Montag, 2. Dezember 2019

Zum letzten Mal: Blaues Finish in Valencia

Hallo Leute,

zum fünften Mal stand nun schon der 10 km-Lauf in Valencia an - der "kleine Bruder" des parallel stattfindenden Marathons. Nochmal Gelegenheit für Frauchen, Wärme und Sonne zu schnappen. Außerdem ist es - eigentlich, zumindest für die Weltelite - ein sehr schneller Kurs, mit extrem guter Stimmung auch neben der Laufstrecke. Mindestens fünf verschiedene Trommlergruppen, Livemusik, DJs, viele anfeuernde Zuschauer ... ganz einfach ein Lauf, auf den wir uns immer sehr freuen.
Korrekt muss ich nun sagen: gefreut haben. Denn die Ausgabe 2019 war auch die letzte, der 10 km-Lauf wird trotz des großen Zuspruchs eingestellt. Die Veranstalter wollen mehr Läufer über die Marathondistanz an den Start lassen, die 7.500 Starter auf den 10 km "blockieren" ja eine komplette Fahrbahn beim Start. Sehr schade, ich weiß auch nicht, ob das die richtige Entscheidung ist? Aber ich bin ja auch nur ein kleiner Bär ....

Die ersten drei Male war ich auch dabei - 2015, 2016 und 2017. Aber nachdem der Termin 2018 auf das erste Dezemberwochenende umgezogen ist, weigerte sich Herrchen mitzufliegen. Er hat lieber Christkindlesmarkt hier. Das heißt dann aber für mich, niemand bringt mich zum Zieleinlauf, ich kann nicht aufspringen und mitfinishen (ich hasse es ja, hier immer auf Menschen angewiesen zu sein!). Also habe ich auch auf den Flug in der engen Tasche verzichtet - Frauchen ist ja geizig und kauft mir keinen eigenen Sitzplatz. Denn im Hotelzimmer zu hocken, das kann auch  mein Assistenztrainer Fozzie.

Ich hatte die Hoffnung, endlich mal eine Zeit Sub 1 Stunde zu sehen. Bis letzten Montag, da legte sich Frauchen ins Bett. Mittwoch / Donnerstag ging es dann wieder. Freitag früh dann Abflug, sie hatte Rücken- und Kopfschmerzen. Und leichtes Halsweh. Der Flieger von Frankfurt nach Valencia wie jedes Mal proppenvoll mit Läufern. In der Reihe vor ihr diskutierten zwei Marathonis fast den ganzen Flug über ihrer km-Marschtabelle und verhandelten 10 Sekunden-Steps. Neben ihr saß eine Marathonstarterin aus Belgien ... Schade nur, dass die Lufthansa auf dieser Strecke seit diesem Jahr eine sehr abgeschrabbte Maschine der Sun Express einsetzt - Sardinen in der Büchse haben mehr Platz, durchgesessene Sitze ... Nach der Landung raus, ab ins Taxi und zum Hotel. Dann - in Anbetracht der Wolken - erstmal in die Wissenschaftsstadt, die Startunterlagen inklusive des wie jedes Jahr sagenhaften Goodiebags abgeholt und über die Expo geschlendert.

Kopfweh wurde nicht besser, dafür aber das Wetter. Sonne, 23 Grad. Also doch ein langsamer Trainingstrab im Turiapark. Danach schrieen zwar Rücken und Kopf, aber der Psyche tat es gut.
Samstag morgen aufgewacht, und sich gut gefühlt. Alle Malaisen weg. Also wieder in kurz/kurz gewandet und um 9 Uhr pünktlich zum Start des 5 km-Breakfast Run erschienen. Vom Hotelzimmer aus konnte man sogar den Startbogen (rot) sehen:
 
15 Grad, super Stimmung. Um Frauchen herum eine Riesengruppe Italiener, dazu Schweden, Engländer, Spanier ... alle bestens gelaunt, man schnatterte nach links und rechts. Frauchen dachte kurz: warum kann es nicht immer so sein, so sieht ein Europa der vielen Nationen aus!

