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Montag, 13. Juni 2022

Im Wald, da ist was los

 Hallo Leute,

nach ihrer Erkältungsauszeit war Frauchen gestern das erste Mal wieder zu einem langen Lauf hier unterwegs. Im Nürnberger Reichswald. Dabei hat sie mal wieder festgestellt, wie schön es im hiesigen Wald ist.

Und wenn man mit offenen Augen durch die Gegend läuft (also keinen Schweiß und keine Mücken drin hat, meint sie wohl, hehehe), dann sieht man Libellen, hört an kleinen Tümpeln den zarten Schmelz des Forschgesangs, begegnet sogar einem Fuchs. Nur Rehe gab es leider nicht zu sehen, ebenso keine Wildschweine. Obwohl sie die - jedenfalls die vierbeinigen - auch nicht unbedingt sehen möchte. Zweibeinige mussten wohl schon einige unterwegs gewesen sein, und den Weg zum nächsten Abfalleimer oder nach Hause nicht mehr geschafft haben, wenn man sich so den Müll auf den Parkplätzen am Waldrand anschaue.

Ordentlich Anstiege und Downhills kann sie hier auch trainieren. Besonders liebt sie einen Forstweg, der über kanpp 1 km kontinuierlich ansteigt, und zum Schluss immer steiler und steiler wird ... Was sie dagegen nicht liebt, sind Radlfahrer, besonders gern mit E-Bike, die von hinten mit gefühlten 1,5 cm Abstand an ihr vorbeizischen.

Gestern, bei dem schönen Wetter, waren auch viele Hundebesitzer unterwegs. Kein einer der Vierbeiner scherte sich um Frauchen, die meisten guckten nur müde und schlappten weiter vor sich hin. Kein Wunder, bei anfangs 22, gegen Ende 27 Grad. Ich hätte ja gedacht, dass der ein oder andere Wuffl Frauchen anspringt und versucht, ihre Wasserflasche zu ergattern ... aber nein, alles gut.

Naja, nicht ganz. Denn inzwischen ist auch wieder Stechmückenzeit. Und so saftige Schenkel, und schmackhafte Oberarme, die kriegt man als gemeine mittelfränkische Stechmücke nicht so oft vor den Rüssel. Frauchen hat jedenfalls heute noch ordentlich was vom gestrigen Lauf!

Bis bald Euer Iwan


Samstag, 26. Februar 2022

Wage es ja nicht, samstags mittags eine Pizza zu wollen

Hallo Leute,

heute hat Frauchens Schwiegermama Geburtstag. Und da der Weihnachtsbesuch ins Wasser fiel (Danke nochmal für den nicht reparierten Aufzug), wollten sie meine Menschen heute aus dem Pflegeheim für einen schönen Tag zu sich holen. 

Was sie denn essen wolle? Ihr Wunsch: eine Pizza. Ganz einfach eine Pizza mit Schinken. Weil es die im Pflegeheim nicht gibt.Und dann begingen meine Menschen den ersten Fehler. Sie sagten nämlich "kein Problem"! Denn wir bestellen öfter mal Pizza, für uns Bären die große Familienpizza, für die Menschen normale Größe..

Dann begingen sie ihren zweiten Fehler. Sie fragten die Schwiegermama noch, wann Herrchen sie abholen soll - halb drei? Nein, woher denn, natürlich um 11 Uhr! Denn sie wolle mittags die Pizza, und danach zum Kaffee einen Obstkuchen. Am besten Erdbeer oder Himbeer. Also vom Abendessen umdisponiert. Geplant. Der aktuelle "Pizzadienst in Gunst" war gesetzt (Pizza schmackhaft, Lieferung immer pünktlich, alle bestellten auch geliefert - und nein, das ist nicht selbstverständlich hier!).

Freitag später Nachmittag: Frauchen  guckt mal in die Speisekarte, was sie so will. Und dann auf die Öffnungszeiten. Mo - Fr mittags und abends, Sa und So nur abends. Ähhh .... nun gut, wir haben ja noch mehrere Optionen ... das war dann der dritte (Denk)fehler!

Freitag Abend: nach kurzer Diskussion darauf geeinigt, dass - während Herrchen die Schwiegermama holt - Frauchen die gewünschten Pizzen bei einem Italiener ca. 700 Meter von hier bestellt und abholt. 

Freitag Abend ca. 15 min später: Frauchen war eingefallen, dass besagter Italiener samstags Ruhetag hat (denn sie gehen gern dorthin zum Essen). Nun gut, dann eben der Italiener in die andere Richtung, ca. 300 Meter weit, auch abholen, auch recht schmackhaft, es ist aber Glückssache, dass man auch das erhält, was man bestellt hat ...

Freitag Abend weitere 10 min später: Frauchen hat sicherheitshalber nachgeguckt, wann dieser Italiener aufmacht. Samstag: nur abends.

Langsam macht sich etwas Verwunderung breit. Es muss doch Pizzerien geben, die auch samstags mittags offen haben? Also alle eingeworfenen Werbezettel hervorgekramt und studiert, Frauchen parallel im Internet recherchiert. Ergebnis: von sage und schreibe 11 Italienern / Pizzerien macht genau eine Samstag um 12 Uhr auf. Schwiegermama will aber um halb zwölf essen, das sei nun mal ihre Essenszeit.

Freitag späterer Abend: o.k. dann suchen wir mal die Nummer von dem Pizzadienst heraus, bei dem wir nie wieder bestellen wollten, weil zwar superschmackhaft, aber dreimal hintereinander viel zu spät geliefert. Gut, der hat Samstag ab 10 Uhr auf. Plan steht: Herrchen holt seine Mutter, Frauchen bestellt gegen 11 Uhr.

Samstag halb elf: bevor Herrchen fährt, äußert er noch seinen Pizzawunsch: Salami Gorgonzola.

Samstag 11 Uhr: Frauchen hat sich auch eine Pizza rausgesucht, und wählt die Rufnummer. Besetzt.

