Sonntag, 15. Juli 2018

Was haben Radfahrer mit Klingonen gemeinsam?

Hallo Leute,

Ihr wisst, wer Klingonen sind? So ein ganz spezielles Völkchen im Star Trek-Universum, recht kriegerisch veranlagt, keinerlei Spaß verstehend und der erklärte Erzfeind quasi aller anderen Lebewesen im All ... und damit natürlich auch der Menschen.
Frauchen meint nun, dass Radfahrer Klingonen doch sehr ähnlich seien ... (Um Irrtümern vorzubeugen - Frauchen hat keine Grundsatzabneigung gegen Radler, Opa war Radrennfahrer, als es noch nicht "hip" war) Denn so langsam hat sie die Schnauze voll von Radlern:
  1. Die fahren immer auf dem Bürgersteig, und klingeln massiv, dass man sie bitte schön s-o-f-o-r-t durchlassen soll.
  2. Dito auf schmalen Waldwegen (Singletrails), und wehe, man springt nicht gleich beiseite, am besten in den Graben neben dem Pfad ...
  3. Dann wird mit Affenzahn am Läufer vorbeigerast,  am besten mit Tuchfühlung - das ist rasant und gibt wohl Zusatzpunkte.
  4. Das Wort "Danke" kennen die alle nicht.
  5. Besonders beliebt ist Radfahren auf für Räder gesperrten Wegen / Trails / schmalen Pfaden. 
  6. Und wehe, man hüpft als Läufer dann nicht beim Klingeln in die Brennesseln, sondern läuft erstmal weiter und fragt nett "Sie wissen aber schon, dass dieser Weg für Radfahrer verboten ist?" ... dann wird man im besten Fall ignoriert und im schlimmsten Fall kriegt frau "eins in die Fresse" angeboten.
Sorry für die Verallgemeinerung, sicher fühlen sich jetzt viele Radler ungerecht diffamiert, aber das alles erlebt Frauchen eigentlich auf jeder ihrer Laufrunden, also an 4 Tagen die Woche. Und nein, sie läuft nicht auf dem Radweg. Um auf den Vergleich zurückzukommen - so langsam sind ihr Klingonen symphatischer als Radler ... ich gehe sie mal beruhigen.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 8. Juli 2018

Und wieder mal ... Lenggries

Hallo Leute,

das Wetter war wochenlang super ... um pünktlich zu unserem jährlichen Lenggries-Urlaub einzubrechen. Statt Sonne und Wärme hatten wir Kälte und teils Dauerregen. So war es in ganz Deutschland am Donnerstag, den 28. Juni, schön - nur wir hatten Platsch Platsch bei 12 Grad. 12!
Dazu hatte ich als Coach ein massives Problem mit meinem Schützling. Sie war ja für den Achensee Trail Hero am 23.6. angemeldet. Das Training darauf (700 Höhenmeter) verlief eher suboptimal. Dazu kam der (für Frauchen) starke Kälteeinbruch. Start erst 16 Uhr nachmittags, also wäre auch der erste Urlaubstag futsch gewesen, weil man da ja nicht vorher noch eine mehrstündige Wanderung machen kann ... Und überhaupt ... keinerlei Motivation. Also Freitag Abend schnell von Lenggries aus rübergefahren nach Achenkirch, Unterlagen abgeholt ("Ich halte mir noch alle Optionen offen"), aber im Herzen wusste ich schon: Frauchen steht nicht am Start. So kam es auch.
Und ich hatte Mühe, sie überhaupt zu den täglichen Laufrunden zu bringen. Obwohl da ja einige der Lieblingsstrecken sind! Lenggries - Arzbach - Bad Tölz - Wackersberg - Waldherrnalm - Schlegldorf - Lenggries zum Beispiel. Oder durch den Wald hoch zum Sylvensteinspeicher (das hatte ich ihr dann für einen Regentag verordnet). Erst ab Wochenmitte kam die Lauflust zurück. Und wir haben versucht, einen neuen Laufstil bergab zu üben. Hatte ich aus der Trail Running, und funktioniert tatsächlich: bergab vorlehnen mit dem Oberkörper, also nicht senkrecht zum Boden, sondern schräg. Sodass der Körperschwerpunkt vor den Füßen ist. Ist extrem ungewohnt und erstmal will der Läufer sich automatisch zurückneigen, muss also dagegen ankämpfen. Aber es macht erstens schneller und zweiten klatscht man nicht so mit der Ferse auf ... entlastet also Füße und Knochen. Auf glatten Flächen (Asphalt, Forstwegen) funktioniert es nun schon gut; jetzt muss es Frauchen noch auf schmälere und unebenere Pfade übertragen. Ich werde berichten (auch, wenn sie einen Bauchplatscher macht, hehehe).
Ansonsten das Übliche: Kaiserschmarrn für sie und mich, viel Kuchen für meinen Kumpel Trello und mich von der Pensionswirtin (stellt sie netterweise immer hoch ins Zimmer, wenn unsere Menschen tagsüber wandern sind ...), schöne Wanderungen und viele Kühe. Ein paar zur Auswahl seht Ihr hier:





Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 14. Juni 2018

Interview: Science Fiction können auch fränkische Frauen


Liebe Hedy, wir haben uns letztes Jahr auf der Consumenta kennengelernt - dort hatten wir gemeinsam mit anderen Schriftstellern einen Stand für unsere Werke. Du schreibst ja dystopische Romane. Ich gebe zu, ich musste erstmal nachschauen, was das heißt … bitte kläre meine Leser auf.

Ohne hier zu wissenschaftlich zu klingen: Eine Dystopie ist eine Erzählung, die einen pessimistischen Blick in die Zukunft und auf eine Gesellschaft wirft, die sich negativ entwickelt. Als Autor hat man hier eine wunderbare Möglichkeit, auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam zu machen. Vielleicht kann man auch ein kleines Bisschen davor warnen.

Um was geht es bei den Diginity-Romanen?
Die Menschheit hat den Schritt in die Weltraumbesiedelung geschafft. Entwicklungssprünge haben Telepathen hervorgebracht. Die Gesellschaft hat sich dadurch negativ entwickelt. Es gibt Telepathen, die ihre Macht gnadenlos ausnutzen und Menschen bei Bedarf zu ihren Werkzeugen machen. So geschieht es auch Shay. Sie wird gezwungen, Botin zu werden. Man löscht dafür ihr Gedächtnis und trennt sie von Mann und Kind. Band 1 erzählt von ihrem Kampf, sich von den geistigen Fesseln der beherrschenden Telepathen zu lösen. Shay erkämpft sich ihr Leben zurück. Und trifft per Zufall auf ihren Mann, der alles daran setzt, ihr zu helfen. Wie schwer das für ihn ist, weil sie ihn ja nicht erkennt, könnt ihr euch denken. Und da beginnt die „Romance“!

Wie kommt man denn auf die Idee, solche Science Fiction zu schreiben? Also erst einmal überhaupt zu schreiben?
Meine Freundin Gisi hatte keine Bücher mehr für mich. Gisi hat mich jahrelang jedes Wochenende mit Lesestoff versorgt. Lovestorys, Gestaltwandler, Vampire, alles, was das Fantasy-Leserherz begehrt. Es waren ganz tolle dabei (ich mag z.B. die Gestaltwandler von Nalini Singh sehr und auch die Black Dagger-Reihe), aber auch seichte. Das ist wie im Museum. Du siehst ein rotes Quadrat auf weißem Grund und denkst dir, das kann ich auch. (Falsch gedacht, denn du hast es nicht erfunden.) Aber im Prinzip war es so. Ich dachte, so was Einfaches könnte ich vielleicht auch. Eines Tages blieb der Nachschub aus. Mir war langweilig und ich hab wohl meinen Mann genervt. Denn der stellte mir einen Laptop hin und sagte: Dann schreib doch selber ein Buch. ÄHM. Hab mich hingesetzt und angefangen. Und es ist etwas Großes draus geworden.

Und dann solche romantischen Zukunftsstories? Woher hast Du Deine Ideen?
Zunächst wollte ich keine High Fantasy schreiben, sondern was Realistisches. Deshalb keine Elfen und Orks etc. Aber in unserer Realität kommt man schnell an Grenzen. Orte, Namen, Entfernungen, da ist vieles zu recherchieren – und das behindert die Kreativität. In der Zukunft hingegen wird vieles möglich sein, was wir heute für unmöglich halten. Bei der Erfindung des ersten Telefons hat sich noch kein Mensch die heutigen Smartphones vorstellen können. Also hab ich anstatt Hamburg, Berlin und München einfach komplett neue Welten erfunden, die Hope, Treasure oder Heritage heißen… Aber was dann im Roman passiert, hängt von den Helden ab. Sie werden neben mir lebendig. Leben, lieben, reden, töten, und ich bin nur der Transmitter, der alles aufschreibt.

