Donnerstag, 11. Januar 2018

Das Geheimnis der grünen Hose

Hallo Leute,

der heutige Titel klingt nach Edgar Wallace, nicht wahr? Dahinter verbirgt sich aber die Antwort auf eine uns häufig gestellte Frage: Warum trägt Frauchen auf so vielen Fotos unserer Läufe eine grüne Laufshorts?

Also: erstens poste ich fast nur Fotos von Wettkämpfen. Und Wettkämpfe haben wir meistens im Sommer, daher die Shorts. Zweitens ist grün ihre Lieblingsfarbe. Beim Laufen bringe sie ihr Glück ... Ob wir abergläubisch sind? Nein, absolut nicht, wer glaubt schon daran, dass das Tragen einer bestimmten Hose einen schneller macht? Aber es schadet ja nun auch nicht ...

Jetzt kann ich schon Eure Gedanken und Fragen spüren. Eine Hose, und die ist immer im Einsatz? Nein, wie gesagt, eigentlich nur bei Wettkämpfen. Und es sind .... zwei Hosen! Als Frauchen die Teile vor nunmehr fast 25 Jahren kaufte (kein Witz!), da konnte sie sich zwischen zwei nur minimal unterschiedlichen grünen Laufhosen von Adidas nicht entscheiden. Beide hatten zwei Seitentaschen, eine aufgesetzte Tasche hinten, saßen bequem (Frauchen hasst Tights) und waren saftig grün. Die eine vielleicht eine kleine Spur heller, und sie hatte noch eine extra Seitentasche für Kleingeld. Die andere, dunklere, war farblich minimal schöner. Und was macht man, wenn man sich nicht entscheiden kann? Richtig, man kauft beides! Übrigens, die Hosen haben damals je 19 DM gekostet. Wenn ich das auf die Jahre und die gelaufenen Kilometer umrechne, ein echter Schnapper!

Ach ja, und sie werden natürlich auch ordentlich gewaschen. Und wenn doch mal ein kleines Löchlein auftritt, dann muss Oma mit der Stopfnadel ran. Frauchen graut es schon vor dem Tag, wenn mal alle Kunstfertigkeit nicht mehr hilft und es "time to say goodbye" ist. Aber glücklicherweise ist das noch lange nicht der Fall. Und so sehen wir der Kurze-Hosen-Saison mit Freude entgegen. Hier noch ein paar schöne Läufe in "grün" - wenn Ihr genau hinschaut, sehr Ihr vielleicht auch, welche der beiden grünen Shorts gerade im Einsatz ist!
Gebirgstälerlauf 2005
Achenseelauf 2006


10 km London 2015

Zermatt Halbmarathon 2014

Womens Trailrun 2014 Nähe Großvenediger

Womens Trailrun Zell am See 2015

10 km  Valencia2015

Innsbruck Alpine Trail Festival 2016


Pitz Alpine Trail Festival 2016

10 km Palma 2017


Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 4. Januar 2018

Laufjahr 2018, wir kommen!

Hallo Leute,

jetzt ist das neue Jahr schon 4 Tage alt ... Zeit, mit 2017 komplett abzuschließen und Euch einen Ausblick auf unsere Vorhaben 2018 zu geben.

Also: 2017 hat Frauchen insgesamt 216 Stunden laufend verbracht. Das entspricht:
  • genau 9 Tagen und Nächten
  • 100.885 verbrannten Kalorien
  • ca. 1.945 gelaufenen Kilometern
  • dreimal der Strecke Nürnberg - Hamburg.
Die Höhenmeter kann ich Euch leider nicht liefern, aber einmal Mount Everest dürfte schon zusammengekommen sein ....

Was haben wir 2018 vor? Hier kämpfen zwei Seelen in meiner bärigen Coach-Brust: zum einen möglichst viele Rennen, möglichst weit weg, damit wir viele schöne Reisen haben. Zum anderen sollte Qualität vor Quantität gehen. (o.k. der wahre Grund ist, dass mich Frauchen nicht mehr ohne Aufsicht an den PC lässt - so sind meine Chancen, online schnell etwas zu buchen, doch stark gesunken ....)

