Montag, 13. März 2017

Meer und Mauren - ein heißer Halbmaraton

Hallo Leute,

sehr viele Daumen müssen gedrückt worden sein - Danke dafür. Denn das Wetter bei unserem Kurz-Mallorca-Trip war traumhaft. Freitag keine Wolke und 24 Grad. Samstag minimalste Wölkchen und mittags 25 Grad. Sonntag dann "nur noch" 20 Grad. Alles in allem aber ein vorgezogener Sommer.

Der Reihe nach: Ich hatte Frauchen ja nur deswegen guten Mutes beim Halbmarathon in Alcudia angemeldet, nachdem ich mir die letztjährigen Zeiten angeschaut hatte. Und da waren noch einige langsamer als Frauchens normales Tempo, der letzte bei rund 3 Stunden. In den letzten Tagen gingen dann doch die Anmeldezahlen hoch, über 300 Läufer verteilten sich auf die 10 km und den Halbmarathon (dort 180). Kaum Deutsche. Freitag ging es gleich, ohne erst ins Hotel zu fahren, zur Startnummernausgabe. Die war im Tourismusbüro von Alcudia. Zwei Mitarbeiter, keinerlei Ausschilderung. Um es gleich vorweg zu nehmen - ohne Spanischkenntnisse wäre man verratzt gewesen. Nachdem Frauchen ihr Begehr kundgetan hatte, erstmal die Antwort "steht nicht auf der Liste, soll morgen wiederkommen, zu kurzfristig gemeldet". Wildes Geschnatter hin und her, denn Frauchen stand sehr wohl auf der Liste. Für 15 Euro Anmeldegebühr gab es dann die Startnummer und ein mittelblaues Funktions-Langarmshirt. (Und nach dem Zieldurchlauf dann noch eine Art Buff-Tuch mit Motiv mittelalterliches Alcudia). Der Chip hätte gemietet noch mal 3 Euro gekostet. Frauchen wollte sich aber endlich einen eigenen gönnen und hatte bei Anmeldung einen gekauft. Böser Fehler. Alle Mietchips wurden mit ausgehändigt. Kaufchips, naja, mal sehen, er glaube, dass morgen der Mensch da sei, der die aushändigt. Das ging ja gut los!
Ab ins Hotel. Herrchen direkt an den Strand, Frauchen kurzes Einlaufen, ich den Blick vom Balkon genossen.
Samstag dann halt früher als geplant los zum Startbereich. Denn Start sollte für die 10 km-Läufer um 10 Uhr sein, für die Halbmarathonis um 10:10 Uhr. Und Ausgabe nur bis 9:30 Uhr. Im Schatten waren es um 9 Uhr 8 Grad, in der Sonne wurde es schön warm. Im Start-/Zielbereich immer noch keine Ausschilderung. Von einem Stand zum anderen geschickt, bis sie endlich ihren Chip in Händen hatte. Zwischenzeitlich trafen immer mehr sehr schnell aussehende Läufer und Läuferinnen ein. Dafür gab der Zielbogen seinen Geist auf, und sackte malerisch in sich zusammen. Um kurz vor 10 wurden alle in einen mit Gatter umzäunten Bereich gescheucht. Unsicherheit, ob nun doch gemeinsamer Start? Auf einmal extrem laute und extrem unverständliche Durchsage. Alle Mann, inklusive Zuschauer, Begleithunde und -kinder, setzten sich in Bewegung. Zu einem Punkt ca. 250 Meter entfernt. Aha, dort war der Start. Die Hunde, Zuschauer und Kinder wurden aus dem Läuferfeld raussortiert, dann ging es mit ein bißchen Verspätung los. Und nach weiteren 10 Minuten auch für Frauchen und alle anderen Halbmarathonläufer. Hilfe, die rannten ja wie die Wiesel ...

Frauchen wollte es eigentlich langsam angehen lassen, mehr so ein schöner Trainingslauf. Und wetzte den ersten Kilometer in 5:30 min, das ist ihr Renntempo beim 5 km-Lauf! Und sie war schon mit Abstand Letzte ... das konnte ja heiter werden. Die Strecke war super abgesperrt und gekennzeichnet, überall standen Streckenposten, Polizei, es waren Pfeile auf dem Boden. Verlaufen war also nicht. Erstmal vom Marktplatz Alcudia über die Hauptstraße nach Port d´Alcudia, zum Hafen. Dann die ganze schöne Promenade am Meer entlang. Frauchen war glücklich - da sah sie endlich die ersten zwei langsamer werdenden Läufer vor sich! Ihr Tempo hatte sie gefunden ... und kurz vor dem Kanal, an dem die Strecke die Bucht von Alcudia verließ, die beiden auch eingeholt. Schade, das waren zwei 10 km-Läufer. Also weiter. Was für die ganze Strecke galt: tolle, enthusiastische Anfeuerung, seien es Zuschauer, Streckenposten, Bauarbeiter am Straßenrand - nur leider weniger die Touristen, die guckten eher dumm.

