Dienstag, 26. Juli 2022

Geplatzte Waden beim WJ Run

 Hallo Leute,

wenn Frauchen mal ohne mich denkt und handelt, endet es immer übel. Immer. Nächstes Wochenende steht doch der Weinheim Trail, kurze Distanz, für sie an. Ordentlich Höhenmeter. Und, was macht man in der Woche vor einem solchen Rennen? Richtig. Tapern.

Jedenfalls normale Läufer, die auf ihren Coach hören. Nicht mein Frauchen. Die hat sich noch schnell für den WJ Run angemeldet. Und es mir versucht zu erklären, es sei quasi eine Pflicht, ihr Arbeitgeber sei Sponsor, das Startgeld ginge an einen guten Zweck, Rhabarber Rhabarber. 

Naja, der Schaden war angerichtet, sie hatte sich für den Halbmarathon angemeldet. Wie letztes Jahr auch virtuell ausgetragen, sie konnte laufen zwischen dem 23.7. und dem 31.7. Aber wie gesagt, 31.7. hat sie ja nun schon ein anderes Rennen. Ich habe dann nur geschaut, dass ich sie möglichst  mit viel zeitlichem Abstand zu dem 31. laufen lasse, damit sie wenigstens ein bißchen tapert. Sie wollte also am 24.7., dem Sonntag,laufen.

Race Day für sie. Dampfig. Schwül. Sonnig. Als Strecke hatte ich wie letztes Jahr breite Waldwege und kleine Pfade zwischen Nürnberg Ziegelstein, Buchenbühl und Kalchreuth ausgewählt. Zuerst war es auch noch schön schattig, die ersten 10, 12 km vergingen super, die Marschtabelle mit knapp unter 7 min/km hielt sie gut ein. Dann kam bei km 14 ein brachiales Stück - ca. 500 Meter pralle Sonne, aufgeheizt, leicht steigend. Das hat ihr anscheinend den Zahn gezogen - ab da gingen die Beinchen immer schwerer. Und bei km 15,5 sagten die Waden "nicht mit uns, wir streiken". Also zügig weitermarschiert und vor sich hingeschimpft. Fun fact: ihr Gehtempo ist immer noch zwischen 8:30 und 9:00 min/km! Aber das Zeitziel von einer Sub 2:30:00 war damit nicht mehr zu schaffen. Abwechselnd 1 km gehen, 1 km laufen ... so kam sie schließlich hier an. Und behauptete erstmal, ihre Waden wären explodiert. Ich habe gleich nachgeguckt: nein, von außen nix zu sehen!

Zeit: indiskutabel.


Jetzt warten wir auf den Ablauf der Zeitspanne, in der die Läufer den HM absolvieren können. Gewinnen wird sie den HM wohl nicht, es sind zwar nur 4 Starter angemeldet, aber mit der Zeit - vergiss es. Ihre AK wird sie aber wohl gewinnen, da ist sie die einzige Starterin. 

Abhaken. Absolviert. Nun tapern für nächsten Sonntag. 

Bis dahin, Euer Iwan


Montag, 11. Juli 2022

Neuer Titel, alte Strecke, gute Zeit: 5 km in Frankfurt

 Hallo Leute,

wer uns kennt, weiß, dass wir schon seit vielen Jahren beim WomensRun in Frankfurt starten. Frauchen mag ja nicht gern schnell laufen, deswegen melde ich sie da immer an, um wenigstens ein bißchen Tempohärte reinzukriegen. Außerdem ist es immer ein nettes Wochenende in Frankfurt bei Freundin und Patenkind, die Orga ist super, schönes Ambiente und gut gefülltes Startersackerl.

Nun gibt es ja leider die WomensRun-Serie nicht mehr. Umso erfreuter war ich zu sehen, dass unter dem Namen Frauenlauf Frankfurt das bisherige Orga-Team den Lauf erstmals seit 2019 wieder anbot. Uns flugs bei der Freundin eingeladen und angemeldet ... wobei ich ja sehr hoffte, endlich wieder eine vernünftige 5 km-Zeit aus Frauchen rauskitzeln zu können. War sie dort früher mehrfach unter 30 min gelaufen (z.B. Bericht 2019), so hatte sie nach ihrer Corona-Erkrankung echte Konditions- und Geschwindigkeitsprobleme. Als Bestes stand eine 32:30 Zeit bei einem virtuellen Lauf zu Buche.