Samstag 11 Uhr 5: besetzt. 11 Uhr 7: besetzt. 11 Uhr 8: besetzt. Leichte Unruhe macht sich bemerkbar. 

11 Uhr 10 - immer noch besetzt. Frauchen kramt weitere Zettel aus der Versenkung hervor. Ah, prima, da ist einer mit Öffnungszeit die ganze Woche 11 bis 20 Uhr. Schnell über die Speisekarte geguckt, denn die Uhr tickt ... dann angerufen. Freizeichen. Laaaaange Freizeichen. Dann der Anrufbeantworter: "Unsere aktuellen Öffnungszeiten sind ..." Ihr ahnt es sicher. Samstags erst abends.

Leichte Panik macht sich breit. Denn Schwiegermama will nur eines: pünktlich essen. Immer. Basta.

Internet angeworfen. Suchanfrage "Nürnberg Pizzeria jetzt offen". Nicht allzu viele Ergebnisse. Die erste genommen, ca. 4 km entfernt. Prima. Haben offen. Noch besser, liefern. Schnell die Karte überflogen. Warum zum Geier haben die Pizzen Namen? Pizza Cannibal. Pizza Schießmichtot. Warum denn nicht einfach Pizza Salami & Gorgonzola?  In steigender Hektik einfach einmal Schinken, einmal "hatte sie in drei Sekunden schon wieder vergessen" und einmal "scharfe Salami, Gorgonzola und "hab ich auch schon wieder vergessen"" angeclickt. Warum geht das denn nicht weiter? "Mindestbestellsumme 35 Euro". Also schnell noch einen Salat dazu geclickt. Auf "Senden".

11 Uhr 23 - Bestellung abgeschickt. Und dann begann das Warten. Ob es geklappt hat. Ob die Pizzen schmecken. 

11 Uhr 27: Schwiegermutter trifft ein. Herrchen kommt herein und sagt "hier duftet es ja schon nach Pizza, prima, ist sie schon da?" Ich habe mich zweierlei gefragt: erstens, ob es so etwas wie Phantomschnuppern gibt, und zweitens, ob ihm das Nervenwrack aka Frauchen direkt an die Kehle geht. 

Um 12 Uhr kam dann die Pizza. Essbar, Note zwei minus, sehr dicker Teig, Salat naja, das Ganze sehr überteuert. Aber wir waren einfach nur dankbar, dass wir an einem Samstag Mittag überhaupt Pizza anbieten konnten!

P.S. Verträgt sich übrigens im Magen nicht so doll mit dem prima sauren Himbeerkuchen, den es zum Kaffee gab. Aber der Schwiegermama hat es geschmeckt, sie hatte einen schönen Geburtstag. Und nun im Heim was zu erzählen ... Und wir haben gelernt: nie wieder zu versuchen, Samstag mittags Pizza zu bestellen.

Bis bald Euer Iwan




Mittwoch, 21. August 2019

Klasse Aktion: die CleanupDogChallenge

Hallo Leute,

heute war ich mal wieder als rasender Reporterbär unterwegs. Und zwar habe ich Klärchen (alias @agenturhund_K) interviewt.
 
Klärchen wohnt und arbeitet bei Magnus Hetz, dem Inhaber von media4nature. Ihr erinnert Euch vielleicht noch an ihn von seiner sozialen Plattform "Helden der Stadt", dazu hatte ich ihn vor fast 6 Jahren schon mal gesprochen.

Zurück zu Klärchen. Ich kann Euch sagen, ich habe mein Leben für Euch riskiert! Denn dieser süße Wauwi wollte mich doch glatt als Spielzeug hin und her schleudern! Ich habe ihr aber schnell klargemacht, dass ich hier der Boss bin und die Fragen stelle:

CleanupDogChallenge, was verbirgt sich hinter diesem Wortungetüm?
Ich arbeite ja tagsüber als Bürohund bei einer nachhaltig ausgerichteten Marketingagentur. Da kriegt man zwangsläufig die ökologische Einstellung mit ... außerdem gehe ich ja mit bloßen Pfoten und sehr häufig draußen Gassi. Und da sehe ich sehr viel Abfall, der nicht im Abfallbehälter oder Mülleimer liegt. Sondern auf der Straße, Wiese, dem Gehsteig ...


Echt jetzt? Und was machst Du damit?
Ich habe meinen Menschen vorgeschlagen, dass sie beim Gassigehen ein Behältnis dabei haben. Und während ich mein Geschäft verrichte, einfach mal den Müll aufsammeln, der so herum liegt. Quasi das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.


Kommt denn da viel zusammen?
Begleite uns doch einfach mal auf einer Gassirunde, Iwan, da siehst Du es schon!



Jetzt bin ich ehrlich fassungslos. Heute morgen kam die Straßenreinigung durch dieses reine und sehr gepflegte Wohngebiet. Und trotzdem so viel Müll und Kippen gesammelt ...
Ja, da schaust Du. Vor allem, dass man sich dann noch dumm anreden lassen muss wie eben "Macht Ihr da eine Challenge oder ist Euch langweilig?". Statt sich selbst mal zu bücken.

Aber was ist denn nun die Challenge?
Meine Idee war, dass alle Hunde und Zweibeiner, die mitmachen, ein Foto von sich und dem gesammelten Müll machen (je nach Wunsch mit oder ohne Zweibeiner) und das mit den Hashtags #cleanupdogchallenge und gern auch noch #dogsforfuture posten. Auf Instagram, Twitter, Facebook, egal wo. Hauptsache mitmachen.


Gute Idee. Wie kann ich unterstützen?
Das hast Du schon, Iwan, indem Du  mir hier Platz eingeräumt hast. Obwohl ich es schade finde, dass ich Dich nicht wenigstens ein kleines bißchen durchschütteln darf ....


So, an dieser Stelle habe ich das Interview abgebrochen und bin geflüchtet! Tschüss, Klärchen!