Naheliegender wäre es doch gewesen, über Deine Katzen oder Pferde zu schreiben …. Oder Geschichten aus Deinem beruflichen Umfeld … Und nun entsteht schon der vierte Band von "Dignity Rising" - wann erscheint er?
Ehrlich gesagt kam es mir nie in den Sinn, über meine Katzen und mein näheres Umfeld zu schreiben. Wen sollte das denn interessieren? Nee, nee, lieber neue, abenteuerliche Welten erfinden und sich mit tollen Menschen umgeben, die – fast – perfekt sind. Band 4 ist der Abschluss der Dignity Reihe, zumindest vorläufig. Hier schließt sich der Kreis der Geschichte um Shay, Jon und ihre Freunde – aber mehr verraten wäre gespoilert. Band 4 ist jetzt brandneu am 31. Mai 2018 herausgekommen.

Nun träumen ja viele davon, sich einfach hinzusetzen und ein Buch zu schreiben. "Ich habe eine Geschichte in mir". Ist das so einfach? Du hast ja, genau wie ich, mit Self Publishing begonnen.
Bücher schreiben ist mehr als nur ein Hobby.Es ist schwere Arbeit. (Danke, Hedy, dass Du das mal so sagst ... im Prinzip denkt ja jeder, man setzt sich einfach hin und tippt los ....)
Es sei denn, man hat einen Haufen Geld übrig, um sich viele Leistungen dazuzukaufen, die einfach wichtig sind für den Erfolg. Z.B. Korrektorat, Lektorat, Covergrafik, Buchsatz, Buchmarketing. Wer das alles selber machen will, muss sich nicht nur ein paar Grundsätze aneignen, sondern richtig tief einsteigen. Ich war ja auch zunächst Selfpublisher und weiß, wovon ich rede, kenne auch zahlreiche Kollegen. Oft fängt es mit der Rechtschreibung und der Grammatik an. Und seien wir mal ehrlich: Nicht jede aufgeschriebene Geschichte ist eine gute Geschichte. Das heißt nicht, dass ich jemandem abrate zu schreiben. Er oder sie muss nur mit der Kritik des Marktes klarkommen, wenn man sich im Vorfeld nicht mal die Mühe macht, sauberes Deutsch zu schreiben.

Und nun erscheint Deine Dignity-Reihe in einem Verlag. Wie toll ist das denn? Oder schränkt Dich das ein?
Ein Verlagsvertrag erscheint einem zunächst wie ein Sechser im Lotto. Natürlich bin ich sehr stolz darauf, dass der Carlsen Verlag Hamburg meine Serie unter dem Label Dark Diamonds neu herausgegeben hat. Aber du hast recht, es schränkt auch ein und man ist als Autor einfach abhängiger, als wenn ich selber über alles entscheiden dürfte. Mein nächstes Buch werde ich ganz gezielt wenigen ausgesuchten Verlagen anbieten, und wenn das nicht klappt, mach ich es selbst. Eine Zusammenarbeit mit einem Verlag bedeutet nämlich auch, dass die Leser viel länger auf das Buch warten müssen.

Schreibst Du neben der Diginity-Reihe noch andere Werke? Und wie geht es mit den Dignity-Helden weiter?
Die Dignity-Reihe könnte eines Tages weitergehen. In der Serie gibt es auch Kinder, und die werden älter und können eines Tages ihre eigene Geschichte erzählen. In der Zwischenzeit habe ich jedoch ein neues Projekt geschrieben (ganz fertig ist es noch nicht). Diesmal bewegen wir uns nur auf einem Planeten, aber in einer fantastischen, neuen Welt, die so noch niemand zuvor erfunden hat! Und mehr verrate ich dazu noch nicht. Aber wer ein grandioses Abenteuer sucht, über starke Charaktere, Liebe, Mut und Intrigen lesen will, wird wieder bei mir richtig sein. Mal was ganz anderes ist meine historische Kriminalgeschichte, die im März 2018 beim Wellhöfer Verlag in einer Krimisammlung erschienen ist. Das Buch hat den Titel „Blutspuren auf Mallorca“ und wer meine Bücher kennt weiß, dass meine Geschichte zu den düsteren im Buch gehört. Sie heißt „Der Fischer von Manacor“. Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang – eh klar :-). Und neben bei schreib ich ab und zu Gedichte. Wer mag, findet das Buch und das E-Book unter dem Titel „Lila Gedanken“.

