Dienstag, 28. Juni 2016

Reden wir mal übers Fasten ...

Hallo Leute,

melde mich zurück aus dem Urlaub. 9 Tage in den Bergen. Mit Frauchen, Herrchen und Kumpel Trello war ich wieder im liebgewonnenen Lenggries. Selbst die ersten 3 Tage Dauerregen haben mich nicht abgeschreckt. Ich fahre sehr gern in Urlaub und was ich dabei besonders genieße: ich faste. Zusammen mit Frauchen. Kein Twitter, kein Blog, kein Internet. Einfach mal offline .... ich kann Euch versichern, das überlebt man! Sogar sehr gut. Nur das Handy wird einmal am Tag eingeschaltet, ob jemand was von uns will. Ansonsten: störungsfrei, kein Stress. Ich kann irgendwie die Leute nicht verstehen, die über immer mehr "Errreichbarkeitsstress" jammern, über Handyabhängigkeit usw. Ich glaube, da gibt es an jedem so einem Teil einen "Aus"-Schalter. Und der funktioniert sogar in den meisten Fällen ...
Was putzig war ... Frauchen hatte uns bei guten Freunden, die auch immer meinen Blog lesen, nicht in Urlaub abgemeldet. Und die waren nun in Sorge, ob etwas passiert sei und ob es Frauchen und mir gutginge, weil ich ja nichts von mir hören ließe ... Ganz lieb!

Das war das positive, das "digitale" Fasten. Hüstel. Wer mich kennt, weiß: Lenggries = Kaiserschmarrn. Und Rieseneisbecher. Und immer Kuchen aufs Zimmer geliefert von unserer Pensionswirtin, sobald Frauchen weg ist. Ähem. Ja, also was soll ich sagen ... mein blauer Anzug sitzt etwas, hüstel, stramm ....





Denn nur Frauchen war schwer am Wandern und Laufen. Ich nicht - als Coach macht man ja nicht mit, sondern gibt nur Trainingsanweisungen. Dieses Mal war aber wirklich alles dabei:
  • die eine 7 km-Runde in neuer Rekordzeit, da direkt über der Strecke ein Gewitter losging (Frauchen sah aus wie eine ersoffene Ratte, hehehe)
  • normale Laufeinheiten lang / mittel / kurz
  • tierische Begegnungen mit insgesamt 3 Blindschleichen, diversen Gänsen, Kühen und einer Gams
  • und endlich die seit letztem Jahr geplante Runde ausgehend von unserer Pension, rund 500 Höhenmeter nach Röhrlmoos hoch in lang ausholendem Anstieg, um dann direttissima über Stock, Stein, Matsch ins Tal zurückzulaufen. Wir müssen ja schließlich Trittsicherheit für den Pitz Alpine trainieren!
So verbrannte Frauchen die ganzen süßen Kalorien. Und ich sitze nun da, und muss fasten ... denn schließlich will ich ja auch rank und schlank sein!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 14. Juni 2016

Montag, der 13.

Hallo Leute,

gestern war ja dieses ominöse Datum: der 13.. Normalerweise fährt Frauchen mit dem Auto zur Arbeit, gestern bekam die U-Bahn den Zuschlag, weil sie abends noch einen Termin in der Innenstadt hatte. Also abrücken halb sieben, friedlich im Büro vor sich hinarbeiten. Um 8:07 Uhr ein Anruf: "Spreche ich mit Frau A.R.? Hier ist Soundso von der Polizei!" Schreck. Großer Schreck. "Nicht erschrecken ... sind Sie Halter des Fahrzeugs N - AR xxx?" Noch größerer Schreck und zögerliches Bejahen.
Schließlich waren wir beide am Wochenende über 500 km volle Autobahn gefahren, Patenkind bei den Hessischen Jugendmeisterschaften in Darmstadt anfeuern. Hat sich übrigens gelohnt, sie wurde Fünfte! Aber ich schweife ab ... da rasen einem die Gedanken durch den Kopf. Hat man ein anderes Fahrzeug übersehen, und nicht mitgekriegt, dass man einen Unfall verursacht hat? Hilfe!!!! "Da hat uns ein Herr M. angerufen, ihm ist sein Fahrrad gegen Ihr Auto gefallen. Seine Nummer: xyz. Rufen Sie ihn mal an, das ist kein Fall für die Polizei."
Uff. Einerseits große Erleichterung. Andererseits: tiefer Kratzer in der Motorhaube, Scheinwerferglas angekratzt. Und mal wieder ab in die Werkstatt zur Kostenschätzung. Danach Reperatur. Ärger. Aufwand. Irgendwie scheint an diesem Auto ein Schild zu hängern "fahrt mich nur an, rempelt mich an". Die Stoßstange hinten ist nun schon die dritte, und alle nicht selbst verschuldet! Und jedesmal Fahrerflucht, einmal immerhin beobachtet und dieser Herr musste a) blechen und bekam b) eine Anzeige.
Jetzt urteilt selbst: Der 13. - ein Unglückstag, weil das Auto beschädigt wurde, oder ein Glückstag, weil der Verursacher so anständig war und sich gemeldet hat?
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. Juni 2016

