Montag, 13. November 2017

Interview: Sport zum Beruf machen

Hallo Leute,

und wieder einmal war ich als neugieriger "Reporter-Bär" unterwegs. Dieses Mal stellte sich "Trailbirdie" meinen Fragen.

Liebe Trailbirdie, oder soll ich lieber Astrid zu Dir sagen? "Trailbirdie" ist ja bisher Dein Nickname, unter dem Du mit Blog, auf Instagram und vor allem auf den Trails dieser Welt unterwegs bist ...

Lieber Iwan, vielen Dank erstmal, daß ich deine Interviewpartnerin sein darf und du kannst mich
gerne mit dem Namen anreden, der dir besser gefällt. Vor ca. zwei Jahren habe ich beschlossen einen Blog zu meinen Hobbies zu machen und auf der Suche nach einem Namen bin ich auf Trailbirdie gekommen. Deshalb weil ich gerne auf Trails unterwegs bin, also im Gelände und weil meine zweite sportliche Passion das Golfen ist. Und da ist das Ziel unter par, also ein Birdie zu spielen. So bin ich auf meinen Nickname gekommen. Leider ist das Golfen zur Zeit in den Hintergrund getreten. Es ist doch ein sehr zeitintensives Hobby und im letzten Jahr hatte ich einfach andere Prioritäten.


Also gut, liebe Astrid, wir haben uns ja in Salzburg 2016 beim Trailrunning-Festival kennengelernt. Damals war Sport "nur" Dein Hobby, Du hast Frauchen und mich sehr beeindruckt. Frauchen durch das Doppelprogramm "15 km mit 450 HM am Samstag, Berghalbmarathon am Sonntag", mich durch Deine Vorliebe für Schnitzel und Kaiserschmarrn, hehehe. Beruflich hast Du aber für einen Reiseveranstalter gearbeitet?

Vielen Dank, es freut mich, dass ich dein Frauchen so motivierten konnte! Und als Trailläufer braucht man viel Energie, das geht nur mit Essen, und dann soll es schon was Gescheites sein, oder?

Genau, ich habe die letzten 17 Jahre im Tourismus gearbeitet, da war mit Sport nicht viel los. Allerdings war ich als Kind schon sehr sportlich, von klein auf war ich im Turnverein und in der Schule habe ich Volleyball gespielt und wahnsinnig gerne Leichtathletik gemacht. Obwohl das Laufen eher nicht zu meinen Lieblingsdisziplinen gehört hat. Vor sechs Jahren habe ich bei meiner Arbeit beim Reiseveranstalter die touristischen Buchungen für eine große Laufveranstaltung in Kärnten gemacht und da hab ich mich überreden lassen doch beim Viertelmarathon zu starten. Das war mein erster Laufbewerb und hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte dann das Glück, durch eine Bekannte zu einem Lauftreff bei uns zuhause zu kommen und ich merkte, dass ich in einer Gruppe gerne lief und wir lernten einiges an Lauftechnik. In den letzten sechs Jahren ist dann viel passiert. Ich durfte mit ein paar Gleichgesinnten den Verein Club261 (ein Laufnetzwerk für Frauen und Mädchen) gründen und bin irgendwie in die Trailszene gerutscht. Seitdem habe ich viele Kilometer gesammelt, sowohl auf der Straße auch als im Gelände und habe meine Liebe zu den Bergen wieder entdeckt. Am liebsten laufe ich lange, deshalb hab ich auch schon ein paar Marathons und Ultraläufe hinter mir. Mittlerweile bin ich gerne auch auf Klettersteigen unterwegs und im Winter endlich wieder mit den Tourenski auf den Bergen. Und was für mich besonders spannend war, ich habe entdeckt wie gerne ich meine Erfahrungen und mein erworbenes Wissen weitergebe. 


Viele von Euch Läufern träumen ja davon, ihr Hobby zum Beruf zu machen.  Geht das denn so einfach? Welche Voraussetzungen (Ausbildung u.ä.) muss man denn haben?