Jetzt ging es um einen kleinen künstlich angelegten See herum, dann Richtung offenes Feld. Alles Frauchens Trainingsstrecke, da kennt sie jeden Stein. Erst durch Schilf,

dann an blühenden Mandelbäumen und Wiesen vorbei.


Übrigens hier auch wieder dasselbe Bild - die spanischen angehaltenen Autofahrer und Radfahrer warteten geduldig, nur 2 deutsche Rennradler mussten / wollten unbedingt genau dann über die Kreuzung, als Frauchen kam. Aber nix da, spanische Policia versteht da keinen Spaß. Wieder 3 Läufer ein- und überholt. Aber halt auch wieder 10 km-Läufer. Frauchen schwante langsam, dass es sehr sehr einsam werden würde. Wieder Richtung Alcudia, mit Blick auf die Kathedrale und den Atalaya (das ist der Berg, der das ganze Panorama beherrscht).




Vor ihr eine Läuferin in grün, als es durch die mittelalterlichen Gassen in der Innenstadt ging. Die kriegt sie noch .. ja, fast. Weil die auch am Stadttor dann nach rechts zum Ziel abgebogen ist. Frauchen nach links die Stadtmauer entlang musste. Sehr malerisch, zu normalen Zeiten. Dieses Mal hatte sie keine Augen dafür. 10 km in 63 min. war eigentlich immer noch zu schnell ... aber vor ihr so ab-so-lut niemand mehr zu sehen. Nun ging es über einen Feldweg Richtung Bucht von Pollenca. Und ein Streckenposten bestätigte auf ihre Frage, ja, sie sei Letzte. Ab km 12 packten dann die Streckenposten zusammen, wenn sie durchkam. Und schlossen sich ihr an, auf dem Rad / Mountainbike! So passierte Frauchen mit 2 Radlern und einem Motorrad im Schlepptau Herrchen und mich - wir hatten an einem lauschigen Plätzchen direkt am Meer auf sie gewartet.



Weiter ging es dann über teils recht holprigen Strand / Steine Richtung Mal Pas / Bon Aire. Immer mehr Streckenposten schlossen sich an. Frauchen war es eher unangenehm, sie entschuldigte sich mehrfach, dass sie so langsam sei. Und die anderen gern fahren könnten. Nix da. lautete die Antwort, man bleibe bei ihr. Und ob sie wirklich ins Ziel laufen wolle ... hat sie erst später kapiert, diese Frage. Denn sonst hätten die Radler sie wohl verlassen und zum Vorletzten aufgeschlossen. Jedenfalls konnte sie so viel Spanisch üben. Der ganze Trupp lief (Frauchen) bzw. fuhr (alle anderen) nun die letzten 7 km in stetem Auf und Ab über kleine Sträßchen auf der Halbinsel. Hatte auch seine Vorteile - Frauchen bekam Wasserflaschen gereicht. Und die ca. 1 Meter großen km-Schilder vorgelesen, für den Fall, dass sie die Zahl nicht erkennen konnte .... Bei km 20 war sie quasi wieder am Stadttor. Nun ging es aber nochmal die Stadtmauer entlang. Zog sich. Und beim Einbiegen in die letzte Altstadtgasse war erstmal Schluss. Die Beinchen signalisierten "Gehen, nicht mehr Laufen". Der Kopf sah ein Spalier aus weiteren Helfern, die alle schrieen und La Ola machten. Also wieder angetrabt. Glücklicherweise hielt das zweite Motorrad nun Abstand - uns ist ein Rätsel, wie das die Spitzenläufer beim Marathon machen. Da atmet man ja nur Auspuffgase! Nochmal eine Flasche Wasser über vier Radler angereicht bekommen, über den Kopf geschüttet. Frauchen liebt zwar Wärme, aber so von Winter auf Sommer war dann doch wohl etwas üppig. Raus aus der Gasse, eingebogen auf die Zielgerade. Wo ich bereit zum Aufspringen stand. Und mein Maul kaum zugekriegt habe. Guckt Euch mal dieses Bild an:

Großes Gejohle, als sie mich  geschnappt hat. Und dann sind wir mit rund 40 Radlern im Schlepptau ins Ziel. 2:18,etwas (war leider Bruttozeitmessung). Letzte, 177. Aber bei so einem "Gefeiert-werden" lohnt es sich echt, Letzter zu werden! Frauchen hat sich bei allen bedankt, sie wurde dann noch länger gefeiert als ein Olympiasieger. Und von der Laufstrecke her - nicht einfach, wegen dem Auf und Ab auf dem letzten Drittel, aber wunderschön. Tolle Organisation auf der Strecke. Und das Preis-/Leistungsverhältnis war auch phänomenal.