Frauchen halte ich ja auch dazu an, auf ihren Laufrunden im Park immer ein bißchen Abfall einzusammeln. Das ist auch nicht so schwer, der nächste Abfalleimer ist in der Regel maximal 50 Meter entfernt. Plogging ist ja inzwischen ein Trend, also Joggen und Müll einsammeln.

Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn es mehr Hundehalter und Hunde gäbe, die bei der CleanupDogChallenge mitmachen.


Bis bald Euer Iwan



Samstag, 21. April 2018

Wird eine Steigung jedes Jahr steiler?

Hallo Leute,

gestern morgen habe ich bei schönstem Hochsommerwetter im April Frauchen auf den letzten langen Trainingslauf vor Innsbruck geschickt. Da haben wir für Berg-/Trailläufe so eine spezielle lange Strecke, von Ziegelstein durch den Wald nach Buchenbühl, das links liegen lassen, weiter mit kurzem heftigen Trailanstieg und dann schnurgerade durch den Wald weiter Richtung Kalchreuth. An einer großen Lichtung abbiegen, dann wieder ein schöner Trailpfad, der eine Schlucht durchschneidet, dann wieder hoch auf holprigem Waldgeläuf, bis man oben auf einem Feldweg vor Kalchreuth herauskommt. Zu dieser Jahreszeit besonders schön, denn neben der herrlichen Weitsicht auf Moritzberg, die fränkische Schweiz sowie ganz Nürnberg von oben hat man viele blühende Kirschbäume. Wenn man sie denn sehen kann vor lauter brennendem Schweiß in den Augen, hehehe.

Eine Runde Ausblick genießen und dann wieder runter, fast den gleichen Weg zurück. Der Haken ist eine langgezogene Steigung, die dann zum Schluss hin immer steiler wird. Schon immer. Aber Frauchen kam gestern nach Hause und meinte, der Anstieg wäre nun noch steiler als in den Vorjahren .... Hm. Und die Strecke sei noch länger als früher. Ah ja. Mal ganz abgesehen davon, dass sie die Strecke wie ein Uhrwerk läuft ( 2016 in 2:21:35, 2017 in 2:21:49, heute in 2:21:22) ... ich bin ja kein Deppenbär, eine Strecke wird nicht so einfach länger und steiler.

Doch, behauptet Frauchen. Das läge an der Erdkrümmung. Und am Klimawandel. Der würde dafür sorgen, dass sich die Verwerfungen immer mehr aufrichten. Und weil sie ja steiler sind, aber die ursprüngliche Distanz wieder erreicht werden muss, wird noch ein Stück eingeflickt. Ja hat man denn so einen Blödsinn schon mal gehört? Was haltet Ihr davon? Glaubt Ihr Frauchens Theorie, oder mehr mir, der sagt, damit will sie nur bemänteln, dass sie sich mit zunehmdem Alter immer schwerer tut? Autsch, weitertippen gefälligst, nicht den Bären hauen!

Bis bald Euer Iwan

Samstag, 7. April 2018

Mein Freund, der Baum ....

Hallo Leute,

ja, mich gibt es noch. An Ostern waren meine Menschen in Valencia, ohne mich. Ich habe mich ja schon langsam an diese Art der Vernachlässigung gewöhnt ... meine Art der Rache sind üble Trainingspläne für Frauchen. Aber sie musste gleich wieder übertreiben, und ist zweimal je knapp 2 Stunden im Turia gelaufen. Falls Ihr dieses Gelände nicht kennt - ein trockengelegtes Flussbett quer durch die Stadt, wunderschön als Parkanlage mit vielen Büschen, Bäumen (natürlich jetzt alles blühend) und vielen vielen Kilometern extra nur für Läufer angelegte Laufstrecke ...

Apropos Baum: in drei Wochen steht der Innsbruck Alpine Trail an, also muss ich jetzt das Berglauftraining verschärfen. Das macht Frauchen ja bekanntlich bei uns im Marienbergpark, einmal die Woche nur hoch den Hügel, andere Seite runter, umdrehen, zurück usw. Heute kam sie fast mit Tränen in den Augen nach Hause. Denn die Stadt hat beschlossen, dass dieses ganze Areal "verbessert", "aufgehübscht" oder was auch immer werden soll. Es führt ein kleiner asphaltierter Weg auf beiden Seiten hoch, im "Gipfel"bereich sind es Stufen plus daneben jeweils ein kleiner Trampelpfad und ein Plateau. Auf der einen Seite teilt sich der Weg herunterszu, man kann links herum wieder zum Ausgangspunkt gehen. Ganz neue Erkenntnis, dass das alles bäh ist. Und man dringend einen neuen Weg braucht. Plus die Stufen abtragen will, um neue Zugänge zu schaffen. Die neue Strecke soll circa 20 Meter neben dem alten Weg liegen. Dummerweise standen da aber so rund 15 Bäume herum. Blöd für die. Jetzt sind sie abgeholzt. Große Bäume. Ohne Worte.

Ganz ehrlich - musste das sein? Es gibt einen Weg. Der sehr gut von der Streckenführung ist. Aber anscheinend nicht gut genug. Und wenn dann halt Bäume im Weg stehen - weg damit. Nürnberg ist ja nur eh schon sehr weit hinten in der Rangliste der Städte mit den meisten Bäumen. Das kann man ja noch verschärfen, indem man 15 mehr weghaut.

Sorry, das musste raus. Ich bin bestimmt kein Wutbär, äh, Wutbürger, aber das macht mich schon sehr sehr sauer!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 5. Juni 2016

Tiergartenlauf Nürnberg: Hinter den Kulissen

Hallo Leute,

kennt Ihr das auch? Da macht man ein Datum aus, es liegt noch Monate in der Zukunft, dann Wochen, dann sind es nur noch Tage ... und ehe man sich versieht, ist der "große Tag" schon wieder vorbei. So ging es uns mit dem Tiergartenlauf Nürnberg. Frauchen ist ja Mit-Veranstalter / Organisator (ich bezeichne es zwar eher als "Hauptsklave"), und am 3. Juni fand sie nun statt, die Premiere - 506 Läufer rannten durch den Nürnberger Tiergarten, die meisten im schicken grünen Funktionsshirt mit einem Bären (was sonst?) als Motiv.