2018 stehen nach jetzigen Stand folgende Läufe an:
  • 18. März 10 km Port de Palma
  • 28. April 15 km beim Innsbruck Alpine Trail Festival
  • 19. Mai  5 km virtual Race for Save the Manatees
  • 28. Mai 10 km London
  • als Organisator: 8. Juni Tiergartenlauf Nürnberg
  • 2. September 23,2 km Achenseelauf
    (hat dieses Jahr wieder den Vorzug gegenüber dem Karwendelmarsch erhalten)
  • 9. September 10 km Isarlauf Lenggries
  • 27. Oktober 8 km Panoramatrail beim Trailrunningfestival Salzburg
  • 28. Oktober 21,1 km Gaisbergtrail beim Trailrunningfestival in Salzburg
  • 2. Dezember 10 km Valencia
Weitere Vorschläge sind gern willkommen. Ich würde gern noch einen Lauf in den Bergen ansetzen, Juli bis Anfang August, da bin ich derzeit

am Suchen. Die Walser Challenge erscheint mir doch ein bißchen heftig. Andererseits - wozu sind Herausforderungen da? Das Pitz Alpine Trail Festival passt leider zeitlich nicht rein ... Wer Ideen / Vorschläge hat: gern an mich. Am besten so, dass Frauchen es nicht gleich sieht, damit ich erstmal in Ruhe allein prüfen kann.

So, nun wünsche ich noch allen Freunden, Bekannten, Läufern und Nichtläufern ein gutes Jahr 2018, viel Gesundheit (ein guter Bekannter bangt gerade um seine Vorbereitung für den London Marathon), Glück, Erfolg und ausschließlich positive Erlebnisse!

Bis bald euer Iwan

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Weihnachten macht schlapp

Hallo Leute,

ich tue ja wirklich mein Bestes, Frauchen über die Feiertage und den Dezember / Januar fit zu halten. Opfere mich auf, esse die ihr zugedachten Bethmännchen, konfisziere die Marzipanbrote, lasse die weißen Dominosteine verschwinden ... denn jeder weiß ja, Zucker macht langsam. Und dick.

Außerdem scheuche ich sie gemäß meines genialen (wie ich in aller Bescheidenheit vermerken muss ...) Trainingsplanes heraus.Und was macht sie? Beschafft sich anderweitig Leckerli. Wie heute im Büro "Fantakuchen". Hört sich ja schon absolut widerwärtig für Läufer an ... mit Schmand und so.
Trainingspläne umgeht sie mit "ich will jetzt auch mal nur so zum Spaß laufen".

Ich sehe schon die Quittung mit schlechten Zeiten auf uns zukommen. Naja, vielleicht muss das sein, dass sie mal wieder so richtig einbricht bei einem Lauf. Damit sie mich wieder ernster nimmt. So geht das ja schließlich nicht weiter! Oder doch? Noch sind es ja einige Monate bis zum ersten richtig herausfordernden Rennen 2018, dem Innsbruck Alpine Trail Festival. Also gönne ich ihr nochmal ein bißchen Gnadenfrist. Und mir noch ein paar Marzipankartoffeln ...

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Bäriges Laufjahr 2017

Hallo Leute,

ich schiebe schon Panik, wann ich endlich aufs Jahr zurückblicken kann ... meine Tippse war nicht verfügbar. Ich hinke ja schon allen TV-Jahres-Rückblicken hinterher, Zeit wird´s! Also starten wir nun den Blick auf ein ganz besonderes Laufjahr.