Danach hat sich Frauchen den Nachmittag schön in die Sonne gelegt und ausgeruht. Und ich mir überlegt, wo ich sie als Nächstes anmelde. Sonntag gab es dann noch die traditionellen Tapas in Cala Ratjada, dann ging es schon wieder ins eisige Nürnberg (4 Grad) zurück. Mittwoch fliegt dann Fozzie mit. Ich bleibe zuhause und hüte mit Herrchen die Möbel. Der Wanderurlaub wird dann nur am Sonntag von einem 10 km-Lauf in Palma durchbrochen. Da sieht Frauchen dann Manu, André und Pauline wieder ...

Ich melde mich an Ende März wieder, habe ja PC-Verbot. Was bezüglich etwaiger Kommentare heißt: es kann dauern bis ich sie freischalten kann. Was Euch aber nicht davon abhalten sollte, mir Euren Neid über das gelungene Wochenende mitzuteilen ...

Bis bald Euer Iwan


Dienstag, 28. Februar 2017

Mallorca, ich komme

Hallo Leute,

äh, ja, ich glaube, ich habe da etwas Dummes gemacht. Oder sehr Schönes, je nachdem, wie man es sieht. Jedenfalls, Frauchen ist doch mit Oma ab 15. März wieder auf Mallorca. Ohne mich, grummel. Und sie liebäugelt schon seit Jahren mit dem Halbmarathon Alcudia / Port d´Alcudia. Erst war der im Herbst, das wäre sich ausgegangen mit dem Urlaub meiner Menschen. Prompt wurde der Termin verlegt, weil ja unbedingt ein Ironman in Port d´Alcudia Ende September stattfinden musste. Neuer Termin immer im März.
Zwei Jahre lang hat es wieder nicht gepasst, manchmal nur um ein paar Tage.
Dieses Jahr hatte ich dann das Gejammere "wieder am Samstag, bevor wir nach Mallorca fliegen!" satt. Und habe Frauchen einfach angemeldet. Gut, Flüge und Hotel muss sie dann zahlen ... ich sage ja, vielleicht doch etwas Dummes? Jedenfalls sind wir nun beide vom 10.3. bis 12.3. auch schon in Port d´Alcudia. Und hoffen auf warmes Wetter für die 21 km. Bitte drückt die Daumen, sonst darf ich mir einiges an Gemecker anhören ...
Dieser Halbmarathon wird übrigens das Kontrastprogramm zu Barcelona: dort rund 17.000 Starter, aktuell sind in Alcudia 68 angemeldet. Und die verteilen sich noch auf den Halben und eine 10 km-Strecke. Finisher Barcelona: rund 16.000 - Finisher 2016 in Alcudia: 177. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Und Frauchen freut sich so langsam.
P.S. Nun muss ich sehen, mir noch einen Kreppel zu sichern - heute ist schließlich Fastnachtsdienstag!
Bis bals Euer Iwan

Dienstag, 21. Februar 2017

Motivierend oder nicht? Laufbücher

Hallo Leute,

ich muss noch ein Thema aus dem Mallorca-Urlaub nachreichen. Frauchen ist ja eine echte Leseratte. Normales Quantum zwei Bücher pro Woche. Im Urlaub - da hat sie ja Zeit - dann gern mehr, nach Mallorca wurde für jeden Urlaubstag ein Buch mitgeschleift. (Ihr könnt Euch vorstellen, wie schwer der Koffer dann schon war, mit neun Büchern. Und Frauchen bevorzugt das haptische Erlebnis, also nix Kindle oder eBook.)

