Donnerstag, 8. September 2022

Achenseelauf 2022: der Sprecher würdigt mich

 Hallo Leute,

Anfang September steht bei uns der Achenseelauf auf der Agenda. Seit 2010 - nur in den Jahren, in denen ich Frauchen beim Karwendelmarsch angemeldet hatte, oder sie verletzt war, waren wir nicht am Start.

Die Fahrt in unser Stammhotel verlief feucht, sehr feucht. Eingetroffen der erste Schock: aufgrund der doch sehr üppigen Preiserhöhungen (dazu später noch mehr) hatte Herrchen dieses Mal nicht das große Zimmer, quasi zwei Räume mit viel Platz, reserviert, sondern die niedrigere Kategorie mit Seeblick. Böser Fehler. Zimmer direkt gegenüber des Aufzugs, sehr dunkel aufgrund des kleinen Fensters, und ein atemberaubender Geruch. Ach was, Gestank! Nach altem Käse oder so ähnlich, Frauchen schnüffelte, in den Ecken war es am schlimmsten. Und das uns als Stammgäste. Nun ja, vielleicht wollten sie uns zeigen "das habt Ihr nun davon, preiswerter zu buchen!"? Abends hat sich Frauchen dann nett an der Rezeption beschwert und siehe da, am anderen Morgen konnten wir in ein anderes Zimmer umziehen. Den Gestank haben wir zurückgelassen ... es könnte auch "nasser Hund, der direkt auf dem Teppichboden lag" gewesen sein, denn das Hotel ist sehr hundefreundlich. Aber dass das Zimmermädchen diesen intensiven Geruch nicht bemerkte, ist mir ein Rätsel.

Zurück zum Erfreulichen ... äh, noch  nicht. Frauchen hatte dieses Mal sehr unaufmerksam gepackt. Der Sport-BH fehlte. Und auch wenn sie nicht Pamela Sue Anderson ist, ohne geht es nicht. Wippt zu sehr. Tut weh. Also gleich am nächsten Tag ins einzige Sportgeschäft in Pertisau, um erstmal ausgiebig von den Verkäufern ignoriert zu werden. Gut, wanderten die Menschen halt erstmal auf den Zwölferkopf hoch. Frauchen soll ja tapern, und das hat sie zu meiner ganz großen Irritation auch gemacht. Sind nur gute 600 Höhenmeter hoch und wieder runter. Danach neuer Anlauf im Sportgeschäft: Frauchen stand neben dem Ständer und guckte auffordernd, fragend. Herrchen stand rund 2 Meter entfernt und guckt in die Luft. Tja, ratet mal, wer angesprochen wurde .. richtig! Herrchen verwies dann an Frauchen und endlich konnte sie das gewünschte Objekt zu einem Schweinepreis ergattern. 

Freitag dann die Tristenaurunde zum Warmwerden laufen, eine ihrer Lieblingsstrecken dort. Auf dieser Runde ging übrigens am Samstag der neu konzipierte 10 km-Lauf entlang - und wie immer beim 10 km-Lauf: Regen. Dieses Mal Starkregen.

Samstag zockelten die Menschen wie immer nach Maurach, um dort Minigolf zu spielen. Dieses Mal vorher mit Abstecher zur Weißenbachklamm, ein überraschend tiefer Einschnitt im Fels. Der Betreiber des Minigolf-Cafés kennt Frauchen nun schon, weil sie jedes Jahr am Tag vor dem Lauf dort hingehen, und fachsimpelte mit ihr über Wetter, Laufstrategien usw. Müßig zu sagen, dass sie wieder krachend verloren hat - die Bahnen seien aber auch sehr schwer zu spielen. Aha.

Dann Abholung der Startunterlagen (sie muss so gierig in die Tasche geschaut haben, dass das Foto davon gleich auf der "Impressions"-Seite des Veranstalters landete, hehehe)

und danach habe ich alles geprüft. Wobei ich sagen muss, angefangen hat es mit 28 Euro und einem super gefüllten Startersackerl, inzwischen kostet der Start 50 Euro, die Gaben werden immer weniger (immer noch gut, aber weit entfertn von früher) und heuer wurde auch eine Verpflegungsstelle ersatzlos gestrichen. Das wird Frauchen langsam zu teuer. Gut, nächstes Jahr will sie eh wieder beim Karwendelmarsch starten, da stellt sich die Frage nicht.

