Montag, 24. September 2018

Bergwoche ohne Happy end

Hallo Leute,

da denkt man doch, aller guten Dinge sind drei. Triftt sicher oft zu, aber leider nicht auf den Tegernseelauf und Frauchen. Die letzten zwei Jahre war sie angemeldet, aber das Wetter zu grottig. Und sie ist nun mal keine Regenläuferin. Dieses Jahr habe ich sie also mit dem dezenten Hinweis angemeldet, sie solle nun aber wirklich mal starten! Tja, was rede ich ... wir hatten eine traumhafte Bergwoche, tolle Vorbereitung, und dann gestern morgen 11 Grad, Schauer, eisiger Wind. Und Frauchen nur - auf die Wettervorhersage vertrauend (hahaha) - eine kurze Hose dabei. Also wieder nix. Ich wollte sie ja noch aus dem Auto scheuchen, wir waren hingefahren, aber nach kurzem Lage-Check hat sie mich einfach auch mal vom Beifahrersitz geholt und in den Wind gehalten. Brr!
Dafür war ich mit den Tagen davor sehr zufrieden. Sonne pur und zwischen 24 und 28 Grad.
  • Wir sind Sonntag in Lenggries eingetroffen und es gab ein kleines Läufchen an der Isar bis Arzbach und auf der anderen Seite wieder zurück. So zum Aufwärmen. Ich dagegen hatte mich schon mit meiner Lieblingsbeschäftigung warmgemacht: Kuchen vertilgen! Denn gleich zur Ankunft stand ein schönes Stück Zwetschgenstreusel bei uns in der Pension. Die Wirtin weiß eben, was Bär braucht ...
  • Montag dann ein kurzer Ausflug zum Achensee. Dort die Strecke Pertisau - Falzthurnalm - Gramaialm - Richtung Lamsenjochhütte bis es in die steilen Serpentinen geht und zurück gelaufen. Runde 450 Höhenmeter in Karwendelkulisse. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, da sind die knapp 2,5 Laufstunden im Flug vergangen. Und danach haben wir uns gleich mal einen ordentlichen Kaiserschmarrn gegönnt!
  • Dienstag war Wandertag. Frauchen ist auf den Kompar gestiegen, rund 1.000 Höhenmeter, mit Rundblick in die Eng, ins Karwendel, mit Sichtung von insgesamt 7 Gämsen und 2 Murmeltieren. Letztere hätten sehr gut genährt ausgesehen, um nicht zu sagen, sehr rundliche pelzige Hinterteile beim Hoppeln über die Bergwiese gezeigt!
  • Mittwoch habe ich als verantwortungsbewusster Coach einen Regenerationslauf angesetzt. Von Lenggries aus den Höhenweg nach Arzbach, runter an die Isar, dort bis Bibermühle, wieder hoch durch den Wald nach Wackersberg, von dort in großer Schleife zur Waldherrnalm, über die Wiesen auf Brauneck und Benediktenwand zu, dann wieder zurück nach Arzbach und den Höhenweg nach Lenggries. Nicht wirklich Höhenmeter, aber immer wieder giftige kleine Anstiege, hehehe. Solange Frauchen damit beschäftigt war, diese rund 22 km abzureißen, habe ich mich einem leckeren Eisbecher gewidmet. Ihr wisst schon, den Haitibecher mit 4 Kugeln, vielen frischen Früchten und ordentlich Sahne obendrauf ... 
  • Donnerstag war wieder Wandertag. Aufs Brauneck, den Hausberg von Lenggries. Im direkten Anstieg hoch - 800 Höhenmeter. Und ich musste leider konstatieren, dass Frauchen nachlässt! Ihre Bestzeit liegt da bei genau 61 Minuten, dieses Mal hat sie 80 Minuten gebraucht. (Gut, die Bestzeit stammt aus dem Jahr 1997 ... aber trotzdem!) Dann ging es durch die Massen von "Bergtouristen", die alle mit der Seilbahn hochgeschaukelt wurden, Richtung Latschenkopf. Also nochmal mit Anstieg und Gegenanstieg usw. über 200 Höhenmeter. Und weil´s so schön war, ist sie dann statt wie von mir geplant oberschenkelschonend mit der Seilbahn herunterzufahren gewandert. Natürlich nicht direkt, sondern über Florihütte, Kotalm, Wegscheid und dann die  knapp 3 km durch die Wiesen bis zur Talstation - denn da stand ja intelligenterweise das Auto.
  • Freitag dann der Höhepunkt - ein Trailrun mit gleich drei Gipfeln: Von der Waldherrnalm hoch zum Heiglkopf (41,58 Minuten, fragt nicht nach dem Pulswert nach diesen 500 Höhenmetern), im Auf und Ab über Blombergkreuz, -bahn und -haus Richtung Zwiesel. Das waren dann nochmal 200 Höhenmeter on top. Dort den letzten schönen Sommertag beim Rundblick ins Voralpenland bzw. ins Gebirge bei einer langen Rast genossen, während ich im Tal schon einmal den Belohnungskuchen besorgt habe: Sachertorte für mich, Rüblikuchen für Frauchen. Dann ging es die über 700 Höhenmeter überraschend gut wieder hinunter. Insgesamt eine schöne Runde mit tollen Aussichten, steilen Waldwegen und Trailpassagen unter anderem über Almwiesen.