Darunter waren auch drei Bücher von Läufern, übers Laufen. Zwei waren so "naja", aus verschiedenen Gründen. Einmal "Laufwunder: wie sie dein Leben verändern" von Mike Kleiß. Nett, aber recht belanglos. Frauchen hatte sich mehr erwartet (sorry, Mike!). Dann "Marathon Woman: die Frau, die den Laufsport revolutionierte", die Autobiographie von Kathrine Switzer. Natürlich war es beeindruckend zu lesen, wie sich der Laufsport erst so langsam den Frauen erschloss, und wie er zum Massen-Wettkampf-Phänomen (inklusive Vermarktung) wurde ... aber auch hier (sorry, Kathrine) - man wurde nicht warm mit der Protagonistin. Also eher ein Durchkämpfen als ein Lesevergnügen.

Das dritte Buch dagegen war ein Knaller, den wir nur jedem Läufer ans Herz legen können: "Nowhere near first" von Cory Reese. Er ist ein Ultraläufer aus Utah, läuft 100-Meilen-Rennen, und erzählt so packend und unterhaltsam, dass Frauchen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Er hat zwar auch verschrobene Ideen (z.B. auf einem Sportplatz, auf einer 400-Meter-Runde, allein 100 Meilen zu laufen), aber seine Erfahrungen und seine Tipps sind gut. Jedenfalls für alle, die - so wie Frauchen auch - niemals erster oder in der Führungsgruppe eines Laufwettkampfs sein wird. Sondern ihren Spaß und ihre Freude aus der Teilnahme ziehen, aus für sie guten Zeiten, daraus, dass sie die Strecke gut geschafft haben. Und der Humor kommt bei Cory auch nicht zu kurz .... wenn er erzählt, dass sich seine Zehen unbemerkt von ihm einfach in Wiener Würstchen verwandelt haben während eines Ultras. Oder dass das einzige, was ihm nicht weh tat, die Wimpern waren.

Ein paar Lebensweisheiten beherzigen wir inzwischen auch - wenn Du merkst, etwas macht Dir Freude, dann tu es. Schiebe es nicht auf, warte nicht mit der Teilnahme an dem und dem Lauf bis nächstes / übernächstes Jahr - mache es jetzt. Denn man weiß nie, was bis dahin alles passieren kann ...
Und nein, wir haben das Buch ordentlich nach dem Tipp eines Twitter-Bekannten gekauft. Wir haben es nicht als Rezensionsexemplar erhalten, nicht geschenkt gekriegt und auch kein Geld dafür bekommen, hier Lobpreisungen zu singen ...
Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 16. Februar 2017

Halbmarathon Barcelona: deutlich am Weltrekord vorbei

Hallo Leute,

ich bin baff. Völlig baff. Training, Trainingsplan usw. wird wohl völlig überschätzt. Aber der Reihe nach ...

Die letzten 4 Jahre ist Frauchen ja im Januar / Februar immer bei einem Halbmarathon in Florida gestartet. Das ging 2017 nicht. Aber ich wollte nicht auf einen warmen Start in die Laufsaison verzichten und hatte uns daher für den Mitja Marató de Barcelona angemeldet. Und dachte an frühlingshafte Temperaturen, sonnige Straßen .. naja. Die Wettervorhersage war grottig. Regen das ganze Wochenende sollte es geben, bei ca. 13 Grad. Also genau das richtige Laufwetter für Frauchen - eben nicht! Und dann das fehlende Training, die fehlenden langen Läufe. Das Fiasko war abzusehen. Aber egal, die Flüge waren gebucht. Und wir landeten Freitag Nachmittag in Barcelona. (Wobei das schon wesentlich schneller und angenehmer ist, als damals vor 35 Jahren - da war Frauchen das erste Mal in der Stadt, Anreise mittels Touringbus flockige 21 Stunden, 13 Uhr ab Frankfurt, Ankunft 10 Uhr am Placa Catalunya, 2 kurze Pausen auf der Fahrt.) 

Schnell mit dem Taxi ins Hotel, das uns Manu empfohlen hatte. Es lag sehr nah am Start / Zielbereich. Und Manu wartete quasi schon auf uns. Frauchen und sie habe ich dann gleich auf eine lockere Einlaufrunde durch den Park am Triumphbogen geschickt. Und Frauchen zeigte Manu die Halsbandsittiche, von denen eine große Population wild in der Stadt lebt.


Samstag ging es erstmal die Startnummern abholen - sehr stimmungsvolles Ambiente. Wir hatten 28 Euro gezahlt, dafür gab es noch ein schickes Laufshirt in der Lieblingsfarbe Grün.

