Sonntag, 26. Mai 2019

Sehe ich Geister?

Hallo Leute,

wenn Ihr beim letzten Blogpost richtig hingeguckt habt, und aufmerksame Leser seid, habt Ihr sicher auch gedacht, Ihr seht Geister ..

Nämlich den Geist einer blauen Laufshorts. Im August vor 2 Jahren hatte ich ja Frauchen Lieblings-Laufshorts entsorgt. Die bestand nach 23 Jahren nur noch aus Löchern.


Und jetzt? Jetzt kommt sie mit genau derselben Shorts an ... ein Wunder? Eine Wiederauferstehung? Denn Adidas legt diese herrlich praktischen und bequemen Laufshorts leider nicht mehr neu auf - gut, dass Frauchen sich 1994 mit insgesamt 5 eingedeckt hatte. Zweimal grün, einmal türkis, einmal gelb und eben einmal blau. Die anderen vier werden reihum getragen, die blaue schmerzlich vermisst wegen der Kompitabilität mit farbigen Oberteilen.

Die Rettung kam durch Oma. Das hatte Frauchen ganz vergessen: damals war Oma beim Einkauf mit dabei, und hatte sich diese blaue Shorts auch gekauft. Und dann aber nach einmal Tragen nicht mehr angezogen, weil sie sich darin unwohl fühlte. Jetzt jammerte ihr Frauchen mal wieder vor, wie sehr eine blaue Shorts fehlt - und schon kramte Oma sie hervor. 25 Jahre alt, sieht aus wie neu.

Wenn die genauso lange hält, dann bereite ich mich schon mal auf einen tränenreichen Abschied so circa 2042 vor ....

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 19. Mai 2019

Laufen für Seekühe

Hallo Leute,

seit einigen Jahren nimmt Frauchen immer am "Run for the Manatees"-Lauf teil. Leider nicht in Florida, sondern virtuell am Veranstaltungstag. 5 km durch den Park wetzen, mit Startnummer und Eventshirt.
Das Startgeld geht als Spende direkt an "Save the Manatees", eine Organisation zum Schutz der Seekühe. Man kriegt jedes Jahr ein anders farbiges Shirt, und eine tolle Medaille.
Jedenfalls, wir hatten uns sehr auf unseren 6. "Run für the Manatees"-5 km-Lauf gefreut. Der wäre am 11. Mai gewesen.
Nun ja, war er auch, aber eben nicht für Frauchen. Eine heftige Infektion mit ordentlich Husten machte ihr einen Strich durch die Rechnung.
Aber Ihr kennt mich ja, ausgefallene Läufe werden nachgeholt. Deswegen rannte Frauchen gestern ihre 5 km. Besser gesagt, sie trabte locker, denn ich als besorgter Coach wollte ihr nicht gleich wieder zu viel zumuten. Nach 30:27 min. blieb dann auch die Uhr stehen. Normalerweise eine 5 km-Zeit, bei der ich losschimpfe und den Wochenendkuchen streiche ... aber unter den Umständen o.k. Und ich konnte wieder die letzten Meter mitfinishen, also alles gut.


Schießlich muss ich nun ein zügiges Aufbautraining mit Frauchen durchziehen, denn in 4 Wochen steht ein 31 km-Lauf beim Mozart100 in Salzburg an. Deswegen auch heute ein schöner 2-Stunden-Lauf durch den Wald.

Bis bald Euer Iwan


Freitag, 17. Mai 2019

Plastik beim Paketversand

Hallo Leute,

gestern kam mal wieder ein Paket bei uns an. Die Freude beim Auspacken wurde leider durch den Ärger übertroffen. Der Inhalt war genau der ersehnte, also auf der Seite alles in Ordnung. Damit er aber nicht hin- und herrutschte während des Versandweges, wurde sehr viel von dieser Plastikfolie mit hineingestopft: 

Überflüssige Plastikfolie beim Paketversand
In der heutigen Zeit kann niemand mehr sagen, er habe nicht gewusst, dass die Erde von Plastik überflutet ist. Und Plastik schädlich für die Umwelt ist. Dass Tiere es fressen und daran sterben. Plastik verrottet nicht, Plastik kompostiert nicht. Schon heute befinden sich rund 150 Mio. Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Jede Minute entstehen laut WWF neue 15 Mio. Tonnen Plastikmüll! 

