Montag, 26. September 2016

Montag Morgen um halb sechs

Hallo Leute,

eigentlich schlafe ich ja gern lang. Frauchen steht unter der Woche immer so gegen halb sechs, ganz ohne Wecker, auf. Behauptet dann, sie könne nicht mehr schlafen. Ich habe sie immerhin inzwischen so weit erzogen, dass sie leise durch die Wohnung geht, ihre Morgengymnastik draußen auf dem Balkon macht und möglichst auch das Licht auslässt. Schließlich möchten meine Bärenkumpels und ich weiterdösen ...
Damit war aber heute morgen Sense. Frauchen tappt im Schlafanzug in die Küche, das Licht dort geht an und dann ging der Radau los! Da hatte sich wohl gestern abend so ein ganz großer Nachtfalter eingeschlichen. Wisst Ihr, so einer, der ziemlich laut umherflattert. Und der fand es - ebenso wie ich - gar nicht lustig, so früh hochgescheucht zu werden. Und Frauchen fand es gar nicht lustig, dass so etwas lautstark durch ihre Küche flatterte.
Also riss sie das Fenster auf und versuchte den Flattermann zum Rausflattern zu animieren. Der wollte aber nicht und nahm Kurs aufs Wohnzimmer. Wo ich sitze. Schnell die Küchentür zugeschmissen und weiter herumgewedelt. Nach ca. 5 Minuten, inklusive auf-den-Küchenstuhl-steigen-und-das-Vieh-vom-Schrank-holen war er endlich draußen. Frauchen erschöpft. Wir auch, vor lauter Grinsen. Und pünktlich um sechs tauchte dann wie immer Herrchen auf, fand den gedeckten Tisch und die Zeitung vor und wunderte sich nur, warum es so kühl in der Küche war. (Anmerkung: wir haben zur Zeit nachts so um die 8 Grad). Und warum wir alle so fröhlich guckten ... bis auf Frauchen, die mehr schlapp war.
Gönne ich ihr aber ehrlich auch. Musste ich doch eben durch einen Tweet von @Laufwelt erfahren, dass ich nicht mitdarf nach Mallorca! Empörung. Irgendeiner müsse ja zusammen mit Oma auf die Möbel aufpassen, meint das natürlich sofort zur Rede gestellte Frauchen. Na warte, der stelle ich einen Trainingsplan zusammen, dass es kracht!
Vergesst mich derzweil nicht, ich  melde mich Mitte Oktober wieder.
Bis dahin Euer Iwan