Freitags (fast) staufrei dorthin gefahren, ich bezog unser Zimmer und vor allem ein weit obenliegendes Regal (ich sage nur "Katzen, zwei Stück, kratz- und spielbereit"!). Danach nettes Geschnatter mit Freundin und Patenkind, abends dann noch Treffen mit einer Tante – wir kommen ja ursprünglich aus Frankfurt. Samstag der Blick nach draußen und auf die Wettervorhersage: prima, heiter bis wolkig, leicht schwül, mittags 25 bis 27 Grad. Also perfekt für Frauchen. Die Freundin wollte wieder den Support machen, das Patenkind hat wegen gesundheitlicher Probleme seine Läuferkarriere an den Nagel hängen müssen ... also musste Frauchen unsere Farben vertreten. Apropos Farbe: statt magenta / brombeer gab es dieses Jahr ein wunderschönes zartgrünes Funktionsshirt von Asics. In dem dann rund 97 % der Läuferinnen starteten. Mit einer anderen Farbe - so wie Frauchen, die nichts Ungewaschenes an ihre Haut lässt - fällt man prima auf, ist gut im Pulk zu erkennen, aber wird vom offiziellen Lauf-Fotografen ignoriert.

Und apropos Pulk: wir kamen rund 90 min. vor Start an. Und wunderten uns, wie leer der Parkplatz am Waldstadion war. Sorry, Eintracht, aber bei so vielen Umbenennungen des Stadions und für mich als alten Frankfurter ist es einfacher, bei "Waldstadion" zu bleiben. Rübergedackelt zur Startunterlagenausgabe: auch keine Schlange, freundliche Helfer, Frauchen hatte schnell ihre Startnummer und ihr Shirt. Dann ging die Warterei los, denn die Sponsorenstände (Make up, Zöpfe flechten, Aloe Vera usw.) waren auch schnell abgelaufen. Dafür hat Frauchen eine neue Spitzenleistung im "nervösen-vor-dem-Startschuss-auf-die-Toilette-gehen" aufgestellt: sage und schreibe 4mal in 75 min!

Dann ging es zur Startaufstellung: in Bestzeiten waren es 3.000 Starterinnen über die 5 km. Jetzt: ein paar Hundert, hochgerechnet. Die Moderatorin hatte größte Mühe, Stimmung zu erzeugen. Und alle sollten aufrücken, sodass Frauchen auf einmal in der dritten Startreihe stand ... der Kurs war gegenüber den Vorjahren wieder leicht modifiziert, aber die einzelnen langen Geraden sind uns Mehrfachstartern ja bekannt. Vom Start erstmal leicht bergab, scharfe Linkskurve, leicht ansteigend weiter, später im Wald lange Geraden, rund ums Stadion, und km 5 war dann der umgekehrte erste km. Sonst war immer Hauen, Stechen, langsame Läuferinnen überholen, an Walkerinnen vorbei grätschen ... dieses Jahr: Frauchen wurde mehrfach überholt, konnte selbst nur eine Handvoll Läuferinnen einsammeln und lief meistens allein. Der erste km in erfreulichen 6:08 min, aber sie merkte schon, sie läuft am Anschlag. Aber ich bin anscheinend so furchteinflössend und sie hatte ordentlich Angst vor meiner Reaktion, denn sie nahm kein Tempo raus. Km 2, Zeit unter 6 min. Km 3, dito. Km 4, gefühlt kurz vor Umfallen, aber 23:45 - sah gut aus. Ich habe ihr erst hinterher ihr Laufvideo gezeigt, Donald Duck gekreuzt mit einem Rumpelfüssler, sage ich dazu nur, von wegen "leicht & locker" ...