Januar
2017 startete mit einer saftigen Virusinfektion, um nach ein paar Tagen Pause mit der nächsten ordentlichen Infektion zuzuschlagen. Die sich unter anderem auch in Nicht-schlafen-können bemerkbar machte. Was soll ich sagen? So eine durchgemachte Nacht vor dem Fernseher brachte uns zwei Erkenntnisse: erstens - selbst  mit über 200 TV-Sendern kommt nachts um 3 Uhr nichts
Vernünftiges und zweitens - aus dem Alter, Nächte durchzumachen und das zu genießen, sind Frauchen und ich definitiv raus! Ende des Monats flog Frauchen dann mit Fozzie (Unverschämtheit!) für 9 Tage nach Mallorca, Wandern und Trainingslager. Ich war heilfroh, zu hören, dass nicht die ganze Kondition flöten war. 4 lange Läufe, teils mit Trailanteil, zwar langsam, aber immerhin.

Februar
Denn hier stand schon das erste Saisonhighlight an: der Halbmarathon in Barcelona. Während unsere Menschen fachsimpelten, teilten @PaulineLaufbaer und ich einen Wein, hüstel. Sonntag blieb es glücklicherweise trocken, aber düster und nicht so warm wie erhofft. Kurze Hosen waren trotzdem drin, und die Zeit auch ganz akzeptabel. Für die Vorgeschichte jedenfalls. Die Strecke war ehrlich gesagt a bisserl langweilig, da hatten wir uns mehr versprochen ...


März
Kurz entschlossen hatte ich Frauchen für den Halbmarathon in Alcudia angemeldet. Ein Super-Sonnen-Wärme-Wochenende belohnte mich für meine Entscheidung. Frauchen kannte die erste Hälfte der Strecke bestens, sind ja ihre Trainingsstrecken im Mallorcaurlaub. Dann kam, was ich hoffte, nie wieder zu erleben ... ab km 10 war Frauchen Letzte des Feldes. Bis ins Ziel. Mit weitem Abstand. Gut, es war ein kleiner Lauf mit unter 200 Teilnehmern. Und o.k., es ging ganz schön auf und ab ... Ich war erst entsetzt. Dann versöhnt, als ich merkte: besser Letzte als Vorletzte. Denn Frauchen wurde von einem immer größer werdenden Pulk aus Begleitfahrzeugen (Streckenposten zu Rad und Motorrad, Ambulanz) begleitet. So einen Zieleinlauf hatten wir noch nie - unvergleichlich!


 1 Woche später war sie schon wieder auf der Insel, dieses Mal mit Fozzie. Beim 10 km-Lauf im Hafen von Palma. Noch leicht schwere Beine, aber gewohnt schöne Strecke.

April
Unser Monat der Absagen: Air Berlin machte uns mit Flugzeitverschiebungen einen Strich durch den Hamburg Marathon. Für den alternativ gemeldeten Weiltalmarathon war Glatteis vorhergesagt, also auch ausfallen lassen. Das für zwei Erkenntnisse: erstens - Holland ist beileibe nicht flach, wie die Trainingsläufe in Zandvoort bewiesen.
Zweitens - Runden drehen kann Spaß machen, wenn es für einen guten Zweck ist, wie die 18 km in Seligenporten.
Ansonsten wurde es nun langsam ernst mit der Vorbereitung auf den Karwendelmarsch. Ich hatte es mir so gedacht: statt maximal 2,5 Stunden-Läufe sollten es in der Spitze schon 3,5 Stunden werden, kupiertes Gelände, viele Berg- und Downhill-Spurts, Gewöhnung an Salztabletten und Powershots während des Laufes, Gewöhnung an Laufen-mit-Rucksack. Aber ich bin ja mit Frauchen Kummer gewöhnt ....

Mai
Es ging weiter mit den Absagen. Wings für Life-Run in München - nicht am Start gewesen. Dafür schöne Trainingstage am Achensee, aber halt nicht lange genug die Läufe, und nix Rucksack. "Sie würde schon noch rechtzeitig damit anfangen" bekam ich zu hören.
Ich schimpfte. Die Trainingsläufe wurden länger, die Ausreden kreativer.