Der Breakfast Run verläuft ohne Zeitmessung 5 km wieder durch den Turiapark, eine prima Einstimmung auf das sonntägliche Rennen. Zwischendurch kam die Trainingsgruppe um den späteren Marathonsieger, Kinde Atanaw Alayew, entgegen, da konnte man mal Laufen zelebriert sehen. Gazellen gegen Frauchens  (naja, Elefant wäre gemein, aber das trifft es) Trampeltier.
Danach genoss Frauchen einfach den wunderschönen Fast-Sommertag bei 26 Grad. Sie war im Zoo (unbedingter Tipp, wenn Ihr mal in Valencia seid) und am Meer.


Sorgenfalten brachte ihr nur ein Problem auf die Stirn: dieses Jahr hatte sie einen früheren Rückflug, bereits 12:40 Uhr statt wie sonst 14:45 Uhr - die Swiss wollte nämlich glatt 200 Euro mehr für die Strecke, und das war uns Geizkragen die 2 Stunden längerer Aufenthalt nicht wert. Frauchen wusste zwar, es ist schwierig, am Marathontag ein Taxi aufzutreiben, aber nicht unmöglich. Was sie nicht bedacht hatte: die Straßensperrungen bis 13 Uhr. Und das Hotel genau mittendrin. Ideal für die Läufe, aber nicht zum Wegkommen. Die Dame an der Rezeption lachte nur trocken und meinte "vielleicht mit der Metro". Also nach Fahrplänen geguckt. Jede Stunde, laut Aushangfahrplan. 10 Uhr würde sie nicht schaffen, 11 Uhr plus dann Fahrtzeit 30 min. könnte sich bei Unpünktlichkeit sehr negativ auf die Gepäckaufgabe auswirken ... naja, erstmal war Samstag Abend, das obligatorische Caprese und Tris Ravioli in Salbeibutter-Fassen fand statt. Und Frauchen legte sich beruhigt schlafen ...

...um am Sonntag Morgen mit Halsschmerzen, Schnupfen, Rückenschmerzen aufzuwachen. Verflixt und zugenäht! Und jetzt kommt etwas, was ich als Coach wohl verhindert hätte, aber Fozzie war nicht streng genug. Frauchen ist gestartet. Sie sagte sich, das allerletzte Mal Gänsehautfeeling beim Start, durch den hohen gelben Bogen und über die Brücke, an den futuristischen Gebäuden vorbei - und wenn sie sehr in sich hineinhorchte, dann würde es wohl gehen:
















Für die Statistikfreunde unter Euch: 7.500 Anmeldungen, 6.090 Finisher. Wie immer wenig Deutsche. Super Stimmung am Start, und das erste Mal in all den Jahren, dass es kein Rempeln, Hauen und Stechen auf den ersten Kilometern gab. Frauchen war, wie sicher viele, sehr bewegt beim Gedanken "das letzte Mal". Denn viele werden oder können wohl nicht auf die Marathondistanz umschwenken ....


Die ersten 5 km verliefen ganz gut, zwar wieder nur mit einer 31er-Zeit, aber die Gesundheit hielt. Um bei km 6 massivst einzubrechen. Frauchen dachte sogar kurz an Aufgabe. Aber sie hätte eh zurück zum Zielbereich gemusst, da dort das Hotel war. Tempo rausgenommen und jaulend all die überholen lassen müssen, die sie vorher überholt hatte. Stimmung wie immer prächtig an der Strecke. Gespannt war sie, ob der angekündigte Weltrekord von Joshua Cheptegei erreicht wurde - aber leider wurde das auf der Strecke nicht durchgesagt. Später erfuhr sie: yes, sie war in einem Weltrekordrennen mitgelaufen, 26:38 min. hatte er gebraucht, sie nur unwesentlich länger: netto 1:03,03 min, wieder nichts mit einer Sub 1 Stunde. Aber sie hat noch einmal den Zieleinlauf über Wasser genießen können, das gibt es nirgendwo anders.
Im Classement wurde sie 4.259, und 86. in ihrer Altersklasse. Hauptsache, sie war ins Ziel gekommen und nicht umgefallen! Schnell Medaille geschnappt und den Finisher-Goodie-Bag. Ab ins Hotel und packen.


Mit ratterndem Koffer im Schlepptau zu Metro gewetzt, 1,3 km über nicht allzu glattes Pflaster (wer spanisches Trottoir kennt, weiß, was ich meine - lauter kleine kantige Steinchen). Um dann an der Metro festzustellen: fährt doch alle 20 min. Aufatmen. Leider nur sprichwörtlich, denn die Erkältung hat sich festgesetzt ... Unvernunft, Dein Name ist Frauchen.