Danke für das Gespräch, liebe Hedy! Und für die geneigten Leser meines Blogs - ein bißchen Werbung für die Bücher, über die Links, habe ich eingefügt. Dafür kriege ich aber kein Geld (auch  mein Frauchen nicht). Hedy hat mir nur versprochen, beim nächsten Grillabend darf ich als Erster und ganz allein zum Grill schlendern und mir was aussuchen! Ich glaube, da werde ich schneller sein als Frauchen bei ihrem Spurt-Training!

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 10. Juni 2018

3. Tiergartenlauf - quasi ein Siebenkampf

Hallo Leute,

letzte Woche habe ich mir echt Sorgen um Frauchen gemacht. Ihr wisst ja (hoffentlich wisst Ihr das!), dass Frauchen zusammen mit Katrin vor einigen Jahren die Idee zum Tiergartenlauf Nürnberg hatte. Und sie dann zusammen mit dem Verwaltungsleiter des Tiergartens und dem LAC Quelle das Projekt umsetzten. 2016 fand der Lauf zum ersten Mal statt, dieses Jahr also die 3. Auflage. Reine Routine, möchte bär meinen. Leider nicht. Irgendwie artete das Ganze dieses Jahr in einen Siebenkampf aus:

  1. Planen, rechnen, bestellen - Shirts und Medaillen - und doch irgendwie immer genau in einer Größe zu wenig zu haben - obwohl doch genau nach Anmeldungen bestellt und jeweils Puffer dazugerechnet
  2. Tippen, tippen, tippen - Newsletter, Pressemitteilungen, Infos, Sponsorenberichte, Mails 
  3. Zittern - die ersten zwei Jahre kamen die Shirts immer erst am Tag der Ausgabe Starterpackages an, egal für wieviel früher man sie bestellt hatte. Dieses Jahr waren sie zwei Tage vorher da - dafür waren die Medaillen verschollen. Und trafen genau 24 Stunden vor dem Startsignal ein.
  4. Fahren - Gutzis für die Starterbeutel einsammeln, eingelagerte Sachen aus den letzten Jahren abholen und zum Nutzungsort bringen
  5. Packen und stapeln - viele viele Kartons, mit Trinkbechern (knapp 5.000), Shirts (eine große Palette mit ca. 20 Kartons),  Gutzis für die Starterbeutel ...
  6. Hoffen und beten - die Wettervorhersage sagte Gewitter pünktlich für das Zeitfenster Freitag zwischen 18 und 20 Uhr voraus - also genau für die Start- und Laufzeiten. Gewitter wäre die einzige Wetterlage, bei der man hätte absagen müssen. Die Läufe konnten dann aber doch - ohne Gewitter - starten.
  7. Laufen, laufen, laufen - am Veranstaltungstag selbst ist Frauchen gefühlte 50 mal vom Naturkundehaus (Startunterlagenausgabe und Kleideraufbewahrung und "Kommandostelle") zum Start-/Zielbereich gerannt und wieder zurück - einmal leicht bergab, einmal leicht bergauf. Garniert mit Abstechern zur Lagune (Siegerehrung, nicht zum Plantschen ...).
Ergebnis: Frauchen hatte Samstag die miesesten Pulswerte, die ich je bei ihr erlebt habe. Denn das Ganze wurde von ziemlicher Rast- und Ruhelosigkeit begleitet, Donnerstag machte sie sich solche Sorgen, ob sich die Medaillen bei der Spedition wieder anfinden, dass sie um 4 Uhr früh aufstand!

Aber was ich so gelesen habe, war es wieder für die Starter ein toller Tiergartenlauf! Und das ist die Hauptsache, dann war es diesen "Siebenkampf der anderen Art" wert. Und nun kann ich zusehen, Frauchen wieder auf Trainingsspur zu bringen, denn es sind nur noch knapp 12 Tage bis zum Achensee Trail Hero! Und Kaiserschmarrn für den Coach (sprich mich) gibt es nur bei erfolgreichem Finish ...