Sonntag dann dichter Nebel, der pünktlich zum Start aufriss. Dieses Mal waren deutlich weniger Meldungen als in den Vorjahren, es kann am Startgeld liegen, oder wahrscheinlich eher daran, dass es inzwischen sehr viele Laufveranstaltungen gibt. Frauchen mag es ja sowieso lieber leerer. Sie trabte also los, hatte müde Beinchen, und war daher sehr verwundert, dass sie bis km 10 einen 6:30er-Schnitt hatte - gefühlt waren es eher 7 min/km. Herrchen und ich warteten wieder in Achenkirch, bei km 14. Und - ich habe in der Analyse des Laufes alle meine vorigen Berichte nochmal durchgelesen - wieder unerklärlicherweise zwischen km 10 und km 14 über 4 min verloren, genau wie in anderen Jahren auch. Keine sonderlichen Steigungen, kein anderer Untergrund, gefühlt selbes Tempo weitergelaufen ... sehr seltsam. Naja, jedenfalls kam sie mit einer 1:38:30 bei uns vorbei, Wasserflasche getauscht, ein paar Schlucke Cola light. und schon bog sie auf die gefühlt zweite Hälfte ein.Das sind zwar "nur" 9,1, km, aber eben ein prachtvoller Trail mit 150 Höhenmetern.

Hier sammelt sie immer Läufer ein, auch dieses Jahr wieder. Was ihr gar nicht gefiel, sind die neuen Abschnitte mit Maschendrahtzaun an etwas gefährlicheren Abschnitten. Es ist so ein wunderschöner Steig, den man jetzt anscheinend "idiotensicher" gemacht hat - denn viele Spaziergänger ignorieren dort die Hinweisschilder "Trittsicherheit" und gehen mit ungeeignetem Schuhwerk und sehr unsicher dort entlang. Schade.


Der Abschnitt runter zur Gaisalm zeigt ihr immer, wie sie liegt - 2:17:14, also alles im grünen Bereich für das Zeitziel Sub 3 Stunden. Womit sie aber nicht rechnete: dass sie nicht wieder ins Laufen kam, sondern auch bei eigentlich gut laufbaren Abschnitten nur schnell gegangen ist. So robbte sie sich Richtung Pertisau,. riss sich für Fotopoints zusammen und trabte (einmal hat sie die Kamera nicht gesehen, ich habe die Beweisfotos vom Gehen statt Laufen!) und erreichte endlich das Strandbad. Würde wieder eng werden mit dem Zeitziel! Wie immer sprang ich auf, und wir finishten gemeinsam mit 2:58:32. Und damit glatte ... 8 Sekunden schneller als letztes Jahr! Naja, ich hatte ehrlich gesagt auf eine etwas schneller Zeit gehofft, aber Frauchen wird halt nicht jünger, hüstel.


Moment, was war das? Da sagte doch der Zielsprecher was von mir? "Und der Petzi ist nun schon zum 10. Mal dabei, immer gefinisht! Hoffentlich nächstes Jahr wieder ... zusammen mit Anette aus Deutschland!" "Petzi" ist österreichisch für Teddy, muss man wissen. Da wurde ich doch gleich ein paar Zentimeter größer!

Und kurz danach noch ein paar Zentimeter breiter, als ich mir den wohlverdienten Kaiserschmarrn einverleibte:

Für die Statistik: Frauchen wurde mit 2:58:32 592. von 638 Startern, fast auf die Sekunde genau doppelte Zeit des Siegers (1:29:27), der Langsamste brauchte 4:00:48. In meiner Statistik der Achenseeläufe war es die zweitlangsamste Zeit. Aber es hat wieder Spaß gemacht, den Achensee zu umrunden:


 


Quelle Fotos: eigene Aufnahmen, oder Sportograf.

Ich muss jetzt mal tiefer in die Analyse einsteigen, denn irgendwie, fürchte ich, hat Frauchen inzwischen auch eine Bremse im Kopf, nach dem Motto "nach 15 km geht nur noch Gehen, ein Laufen mehr". Wer Tipps hat, wie man die wegkriegt, gern her damit!

Bis bald Euer Iwan





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