  • In der Nacht kam dann der Wetterumschwung, aus war es mit dem Sommer. Samstag war dann nur noch Einlaufen für den geplanten Tegernseelauf angesagt, bei immerhin doch noch 14 Grad. Unten ging weiterhin kurz, oben statt des einen Shirts der vergangenen Tage dann eben Shirt, Langarmshirt, Wind-/Regenjacke. Frauchen drehte ihre letzte Lenggriesrunde des Jahres wieder an der Isar, die bewährten 7 km Bretonenbrücke - Lenggries und auf der anderen Isarseite zurück.
Tja, eigentlich eine wunderschöne Woche, leider ohne den geplanten krönenden Abschluss. Schade. Eines habe ich Frauchen aber schon gesagt: nächstes Jahr keine Anmeldung mehr - das ist sinnlos, es klappt ja doch nicht.
Übrigens, heute nacht hat es auf dem Brauneck geschneit, also da, wo Frauchen Donnerstag noch im Sommeroutfit schwitzte ...
Bis bald
Euer Iwan

Samstag, 15. September 2018

Zurück aus der Klinik

Hallo Leute,

das Leben ist schön! Mir geht es gut! Ich bin ja so etwas von erleichtert, die letzten Tage überstanden zu haben ...
Mittwoch war es soweit: Frauchen brachte mich in die Klinik. Zu einem Bärendoktor, denn ich hatte ein Loch in der Tatze, das immer größer wurde. Und meine Schnauze löste sich auch so langsam auf. Böse Zungen behaupten ja, das käme davon, dass ich besagte Schnauze immer überall reinstecken würde, aber das weise ich natürlich entschieden zurück!