Wir könnten ungefähr 300 Seiten füllen mit den Stories drumherum, ich mache es jetzt eher kurz und knackig (hoffe ich):

minus 630 Tage (zum 3.6.2016): Berliner Tiergartenlauf ist Thema in meiner Twittertimeline, @Katitria und ich kommen unabhängig voneinander auf die gleiche Idee - warum denn nicht auch in Nürnberg?

minus 625 Tage: beschnuppern über Twitter - man könne ja mal, was gehöre dazu ... beide bisher keine Erfahrung mit der Veranstaltung / Organisation, sondern nur als Teilnehmer von Laufveranstaltungen. Frauchen kennt aber den Geschäftsführer des LAC Quelle Fürth, Werner Kaminski. Will den mal fragen.

minus ca. 620: erstes Telefonat mit Werner. Ist die Idee überhaupt realistisch, was muss man beachten, bedenken usw. Verhaltene Skepsis. Dann Urlaubszeit und Marathonzeit, also erstmal Pause.

minus 600: Katrin und Frauchen schicken Mail mit Idee an Tiergarten. Warten. Warten. Warten. (Und wer Frauchen kennt, sie ist bekannt für ihre Geduld - hehehe, *Ironie aus*). Dann Antwortmail vom Verwaltungsleiter, Dieter Kühnlein. Man könne ja mal telefonieren und ggf. sich treffen. Zeit von Lesen Mail bis Anruf: ca. 17 Sekunden.

minus 590: erster Termin im Tiergarten., Katrin und Anette stellen Konzept vor. Dieter, selbst Marathoni und Triathlet, würde gern auch einen Lauf durch den Tiergarten umsetzen, sieht es aber skeptisch. Wir verweisen auf die vielen erfolgreichen, seit Jahren und ohne Schäden für die Tiere durchgeführten Läufe in Augsburg, Wuppertal, Berlin, Miami, Wien und vielen anderen Zoos. Manko: Katrin und Frauchen hätten keinerlei Erfahrung im Durchführen von Läufen. Aufheben des Mankos: der LAC soll auch an Bord sein, als erfahrener Leichtathletik-Verein.

minus 589 bis ca. minus 460: Pendeln zwischen Tiergarten und LAC, immer mal Gespräche und Mails. Dann die Entscheidung: Ja, wir machen es. DerTiergarten und die Stadt Nürnberg haben das o.k. gegeben! Kurze Überlegung: reicht die Zeit für eine Durchführung 2015? Entscheid: nein, wir sind ja schon mitten im Frühling.

minus ca. 450: Katrin und Frauchen als "Auszubildende" beim Stadtwaldlauf des LAC. Ein Tag mit morgens Startnummernausgabe und mittags Bierausschank im Ziel. Muss man ja alles lernen als Veranstalter. Machen Sie übrigens dann 2016 auch wieder, man lernt ja nie aus ...

minus 330: Termin soll festgelegt werden. Das Orga-Quintett steht mit Katrin, Werner, Jan Glössinger vom LAC und Dieter sowie Frauchen. Wir checken alles ab: morgens oder abends? Für beide Uhrzeiten spricht etwas. Samstag oder Freitag? Frühsommer oder lieber September (Tageslicht wie lange da?)? Keine Urlaubszeit. Und bloß nicht, wenn andere fixe bekannte Rennen sind. Norisring-Wochenende scheidet aus. Achja, und da wird ja auch noch was mit Fußball sein (EM) ... und so fällt ein möglicher Termin nach dem nächsten weg. Am Ende steht der 3. Juni 2016. Anmeldung für den Leichtathletikverband ausgefüllt und losgeschickt. Bestätigung kommt. Hurra, Termin ist fix und nun kann kein anderer Veranstalter in 50 km Umkreis an dem Tag auch einen Laufwettbewerb veranstalten.

minus 270: Sponsoren werden gesucht. Denn wir wollen ein Komplettpaket zu einem Superpreis anbieten - schließlich wissen wir nicht, wie die Idee des Tiergartenlaufs angenommen wird. 19 Euro für Startgebühr, Funktionsshirt, Finishermedaille, Nettozeitmessung, Zielfoto und -video, Getränkeverpflegung, Sanitäter. Kinder zahlen nur 9 Euro. Das heißt: je mehr Starter, desto niedrigere Einkaufspreise. Problem: die Strecke im Tiergarten verträgt maximal 500 Starter, im Kinderlauf 250. Mehr ist  nicht, um keine Schäden bei Tier, Mensch und Landschaft zu provozieren. Die erste Gesamtkalkulation treibt Frauchen den Angstschweiß auf die Stirn.

minus 240: die ersten drei Sponsoren sind gewonnen. Exito, eine Online-Marketingagentur, deren Inhaber auch vom Laufvirus infiziert ist,wird einer von drei Hauptsponsoren. UDI, Spezialist für grüne Geldanlagen, steuert die Starterbeutel bei, sowie (das wissen sie nur noch nicht) Lagerraum sowie am Vortag des Laufes den Platz und die Manpower für die Startnummernausgabe. media4nature, eine ökologisch ausgerichtete Marketingagentur, wird von Frauchen "überzeugt", als Sachbeitrag Logo, Flyer, Shirts und Layout Startnummern zu entwickeln. Und obendrauf "dürfen" Magnus und Arabelle dann auch noch als Läufer
teilnehmen ...


minus 235: die Website ist live. Und wir platzen fast vor Stolz.