Und jetzt sitzen wir wieder hier, im grauen und kalten Nürnberg. Und ich überlege ernsthaft, Frauchen für den Marathon anzumelden - so toll ist das Laufwochenende in Valencia immer!

Bis bald Euer Iwan




Dienstag, 19. November 2019

Berge bevorzugt - beim Laufen und Lesen

Hallo Leute,

sagt mal, zieht Euch der November auch so runter? Grau in grau, heute wurde es gar nicht richtig hell. Und wenn ich richtig gezählt habe, noch 123 Tage bis Frühlingsanfang ...

Wenn ich Frauchen zum Lauftraining rausgeschoben habe, bin ich jedenfalls aktiv bei der Terminplanung 2020. Berge, sage ich da nur. Ich bevorzuge Berge, zwei Termine sind schon fixiert: der Innsbruck Trail Alpine 15 km und der Pitz Alpine Trail 28 km. Achenseelauf wird sicher auch noch gebucht, da war aber noch keine Anmeldung. Dito das Salzburg Trailrunning Festival ...

Berge heißen für Frauchen Abwechslung und schöne Gegenden, und endlich mal nicht zu den ganz Langsamen zu gehören. Und für mich heißen sie Kässpätzle, Spinatknödel, Kaiserschmarrn und andere Leckereien.

Frauchen liebt aber auch noch andere Berge. Nämlich Bücherberge:



Das hier ist ihr Lesestoff seit Mitte August. Kein Witz. August 2019. Im Gegensatz zum Laufen, wo sie es eher gemütlich angehen lässt (ihre Umschreibung für "Lama"!), liest sie rasend schnell.
Wenn jemand noch "Nummer 5" und seinen Wunsch nach "Input" kennt: Frauchen liest genauso rasant. Das bringt mehrere Probleme mit sich:

  1. ist es sehr schwer, Frauchen ein Buch zu schenken, dass sie noch nicht kennt - von ihren Lieblingsautoren sind die Werke immer schon weit vor Erscheinen vorbestellt
  2. türmen sich die Berge (s.o.) ausgelesener Bücher - wohin damit? Einen Teil verkauft sie immer zu Spottpreisen im Bekanntenkreis. Ein anderer Teil geht als Spende zum jährlichen Bücherbasar in der Kirchengemeinde. Und einige wenige (von ihren Lieblingsautoren) behält sie. 
  3. braucht sie laufend Nachschub. Und wird unruhig, wenn sie nicht wenigstens fünf bis neun Bücher auf dem "noch zu lesen"-Stapel hat.
Dabei liest sie, falls möglich, im englischen Original. Genauso schnell. Und die Büchertauschschränke in unseren Urlaubshotels werden spätestens ab Tag 5 mal observiert, ob sich da nicht auch noch was Brauchbares fände ...

So, nun werde ich mal weiterchecken, welche Laufberge ich für 2020 noch finde. Und überlasse Frauchen ihren Bücherbergen.