Scharfe Rechtskurve und dann noch ein paar hundert Meter bis zum Ziel. Auf ihrer Uhr: 28:02. Blick hoch (jaja, die Gerade steigt leicht an) zur großen Zieluhr - die sprang gerade auf 29 um! Panik, weitergerannt, so gut es ging. Mein Dappes hatte halt mal wieder den Unterschied zwischen Brutto- und Nettozeit vergessen! Die Freundin und ich warteten direkt hinter der Ziellinie - mitten auf dem Weg, war ja nichts los. Und brüllten ganz laut. Das machte die Moderatorin aufmerksam, sie brüllte mit "Iwan wartet" und so kamen wir zu unserem ersten Zielinterview (ich hoffe, das klappt, erstes Video, dass ich einbinde ...):

Die Zeit: 29:38 min. Die beste und schnellste 5 km-Zeit seit 2019, und vor allem seit Corona. Ich bin halt doch ein guter Coach, hatte schon an mir gezweifelt ...

Damit ist Frauchen 31. von 128 Starterinnen mit Zeitmessung geworden, also im ersten Viertel. Sehr zufriedenstellend.

Uns haben nur die Veranstalter leid getan. Ein bestens organisierter Lauf, für das Startgeld von 34 Euro (Frühbucher hätten weniger gezahlt) hat es sehr viele Produktproben gegeben und das schöne Shirt:

Sie hätten mehr Starterinnen verdient gehabt. Man merkt, dass die (wahrscheinlich kostenlose) Promo durch die Runners World wie früher fehlte. Hoffentlich halten sie durch und es gibt den Frauenlauf 2023 wieder. Im Flyer sprachen sie schon davon, dass die Sponsoren recht zurückhaltend waren - nicht aufgeben, Aline und Julia, Projektleitung! Ich würde Frauchen jedenfalls sofort wieder anmelden, das wäre dann so langsam der 10. Start dort.

So, nun aber zurück zum ernsten Training. Ende Juli steht mit den Weinheim Trails die nächste Bewährungsprobe an.

Bis bald, Euer Iwan





Dienstag, 5. Juli 2022

Ein etwas verhagelter Bergurlaub

 Hallo Leute,

irgendwie ist es schon komisch: 9 Tage Alltag ziehen sich wie Kaugummi, 9 Tage Bergurlaub flutschen nur so vorbei. Nachdem wir nun schon so oft in Lenggries waren, schreibe ich mal ein bäriges Tagebuch für Euch:

1. Tag = Ankunft ca. 14:30 Uhr. Ein Gewitter zieht auf, nichts Besonderes. Wir begrüßen die Berge von unserem Panoramabalkon, Frauchen überlegt noch, ob sie den Begrüßungslauf (sind noch alle Strecken da?) riskieren soll. Ich rate ab. Richtiger Rat, denn kurz vor 15 Uhr geht die Welt unter. Tischtennisballgroße Hagelkörner treiben mich ins sichere Zimmer. Und Herrchen in die Verzweiflung, weil sein Auto dem Wetter ungeschützt ausgesetzt ist ...

Naja, es waren lauter kleine Beulen drin. Nicht schön, aber Hauptsache, Scheiben usw. waren heil geblieben.

2. Tag = erste Wanderung bei über 30 Grad.

 Danach geht Frauchen noch schnell auf der Hausrunde laufen. Mit Gegenverkehr, an eineer Schmalstelle kommen ihr die heimkehrenden Kühe entgegen ... und der Klügere gibt nach. In dem Fall sie, und lässt alle Kühe passieren. 5,5 km mit rund 200 Höhenmetern. 

3. Tag = schöner langer Lauf, 2:15 Stunden bei knapp 30 Grad, entlang der Isar mit Schleife Richtung Längental und perfekter Aussicht auf Brauneck und Benediktenwand. Danach Minigolf, erschwert durch sehr blutrünstige Bremsen. Jedenfalls schiebt Frauchen ihre krachende Niederlage auf diese Viecher ...