Plastikmüll tötet Tiere als Topthema beim WWF
In vielen Bereichen gibt es noch keine Alternative für Plastik, aber als Stopfmaterial in einem Postpaket? Vor allem bei diesem Inhalt? Besser und umweltfreundlicher wäre
  • zusammengeknülltes Zeitungspapier
  • Packpapier
  • extra für diesen Zweck angefertigte Wellpappe
  • Polsterkissen aus zerschredderten Altkartons
  • Chips aus Maisstärke als Füllmaterial.
Jetzt sitzen wir da und haben die Wahl: diese ungewollte und vermaledeite Plastikfolie zu entsorgen. Und somit zum Plastikmüllberg beizutragen. Keine wünschenswerte Option.
Oder beim nächsten Paket weiterverwenden und damit das Problem an den nächsten Empfänger weitergeben. Auch schlecht. Ebenfalls suboptimal.

Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass wir jetzt zum letzten Mal so eine Plastikfolie gesehen haben! Keine Angst, ich werde jetzt nicht zum Umweltfanatiker, der nächste Post dreht sich wieder ums Laufen. Aber das musste einfach mal aus mir raus ...

Bis bald Euer Iwan

Samstag, 11. Mai 2019

Kann man da einfach nicht mehr mitmachen?

Hallo Leute,

es ist Mai. 11. Mai. Beim Blick aus dem Fesnter, beziehungsweise aufs Thermometer, denkt man aber an ganz andere Monate. Vor einer Woche sind wir nach Frankfurt gefahren, da hat es kurz vor Würzburg geschneit. Ohne Worte. Deswegen hier meine Top 3 der Kommentare zum aktuellen Wetter:
  1. 1970er Jahre TV-Mehrteiler "Der Sommer, der ein Winter war"
    2019 zeitgemäßes Remake "Der Mai, der ein November ist"
  2. Durchsage "Der kleine November möchte im Mai abgeholt werden"
  3. Neuauflage eines Klassikers: "Der Läufer, der aus der Kälte kam"
Ganz ehrlich, liebes Wetter, ich mache da einfach nicht mehr mit. Jawoll. Da kannst Du stürmen, schütten, kalt sein ... interessiert mich nicht. Ich gucke einfach nicht mehr raus. Frauchen kann allein nach meinem Trainingsplan trainieren gehen. Und wenn sie dann mal wieder patschnass und im mehr-oder-weniger-Herbst-Outfit zur Tür reinwill, bin ich halt leider ganz dringend mit etwas anderem beschäftigt ....

Bis bald Euer Iwan

Mittwoch, 1. Mai 2019

Moritzberglauf - passt für "Tag der Arbeit"

Hallo Leute,

wer schon länger meinen Blog liest, erinnert sich vielleicht an Frauchens Start beim Moritzberglauf 2015. Der findet immer am Tag der Arbeit, also 1. Mai, statt . Das ist sehr passend, denn der Lauf ist echte Arbeit. Hier die Strecke:



Sieht so in 2 D gut aus, gell? Die Haken:
  • 10 km, 363 Höhenmeter. Und die sind eigentlich erst auf den letzten 6 km.
  • Ein megafieser megasteiler End-Anstieg.
  • Immer nur rund 100 bis 150 Starter, die größtenteils echte Laufcracks sind. Da sind keine "Hobbyläufer" oder "Freizeitläufer", wie es so schön euphemistisch heißt, am Start.
Frauchen ist vor 4 Jahren Letzte geworden. Mit 1:12,32. Also konnte sie sich platzmäßig gar nicht verschlechtern. Ich habe ihr also gut zugeredet, denn dieser Lauf ist ein prima Training für die anstehenden Bergläufe, die wir so vorhaben. Mozart100 light und Karwendelmarsch ...
Frauchen wollte nicht so recht. Also habe ich sie kurz entschlossen angemeldet. Und dann haben wir beide Herrchen bekniet, dass er mitkommt. Denn der Lauf ist ein Punkt-zu-Punkt-Lauf, und ich hätte ohne ihn, also seinen Transport, nicht mit finishen können.

Heute morgen dann mollige 6 Grad (am Start hatte es sich immerhin auf 9,5 Grad hochgearbeitet). Der Start erfolgte schon quasi mitten in der idyllischen fränkischen Pampa, am Sportplatz des Laufer Stadtteils Schönberg. Und Frauchen wurde schon wieder ganz anders - lauter Cracks, die sich 40 min. vor dem Start warmrannten. Ich lenkte sie ab, indem ich a) die Rehe zeigte (ja, so idyllisch ist es da) und b) die Diskussion aufbrachte: kurze Hose? Windjacke? Und ihr zum Schluss die Jacke entriss und die lange Hose ebenso. Ich bin ja gewieft - frierendes Frauchen rennt schneller, habe ich mir gedacht ...