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 7. November 2019

Ein Märchen rund ums Auto

Hallo Leute,

heute erzähle ich Euch mal ein Märchen. Es war einmal ein naives Frauchen (meine Schreibkraft meint, "gutgläubig" klänge besser, aber ich meine, "naiv" trifft es!), die hatte ein Auto. Eine nicht gerade preiswerte deutsche Marke (Ingolstadt, vier Buchstaben, ist auch schon Skischanzen hochgefahren). Diese Marke fährt sie nun schon seit vielen Jahren, und die Stahlkutschen leisteten ihr immer treue Dienste, und waren selbst bei Unfällen so stabil, dass Frauchen sich immer wieder eine davon in ihren Stall holte.
Die Pflege ist nicht billig, und sie verließ sich dabei auf die Markenwerkstatt. Dort lagerten auch die Schuhe für das Auto, sprich die Reifen. Alles in allem nahm dieses Autohaus / Werkstatt saftige Preise für seine Dienstleistungen, bot aber dafür guten Service und saubere Arbeit.
Dachte mein naives Frauchen. Denn neulich war sie beim Reifenwechsel. Also nicht sie, sondern ihr Auto. Ich gehe immer gern mit, denn während der Wartezeit gibt es Brezen, Weißwürste und Getränke. Samstag war der Termin, nach 35 min. war alles erledigt. 2 km nach Hause fahren, dann stand das Auto (mit den montierten Reifen inklusive Radkappen) in der Tiefgarage. Sonntag dann direkt auf die Autobahn, um zu Oma zu fahren. Erste engere Kurve am Autobahnkreuz, und Frauchen sah im Rückspiegel eine der Radkappen munter Richtung Fahrbahnrand rollen ...
Nun ja. Nach Beschwerde gab es dann immerhin kostenlosen Ersatz. Das war übrigens nicht das erste Mal, und auch nicht das einzige Mal, dass eine Radkappe nicht fest saß - im Mai schon einmal, und diesen Herbst auch noch beim zweiten Hinterreifen. Frauchen kann inzwischen richtig gut Radkappen festmachen!
Heute dann der vereinbarte Inspektionstermin. Der Servicemensch schaute sich das Auto an, und fragte "wo haben Sie denn die Reifen wechseln lassen?" Äh, nun ja, dort ... warum? Nun, leider wären die beiden Hinterreifen vertauscht - der rechte links und der linke rechts. Frauchen schaffte es immerhin, keine Miene zu verziehen.
Dann die Auftragsdurchsprache. Alles in allem sollte die Inspektion rund 600 Euro kosten (da muss ein kleiner Bär lange für stricken ...). Aber der Berater würde eine Inspektionsversicherung empfehlen, die käme viel günstiger. 24 Monate Laufzeit, nur 34,90 Euro pro Monat. Äh, Danke, aber nein, Danke. Ja, aber die zweite Inspektion, in zwei Jahren, sei da auch mit drin. Hm.
Aber ob Frauchen dieses Auto in zwei Jahren noch hat (verkauft, Unfall, ausgewandert, verschenkt, da gäbe es viele Optionen), das weiß sie noch gar nicht. Also immer noch "nein Danke". Worauf der Berater wohlwollend zu Frauchen meinte, sie möge das doch mal durchrechnen. Dumm gelaufen. Frauchen ist ein Mathecrack. Leistungskurs. Informatikstudium. Noch "Generation ohne Taschenrechner".
Und so endet dann wohl die gemeinsame Geschichte dieser Werkstatt und meines Frauchens. Und sie lebten beide getrennt voneinander glücklich weiter ...
Bis bald, Euer immer noch lachender Iwan

Montag, 28. Oktober 2019

Sommer-Trail in Salzburg Ende Oktober

Hallo Leute,

zum nunmehr sechsten Mal waren wir Ende Oktober in Salzburg, beim Trailrunning Festival. Durften wir letztes Jahr fein den Regen "genießen", hatten wir dieses Jahr ein perfektes .... Sommer-Wochenende!
Dieses Jahr starteten Frauchen und ich schon Donnerstag Richtung Berge. Denn wir hatten vorher noch einen Geschäftstermin am Tegernsee. Ich genieße es ja, neben Frauchen auf dem Beifahrersitz mitzufahren! Vor allem, wenn so schönes Wetter in den Bergen ist: 19 Grad und Sonne. Nachmittags machten wir uns dann auf Richtung Salzburg und bezogen unser Hotel. Herrchen sollte erst Freitag Abend, per Zug, nachkommen.
Daher hatte Frauchen den ganzen Freitag für sich. Vormittags wanderte sie zweimal (!) auf und um den Kapuzinerberg herum, sie wollte sich die Strecke vom Mozart light noch einmal anschauen. Im Juni rumpelte sie da einfach durch, O-Ton "ich wollte nur noch, dass es endlich zu Ende ist ..."
Herbstlaub, leichte Sonneneinstrahlung, wenig Menschen, schöne Ausblicke auf Salzburg:






Danach ein kleiner Stadtbummel mit Museumsbesuch, dann umziehen und ab an die Salzach. Darauf hatte sie sich schon die ganze Zeit gefreut: mal wieder in Salzburg außerhalb eines Wettbewerbs laufen können. Vor Jahren war sie schon einmal flußabwärts gelaufen, nun sollte es flußaufwärts gehen. Ich gab ihr noch mit, bitte schön doch an den anstehenden Wettkampf zu denken und es nicht zu übertreiben. Dreimal dürft Ihr raten, ob Frauchen auf mich gehört hat ...
Inzwischen hatte es runde 20 Grad (zur Erinnerung: wir schrieben den 25. Oktober!) und Frauchen genoss es, in kurz / kurz vor sich hin zu traben. Bis Salzburg Süd, dann Wechsel auf die andere Uferseite und dort zurück. Insgesamt rund 1 Stunde langsamer Trab mit ein paar Steigerungen zum Ende.
Dann ausruhen, und abends Herrchen vom Bahnhof einsammeln. Danach gleich die Startunterlagen abholen, wieder mitten in der Stadt am Kapitelplatz. Später, beim Auspacken, war ich doch sehr enttäuscht: gegenüber früheren Jahren war das Startersackerl sehr mager. Nun ja, wir hatten ja auch "nur" 20 Euro Startgeld bezahlt, aber trotzdem.
Bis ich den Eventfolder genauer studierte (eigentlich wegen der Strecke) und feststellte: die hatten Frauchen das falsche Sackerl gegeben! Nämlich das für den Nightrun am Freitag, und nicht das korrekte für den Panoramatrail am Samstag. So entging uns auf jeden Fall ein Trail-Handtuch (das wäre dann das dritte gewesen), und eventuell noch mehr, wer weiß? Aber Fehler passieren nun einmal, ansonsten war die Organisation wie jedes Jahr perfekt! Samstag dann die Überlegung: was tun? Nachdem wir nun schon so oft in Salzburg waren, hatten wir eigentlich schon alles abgeklappert. Daher entschlossen sich meine Menschen, mal per Bus auf den Gaisberg hochzufahren. Bei wiederum perfektem Wetter schraubte sich der Linienbus auf 1.280 Meter hoch. Tolle Aussichten rundherum - zusätzlich noch viel Abwechslung durch Paraglider.



Frauchen heulte innerlich bei dem Gedanken, dass am nächsten Tag das Gaisbergrace hier hoch ginge (letztes Jahr war sie ja gemeldet, hat aber wegen des schlechten Wetters gekniffen). Nun spielte sie ernsthaft mit dem Gedanken einer kurzfristigen Nachmeldung. Erst einmal wollte sie aber sehen, wie nachmittags ihr Rennen verlaufen würde. Den ganzen Tag hatte es übrigens Kaiserwetter - passend zum österreichischen Nationalfeiertag. Kurze Ärmel, und zum Rennen dann auch kurze Hosen.
Diesmal sind wir etwas später vom Hotel aufgebrochen, so war die Wartezeit recht kurz. Erst die Starter für den Festungstrail anfeuern, um 16:10 Uhr dann Startschuss für Frauchen. 177 Starter waren gemeldet, 8 km, 250 Höhenmeter.
Zuerst geht es eine Runde um den Dom, durch die Altstadt, über Kopfsteinpflaster, Hier gilt es für Frauchen, die sich immer ganz hinten aufstellt, ihren Rhythmus zu finden. Dabei überholte sie schon die ersten zwei drei Starter. Noch einmal durch den Startbereich, Herrchen und mir zuwinken,