4. Tag = zweite Gipfelwanderung, aufs Seekar.

Über den Grasleitensteig. Hahaha. Vollkommenes Entsetzen bei Frauchen, denn mittendrin ist rund 1,5 km steilste Schotterpiste statt wie früher wurzeliger flowiger Waldpfad. Ätzend. Rückweg wegen Herrchens Knieproblemen nicht über Waldpfade, sondern "außenherum". Entspricht 9 km bei praller Sonne und großer Schwüle. Frauchen meint, die Laune wäre ziemlich quengelig gewesen, hehehe.
Abends erklärt sie sich dummerweise bereit, die 7 km von der außer halbliegenden Pension in den Ort zum Essenfassen zu fahren. Denn es sollte wieder ein Gewitter kommen. Das kommt auch. Tacktacktack. Wommwommwomm. Die Hagelkörner werden größer, Herrchen quietscht panisch auf dem Beifahrersitz. Frauchen lenkt das Auto zu diversen anderen Schutzsuchenden unter Bäume. Dieses Mal sind die Hagelkörner, ach was sage ich, Hagelbälle!, so groß wie Tennisbälle. So sehen sie nach 1 Stunde Auftauen aus:

Es zerschmettert viele Scheiben und Dachziegel sowie PV-Anlagen, unser Auto kriegt "nur" noch eine Riesendelle in der Motorhaube. Ich denke nur an die armen Viecher, die so einem Hagel ungeschützt im Wald oder auf der Weide ausgesetzt sind ...

5. Tag = Berglauf für Frauchen. Hoch nach Röhrlmoos, apshaltierte schmale Forststraße, sehr steiler Mittelteil. Hat sie letztes Jahr nicht laufend geschafft. Dieses Jahr doch wieder, yeah! Runter dann die Waldwege direkt nach Hohenwiesen, da braucht sie Trittsicherheit nach der Nässe des Vorabends. Ziemlich rutschige steinige Angelegenheit, aber sie kommt - zwar dreckig und nach ein paar wackligen Sekunden - ohne Sturz wieder bei mir an. Ich hätte sie gern mit einem Stück Rüblikuchen aus unserer Lieblingskonditorei belohnt, aber die hatte leider Betriebsferien. Und damit auf den Megaumsatz mit mir verfressenem Bären verzichtet ...

6. Tag = schwül, regenverhangen. Daher vormittags nur kurze Wanderung ins Schrombachtal, die dortigen Bremsen besuchen und Blut spenden. Nachmittags habe ich Frauchen dann auf einen Beinchen-Lockerungslauf an die Isar geschickt. Sie versteht wohl "lockerer Lauf". Den sie großzügig zu "zügig" ausgedehnt - neue PB auf dieser Runde. 

7. Tag = Prachtwetter. Also auf in die Eng, zur Alm mit den Murmeltieren hoch. Die machen sich allerdings schnell vom Acker, als nach meinen Menschen noch eine geführte Wandertruppe laut schnatternd zum "Murmeltier-Viewing" eintrifft. Müssen die halt nur das mitgebrachte Fell "viewen". Herrchen erfreut neue Scharen von Bremsen, Frauchen steigt weiter auf und geniesst die Ruhe der Berglandschaft:



Nach dem Abstieg geniesst sie dann noch ein Stück Sachertorte mit Sahne - ich war empört! So etwas ist doch Sache des Laufcoaches ... also schicke ich sie zur Strafe gleich mal auf die 7 km-Isarrunde. Nicht lustig bei 30 Grad, und vollem Bauch mit Torte ... aber sie hat es nicht anders verdient! (Übrigens, ich glaube ja fest daran, dass solche Trainingsläufe ihr helfen, bei Ultras mit der Nahrungsaufnahme perfekt zurecht zu kommen)

8. Tag = Totalausfall. Landregen, unterbrochen von Schauern, den ganzen Tag, bei molligen 12 bis 13 Grad. Kein Kuchen in Sicht. Also nur auf der Couch gelegen und gelesen.

9. Tag = keine Wolke am Himmel, sonnig und heiß. Prima für eine zügige Wanderung aufs Brauneck zum Abschluss. Herrchen tritt in eine Schlammpfütze und sinkt bis über den Knöchel ein, Frauchen trampelt in einen Kuhfladen - zwei Hans-guck-in-die-Luft unterwegs ... Herrchen fährt Seilbahn, um sein Knie zu schonen, Frauchen wetzt runter. Danach verspeisen wir einträchtig den Kuchen, den uns die nette Pensionswirtin immer hinstellt:


Zum Abschluss dann noch die Runde Bretonenbrücke, Isarbrücke, Höhenweg, Draxlhang, Bretonenbrücke gelaufen, so mag ich das. Und Frauchen prüft schon den Kalender, wann wir das nächste Mal in die Berge können! Jetzt geht es aber erstmal nächstes Wochenende nach Frankfurt, zum Frauenlauf.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 21. Juni 2022

Erinnert Ihr Euch noch an diese ersten Male?

