Dienstag, 26. Juli 2016

Von Elfen und Elefanten

Hallo Leute,

nachdem es gerade hier so gewittert und hagelt, dass ich Frauchen nicht zum Tempotraining nach draußen scheuchen kann, beschäftige ich sie halt anderweitig. Mit Tippen. Bin mal gespannt, wann sie sich weigert, weiterzutippen, denn es geht um ihren Laufstil. Jetzt dürft Ihr dreimal raten, welcher Teil der Überschrift auf sie passt ...
Ein kleiner Tipp: groß und grau. Hüstel, Entschuldigung, ist halt so. Weitertippen, bitte! Vor allem wenn sie den Berg herunterläuft, hört man sie sehr gut. Das ist kein leichtes läuferisches Schweben, das erinnert mehr an eine Büffelherde auf der Flucht. Ich schaue immer ganz fasziniert hin, wenn ein Läufer oder eine Läuferin so ganz leichtfüßig - eben wie eine Elfe - läuft. Wie machen die das nur? Wir haben auch mal versucht, Frauchens Laufstil umzustellen. Größere, raumgreifendere Schritte. Weniger auf dem Mittelfuß oder der Ferse aufkommen. Brachte eigentlich nur Frust, das Ganze.
Das ist halt ihr ganz eigener Stil. Auch wenn Frauchen normal geht, hört man bei Ledersohlen oder Absätzen immer am "Klack-Klack", dass sie es ist.  Also lasse ich ihr ihren "Elefanten-Laufstil". Denn ich habe mich schlau gemacht: Elefanten laufen normal mit Geschwindigkeiten bis zu 25 Stundenkilometern, und bei Gefahr / Angriff oder Flucht erreichen sie bis zu 40 km die Stunde. Damit hätte Frauchen noch ordentlich Luft nach oben bei ihrer Halbmarathonbestzeit! Daran arbeiten wir jetzt ... sobald das Gewitter aufhört.
Wie würdet Ihr eigentlich Euren Laufstil einordnen? Seid Ihr mehr Elfe oder mehr Elefant?
Übrigens, hatte ich schon dezent darauf hingewiesen: am Freitag habe ich Geburtstag. Glückwünsche gern per Kommentar, Twitter oder Mail, die Sachertorten oder den Kaiserschmarrn bitte per Boten!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 19. Juli 2016