 ab Richtung Festspielhaus und schon ging es die Clemens-Holzmeister-Stiege hoch. Hier bewährt sich Frauchens Treppentraining aus dem Mallorcaurlaub (immer die 8 Stockwerke im Hotel zu Fuß hoch). Schon begann die Runde auf dem Mönchsberg, herrlich bei diesen fast  noch sommerlichen Temperaturen und der Sonne auf dem buten Herbstlaub. Dieses Jahr keuchte ihr ein älterer Herr sehr lange und penetrant die Ohren voll, erst hinter ihr, dann knapp vor ihr, bis sie ihn bei km 4 endlich abhängen konnte. Die Streckenführung war gegenüber früheren Jahren minimal verändert - statt eines kurzen Trailabschnitts einen Abhang hoch dieses Jahr noch mehr Stufen. Ächz. Frauchen fühlte sich gut und trabte unverdrossen vor sich hin. Da kamen schon die Führenden des Festungstrails (2 Runden) an ihr vorbeigeprescht - die Innerhofer-Brüder in sehr rasantem Stil. Das zog Frauchen kurzzeitig etwas herunter, denn sie war noch nie an so früher Stelle überholt worden, sie hatte ja die Erfahrung aus den früheren Jahren.
Nun hoch auf die Richterhöhe, herrlicher Rundblick auf die Berge, dann über eine Wiese auf den höchsten Punkt der Strecke und schon verlässt man den Mönchsberg. Ein sehr rasanter Downhill am Festungsberg folgt - Frauchen erwartete die ganze Zeit, dass sie weiter Läufer aus dem Festungstrail überholten. War sonst immer, dieses Jahr: nada. Dafür sammelte sie wieder ein paar Läufer aus ihrem Panoramatrail ein. Nun "nur noch" wieder hoch zum Nonnbergstift, und dann wären die Anstiege geschafft. Oben wagte Frauchen einen kurzen Blick auf ihre Zwischenzeit und war positiv überrascht! Inzwischen waren auch einige Festungslauf-Starter an ihr vorbeigezogen, aber wesentlich später als in früheren Jahren. Nun noch einmal ein Downhill über Kopfsteinpflaster, unten dann das Hinweisschild auf die "scharfe Rechtskurve" - die hat 180 Grad! Die kurze Runde durch die Altstadt, über den hinteren Domplatz, dort warteten Herrchen und ich.
Aufgesprungen, und ich konnte wieder mit finishen! 51:25,20 min. bedeuteten neue PB für uns auf diesem Kurs, sehr schön. Leider war die Konkurrenz aber auch stark - letztes Jahr mit 2,5 min. langsamer reichte es für AK-Platz 3, 2019 war es AK-Platz 9 (von 16), 137. von 177 Startern gesamt. Hier einmal ein schöner Vorher-Nachher-Vergleich - beachtet die um meinen Hals baumelnde Finishermedaille und die Zielverpflegung. Genau für diese Sachertortenwürfel melde ich Frauchen ja jedes Jahr erneut an!
 

Bei Spinatknödeln (war übrigens die dritte Portion in 3 Tagen!) und Kaiserschmarrn (mit Zwetschgenröster) ließen wir dann das rundum gelungene Wochenende ausklingen. Es hat sich wieder mal gezeigt: ist es heiß, läuft Frauchen zu Hochform auf!
P.S. Nachgemeldet hat sie übrigens nicht für Sonntag ... nach der Völlerei Samstag Abend hätte es auch ein Desaster gegeben ...
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 22. Oktober 2019

Achensee - schöne Trails im Herbst

Hallo Leute,

letztes Wochenende waren wir nochmal am Achensee. Nach dem desaströsen Wetter Anfang September beim Achenseelauf hatte ich ja schon das Schlimmste befürchtet ... aber ich kann nur sagen:

✔ Wetter - warm und trocken
✔ Berge - in schönsten Herbstfarben
✔ Kaiserschmarrn - reichlich
✔ Trails - lockten Frauchen dreimal raus, mit schönen Höhenmetern
✔ Wanderungen - fanden auch statt

Also rundum gelungene Tage, die uns doch entschädigten für das Wasser-Bibber-Wochenende! Hier noch ein paar Impressionen:









Nächstes Wochenende dann das Trailrunning-Festival in Salzburg, also nochmal Spinatknödel, Kaiserschmarrn und hoffentlich Sachertorte für mich ... drückt mir die Daumen!

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 17. Oktober 2019

Mallorca im Herbst: tolle Temperaturen

Hallo Leute,

wie üblich, immer wieder das selbe Lied: meine Menschen fahren Ende September für 2,5 Wochen nach Mallorca, ich darf nicht mit. Und wie sonst auch revanchiere ich mich mit einem ordentlichen Trainingsplan für Frauchen. Die hat mir nämlich gar nicht gefallen die letzten Wochen.

Irgendwie fehlte wieder der Spaß am Laufen, seit dem Karwendelmarsch. Und der doch  nicht so doll geglückte Tegernseelauf tat ein Übriges. Frauchen spulte ihr Pflichtprogramm ab, der Kopf sagte auch "wow, Laufen auf den Lieblingsstrecken rund um Port d´Alcudia", aber das Herz war nicht dabei.

Glücklicherweise war es heiß. Die erste Woche jeden  Tag bis zu 30 Grad, dann ein halber Tag Regen, danach immer noch bis zu 27/28 Grad. Also ein Wetterchen, was viele Läufer weggehauen hätte. Mein Frauchen dagegen ist richtig aufgeblüht. Und hatte endlich wieder Spaß bei ihren Läufen ... wobei sie dann natürlich gleich wieder übertreiben musste! Die letzten 4 Tage hat sie drei Läufe über 90 / 95 / 120 min. absolviert, und zwar jeweils mit ordentlichen Anstiegen.