Tiergartenlauf Nürnberg: Hinter den Kulissen

Hallo Leute,

kennt Ihr das auch? Da macht man ein Datum aus, es liegt noch Monate in der Zukunft, dann Wochen, dann sind es nur noch Tage ... und ehe man sich versieht, ist der "große Tag" schon wieder vorbei. So ging es uns mit dem Tiergartenlauf Nürnberg. Frauchen ist ja Mit-Veranstalter / Organisator (ich bezeichne es zwar eher als "Hauptsklave"), und am 3. Juni fand sie nun statt, die Premiere - 506 Läufer rannten durch den Nürnberger Tiergarten, die meisten im schicken grünen Funktionsshirt mit einem Bären (was sonst?) als Motiv.



Wir könnten ungefähr 300 Seiten füllen mit den Stories drumherum, ich mache es jetzt eher kurz und knackig (hoffe ich):

minus 630 Tage (zum 3.6.2016): Berliner Tiergartenlauf ist Thema in meiner Twittertimeline, @Katitria und ich kommen unabhängig voneinander auf die gleiche Idee - warum denn nicht auch in Nürnberg?

minus 625 Tage: beschnuppern über Twitter - man könne ja mal, was gehöre dazu ... beide bisher keine Erfahrung mit der Veranstaltung / Organisation, sondern nur als Teilnehmer von Laufveranstaltungen. Frauchen kennt aber den Geschäftsführer des LAC Quelle Fürth, Werner Kaminski. Will den mal fragen.

minus ca. 620: erstes Telefonat mit Werner. Ist die Idee überhaupt realistisch, was muss man beachten, bedenken usw. Verhaltene Skepsis. Dann Urlaubszeit und Marathonzeit, also erstmal Pause.

minus 600: Katrin und Frauchen schicken Mail mit Idee an Tiergarten. Warten. Warten. Warten. (Und wer Frauchen kennt, sie ist bekannt für ihre Geduld - hehehe, *Ironie aus*). Dann Antwortmail vom Verwaltungsleiter, Dieter Kühnlein. Man könne ja mal telefonieren und ggf. sich treffen. Zeit von Lesen Mail bis Anruf: ca. 17 Sekunden.

minus 590: erster Termin im Tiergarten., Katrin und Anette stellen Konzept vor. Dieter, selbst Marathoni und Triathlet, würde gern auch einen Lauf durch den Tiergarten umsetzen, sieht es aber skeptisch. Wir verweisen auf die vielen erfolgreichen, seit Jahren und ohne Schäden für die Tiere durchgeführten Läufe in Augsburg, Wuppertal, Berlin, Miami, Wien und vielen anderen Zoos. Manko: Katrin und Frauchen hätten keinerlei Erfahrung im Durchführen von Läufen. Aufheben des Mankos: der LAC soll auch an Bord sein, als erfahrener Leichtathletik-Verein.

minus 589 bis ca. minus 460: Pendeln zwischen Tiergarten und LAC, immer mal Gespräche und Mails. Dann die Entscheidung: Ja, wir machen es. DerTiergarten und die Stadt Nürnberg haben das o.k. gegeben! Kurze Überlegung: reicht die Zeit für eine Durchführung 2015? Entscheid: nein, wir sind ja schon mitten im Frühling.

minus ca. 450: Katrin und Frauchen als "Auszubildende" beim Stadtwaldlauf des LAC. Ein Tag mit morgens Startnummernausgabe und mittags Bierausschank im Ziel. Muss man ja alles lernen als Veranstalter. Machen Sie übrigens dann 2016 auch wieder, man lernt ja nie aus ...