Sommer an der Ostsee

Hallo Leute,

Herrchen liebt ja bekanntlich das Meer. Frauchen und ich nicht so - nur dann akzeptabel, wenn das Meer in wärmeren Gefilden ist. Aber man schenkt ja zum Geburtstag das, was der Beschenkte sich wünscht (habe ich übrigens schon erwähnt, dass ich auch in ein paar Tagen Geburtstag habe?). Und daher stand von Freitag bis Sonntag ein Kurztrip an die Ostsee an. Nachdem meine Menschen schon einige Orte abgeklappert hatten, sollte es dieses Mal nach Großenbrode gehen. Ich höre Euch schon fragen "Großen was? Wo liegt denn das?" Ganz einfach - durch Schleswig-Holstein durch, und direkt vor der Brücke nach Fehmarn rechts abbiegen.
Mit Blick auf die Wettervorhersage habe ich dankend auf das Mitreisen verzichtet und meine bärige Vertretung, Fozzie, mitgeschickt. Der redet seitdem nicht mehr mit mir, komisch ... Muss wohl am Wetter gelegen haben. Während wir hier in Bayern Sommer hatten, fand dort oben auch "Ostsee-Sommer" statt. 18 bis maximal 20 Grad, Windstärke 5, dunkle Wolken und manchmal hat es genieselt. Für April wäre das ja ganz nett, aber im Hochsommer? Mitte Juli? Und die Menschen dort sind unverdrossen ins Meer schwimmen gegangen, haben am Strand rumgelegen ... so wie unsereins bei 30 Grad und Sonnenschein. Rätselhaft ist mir das.
Und ich kann Euch noch nicht einmal Fotos präsentieren, denn Herrchen hat prompt seinen Foto zu Hause vergessen. Also: bei Großenbrode ist der Ortsname fast länger als der Ort selbst. Ein bißchen angestaubt, sehr viel 1960er Jahre-Flair, sehr schöner Sandstrand, sehr ruhig und übersichtlich. Ein Katzensprung (oder sagt man an der Ostsee "Möwenhopser"?) nach Fehmarn, wo meine Menschen und Fozzie am Samstag das Vogelschutzgebiet Wallnau und den Fährhafen Puttgarden erkundet haben. Gutes Essen gab es auch, meinte Fozzie - er hat sich mit Krabbenbrötchen vollgestopft. Und Frauchen fand sehr schöne Laufstrecken, über viele Felder am Meer entlang, Blick auf die See, Fehmarn und dräuende Regenwolken ...
Sonntag dann der Kulturschock: Scharbeutz. War ich mal mit Frauchen so vor 30 Jahren. Netter Küstenort, Promenade, gut zum Baden. Und heute? Halligalli ohne Ende, aufgefrackelt, sehr herausgeputzte Promenade mit lauter Schickimicki-Fresstempeln, Menschenmassen, die Schönen und die Reichen halt ... und Verkehrsmassen. Da haben sie dann schnell gemacht, dass sie zurück nach Hamburg kamen, um sich noch mit guten Freunden zu treffen. Bevor dann der Rückflug abends ging - hatte ja nur fast 1 Stunde Verspätung, keinerlei Infodurchsage über Grund oder wann es losgeht, statt der Airberlin-Maschine eine fliegende Sardinenbüchse von Poste Italiana (oder so ähnlich), mit fließend italienischem Englisch sprechendem Kapitän und Kabinenbesatzung. Wie gesagt, ich fand mich sehr klug, hiergeblieben zu sein ...
Bis bald Euer Iwan

Mittwoch, 13. Juli 2016

Zuviel Post für einen Bären

Hallo Leute,

Ihr wundert Euch sicher, warum ich mich länger nicht gemeldet habe. Ganz einfach: ich bin in elektronischer Post fast erstickt. Erst habe ich mich ja gefreut, so viele Mails zu kriegen. Aber als ich sie mir von Frauchen habe zeigen lassen, kam schnell die Ernüchterung. Ich brauche weder dringend Bargeld, noch Viagra, noch "heiße Frauen" (das habe ich jetzt mal ins Jugendfreie übersetzt, und außerdem: "heiße Bärinnen" wären mir lieber). Auch macht es wenig Sinn, mir mit Mahnung / Gerichtsverfahren / Pfändung zu drohen, weil ich angeblich meine Rechnungen nicht bezahlt hätte. Und ich habe gar kein Amazon-Konto. Und bin sicher auch nicht daran interessiert, nigerianischen Erben zur Erlangung ihres Erbes mein Konto zur Verfügung zu stellen ...

Also hier noch mal ganz langsam, deutlich, zum Mitschreiben für alle Spammer: "Ich - bin - ein - Bär. Mit - Holzwolle - gestopft. Ich - falle - nicht - auf - solche - Mails - herein!" Vielleicht sollte ich mir das mal als Auto-Response-Meldung zulegen?

Übrigens, über nette Mails freue ich mich sehr ....