Dienstag, 20. September 2016

Bewusste Entscheidung gegen Start: Tegernseelauf

Hallo Leute,

heute habt Ihr sicher erwartet, meinen Laufbericht über den Halbmarathon am Tegernsee zu lesen. Da muss ich Euch leider enttäuschen, wir sind nicht gestartet. Keine Angst, nichts passiert, Frauchen ist weder verletzt noch erkältet. Nur anscheinend doch aus Zucker, hehehe.
Nach zwei traumhaften Rennen in den Bergen, Achenseelauf und Isarlauf von Lenggries nach Bad Tölz, war die Wettervorhersage für unser drittes Berg-Wochenende denkbar schlecht. Dauerregen ab Freitag abends. Dabei hatten wir Glück: als wir wieder in unserer Pension in Lenggries eintrafen, war es noch trocken und schwül. Also Frauchen wieder im Galopp Koffer ausgepackt (ihr Rekord vom Eintreffen bis wieder-in-Laufkleidung-das-Haus-verlassen beträgt genau 11 Minuten!), umgezogen, losgewetzt. Die Hausrunde, gute 5 km, mit ordentlich Steigung. Nach dem ersten km geht es leicht bergan über einen Feldweg. Problem: da kamen ihr dieses Mal 9 Kühe im Gänsemarsch (kann man das so sagen?) entgegen, auf dem Heimweg in den Stall. Also Frauchen auf die Weide, und nicht ganz so leichtfüßig bergan getrabt, während die Rindviecher schön bequem auf dem Weg schreiten konnten. Aber man weiß ja, der Klügere gibt nach bzw. weicht aus ...
Die dunklen Wolken ließen jedenfalls nichts Gutes ahnen. Prompt fing es dann gegen 21 Uhr an zu schütten, und regnete sich so richtig warm. Frauchen und ich berieten die Lage.
  • Pro Start Tegernseelauf: 45 Euro gelöhnt. Schöne Strecke rund um den See, Berge rundherum. 
  • Gegen Start: Frauchen mag es nicht sonderlich, im Regen zu laufen. Von der schönen Strecke sieht man bei tiefhängenden Wolken nichts. Ich kann nicht mitfinishen, weil ich bei Regen nicht raus darf. Am Tag vor dem Lauf ist kein Kaiserschmarrn drin.
Ergebnis: Frauchen sagte "Ich kann. Ich darf. Aber ich muss nicht!" und entschied sich gleich Samstag früh gegen den Start. Was ihre Laune erheblich besserte. Meine Menschen gingen dann bei Dauerregen 4 Stunden in den Bergen wandern (Kleiner Ahornboden, gleich mal einen Teil der Strecke vom Karwendelmarsch angucken),
und danach im Trockenen einen Kaiserschmarrn essen. Am späten Nachmittag ging Frauchen dann noch freiwillig (!) bei Regen laufen, einen Radweg im Wald, der bei diesem S**wetter komplett leer war. Flotter Tempolauf über 8 km. Und Sonntag ist sie dann gleich noch einmal eine knappe Stunde laufen gegangen; quasi die Lenggries-Abschiedsrunde für dieses Jahr. Was für ein Unterschied: Sonntag davor rund 26 Grad, pralle Sonne, diesen Sonntag patschnass bei 12 Grad.



So, ich hoffe, Ihr seid nicht zu enttäuscht, keinen Laufbericht zu lesen. Aber wir hatten ein tolles Wochenende, mit schönen Lauferinnerungen, und das ist - finde ich - wichtiger.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 13. September 2016

Isarlauf in Lenggries - ein Hitzelauf

Hallo Leute,

am Sonntag fand Teil 2 unserer Alpen-Traumläufe-Trilogie statt. Da der Isarlauf ja terminlich zwischen dem Achenseelauf (23,2 km, recht anstrengend) und dem Tegernseelauf (Halbmarathon, aber nicht allzu kupiert) eingebettet liegt, habe ich Frauchen "nur" für die 10 km-Strecke angemeldet. Es gibt auch eine 21- und eine 30-km-Runde, beide locken Frauchen sehr, weil sie ja unserer Trainingstrecke im Sommer entsprechen - aber ganz offen gesagt würde Frauchen nicht 3 Halbmarathons an drei Sonntagen hintereinander packen ...
Also sind wir Freitag wieder nach Lenggries gestartet, dieses Mal mit Oma statt Herrchen. Wetter hervorragend, gleich dann mal unsere Hausrunde abgelaufen (Frauchen) bzw. nach dem fürs Wochenende von unserer Pensionswirtin gebackenen Kuchen geschaut (ich).

Samstag stand dann "tapern" auf dem Programm. Wobei Frauchen darunter unschuldig guckend alles außer Laufen versteht. Also durchaus auch mal 850 Höhenmeter aufs Brauneck wandern ... dass dann zur Stärkung wieder ein Eisbecher her musste, war ja klar! Ich habe mich geopfert und mitgegessen, damit Frauchen nicht einen Zuckerschock erleidet ...