minus 330: Termin soll festgelegt werden. Das Orga-Quintett steht mit Katrin, Werner, Jan Glössinger vom LAC und Dieter sowie Frauchen. Wir checken alles ab: morgens oder abends? Für beide Uhrzeiten spricht etwas. Samstag oder Freitag? Frühsommer oder lieber September (Tageslicht wie lange da?)? Keine Urlaubszeit. Und bloß nicht, wenn andere fixe bekannte Rennen sind. Norisring-Wochenende scheidet aus. Achja, und da wird ja auch noch was mit Fußball sein (EM) ... und so fällt ein möglicher Termin nach dem nächsten weg. Am Ende steht der 3. Juni 2016. Anmeldung für den Leichtathletikverband ausgefüllt und losgeschickt. Bestätigung kommt. Hurra, Termin ist fix und nun kann kein anderer Veranstalter in 50 km Umkreis an dem Tag auch einen Laufwettbewerb veranstalten.

minus 270: Sponsoren werden gesucht. Denn wir wollen ein Komplettpaket zu einem Superpreis anbieten - schließlich wissen wir nicht, wie die Idee des Tiergartenlaufs angenommen wird. 19 Euro für Startgebühr, Funktionsshirt, Finishermedaille, Nettozeitmessung, Zielfoto und -video, Getränkeverpflegung, Sanitäter. Kinder zahlen nur 9 Euro. Das heißt: je mehr Starter, desto niedrigere Einkaufspreise. Problem: die Strecke im Tiergarten verträgt maximal 500 Starter, im Kinderlauf 250. Mehr ist  nicht, um keine Schäden bei Tier, Mensch und Landschaft zu provozieren. Die erste Gesamtkalkulation treibt Frauchen den Angstschweiß auf die Stirn.

minus 240: die ersten drei Sponsoren sind gewonnen. Exito, eine Online-Marketingagentur, deren Inhaber auch vom Laufvirus infiziert ist,wird einer von drei Hauptsponsoren. UDI, Spezialist für grüne Geldanlagen, steuert die Starterbeutel bei, sowie (das wissen sie nur noch nicht) Lagerraum sowie am Vortag des Laufes den Platz und die Manpower für die Startnummernausgabe. media4nature, eine ökologisch ausgerichtete Marketingagentur, wird von Frauchen "überzeugt", als Sachbeitrag Logo, Flyer, Shirts und Layout Startnummern zu entwickeln. Und obendrauf "dürfen" Magnus und Arabelle dann auch noch als Läufer
teilnehmen ...


minus 235: die Website ist live. Und wir platzen fast vor Stolz.

minus 220: Sanitäter werden gebraucht. Problem: die aus Fürth, die normalerweise die Laufveranstaltungen des LAC abdecken, dürfen nicht in Nürnberg tätig werden. Anruf bei den Nürnberger Johannitern bringt Hohngelächter: an dem Wochenende sei "Rock am Ring", da sei keine Maus mehr abstellbar für irgendein anderes Event. Äh? Da prüft man alle potentiellen Terminkollisionen ab und übersieht ja nur ein 3tägiges Rockfestival, das mehrere zehntausende Touristen in die Stadt bringt. O.k. die Fürther Sanis kriegen eine Sondergenehmigung, um am 3.6.16 auch in Nürnberg arbeiten zu dürfen.

minus 210 bis minus 190: viele potentielle Sponsoren werden angesprochen. Frustrierend, wenn man noch nicht einmal eine Antwort erhält. Aber schnell sagen dann noch die VGN und Jako-O zu.

minus 186: Start der Online-Anmeldung! Und tatsächlich: gleich am ersten Tag melden sich welche an ... Wahnsinn! Die Meinungen gingen auseinander: Katrin und Frauchen bzw. ich meinten: ausgebucht vielleicht Ende Januar - denn vielleicht schenken viele den Startplatz als ideales Weihnachtsgeschenk. Dieter, Jan und Werner waren skeptischer. (Beim Kinderlauf sollten sie recht behalten ...)