Bis bald Euer Iwan


Dienstag, 5. Juli 2016

Freud und Leid bei einem Trailrun

Hallo Leute,

irgendwie scheint es ja zur Zeit DER Trend zu sein: Trailrunning. Jeder macht´s, jeder probiert´s. Asphaltlauf ist langweilig. Na gut, wir machen das ja schon seit Jahren. Zuerst Landschaftslauf, dann immer mehr auf schmalen Pfaden, quer durch den Wald. Schön ist, dass es auch immer mehr Laufveranstaltungen in dieser Richtung gibt ... früher musste sich Frauchen immer auf die 2. Hälfte beim Achenseelauf freuen. Die ersten 14 km Asphaltweg, fast eben, die letzten 9 km Trailrunning pur. Oder Berglauf, wie man es eben nennen will. Jedenfalls, ich hatte Frauchen dieses Jahr auch für den Pitz Alpine angemeldet, und da muss sie nun langsam mal wieder in die Puschen kommen mit Training. Ich habe daher die High- und die Lowlights (ha, neues Wort erfunden!) eines Traillaufs zusammengestellt:

Highlights:
  • abwechslungsreich, nicht nur für die Augen, auch für die Beine - hoch, runter, rechts, links, Achtung Wurzel - Frauchen meint, da werden ihre Beine viel langsamer müde als bei einem stur-geradeaus-auf-der-Straße-Laufen
  • man verbrennt viel mehr Kalorien 
  • macht stolz, wenn man endlich den 400-Höhenmeter-Anstieg ohne Gehpause geschafft hat 
  • ein zwei-Stunden-Lauf kommt einem höchstens wie 1 Stunde vor.

Darauf kann ein Trailrunner verzichten:
  • Sturz über Wurzeln - vor allem wenn es direkt vor den Augen eines Spaziergängers passiert
  • Brennesseln - sind zwar gut für die Durchblutung, aber auf einem engen Pfad kann man ihnen so schlecht ausweichen ...
  • bergauf überholende Fahrradfahrer (noch schlimmer: auf E-Bikes), die einen mitleidig angucken
  • alternativ: Radlfahrer, die auf engem Pfad unbedingt passieren müssen in Höllengeschwindigkeit
  • Stechmücken! Bei einem langen Lauf durch die Botanik kann es ja sein, dass der Läufer mal hinter einen Baum muss, hüstel, und da lauern derzeit schon die ausgehungerten Stechmücken. Und wohin stechen die am liebsten? Richtig, das zarte Fleisch an der Kehrseite ... ich sage nur "juck, kratz".
Was fehlt noch, was würdet Ihr ergänzen? Bin gespannt!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 28. Juni 2016

Reden wir mal übers Fasten ...

Hallo Leute,

melde mich zurück aus dem Urlaub. 9 Tage in den Bergen. Mit Frauchen, Herrchen und Kumpel Trello war ich wieder im liebgewonnenen Lenggries. Selbst die ersten 3 Tage Dauerregen haben mich nicht abgeschreckt. Ich fahre sehr gern in Urlaub und was ich dabei besonders genieße: ich faste. Zusammen mit Frauchen. Kein Twitter, kein Blog, kein Internet. Einfach mal offline .... ich kann Euch versichern, das überlebt man! Sogar sehr gut. Nur das Handy wird einmal am Tag eingeschaltet, ob jemand was von uns will. Ansonsten: störungsfrei, kein Stress. Ich kann irgendwie die Leute nicht verstehen, die über immer mehr "Errreichbarkeitsstress" jammern, über Handyabhängigkeit usw. Ich glaube, da gibt es an jedem so einem Teil einen "Aus"-Schalter. Und der funktioniert sogar in den meisten Fällen ...
Was putzig war ... Frauchen hatte uns bei guten Freunden, die auch immer meinen Blog lesen, nicht in Urlaub abgemeldet. Und die waren nun in Sorge, ob etwas passiert sei und ob es Frauchen und mir gutginge, weil ich ja nichts von mir hören ließe ... Ganz lieb!

Das war das positive, das "digitale" Fasten. Hüstel. Wer mich kennt, weiß: Lenggries = Kaiserschmarrn. Und Rieseneisbecher. Und immer Kuchen aufs Zimmer geliefert von unserer Pensionswirtin, sobald Frauchen weg ist. Ähem. Ja, also was soll ich sagen ... mein blauer Anzug sitzt etwas, hüstel, stramm ....