 Hallo Leute,

einmal ist immer das erste Mal. Das betrifft jeden Lebensbereich, also auch das Laufen. Frauchen hatte schon diese "ersten Male":

  • Letzter werden bei einem Wettkampf
    Zweimal war das schon, einmal beim Moritzberg-Lauf, einmal beim HM in Alcudía. Und ich muss sagen, bei dem HM war es toll. Wir wurden noch nie so gefeiert ... viel besser, als Vorletzte zu werden!

  • DNF
    Dieses unschöne Wort hatten wir genau einmal. Ein "Did not finish" 2008 beim Mallorca Halbmarathon. Nach knapp 11 km ging nichts mehr, platt, Luft raus. Frauchen hörte auf. Das ist ihr danach nie wieder passiert. Wenn sie startet, dann beißt sie sich durch bis zum Ziel, zur Not gehend oder humpelnd.
    Pro-Tipp von mir dazu: ich suche ihr nun immer Strecken aus, wo sie eben nicht mehrmals am Zielbereich vorbeikommt und so gar nicht in Versuchung gerät, auszusteigen.

  • Erster Zieldurchlauf
    Bei ihr war das 2002, beim JP Morgan Lauf in Frankfurt. Der hatte auch gleich einen Hallo-wach-Effekt, denn sie war viel langsamer als sie gedacht hätte auf den 5,6 km.

  • Erster Halbmarathon
    Der war 2004 in Oberstdorf - warum denn von kürzeren Strecken dann erstmal vorsichtig einsteigen, dachte sich Frauchen und startete unsere HM-Karriere mit dem Gebirgstälerlauf und gleich mal Höhenmetern.

  • Erstes Finish - ich
    Ich habe mein erstes Finish am Tegernsee, wo ich erstmals aufgesprungen bin und gemeinsam mit Frauchen gefinisht habe. Ist schon ein klasse Gefühl, wenn einem die Zuschauer anfeuern! Und manchmal, so wie am Achensee, werde ich auch vom Sprecher erwähnt!

  • Erster Marathon
    Der steht noch aus. Also ein Marathon als Marathon ... die Strecke hat sie schon absolviert, so ganz nebenbei, beim Karwendelmarsch 2017. Plus dann weitere 10 km.

  • Erster Ultra
    Zwei haben wir bisher, zweimal den Karwendelmarsch. 52 km durch einen herrliche Berglandschaft. Frauchen sagt jedesmal danach "nie mehr". Und liebäugelt nun doch mit einem dritten Start 2023.

  • RUI
    Sollte man nicht ausprobieren. Running under influence. Angeheitert laufen gehen. Ist Frauchen in Florida passiert - sie kamen zu früh am Hotel an, bekamen einen Cocktail spendiert, in ihrem war Alkohol, und da sie sonst  never ever was trinkt, hat der reingehauen. Sie hatte sehr wacklige Puddingbeine, meinte sie nach ihrem Trainingsläufchen auf Sanibel Island.

  • Erster Berglauf
    Das ist nun auch schon wieder 10 Jahre her. Der Aletschgletscher-Halbmarathon war es, mit Zielankunft oben am Bettmer Horn.Hier seht Ihr uns beim letzten Anstieg. Und ja, das ist Schnee Im Hochsommer!.



So, das war eine kleine Aufzählung unserer "ersten Male".  Welche sind Euch besonders im Gedächtnis geblieben? Bin gespannt.

Bis bald Euer Iwan

 

Montag, 13. Juni 2022

Im Wald, da ist was los

 Hallo Leute,

nach ihrer Erkältungsauszeit war Frauchen gestern das erste Mal wieder zu einem langen Lauf hier unterwegs. Im Nürnberger Reichswald. Dabei hat sie mal wieder festgestellt, wie schön es im hiesigen Wald ist.

