde man nicht, wie Frauchen, nach der Mole linksherum rennen wollen ("da ging es doch auch letztes Jahr entlang") und sich dann wundern, warum man vor einem Absperrgittter steht .... Dieses Jahr ging es halt andersherum!


Die 10 km selbst vergingen schnell, von Platz 652 kurz nach dem Start arbeitete sie sich über Platz 617 auf Platz 605 im Ziel vor. Die Zeit, naja, immerhin war die zweite Hälfte schneller als die erste .... 60:11 Minuten. Aaaarrrrgggghhhh! Wieder knapp an der "Sub-1-Stunde" vorbeigeschrammt!
Aber immerhin nicht Letzte, 745 kamen ins Ziel, der Lamgsamste mit über 2 Stunden.

 Im Ziel gab es dann noch eine Medaille, Obst, ein Powergetränk - vorher hatte es schon ein Funktionsshirt, einen Früchteriegel und einen kleinen  Rucksack gegeben. Und das alles für 12 Euro! Unbezahlbar ist aber immer wieder der Lauf auf dem Paseo Maritimo, vor allem dann Richtung Kathedrale mit blauem Himmel und Sonne. Ein toller Anblick, den Frauchen inzwischen nun schon zum 6. Mal (alle verschiedenen Läufe in Palma zusammengezählt) hatte. 2015 war ich ja auch dabei:


Nun ist es aber genug mit "Spaßläufen", jetzt wird das Training angezogen, denn Ende April steht mit dem Trailrunning Festival in Innsbruck der erste echte Belastungstest an!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 11. März 2018

Laufband - nichts für "echte Läufer"?

Hallo Leute,

da schmökere ich gerade in der Runners World, besonders gern schaue ich in die Leserbriefe. In der März-Ausgabe bin ich allerdings ob eines bestimmten Leserbriefes fast umgefallen.
Ich zitiere: "Diejenigen, die Laufbänder benutzen, sind doch aber gar keine echten Läufer, sondern meist Fitnesssportler." Aha.
Was macht denn dann einen "echten Läufer" aus? Dass er draußen läuft? Oder wird auch der Untergrund vorgeschrieben? Tartanbahn, eventuell wird noch Straße akzeptiert? Hallenläufe gelten nicht? Oder gilt alles, was nicht auf dem Laufband stattfindet? Zählt die Vorwärtsbewegung? Was ist dann mit Treppenläufern und Rückwärtsläufern? Hm, wenn man das Ganze weiterdenkt, wird es immer schwieriger ...
Interessant auch, dass Läufer wie Flo Neuschwander gern im Winter mal aufs Laufband steigen und das auch öffentlich zugeben. Ach so, der ist ja kein Läufer, sondern ein "Fitnessportler". Nur eben einer, der locker mal 80 oder 100 km im Wettkampf läuft. Das ist der Leserbriefschreiberin aber sicher egal, zählt nicht als "Laufen".
Gut, Frauchen läuft auch lieber draußen. Am liebsten in den Bergen. Oder im Wald. Oder auf Mallorca. Es gibt aber eben auch Umstände, wo das Laufband die einzige Möglichkeit darstellt, zum Lauftraining an dem Tag zu kommen. Wenn es schüttet wie aus Eimern. Wenn man in einer fremden Stadt im Hotel ist, es schon dunkel ist, man die Gegend nicht kennt und allein als Frau dann nicht loslaufen will ...
Wie seht Ihr das? Sind Menschen, die auf dem Laufband laufen, auch "Läufer"? Lauft Ihr gern auf dem Band, oder  gar nicht? Bin gespannt.

Bis bald Euer Iwan