Die Startunterlagen kann man Samstag ab 16 Uhr abholen. Die Startgebühr beträgt 17 Euro (ein Funktionsshirt muss man für 20 Euro dazu kaufen, wenn man es haben will - ist zwar schön, aber jedes Jahr dasselbe Motiv), plus eine "Bearbeitungsgebühr" (für was auch immer) von 1,07 Euro und ein Disagio von 0,74 Euro. Warum ein "Disagio", was ja im Finanzwesen ein Abschlag, also eine Minderung ist, war uns ein Rätsel. Aber gut. Für diese Startergebühr bekam man als Starterpaket ausgehändigt ... nichts. Die Startnummer. Und wenn man wollte noch 3 Sicherheitsnadeln. Sonst - nichts. Das ist nun ehrlich schon ein bißchen wenig für den Preis. Die Organisation sonst ist sehr gut, familiär, gut abgesperrt, ausreichend Verpflegungstellen, alle sehr nett.
Die erste Wettervorhersage für Sonntag war noch "schaurig", aber das Wetter hielt bei Sonne und immer heißeren Temperaturen. Insgesamt waren 156 Starter in Lenggries am Kalkofen versammelt. Ein Mädchen sprach Frauchen an, weil ich die Startnummer an Frauchens Shirt mit 4 Nadeln befestigt hatte - den Veranstaltern waren die Nadeln ausgegangen und das arme Mädchen hatte ihre Nummer mit Klebeband am Shirt festkleben müssen. Klar haben wir geholfen.
Ich hatte für Frauchen als Ziel gesetzt - alles ist gut, wenn die Zeit besser ist als 2015. Dann setzten Oma und ich uns ins Auto, um nach Tölz zum Ziel zu fahren; die 10 km sind nämlich ein Punkt-zu-Punkt-Lauf durch die idyllischen Isarauen:







Frauchen rannte los, für ihr Gefühl wie Speedy Gonzalez. Und war nach dem 1. km entsetzt: 6:30 min! Egal - Tempo halten. Und langsam so einen nach dem anderen einholen und zentimeterweise überholen. Für die nächsten Kilometer zeigte die Uhr dann einen Schnitt von 5:45 min/km an. Passte. Frauchen fing sogar mal an zu schwitzen - es waren ja nur 28 Grad und die Sonne knallte runter. Ab km 4 hing einer (eine?) Läufer(in) direkt immer hinter Frauchen, ließ sich die Pace machen, setzte sich aber nicht nach vorne. Km 5 wurde nach 29:30 absolviert - alles in der Marschtabelle. Frauchen hatte nur das Gefühl "das Tempo halte ich nicht durch". Andererseits "ich versuche es einfach so lange wie möglich, Augen zu und durch"! Erst bei km 8 guckte sie wieder auf die Uhr - 47:04 min. Also ausreichend Puffer, um unter 1 Stunde ins Ziel zu kommen. Das war nämlich ihr gestecktes Ziel: seit  rund 10 Jahren rennt sie gegen diese "1-Stunden-Mauer" an. Und ausgerechnet diesen Lauf wollte sie dazu nutzen, also mitten in der Erholungsphase nach dem Achenseelauf ... denn das Training in der letzten Woche ging doch etwas schleppend ... schwere Beine ...

Egal - ich war ganz baff, als ich sie mit hochrotem Kopf und in vollem Galopp zum Ziel rennen sah. Es war übrigens eine Läuferin, die Frauchen als unfreiwillige Pacemakerin nutzte - um dann 100 Meter vor dem Ziel noch an ihr vorbei und mit 2 Sekunden Vorsprung durchs Ziel zu gehen. Ohne "Danke" zu sagen ... naja. Jedenfalls: Frauchen brauchte 58:28, Platz 90 von 156 Startern, Platz 6 in der AK und Platz 29. nur bei den Frauen. Damit lag sie weit besser als 2015, da war die Zeit 1:05,etwas. Ach ja, dann bekamen wir doch noch was für das Startgeld. Eine wirklich schöne, gut ausgearbeitete Medaille - die auch anders aussah als die vom Vorjahr.

Wesentlich langsamer waren wir dann auf dem Nachhauseweg. Ein Stau nach dem anderen. Und Freitag fahren wir schon wieder runter nach Lenggries, dieses Mal dann zum Tegernseelauf. Hoffentlich fällt da dann wieder ein Kaiserschmarrn und nicht nur popeliger Zwetschgenkuchen und Eis für mich ab!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 6. September 2016

Achenseelauf - zwei Jubiläen

Hallo Leute,

das erste Jubiläum ist ... dieses ist mein 500. Blogpost! Dazu passend das zweite Jubiläum, eigentlich schon für letztes Jahr gedacht, aber verletzungsbedingt ausgefallen: es war die 5. Teilnahme am Achenseelauf. Der Achensee liegt in Tirol, ist sehr kalt, schön lang, nicht allzu breit, gut zu umrunden mit tollen Aussichten - und, nicht zu verachten, dort gibt es in unserem Stammhotel den besten Kaiserschmarrn überhaupt! Und ich als allseits bekannter Kaiserschmarrn-Fanatiker weiß, wovon ich rede ...