Juni
Und schon war die zweite Auflage des Tiergartenlaufs gekommen. Von wegen, alles geht beim zweiten Mal leichter. Die Shirts kamen wieder auf den letzten Drücker, das Wetter spieltemit viel zu viel Schwüle mit, die Hektik war groß ... ein Lauf als Organisator pro Jahr - so ganz nebenbei neben Beruf und genau in der Woche in der Notaufnahme gelandeter Oma reicht.
Dafür wurden neue Laufreviere erkundet, weil Oma ja im Krankenhaus besucht werden musste - da kann man dann direkt im Schwarzachtal toll laufen. Oder die Wanderwege 8 und 8a rund um Altdorf, nach dem sonntäglichen Staubsaugen in Omas Haus. Viel Natur, viel auf und ab, die 2-Stunden-Grenze war schon lange geknackt und inzwischen Standard. Nur der Rucksack - "ist doch noch genug Zeit, ich fange in Lenggries damit an".
Wo wir unsere übliche Woche mit Wandern und Laufen verlebten. Der Rucksack - als "Trailrucksack für Läufer" gekauft - lag anklagend auf dem Tisch in der Pension. Und blieb jeden Tag genau dort liegen, da konnte ich schimpfen was ich wollte. Ein Highlight des Urlaubs war übrigens mein erster Gipfel (naja, gut, ich bin hochgetragen worden)!


Juli
Mir riss nun der Geduldsfaden. Frauchen war immer noch kein einziges Mal mit Rucksack gelaufen. Aber es ist doch ein Unterschied, ob man hier im Reichswald knapp 3 Stunden läuft, die Wasserflasche in der Hand hält und die Salztabletten in der Hosentasche ... oder ob man ca. 10 bis 11 Stunden durch die Berge wetzt. Aber als Coach ist man ja auch Psychologe: wenn sie den Rucksack verweigert, hilft nix. Musste ein anderer her. Also nochmal Geld ausgegeben (Frauchens, nicht meines) und einen Camelback im Internet geordert. Und siehe da - damit hat sie dann zumindest ein paar Trainingsläufe absolviert.

August
Jetzt fingen wir beide an, Panik zu entwickeln.
Vorher gerade mal 23 km am Stück gelaufen, nun sollten es 52 werden. Strecke zwar gut bekannt, das kann aber auch psychisch nach hinten losgehen (wenn man genau weiß, wie übel und lang der letzte Anstieg werden wird ...). Hatten wir genug trainiert? Das Richtige? Vorher noch eine Marschtabelle durchgerechnet und ausgedruckt mit den Durchgangszeiten. Wie wird das Wetter? Und wie wird es ab km 25 für Frauchen gehen? Wann kommt der Mann mit dem Hammer? Schiere Panik, die ich aber - ganz verantwortungsbewusster Coach - nicht zeigen wollte, je näher der Renntag kam. Und dann: bestes Laufwetter (für Frauchen, vielen war es zu heiß), sie trabte, wanderte, lief, sprang die Berge hoch und runter ohne Probleme, überholte nach den ersten 20 km eifrig, lag weit vor der Marschtabelle, und der Mann mit dem Hammer kam erst bei km 50.
Fazit: 3 abgefallene Zehennägel, 2 kaputte Trailrunschuhsohlen, Mordsgaudi gehabt, wahrscheinlich 2019 wieder. Denn die 30 Sekunden, die Frauchen zu einer Zeit unter 9 Stunden fehlten, wurmen uns immer noch.

September
Nach dem Karwendelmarsch kam ... das große Loch. Keine Motivation, kein Zug mehr. Und mieses Wetter, also trat Frauchen weder beim Isarlauf noch beim Tegernseelauf an. 8 Grad und Regen - von uns aus im Winter, aber doch nicht im Spätsommer! Geht gar nicht. So langsam kam dann aber wieder die Lauflust. Im Urlaub auf Mallorca, wo sie wieder mit Fozzie hinfuhren. Hatte ich schon mal meiner Entrüstung Ausdruck verliehen, dass ich zu Hause bleiben musste?
Hier zeigte sich aber, was das ganze Training der letzten Monate wert war. Ein langer Lauf, über den Hafen von Port d´Alcudia nach Aucanada, Trailpfad am Strand entlang, dann hoch Richtung Coll Baix, über Bon Aire zurück nach Port d´Alcudia, ca. 20 km, ca. 250 HM, teils sehr steiniges und holpriges Geläuf, aber wunderschöne Landschaft - Ende Januar 2:21, nun 2:05 Stunden.