minus 161: Dieter hat eine tolle Strecke herausgesucht. Gar nicht so einfach, auf eine 3,3 km-Runde zu kommen, und dabei alle Tier-Präferenzen zu beachten. Hä? Was meint er damit? Merkt Frauchen beim Testlauf morgens um 8 Uhr an einem kalten Wintersonntag. Während sich Erdmännchen und Pelikane nicht stören lassen, kommt bei den Geparden sofort der Beutegreifer-Instinkt durch. Und sie sind schneller als ein Läufer ... also: die armen Geparden dürfen am 3.6. nicht ins Außengehege, wenn der Lauf ist. Andere Vierbeiner dagegen sind Fluchttiere - wenn also der Streckenvorlauf einmal vor, einmal hinter deren Gehege entlang ginge, und auf beiden Streckenabschnitten Läufer wären, würden die armen Viecher hin und her rennen und keinen Schutz finden. Muss alles beachtet werden. Interessanter Nebeneffekt: Frauchen wird neidisch auf die Erdmännchen - die haben nämlich eine Infrarotwärmelampe, unter der sie immer entspannt und warm stehen. Und Frauchen musste in der Vorbereitungszeit viele Mal direkt vor diesem Gehege bibbernd und frierend stehen, wenn besprochen wurde, wo wie Start /Ziel, wo Strom, wie Moderation usw.

minus 163: am 23. Dezember waren alle 500 Startplätze für die Hauptläufe weg! Ungläubiges Staunen .. .bis zum Wettkampftag gab es noch viele viele Anfragen, ob nicht doch noch Startplätze frei werden, getauscht werden, eine Ausnahme gemacht werden könne ...

minus 155 bis minus 100: Frauchen und Magnus machen Entwürfe fürs Funktionsshirt. Soll ja ein Sammlermodell werden, also jedes Jahr ein anderes "Motto"-Tier. Bin sehr erfreut, als es für die Premiere ein (Eis)bär wird. Dann Produzentensuche. Anbieter gibt es einige, die Preise treiben Frauchen wieder den Angstschweiß auf die Stirn. Aber egal, wir wollen einfach nur ein g**les Shirt haben! Medaille - da lässt sich Frauchen Vorschläge machen. Und das ganze Orga-Team ist geflasht, als da zum passenden Preis auch eine ganz besondere Medaille vorgestellt wird: nämlich auch ein Eisbär! Aufträge erteilt, sollen in der Woche vor dem Lauf geliefert werden.

minus 60:  die bestellten ökologischen Trinkbecher werden geliefert. Da fällt Frauchen endlich auf, was ich ihr schon die ganze Zeit sage: wohin mit den vielen Kartons? 3 große Kisten sind bei Oma außerhalb von Nürnberg zwischengelagert, die 5 Kartons mit den Bechern stapelt Frauchen in einer Ecke und erklärt Herrchen, dass es nur vorübergehend ist. Ich wage anzumerken, wo sie denn dann die Shirts (immerhin 900 Stück) und die Medaillen unterbringen will? Interessant, diese entgleisenden Gesichtszüge, hehehe.

minus 59 bis minus 8: letzte (viele) Besprechungen, Mails, Abstimmungen, Problemlösungen. Da war doch noch was? Achja, Startnummern entwerfen, layouten - unterschiedlich je nach Laufstrecke die Farbe und Startnummer:


Genau an dem Tag, als Frauchen mal beim Shirt- und Medaillenproduzenten nachfragen will, wann denn nun geliefert wird, kommt von ihm eine Mail, wann Frauchen denn nun zu bezahlen gedenkt. Sie: bei Lieferung. Er: sind doch schon geliefert. Sie: nein. Er: doch, sagt seine Logistik.

minus 7 bis minus 2: Das spannende Spiel "wo sind die Shirts" geht weiter. Medaillen treffen immerhin an Tag minus 4 ein. Aber bei den Shirts gibt es zwei Tage vorher nur die Info "sind schon in Nürnberg" plus 2 geplatzte Zustelltermine. Frauchen durfte inzwischen ihr Büro bei UDI auch als Lagerraum nutzen - sah aus, als ob sie einen Lagerverkauf plante, denn inzwischen waren alle Inhalte für die Starterbeutel eingetroffen. 13 Kartons.