Denn nur Frauchen war schwer am Wandern und Laufen. Ich nicht - als Coach macht man ja nicht mit, sondern gibt nur Trainingsanweisungen. Dieses Mal war aber wirklich alles dabei:
  • die eine 7 km-Runde in neuer Rekordzeit, da direkt über der Strecke ein Gewitter losging (Frauchen sah aus wie eine ersoffene Ratte, hehehe)
  • normale Laufeinheiten lang / mittel / kurz
  • tierische Begegnungen mit insgesamt 3 Blindschleichen, diversen Gänsen, Kühen und einer Gams
  • und endlich die seit letztem Jahr geplante Runde ausgehend von unserer Pension, rund 500 Höhenmeter nach Röhrlmoos hoch in lang ausholendem Anstieg, um dann direttissima über Stock, Stein, Matsch ins Tal zurückzulaufen. Wir müssen ja schließlich Trittsicherheit für den Pitz Alpine trainieren!
So verbrannte Frauchen die ganzen süßen Kalorien. Und ich sitze nun da, und muss fasten ... denn schließlich will ich ja auch rank und schlank sein!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 14. Juni 2016

Montag, der 13.

Hallo Leute,

gestern war ja dieses ominöse Datum: der 13.. Normalerweise fährt Frauchen mit dem Auto zur Arbeit, gestern bekam die U-Bahn den Zuschlag, weil sie abends noch einen Termin in der Innenstadt hatte. Also abrücken halb sieben, friedlich im Büro vor sich hinarbeiten. Um 8:07 Uhr ein Anruf: "Spreche ich mit Frau A.R.? Hier ist Soundso von der Polizei!" Schreck. Großer Schreck. "Nicht erschrecken ... sind Sie Halter des Fahrzeugs N - AR xxx?" Noch größerer Schreck und zögerliches Bejahen.
Schließlich waren wir beide am Wochenende über 500 km volle Autobahn gefahren, Patenkind bei den Hessischen Jugendmeisterschaften in Darmstadt anfeuern. Hat sich übrigens gelohnt, sie wurde Fünfte! Aber ich schweife ab ... da rasen einem die Gedanken durch den Kopf. Hat man ein anderes Fahrzeug übersehen, und nicht mitgekriegt, dass man einen Unfall verursacht hat? Hilfe!!!! "Da hat uns ein Herr M. angerufen, ihm ist sein Fahrrad gegen Ihr Auto gefallen. Seine Nummer: xyz. Rufen Sie ihn mal an, das ist kein Fall für die Polizei."
Uff. Einerseits große Erleichterung. Andererseits: tiefer Kratzer in der Motorhaube, Scheinwerferglas angekratzt. Und mal wieder ab in die Werkstatt zur Kostenschätzung. Danach Reperatur. Ärger. Aufwand. Irgendwie scheint an diesem Auto ein Schild zu hängern "fahrt mich nur an, rempelt mich an". Die Stoßstange hinten ist nun schon die dritte, und alle nicht selbst verschuldet! Und jedesmal Fahrerflucht, einmal immerhin beobachtet und dieser Herr musste a) blechen und bekam b) eine Anzeige.
Jetzt urteilt selbst: Der 13. - ein Unglückstag, weil das Auto beschädigt wurde, oder ein Glückstag, weil der Verursacher so anständig war und sich gemeldet hat?
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. Juni 2016

Tiergartenlauf Nürnberg: Hinter den Kulissen

Hallo Leute,

kennt Ihr das auch? Da macht man ein Datum aus, es liegt noch Monate in der Zukunft, dann Wochen, dann sind es nur noch Tage ... und ehe man sich versieht, ist der "große Tag" schon wieder vorbei. So ging es uns mit dem Tiergartenlauf Nürnberg. Frauchen ist ja Mit-Veranstalter / Organisator (ich bezeichne es zwar eher als "Hauptsklave"), und am 3. Juni fand sie nun statt, die Premiere - 506 Läufer rannten durch den Nürnberger Tiergarten, die meisten im schicken grünen Funktionsshirt mit einem Bären (was sonst?) als Motiv.