Es waren einfach Alterserscheinungen ... hüstel, ich bin ja nun auch schon 53 Jahre alt. Und das viele Herumreisen sowie Mitfinishen bei Läufen strapaziert ja ebenfalls. Also hieß es: entweder einrücken zur OP, oder für immer zuhause auf dem Regal sitzen. Letzteres kam für mich nicht in Frage, denn da gibt es ja keinen Kaiserschmarrn!
Die Bären- und Puppenklinik ist von uns aus runde 64 km entfernt, aber größtenteils über Landstraße. Während mich Frauchen dahin gefahren hat, habe ich auf einmal keinerlei Beschwerden mehr verspürt. Aber Frauchen wollt es doch durchziehen.
Die Untersuchung war sehr würdelos. Hatte mir Frauchen zuhause schon mein Oberteil ausgezogen, zog mir die Bärendoktorin vor Ort gleich auch mal meine Hose aus! Ja, wo sind wir denn? Natürlich will sie wohlgeformte Bärenhinterteile wie meines bewundern, kann sie doch gleich sagen ... denn verletzt war ich ja nur an einer Vorderpfote und an der Nase! Aber dann ... dann bekam ich einen Abholzettel auf den Bauch geklebt! Und Frauchen ging! Es war ihr anzusehen, dass sie sich sehr unwohl fühlte .... und was mir meine Kumpel heute erzählt haben, war sie auch 3 Tage lang ein Nervenwrack. Geschieht ihr recht, mich einfach zurückzulassen!
Die nächsten 3 Tage streiche ich auch lieber aus meinem Gedächtnis. Die meiste Zeit war ich allein in der Kammer ... wobei, "allein" trifft es nicht so ganz. Denn um mich herum lagen diverse Puppen, nackt, in verschiedenen Größen. Kein einziger Bärenkumpel. Und das Schlimmste (ich kam mir vor wie bei "Walking Dead" bzw. "Frankenstein") - da lagen lauter einzelne Beine, Arme, Köpfe herum! Gruselig, kann ich Euch sagen.
Die OP selbst war relativ schmerzfrei. Und dann begann das Warten ... Frauchen hatte als Abholtermin Samstag 10 Uhr ausgemacht. Ab 9 Uhr lauschte ich auf die Klingel und hoffte, dass sie wirklich kommt ... 9:59 Uhr das erlösende "Klingeling"! Als endlich die Tür aufging, schaute Frauchen erstmal sehr ängstlich um sich. Als sie mich dann erspähte, hellte sich ihr Gesicht auf. Auf mich zustürzen, der ich immer noch nackt da herum lag, und am liebsten gleich raus, das war ihr Wunsch. Aber erst noch den Abholschein vergleichen ... als ob es noch einen Zweifel gab, dass wir zusammengehörten, so verzweifelt / erfreut klammerte ich mich an Frauchen!
Draußen grapschte ich dann gleich nach meiner Jogginghose, die Frauchen glücklicherweise mitgebracht hatte - Schluss mit würdelosem Nackt-Herumlaufen-Müssen!
Zuhause erst einmal großes Hallo all meiner Bärenkumpels. Aber ich kann Euch sagen - auch wenn ich jetzt um Jahre jünger aussehe - so eine Schönheits-OP möchte ich so schnell nicht wieder haben! Und zur Erholung fahre ich ganz allein morgen mit Frauchen in die Berge. Mal sehen, wie viele Trost-Kaiserschmarrn ich ihr abschwätzen kann ... sie darf ja nicht, Sonntag in einer Woche steht der Tegernseelauf an. Ich werde berichten.
Bis bald
Euer Iwan

Montag, 10. September 2018

Isarlauf: Berge können auch schön ...