minus 220: Sanitäter werden gebraucht. Problem: die aus Fürth, die normalerweise die Laufveranstaltungen des LAC abdecken, dürfen nicht in Nürnberg tätig werden. Anruf bei den Nürnberger Johannitern bringt Hohngelächter: an dem Wochenende sei "Rock am Ring", da sei keine Maus mehr abstellbar für irgendein anderes Event. Äh? Da prüft man alle potentiellen Terminkollisionen ab und übersieht ja nur ein 3tägiges Rockfestival, das mehrere zehntausende Touristen in die Stadt bringt. O.k. die Fürther Sanis kriegen eine Sondergenehmigung, um am 3.6.16 auch in Nürnberg arbeiten zu dürfen.

minus 210 bis minus 190: viele potentielle Sponsoren werden angesprochen. Frustrierend, wenn man noch nicht einmal eine Antwort erhält. Aber schnell sagen dann noch die VGN und Jako-O zu.

minus 186: Start der Online-Anmeldung! Und tatsächlich: gleich am ersten Tag melden sich welche an ... Wahnsinn! Die Meinungen gingen auseinander: Katrin und Frauchen bzw. ich meinten: ausgebucht vielleicht Ende Januar - denn vielleicht schenken viele den Startplatz als ideales Weihnachtsgeschenk. Dieter, Jan und Werner waren skeptischer. (Beim Kinderlauf sollten sie recht behalten ...)

minus 161: Dieter hat eine tolle Strecke herausgesucht. Gar nicht so einfach, auf eine 3,3 km-Runde zu kommen, und dabei alle Tier-Präferenzen zu beachten. Hä? Was meint er damit? Merkt Frauchen beim Testlauf morgens um 8 Uhr an einem kalten Wintersonntag. Während sich Erdmännchen und Pelikane nicht stören lassen, kommt bei den Geparden sofort der Beutegreifer-Instinkt durch. Und sie sind schneller als ein Läufer ... also: die armen Geparden dürfen am 3.6. nicht ins Außengehege, wenn der Lauf ist. Andere Vierbeiner dagegen sind Fluchttiere - wenn also der Streckenvorlauf einmal vor, einmal hinter deren Gehege entlang ginge, und auf beiden Streckenabschnitten Läufer wären, würden die armen Viecher hin und her rennen und keinen Schutz finden. Muss alles beachtet werden. Interessanter Nebeneffekt: Frauchen wird neidisch auf die Erdmännchen - die haben nämlich eine Infrarotwärmelampe, unter der sie immer entspannt und warm stehen. Und Frauchen musste in der Vorbereitungszeit viele Mal direkt vor diesem Gehege bibbernd und frierend stehen, wenn besprochen wurde, wo wie Start /Ziel, wo Strom, wie Moderation usw.

minus 163: am 23. Dezember waren alle 500 Startplätze für die Hauptläufe weg! Ungläubiges Staunen .. .bis zum Wettkampftag gab es noch viele viele Anfragen, ob nicht doch noch Startplätze frei werden, getauscht werden, eine Ausnahme gemacht werden könne ...

minus 155 bis minus 100: Frauchen und Magnus machen Entwürfe fürs Funktionsshirt. Soll ja ein Sammlermodell werden, also jedes Jahr ein anderes "Motto"-Tier. Bin sehr erfreut, als es für die Premiere ein (Eis)bär wird. Dann Produzentensuche. Anbieter gibt es einige, die Preise treiben Frauchen wieder den Angstschweiß auf die Stirn. Aber egal, wir wollen einfach nur ein g**les Shirt haben! Medaille - da lässt sich Frauchen Vorschläge machen. Und das ganze Orga-Team ist geflasht, als da zum passenden Preis auch eine ganz besondere Medaille vorgestellt wird: nämlich auch ein Eisbär! Aufträge erteilt, sollen in der Woche vor dem Lauf geliefert werden.

minus 60:  die bestellten ökologischen Trinkbecher werden geliefert. Da fällt Frauchen endlich auf, was ich ihr schon die ganze Zeit sage: wohin mit den vielen Kartons? 3 große Kisten sind bei Oma außerhalb von Nürnberg zwischengelagert, die 5 Kartons mit den Bechern stapelt Frauchen in einer Ecke und erklärt Herrchen, dass es nur vorübergehend ist. Ich wage anzumerken, wo sie denn dann die Shirts (immerhin 900 Stück) und die Medaillen unterbringen will? Interessant, diese entgleisenden Gesichtszüge, hehehe.

minus 59 bis minus 8: letzte (viele) Besprechungen, Mails, Abstimmungen, Problemlösungen. Da war doch noch was? Achja, Startnummern entwerfen, layouten - unterschiedlich je nach Laufstrecke die Farbe und Startnummer:


Genau an dem Tag, als Frauchen mal beim Shirt- und Medaillenproduzenten nachfragen will, wann denn nun geliefert wird, kommt von ihm eine Mail, wann Frauchen denn nun zu bezahlen gedenkt. Sie: bei Lieferung. Er: sind doch schon geliefert. Sie: nein. Er: doch, sagt seine Logistik.

minus 7 bis minus 2: Das spannende Spiel "wo sind die Shirts" geht weiter. Medaillen treffen immerhin an Tag minus 4 ein. Aber bei den Shirts gibt es zwei Tage vorher nur die Info "sind schon in Nürnberg" plus 2 geplatzte Zustelltermine. Frauchen durfte inzwischen ihr Büro bei UDI auch als Lagerraum nutzen - sah aus, als ob sie einen Lagerverkauf plante, denn inzwischen waren alle Inhalte für die Starterbeutel eingetroffen. 13 Kartons.

minus 1: Shirts sollten um 8 Uhr kommen. 3 zunehmend nervöse Anrufe bei der Spedition und 2 Stunden später sind sie endlich da - 5 Stunden vor offiziellem Beginn der Startnummernausgabe. Eine Riesenpalette. Übrigens, der erste Abholer für Startunterlagen war schon halb zehn da. Und ab da hatte Frauchen kaum Zeit, Luft zu holen. Ich war ja mit im Büro und habe alles überwacht: Katrin saß auf dem Boden und hat (ohne Mindestlohn) 850 Starterpakete gepackt. Frauchen und ein zwangsverpflichteter Kollege haben Starterpakete ausgegeben. Um 18:15 Uhr das letzte, dann Frauchens Auto vollgepackt. Standen ja dann nur noch 9 große Kartons mit vor allem Shirts herum. Nette Kollegin angehauen, die großes Auto hat, dass sie diese Teile am nächsten Tag zum Tiergarten bringt. Kaputt noch ein bißchen Fernsehen geglotzt und ins Bett gefallen (Frauchen) bzw. aufs Regal zurückgegangen (ich).

