Mittwoch, 25. März 2026

Tegernsee - ohne Laufschuhe

Hallo Leute,

Frauchen ist einfach nur peinlich! Und als ich ihr das an den Kopf warf, hat sie sich doch glatt geweigert, für mich zeitnah meinen Bericht vom Wochenendtrip an den Tegernsee zu schreiben ... ohne Worte.

Ihr wisst ja: sie hat Knie. Genauer gesagt, hat ihr linkes Knie einen Meniskus. Und der hat Einrisse. Also die ganze Zeit kein Laufen, sondern viele Kräftigungsübungen, Beweglichkeitsübungen und halt eben das erste Mal seit über 20 Jahren ohne Laufsachen in die Berge gefahren.

Freitags war das Wetter noch toll:

 




Das nutzen natürlich auch viele Läufer, die in kurz / kurz unterwegs waren, Mitte März. Und dann wurde es sooooo peinlich. Frauchen seufzte eigentlich jedem Läufer, jeder Läuferin hinterher. Guckte neidisch. Und das so "un"auffällig, dass einige doch sehr verwundert auf Frauchen guckten. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken! Es gibt doch echt Schlimmeres auf der Welt.

Außerdem habe ich Frauchen erst einen Vortrag gehalten, dass sie ja mit über 20 Jahren Laufen ohne ernsthafte Verletzung sehr gut weggekommen ist. Danach habe ich sie ein ziemlich großes Brezn-Schnitzel verspeisen lassen, das hob die Laune doch etwas:

 

Samstag schlug das Wetter dann um, Sonntag früh lag eine dünne Schneeschicht. Da fiel es uns nicht so schwer, die Berge wieder zu verlassen. Aber wir kommen wieder – und dann hoffentlich auch wieder mit den Laufsachen!

P.S. Erwähnte ich übrigens, dass wir auf dem Wochenmarkt von Gmund einen Stand aufgetan haben, der sagenhaft selbst zubereitete Spinatknödel für daheim anbietet? Jetzt fahren immer ein paar Packungen mit nach Hause ....

Bis bald Euer Iwan 

 

  

Montag, 9. März 2026

Guter Service, schlechter Service

 Hallo Leute,

meine Menschen hatten am Wochenende zwei sehr gegensätzliche Erlebnisse in der Gastronomie. 

1. Abendessen in gehobenem Steakhaus

Als nachgeholtes Valentinstags-Dinner lud Herrchen Frauchen ein. Und da sie mal wieder ein richtig gutes Steak essen wollte, ging es ins Steakhaus Sanders (keine Kette, inhabergeführt) hier in Nürnbergs Norden.

  • erster Versuch einer Tischreservierung zwei Tage vor dem Wunschtermin brachte schallendes Gelächter (gefühlt)
  • für eine Woche später sei Freitag was frei, entweder "Schicht 17:30 Uhr bis 19 Uhr" oder "Schicht 19:30 Uhr bis 21 Uhr". Um 18 Uhr kommen - schallendes Gelächter (gefühlt)
  • um 17:30 Uhr dagewesen, ganz netter Tisch
  • Kellner kam, um Bestellung aufzunehmen. Guckte nach Frage "Was möchten Sie?" dann angestrengt hinter sich. Drehte sich wieder zu Frauchen, fragte "Was war das?" - das gleiche Spiel wiederholte sich bei Herrchen. 
  • Kellner brachte die Getränke - öffnete Wasserflasche für Frauchen, goß ein, stellte Herrchen sein Bier hin, räumte im Umdrehen Frauchens Wasserflasche ab.
  • Frauchen nass, Stuhl nass, Boden nass. Ca. 1/3 der Wasserflasche leer (und Frauchen hatte bei diesen gesalzenen Preisen schon eine kleinere Flasche als sie normal trinkt genommen).
  • Kommentar des Kellners: "Entschuldigung. Gut, dass es kein Rotwein war. Denn der gäbe Flecken." Drückte Frauchen eine Serviette zum sich Trocknen in die Hand, und wischte Boden auf. Und erzählte dabei von einem anderen Kunden, der schuld war, dass der Kellner ein anderes Mal Getränke verschüttet hatte. 
    Das war es dann. Kein neues Wasser. Keine weitere Entschuldigung - Frauchen saß ja immerhin mit nassem Hosenbein da. Kein "darf ich Ihnen für die Unannehmlichkeiten ein xyz anbieten?"
  • Das Essen kam zügig, war geschmacklich und von der Zubereitung bei Frauchen einwandfrei. Herrn hatte sein Steak "medium well" bestellt, es war innen noch teils roh. Das teilte er dem Kellner mit, als dieser fragte "Alles in Ordnung?" Besser gesagt, wollte er es mitteilen, der Kellner drehte sich aber noch während der Frage bereits ab. Herrchen rief es also hinterher. Kellner kam dann nochmal, meinte als erste Reaktion "das haben Sie so bestellt!". Nein, habe er nicht. Kellner guckte nach. Stellte fest, dass er es falsch aufgeschrieben hatte. Knäulte ein "Sorry" heraus. Dabei blieb es.
  • Fazit: für die gehobenen, um nicht zu sagen gesalzenen Preise erwartet man einen anderen Service!