Wir könnten ungefähr 300 Seiten füllen mit den Stories drumherum, ich mache es jetzt eher kurz und knackig (hoffe ich):

minus 630 Tage (zum 3.6.2016): Berliner Tiergartenlauf ist Thema in meiner Twittertimeline, @Katitria und ich kommen unabhängig voneinander auf die gleiche Idee - warum denn nicht auch in Nürnberg?

minus 625 Tage: beschnuppern über Twitter - man könne ja mal, was gehöre dazu ... beide bisher keine Erfahrung mit der Veranstaltung / Organisation, sondern nur als Teilnehmer von Laufveranstaltungen. Frauchen kennt aber den Geschäftsführer des LAC Quelle Fürth, Werner Kaminski. Will den mal fragen.

minus ca. 620: erstes Telefonat mit Werner. Ist die Idee überhaupt realistisch, was muss man beachten, bedenken usw. Verhaltene Skepsis. Dann Urlaubszeit und Marathonzeit, also erstmal Pause.

minus 600: Katrin und Frauchen schicken Mail mit Idee an Tiergarten. Warten. Warten. Warten. (Und wer Frauchen kennt, sie ist bekannt für ihre Geduld - hehehe, *Ironie aus*). Dann Antwortmail vom Verwaltungsleiter, Dieter Kühnlein. Man könne ja mal telefonieren und ggf. sich treffen. Zeit von Lesen Mail bis Anruf: ca. 17 Sekunden.

minus 590: erster Termin im Tiergarten., Katrin und Anette stellen Konzept vor. Dieter, selbst Marathoni und Triathlet, würde gern auch einen Lauf durch den Tiergarten umsetzen, sieht es aber skeptisch. Wir verweisen auf die vielen erfolgreichen, seit Jahren und ohne Schäden für die Tiere durchgeführten Läufe in Augsburg, Wuppertal, Berlin, Miami, Wien und vielen anderen Zoos. Manko: Katrin und Frauchen hätten keinerlei Erfahrung im Durchführen von Läufen. Aufheben des Mankos: der LAC soll auch an Bord sein, als erfahrener Leichtathletik-Verein.

minus 589 bis ca. minus 460: Pendeln zwischen Tiergarten und LAC, immer mal Gespräche und Mails. Dann die Entscheidung: Ja, wir machen es. DerTiergarten und die Stadt Nürnberg haben das o.k. gegeben! Kurze Überlegung: reicht die Zeit für eine Durchführung 2015? Entscheid: nein, wir sind ja schon mitten im Frühling.

minus ca. 450: Katrin und Frauchen als "Auszubildende" beim Stadtwaldlauf des LAC. Ein Tag mit morgens Startnummernausgabe und mittags Bierausschank im Ziel. Muss man ja alles lernen als Veranstalter. Machen Sie übrigens dann 2016 auch wieder, man lernt ja nie aus ...

minus 330: Termin soll festgelegt werden. Das Orga-Quintett steht mit Katrin, Werner, Jan Glössinger vom LAC und Dieter sowie Frauchen. Wir checken alles ab: morgens oder abends? Für beide Uhrzeiten spricht etwas. Samstag oder Freitag? Frühsommer oder lieber September (Tageslicht wie lange da?)? Keine Urlaubszeit. Und bloß nicht, wenn andere fixe bekannte Rennen sind. Norisring-Wochenende scheidet aus. Achja, und da wird ja auch noch was mit Fußball sein (EM) ... und so fällt ein möglicher Termin nach dem nächsten weg. Am Ende steht der 3. Juni 2016. Anmeldung für den Leichtathletikverband ausgefüllt und losgeschickt. Bestätigung kommt. Hurra, Termin ist fix und nun kann kein anderer Veranstalter in 50 km Umkreis an dem Tag auch einen Laufwettbewerb veranstalten.