Hallo Leute,

vor einer Woche waren wir ja am Achensee - "patschnass, hurra" sozusagen. Dauerregen. Nun waren wir wieder von Freitag bis Sonntag in der Gegend, dieses Mal in Lenggries. Der Isarlauf stand an.
Und das Wetter zeigte, was es kann - herrliche Spätsommertage. Also genau Frauchens Wetter. Nicht dass ich es nicht auch genießen würde ....
Ansonsten bin ich ernsthaft am Überlegen, meine Aufgabe als Frauchens Coach niederzulegen. Zurückzutreten sozusagen. Da bereite ich sie akribisch auf den 10 km-Lauf vor. Strecke flach. Nur eine Kurve auf der ganzen Strecke. Also absolut bestzeitenverdächtig. Und was macht sie? Torpediert meine Bemühungen:
  • "kleine" Bergtour mit Oma am Samstag, "nur" 650 Höhenmeter (aber die sehr steil)
  • danach ein Rieseneisbecher, mit ordentlich Sahne obendrauf:
  • nach dem Carboloading (Kässpatz´n) dann noch den von der Pensionswirtin spendierten Zwetschgendatschi weggeputzt
  • und ich konnte nichts dagegen machen!
Am Sonntag dann wieder Start am Kalkofen in Lenggries. Die Halbmarathon- und 30 km-Läufer starten in Bad Tölz, laufen entlang der Isar hoch bis Lenggries (bzw. Langeneck), Wendepunkt, dann auf der Strecke, die auch die 10 km-Läufer haben, zurück nach Tölz.
Das Startgeld von 19 Euro ist offen gesagt überteuert - dafür gibt es nämlich nur die Medaille, und Strecken-/Zielverpflegung. Andererseits ist diese Zielverpflegung selbstgebackener Kuchen (jammjamm), und der Lauf wird vom dortigen Sportverein gestemmt. Und die Strecke ist wirklich sehr schön.
Der Start ist schon mal ganz anders als man es von vergleichbaren Rennen kennt. Genau 1 Dixieklo, lange Schlange davor. Start war für 10:35 Uhr angesetzt. Der Startbogen steht, sonst nichts ... keine Musik, kein Offizieller. Der schlendert gegen 10:32 Uhr mit Megaphon in der Hand herbei, stellt sich auf den Hügel beim Kalkofen, spricht ein paar warme Worte, koordiniert die Uhrzeit per Telefon mit der Zeitmessung in Tölz (denn leider Bruttozeitmessung!), zählt von 10 herunter und sagt "los". Das wars. Die Läuferin neben Frauchen, das erste Mal dabei, war etwas fassungslos.
Oma und ich sprangen ins Auto, um nach Tölz zu fahren und dort Frauchen zu erwarten. Die rannte mit schweren Beinen (Bergtour, erwähnte ich das schon mal?) los. Meinte aber, sie sei gefühlt sehr schnell unterwegs. Bei km 5 der Blick auf die Uhr und weg war die Illusion: 30:08 min. Die erstrebte Zeit unter 1 Stunde rückte in weite Ferne, von einer neuen PB mal ganz zu schweigen.
Die Muskeln in den Beinen jammerten vor sich hin, Frauchen funkte ein "Durchhalten, ist nicht mehr weit, los, rennt" nach unten. Bei km 9 hatte sie genau 54:00 min. Also innerlich jaulend noch mal ein bißchen Gas gegeben und bei 59:51 min (nach ihrer Uhr) bzw. 59:58 im (Bruttozeitmessung) über die Ziellinie gegangen. Ich bin immer noch sauer, dass sie eine bessere Zeit durch ihr unvernünftiges Verhalten verschenkt hat! Und habe mich auch nicht von dem leckeren Aprikosenstreuselkuchen ablenken lassen, den es im Ziel für Läufer und ihre Coachs gab!
Mit ihrer Zeit wurde sie 128. von 206 Finisher, 42. von 95. Damen und 4. in ihrer Altersklasse. Das wäre ja o.k, aber die Zeit ... nun ja.
Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 4. September 2018

Achenseelauf - so kalt und schön

Hallo Leute,

dieses Jahr stand er zum sechsten Mal an (angemeldet war Frauchen zwar zum siebten Mal, aber ein Jahr musste sie wegen Verletzung passen) - der Achenseelauf, nach Eigenwerbung Österreichs schönster Panoramalauf. Stimmt, bei gutem Wetter auf jeden Fall. Denn dann sieht es dort so aus:

Herrliche 23,2 km um den See, der sich wie ein Fjord in die Landschaft schmiegt. 14 flache Kilometer zu Beginn, Parkweg oder asphaltiert, dann 9 km Singletrail / Steig. Dieses Jahr wollten wir uns wieder mit Trailbirdie treffen, die ja unsere Leidenschaft für Kaiserschmarrn und nette Trailläufe teilt. Wir sind bei schönstem Sommerwetter mittwochs hier losgefahren, abends konnte Frauchen noch einen netten kurzen Berglauf bei herrlicher Abendsonne machen. Das war es dann aber auch mit dem gutem Wetter .... Irgendwie verhext. Donnerstag und Freitag und Samstag bis nachmittags Dauerregen, Landregen, Schauer, Nieselregen. Also alles was das Herz begehrt - nicht! Dazu wurde es sukzessive kälter, sodass ich meine Schnauze wohlweislich gar nicht erst rausgesteckt habe. Hätte ich aber besser, denn Frauchen war Samstag so frustriert und bewegungssüchtig, dass sie nach dem ersten Treffen mit Astrid erstmal einen Berg hochgewandert ist. So viel zum Thema "Tapern", aber was rede ich ... jedes Jahr das Gleiche!
Sonntag sah es dann so aus:



Und Frauchen hatte sich prompt eine Erkältung eingefangen. Halsschmerzen. Ich hätte sie am liebsten rund gemacht mit "hab ich Dir ja gleich gesagt!", aber als verantwortungsbewusster Coach habe ich sie aufgebaut, motiviert, beruhigt. Dann die Frage der Klamottenwahl - quer über den Balkon mit einem Läufer gefachsimpelt, der schon zum elften Mal dabei war. Und sich für kurz / kurz entschied. Frauchen lief unten kurz, oben mit Regenjacke (man weiß ja nie) und Halswärmer und Ohrenwärmer - die Erkältung stach  nämlich auch in den Ohren. So steht sie normalerweise im Winter am Start, aber doch  nicht Anfang September!
Leider haben wir Astrid dann am Start gar nicht gesehen, die Ziegen aus den Vorjahren fehlten auch. Dafür waren rund 1.300 Läufer am Start, trotz der inzwischen saftig angehobenen Startgelder. 40 Euro sind es nun, man kriegt zwar auch ein ordentlich gefülltes Startersackerl:

Aber trotzdem - in wenigen Jahren um fast 50 % anheben, ist schon heftig. Und was Frauchen massiv stört: der Staffellauf - bis Achenkirch hat sie einige überholt, und sich gefreut ... die steigen aber aus, der zweite, "frische" Läufer kommt und will dann auf dem Steig die müden anderen Läufer überholen - da gab es dieses Jahr wieder recht unschöne Szenen.
Aber noch sind wir nicht am Steig, sondern gerade mal losgelaufen, Richtung Maurach, immer schön am See entlang. Ich konnte Frauchen gut vom Hotelzimmer aus sehen ... naja, rund und schwungvoll laufen sieht anders aus. Sie schont sich hoffentlich mit ihrem Halsweh! Dass sie nicht ganz sie selbst war, merkte sie dann direkt hinter Seepitz - da lag nämlich 1 Cent auf der Laufstrecke. Normalerweise bückt sie sich nach jedem Geldstück, aber heute nicht. (Spoiler: Nachmittags sind sie dann zum Minigolf nochmal den Weg nach Maurach spaziert, da lag das Centstück noch da und Frauchen hat es dann eingesammelt ...)
Nun ging es weiter, am neugebauten "Atoll" vorbei - Danke an diejenigen, die den Uferweg mit ordentlich tiefem Schotter aufbereitet haben! Alles lief im Gänsemarsch rechts oder links. Dann ereignislos bis Achenkirch, nur der sehr kalte Gegenwind störte. Dieses Jahr war ich nicht mit hinübergefahren, das Wetter sah  mir zu regenrisikoreich aus. Herrchen stand wie immer da, reichte die (fast explodierende) Cola light-Flasche für ein bißchen Koffein-Dpoing, dann die neue Wasserflasche.
Die Durchgangszeit für 14 km: 1:35:29,1 - ich hatte eigentlich auf eine 1:30 gehofft. Aber nicht bei den Umständen. Weiter ging es zum Beginn des Steigs - darauf freut sich Frauchen jedes Mal. Durch den Dauerregen der letzten Tage war es allerdings so nass und glitschig, dass erstmals ein Überholverbot für den Abschnitt Achenkirch / Gaisalm ausgesprochen wurde.
 Es waren auch sehr viel mehr Helfer von der Bergwacht usw. auf der Strecke als sonst. Man kam nur dann an langsameren Läufern (oder unsicheren, je nachdem, wie man es nennen will - da gab es leider viele, die mit Sohlen ohne Grip unterwegs waren) vorbei, wenn sie selbst einen vorbeiließen. Prompt kam dann eine Staffelläuferin mit Musik auf den Ohren von hinten, und rempelte sich an allen vorbei nach vorne - immun gegen Hinweise auf das Überholverbot und dass es vielleicht gefährlich sein könnte. Ging ja nochmal gut, nur klebte Frauchen dann die Stiegen bergab hinter einem sehr unsicher tastenden Mann, sodass sie hier eher Zeit verlor.
An der Gaisalm war abzusehen - die Zeit wird wieder mal nicht unter 2:50, aber auf jeden Fall unter 3:00 Stunden. Und das war mein Minimalziel. Weiter ging es, Frauchen robbte sich dann doch noch an dem ein oder anderen Läufer vorbei. Jetzt kam nämlich noch kurz die Sonne heraus, prompt wurde es gleich sehr warm.
Ich stand mit Herrchen wie immer an der vorletzten Kurve, um aufzuspringen. Da kam sie ange... nein, "laufen" konnte man diesen unrunden "Watschel/ Holper-Gang" beim besten Willen nicht nennen. Aber immerhin nicht gehend! Aufgesprungen, und ins Ziel "gespurtet":