minus 1: Shirts sollten um 8 Uhr kommen. 3 zunehmend nervöse Anrufe bei der Spedition und 2 Stunden später sind sie endlich da - 5 Stunden vor offiziellem Beginn der Startnummernausgabe. Eine Riesenpalette. Übrigens, der erste Abholer für Startunterlagen war schon halb zehn da. Und ab da hatte Frauchen kaum Zeit, Luft zu holen. Ich war ja mit im Büro und habe alles überwacht: Katrin saß auf dem Boden und hat (ohne Mindestlohn) 850 Starterpakete gepackt. Frauchen und ein zwangsverpflichteter Kollege haben Starterpakete ausgegeben. Um 18:15 Uhr das letzte, dann Frauchens Auto vollgepackt. Standen ja dann nur noch 9 große Kartons mit vor allem Shirts herum. Nette Kollegin angehauen, die großes Auto hat, dass sie diese Teile am nächsten Tag zum Tiergarten bringt. Kaputt noch ein bißchen Fernsehen geglotzt und ins Bett gefallen (Frauchen) bzw. aufs Regal zurückgegangen (ich).

Tag 0 - Race Day! Die Starter mit der weitesten Anreise kamen aus Hamburg. Gute Freunde, die sich trotz der kurzen Streckenlänge (er läuft sonst Marathon bzw. den Ultra in Zermatt) unbedingt zum ersten Lauf von Frauchen als Veranstalter kommen wollten. So verging der Vormittag sehr schnell, dann machten die beiden sich auf ins Hotel und Frauchen in den Tiergarten. Übrigens, es regnete. Daher musste ich unter Protest zu Hause bleiben! Und Frauchen war ab halb zwei bis abends um 10 Uhr, als sie sich zur Tür hereinschleppte, nur im Einsatz, am Herumwirbeln, Hin und Her rennen .... sie hat sogar vergessen, etwas zu essen (und wer mein verfressenes Frauchen kennt, weiß, was das heißt!). Eine halbe Sekunde hatte sie Zeit, inne zu halten und stolz zu sein, als sie von der Ferne den Start mit lauter Läufern in "ihrem" grünen Tiergartenlaufshirt mitkriegte. Alles ist gut gegangen, das angekündigte Gewitter blieb aus, es gab ausschließlich positive Reaktionen, viel Lob und von vielen die Frage: kann ich mich gleich für 2017 anmelden?




Tag 1: Von wegen ausruhen. Um 6 Uhr werde ich wach vom Geklapper der Tastatur. Frauchen sitzt schon wieder da und schreibt Presseberichte sowie Dankeschön Mails. Tja, nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

Ich konnte jetzt bei weitem nicht alles berichten, was passiert ist. Und nicht jedem danken - da mache ich es mir einfach und verweise auf Katrins Blog, und schließe mich den dortigen Danksagungen an.

Was wir gelernt haben:
  1. Wenn Du an eine Idee glaubst, dann setze sie um. Hör nicht auf die, die fragen "warum?", sondern auf die, die sagen "warum denn nicht?"
  2. Du brauchst immer starke Unterstützung und ein starkes Team, das sich gut ergänzt.
  3. Nerven aus Draht sind auch nicht zu verachten ...
  4. Auch wenn Du noch nie eine Laufveranstaltung organisiert hast - als Läufer hat Frauchen genauso wie Katrin schon an so vielen Läufen teilgenommen, dass sie genau wussten: so und nicht anders wollen wir das, wir nehmen das Gute und lassen das Nervige weg
  5. Und ja, auch wenn man jemanden erst nur über Twitter kennt, einen altersmäßig über 20 Jahre trennen und entfernungstechnisch 230 km - das kann gutgehen, wenn man eine gemeinsame Idee, die gleiche Wellenlänge und gleiche Einstellung hat, nämlich "nicht lang reden, tun!"
Und so hoffen wir, dass wir bald einen Termin für 2017 festlegen können ... Aber bis dahin machen wir wieder das, was wir auch gut können:
Tag minus 1: Startunterlagen abholen
Race Day: laufen und finishen. Demnächst beim Pitz Alpine.

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 31. Mai 2016

Wo sind die heutigen Helden und Vorbilder?

Hallo Leute,

neulich sind wir beim TV-Zappen bei "High Noon" hängengeblieben. Wollten nur mal kurz reinschauen, lief ja schon 10 Minuten. Und blieben dann doch hängen, obwohl wir (natürlich ) wussten: alle Dorfbewohner lassen Sheriff Will Kane im Stich, er muss sich allein dem Bösewicht Frank Miller und seinen Kumpanen stellen ... und am Ende siegt das Gute. Bei der Schluss-Szene, wenn Gary Cooper seinen Sheriffstern den nun wieder aus ihren Löchern gekrochenen Dorfbewohnern verächtlich vor die Füße wirft, gibt es immer "Szenenapplaus" von Frauchen und mir. Ja, das war noch ein echter Kerl, ein gutes Vorbild. Der Sheriff wusste, was Anstand und Mut ist. Im Gegensatz zu den Dorfbewohnern, die alle mit "das musst Du verstehen, ich habe ..." und vielfachen Ausreden auch vor sich selbst schönredeten, feige zu kneifen.