minus 270: Sponsoren werden gesucht. Denn wir wollen ein Komplettpaket zu einem Superpreis anbieten - schließlich wissen wir nicht, wie die Idee des Tiergartenlaufs angenommen wird. 19 Euro für Startgebühr, Funktionsshirt, Finishermedaille, Nettozeitmessung, Zielfoto und -video, Getränkeverpflegung, Sanitäter. Kinder zahlen nur 9 Euro. Das heißt: je mehr Starter, desto niedrigere Einkaufspreise. Problem: die Strecke im Tiergarten verträgt maximal 500 Starter, im Kinderlauf 250. Mehr ist  nicht, um keine Schäden bei Tier, Mensch und Landschaft zu provozieren. Die erste Gesamtkalkulation treibt Frauchen den Angstschweiß auf die Stirn.

minus 240: die ersten drei Sponsoren sind gewonnen. Exito, eine Online-Marketingagentur, deren Inhaber auch vom Laufvirus infiziert ist,wird einer von drei Hauptsponsoren. UDI, Spezialist für grüne Geldanlagen, steuert die Starterbeutel bei, sowie (das wissen sie nur noch nicht) Lagerraum sowie am Vortag des Laufes den Platz und die Manpower für die Startnummernausgabe. media4nature, eine ökologisch ausgerichtete Marketingagentur, wird von Frauchen "überzeugt", als Sachbeitrag Logo, Flyer, Shirts und Layout Startnummern zu entwickeln. Und obendrauf "dürfen" Magnus und Arabelle dann auch noch als Läufer
teilnehmen ...


minus 235: die Website ist live. Und wir platzen fast vor Stolz.

minus 220: Sanitäter werden gebraucht. Problem: die aus Fürth, die normalerweise die Laufveranstaltungen des LAC abdecken, dürfen nicht in Nürnberg tätig werden. Anruf bei den Nürnberger Johannitern bringt Hohngelächter: an dem Wochenende sei "Rock am Ring", da sei keine Maus mehr abstellbar für irgendein anderes Event. Äh? Da prüft man alle potentiellen Terminkollisionen ab und übersieht ja nur ein 3tägiges Rockfestival, das mehrere zehntausende Touristen in die Stadt bringt. O.k. die Fürther Sanis kriegen eine Sondergenehmigung, um am 3.6.16 auch in Nürnberg arbeiten zu dürfen.

minus 210 bis minus 190: viele potentielle Sponsoren werden angesprochen. Frustrierend, wenn man noch nicht einmal eine Antwort erhält. Aber schnell sagen dann noch die VGN und Jako-O zu.

minus 186: Start der Online-Anmeldung! Und tatsächlich: gleich am ersten Tag melden sich welche an ... Wahnsinn! Die Meinungen gingen auseinander: Katrin und Frauchen bzw. ich meinten: ausgebucht vielleicht Ende Januar - denn vielleicht schenken viele den Startplatz als ideales Weihnachtsgeschenk. Dieter, Jan und Werner waren skeptischer. (Beim Kinderlauf sollten sie recht behalten ...)