Also: gleich im Dezember angemeldet. Und ulkigerweise wieder die gleiche Startnummer wie 2014 ergattert: die 28. Nun soll ja die Acht laut chinesischer Numerologie Glück bringen. Wir hätten lieber die 29 gehabt, unseren Geburtstag. Aber man will ja nicht meckern, wenn´s Glück bringt ... Am Mittwoch sind wir bei schönstem Wetter am Achensee eingetroffen, Frauchen, Herrchen, Kumpel Trello und ich.


Prompt wurde das Wetter am Donnerstag schlecht. Vormittags sollte es noch halten, also habe ich Frauchen auf eine kleine Eintrabrunde im Wald hinter Pertisau geschickt, Richtung Rodelhütte hoch. Tja, das Wetter war schneller. Eine nasse Ratte kam zurück. Auf den Schreck genehmigten wir uns erstmal einen Kaiserschmarrn! Freitag dann wieder herrliches Sommerwetter, meine Menschen gingen wandern. Problem: oben auf der Rofanspitze hielten sich tapfer die Wolken, also hat sich Frauchen etwas verkühlt. Was ganz schnell vergessen war, als sie etwas abseits vom Weg tatsächlich Edelweiss entdeckte! Und wie ein ordentlicher Bergfreund nur fotografierte, nicht pflückte.


Samstag dann leichtes Einlaufen, Schonen, Spaziergang nach Maurach zum Minigolf spielen. Dieser Platz hat es in sich, 12 Bahnen, von der allerübelsten Sorte. Zurückspaziert am See entlang, und die Startunterlagen abgeholt. Das Startgeld beträgt inzwischen 31 Euro, plus 3 Euro für den Chip. Dafür kriegt man aber auch ordentlich was ins Startersackerl: die jammjamm Nudeln, Wasser, Einkaufsgutschein für Sport 2000, Müsliriegel, diverse Gels, und jedes Jahr ein Startergeschenk. Dieses Jahr Laufhandschuhe. Abgezockelt ins Hotel, und dann haben Frauchen und ich bequem vom Balkon aus die 10 km-Läufer angefeuert - die Strecke führt nämlich direkt an unserem Balkon vorbei.


Bis dahin war alles gut ... aber in der Nacht konnte Frauchen kaum schlafen. Am Sonntagmorgen dann ziemlichen Brummschädel (und nein, sie trinkt keinen Alkohol), verstopfte Ohren, Erkältung im Anflug. Magen krampfte. Ganz super. Das erste Mal in ihrer "Läuferkarriere" hat sie sich so mies gefühlt, dass sie ernsthaft überlegt hat, nicht anzutreten. Ich habe ihr mit Hinweis auf das tolle Sonnenwetter den Rat gegeben: versuche es, bis Achenkirch, aussteigen kannst Du immer.

Also zehn vor zehn auf den Weg zum Start gemacht. Erste Enttäuschung: die obligatorischen Ziegen waren wieder nicht am Start!  Dank der - aus Frauchens Sicht absolut überflüssigen Werbung und des Staffelwettbewerbs - rund 1.300 Starter war es dieses Mal recht voll. Die ersten km durch Pertisau hinunter zum See sind leicht abschüssig, gut zum Einrollen. Dann geht es immer am See entlang, nach Maurach, Buchau, Achenkirch. Frauchen haderte mit sich und der Welt. Bis sie sich an einen meiner vielen guten Ratschäge erinnerte. Nicht denken "ich muss hier laufen, obwohl es mir schlecht geht", sondern "tolles Wetter heute, ich darf hier laufen, Mann, geht es mir gut".