Ähnliches lernen wir in "Rio Bravo", "Eldorado" (zwei Klassiker mit John Wayne). Und natürlich der Ober-Klassiker aller Western, "Ringo" (auch bekannt als "Stagecoach" oder "Höllenfahrt nach Santa Fé"). Hier zeigt uns ein ganz junger John Wayne, was Mut, Respekt und Anstand sind. Auch wenn es "nur" Filme sind - sie können doch als Vorbilder dienen.

Ebenso die Gänsehautszene (gut, eine von vielen) in "Casablanca", wenn die Bar-Besucher, unter Leitung des Widerstandskämpfers (Paul Henreid) und dem O.K. von Humphrey Bogart mit ihrer "Marseillaise" die tumben Deutschen mit ihrer "Wacht am Rhein" niederschmettern. Da wünscht man sich, überall so viel Mut und Zivilcourage zu haben.

Wir sind ja auch groß geworden mit "Raumschiff Enterprise". Und was da in Erinnerung blieb und auch heute noch fasziniert - nicht die wackeligen, quietschbunten Kulissen. Sondern die unterschwelligen Botschaften in den Folgen: jede Lebensform hat ihre Daseinsberechtigung, Krieg ist sinnlos, Gewalt ist sinnlos. Wenn Captain Kirk gezwungen wird, auf Leben und Tod mit einem Alien zu kämpfen, und ihn trotz seines Sieges selbst dann verschont, wenn er daraufhin getötet werden soll - das ist nicht nur spannend, das bleibt als pazifistische Grundeinstellung hängen.

Und hat unsere Vorstellung von "gut und böse" geprägt. Wie man sich verhalten sollte, und wie eben nicht. Kann es sein, dass heute solche Vorbilder fehlen? Ich frage nur mal ganz vorsichtig nach ... denn wenn ich allein das Verhalten der Autofahrer sehe, dann geht es heute nach dem Motto "jeder ist sich selbst der Nächste, Hauptsache ich komme gut voran". Nur so als Beispiel. Tür aufhalten ist auch sehr selten geworden, dafür Rempeln, Anschimpfen usw. sehr viel häufiger als früher.

Und nein, ich habe nicht das "Bär wird alt und grantig"-Symptom. Sondern möchte einfach nur mal das Plädoyer loswerden: Verhaltet Euch so, wie auch Ihr behandelt werden möchtet, und so, dass Ihr Euch immer im Spiegel angucken könnt. In dem Sinne ... ich ziehe mir jetzt noch schnell "Die glorreichen Sieben" rein - auch ein Western über Mut, Zivilcourage und Respekt!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 24. Mai 2016

Ein Wochenende auf Mallorca

Hallo Leute,

neulich war das Wetter so mies und kalt, dass ich meine Schnauze voll hatte. Und mir und meinen Menschen einen Kurzaufenthalt auf Mallorca verordnet habe. Quasi "Urlaub im Zeitraffer": Freitags mittag hin, Sonntags abends zurück. Es stand auch kein Rennen an ... einfach nur Sonne und Wärme genießen, gut futtern (ich) und Frauchen zum Lauftraining scheuchen.

Los ging es wie gesagt Freitag Vormittag. Erstmals durfte ich in den VIB (Very Important Bear) Bereich von Air Berlin, weil wir ja aktuell die Silbercard (ehrlich erflogen) haben. Ganz nett da, so ohne das gewöhnliche Volk, hüstel. Gefährlicher war es schon vorher, bei der Kofferabgabe: wir ganz entspannt auf dem roten Teppich an ca. 100 Wartenden in der "normale-Leute-müssen-anstehen-zum Checkin"-Schlange vorbeigetänzelt, sehr böse Blicke inklusive. Der Flug selbst war dann entspannt, ich habe viel zum Fenster herausgeschaut und die verschneiten Schweizer Alpen bewundert. Beim Aussteigen war die Stewardess hartherzig - nur ein Schokoherz für Frauchen und mich zusammen, da konnte ich noch so niedlich gucken ...