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier gibt es übrigens sehr lesenswerte Berichte über den Tiergartenlauf:
exito Gipfelstürmer – mit vielen Bildern
Sebastian alias „Der Fleggo“
Axelander
Manu alias "Laufwelt"
Rose aus dem #TeamSeekuh

Samstag, 2. Juni 2018

London - traditional and modern

Hallo Leute,

ich war Euch noch Fozzies sonstigen Reisebericht über die 2,5 Tage in London schuldig. (Ich habe ihm aber gesagt, er soll sich kurz fassen und nicht immer so viel plappern ...)

"Als ob ich plappern würde! Also mache ich es halt kurz und zeige Euch nur die Fotos. Wir waren viel unterwegs, zweimal war Frauchen und mir gepflegt schlecht - einmal in diesen alten Londoner Bus




und einmal im London Eye. Das ist das dritthöchste Riesenrad der Welt, mit tollen Aussichten (und einer ebenso tollen Warteschlange davor, Frauchen hatte aber schlauerweise schon von zuhause aus Fast Pass Tickets für sich und mich gelöst).































Dann haben wir in Paddington Station fast eine halbe Stunde lang die Statue von Paddington Bear gesucht ...
















... waren am Piccadilly und flotte Autos gucken (der graue da, ein Lamborghini, wäre genau mein Geschmack ...).










Und zu guter Letzt haben wir noch den Tower und die Towerbridge besucht:


Ihr seht also, viel Sightseeing. Wobei London anscheinend jedes Jahr voller wird - ganz ehrlich,  auch wenn wir selbst Touristen waren - es ist einfach zu voll. Viel zu viele Menschen. Zwei Tipps hätte ich aber noch für Euch: 
  1. Fahrt nicht mit dem überteuerten Heathrow Express Zug in die Stadt - sie versuchen zwar am Flughafen massiv, die Tickets an den Mann / die Frau / den Bären zu kriegen, aber ihr kommt in Paddington Station an und braucht mit Sicherheit von da nochmal eine Fahrkarte für den Nahverkehr - nutzt lieber eine Tageskarte für die Öffentlichen und fahrt mit der U-Bahn rein.
  2. Nutzt überhaupt die U-Bahn und das Busnetz. Sie fahren sehr häufig, und die Busse klappern auch die typischen Sightseeing-Routen ab - aber eben für weniger Geld als der Touri-Sightseeing-Busse. Und die U-Bahnstationen sind sowieso eine Schau ... alt, gekachelt, sehr lange Gänge, steile Rolltreppen ... vor allem die Baker Street-Station ist einen Zwischenstopp wert, die stammt aus den 1860er Jahren und ist so auch restauriert worden."
Grummel - ich wäre doch gern mitgefahren. Hört sich gut an ... das nächste Mal bin ich wieder dabei!

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 31. Mai 2018

London - unerwartet zur neuen PB über 10 km

Hallo Leute,

kleine Schreckensnachricht zu Beginn: ich bin verletzt. Meine rechte Tatze ist leicht aufgeplatzt - bei meinem Alter ist das durchaus ernst zu nehmen. Frauchen schont mich deswegen, was ja einerseits gut ist (bedient zu werden), andererseits aber ärgerlich (ich durfte nicht mit nach London fliegen).
Das schien mir aber nur halb so schlimm, denn erstens war ich vor 4 Jahren schon mit in London beim 10 km-Lauf, und zweitens trainiere ich ja Frauchen auf den Achensee Trail Hero am 23. Juni hin, da habe ich mir also keine besondere Leistung erwartet. Böser Fehler.