Dann ging es auf den Trip "Barcelona abklappern in 8 Stunden". Mir wurde ganz schwindlig vom vielen Gucken. Aber meine Menschen kennen die Stadt gut von diversen Aufenthalten. Und wollten eigentlich nur schnell mal mit dem Touribus abfahren, ob noch alles da ist ... hat mich kleinen Bären, der das erste Mal die katalanische Hauptstadt erkundete, doch etwas überfordert. Sagrada Familia, Placa Espanya, Montjuic (bekannt auch als "Olympiaberg 1992), und natürlich das Meer / der Stadtstrand.








Von unserem Hotelzimmer guckten wir übrigens direkt auf die Linie zu Kilometer 7 des Halbmarathons:





Abends ging es dann noch lecker Tapas essen. Und am Abend vorher hatte ich ja schon mein Date mit Pauline. Ärgerlich nur, dass unsere Menschen uns nie allein gelassen haben und dann immer gleich wissen wollten, was wir geredet haben!

Sonntag um 6:45 Uhr aufstehen und mißtrauisch das Wetter prüfen. Bis dahin hatte es nämlich noch nicht geregnet. Und so sollte es auch am Sonntag bleiben; es war aber immer sehr sehr wolkig und wir rechneten eigentlich jeden Moment mit einem Regenguss. Außerdem war es für Frauchen (mal wieder) zu kalt: 13 Grad sind einfach nichts für sie. Trotzdem in die kurzen Hosen geschlüpft, obenrum wärmer und vor allem winddichter angezogen, und mit Manu und André Richtung Start gestapft.

Schrecksekunde, als Manu fragte, wo denn Frauchens Zeitmesschip sei? Sie hatten ihren Championchip dabei. Wir hatten aber einen bei der Anmeldung gemietet, und da war er in die Startnummer integriert. 17.700 Läufer waren am Start, knapp 16.000 kamen auch ins Ziel. Frauchen mit ihrer HM-Bestzeit von 2:14 irgendwas (meiste Zeiten so um die 2:19) und der schlechten Vorbereitung / der immer noch nicht 100 % überwundenen Erkältung rechnete mit 2:30. Ich gab die Devise aus: Hauptsache ankommen, ruhig angehen lassen. Eigentlich wollte Frauchen mit Manu zusammen laufen, aber dann rief sie das Dixie doch nochmal aus dem Startblock. Und bei der Masse der Starter konnte sie sich nicht mehr zu Manu durchkämpfen. 8:45 Uhr war Start für die schnellsten Läufer - darunter auch die Dame, die in Barcelona schon zweimal Weltrekord im HM gelaufen war. der steht jetzt bei 65 Minuten ... da genießt Frauchen ihren HM doppelt so lange! 17 Minuten nach Startschuss konnnte dann auch Frauchen über die Zeitmessmatte - jeder Startblock hatte seinen eigenen Konfettiregen. Und dann hieß es erstmal Rhythmus finden. War schwer, denn sie war irgendwie in eine Läufergruppe aus Holland geraten, die sich sehr lautstark unterhielten ... und sehr orange gekleidet waren ... Doch so erblindet, dass sie das auf der Straße liegende 20 Cent-Stück übersehen hätte, war Frauchen dann doch noch nicht. Also gebückt und aufgeklaubt. Da hat der Dagobert Duck in ihr gegenüber dem Bestzeitenläufer gewonnen ...
Zuerst ging es Richtung Hafen, zur Kolumbussäule. Dann laaange und leicht steigend die "Parallel" hoch. Rechts abgebogen und 2,5 km die Gran Via entlang. Schöne alte Häuserfassade. Viele Rockbands spielten live an der Strecke - leider nur eine Band mit Popmusik, so voller Hardrock gefällt Frauchen nicht so recht. Dann runter wieder Richtung Start, am Hotel vorbei. Und nun wurde es ziemlich langweilig: 2 km geradeaus, kurz links, weitere 2 km stur geradeaus an Neubauten, alten Fabrikgebäuden usw. vorbei. 10 km hatte Frauchen in erstaunlichen 1:04:30 absolviert, hätte sie nicht gedacht. Störend war der kalte und starke Wind, andauernd Jacke auf, Jacke zu. Und bibbernd die diversen Outfits angeguckt - von bauchfrei im Bustier bis dick eingemummelt mit Handschuhen war alles vertreten.
Interessant auch die vielen Fußgänger, die verzweifelt versuchten, eine Pause im Läuferstrom zu nutzen, um schnell die in Spanien üblichen sehr breiten Straßen zu überqueren. Hier hat Frauchen dann gleich nochmal mindestens 5 min. (o.k. ich übertreibe) liegenlassen: rechts am Straßenrand stand ein kleines Mädchen, und wollte abklatschen. Weil sie aber soweit abseits stand, kam kein Läufer zu ihr. Und sie weinte schon fast. Mein gutmütiges Frauchen also gebremst, gewendet, 3 Meter zurückgelaufen, abgeklatscht. Worauf das kleine Mädchen strahlte, und deren ganze zahlreiche Familie Frauchen mit Segens- und Anfeuerungsrufen beglückte. Derart beflügelt, trabte Frauchen dann die "Diagonal" rechte Seite hoch, linke Seite wieder runter. Dabei sah sie zuerst André (Endzeit 1:54), später Manu, die nur ein paar Hundert Meter vor ihr war, und erst ganz zum Schluss (sehr beruhigend!) den Besenwagen. Sie hatte also ausreichend Vorsprung, denn Zielschluss war für 11:30 Uhr angekündigt. Und wenn man erst kurz nach 9 Uhr starten konnte, mit 2:30 rechnete, dann würde es knapp ... Nun ging es weitere (ehrlich gesagt: gähn) 3 km am Meer entlang. Was gut war: alle 5 km gab es eine Zeitmessmatte, denn Frauchen hatte schon überlegt, dass vielleicht einige bei diesem Streckenverlauf in Versuchung geraten könnten, abzukürzen. Dann war knapp vor km 20 endlich der charakteristische Hochhausturm der Mapfre erreicht.