Wenn ich so darüber nachdenke, war es eigentlich eine Kleinigkeit, die mich dazu bewegt hat eine Ausbildung in Richtung Sport zu machen. Eine Freundin, die schon Fitnesstrainerin war, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es in Kärnten eine neue Ausbildung gibt. Ich habe mich letztes Jahr darüber informiert, es hat mir zugesagt und im November 2016 habe ich mit der Ausbildung bei der Vitalakademie in Klagenfurt gestartet. Heuer im September habe ich meine Diplomarbeit abgegeben und die Prüfungen erfolgreich absolviert. Darf mich jetzt also offiziell Diplomierte Fitness- und Gesundheitstrainerin nennen. Davor habe ich schon eine Ausbildung zum Lauftrainer für unseren Laufclub gemacht. Da Sport in Österreich ein freies Gewerbe ist, ist es relativ einfach sich damit auch selbständig zu machen. Allerdings je besser das Wissen und je umfangreicher die Ausbildung, desto besser ist es. Ich konnte mir in den letzten Jahren auch ein großes Netzwerk aufbauen und habe schon viele Kontakte knüpfen können. So ist es jetzt für mich auch einfacher in der Selbständigkeit Fuß zu fassen. 

Was konkret hast Du denn jetzt gemacht, um starten zu können? Wie lange hat das gedauert? 

Wie gesagt ist Sport in Österreich ein freies Gewerbe und so lange ich nicht Einzelpersonen betreue (z.B. Personal Trainer) läuft das ganze als Neue Selbständigkeit. Ich starte nebenberuflich, geringfügig. Habe also weiterhin einen fixen Job, den ich allerdings heuer im Herbst gewechselt habe, arbeite für 25 Stunden hauptberuflich noch weiter im Tourismus. Für mich hat es sich toll ergeben, dass ich meine Kontakte nutzen konnte und für einen Verein in Klagenfurt und einen Verein in Liebenfels Stunden für Eltern-Kind-Turnen und ein Projekt, das sich „Kinder gesund bewegen“ nennt, betreuen darf. Gerade in dem Sektor gibt es in Österreich einen großen Bedarf und viele Förderungen. Mittlerweile muss ich sogar Anfragen ablehnen, ich muss mir die Zeit wirklich gut einteilen. So gesehen hat es bei mir gar nicht lange gedauert zu starten. Ausbildung fertig und schon die ersten Engagements. Ich wohne im ländlichen Raum und hier gibt es auch großen Bedarf an Bewegungsangebot für Erwachsene und zur Zeit gebe ich zwei Fitnesstunden für Gemeindemitglieder. Da gibt es auch ein gefördertes Projekt in Österreich, „Gesunde Gemeinde“.

Worauf hast Du Dich denn spezialisiert?  Und unter welchem Namen findet man Dein Angebot? 

Mein Thema ist „Functional Training“, darüber habe ich auch meine Diplomarbeit geschrieben. Darunter versteht man allgemeines Fitnesstraining, um die Funktion des Körpers zu stärken. Vor allem im Hinblick auf Alltags-Bewegungen und auch für die Vorbeugung gegen Verletzungen im Sport. Ein Mix aus Bodyworkout für Kraft, Stabilität und Ausdauer mit Dehnungsübungen für die Beweglichkeit und Koordination. Ich bin Verfechterin vom Training mit dem eigenen Körpergewicht und kleinen Geräten.
In den nächsten zwei Wochen mache ich noch eine Zusatzausbildung zum Übungsleiter für Kindersport, um auch noch mehr Sicherheit und Ideen für meine Stunden mit den Kindern zu bekommen.
Das mit dem Namen ist noch so eine Sache. Zur Zeit habe ich mein Angebot "Functional Training" auf meinem Blog, spiele aber schon mit dem Gedanken meinem Unternehmen einen Namen zu geben und das Ganze noch etwas professioneller aufzubauen. Ich möchte mir eine Marke aufbauen, dafür brauche ich aber noch ein bisschen Zeit.