minus 161: Dieter hat eine tolle Strecke herausgesucht. Gar nicht so einfach, auf eine 3,3 km-Runde zu kommen, und dabei alle Tier-Präferenzen zu beachten. Hä? Was meint er damit? Merkt Frauchen beim Testlauf morgens um 8 Uhr an einem kalten Wintersonntag. Während sich Erdmännchen und Pelikane nicht stören lassen, kommt bei den Geparden sofort der Beutegreifer-Instinkt durch. Und sie sind schneller als ein Läufer ... also: die armen Geparden dürfen am 3.6. nicht ins Außengehege, wenn der Lauf ist. Andere Vierbeiner dagegen sind Fluchttiere - wenn also der Streckenvorlauf einmal vor, einmal hinter deren Gehege entlang ginge, und auf beiden Streckenabschnitten Läufer wären, würden die armen Viecher hin und her rennen und keinen Schutz finden. Muss alles beachtet werden. Interessanter Nebeneffekt: Frauchen wird neidisch auf die Erdmännchen - die haben nämlich eine Infrarotwärmelampe, unter der sie immer entspannt und warm stehen. Und Frauchen musste in der Vorbereitungszeit viele Mal direkt vor diesem Gehege bibbernd und frierend stehen, wenn besprochen wurde, wo wie Start /Ziel, wo Strom, wie Moderation usw.

minus 163: am 23. Dezember waren alle 500 Startplätze für die Hauptläufe weg! Ungläubiges Staunen .. .bis zum Wettkampftag gab es noch viele viele Anfragen, ob nicht doch noch Startplätze frei werden, getauscht werden, eine Ausnahme gemacht werden könne ...

minus 155 bis minus 100: Frauchen und Magnus machen Entwürfe fürs Funktionsshirt. Soll ja ein Sammlermodell werden, also jedes Jahr ein anderes "Motto"-Tier. Bin sehr erfreut, als es für die Premiere ein (Eis)bär wird. Dann Produzentensuche. Anbieter gibt es einige, die Preise treiben Frauchen wieder den Angstschweiß auf die Stirn. Aber egal, wir wollen einfach nur ein g**les Shirt haben! Medaille - da lässt sich Frauchen Vorschläge machen. Und das ganze Orga-Team ist geflasht, als da zum passenden Preis auch eine ganz besondere Medaille vorgestellt wird: nämlich auch ein Eisbär! Aufträge erteilt, sollen in der Woche vor dem Lauf geliefert werden.

minus 60:  die bestellten ökologischen Trinkbecher werden geliefert. Da fällt Frauchen endlich auf, was ich ihr schon die ganze Zeit sage: wohin mit den vielen Kartons? 3 große Kisten sind bei Oma außerhalb von Nürnberg zwischengelagert, die 5 Kartons mit den Bechern stapelt Frauchen in einer Ecke und erklärt Herrchen, dass es nur vorübergehend ist. Ich wage anzumerken, wo sie denn dann die Shirts (immerhin 900 Stück) und die Medaillen unterbringen will? Interessant, diese entgleisenden Gesichtszüge, hehehe.

minus 59 bis minus 8: letzte (viele) Besprechungen, Mails, Abstimmungen, Problemlösungen. Da war doch noch was? Achja, Startnummern entwerfen, layouten - unterschiedlich je nach Laufstrecke die Farbe und Startnummer:


Genau an dem Tag, als Frauchen mal beim Shirt- und Medaillenproduzenten nachfragen will, wann denn nun geliefert wird, kommt von ihm eine Mail, wann Frauchen denn nun zu bezahlen gedenkt. Sie: bei Lieferung. Er: sind doch schon geliefert. Sie: nein. Er: doch, sagt seine Logistik.

minus 7 bis minus 2: Das spannende Spiel "wo sind die Shirts" geht weiter. Medaillen treffen immerhin an Tag minus 4 ein. Aber bei den Shirts gibt es zwei Tage vorher nur die Info "sind schon in Nürnberg" plus 2 geplatzte Zustelltermine. Frauchen durfte inzwischen ihr Büro bei UDI auch als Lagerraum nutzen - sah aus, als ob sie einen Lagerverkauf plante, denn inzwischen waren alle Inhalte für die Starterbeutel eingetroffen. 13 Kartons.