Dazu kam dann das tägliche Treppensteigtraining im Hinblick auf Salzburg (Trailrunfestival), also mindestens zweimal p.T. in den 8. Stock hoch. Hier ein paar Bilder und Stimmungen:







Ihre Lieblingsstrecken:
1. Blaue Strandpromenade ab Ciudad Blanca, Hafen (mit Brücke), Alcanada, Hundestrand, am Golfplatz entlang (ab da ist es sehr trailig), Richtung Sattel Coll Baix, Waldweg wieder Richtung Alcudia, ersten oder zweiten Asphaltweg links runter nach Alcudia, links wieder zurück zur Strandpromenade.
2. Umgedreht, vom Hafen links Richtung Alcudia, hinter dem Kreisel dann den Asphaltweg rechts hoch (1 km immer steiler werdend ...), an der Straße zur Fundacio erst noch kurz hoch bis zum höchsten Punkt der Strecke, dann links runter Richtung Bon Aire, dann links Alcudia, einmal längs durch den Ort, in den Feldern erst geradeaus, dann links, unterhalb des Puig San Marti wieder links, einmal rund um den Lago Menor und dann vor zum Strand.
3. Einmal hoch zum Puig San Marti (250 Höhenmeter - tolle Aussicht über die Buchten von Alcudia und Pollenca) und retour.

Was Frauchen wieder auffiel - spanische Läufer grüßen (grüßen zurück), erkennbar deutsche Läufer oft nicht. Ein besonders arrogantes Exemplar kam ihr am Puig San Marti entgegen, als sie oben gerade für das Herunterlaufen startete - trotz freundlicher Worte nur ein dämlich arroganter Blick, kein Lächeln, kein Gruß, auch als er sie dann runter überholte ... er trug ein Finishershirt vom Zermatt Ultra und dachte wohl, so ein popelige langsame Läuferin ohne entsprechenden Leistungsnachweis sollte man ignorieren ... nun ja.

Ich habe inzwischen schon mal ein paar Packungen weiße Dominosteine gebunkert. Aber die gibt es erst, wenn das Trailrunningfestival in Salzburg Ende Oktober erfolgreich absolviert ist!

Bis bald Euer Iwan

Montag, 23. September 2019

Tegernseelauf: aller ... Dinge sind drei

Hallo Leute,

normalerweise heißt es, aller "guten" Dinge sind drei. Aber hier passt es nicht. Leider nicht. 2009 und 2010 ist Frauchen ja schon einmal gestartet und hat den Tegernsee umrundet, 2010 habe ich dort erstmals einen Lauf mitgefinisht. Quasi die "Geburtsstätte einer netten Tradition".
Deswegen wollten wir gern nochmal dort starten. Die letzten Jahre waren wir immer angemeldet, aber das Wetter war so schlecht, dass Frauchen nicht antrat. Dieses Jahr also ein neuer Anlauf. Und das Wetter sollte super sein. Also wir (Frauchen, Oma und ich) Freitag nach Lenggries gestartet. Dort am Samstag eine "leichte Bergwanderung" (O-Ton Frauchen, 550 Höhenmeter, leider nicht nur hoch, sondern auch wieder runter) gemacht, bei blauestem Himmel, vielen  Murmeltieren und schönen Aussichten im Karwendel. Ich habe mich mehr den leiblichen Genüssen gewidmet:


Sonntag dann etwas der Abtörner: statt Sonne satt morgens 11 Grad. Wir also ins Auto, hinübergefahren nach Gmund und Parkplatz gesucht. Trotz reichlich Zeitpuffer gerade noch ein Plätzlein im Straßengraben an der Landstraße ergattert. Und dann - Frauchen und Oma ließen mich im Auto zurück! Em-pö-rend! Wie soll ich denn coachen oder gar mitfinishen, wenn ich gar nicht an der Strecke bin?