Und so trabte sie vor sich hin, bis km 10 genau in meiner Marschtabelle mit einem 6:30 min-Schnitt. Herrchen und ich waren da schon per Auto unterwegs nach Achenkirch zum Support-Stopp.
Da kam auch schon Frauchen, und hatte für die 14 km 1:35 Stunden gebraucht. Also unerklärlicherweise auf diesen 4 km im Schnitt 1 min/km langsamer? Ich war sauer, quiekte Frauchen auch ordentlich ins Ohr deswegen. Sie nahm ein paar Schlucke Cola light, dann die neue Wasserflasche. Und lief weiter, also keine Rede mehr von Aussteigen. Denn sie freut sich immer auf den zweiten Streckenabschnitt. Wer die Runde nicht kennt: die ersten 14 km mehr oder weniger flach, Parkweg oder Asphalt. Die zweiten 9 km trailigster, steiler Bergpfad. Da sammelt sie dann immer einen Läufer nach dem anderen ein ...



Das Wetter (sonnig, schwül, ca. 26 Grad) machte vielen zu schaffen. Direkt vor Frauchen übergab sich eine Läuferin in hohem Bogen. Diverse Läufer standen auf der ganzen Strecke und massierten ihre krampfenden Waden. Und direkt beim Einstieg zum Steig rüber nach Pertisau lag ein Läufer, kreidebleich, und bekam gerade eine Infusion gelegt. Hier auch einmal Kompliment und Hochachtung vor dem ganzen Helferteam, das diesen Sonntag sehr viel zu tun hatte. Bestens organisiert, immer jemand zum Helfen in der Nähe.

Auf diesem Singletrail-Stück ist es selbstverständlich, dass der Vordere beiseite geht,  wenn von hinten ein Schnellerer kommt. Und erst recht selbstverständlich, wenn der Hintere höflich ums Vorbeigelassen werden bittet. Aber nicht so bei einer Dame - mit sagen wir mal sehr ausladendem Gesäss - die partout keinen Platz machte. Frauchen schlängelte sich halsbrecherisch vorbei ... nur um dann vom männlichen Begleiter dieser "Läuferin" aufgehaltern zu werden, der ebenfalls mitten auf dem Pfad stand, nicht wankte und wich, und seine Holde fotografierte. Frauchen hätte sehr gern beide disqualifiziert oder zumindest mit einem Schubser in den See befördert, das ist einfach unsportliches Verhalten!

Nach 2:15 Stunden war sie an der Gaisalm und wusste schon - nichts mit der vorgenommenen Zielzeit von 2:45. Denn in 30 min läuft sie die Reststrecke nur in ausgeruhtem Zustand, und nicht mit knapp 18 km "Anlauf". Jetzt ging es "nur noch" darum, einen neue persönliche Bestzeit zu schaffen. Die alte lag bei etwas über 2:52 Stunden. Einen Becher Iso reingekippt, ein bißchen später unsere "Geheimwaffe" (Traubenzucker) .... und los ging´s. Kurz vor der Zielkurve warteten wie immer Herrchen und ich ... die Uhr tickte ... und tickte ... ja, da war sie! Ich schnell aufgesprungen zum Finish, und gemeinsam gingen wir mit 2:50,56 durchs Ziel. Also neue PB geschafft. Unter den Umständen sehr gut! Der Platz leider, nun ja, gegen die starken Kenianer (Plätze 1 bis 3 bei den Herren und Platz 1 bei den Damen) hatten wir halt keine Chance, hüstel. So wurde es Platz 804 von 951 Finishern, und Platz 17 in der Altersklassenwertung.


Noch schnell die Medaille eingesammelt und dann haben wir uns den verdienten Kaiserschmarrn gegönnt!

Ein herrlicher Lauftag am Achensee, schöne Aussichten, abwechslungsreiche Strecke, neue PB - nur Frauchen murrt, weil sie eigentlich schneller sein wollte. Nun gut, hat sie am Sonnntag Gelegenheit dazu - da sind wir schon wieder in den Bergen, dieses Mal zum 10 km-Isarlauf in Lenggries.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 30. August 2016

Die größte Bedrohung für mich ...

Hallo Leute,

Ihr könnt Euch ja gar nicht vorstellen, wie es ist, 28 cm groß, äh, klein zu sein. Und mit Holzwolle gestopft statt mit einer schönen wasserundurchlässigen Haut ausgestattet zu sein. Wegen dieser meiner "inneren Werte"  muss ich mich ja schon sehr vor Wasser hüten. Also nichts mit Bootchen fahren gehen mit @PaulineLaufbaer. Oder mal schnell durch den Regen huschen ...