Oktober
Unser alljährlicher Fixpunkt, Trailrunfestival in Salzburg. Für mich - Treffen mit Pauline, für Frauchen Panoramatrail, für uns alle Kaiserschmarrn. Und das von mir verordnete Treppentraining hat sich wieder ausgezahlt. Auf Mallorca mindestens zweimal täglich in den 8. Stock hochlaufen. Bringt immense Fitnessvorteile auf der Clemens-Holzmeister-Stiege bei km 1!

Dann waren sie noch in Nizza, Laufen bei Sonne und 20 Grad. Während ich hier Sturm und Regen abbekam. Nein, ich bin nicht neidisch auf Fozzie, ich doch nicht!

November
Nun durfte ich gnädigerweise auch wieder mit. Ja, wenn es halt ohne den Coach nicht geht ... der 10 km-Lauf in Valencia stand an. Sonne, über 20 Grad, viel Spaß beim Lauf gehabt. Und ich habe ihr eine Zeit unter 1 Stunde vermasselt, weil das Aufspringen zum Finishen dieses Mal nicht so gut geklappt hat. P.S. Ich habe Frauchen schon wieder für 2018 angemeldet ...

Dezember
Gleich am 1. waren wir geflasht. Anmeldestart für den Tiergartenlauf 2018. Die erste Ausgabe war nach 23 Tagen ausverkauft. Die zweite nach 7 Stunden. Jetzt hatten sie um 100 Startplätze aufgestockt. Und Frauchen schaltete pünktlich um 9 Uhr die Anmeldung frei. Danach tippelte sie wie Speedy Gonzales auf Twitter usw., beantwortete Mails und aktualisierte die Eventsite. denn nach unglaublichen 24 Minuten (!) waren alle Startplätze weg. Stundenlang noch allen Enttäuschten, die per Mail noch ihr Glück versuchten, geantwortet, dann ging es nach Hamburg.
Selbst laufen, beim Xmas Run auf St. Pauli. Kurz: Nass, kalt, super Stimmung. 5 km rennende Nikoläuse.
Jetzt steht "nur noch" der 10 km-Silvesterlauf auf dem Programm. Hoffentlich, in den letzten beiden Jahren hat jeweils ein Infekt den Start verhindert. Aber den hatte Frauchen schon letzte Woche, also hoffen wir das Beste.

Nächste Woche gebe ich dann noch unsere Saisonplanung 2018 bekannt - vielleicht sehen wir uns ja bei dem einen oder anderen Lauf? Ich würde mich freuen!
Bis dahin - keep on running - frohe Weihnachten!
Euer Iwan


Dienstag, 12. Dezember 2017

Laufen bei kaltem Regen ist unschön, Nichtlaufen aber auch

Hallo Leute,

wer mein Frauchen kennt, weiß, dass sie mit dem Winter hadert. Kälte, Regen oder gar Schnee, viel Dunkelheit - das mag sie überhaupt nicht. Und seien wir doch mal ehrlich, die Male, wo Sonne auf frischen Schnee scheint und das Im-Winter-Laufen wirklich Spaß macht, kann man doch an einer Hand abzählen.
Also hat sie die letzten Wochen schon eifrig gemotzt. Ist zwar gemäß meinem Trainingsplan laufen gegangen, aber nur "unter Protest". Tja, zur Zeit wünscht sie sich, sie könnte bei Regen, Kälte, Dunkelheit raus und ihre Runde drehen ... Stattdessen hat sie (mal wieder) bei Erkältungsviren "hier" geschrieen. Und liegt seit 3 1/2 Tagen mehr oder weniger flach. Morgen schicke ich sie aber schon mal wieder ins Büro,  man will ja schließlich tagsüber seine Ruhe haben.
Aber wie gesagt, ein Gutes hat die Sache: sie wird dankbar sein, wenn sie wieder rausdarf. Und ich werde wohlwollend lächeln, wenn es dabei 1 Grad und Schneegraupel hat, hehehe.
Bis bald Euer Iwan

Montag, 4. Dezember 2017

Ein rennendes Nikolaus-Eichhörnchen auf St. Pauli

Hallo Leute,

das wolltet Ihr schon immer mal sehen? Kein Problem, einfach dranbleiben und weiterlesen ...