Das gibt es aber nur in Kärnten vor Ort, oder gibst Du auch "virtuelle Stunden?

Genau, ich mache das in Kärnten, in zwei Bezirken. Immerhin muss ich mit dem Auto fahren und da sollten die Wege relativ kurz sein um nicht zu viel Zeit im Auto zu vergeuden. Aber lieber Iwan du bringst mich da auf eine Idee! Ich könnte ja ein Video machen, so a la Jane Fonda 😉 Und, wer weiß was in Zukunft dank der Technik noch möglich sein wird.

Und, jetzt nach den ersten paar Wochen - ist es so, wie Du es Dir vorgestellt hast? Welche Tipps hättest Du vor Leute, die auch davon träumen, Ihr Laufhobby zum Beruf zu  machen ...

Generell kann ich nur den Tipp geben, sich Zeit zu lassen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, sich ein Netzwerk aufzubauen und umfangreiches Wissen anzueignen. Die Ausbildung ist auch wichtig, es sollte eine Ausbildung mit viel Praxis sein, denn das ist das Wichtigste. Es gibt viele Schnellsieder-Fitnessausbildungen, auch im Internet, aber ich bezweifle, dass die Qualität dieser gut ist.
Ehrlich gesagt, ich bin sehr positiv überrascht, dass ich so schnell Fuß fassen konnte. Die Zusammenarbeit mit den Vereinen lohnt sich bei mir auf alle Fälle.
Und man sollte auch flexibel sein, was den Sport und die Zielgruppen betrifft. Nur mit Laufen würde ich wahrscheinlich nicht so gut gebucht sein. Und ich hätte mir nie gedacht, dass ich mehr Stunden mit Kindern als mit Erwachsenen arbeiten werde. Aber gerade das macht mir zur Zeit wahnsinnig viel Spaß. Kinder sind ehrlich und geben dir gleich ein Feedback, somit weißt du gleich was du weiter machen kannst und was zu ändern ist. Außerdem ist es spannend die Entwicklung zu beobachten und zu sehen, dass es viel Wert ist Spaß an der Bewegung zu vermitteln.

Dann bedanke ich mich ganz herzlich für das Interview. Und dass Du mir verziehen hast, dass ich Dir im Ziel vom Karwendelmarsch dieses Jahr Dein Finisherbier weggetrunken habe!

Bitte gerne lieber Iwan! Du als fleißiger Trainer hattest du dir das Bier ja genauso verdient wie Frauchen und ich 😊 Außerdem hatten sie ja genug davon im Ziel. Ich freue mich wenn wir uns wieder mal bei einem Laufevent treffen!

Also, Ihr seht, so einfach ist das alles gar nicht. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass Astrid uns in den langen Vorbereitungsmonaten für die 52 km des Karwendelmarsches gute, auch mal ungewöhnliche Tipps gegeben hat. Das Ergebnis kennt Ihr, Frauchen hat gut gefinisht. Und ich finde, der Mut, sich so selbstständig zu machen, verdient Anerkennung und Unterstützung!