Sehr gefährlich können mir auch Tiere werden. Als Erstes natürlich Motten. Die hätten mich zum Fressen gern. Aber da passt Frauchen schon gut auf mich auf. Die Katzen von Frauchens bester Freundin hatte ich ja auch schon erwähnt, nicht wahr? Die sehen mich immer so an, als würden sie denken "komisch geformter Kratzbaum" ...

Und last but not least dieses so herrlich treu und kein Wässerlein trübend guckendes Hundilein. Es hört auf den Namen Julie und ist täglich bei Frauchen im Büro zu finden. Ein wirklich nett aussehender Border Terrier. Leider nur erstens recht verfressen (sehe ich etwa so aus, als ob ich ein gigantisches Hundeleckerli wäre????). Und zweitens ganz wild auf alles Quietschende, das hört sich nach Spielzeug an, auf dem man (Hund) gut herumkauen kann. Jedenfalls, ich war ja neulich mit bei Frauchen im Büro. Und habe dort meine weiblichen Fans Gaby und Andrea freudig begrüßt. Naja, ich habe halt eine etwas hohe (manche sagen quietschige) Stimme. Und schon kommt dieses Hundemonster angaloppiert, stellt sich vor Frauchens Schreibtisch auf die Hinterbeine und willl mich schnappen! Das ging den ganzen Vormittag so, ich hatte kaum eine ruhige Minute ...
Jetzt lasse ich lieber Frauchen wieder allein ins Büro gehen. Und arbeite an der taktischen Renneinteilung für den Achenseelauf am Sonntag. Seid gespannt auf den Bericht - ich habe zwei Ziele: erstens eine neue Streckenbestzeit für Frauchen und zweitens drei Kaiserschmarrn für mich!

Bis bald Euer Iwan


Montag, 22. August 2016

Neue Bestzeit beim verregneten Womens Run

Hallo Leute,

am Wochenende waren wir in Frankfurt. Bevor der anstrengende herausfordernde September mit Achenseelauf, Isarlauf, Tegernseelauf kommt, hatte ich Frauchen wieder für den 5 km-Sprint beim Womens Run in Frankfurt angemeldet. Da sind wir ganz gern, waren auch schon beim allererstenMal 2006 dabei.
Ich bin gern "Bär im Korb", Frauchen rackert sich an einer Zeit unter 30 Min. ab, und versucht, die beste Freundin zum Laufen zu animmieren (klappt jetzt nicht mehr), bzw. nicht zu sehr vom 13jährigen Patenkind abgehängt zu werden ....
Nach einer über 3 Stundenfahrt im schönen warmen Auto (nein, die Klimaanlage ist immer noch nicht repariert, Frauchen liebt ja Wärme und was die anderen Mitfahrer davon halten, ist ihr egal!) kamen wir bei Frauchens bester Freundin, in Eschborn, an. Das einzige Problem an dem sehr schönen Gästezimmer und der Rundum-Betreuung: sie hat zwei Katzen. Wer es nicht verstanden hat: zwei - spielwütige - kratzfähige - Katzen. Ich habe also immer geschaut, dass ich weit oben saß und für die beiden Fellträger nicht erreichbar war.
Dann kam der Samstag, und mit ihm dunkle Wolken. Die im Tagesverlauf immer dunkler wurden. Und inkontinent. Es dröppelte immer wieder. Da war schon die Kleidungsfrage schwierig - eigentlich nicht kalt, aber wenn es doch ordentlich regnen sollte, Käppi ja oder nein (sonst sieht Frauchen als Brillenträgerin nix mehr), Regenjacke ja oder nein ...