Und wenn man mit offenen Augen durch die Gegend läuft (also keinen Schweiß und keine Mücken drin hat, meint sie wohl, hehehe), dann sieht man Libellen, hört an kleinen Tümpeln den zarten Schmelz des Forschgesangs, begegnet sogar einem Fuchs. Nur Rehe gab es leider nicht zu sehen, ebenso keine Wildschweine. Obwohl sie die - jedenfalls die vierbeinigen - auch nicht unbedingt sehen möchte. Zweibeinige mussten wohl schon einige unterwegs gewesen sein, und den Weg zum nächsten Abfalleimer oder nach Hause nicht mehr geschafft haben, wenn man sich so den Müll auf den Parkplätzen am Waldrand anschaue.

Ordentlich Anstiege und Downhills kann sie hier auch trainieren. Besonders liebt sie einen Forstweg, der über kanpp 1 km kontinuierlich ansteigt, und zum Schluss immer steiler und steiler wird ... Was sie dagegen nicht liebt, sind Radlfahrer, besonders gern mit E-Bike, die von hinten mit gefühlten 1,5 cm Abstand an ihr vorbeizischen.

Gestern, bei dem schönen Wetter, waren auch viele Hundebesitzer unterwegs. Kein einer der Vierbeiner scherte sich um Frauchen, die meisten guckten nur müde und schlappten weiter vor sich hin. Kein Wunder, bei anfangs 22, gegen Ende 27 Grad. Ich hätte ja gedacht, dass der ein oder andere Wuffl Frauchen anspringt und versucht, ihre Wasserflasche zu ergattern ... aber nein, alles gut.

Naja, nicht ganz. Denn inzwischen ist auch wieder Stechmückenzeit. Und so saftige Schenkel, und schmackhafte Oberarme, die kriegt man als gemeine mittelfränkische Stechmücke nicht so oft vor den Rüssel. Frauchen hat jedenfalls heute noch ordentlich was vom gestrigen Lauf!

Bis bald Euer Iwan


Donnerstag, 2. Juni 2022

Achensee im Mai - perfekte Trainingslocation

 Hallo Leute,

irgendwie ist dieses Jahr der Wurm drin, es klappt nichts so wie ursprünglich mal geplant. Wir hatten vor drei Monaten 1 Woche Achensee Wanderurlaub gebucht für Frauchen und Oma (nach ihren inzwischen drei Oberschenkelhalsbrüchen war sie wieder soweit fit und ganz wild auf leichte Wanderungen in den Bergen). Tja, dann kam das Fiasko im März. Krankenhaus, Reha, und immer noch die Hoffnung, dass Oma fahren könnte. 1 Woche vorher war dann aber klar: nein, es geht nicht, die Schmerzen sind zu groß, die Rekonvaleszenz verläuft nicht so optimal. Storno war nicht mehr möglich. Herrchen versuchte, kurzfristig Urlaub zu kriegen - ging dann auch nicht. Seine Lust auf Berge war eh etwas moderat.

Also sind Frauchen und ich plus mein ebenfalls kaiserschmarrnverrückter Kumpel Trello allein Richtung Pertisau aufgebrochen. Und bekamen netterweise das selbe Zimmer wie im Februar, Aussicht einmal aufs Karwendel, auf der anderen Seite auf den Hang hinter dem Haus, an dem sich mehrmals täglich Rehe tummeln. Wilde. Futtersuchende. Spitzenaussicht also für zwei hungrige Bären ....




Wettertechnisch hatten wir die Woche alles: Bullenhitze bei 30 Grad und Schwüle, Landregen bei 11 Grad, heftige Gewitter, Sonne-/Wolkenmix bei 20 Grad.



Ich habe Frauchen wieder ordentlich trainieren lassen, langer Lauf bis hinter die Gramaialm inklusive. Auf den Spuren des Karwendelmarsches sozusagen ... Sehr erfreut war ich über die Berglaufkondition, erstmals seit 2 Jahren wieder mehrfach den Anstieg über den Besinnungsweg hoch zur Rodelhütte, hinten runter und dann wieder von vorn, Hirschkuh-Sichtung inklusive - denn an dem Tag war Nieselregen und wenig Leute unterwegs.