Naja, Frauchen bekam auch prompt die Quittung. Wetter blieb wolkig, mit kühlem Wind, arbeitet sich bis Mittag auf 18 Grad hoch. Für sie zu kalt. Und die 1 Stunde vor dem Start herumstehen machten auch nicht gerade wärmer. Dann zu schnell angegangen. 63 min. für die ersten 10 km ist für mein Frauchen zu schnell. Sie hat es zwar gemerkt und versucht, etwas Tempo herauszunehmen, aber irgendwie blieb die Pace. Bei km 12 wollte sie dann eine Salztablette schlucken, die blieb aber im Hals stecken. Gewürgt, hochgehustet, damit dem Körper einem ordentlichen Adrenalinstoß verpasst. Sie lernt ja auch nicht dazu, war ihr ja in Salzburg beim Mozart 100 light schon passiert.

Vorher war noch ein anderer sehr unschöner Vorfall: der Veranstalter hatte die Getränke an den Verpflegungsstellen in stabilen Pappbechern parat. Aber danach keine Abfallbehälter. Sprich über 3.000 Teilnehmern mussten ihre Becher munter in die Gegend werfen. Drei ca. 30jährige Läufer überholten bei km 10 Frauchen und unterhielten sich gackernd, wie lustig das doch wäre, die Abfallberge hier, und dass man nicht auf Abfallbehälter achten müsse. Ernsthaft. Und einer schmiss dann absichtlich seine Bananenschale in den Tegernsee. Und meinte nur lapidar "Da weint Greta Thunberg aber, wenn sie das sieht". Frauchen musste bei dem Gegacker vorher schon an sich halten, aber da brüllte sie aus voller Kehle "Vollidiot"! Der Gemeinte drehte sich zwar nicht um, aber errötete doch. Und andere Läufer guckten. Mann, bei einem Traillauf führt so etwas zur Disqualifikation! Man muss ja kein Öko-Aktivist sein, aber seinen Abfall mutwillig in den See zu schmeißen?

Zurück zum Laufgeschehen. Ich saß immer noch stocksauer im Auto, Oma labte sich an einer Leberkässemmel (von der ich auch nichts sah, will ich nur mal bemerken). Und Frauchen trabte weiter, aber bei km 14 musste sie bei megaschweren Beinchen eine Gehpause einlegen. Später dann auch bei den beiden Anstiege, nach km 16 hoch zur Spielbank Bad Wiessee und km 19 der letzte. Aber da wusste sie ja schon - nun geht es bergab. Also wieder angetrabt, um ins Ziel zu "rasen". Nur war leider die Bahnschranke für die BOB unten. Frauchen hoffte schon, sich damit bei mir für ihre miese Zeit entschuldigen zu können. Aber gerade vor ihr gingen die Schranken wieder hoch. Letztendlich hoppelte sie dann mit 2:24,20 Stunden ins Ziel. Indiskutabel. Schlechteste Zeit beim dritten Start.

Die Kritik am Lauf generell:
  • 45 Euro Startgebühr - dafür kriegt man ein hochwertiges Laufshirt. Medaille müsste man sich kaufen. Sonst gibt es nichts.
  • Keine personalisierte Startnummer - kein Muss, wäre aber ein nettes Beiwerk, viele feuern doch mit Namen an.
  • Sehr viele Zuschauer an der Strecke, von der Haute Volee in Rottach-Egern bis hin zu den Senioren im Kurpark Bad Wiessee, von den Familien bis zu Wanderern. Und alle feuerten an, klatschten oder machten gar Musik (Danke an die Familie bei ca. km 18, für "TNT" von AC/DC). Sehr positiv.
  • Unangenehm fallen immer wieder die Münchner Schickimickis auf, die dort starten und gelangweilt "das reißen wir in 1:45 Stunden runter, dann geht´s zur Wies´n" von sich geben und übehaupt sehr blasiert auftreten. Sorry, wenn ich jetzt "normale" Münchner beleidige, aber das hatten wir bisher nur hier in Gmund.
Im Endeffekt ist Frauchen 1.088. von 1.292 Damen geworden, 134. in ihrer Altersklasse, und hat auch noch 145 Herren hinter sich gelassen. Indiskutabel, enttäuschend, sage ich da nur. Jetzt muss ich mal analysieren, woran das lag.

Hier noch ein paar Bilder, wie der Tegernsee bei sonnigem Wetter aussieht, also nicht beim Lauf gemacht:


Ich gehe jetzt erstmal in digitalen Detox, sprich habe PC-Abstinenz.
Bis Mitte Oktober - Euer Iwan