Meine Vorgabe als Coach war also klar: mit einer Zeit über 30:00 min. braucht sich Frauchen gar nicht erst bei mir sehen zu lassen! Lag es daran, oder weil es regnete ... Frauchen ließ mich allein zuhause zurück! Mit den Katzen! Und ohne dass ich sie coachen konnte! Ich bin immer noch empört ....
Naja, obwohl, die Alternative, nass zu werden, wäre noch schlimmer gewesen. Ich bin ja mit Holzwolle gestopft, und sehr nässeempfindlich.
Also: Frauchen, beste Freundin, Patenkind und deren Freundin kamen mit ausreichend Puffer bei der Commerzbank-Arena an. Letztes Jahr standen sie ja bald eine Stunde für die Startunterlagen an, dieses Jahr ... genau Null Sekunden. Startnummer angebracht, Chip befestigt und dann los über die Wiese, zu den ganzen Ständen, um die verschiedenen Gutscheine einzulösen. Um sie herum nur Pink. Viel Pink. Das waren die Startershirts, die in der Startgebühr von 29 Euro enthalten waren. Diesjähriges Motto: Streckenkönigin. Aber Frauchen zieht erstens nichts auf die Haut an, was nicht vorher einmal gewaschen wurde. Und zweitens sieht einen derjenige, der fotografiert, besser mit einer Kontrastfarbe.
Dann Warten auf den Startschuss - und immer der kritische Blick zum Himmel. Dröppel, dröppel, trocken, dröppel. Also Regenjacke an, aber Käppi - aus Eitelkeit, sie sieht aus wie ein laufender Pilz - weggelassen.


Im Startblock eingereiht. Es wurde immer enger, immer mehr "Sportliche Läuferinnen" wollten weit vorne hin. Aus den vergangenen Jahren wussten wir - nur nicht ehrlich weiter hinten einreihen, dann läufst Du fast die ganze Strecke nur stop-go-umkurven-stop-go. Und dann fing es an zu schütten. Frauchen schon mit den Nerven am Ende, denn sie hatte ja gerade vorher ihr Käppi der Freundin zum Halten gegeben. Und die war nicht mehr zu sehen. Patenkind fummelte noch am mp3-Player herum, noch 30 Sekunden bis zum Start - da kam auf einmal über viele Köpfe und Hände hinweggereicht Frauchens Käppi an. Riesenerleichterung! Die Freundin hatte mitgedacht, super!
Startschuss, losgewetzt - und schon war das Patenkind enteilt. O.k., eigenen Rhythmus finden und gleich mal die ersten "Sportlichen Läuferinnen" umkurven, die schon nach 300 Metern (!) gingen. Platsch platsch. Erster Kilometer in 5:57, also genau nach Marschtabelle. Ab in den Wald - die Strecke in Frankfurt ist größtenteils auf breiten Waldwegen, wo man gut Tempo machen kann. Km 2 bis 4 in jeweils 5:30 plus / minus 2 Sekunden, das sah super aus. Frauchen liebt ja die für ihre Verhältnisse schnellen Läufe nicht sonderlich, aber alles lief rund, sie wollte nur so schnell wie möglich raus aus dem Regen. Was die Runners World in ihrem Bericht so nett mit "ein paar Tropfen" umschreibt, war schon ein kapitaler Schauer. Auf dem letzten Kilometer nochmal ordentlich beschleunigt, und dann war sie nach 28:40 Min. im Ziel. Einerseits glücklich, weil sie erstmals im Wettkampf unter 30 Minuten geblieben war. Andererseits schon etwas frustriert, denn dann hätte sie für den letzten Kilometer 6:10 gebraucht - also 40 Sekunden langsamer als die km vorher, und das bei gefühlter Beschleunigung/Endspurt. Zwei Erklärungsansätze: entweder war die Strecke leicht länger als 5 km (dafür spricht, dass dies bei der ersten Austragung am Stadion so angekündigt wurde und die Strecke noch immer die gleiche ist), oder die km-Schilder auf den ersten 4 Kilometern standen falsch.
Egal - ich bin als Coach sehr zufrieden, als ich meine nassen Ratten in Empfang nehmen konnte. Frauchen wurde 12. in ihrer Altersklasse, und 203. von 2.500 Starterinnen gesamt. Unser Patenkind wurde sogar 2. in ihrer Altersklasse, und 125. gesamt, in 27:09 Minuten.
Und die vielen Gutzis, die die Damen einkassiert haben, wie immer beim Womens Run, habe ich erstmal konfisziert. Und schaue, was ich selbst davon brauchen kann ....
Nächstes Jahr wollen wir übrigens in Berlin starten, Mädelsausflug mit Bär dahin. Vielleicht nimmt ja dann auch @Laufwelt wieder teil?
So, jetzt aber genug mit so kleinen Strecken. Die unterbrochene Vorbereitung auf den Achenseelauf wird jetzt aufgenommen!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 16. August 2016