 2. Mittagessen bei McDonalds

Am Sonntag trabten meine Menschen dann nach dem Wahlgang bei McDonalds vorbei. Bestellung am Terminal, mit Bringen an den Tisch.

  • Auf jedem Tisch in dem wie üblich eingerichteten "Restaurant" stand eine Vase mit zwei Tulpen.
  • Das Tablett mit Burgern usw kam, wurde hingestellt.
  • Kurze Zeit später kam die Bedienung und fragte "alles o.k."?
  • Nochmal 1 min später kam er wieder, und überreichte "eine Tulpe für die Dame, weil heute Frauentag ist" und ein geschenktes Sondereditions-Trinkglas.
  • Fazit: auch ein Schnellrestaurant kann positiv überraschen! 

Dreimal könnt Ihr raten, welches Steakhaus in Zukunft meine Menschen und vor allem deren Geld nicht mehr sieht! 

Die eigentlich Unverschämtheit ist ja, dass die Menschen mich zu beiden Mahlzeiten nicht mitgenommen haben, finde ich. Wobei, wenn der Kellner mir das Wasser drübergeschüttet hätte, hätte das böse für mich ausgehen können ....

Bis bald, Euer Iwan 

Freitag, 20. Februar 2026

Das Knie machte einen Strich durch die Mallorca-Rechnung

 Hallo Leute,

eigentlich sollten wir heute in zwei Tagen schon auf meiner Lieblingsinsel gelandet und mit dem Mietwagen kurz vor Port d´Alcudia sein. Der jährliche Frühlings-Lauf-und-Wander-Auftakt für Frauchen war schon lange gebucht, ich wäre dieses Jahr wieder mitgeflogen. Die letzten zwei Jahre hatte ich ja meinem Assistenz Coach 2. Klasse, Fozzie, den Vortritt  gelassen.

Frauchen sagt immer, das sei der erholsamste Urlaub des Jahres. Nur wandern, laufen, lesen, essen, schlafen. Allein, ohne Begleitung, also auch keine Gespräche während der Wanderungen, sie kann die Gedanken schweifen lassen, machen, was sie will, wann sie will ... o.k. es sei denn, mein bäriger Trainingsplan sieht was anderes vor.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: nix Mallorca. Nix im Flieger sitzen. Frauchen hat Meniskus. 

Irgendjemand sagte mal, ein ehemaliger Brustschwimmer (Leistung, nicht paddeln ...) ohne angeschlagene Menisken sei so selten wie ein Einhorn. Tja, Frauchen hatte Brust als Hauptlage. Also schon seit über drei Jahrzehnten gezieltes Knie- und Oberschenkelmuskeltraining, um die Menisken zu entlasten. Vor allem beim Bergabwandern oder -laufen merkt sie sie dann doch ab und zu mal. Bis direkt nach dem Parkrun das linke Knie sehr stach. Sie dachte "ach das Übliche, gibt sich wieder". 

Nein, gab sich nicht. Wurde im Lauf der Woche schlimmer. Bis sie letztes Wochenende das Gefühl hatte, ihr sticht jemand mit dem Messer ins Knie beim Gehen. Wunderheilung innerhalb einer Woche realistisch gesehen ausgeschlossen. Wenn schon kein gehen, in die Knie gehen oder Treppen steigen möglich war, wie sollte dann bitte schön Wandern oder Laufen gehen. Also Mallorca storniert. Ich  hatte ja erst noch den Vorschlag, ich könnte allein hinfliegen, aber mein Pflichtgefühl siegte, hüstel.

Frauchen hat dann diese Woche statt Fastnacht zu feiern das volle Programm mit Röntgen, Ultraschall, MRT absolviert. Und dabei das Kunststück fertiggebracht, im MRT einzuschlafen!

Der Orthopäde meinte als erstes "Arthrose. In dem Alter öfter." und kapierte erst nach ziemlichem Beharren, dass es eher was mit dem Meniskus sein könnte. Nach dem MRT war er dann aber schon aufgeschlossener für Läufersorgen. Also: leichte Einrisse. Erstmal schonen, bis der Schmerz komplett weg ist und wieder alle Bewegungen möglich. Physio/Krankengymnastik und wieder anfangen mit Lauftraining. Woher dieser plötzliche stechende Schmerz kam, dafür hatte er auch keine Erklärung. Außer eventuell Überreizung.