Der Bürgermeister hielt eine kurze Rede und kündigte an, dieses Jahr zum ersten Mal mitlaufen zu wollen. Er sei zwar sportlich, aber er hoffe wirklich, gut oben anzukommen. Frauchen beäugte ihn und dachte, dass sie mit ihm wohl Konkurrenz um den letzten Platz kriegen würde.

Dann Startaufstellung, und es war wie 2015 - bevor Frauchen auch nur 100 Meter gelaufen war, war der Rest schon weg. Weit weg. Frauchen rannte also tapfer weiter, und legte den ersten km in 5:35 min zurück - für sie ist das das Renntempo flach bei einem 5 km-Lauf! Also Tempo rausgenommen, den nächsten km in knapp 6 min, nochmal Tempo rausgenommen und dann in so 6:15 min die nächsten km gelaufen. Dabei hatte sie dann schon einen Läufer hinter sich gelassen. Also bereits besser als vor vier Jahren!

Der Lauf geht dann durch Schönberg, mitten durchs Feuerwehrfest - alle Besucher und Feuerwehrleute feuerten wirklich toll an, danach raus aufs freie Feld. Und dann sieht man den namensgebenden Berg zum ersten Mal in voller Pracht. Sowie die lange Läuferschlange, die sich dort hochbewegt. Ab km 6 wird es steil. Und obwohl die Sonne inzwischen verschwunden war und es wirklich nicht Frauchens Wohlfühltemperaturen waren, schwitzte sie mächtig. Vor ihr sah sie immer zwei Herren laufen, einen in blau, einen in dunkel. Der winkte sie einmal vorbei, aber da musste sie an einem steilen Pfadstück eine Gehpause einlegen. Das hatte ich ihr ja zum Trainieren aufgegeben: wenn es steil wird, zügig gehen, dann gleich wieder lostraben. So kommt sie am besten auch über die langen Distanzen in den Alpen ... So bei km 7 bis 9 ist das schönste Stück - Singletrail, mäßig ansteigend. Bei km 9 - sie hatte inzwischen den dunkel gekleideten Läufer überholt, das war dann übrigens der Bürgermeister - standen dieses Jahr keine Alphornbläser, sondern ein Akkordeonspieler. Oh Graus, diese Musik ist nichts für Frauchen. Also schnell weitergelaufen, nun auf Asphalt den letzten Kilometer und mir wartendem Coach entgegen. Was sie aber anscheinend verdrängt hatte: da geht es nochmal so richtig steil hoch. Geschätzte 20 % Steigung. Die letzten Reserven mobilisiert, damit sie ihren drittletzten Platz hielt ... dann bin ich aufgesprungen und wir sind locker durchs Ziel getrabt. Knapp 3 min schneller als vor 4 Jahren, damit bin ich hoch zufrieden.


Kurz nach uns kam auch der überglückliche Bürgermeister ins Ziel. Frauchen wollte ihn abklatschten, aber er umarmte gleich mal sie und alle weiteren Umstehenden. Schön, wenn man so glückliche Finisher sieht!

Jetzt nur nicht im Training nachlassen, ich werde sie weiter ordentlich scheuchen.
Bis bald Euer Iwan

P.S. Nachtrag vom 5.5.: Frauchen ist immerhin Zweite in ihrer Altersklasse geworden. Und 122. von 124 Finishern insgesamt ...
P.P.S. Nun habe ich mich auch auf den offiziellen Fotos vom Finish entdeckt. Danke, Daniel Decombe:

Sonntag, 28. April 2019

Nizza an Ostern

Hallo  Leute,

ich bin ja ein schlauer Bär. Deswegen habe ich auch dankend abgewunken, als Frauchen mich mit nach Nizza nehmen wollte über Ostern. Wettervorhersage für Nürnberg: sonnig, sonnig, warm, bis 25 Grad. Wettervorhersage für Nizza: windig bis stürmisch, Ostern wolkig, regnerisch, bis maximal 21 Grad.

Naja, es wurde dann doch etwas besser als befürchtet für meine Menschen. Frauchen lief immerhin gleich dreimal, gleich nach der Ankunft im Hotel und dem Auspacken ging es los. Das Hotel liegt sehr schön, einmal über die Straße und schon ist man auf der Promenade des Anglais. Einmal flach zurück zum Flughafen, den Blick aufs Meer genießen, und wieder zurück sind eine gute Laufstunde.



Samstag waren sie dann in Monaco. Mit dem Bus kostet das sage und schreibe 1,50 Euro pro Person, einfache Fahrt. Dort war es Frauchen aber viel zu voll - zu viele Häuser, zu wenig Natur, zu viele Touristen, zu viel Verkehr ....