Ich hatte ja Frauchen erstmals für den Xmas Run St. Pauli angemeldet. Die letzten Jahre ging es sich immer mit dem Termin nicht aus, dieses Jahr sollte es am 3. Dezember klappen. Und im Juli erschien mir das noch eine gute Idee. Tja, was soll ich sagen. "Hamburg - wieder mal Regen." Und Kälte vorhergesagt. Also entschloss sich Frauchen schweren Herzenes, mich zuhause zu lassen. Denn mein wertvolles Inneres ist nun einmal nicht regenfest. Schade, ich hätte gern die vielen Kostüme, für die dieser Lauf ja bekannt ist, gesehen ... so habe ich guten Glaubens Fozzie mitgeschickt. Das war ein böser Fehler, sage ich Euch. Der hat nämlich angesichts des Wetters auch gekniffen!

Freitag Abend bei Ankunft im Hotel, direkt an den Landungsbrücken mit Blick auf den Hafen gelegen, war ja alles noch in Ordnung. Hamburg war total überfüllt, massenweise Touris. Samstag ging es erstmal hoch auf die Plaza der Elbphilharmonie, da pfiff der Wind, und es war Hochnebel - Sicht schlecht, und Fozzie musste sich schon ganz schön festklammern.








Dann waren sie erst in Norderstedt, einer sehr guten Freundin (Grüße auch von mir, ich durfte ja nicht mit, grummel) bei einem Adventskonzert mit ihrem Chor zuhören, und dann nettes Beisammensein. Sonntag morgen dann Aufwachen bei "Pladder, pladder". Dazu ein eisiger kräftiger Wind. Worauf Fozzie spontan entschied, auch im Hotel zu bleiben. Fahnenflucht. Pflichtvergessener Bär! Frauchen machte sich sehr missmutig fertig - wenn sie nicht mit @Laufwelt und André verabredet gewesen wäre, hätte sie sich wahrscheinlich gar nicht aufgerafft. Vier Schichten, plus drüber noch ein Nikolaus-Eichhörnchen-Shirt - das Ganze sieht schon irgendwie leicht abartig aus, vergleicht man es mit dem kurze Hosen-Laufshirt-Dress von vor zwei Wochen in Valencia.

Der Start sollte in 3 Wellen stattfinden, Frauchen und ihre Freunde waren um 11 Uhr dran. Man sah schon einige Nikoläuse, Rentiere, einen Eisbär, einen laufenden Adventskranz, Jack Sparrow und Klaus Störtebeker (was die wohl mit Weihnachten zu tun haben?). Störtebeker entpuppte sich übrigens als Andreas, den ich dieses Jahr in Barcelona kennengelernt hatte. Und obwohl Frauchen nichts von mir sagte, hat er Grüße an mich ausrichten lassen!