Na toll. Also nix Mallorca. Eventuell dann die Kurzstrecke beim Innsbruck Alpine, Hinfahren müssen wir auf jeden Fall, dieses Jahr gibt es ein Bärenmotiv in der tollen Wildlife-Laufshirt-Reihe!

Danke auch an die Bluesky-Läuferbubble - dadurch haben wir erfahren, wie viele schon Probleme mit dem Knie, mit Meniskus usw. hatten, welche Therapie wann half, wann OP nötig war und wie lange es danach dauerte bei trainierten Sportlern ... das alles hat Frauchen und mir sehr geholfen.  

Ich lasse Frauchen, so wie auch die ganze Zeit jetzt schon, weiter ihre Stabi- und Beweglichkeitsübungen machen, und sukzessive gehen wir dann wieder das Thema Beinmuskeltraining an. 

Und bevor ich hier zu wehleidig klinge (heul, schluchz!) - wer weiß, wofür es gut ist. Vielleicht stürzt das Flugzeug ab. Oder wir hätten mit dem Mietwagen einen Unfall. Oder oder ... Frauchens Oma sagte immer, alles hat seinen Sinn.

 Bis dahin, Euer Iwan 

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Das zweite Mal

 Hallo Leute,

2019 ist Frauchen das erste Mal bei einem Parkrun gestartet. Und fand das Konzept eigentlich sehr gut; ich wollte sie das also öfter machen lassen. Tadaahh,und nun war es soweit: tatsächlich schon der 2. Parkrun. Nach kaum 7 Jahren ... Unfassbar, wie die Zeit vergeht. 

Samstag Morgen ist halt immer Einkaufszeit. Aber nun hatte sich bärenstarker Besuch aus Bärlin, Entschuldigung, Berlin, angesagt: Manu aka Laufwelt kam mit meiner Freundin Pauline für ein Wochenende. Zum Entsetzen meines fränkischen Herrchens hat sie sich in Fürth ein Hotel gesucht. Zum Verständnis: Nürnberg und Fürth - das ist eine starke Rivalität und Frotzelei, als Nürnberger geht man nicht gern nach Fürth. ein Spruch ist: das Beste an Fürth sei die U-Bahn nach Nürnberg usw.

Egal, Samstag früh startete Frauchen mit besagter U-Bahn nach Fürth und holte Manu im Hotel ab. Dann ging es 10 min zu Fuß herunter in den Pegnitzgrund. Dort findet der Stadtpark Parkrun statt - zwei Runden in sehr schöner Natur. Das dachten sich auch die mehreren Dutzend Graugänse, die sich sehr lautstark auf dem Wiesengrund tummelten. Zuerst dachten die Damen ja, dass sie falsch seien - es war kaum ein Läufer zu sehen. Aber bis zum Start um 9 Uhr trudelten dann doch insgesamt 34 Starter ein. Und wie schon 2019 - ein Hund samt seinem Frauchen lief auch mit, 4,8 km immer mit Abstand hinter Frauchen, um dann doch auf den letzten Metern noch zu überholen. 


Wetter: um die 3 Grad, grau, zu Beginn leichter Niesel. Aber daran lag es nicht, dass ich als Coach nicht sonderlich zufrieden bin. Die Zeit! Die Zeit lässt mir die Haare zu Berge stehen: 35:20 min für 5 km. O.k. Frauchen hatte leider nochmal über 4 Wochen aussetzen müssen, hat gerade wieder 1,5 Wochen Training hinter sich - aber trotzdem! Und sie meinte, es wäre ziemlich anstrengend gewesen ... Immerhin nicht Letzte. 28. von den 34 Startern. 

Dann ging es mit Manu ins Hotel, sie holte dort meine Freundin Pauline Läufbär ab und wir beide verbrachten einen netten Nachmittag zuhause. Die Damen machten währenddessen Nürnberg unsicher - nicht die Läden, sondern viele Schritte durch die Altstadt, zur Burg und durch die Fußgängerzonen. Abends trafen wir alle uns dann noch zum Tapas Essen in Fürth (erwähnte ich schon einmal, dass ich Albondigas liebe?) und dann kam schon wieder die Zeit, Abschied zu nehmen.



 

Mal sehen, ob es wieder 7 Jahre dauert, bis Frauchen ihren dritten Parkrun absolviert? 

Bis bald, Euer Iwan