Und die Straße, auf die sie jetzt einbogen, entschädigte mit dem Ausblick auf Sagrada Familia und Tibidabo (plus schwärzeste Wolken) für die vielen monotonen Kilometer vorher. Frauchen trabte weiter, versuchte sogar ein bißchen zu beschleunigen. Nun nochmal links, und dann musste sie schon gucken, wo ich mit Herrchen stand, bereit zum Aufspringen und Mit-Finishen. das hat auch alles gut geklappt. Ich hätte Euch auch gern mit Zielfotos verwöhnt, aber Frauchen weigert sich, die zu kaufen. Sie sähe fix und fertig darauf aus. Stimmt auch, aber ich bin doch gut getroffen! Dann habe ich mir noch schnell die Medaille umhängen lassen, Obst eingesammelt, den wärmenden Plastikumhang für Herrchen einkassiert (er nimmt sie gern als Regenschutz bei Wanderungen) und ab ins Hotel. Die Endzeit: 2:18:19, Platzierung 13.869 und damit immer noch 2.000 Läufer hinter sich gelassen - Frauchen und ich waren wie gesagt baff, wie gut es lief. Barcelona ist auf jeden Fall ein sehr schneller Kurs!

Dann schnell frisch gemacht, ausgecheckt und zum Flughafen - denn wir hatten einen recht frühen Rückflug. Hier für die Schnee- und Bergfreunde noch die Aussicht:


Manu dagegen konnte nach ihrem ebenfalls gelungenen Lauf noch bis Montag bleiben. Da saß Frauchen schon wieder ab 6:50 Uhr an ihrem Schreibtisch, ich auf meinem Regal und Barcelona war nur noch eine (schöne) Erinnerung.

Bis bald
Euer Iwan


Donnerstag, 9. Februar 2017

9 Tage Frühling genießen

Hallo Leute,

melde mich zurück aus Mallorca. Das war vielleicht schön, mal so ein paar Tage nur Frauchen, Fozzie (na gut, den hätte es nicht gebraucht) und ich. Ohne Oma, ohne Herrchen. Das Programm war einfach: Laufen, Wandern, Lesen, Futtern, Schlafen. 9 Tage lang. Das hatte vor allem Frauchen auch bitter nötig, nach der zweiten Infektion innerhalb kurzer Zeit.

Mit dem Wetter hatten wir sagenhaftes Glück. Die Woche bevor wir hinkamen erst Schnee, dann Unwetter. Es war auch noch sehr viel überschwemmt die ersten Tage. Und jetzt diese Woche hat es wieder geschneit (!), und damit meine ich nicht die herabfallenden Blütenblätter der Mandelbäume. Bei uns dagegen: Temperaturen bis zu 20 Grad, viel Sonne, nur am Ankunfts- und Abreisetag Regen. So gehört sich das, wenn Bären reisen!