Wobei ich gleich einmal den hervoragenden Sprecher loben will. Der hat nämlich gleich erkannt, welche großartige Leistung ich vollbracht habe! Gut, er nannte mich zwar "Petzi", aber ich wurde mehrfach erwähnt und bekam auch eine eigene Zeit zugesprochen: "Petzi in 2:52:10 im Ziel, Anette in 2:52:11,2". Ich ließ mir auch gleich die Medaille umhängen. Frauchen wurde 826. von 944 Startern, 235. von 305 Frauen und 14. in ihrer Altersklasse. Die Zeit war die zweitbeste, die sie am Achensee bisher gelaufen ist. Und der Abstand zur Damenschnellsten mit 1:05 Stunde war kleiner als sonst - also eigentlich ein gutes Ergebnis!
Trailbirdie war natürlich sehr viel schneller - 2:16 - Glückwunsch! Noch schnell das gemeinsame Foto, dann sind wir ins Hotel marschiert, Astrid zum Duschen / Umziehen / Auto holen.
In der Zeit hatten wir schon den wohlverdienten Kaiserschmarrn geordert, den wir uns dann schmecken ließen ... schon eine nette, auf jeden Fall eine wohlschemckende Tradition. Dann hieß es schon wieder Abschied nehmen ...

Ich bin aber dabei, Astrid zu überzeugen, nächstes Jahr mit uns wieder beim Karwendelmarsch zu starten - der ist nämlich am 31. August und damit keine Kollision mit irgendwelchen wichtigen persönlichen Terminen!
So, jetzt hoffe ich aber nächstes Wochenende auf besseres Bergwetter, da sind wir wieder unten, dann zum Isarlauf in Lenggries!
Bis dahin
Euer Iwan


P.S. Hier könnt Ihr Astrids Bericht nachlesen (übrigens auch mit Kaiserschmarrn-Foto, den mögen wir beide zum Fressengern ...)

Sonntag, 19. August 2018

Nutze Dein Leben, Du hast nur eines

Hallo Leute,

heute bin ich mal nicht der Gute-Laune-Bär, der zu allem einen sarkastischen Spruch auf Lager hat. Diese Woche hatte es leider in sich. Abgesehen von einigen Krebserkrankungen im Bekanntenkreis - was ja schon schlimm und niederdrückend genug ist - gab es einen überraschenden Todesfall im engen Familienkreis. Ein austrainierter Marathonläufer, Sprinttriathlons absolviert, Sonntag Geburtstag gefeiert, stirbt einen Tag später mit 48 an Herzversagen. Letzter Gesundheitscheck im April, absolut alles i.O.
Das bringt einen doch sehr zum Nachdenken. Wie schnell alles vorbei sein kann. Frauchens Vater ist ja mit 51 beim Radtraining tödlich verunglückt. Deshalb kann ich nur sagen: genießt jeden Tag. Macht aus jedem Tag das Beste. Ärgert Euch nicht über Sachen, die Ihr nicht ändern könnt. Ändert Sachen, über die Ihr Euch ärgert oder die Euch aufreiben. Beruf, Beziehung, Freizeit - das betrifft alles. Und passt gut auf Euch auf.
Bis bald
Euer sehr nachdenklicher und trauriger Iwan