Tag 0 - Race Day! Die Starter mit der weitesten Anreise kamen aus Hamburg. Gute Freunde, die sich trotz der kurzen Streckenlänge (er läuft sonst Marathon bzw. den Ultra in Zermatt) unbedingt zum ersten Lauf von Frauchen als Veranstalter kommen wollten. So verging der Vormittag sehr schnell, dann machten die beiden sich auf ins Hotel und Frauchen in den Tiergarten. Übrigens, es regnete. Daher musste ich unter Protest zu Hause bleiben! Und Frauchen war ab halb zwei bis abends um 10 Uhr, als sie sich zur Tür hereinschleppte, nur im Einsatz, am Herumwirbeln, Hin und Her rennen .... sie hat sogar vergessen, etwas zu essen (und wer mein verfressenes Frauchen kennt, weiß, was das heißt!). Eine halbe Sekunde hatte sie Zeit, inne zu halten und stolz zu sein, als sie von der Ferne den Start mit lauter Läufern in "ihrem" grünen Tiergartenlaufshirt mitkriegte. Alles ist gut gegangen, das angekündigte Gewitter blieb aus, es gab ausschließlich positive Reaktionen, viel Lob und von vielen die Frage: kann ich mich gleich für 2017 anmelden?




Tag 1: Von wegen ausruhen. Um 6 Uhr werde ich wach vom Geklapper der Tastatur. Frauchen sitzt schon wieder da und schreibt Presseberichte sowie Dankeschön Mails. Tja, nach dem Lauf ist vor dem Lauf.

Ich konnte jetzt bei weitem nicht alles berichten, was passiert ist. Und nicht jedem danken - da mache ich es mir einfach und verweise auf Katrins Blog, und schließe mich den dortigen Danksagungen an.

Was wir gelernt haben:
  1. Wenn Du an eine Idee glaubst, dann setze sie um. Hör nicht auf die, die fragen "warum?", sondern auf die, die sagen "warum denn nicht?"
  2. Du brauchst immer starke Unterstützung und ein starkes Team, das sich gut ergänzt.
  3. Nerven aus Draht sind auch nicht zu verachten ...
  4. Auch wenn Du noch nie eine Laufveranstaltung organisiert hast - als Läufer hat Frauchen genauso wie Katrin schon an so vielen Läufen teilgenommen, dass sie genau wussten: so und nicht anders wollen wir das, wir nehmen das Gute und lassen das Nervige weg
  5. Und ja, auch wenn man jemanden erst nur über Twitter kennt, einen altersmäßig über 20 Jahre trennen und entfernungstechnisch 230 km - das kann gutgehen, wenn man eine gemeinsame Idee, die gleiche Wellenlänge und gleiche Einstellung hat, nämlich "nicht lang reden, tun!"
Und so hoffen wir, dass wir bald einen Termin für 2017 festlegen können ... Aber bis dahin machen wir wieder das, was wir auch gut können:
Tag minus 1: Startunterlagen abholen
Race Day: laufen und finishen. Demnächst beim Pitz Alpine.

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 21. April 2015

Laufreviere in Nürnberg

Hallo Leute,

Markus hatte es uns im Dezember vorgemacht, mit einem Lauf die eigene Heimatstadt vorzustellen. Er nahm alle seine Blogleser mit nach Waiblingen. Leichtsinnigerweise habe ich dann gleich versprochen, dass ich Nürnberg vorstelle. Leichtsinnig deswegen, weil ja erstens nicht ich laufe, sondern Frauchen. Zweitens, weil wir immer noch kein Smartphone haben, und Frauchen mit Digitalkamera auf die Strecke muss. Drittens, weil es danach für 5 Wochen nur noch grau in grau war. Viertens, weil - und das ist am heftigsten - Nürnberg eigentlich für einen Sightrun absolut ungeeignet ist. Zuviel Kopfsteinpflaster, zuviel Autoverkehr mit zuviel Auspuffgasen und Gefährdungspotential. Daher haben wir uns entschlossen, bei besserem Wetter stattdessen in loser Folge mal unsere Laufreviere zu zeigen.
Heute geht´s los: Marienbergpark, Flughafen und Knoblauchsland.
Ausgangspunkt: Ziegelstein, Ortsteil von Nürnberg im Norden. Wir haben ca. 500 Meter durch eine Seitenstraße und auf dem ominösen Radweg (siehe dazugehörenden Bericht), dann ist Frauchen im Marienbergpark. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas: asphaltierte Wege fürs Tempotraining, Parkwege, Wiesen- und Trampelpfade, einen Hügel fürs Bergtraining (kein Witz, rennt den 10 mal hintereinander hoch und Ihr wißt, was Ihr getan habt!), und auch etwas für einen gepflegten Treppensprint. Jetzt im Frühling blühen auch die Kirschbäume am Weg, ab und zu sieht man Fasane und Hasen. Enten, kanadische Gänse, Karnickel und Eichhörnchen, nicht zu vergessen die inzwischen obligatorischen Krähen gehören neben vielen Läufern zum Park-Inventar.


 


Heute laufen wir mit kleinen Abstechern links und rechts dann geradeaus durch, und einen Feldweg entlang. Da hat man einen schönen Ausblick auf die Nürnberger Kaiserburg.