Assistenzcoach Fozzie berichtet:
"Der London 10.000 Meter-Lauf ist auch die offizielle britische Straßenmeisterschaft. Kein Wunder, dass auch Sir Mo Farah gemeldet hatte. Wir hatten von Samstag bis Montag gebucht, da der Lauf  - etwas seltsam für uns  - an einem Montag stattfinden sollte. Bank Holiday, quasi "angeordneter Feiertag" in England. Die Hinreise war etwas, sagen wir mal, nervenaufreibend. Zubringerflug nach Frankfurt landete zwar pünktlich, aber jwd ... wir rollten und rollten mit dem Flieger ... am Terminal vorbei und auf eine noch jwd-ere Außenposition. Einstieg in den Bus, der uns zum Terminal bringen sollte. Murren in der Menge, denn einige mussten ihre 10-Uhr-Flieger erreichen. Eigentlich war ja genug Zeit eingeplant, aber ... der Bus kroch zum Terminal. Und reihte sich ein als Nummer 5 vor einem Eingang zum Terminal. Wo immer nur ein Bus seine Ladung entließ, fortfuhr, dann der nächste. Hat Frankfurt denn nur einen Eingang???? Egal, rein. Geguckt, wo wir hinmüssen. Von Terminal A zu Terminal B. Flughafen-Frankfurt-Kenner wissen: entweder stundenlang auf den Aufzug warten oder 4 Stockwerke zu Fuß runter, einen gefühlt 800 Meter langen Gang entlang, 4 Stockwerke hoch. Die Uhr tickte. Noch konnten wir es schaffen .. rasant um die Kurve gebogen und ... Vollbremsung. Frauchen krachte in die Schlange vor der Passkontrolle. Das war´s, Flug nach London kannste vergessen, dachte ich. Nix da, durchdrängeln (mein Frauchen ist da sehr gewieft und hat scharfe Augen) - da waren noch zwei Durchgänge für maschinenlesbare Ausweise, und ohne Schlange. Durch. Losgerannt. Quasi Einlaufen zum Rennen. Denn unser Gate war das Äußerste in dem Bereich. Herrchen hechelte hinterher. Um dann loszuschimpfen, warum Frauchen denn so rannte - denn das Boarding hatte noch gar nicht angefangen ... Verspätung.

Der Rest verlief dann ohne besondere Vorkommnisse. Frauchen hatte ein Hotel gebucht, das quasi direkt gegenüber dem Eventbereich lag. Also rund 100 Meter bis zur Startnummernausgabe - für die Overseas-Runner nur vor Ort, Sonntag und Montag vor dem Lauf. Das war eine Verbesserung gegenüber 2014, dort gab es sie nur am Renntag und man hatte vorher so gar keine Info. Das war dieses Jahr vorbildlich.
Weniger schön aber die neue Strecke - nur der erste und die letzten beiden Kilometer waren echtes Sightseeing, der Rest durchs Banken- und Juristenviertel, sogar viel durch absolut nichtssagende Seitenstraßen.
Montag dann gegen 9:30 Uhr aufgemacht zum Startbereich. Menschenmassen - über 14.000 Starter, plus Begleitpersonen. Alles bestens organisiert, man konnte sich nicht verlaufen, alle gingen diszipliniert zu ihren Startbereichen. Frauchen war in der dritten Welle, zusammen mit Lord Sebastian Coe, hüstel. Mo Farah dagegen startete ganz vorne ....Was wir zum ersten Mal erlebten., war Wunschkonzert: der zweite Block wurde mit "Eye of the tiger" losgeschickt, das konnte man gut hören. Blick nach vorne über Pall Mall, nach hinten zum Buckingham Palace. Als Frauchen vorrückte, wurde durchgesagt "die vor Euch wollten "Eye of the tiger" - mit was wollt Ihr starten? "Chariots of fire" oder "Don´t stop me now"?" Überwältigendes Gekreisch für Queen. Und 17 min. nach Farah durfte auch Frauchen auf die Strecke.
War es dieser für Frauchen ideale Rhythmus, war es das Einlaufen am Frankfurter Flughafen, die Langeweile beim Kurs oder die schwüle Wärme - Frauchen lief die ersten 5 km in 29:21, was für sie sehr schön ist. Konnte es beim Blick auf die Uhr kaum glauben, denn sie hatte nicht das Gefühl, eine sub-1-Hour-Pace zu laufen. Übrigens, Mo Farah hat für die 10 km genau 29:44 min. gebraucht ... er kam Frauchen auf der "Strand" kurz hinter km 1 (für Frauchen) entgegen. Der Kurs ist schnell erzählt: Mall hoch, Trafalgar Square, Strand weiter, Seitenstraßen und Fleet Street, Wendepunkt (da stand übrigens ein Live-Chor und sang), zurück vorbei am Court House, Strand runter, an Downing Street Number 10 vorbei, Westminster Abbey und Big Ben links liegen lassen, Endspurt zum Buckingham Palace. Den Frauchen dann nach 58:25 min. erreichte - zu unser aller Verblüffung mit einer neuen PB über 10 km!