Sonntag, 12. August 2018

Hindernis"lauf" zur Leichtathletik-EM 2018

Hallo Leute,

Frauchen war mit ihrer besten Freundin in Berlin, zur Leichtathletik-EM. Ich war nicht eingeladen .... nun ja, wer will auch schon die besten Läufer und Athleten Europas sehen? Ich doch nicht! Pffft!
Losgehen sollte es Donnerstag früh, Frauchen hatte einen Flug gebucht über Lufthansa, Eurowings 8 Uhr nach Berlin, denn sie hatten Karten für die Morning Session ab 10 Uhr (erster Tag der Siebenkämpferinnen). Rückflug dann Samstag Nachmittag mit Lufthansa über Frankfurt - direkt geht da samstags nichts - waren das noch seilige Zeiten mit Air Berlin ...
Seit Buchung mehrfache Abflugänderungen, zuletzt sollte es 8:20 Uhr losgehen. Frauchen war also (ohne mich, hatte ich das schon einmal betont?) pünktlich am Flughaben, eingecheckt, kleines Köfferlein aufgegeben, und wartete mit neuem Buch am Gate. "Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Flug Eurowings xyz nach Berlin Tegel annulliert ist". Wie bitte? Erstmal runter zum Lost&Found, dort sollte man das aufgegebene Gepäck abholen. Die wussten leider von nichts, auch nicht, dass die Maschine überhaupt annulliert war .... Also dann erstmal zum Eurowings-Schalter. Gefühlte 30 Parteien vor Frauchen. Endlich dran. "Also: entweder LH über München, dann 13 Uhr in Berlin, oder EW über Düsseldorf, kurz nach 12 Uhr in Berlin." "Dann München, mit Düsseldorf immer schon üble Erfahrungen gemacht." Klopf, Tipp, Hämmer auf Tastatur. "Geht nur über Düsseldorf". Also bestätigt, zurück zum Lost&Found, Köfferlein geholt, wieder zum Check in, neu aufgegeben ... dann zur Sicherheitskontrolle. Stopp, da war ja die frisch gekaufte Halbliterflasche Cola light. Die Zeit drängte, Frauchen ist geizig und wollte die Cola nicht verkommen lassen ... und leerte unter den zunehmend fassungslosen Blicken der Umstehenden die Flasche ohne abzusetzen. Ja, was halt so ein trainierter Läufer ist!
Maschine nach Düsseldorf leicht verspätet. Dann mit Bus hingekarrt worden. Irritierte Blicke der Meisten, Nostalgiegefühle bei Frauchen - es war noch eine noch-nicht-umgespritzte-alte-Air-Berlin-Maschine. Losgeflogen, gelandet. Soweit, so gut. Nächstes Boarding 10:35 Uhr, nun war es 10:10 Uhr, also wohl kein Problem ... mit Bus ans Terminal, erster Halt die "Endstation Düsseldorf"-Passagiere, zweiter Halt die Mehrzahl, die "Umsteiger". Rein durch die Glastür ins Terminalgebäude, im durch die Sonne aufgeheizten Glas-Treppenhaus hoch. Oben war nur leider die Tür ins Terminal abgeschlossen. Und unten inzwischen auch zu. Und kein Offizieller zu sehen .. Ungläubiges Gucken, bis es auch jeder der ca. 30 Wartenden kapiert hatte: "Du kommst hier nicht raus!" Mit Winken und Wedeln (denn wen hätte man denn anrufen sollen?) auf sich aufmerksam gemacht. Von draußen hielt dann einer, guckte rein und meinte "Oben durchgehen, bitte!" "Geht nicht, ist zu" "Muss offen sein!" "Ist es aber nicht!" Selbst hochgegangen, überzeugt. "Ich rufe jemanden ..." Auja, tolle Idee. Inzwischen 10:35 Uhr. Endlich offen, losgewetzt. Hechelnd das richtige Gate gesucht und gefunden. Verspätung. Wozu rennt man denn?
Mit 10 Minuten Verspätung einsteigen. Frauchen hatte den allerletzten Sitzplatz, letzte Reihe, ganz außen. Durchkämpfen. Was viele Mitreisenden unter "Handgepäck" verstehen, ist schon interessant. Und nein, man kann keinen 1 m-Koffer in das Fach über den Köpfen quetschen ... Tja, alle saßen. Boarding completed. Und es tat sich ...nichts. Bis sich der Captain meldete und meinte "wir würden uns sicher schon wundern, warum es nicht losgeht" Ja, Frauchen wunderte sich ... "Gucken Sie mal nach links, da ist ein Feuerwehreinsatz. Daher derzeit keine Losroll-Erlaubnis". Na gut, war eh schon zu spät für die Morning Session. Frauchens Freundin, aus Frankfurt kommend, war gut gelandet, hatte dann nach nur 1,5 Stunden Wartezeit auch schon ihren Koffer erhalten und war erstmal ins Hotel gefahren. Um dort auf Frauchen zu warten ... die in ihrer Maschine in Düsseldorf saß und auch wartete ...
Endlich ging es los. Flug ereignislos. Landung auch. Bloß dass der Flieger dann weder an einen Rüssel heran rollte noch auf eine Parkposition. Sondern halt mal da rum stand. Bis sich der Captain wieder meldete und meinte "die haben uns wohl schon abgeschrieben ... es ist keiner da, der uns auf die Parkposition winkt". Irgendwann kam dann auch der, und - oh Wunder - tatsächlich auch ein Bus, um die Passagiere zum Terminal zu fahren. Tja, aber doch nicht die aus den letzten Reihen! Bus voll, losgefahren, und anscheinend haben sie in Tegel nur einen Bus. Denn es dauerte genau 7 Minuten, bis der wieder auftauchte und die restlichen Passagiere zum Terminal brachte. Wo schon Frauchens Koffer fröhlich seine Runden drehte - ganz im Gegensatz zur Wartezeit bei Frauchens Freundin.
Dann nur noch zum Hotel nahe Ku´damm fahren, und schon war Frauchen bereit für die EM - zwar statt 10 Uhr halb zwei, und ziemlich entnervt, aber doch mit viel Vorfreude.
Sie hat ordentlich angefeuert, die Medaillenausbeute war gut, sie hat auch den Dreikampf aus 1. überhitzte S-Bahn-Fahren 2. "Bulette-in-Schrippe"-Essen (für uns Süddeutsche Frikadellenbrötchen) und 3. Nicht-dem-Shopping-Fieber verfallen gut gemeistert.
Und hier noch ein paar etwas andere Fotos mit etwas anderen Athleten - denn wie Ihr wisst, sind wir ja Duck-Fans:


Diese Plakate hingen übrigens im Olympiastadion!
So, nun aber Spaß beiseite, Trainingsernst her ... in drei Wochen ist Achenseelauf.
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. August 2018

Lächeln oder Stöhnen, was hilft mehr?

Hallo Leute,

36 Grad, und es wird immer heißer .. genau unser Wetter!Alles ächzt und stöhnt, nur Frauchen trabt begeistert durch die Gegend. Mit super Pulswerten, ich checke das ja immer ganz genau.
Was uns aber auffällt: wirklich alle stöhnen, ächzen, jammern. "So heiß", "unerträglich", "ich zerfließe" ....ja, und? Glaubt Ihr etwa, durchs Jammern wird´s kühler? Falls ja, müsst Ihr jetzt ganz stark sein: nein, wird es nicht! Nur wird Euch die für Euch unangenehme Situation noch stärker bewusst.
Ich lese ja verschiedene Laufzeitschriften, als Coach will man immer auf dem aktuellen Stand sein. Und in der US-Ausgabe der Runners World war nun ein interessanter Artikel zum Thema "wie beeinflusst Dein Gesichtsausdruck Deine Laufleistung?" Das Ergebnis vorab: 3 % bis 5 % Abweichung gibt es nachweislich. Bei ... ja, genau, bei einem lächelnden Gesichtsausdruck, bei Entspanntheit bringen Läufer eine höhere / schnellere Leistung. Das habe ich Frauchen schon mal mitgegeben, wenn ihr mal wieder ein Lauf schwer fällt, alles weh tut ... und siehe da, es geht wirklich besser.
Funktioniert auch bei der Wärme oder in anderen nicht so tollen Situationen - denn Gejammer und Geschimpfe ändert nichts an der Situation. Mundwinkel hochziehen und an was Schönes denken bringt aber den Körper dazu, positive Stoffe (die chemischen Details kann ich Euch leider nicht mehr aufzählen) auszuschütten.
Also - macht es wie ich - genießt die Hitze, solange sie noch anhält!
Bis bald Euer Iwan