Mietwagen eingesammelt, beim Hotel in Port d´Alcudia mit großem Hallo eingecheckt. Normalerweise sind wir nämlich immer erst Ende September dort ... also große Verwunderung beim Personal an der Rezeption und den Stammkellnern. Schnell erklärt ... dann stieg Frauchen in die Laufklamotten, Herrchen ging an den Strand, ich riss mir gleich mal das Willkommensgeschenk (eine Flasche Hierbas) unter die Tatze.



Und so vergingen die 2,5 Tage auch sehr schnell. Frauchen machte 3 Läufe und versuchte alle Laufstrecken, für die sie sonst 2 Wochen zur Verfügung hat, abzuklappern und zu kombinieren. Das Wetter war für sie prima: kein Wölkchen, rund 25 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit. Entweder lag es daran oder an mir tollem Coach, aber sie hat erstmals mit 44:11 min. für die Strecke hoch zum Coll Baix unter 45 min gebraucht - und zwar im normalen Trainingslaufmodus, also Wohlfühltempo statt Tempolauf. Retour den Berg runter musste sie übrigens eine größere Ansammlung wilder Ziegen umlaufen, die den Weg für sich beanspruchten. Herrchen planschte im Meer herum, ich war auch am Strand (sehr befremdete Blicke inklusive. Haben die Leute denn noch nie einen Bären gesehen?)








Sonntag gab es dann noch das obligatorische Abschlussessen in Cala Ratjada direkt am Meer. Jammjamm, ich mag feurige Albondigas (klingt besser als Fleischbällchen, gell?) zum Fressen gern!


Dann schluchzend zum Flughafen, Auto abgeben und rein in den Flieger. Bei der Landung in Nürnberg gab es übrigens ein Novum für mich: zweimal gelandet .. wie das geht? Ganz einfach, wir waren schon quasi unten, ca. 1 Meter über dem Boden, da beschleunigte die Maschine wieder stark und zog sehr steil nach oben. Und bis dann endlich die Durchsage kam "wir hatten zu viel Rückenwind, mussten durchstarten und versuchen es jetzt von der anderen Seite", war doch ziemlich Unruhe im Flieger. Denn draußen gab es auf einmal grellen Blitz - uns hatte aber keiner gesagt, dass gerade ein Gewitter niederging. Und die Stewardessen liefen durch den Mittelgang, was auch nicht gerade normal während des Lande-, ähem, Startvorgangs ist ...

Naja, jetzt sind wir wieder da, das graue Wetter ist auch wieder da, es schüttet den ganzen Tag. Da zähle ich doch die Tage, bis ich wieder nach Mallorca kann!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 17. Mai 2016

Laufen für die Manatees

Hallo Leute,

heute hat Frauchen wieder an einem ganz speziellen Wettkampf teilgenommen. Nämlich am "Virtual Save the Manatee 5 k". Wie schon letztes Jahr heißt das: wenn man nicht vor Ort (das hieße Florida) am realen 5 km-Lauf für die Manatees teilnehmen kann, hat man noch die Möglichkeit, beim virtuellen Lauf dabei zu sein. Man (= ich für Frauchen, ich manage ja alle ihre Anmeldungen) meldet sich an, und kriegt dann ganz bequem sein Teilnehmershirt, die Medaille (ja, so vertrauensvoll sind sie, eben genau wie die Manatees selbst!) und die Startunterlagen nach Hause geschickt.


Und soll dann entweder am Wettkampftag selbst, oder an einem anderen Tag, 5 km auf Zeit laufen. Das volle Startgeld von 28 Dollar plus Post geht zugunsten der Manatees. Nachdem Frauchen ja nun auch schon mal welche in freier Wildbahn gesehen hat (behauptet sie zumindest, ich sehe auf den "Beweisfotos" nur Luftblasen und mit viel gutem Willen eine Schnauze), und kürzlich so ein Dickerchen adopiert hat, ist sie halt heute gerannt. Samstag, den 21.5., können wir nämlich nicht. 24:54 min hat sie gebraucht für abgemessene 5 km im Park - bei Frauchen ist es immer das Gleiche: läuft sie allein, ohne viele Andere um sich herum, kann ihr Tempo laufen, dann ist sie schneller als im tatsächlichen Wettkampf.