Typisch top olympische Sportarten

Hallo Leute,

stellt Euch vor, da sind Olympische Spiele, und keiner guckt zu. Weil die interessanten Sportarten (so wie Schwimmen oder Laufwettkämpfe) meist mitten in der Nacht kommen. Vor Ort guckt eh keiner zu, sieht man ja (leider) an den leeren Rängen. Das ist sehr schade für die Athleten, da rackert man sich vier Jahre im Training ab, und dann kriegt man keine Anerkennung von Zuschauern.
Durch diese tollen Sendezeiten habe ich mir halt auch mal andere Sportarten als gewöhnlich angeschaut. Und bin gestern beim Dressurreiten hängen geblieben. Faszinierend! Da trabt und galoppelt so ein Pferd zur Musik durch die Gegend, absolut im Takt zu "Tanze Samba mit mir" ... Weihegold wurde dafür ja auch mit der Silbermedaille belohnt. Durfte dann aber nicht aufs Stockerl - was ich ungerecht finde! Und heute habe ich mir von Frauchens Kollegin, die selbst Dressur reitet, erklären lassen, wie man ein Pferd dazu kriegt, so gar zierlich die Hufe zu heben, graziös abgeknickt. Denn für mich Laien sieht das nicht nach natürlicher Bewegung aus. Und ein "bitte, liebes Pferdchen, knicke doch mal den Huf ab" wird ja nun auch nicht verstanden .... Aber siehe da, es ist tatsächlich eine natürliche "Hufhaltung", wenn das Tier auf der Stelle trabt. Sie hat es uns erklärt mit einem Vergleich zum Laufen: wenn man auf der Stelle läuft, hält man ja auch Bein und Fuß anders, weil man die Vorwärtsbewegung nicht hat. Aha. Again what learned, wie unser Rekordfußballer sagen würde.
Dann habe ich mich neulich, muss ich leider zugeben, beim Tischtennis und Beachvolleyball sehr gelangweilt. Sind halt nicht meine Sportarten. Obwohl die knapp bekleideten Damen ja schon sehr fesch aussehen, hüstel hüstel. Die Schieß-Übertragungen sind ja auch recht seltsam - immer das Bild auf dem Schützen, man sieht nicht, wie viel / ob er getroffen hat. Das muss einem dann der Reporter sagen.
Was ich mir überlegt habe: Könnte man nicht Michael Phelps zu einem eigenen Land erklären? Der hätte dann allein schon mehr Medaillen gewonnen als die deutsche Schwimmmannschaft - er war halt auf den Punkt fit, nicht schon bei den US Trials. Unsere Schwimmer anscheinend leider zu früh, bei den Deutschen und Europameisterschaften.
Insgesamt haben alle teilnehmenden Sportler aber unsere ganz große Anerkennnung! Jeder, der sich jetzt das Maul zerreißt, weil keine Medaille herausspringt, soll erst einmal diese Leistung bringen .. und das Ganze oft als Amateur, oder mit ganz wenig Geld. Oder wie die Marathonläuferin Scherl, neben einem 40-Stunden-Job! Wenn ich da an die Gehälter und Prämien der Fußballer denke, wird mir eh ganz schlecht.
Aber nun zu den drei top olympischen Sportarten, bei denen wir Deutsche sicher ganz oben auf dem Treppchen stehen würden:
  • "Wie kann man nur so schlecht sein" - Niedermachen von allen Plätzen, die nicht Rang 1 bis 3 sind
  • "Respektlos" - Niedermachen von Olympiasiegern, die sich nicht 08/15 verhalten oder vor dem Fernseh-Reporter Männchen machen
  • "Sind doch eh alle gedopt" - Generalverdacht, deswegen Ablehnung aller Sportarten außer Fußball.
So, jetzt muss ich aber wieder vor den Fernseher - Usain Bolt hat gleich seinen Vorlauf über 200 Meter!
Bis bald Euer Iwan