 Schön nur der Blick  bis nach Italien:

Sonntag dann erstmal ein bißchen Berglauf-Training. Da gibt es nämlich so einen kleinen Hügel, auf dem früher mal ein Chateau war, da kann man sehr gut mit den vielen Treppen und Auf und Abs Höhenmeter (einfach: 185 über Meeresspiegel) schrubben - immer mit Blick aufs Meer. Nachmittag ging es dann nach Antibes, Yachten gucken:
Der Bus dahin kostete übrigens wieder nur 1,50 Euro, dafür wurde man 1 Stunde durch die Gegend gegondelt. Montag dann noch ein kleines Läufchen, erst Promenade, dann wieder den Hügel hoch ...
Das Ganze übrigens bei sehr starkem Wind. Die Heimreise ging dann - bei meinen Menschen müsste ich inzwischen sagen "natürlich" - nicht ohne Komplikationen ab: dank des verspäteten Abflugs aus Nizza den Anschluss in Frankfurt nicht mehr gekriegt, und dann halt mit 4:45 Stunden Verspätung wieder in Nürnberg eingetroffen.

Da hatte ich es doch besser, ich habe mich 4 Tage in der Sonne geaalt. Und mich an den ganzen Joghurteiern ergötzt, die ich bei Frauhen konfisziert hatte. Geht ja gar nicht, am Mittwoch steht immerhin der erste Berglauf der Saison an!
Bis dahin Euer Iwan

Sonntag, 14. April 2019

Mein erstes Mal: parkrun

Hallo Leute,

gestern ist Frauchen zum ersten Mal bei einem parkrun gestartet. Ihr kennt das Konzept?  Weltweit, immer 5 km, immer kostenlos, von Freiwilligen organisiert, jeden Samstag, immer in einem Park.
@Laufwelt hatte uns darauf gebracht, sie ist eifrige Starterin und Helferin dort. Eigentlich sollte Frauchen ja schon letztes Jahr in Berlin beim Hasenheide parkrun ihre Premiere haben, als sie zur Leichtathletik EM dort war ... es ging sich aber nicht aus.
Nun sind 5 km Streckenlänge für Frauchen eher suboptimal - da ist sie in der Regel gerade erst warm geworden. Sie trabt halt lieber langsam und lange vor sich hin. Für mich als Coach kam es daher gerade recht, so war sie gezwungen, genau aus diesem "langer Lauf"-Trott mal rauszukommen.
Samstag der 13. kam, und mit ihm der Winter zurück. 3 Grad und eisiger Ostwind. Aber wenigstens schien die Sonne. Die Strecke ist einfach - eine Runde rund um den Wöhrder See in Nürnberg (der ist demnach nicht ganz so groß wie sein österreichischer Namensvetter ...). 
Aussicht und Stimmung waren gut, lauter nette Leute, insgesamt waren 66 am Start versammelt. Darunter ein kälteresistenter Londoner (kurz und Singlet), ein Hund (der auch vor Frauchen finishte), diverse Gesichter, die man schon von anderen Läufern hier in der Region kannte.
Frauchen hat ja ziemlichen Trainingsrückstand, deswegen war ich dann mit der Zeit von 29:45 min sehr zufrieden. Alles unter 30 min auf 5 km ist für uns gut. Krass war nur, als sie auf km 3 bis km 4 hinter sich Darth Vader hörte! Ein Läufer, der so laut und rasselnd atmete ... sie dachte, er fällt gleich um. Und der ließ sie dann am Anstieg zur Eisenbahnbrücke, eigentlich für Frauchen immer gut zum "Läufer einsammeln", einfach stehen! Naja, sie tröstete sich damit, dass sie seinen rasselnden Atem dann nicht mehr hörte ...
Gefinisht, tapfer dem angebotenen Kuchen widerstanden und im Trab zurück nach Hause. Denn Samstag ist Einkaufstag bei uns. Und der erledigt sich nicht von selbst.
Fazit: eine gute Idee, dieser parkrun. Wir werden bei künftigen Wochenendtrips immer schauen, ob dort ein solcher Lauf stattfindet. Demnächst sind wir in Nizza - dort leider nicht - und in Frankfurt - dort ja.
Das Resultat des schnellen parkruns gestern: heute schwere Beinchen beim langen Lauf. Und ich habe sie wirklich gescheucht, durch den Wald hier, diverse Steigungen hoch und runter. Denn - hüstel - ich habe Frauchen nämlich für den Mozart100 light angemeldet. 31 km und 1.140 Höhenmeter. Dazu demnächst mehr.
Bis bald Euer Iwan