Ihr wusstet noch nicht, dass Frauchen so einen vollschlanken Patensohn hat? Gator heißt das Kerlchen ... das machen sie ganz geschickt in Florida. Während man hier beim WWF Patenschaften für Wölfe, Luchse usw. übernehmen kann, sowie auch für namenlose Seeadler (sponsorn wir alle), kann man unter Adopt-a-Manatee quasi aussuchen, für wen die Spende sein soll. Ist natürlich nur ein Marketingtrick, macht das Ganze aber viel persönlicher und man kriegt auch Post - Gator hat uns schon geschrieben, ein Foto geschickt und so erfährt man sehr viel über die Lebensweise der Manatees. Scheinen irgendwie mit Frauchen verwandt zu sein, unter 23 Grad können sie nicht allzu lange existieren ....

Zurück zum Konzept eines "virtuellen" Laufes. Letztes Jahr waren wir ja noch mißtrauisch, es kam aber alles pünktlich. Genau wie dieses Jahr, zuverlässig. Daraufhin hatte sich Frauchen auch für den virtuellen Naples Halbmarathon (Naples in Florida) angemeldet und ordentlich Startgebühr gelöhnt. Leider kam trotz mehrmaliger Reklamation das Starterpackage nie hier an. Die Leute von Elite Events waren zwar freundlich, meinten zweimal, sie hätten es losgeschickt - nur eben angekommen ist nichts. Frauchen hat jetzt aufgegeben nachzuhaken, wird sich aber nie mehr dort anmelden.

Und jetzt analysiere ich als Coach mal die Zeit: 24:54 min ist nämlich sehr schnell für Frauchen, letztes Jahr war sie doch rund 2 Minuten langsamer. Was so ein Höhentraining in den Bergen ausmacht ...

Bis bald Euer Iwan

Montag, 9. Mai 2016

In der Höhe sind wir auf der Höhe

Hallo Leute,

ich  melde mich wieder zurück vom zweiten Ausflug nach Tirol. Dieses Mal waren es 4 Tage Wandern mit Oma in der Eng, das ist ein wunderschönes Karwendeltal. Ich habe leider nur ein älteres Foto, als ich da war - Ihr müsst Euch also vorstellen, dass die Berge im Hintergrund komplett weiß und verschneit sind:





Die Aussicht war jedenfalls grandios - wenn ich mich nicht gerade am Kaiserschmarrn gütlich getan habe, habe ich nur aus dem Zimmerfenster gestarrt. Frauchen war eifrig wandern und danach immer noch schön laufen. Was mich zum eigentlichen heutigen Thema bringt: Wie stark ist der Einfluss der Höhe über Meeresspiegel auf die Laufleistung?

Nürnberg liegt ja rund 300 Meter über N.N. Wir sind häufig in Lenggries, das liegt auf circa 690 Metern. Da merkt Frauchen nichts von "dünnerer Luft". Auch in Innsbruck war nichts zu spüren. Dabei heißt es doch, je höher, desto schwieriger das Luftholen, desto geringer der Sauerstoffgehalt und desto geringer die Leistungsfähigkeit? Unsere "höheren" Laufwettkämpfe waren jeweils so um die 2.000 Meter über N.N., Bettmeralp bzw. Zermatt. Bettmeralp glaubt Frauchen, gar nichts gespürt zu haben. Und in Zermatt hatte sie einen bösen Husten und schob die geringere Leistung ("wie mit angezogener Handbremse") darauf. Jetzt, in der Eng, lief sie ihre Runden auf ca. 1.200 Metern. Mit guten Pulswerten, ohne Auffälligkeiten. Eben war sie wieder hier in Nürnberg ihre Runde drehen - Puls war höher als normal. Sehr seltsam.

Das einzige Mal, wo sie massiv etwas spürte, war in den USA am Bryce Canyon. Der liegt auf 2.500 Metern, sie machte mit Herrchen eine Busrundreise und ging dort 7 km durch den Wald laufen. Sie meinte, sie hatte ein Gefühl wie durch Pudding laufen.

Wie ist das bei Euch? Merkt Ihr größere Unterschiede in der Leistungsfähigkeit bei verschiedenen Höhen über Meeresspiegel? Bin gespannt!

So, hier noch mein offizielles Finisherfoto vom IATF aus Innsbruck, vom professionellen Sportograf:
Also ich finde, Frauchen sieht angestrengter aus als ich, hehehe.
Bis bald Euer Iwan