Bis bald Euer Iwan




Donnerstag, 9. November 2017

Neulich in der U-Bahn

Hallo Leute,

wenn einer in der U-Bahn fährt, dann kann er was erzählen. Jedenfalls kam Frauchen neulich mal wieder fassungslos nach Hause. Und fühlte sich alt. Uralt. Morgens saß sie neben zwei jungen Mädchen, die sie auf knapp noch minderjährig schätzte. Fakt war (wie sich schnell herausstellte), dass zumindest die eine schon 25 war. Denn sie erzählte, dass ihre Eltern ihr zum 25. Geburtstag ein Bauchnabelpiercing geschenkt hätten. Und dass das beim Stechen ja so fürchterlich weh getan habe. Sodass sie die Hand ihrer Freundin, die als Trost gehalten wurde, sehr gequetscht hätte. Danach hätte sich das Piercing auch noch entzündet, und sie hätte große Schmerzen beim Sitzen oder Liegen gehabt. Tja, selbst schuld, dachte Frauchen.
Die andere junge Dame konterte mit diversen Tattoos. Unter anderem eines über den unteren Rücken hinunter Richtung Steißbein. Großflächig. Frauchen sah es nach der detaillierten Beschreibung quasi schon vor sich, genauso wie wohl alle anderen rund 15 Fahrgäste. Denn das Gespräch wurde recht laut geführt. Jedenfalls, das habe schon beim Stechen so weh getan, dass ihr die Tränen übers Gesicht gelaufen seien. Gleichzeitig sei auch das Blut über den Rücken gelaufen ...
Jetzzt frage ich mich: schrille Übertreibung, oder ist das Jungvolk wirklich so getriggert, diese Schmerzen in Kauf zu nehmen, um "cool" auszusehen?
An meine Bärenhaut kommt jedenfalls kein Piercing (Frauchen will ja immer mal wieder einen Nasenring anbringen, hehehe) und kein Tätowierer!
Bis bald Euer Iwan

Freitag, 3. November 2017

Nizza: nochmal laufend Sonne tanken

Hallo Leute,

meine Menschen waren am Wochenende für einen Kurztrip in Nizza. Ich wollte nicht mit, denn dort gibt es ja keinen Kaiserschmarrn. Stattdessen habe ich wieder meine Vertretung, Fozzie, geschickt. Und der kam fast mit einem Sonnenbrand zurück, so schön und warm war es dort. Hier ein paar Bilder und Impressionen (mehr gibt es nicht, sonst werde ich doch noch  nachträglich neidisch, Fozzie schwärmte auch vom guten Essen dort ...) :








Frauchen ging natürlich gleich zweimal laufen - bot sich auch an, das Hotel lag direkt an der "Promenade des Anglais".

Wobei "Promenade der Läufer" wohl korrekter gewesen wäre, es herrschte Großauftrieb. Ist ja auch eine ideale Strecke, rund 7 km direkt am Meer entlang. Und wer es mit Berglauf-oder Treppentraining verbinden will - geht auch, einfach kurz vor dem Hafen den "Schlosshügel" hoch, kann sich durchaus mit der Clemens-Holzmeister-Stiege in Salzburg messen!

Frauchen jedenfalls trabte stillvergnügt (vor allem beim Gedanken an das deutsche Wetter mit Orkan) bei 22 Grad auf der Promenade vor sich hin. Und war überzeugt, dass sie die einzige Läuferin dort mit einem Finishershirt aus Fort Lauderdale / Florida (HM 2015) wäre. Die meisten hatten Shirts von einem Lauf in Menton oder vom Nizza / Cannes / Alpes Maritim Marathon an. Tja, bis ein Herr entgegenkam, der ... tatsächlich ... ein Finishershirt 2015 von einem anderen Lauf in Fort Lauderdale trug. Da war Frauchen vielleicht baff!

Ansonsten musste Fozzie sie fast mit Gewalt in den Flieger zerren, denn beim Gedanken an 7 Grad und Regen streikt mein Frauchen ... half aber nix. Nun bereite ich sie und mich mental auf den 10 km Lauf in Valencia Mitte November vor. Mal sehen, ob eine neue PB drin ist ....

Bis bald Euer Iwan

Montag, 23. Oktober 2017

Kaiserschmarrn, Sachertorte und ein bißchen Trailrun

Hallo Leute,

entgegen anderslautender Vermutungen - mich gibt es noch. Genauso vorlaut und sarkastisch wie immer. Meine Menschen waren nur lange im Urlaub, und da darf ich ja nicht an den PC. Dafür hatte ich Frauchen ein gesalzenes Trainingsprogramm für Mallorca mitgegeben, vor allem Treppensteigen (mindestens 2mal jeden Tag hoch in den 8. Stock), und Bergläufe. Denn ich wollte endlich in Salzburg für den Panoramatrail beim Trailrunningfestival eine Zeit unter 50 min. sehen!

