Dienstag, 9. September 2014

Achenseelauf 2014: knapp verpasste PB

Hallo Leute,

wir waren ja 5 Tage am Achensee. Mittwoch Abend angereist, 3 Tage zur Akklimatisierung, dann der Höhepunkt am Sonntag: Achenseeumrundung, 23,2 km. Das Wetter hielt: immer vormittags Sonne, nachmittags dann Gewitter oder Schauer. Aber von Anfang an ...
Frauchen zum Tapering anzuhalten, ist so ähnlich wie einem Dackel Klavierspielen beizubringen. Man redet und macht, und es bringt doch nichts ... Donnerstag machten meine Menschen eine "kleine" Wanderung von 5 Stunden, dabei ist Frauchen mal so eben 490 Höhenmeter auf 3 km in 44 Minuten hochgewetzt. Sie sei doch aber gewandert, also kein Lauftraining, ist dann ihre Ausrede. Ich war ziemlich angesäuert, kann ich Euch sagen. Freitag dann nochmal eine Wanderung, aber nicht mehr ganz so wüst, Samstag nur noch Einlaufen und Minigolf in Maurach. Total demoralisierend, denn sie hat 68 Schläge (!) für sage und schreibe 12 (!) Bahnen gebraucht. So einen schwierigen Platz hätte sie noch nie gespielt, meinte sie. Herrchen gab ihr recht, der war auch nicht viel besser. Pünktlich zum Startschuss des 10 km-Laufes, um 17:30 Uhr, fing es an aus allen Wolken zu schütten. Anfeuern fand dann 1 Stunde lang von unserem Balkon aus statt, wir haben nämlich prima Sicht auf die Strecke... Und die alte Regel hatte wieder mal Gültigkeit: 10 km-Lauf verregnet, dafür am Sonntag morgen entgegen allen Vorhersagen sonnig und trocken.
Also fertig gemacht, letzte Tipps und Verhaltensregeln mitgegeben und ab zum Start. Beim Achenseelauf sind allem Anschein nach fast nur echte Cracks unterwegs, kaum sogenannte "Freizeitläufer". Frauchen reiht sich ja schon immer weit hinten ein. In der ersten Reihe stehen die favorisierten Kenianer und ... zwei Ziegen. Jawoll, Ziegen. Wir haben es noch nicht geschafft zu erfahren, warum die immer vorneweg gefahren werden, aber sie bilden bis Achenkirch (km 14) das Führungsfahrzeug. Dieses Jahr hat der Sprecher auch das erste Mal vor der Passage Achenkirch bis Gaisalm explizit gewarnt, steil und glitschig nach den Regenfällen.
Frauchen trabt immer langsam los, der erste km geht bergab, da kann man schnell überpacen. Und dann geht´s erstmal in ganz leichtem Auf und Ab gegen den Uhrzeigersinn am See entlang, auf Asphalt bzw. Parkweg. Bis km 5 wird Frauchen nur überholt, ab dann sammelt sie so nach und nach Läufer ein. In Achenkirch haben dann Herrchen und ich schon gewartet - drei Schlucke Cola light, neue Wasserflasche, und schon war sie durch. Von  der Zwischenzeit 1:35,54 hätte sie m.E. auch ruhig eine Minute schneller sein können, aber hat gepasst. Der Sprecher rief sie dann auch extra aus, sie sähe noch so munter aus ....
Dann ging´s in die (neudeutsch) Single Trail Passage. Da habe ich mir keine Sorgen gemacht, da hat Frauchen jedes Jahr gut Zeit wettgemacht. Blöder Fehler von mir. Denn mein "Hans guck in die Luft" hat dieses Mal zu wahllos auf die Steine getreten, und ist böse umgeknickt. O-Ton "als ob einer mit dem Messer von hinten zwischen Knöchel und Ferse reinsticht". Erstmal Schock, Tränen in den Augen, vorsichtiges Weitergehen nach kurzer Zwangspause. Denn so wie unsere Herren Fußballer sich bei so etwas am Boden wälzen, geht da halt nicht. Pfadbreite ca. 40 cm, links 15 Meter steil in den See runter, rechts Steilwand hoch. Und da Frauchen noch nie was gebrochen oder gerissen hatte, wußte sie gar nicht, was nun eigentlich los war. Nach einer Weile ging´s dann ganz gut weiter, nur halt vorsichtig aufgetreten. Und prompt beim letzten Abstieg zur Gaisalm nochmal umgeknickt, aua, aua. Nach einer Weile wieder losgehoppelt. Festgestellt - gerade auftreten geht, nur halt bloß nicht verkanten. Das Ärgerliche war: sie war noch nie konditionell so stark wie dieses Jahr! Fast die ganze Strecke von der Gaisalm bis Pertisau ist sie dann gelaufen (in früheren Jahren auch mal große Strecken gegangen). Und weiter Läufer eingesammelt ... als sie dann endlich um die Ecke bog und winkte, war ich schon sehr erleichtert. Die letzten Meter habe ich dann zusammen mit ihr unter großem Zuschauerjubel gefinisht. Und anscheinend nochmal gut angetrieben: die Uhr blieb bei 2:52,59 stehen - leider knapp (um 30 Sekunden) eine neue PB verfehlt. Ohne das blöde Umknicken wäre es eine Superzeit für Frauchen geworden! Platz 24 in ihrer Altersklasse (o.k. von 30), und Rang 866 (von 930 ins Ziel Gekommenen) gesamt. Aber wir sind sehr stolz auf uns, es war wieder ein toller Lauf. Für das Startgeld von 28 Euro kriegt man u.a. ein Funktionsshirt (das auch tatsächlich passt, was bei anderen Läufen leider nicht immer selbstverständlich ist), ein Nudelpaket, Einkaufsgutschein, Medaille