Wir waren wie meist oben an der Nordostküste, in Port d´Alcudia. Bilder kann ich Euch nur so als Beispiele Fotos von früheren Urlauben, aber denselben Laufstrecken zeigen (denn Herrchen hat seinen Fotoapparat  nicht herausgerückt):





Ich als Coach hatte dann die verantwortungsvolle Aufgabe, Frauchen von Null (während der Infektion) wieder auf möglichst 90 von 100 (für den Halbmarathon in Barcelona) zu kriegen. Meine Vorgabe: möglichst langsam, möglichst viele Kilometer schrubben, um halbwegs wieder auf Kondition zu kommen. Hat auch ganz gut geklappt. An einem Tag stand immer morgens langer Lauf (der erste war 1:30 Std., Bucht von Pollenca, der letzte 2:15 Std. von Port d´Alcudia nach Can Picafort und zurück) auf dem Programm, nachmittags dann noch ein längerer Spaziergang. Am jeweils anderen Tag dann erstmal eine ausführliche Wanderung mit möglichst Höhenmetern, und spätnachmittags dann noch 1 Std. laufen. Mit kurzen Hosen, ohne Stirnband, Halstuch, Handschuhe macht das Frauchen dann immer gleich viel mehr Spaß. Nur einmal mussten Fozzie und ich sie mit vereinten Kräften zur Zimmertür rausschieben - da fegte ein kälterer Wind über den Strand und die Promenade, da wollte sie irgendwie nicht so recht. Jedenfalls ist sie unter den gegebenene Umständen ganz gut fit für Barcelona; ich denke, Ankommen wird sie auf jeden Fall, wenn auch nicht gerade mit Bestzeit.

Zu guter Letzt noch eine putziges Erlebnis. Sonntag sind wir ja abends zurückgeflogen (seufz), morgens also erst nochmal schön 70 Minuten bei 18 Grad und Sonne durch die Felder, an blühenden Mandelbäumen (na, seid Ihr schon neidisch?) entlang und auf der Strandpromenade, dann auschecken und noch zu einer Wanderung aufbrechen. Auf der Halbinsel Victoria, durch eine kleine Schlucht hoch, ziemlich steiniger, holpriger Singletrail. Herrlich warm. Nur sehr windig. Mit dem Rücken zur Bucht von Pollenca, mit Vorfreude auf den Ausblick oben über die Bucht von Alcudia. Oben angekommen Aussicht genossen, und dann mal umgedreht. Ups. Schwarze Wand über der Bucht von Pollenca, die gegenüberliegende Seite schon nicht mehr zu sehen. Dafür die sich schnell nähernde Regenfront. Da oben liefen an dem Sonntag diverse Trailrunner herum. Und Frauchen wolllte dann halt auch schnelllstmöglich von diesem ausgesetzten Bergrücken runter. Und verfiel auch in Laufschritt, bergab, hinter einer Grupper Trailrunner her. Die in vollem Laufoutfit, Frauchen in Wanderhose, normaler Jacke, Tasche quer über dem Rücken hängend (aber glücklicherweise hatte sie ihre Trailschuhe an, denn dort ist es wirklich sehr steil, steinig und holprig). Sah jedenfalls sehr lustig aus, wie die Trailrunner sich so irritiert umschauten, dass die überholte Wanderin jetzt genauso schwungvoll wie sie den Berg runterwetzte ... hat übrigens nicht ganz geklappt, Frauchen wurde noch ordentlich nass. Wir Bären haben ja schön im trockenen Auto gewartet ...

So, nun geht´s Packen für Barcelona. Die Wettervorhersage ist grottig, am Sonntag beim Halbmarathon soll es regnen. Bäh. Naja, ich treffe aber Pauline Laufbär und ihre Menschen, wir haben ein Date in einer Tapasbar - dafür lohnt es sich schon mal, so weit zu fliegen. Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 24. Januar 2017