Und was machen die Veranstalter in Salzburg? Verlängern mal so eben die Strecke um rund 10 %, von 7,2 km auf 8 km. Da hatte Frauchen ja gleich wieder die perfekte Entschuldigung, nachdem es schon bei den ersten drei Anläufen nicht geklappt hatte .... Und für diejenigen unter Euch, für die es der erste Bericht über diesen Traillauf ist - der hat es schon in sich. Circa 210 HM, am Anfang ein sehr steiler Anstieg über Treppen, wechselndes Geläuf auch mit Trampelpfad, Kopfsteinpflaster, Wiese, Wald, Asphalt. Aber eine sehr schöne Strecke mit vielen tollen Aussichten auf die Berge, die Mozartstadt und an einer kleinen Almwiese mit Kühen kommt man auch vorbei.




Freitag Mittag sind wir angereist, mit dem Auto geht es ja (wenn mal kein Stau auf der A99 und A8 ist) in gut 3 Stunden von Nürnberg aus. @Laufwelt mit Familie kam aus Berlin mit dem Flieger, wir wollten uns erst am nächsten Morgen treffen. Abends sind wir dann gleich als bekennende Kaiserschmarrn-Junkies in das Lokal gegangen, wo wir 2015 und 2016 sehr guten selbigen gespeist hatten. Und dann - Entsetzen! Kein Kaiserschmarrn auf der Karte! Und schon die Getränke bestellt ... Frauchen hat ungläubig beim Kellner nachgefragt, "nein, gäbe es nicht" - auch der Verweis, dass doch letztes Jahr .... fruchtete nichts. Und wie wir am anderen Tag hörten, waren @Laufwelt und @GoAndre auf dieselbe Idee gekommen, waren genauso enttäuscht und André hatte den Kellner mit der gleichen Frage und Feststellung genervt und sich noch gewundert, warum der Kellner so irritiert guckte.

Die Wettervorhersage war für Samstag eigentlich noch gut gewesen, 21 Grad und heiter. Erst zum Sonntag der Temperatursturz und Regen. Tja, das "Heitere" regnete erstmal am Samstag munter vor sich hin. Und ich war um Frauchen besorgt ... aber sie hatte schlauerweise neben den "normalen" Laufschuhen auch noch ältere Trailschuhe eingepackt, denn einige Passagen können bei dem Wetter schon recht rutschig / schlammig sein.

Mittags haben wir alle Mann unsere Startnummern abgeholt und ich habe gleich mal das reich gefüllte Startersackerl gesichtet:


Der nette Herr an der Rezeption hatte uns versprochen, für schöneres Wetter zu sorgen, und er hielt Wort. Als wir uns um halb vier in der Lobby trafen, um die 15 min. zum Start zu gehen, war es nur noch leicht bewölkt und angenehm warm. Wenn Frauchen schon mal Ende Oktober in kurzer Hose und ohne Jacke dasteht, will das was heißen. Um 16 Uhr starteten dann erst die Festungstrailläufer - zwei Runden und dann noch hoch zur Festung Hohensalzburg. Um 16:10 Uhr waren wir dann dran - rund 170 Starter. Zuerst wie gesagt eine längere Runde durch die Altstadt, über Kopfsteinpflaster, damit es sich nicht so wie in den Vorjahren an der Clemens-Holzmeister-Stiege staut. Dort geht´s erstmal ordentlich hoch, dabei habe ich Frauchen aus den Augen verloren. Sie meint, oben auf dem Mönchsberg halt einmal rund herum, kreuz und quer, alle Bodenbeschaffenheiten da, manchmal auch einfach rein ins Gebüsch und querfeldein die Böschung hoch ...  sehr abwechslungsreich. Der besondere Reiz: die Spitzenläufer im Festungstrail laufen diese Runde zweimal, das heißt ab so km 5 überholen sie mit Karacho Frauchen. Sehr interessant, deren Technik beim Downhill zu sehen - das ist so ähnlich, wie wenn Sebastian Vettel unsereinen auf der Autobahn überholt ....