Rechts abgebogen, und eine schmale Straße entlang, die große Flughafenzubringerstraße gequert, kommen wir nach Almoshof. Ein typischer kleiner Ort mitten im Knoblauchsland - das nach einer Geschichte so heißt, weil das auf den Feldern angebaute Gemüse wie Knoblauch riecht ... naja, ob´s stimmt? Typisch auch fürs Fränkische hier die Sandsteinmauern.







Den Ort durchquert (5 Minuten, wenn man langsam läuft ...) geht´s Richtung International Airport von Nürnberg.












Heute nur fürs Foto, sonst kann man ihn sehr schön umlaufen - 18 km, Hälfte durchs Knoblauchsland / Felder, die andere Hälfte Wald. Wir biegen rechts ab und laufen wieder Richtung Marienbergpark. Dort das Highlight: der See! O.k. o.k. eher ein Weiher, aber sehr beliebt bei Hunden, Gänsen, Enten, Reihern und Kröten - und einmal in 17 Jahren hat Frauchen sogar mal einen Schwimmer gesehen. Würde ich aber nicht versuchen wollen ....





Und dann geht es quer über einen Wiesenpfad zurück. Insgesamt knappe 9 km, je nachdem wie man kreuz und quer im Park läuft oder außerhalb die Feldwege nutzt, kann man seine Runde ausdehnen oder verkürzen. Also wer mal als Gast in Nürnberg ist - lieber hierher kommen zum Laufen, statt in der Altstadt herumzutraben. Weitere schöne Laufreviere: rund um den Wöhrder See (ausbaubar ins Pegnitztal, bis zu 35 km), Dutzendteich (sehr überlaufen, eher was für Kurzstreckler), und natürlich alles im Reichswald.
Ich hoffe, Frauchen und ich konnten Euch auch etwas Appetit machen - Nürnberg hat mehr als nur Autos, Kopfsteinpflaster und Burg zu bieten.
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 19. April 2015

Was dem einen sein Kreppel, ist dem anderen ...

Hallo Leute,

außerhalb Deutschlands sprechen die Leute oft eine andere Sprache. Ja, klar, sagt Ihr. Aber ist Euch schon einmal aufgefallen - auch innerhalb Deutschlands versteht man sich oft nicht? Und damit meine ich jetzt nicht die unterschiedlichen Dialekte ... wobei man ja bei manchen Dialekten schon eher von einer Sprachstörung sprechen muss, hehehe.
Sondern ganz einfach unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe. Fiel mir das erste Mal auf, als wir von unserem Geburtsort Frankfurt/Main (jawoll, Erbarme, zu spät, die Hesse komme) nach Hamburg gezogen sind. Beispiel gefällig? Ich wäre ja schon fast verhungert, bis Frauchen endlich ordentliche Kotletts herbeigeschafft hat. Die heißen dort nämlich Karbonaden (für die, die beides nicht kennen - Schnitzel mit Knochen dran). Lustig auch die Frage nach Mettwurst - Antwort der Metzgers (ach nein, dort heißt es ja Fleischers)-Frau: Wieviele Scheiben? Hä? In Hessen streicht man Mettwurst, das ist dort Teewurst. Oder eben grobe Mettwurst. In Hamburg dagegen ist es das, was wir wiederum Cervelatwurst nennen. Noch schwieriger dann das Süße: Kreppel. Ganz einfach, sehr schmackhaft. Heißen dort Berliner. In Berlin heißen die Teile Pfannkuchen (die wiederum für mich flach sind, so eine Art noch vollständiger Kaiserschmarrn). Und hier sind es Krapfen. Falls sie bei Euch nochmal anders heißen, bitte ich gern um Aufklärung. Gemeint sind runde Gebäckstücke aus Spritzteig, mit Marmeladen- oder Hiffenmarkfüllung, außenrum viel Zucker. Jammjamm. Mein Rekord steht übrigens auf 7 Stück an einem Tag, nur mal so zur Info.
Gehen wir weg von den Lebensmitteln. Und ziehen wir nach Franken, wo wir seit nunmehr 27 Jahren wohnen. Und versuchen, uns verständlich zu machen. Putzlumpen - das ist für Frauchen und mich ein (gern neu gekauftes) Stück Stoff, mit dem man putzt. Heißt in Hamburg aber Feudel. Und man putzt nicht, man feudelt. Aufnehmer - kleine Handschaufel und kleiner Besen - heißt in Hamburg Handeule. Und hier ganz simpel Kehrschaufel.
 Ab in die Küche. Bei uns Hessen ist ein kleines scharfes Messer ein "Kneibchen". Dieser Ausdruck hat schon für sehr viel Verwirrung gesorgt, weil alle anderen dachten, wir reden von einer kleinen Wirtschaft ...
Der Beispiele sei genug, es gibt noch viele. Ihr könnt gern ergänzen. Ich habe jedenfalls gemerkt, auch in Deutschland ist es manchmal schwer, des anderen Sprache zu verstehen. Eines verstehen aber alle - Anfeuerung. Deswegen ein "Toi toi toi" für alle Starter beim Hamburg Marathon nächsten Sonntag!
Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 6. November 2014

Interview: Fips, der Unersetzliche

Hallo Leute,

heute war ich mal wieder als "rasender Reporter-Bär" unterwegs. Ich hatte nämlich einen Termin mit Fips und dessen Frauchen vereinbart. Fips ist ein schwarzer Hund, Terrier hat mitgemischt, 8 Jahre alt. Und arbeitet im "Texthaus". Jawoll, er arbeitet schwer für seine Leckerlis! Aber lassen wir ihn selbst zu Worte kommen:

Fips, Schön, Dich mal wieder zu treffen. Was ist denn "Das Texthaus" eigentlich?
Das Texthaus gehört meinem Frauchen, Andrea Himmelstoß. Wie der Name schon sagt, schreibt sie - Texte, Websites bis hin zu ganzen Büchern.