und noch einige andere Gutzis. Und vor allem eine sehr gute Betreuung, denn auf den schwierigen Streckenabschnitten sitzen wirklich alle paar hundert Meter Kollegen von der Bergwacht oder Rettung, es gibt ausreichend Verpflegungsstände (Labestationen auf österreichisch) und immer Anfeuerung.
Im Ziel habe ich mir gleich die Medaille umhängen lassen und während Frauchen ausdehnte, auf dem Podest ganz oben Platz genommen. Denn in meiner Altersklasse (Bär 0 bis 100) war ich ja der Schnellste, oder?
Danach gab es wie immer Kaiserschmarrn für Läuferin und Coach. Und jetzt schauen wir mal, den Fuß schnellstmöglich wieder hinzukriegen....
Bis bald
Euer zufriedener Iwan

Kommentare:

Manu hat gesagt…

Ich hoffe mit dem Fuß ist jetzt wieder alles in Ordnung? Falls nicht, dann noch gute Besserung! Hört sich wirklich nach einem wunderbaren Lauf an. Aber kann man da auch mit Höhenangst teilnehmen?

Daniela hat gesagt…

Herzlichen Glückwunsch zum Finish! Ich hoffe, Frauchens Fuß geht es wieder besser...

iwan hat gesagt…

Hallo Daniela, Manu,

ja, dem Fuß geht es wieder besser - erster vorsichtiger Belastungstest heute verlief ganz gut.

Mit Höhenangst - ich fürchte, dann nein, denn der letzte Abstieg vor der Gaisalm ist sehr steil. Ich maile Dir dazu was.
Gruß Iwan

Markus hat gesagt…

Welch interessanter Bericht. Danke euch!
Aber vielleicht hattest wirklich tapern sollen um beim Laufen mehr Kraft und damit Konzentration zu haben? Also das nächste Mal kein böses Minigolf mehr :)

iwan hat gesagt…

Lieber Markus!
Danke, Kraft war ja da. War einfach ein unglückliches Umknicken .... aber wenn´s ein Grund ist, dass sie nicht mehr beim demotivierenden Minigolf antreten muss, gebe ich es gern weiter!