Ewald Lienen vom FC St. Pauli, den Älteren unter uns wegen seiner früheren wilden Frisur und einer klaffenden Oberschenkelwunde noch ein Begriff, sprach Begrüßungsworte und bewunderte die Hardcoreläufer, die trotz dieses Mega-Bäh-Fies-Wetters am Start standen. Erst ging es langsam getrabt ins Millerntorstadion hinein, dort startete die Zeitmessung und schon sah Frauchen nur noch die entschwindenden Rücken von André und Manu. Also lieber das eigene Tempo finden. Am Dom entlang (für Nicht-Nordlichter: so heißt in Hamburg der Jahrmarkt, Rummel, Kerb, Kirchweih), rein in die Wallanlagen, Planeten und Bloomen, in einer schönen Runde. Super organisiert, meinte Frauchen, sehr nett alle. Startgeld 13 Euro, plus 3 Euro Chipmiete, alles zu einem sozialen Zweck. Manchmal, auf den Pflastersteinen, war es mit Frauchens Trailschuhen (die einzigen wasserdichten, die sie hat) ein bißchen glatt. Und was erstaunlich war, wie oft es hoch / runter / Treppen rauf ging ...
Zwei (echte) Hunde im Nikolausoutfit sind in ihrem Slot auch mitgelaufen; das Rentiergespann (8 Läufer, aneinandergeschirrt) machte sich leider gerade erst fertig für den zweiten Slot.

Zurück am Dom entlang, und schon war sie da. Über die Zeit schweige ich lieber mal, indiskutable 31:22 min für 5 km. Wenn ich dabei gewesen wäre, wäre das viiiieeeel schneller gegangen. Immerhin Platz 15. in ihrer AK (von über 80), und Platz 165 von knapp 800 Damen.


Die schicke Medaille eingesammelt, die Urkunde ausdrucken lassen, und dann ging es schon wieder zurück zum Hotel. Auf dem Weg dahin trafen sie an einer Ampel noch Christine (@sielaeuftde) - schön, dass man sich wenn auch nur kurz endlich  mal persönlich gesehen hat! Und sie hat auch gleich Grüße an mich ausrichten lassen ....

Manu und André sind dann direkt zurück nach Berlin gefahren, meine Menschen am frühen Nachmittag wieder hier eingetroffen. Fazit: Ich wäre gern dabei gewesen, der Lauf scheint eine Riesengaudi zu sein!

Bis bald Euer Iwan

P.S. Und hier ist Manus Bericht - sie hat mehr Fotos drin ...





Donnerstag, 23. November 2017

Valencia: Blauer Zieleinlauf

Hallo Leute,

Ihr wisst ja - wenn Mitte November ansteht, verkrümeln wir uns gern noch einmal für ein Wochenende nach Valencia. Diese spanische Stadt gefällt sowohl meinen Menschen als auch mir sehr gut ... letzten Freitag sind wir deswegen gern (hüstel) um 4 Uhr aufgestanden, um über Frankfurt nach Valencia zu fliegen. Und auf dem Teilstück Nürnberg - Frankfurt hatte ich sogar einen eigenen Sitzplatz!

Nach Ankunft hat Frauchen ihren eigenen Rekord gebrochen: 12:05 Uhr gelandet, 12:30 Uhr Koffer gehabt, 13:03 Uhr eingecheckt und Zimmer betreten, 13:15 Uhr ab auf die Laufstrecke. Frauchen läuft sehr gern im ehemaligen Bachbett des Turia,  das inzwischen ein wunderschöner Park ist, mit einem Weg nur für Läufer:

Dann ging es wieder in die Ciudad des las Artes y Sciencias - diese futuristischen Gebäude sind schon etwas ganz Besonderes!


Startnummer holen, Shirt einkassieren, Chip prüfen lassen, Startersackerl nehmen  ... das alles hat zusammen rund 6 Minuten gedauert. Und dann ging es schon ab an den Strand. Nur um Euch mal neidisch zu machen - während in Deutschland die Farbe Grau und Regen dominierte, hatten wir 3 Tage mit ab-so-lut wolkenlosem Himmel, tagsüber bis zu 22 Grad.

Abends noch lecker gespeist (ich muss ja darauf achten, dass Frauchen vor einem Lauf ordentlich Carboloading betreibt ... und als Coach muss ich alles vorkosten, nicht dass sie was Schlechtes isst ...). Samstag war dann (eigentlich) wenig Anstrengendes angesagt. Dachte ich, und blieb im Hotel, um den wieder sehr zahlreich bestückten Starterbeutel genauer zu untersuchen. Böser Fehler. Meine Menschen marschierten insgesamt 16 km, erst in die Altstadt, dann am Meer entlang.