minus 1: Shirts sollten um 8 Uhr kommen. 3 zunehmend nervöse Anrufe bei der Spedition und 2 Stunden später sind sie endlich da - 5 Stunden vor offiziellem Beginn der Startnummernausgabe. Eine Riesenpalette. Übrigens, der erste Abholer für Startunterlagen war schon halb zehn da. Und ab da hatte Frauchen kaum Zeit, Luft zu holen. Ich war ja mit im Büro und habe alles überwacht: Katrin saß auf dem Boden und hat (ohne Mindestlohn) 850 Starterpakete gepackt. Frauchen und ein zwangsverpflichteter Kollege haben Starterpakete ausgegeben. Um 18:15 Uhr das letzte, dann Frauchens Auto vollgepackt. Standen ja dann nur noch 9 große Kartons mit vor allem Shirts herum. Nette Kollegin angehauen, die großes Auto hat, dass sie diese Teile am nächsten Tag zum Tiergarten bringt. Kaputt noch ein bißchen Fernsehen geglotzt und ins Bett gefallen (Frauchen) bzw. aufs Regal zurückgegangen (ich).

Tag 0 - Race Day! Die Starter mit der weitesten Anreise kamen aus Hamburg. Gute Freunde, die sich trotz der kurzen Streckenlänge (er läuft sonst Marathon bzw. den Ultra in Zermatt) unbedingt zum ersten Lauf von Frauchen als Veranstalter kommen wollten. So verging der Vormittag sehr schnell, dann machten die beiden sich auf ins Hotel und Frauchen in den Tiergarten. Übrigens, es regnete. Daher musste ich unter Protest zu Hause bleiben! Und Frauchen war ab halb zwei bis abends um 10 Uhr, als sie sich zur Tür hereinschleppte, nur im Einsatz, am Herumwirbeln, Hin und Her rennen .... sie hat sogar vergessen, etwas zu essen (und wer mein verfressenes Frauchen kennt, weiß, was das heißt!). Eine halbe Sekunde hatte sie Zeit, inne zu halten und stolz zu sein, als sie von der Ferne den Start mit lauter Läufern in "ihrem" grünen Tiergartenlaufshirt mitkriegte. Alles ist gut gegangen, das angekündigte Gewitter blieb aus, es gab ausschließlich positive Reaktionen, viel Lob und von vielen die Frage: kann ich mich gleich für 2017 anmelden?




Tag 1: Von wegen ausruhen. Um 6 Uhr werde ich wach vom Geklapper der Tastatur. Frauchen sitzt schon wieder da und schreibt Presseberichte sowie Dankeschön Mails. Tja, nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

Ich konnte jetzt bei weitem nicht alles berichten, was passiert ist. Und nicht jedem danken - da mache ich es mir einfach und verweise auf Katrins Blog, und schließe mich den dortigen Danksagungen an.

Was wir gelernt haben:
  1. Wenn Du an eine Idee glaubst, dann setze sie um. Hör nicht auf die, die fragen "warum?", sondern auf die, die sagen "warum denn nicht?"
  2. Du brauchst immer starke Unterstützung und ein starkes Team, das sich gut ergänzt.
  3. Nerven aus Draht sind auch nicht zu verachten ...
  4. Auch wenn Du noch nie eine Laufveranstaltung organisiert hast - als Läufer hat Frauchen genauso wie Katrin schon an so vielen Läufen teilgenommen, dass sie genau wussten: so und nicht anders wollen wir das, wir nehmen das Gute und lassen das Nervige weg
  5. Und ja, auch wenn man jemanden erst nur über Twitter kennt, einen altersmäßig über 20 Jahre trennen und entfernungstechnisch 230 km - das kann gutgehen, wenn man eine gemeinsame Idee, die gleiche Wellenlänge und gleiche Einstellung hat, nämlich "nicht lang reden, tun!"
Und so hoffen wir, dass wir bald einen Termin für 2017 festlegen können ... Aber bis dahin machen wir wieder das, was wir auch gut können:
Tag minus 1: Startunterlagen abholen
Race Day: laufen und finishen. Demnächst beim Pitz Alpine.

Bis bald Euer Iwan