Schlechte Laune

Hallo Leute,

ich habe schlechte Laune. Sehr schlechte Laune. Erstens diese dumme Kälte, heute haben wir tagsüber nur minus 7 Grad. Und Schnee. Wer will den schon? Was aber viel schlimmer ist: Frauchen. Das ist der zweite Grund. Sie hatte zu Jahresbeginn eine üble Erkältung / Infektion, was auch immer. Hust kläff schnief. Und robbte sich so langsam wieder an ihren Trainingsplan für Barcelona (Halbmarathon am 12.2.2017) heran. Wir waren guten Mutes, die ausgefallenen Einheiten kompensieren zu können. Alles lief im Plan. Letzte Woche Donnerstag dann endlich mal wieder ein Tempolauf, Strahlesonne, Schnee, Null Grad. Was wir da noch nicht wussten - das war es dann. Denn im Büro hatte es zwei Kollegen schon am Donnerstag zerbröselt, Frauchen dann am Freitag. Innerhalb von 4 Stunden von munter auf bettlägerig. Das volle Programm nochmal von vorne. Und statt einem schönen langen Lauf am Sonntag trainierte nur ihre Nase das Laufen. Ich sage Euch, die ist auf eine neue persönliche Bestleistung aus! Heute geht es so langsam wieder, ich lasse Frauchen ab und zu schon mal aufstehen. Ganz uneigennützig, denn wer soll sonst bitte schön hier tippen?
Dass sie dann so nebenher noch einige Sachen fürs Büro macht, war ja klar. Ist aber auch nötig, weil wir Freitag ja nach Mallorca fliegen. Nur Frauchen und ich. O.k. Fozzie hat sich auch noch dazugewanzt. Aber kein Herrchen, keine Oma. Ich hatte es so schön geplant: 9 Tage schöne lange ruhige Laufeinheiten abwechselnd mit kürzeren zügigen Läufen. Und nun - da kann ich ja froh sein, wenn Frauchen 20 min an der Promenade von Port d´Alcudia schafft!
Und das dritte Ärgernis: nix ist es mit dem Hamburg Marathon. Eine Freundin und Frauchen wollten ja als Staffel beim Womens Race starten, jede einen Halbmarathon. Alles schon gebucht, letzten Juli. Flüge, Hotel. Und nun hat Air Berlin die Strecke nach Hamburg gestrichen. Mit Zwischenstopp Düsseldorf kämen wir zwar hin, aber nur Freitag früh statt Freitag abend (= für jeden einen Urlaubstag, den die Menschen nicht haben), und Sonntag so früh zurück, dass Frauchen den Zieldurchlauf nicht erleben könnte. Also alles storniert. Und nun hocken wir auf zwei Startplätzen - also wer Interesse hat, bei mir melden. Geht aber nur für Damen.
So, nun kläfft mir Frauchen schon wieder zu viel. Ab ins Bett. Und ich melde mich nach Mallorca wieder.
Bis dahin Euer Iwan

Sonntag, 15. Januar 2017

Steht Ihr auf Bling?

Hallo Leute,

Frauchen war ja früher Schwimmerin. Da gab es je nach Platzierung eine Urkunde, und bei Platz auf dem Stockerl dann auch mal eine Medaille. Deswegen war sie anfangs etwas desinteressiert - um es mal höflich auszudrücken - dass jeder Finisher eines Laufes eine Medaille um den Hals gehängt bekam. Die Urkunden mit unseren Laufzeiten muss ich immer ausdrucken, die werden aufbewahrt. Obwohl ich ja der Meinung bin, "Platz 737 von 1.145 Startern" ist jetzt nicht gerade zum Uiuiui-Schreien ... als Schwimmerin stand da oft der 2. oder 3. Platz, manchmal auch der 1. Naja, sie ist halt keine geborene Läuferin. Und schnell schon mal gar nicht. Frauchen läuft zum Spaß.

Zuerst wurden die erlaufenen Medaillen achtlos in die Ecke gepackt. Bis ich auf die gute Idee kam, sie meinem Kumpel Toni umzuhängen. Jetzt muss man wissen: Toni ist ungefähr einen Meter groß. Und kann diesen ganzen "Bling" (amerikanisch für Medaillen) gut tragen.




Seitdem gucken wir auch immer, dass wir die Medaille kriegen und mitnehmen. Toni kriegt dann von jeder Laufveranstaltung eine Medaille umgehängt. Sind wir mehrfach gestartet (Salzburg, Palma, Achensee z.B.), dann hat er nur eine Medaille davon. Und die besonders schönen trägt er mehr vorne auf seiner Wampe (äh, Entschuldigung, Bauch), die weniger schönen seitlich. Was mir aufgefallen ist: je weiter weg von Deutschland, desto ausgefallener. Besondere Highlights sind die Medaille von Disney Run Halbmarathon (ein Donald-Kopf, leider habe ich gerade kein Foto davon ...),
vom Jubiläum des Fort Lauderdale Halbmarathons (wiegt über ein Pfund):

vomTrailrun Salzburg (besondere Form) und            aus Miami (glitzernd):








Und demnächst kommt dann noch eine schicke für den Save the Manatees-Lauf 2017 dazu:


Wie gesagt, Urkunden und Zeiten sind für uns wichtiger. Und Finishershirts. Die Medaillen nehmen wir halt so mit. Was ist denn für Euch das Wichtigste bei einer Laufveranstaltung? Urkunde, Medaille, Shirt?

Bis bald Euer Iwan