Die geplanten Gipfeltouren (Wandern) mussten umdisponiert werden, so "nur" einmal aufs Stanser Joch zum Warmwerden:




 

und an Christi Himmelfahrt auf den Seeberg. 



 

Leider mit unerfreulichen Folgen: da lauerte eine Heerschar von Zecken auf Wanderer und Hunde, Frauchen sammelte 7 Stück runter von sich, dachte, sie hätte alle, um zuhause festzustellen: da hatte sich doch eine hinten am Oberarm fest- und vollgesaugt! Mistviecher!

Mit den Höhenmetern insgesamt war ich zufrieden, runde 3.500. Mit der Kaiserschmarrnausbeute (2x) und Sachertorte (1x) weniger ... aber was solls, es gibt ja noch ein nächstes Mal. Auch die Achenseerunde, die sie einmal allein statt im Pulk des Achenseelaufes machen sollte, klappte nicht - der Steig zwischen Achenkirch und Gaisalm war wegen Restaurierungsarbeiten gesperrt. 

Fazit: eine anders als geplant verlaufende Woche, von der Frauchen megafit zurückkam. Und seitdem an einer Erkältung laboriert. Also seit 6 Tagen Laufpause. So geht die Kondition ganz schnell wieder flöten, fürchte ich. 

Oma arbeitet derweil weiter an ihrer Rekonvaleszenz. Und hofft, spätestens nächstes Jahr wieder gemeinsam mit uns an den Achensee fahren zu können. 

Bis bald, Eurer Iwan



Sonntag, 8. Mai 2022

10 + 19 statt IATF

 Hallo  Leute,

Ihr erwartet hier sicher meinen Bericht über das IATF, Innsbruck Alpine Trail Festival für Frauchen und Kaiserschmarrn für mich. Leider ... wir sind nicht nach Innsbruck gefahren. Keine Angst (oder Freude?), uns geht es gut. Die Entscheidung war vernünftig.

Erstens war Regen angesagt. Frauchen ist nun mal kein Regenläufer. Mit Brille, die auch trotz Käppi dann eine gesprenkelte Weltsicht bietet,ist es schon mal schwer auf wurzeliger Strecke. Und bei einem Streckenabschnitt, in der Sillschlucht, hatte sie richtige Bedenken - schmal, technisch, kurze steile Abschnitte - dass sie stürzt. Und mit Angst, das sage ich als erfahrener Laufcoach, läuft man unsicherer, und verdoppelt so die Gefahr zu stürzen ...

Zweitens, und das ist mindestens genauso wichtig, hat Frauchen ihre Mutter am  Mittwoch aus der Reha abgeholt. Insgesamt 7,5 Wochen war sie nun im Krankenhaus, in der Einzel-Akut-Reha und der "normalen" Reha. Und sie kämpft sich wieder zurück auf die Beine: nach 3 Oberschenkelhalsbrüchen in den letzten Jahren war es dieses Mal ein Lendenwirbelbruch und eine Quetschung im Spinalkanal, nachdem sie den gestürzten Lebensgefährten aufheben wollte. Mit knapp 85 ist sie jetzt erstmal auf den Rollator angewiesen. Daher wollte Frauchen hier für sie da sein, einkaufen usw. Und hewute ist ja schließlich Muttertag, wir fahren gleich wieder hin.

Als Coach hat mich geärgert, dass ich Frauchen auf den Punkt fit gekriegt hatte. Training verlief gut, selbst getapert hat sie bis Mittwoch Abend. Dann fiel die Entscheidung. Ich habe sie dann am Freitag wieder zum Laufen geschickt, und irgendwie wurde sie übermütig ... und statt eines lockeren 6 km Laufes kam ein "lockerer" 10er raus - mit der schnellsten Zeit seit Herbst 2020 (Coronaerkrankung). Hm. Und gestern habe ich sie dann statt beim IATF hier im Reichswald rumtraben lassen, immerhin auch noch mal 19 km mit 200 Höhenmetern. Danach hatte sie müde Beinchen, und ich weine still vor mich hin, wenn ich daran denke, wie gut sie dieses Jahr die 25 km gelaufen wäre ... und wie viel Kaiserschmarrn ich hätte futtern können ...

Bis bald, Euer Iwan