Beim Downhill von der Festung herunter hatte Frauchen sogar kurzzeitig @Laufwelt überholt, wurde dann aber von ihr auf der Ebene wieder "gestellt" und - stehengelassen. Beim letzten Anstieg hoch zum Nonnberg hatte sie sie zwar fast wieder, aber dann ging es ja nochmal runter und die Schleife durch das Kaiviertel. Ich stand schon bereit, um wieder aufzuspringen und mitzufinishen - das hat super geklappt, Frauchen war sogar 2 min. früher als ich erwartet hatte da:

Und gemeinsam finishten wir in 56:07 min. (das wäre auf der alten Strecke unter 50 min. gewesen!!!), das bedeutete Rang 43  und in der Altersklasse Rang 3. Und nein, es haben mehr als 3 Damen aus dieser Alterklasse teilgenommen ... Glückwunsch auch an Manu alias @Laufwelt, sie wurde in ihrer Altersklasse auch Dritte!



Die Zielverpflegung ist übrigens ganz bäh für Läufer: Sachertorte und Mozartkugeln. Da musste ich als Coach mich schon opfern.

Abends haben wir uns dann noch gemütlich österreichische Spezialitäten, natürlich mit Kaiserschmarrn, geteilt. Dabei hatte ich auch Pauline, die Bärin von Manu, endlichmal wieder getroffen. Und sind Sonntag früh bei 12 Grad weniger und Dauerregen aufgewacht. Glück muss Bär haben!


Böse Zungen behaupten ja, ich würde Frauchen nur immer zu diesem Lauf anmelden, damit ich schlemmen kann - stimmt nicht! Auch sportlich durchaus zu empfehlen. Und wenn was Süßes abfällt - umso besser. Wir sind jedenfalls nächstes Jahr, wenn alles gut geht, wieder am Start!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 24. September 2017

Als Bär ist man der Depp

Hallo Leute,

wir haben einen neuen PC. Wurde auch langsam mal Zeit, das Deutsche Museum hatte schon nachgefragt, ob sie unseren bisherigen kriegen können .... als Ausstellungsstück "Kinder, so sahen um die Jahrtausendwende PCs aus". Nicht ganz, aber fast so alt. Windows XP lief drauf, das wurde schon ewig nicht mehr unterstützt. Jetzt muss man wissen: meine Menschen sind DAUs. Dümmste anzunehmende User, wenn es um PC-Konfiguration usw. geht. Frauchen kann zwar sehr schön Internetseiten programmieren, aber einen Uralt-PC plattmachen und alles rüberziehen auf einen neuen, mit zwei Userkonten .... also wurde ein, ich nenne ihn mal so, "PC-Wizzard" beauftragt.
Donnerstag vor einer Woche war es soweit. Frauchen hatte alles von ihr und mir (ich habe eigene Ordner für meinen Blog und meine Manuskripte) gesichert. Und ging frohen Mutes auf einen Geschäfts-Abend-Termin. Kam nach Hause und nix neuer PC. Weil die eine externe Festplatte, auf die alles überspielt werden sollte, anfing zu rauchen. Und es auf die andere zu lange dauerte ...
Also 7 Tage wenig am PC gearbeitet, um möglichst keine neuen Dateien zu produzieren. Die wenigen dann auf einen Stick gespeichert. Donnerstag dann zweiter Versuch. Lief auch alles super. Frauchen und Mr. PC-Wizzard setzten auf, spielten zurück .... und dann der Mega-Fehler. Böser Fehler. Frauchen ließ ihn mit Herrchen allein. Und ich guckte auch nicht hin. Jedenfalls - abends wollte ich, dass Frauchen für mich was schreibt. Tja, und wo waren "meine" Ordner? Meine wertvollen Worte, die auf ewig gespeichert und für die Nachwelt erhalten sein sollten? (Ihr meint, ich hätte ein übersteigertes Selbstbewusstsein? Finde ich nicht, nur angemessen ....)
Nicht da. Nach 15 min. Suche auf dem neuen PC und der externen Festplatte und dem Stick stand fest: ja, alle Ordner und Dateien wurden überspielt. Nur eben nicht die eines kleinen grauen Bären. Die waren gar nicht erst gesichert worden. Was mich zu der heutigen Headline zurückführt: als Bär ist man hier der Depp. Oder wie Frauchen dann so nett sagte: hätte ich was Ordentliches gelernt, wäre ich nicht Bär geworden ... Jedenfalls, ich bin erstmal ordentlich explodiert. Und habe meinen Menschen die Meinung gegeigt. Es hat noch 2 Tage gedauert, dann waren auch meine Ordner vom alten PC (der ja abgestöpselt von allem und weggepackt war) überspielt. DAUs halt.
Also: ich bin wieder unter den Online-Lebenden!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 17. September 2017