Gut sind auch die Infos nach dem Lauf, über Pace, Platz, wie viele vor und hinter einem sind. Das Finisherpaket gibt es erst im Ziel; für 28 Pfund gibt es eine Medaille, Funktionsshirt (strahlend ... mausgrau), diverse Getränke (u.a. Rhabarber-Apfelsaft-Schorle) und Knabbereien. Also face value. Toll auch die vielen anfeuernden Zuschauer und Streckenposten, die vielen Livebands - die ganez Stimmung war top.


Ein Selfie mit Mo hat leider nur so geklappt - er war einfach zu schnell für uns:



Ab ins Hotel, geduscht, mit einem Burger-Mittagessen den Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht und dann mit der Underground zum Flughafen. Frauchen hatte ja extra Rückflug über Zürich gebucht, weil längere Umsteigezeit. Blick auf die Anzeigetafel - Verspätung. 30 min. Damit blieben noch 40 min. zum Umsteigen in den letzten Flieger des Abends nach Nürnberg. "Blieben" hier im Konjunktiv. Einsteigen durften wir zwar, aber dann hieß es "wir kriegen erst ein Slot in 30 min". Bis wir wegkamen, über 1 Stunde Verspätung. Das konnte der Flieger nicht mehr aufholen. Als wir in Zürich nach der Landung zum Terminal rollten, sahen wir noch schön die Maschine nach Nürnberg, wie sie die Treppe hochklappte. Wir hatten schon die Info "umgebucht". Auf Hotel. Und Flug am anderen Morgen. Das war uns auch noch nie passiert. So "durften" wir noch eine Nacht im stylishen Hotel nahe des Züricher Flughafens verbringen ..."

Und ich habe mir fürchterliche Sorgen gemacht, wo Ihr bleibt! Und frage mich, wie viel schneller Frauchen noch hätte sein können, wenn ich sie betreut hätte statt Fozzie ...

Reisebericht Teil 2 von Fozzie - was sie in den zwei Tagen London erlebt haben - folgt.
Bis bald Euer Iwan




Samstag, 19. Mai 2018

Zum vierten Mal Rennen für die Manatees

Hallo Leute,

heute war es wieder mal soweit: Rennen für die Manatees. 5 km. Virtuell - d.h. man rennt eine 5 km-Strecke und meldet die Zeit. Und muss nicht extra dafür nach Florida fliegen. Was Frauchen und ich zwar sehr bedauern, es andererseits aber weniger aufwändig und mehr zeitsparend macht.

Für das Startgeld von 32 Dollar kriegt man - pünktlich vor dem Wettkampftag - ein Manatee-Shirt und eine schöne Medaille. Und die wollen wir uns natürlich auch verdienen, nicht einfach nur anmelden und einkassieren ....



Wegen einiger Termine startete Frauchen heute erst am spätem Vormittag. Und freute sich schon auf die dummen / irritierten / fragenden Blicke anderer Läufer oder Spaziergänger im Marienbergpark, wo sie eine abgemessene 5 km-Strecke hat. Das war nämlich in den früheren Jahren ihr Highlight ... denn normalerweise rennt man nicht allein auf weiter Flur mit einer Startnummer herum! Und dann dieses Jahr die Enttäuschung: keiner guckte. Weder irritiert noch anerkennend, weil sie (für ihre Verhältnisse) wie ein Wiesel so schnell rannte.

Vielleicht lag es an ihrer Frustration, dass sie so schnell wie in keinem der vorigen drei Jahre war. 26:45 Min. für 5 km ist für sie extrem rasant. Das macht mich schon wieder misstrauisch - ob sie wohl abgekürzt hat? Andererseits kenne ich mein Frauchen, so etwas würde sie nie tun. Bewertet sie als grob unsportlich.

Also freue ich mich einfach über die gute Zeit. Und nehme es als gelungene Generalprobe für den 10 km-Lauf in London, der nächstes Wochenende ansteht ... ich werde berichten. Seid gespannt, denn da tritt sie gegen Mo Farah an!

Bis bald Euer Iwan