Abends dann die schon obligatorischen Salbei-Ravioli bei unserem Lieblingsitaliener ... an vielen anderen Tischen saßen auch Läufer. Was auffiel: für den 10 km-Lauf waren 8.500 Läufer gemeldet, davon nur rund 1.000 nicht aus Spanien. Und wenig Deutsche. Beim Marathon sind von den 17.500 Startern rund ein Viertel Nicht-Spanier, darunter sehr viele Deutsche. Und ich kann nur sagen: der Lauf lohnt sich wirklich, nicht nur vom Preis-Leistungsverhältnis (18 Euro).

Sonntag dann frühes Aufstehen, Frühstück gab es schon ab 5 Uhr. Wir waren aber erst um 7 Uhr unten, dann fertig machen,und gegen 7:45 Uhr auf zum Start - Frauchen jedenfalls. Bibbernd. Denn es hatte nur 10 Grad, die Sonne ging gerade erst auf. Und frau trug doch kurze Hosen! Herrchen und ich gingen nochmal schön ins warme Zimmer, um Frauchen dann bei km 1,5 zu erwarten. Sie erzählte hinterher, allein der Start über die Brücke, 3 Stockwerke hoher Startbogen, auf einer Fahrbahn die Marathonis, auf der anderen die 10 km-Läufer, links und rechts die futuristischen Gebäude wäre sehr emotional. Zur Strecke: seit letztem Jahr erst mit kleinem Umweg auf der einen Seite des Turia-Parks hoch, dann über eine historische Brücke und ab in die Altstadt. Nach km 8 wieder entlang des Turiaparks und die letzten 800 Meter direkt durch die Wissenschaftsstadt, mit Zieleinlauf über Wasser auf einem extra gelegten Steg mit blauem Teppich. Unvergleichlich!

Auch die Stimmung ist bombastisch, so etwas haben wir bei keinem anderen Laufevent bisher erlebt. Spätestens alle 250 Meter eine neue Band, Trommlergruppe, Indianer, Gorillas,  ein sehr bekannter DJ - dazwischen anfeuernde Zuschauer. Jetzt wundert Ihr Euch sicher, warum ich so lange herumlabere ... nun ja. Hüstel. Ähem. Ich  bin schuld, dass Frauchen ihr Zeitziel "unter 1 Stunde" verpasst hat. Um 8 Sekunden. Da es auf den ersten zwei Kilometern noch voll und eng ist, kann man da nicht Wettkampftempo laufen. Für den ersten km brauchte Frauchen rund 7 min! Das holte sie aber sukzessive auf, und lag bei km 9 auf einer Zeit knapp unter 1 Stunde ... (ja, ich weiß, für viele Leser ist das Schneckentempo - für uns nicht!). Und ich wollte wieder aufspringen, um mitzufinishen. Gute Tradition halt.


Das Problem: Herrchen hat nur einen Platz in der zweiten Zuschauerreihe ergattern können. Also musste Frauchen 500 Meter vor dem Ziel abbremsen, mich grapschen, dem irritierten Herrn in der ersten Reihe erklären, warum sie über seinen Kopf greift, und wieder anrennen. Tja, das waren eben die 8 Sekunden. Sie ist letztendlich mit 1:00:08 4.863 von 8.500 geworden, 139. in ihrer Altersklasse.

Dann durch den Zielkorridor, Medaille holen, dazu gab es Flaschen mit Wasser, Powerade, Beutel mit Mandarinen, Bananen ... für die Marathonis später dann noch Radler ... schwer bepackt suchten wir Herrchen. Dann schnell ins Hotel, duschen, auschecken, die letzten Stunden am Meer verbringen.

Und beim Rückflug nochmal den Zieleinlauf von oben betrachtet ... jederzeit gerne wieder!


Nächster Lauf: der Xmas Run auf St. Pauli. Da ist es sicher nichts mit kurzen Hosen und warmen Temperaturen. Egal, wir werden das Beste daraus machen!

Bis bald Euer Iwan