Motivationsloch

Hallo Leute,

ich bin verzweifelt. Mit meinen Nerven und meiner Geduld am Ende. Ihr habt Euch sicher schon gewundert, warum ich letzte Woche nichts vom Isarlauf berichtet hatte (Frauchen war ja wieder für die 10 km gemeldet). Und heute wollte ich eigentlich vomTegernseelauf berichten. Beides: DNS. Did not start. Letzte Woche 11 Grad und Regen, heute morgen 8 Grad und Schnürlregen. Gut. Frauchen mag keine Kälte. Und ist auch keine Regenläuferin. Aber ich hatte sie inzwischen so weit, dass mein Spruch "Bist Du etwas aus Zucker?!" verinnerlicht war. Und sie im Training auch schon bei Regen raus ist.
Aber nun? Wir haben jetzt zwei Wochenenden in Lenggries hinter uns. Trainingsläufe gehen auch. Aber irgendwie fehlt Frauchen die Motivation. Nach dem grandiosen Erlebnis Karwendelmarsch ist es anscheinend wirklich ein großes, tiefes Loch. Sie trabt zwar vor sich hin, gestern dann auch - nach 5 km "Anlauf" - die 10 km-Strecke, die sie eigentlich letzten Sonntag beim Isarlauf im Wettkampf hätte laufen sollen. Aber der große Gieper, die Lust, sich an die Startlinie bei einem Wettkampf zu stellen, fehlt. So ehrlich ist sie, dass sie nicht alles auf das wirklich lausige Wetter schiebt.
Jetzt hoffe ich dann auf wieder mehr Sonne und noch ein paar schöne warme Tage auf Mallorca, ab Ende September. Oma passt dann wieder auf mich und die Wohnung auf. Ich gebe Frauchen den Trainingsplan mit, damit sie aus ihrem schwarzen Lauf-Loch wieder rauskommt. Bitte Daumen drücken.
Apropos Daumen drücken, nächsten Sonntag ist ja Berlin Marathon. Da drücken wir dann T.B. ganz fest die Daumen und Tatzen - alles Gute!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 5. September 2017

Hello und Goodbye

Hallo Leute,

wir hören gerade die "Evita"-CD, da ist das ein sehr ohrwurmiger Titel. Und passt gut. Denn nachdem Frauchen schon schluchzend Abschied von ihrer blauen Laufshorts nehmen musste, stand nach dem Karwendelmarsch ein weiterer harter Abschied an. Die Trailschuhe hatten nach 2 Saisons (oder was ist eigentlich der Plural von "Saison"?) ausgedient.


Tapfer waren sie gelaufen, den Innsbruck Alpine, den Pitz Alpine (beides die Rookie-Distanzen, bei letzterem durften sie sogar danach mit unter die Dusche dank der vielen Schlammlöcher ...). Achenseelauf und Salzburg Trailrun. Und viele viele schöne Trainingsläufe, hier im Reichswald, aber auch in Lenggries, am Achensee und auf Mallorca. Und nun waren sie am Ende ... adios. Gut gemacht!

Aber jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Nämlich der Zauber, neue Trailschuhe "beginnen" zu können. Frauchen freut sich schon auf den ersten Lauf mit den Neuen. Hoffentlich dienen sie genauso gut wie die alten!

Bis bald Euer Iwan