Und Du hast einen festen Platz hier?
Ja, entweder liege ich im Körbchen, oder im Sommer direkt an der Tür auf meinem Sommerkissen mit Ausguck nach draußen  (das Texthaus ist in einem alten Laden in Nürnberg, das heißt, mit Schaufenstern und Ladeneingangstür)

Ganz schön rosa hier!
Tja, Frauchen steht auf Rosa. Selbst meine Autogrammzettel sind rosa! Inzwischen habe ich mich dran gewöhnt, solange ich nicht mit rosa Halsband herumlaufen muss - rosa ist cool.


Zur Arbeit - was machst Du hier eigentlich genau, außer Hereinkommende kräftig anzubellen?
Oh, meine Aufgaben sind vielfältig: erstens natürlich die Verteidigung von Frauchen - jeder Hereinkommende muss sich erstmal meiner Bell- und Schnüffel-Musterung unterziehen. Dann bin ich Inspiration und Motivation für Frauchen (ähem, sagt sie, nicht ich). Ganz wichtig: ich sorge für Bewegung, arbeite quasi als Coach so wie Du, Iwan.

Wie meinst Du das denn konkret?
Naja, wenn Frauchen wieder mal zu lange ohne Pause am PC sitzt, komme ich und hole sie ab zum Gassi gehen. Außerdem gebe ich ihr das Gefühl, ohne sie läuft gar nichts hier. So zerlege ich tagsüber mein Körbchen samt Inhalt (sehr sorgfältig, das dauert, kann ich Dir sagen ...)    und zerstreue alles auf dem Büroboden. Jeden Morgen muss Frauchen dann erstmal aufräumen. So hat sie nochmal Bewegung, und fühlt sich wichtig....

Aha, gute Idee, muss ich mir merken! Wie lange dauert denn Dein Arbeitstag?
Oh, der geht vom Vormittag bis oft spät in die Nacht hinein. Vor allem wenn Frauchen an einem neuen Buch sitzt (das nächste soll 2016 erscheinen, das vorige  - "Nürnberg und Fürth, die ungleichen Schwestern" - hat mit Recherche auch schon ziemlich lange gedauert) , dann vergißt sie alles um sich herum. Früher wusste ich: höre ich dann den PC herunterfahren (manchmal 3 Uhr nachts), dann ist Zeit für letzten Spaziergang und Bettruhe. Jetzt  hat sie aber ein neues Programm, das den PC erst später runterfährt. Da muss ich jetzt immer gucken - wenn sie die Brille absetzt, dann ist Feierabend! O.k. manchmal stürze ich dann auch schon nachmittags auf sie zu, wenn sie nur mal zum Augen erholen die Brille herunternimmt. Und zwinge sie so auch mal zu einer kurzen Pause. Dann geht sie mit neuen Ideen (eben inspiriert!) frisch ans Werk ...

Ich sehe schon, Du bist wirklich ein wichtiger Kollege und unersetzlich, Fips! Danke fürs Interview.
Wuff!


Soweit Fips. Der Besuch hat wirklich Spaß gemacht, unsere Frauchen haben die ganze Zeit nur



gelacht, und ich saß auf meinem eigenen Besucherstuhl und hatte sogar eigenes Gebäck vor mir. Danke schön!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 15. Juli 2014

Von 500 auf 15.000

Hallo Leute,

hatten wir ein Glück! Zwei Tage nach unseren Zermatt-Halbmarathon lag im Finish-Bereich Neuschnee .... Und wie sich durch Frauchens Austausch in einigen Foren herausgestellt hat, kann sie ganz zufrieden sein mit ihrem Ergebnis. Denn andere, nicht durch Erkältung gehandicapt, waren auch nicht schneller, bzw. sind die Teilstrecken ebenfalls gegangen statt gelaufen. Ich habe natürlich in meiner Aufgabe als Coach mal die Split-Zeiten analysiert - und siehe da, auf den letzten, steilen 3 km war Frauchen relativ gesehen schneller und hat Plätze gut gemacht, gegenüber den ersten 18 km. Das gibt mir Hoffnung für den Achenseelauf, der ja Anfang September ansteht.
Aber davor steht leider nächste Woche noch ein anderes Laufevent an. Eher ein Laufspektakel im negativen Sinn. Firmenlauf hier in Nürnberg. Glücklicherweise ist das ja eine Firmenveranstaltung und kein Privatvergnügen für Frauchen, also muss (ähem, darf) ich nicht mit.
Statt 500 Teilnehmern sind es rund 15.000. Auf einer gut 6 km langen Strecke, die ausgelegt und breit genug ist für maximal 5.000 Teilnehmer. Mit lauter Laufnovizen, die sich falsch einordnen, oder zu schnell loslaufen und dann einbrechen. Mit Walkern, die vor und zwischen Läufern walken ... alles Hindernisse, die zu wildem Hin- und Herpendeln einladen. Einziger Lichtblick: das Finish ist mit Gänsehaut-Einlauf ins Frankenstadion, oder wie es derzeit heißt "Grundigstadion". Ansonsten: Chaos, die letzten Jahre extrem schlecht organisiert. Warum Frauchen da überhaupt mitmacht? Weil sie die einzige Läuferin mit Wettkampferfahrung in ihrer Firma ist und daher seit 4 Jahren als Teamcaptain fungieren "darf"
. Und jedes Mal nervenzehrende Wartezeit im Ziel verbringt, bis das letzte ihrer "Laufschäfchen" dann glücklich und verletzungsfrei im Ziel ist.
Achja, statt einem Gutzi-Beutel für die doch nicht gerade billige Startgebühr (17,90 plus MWST je Läufer) gab´s heute einen Briefumschlag mit Startnummer, Zeitmessschleife und 4 Sicherheitsnadeln (wau, großzügig) für jeden Starter. Abzuholen von jedem Teamcaptain, jedes Mal an einem anderen Ort in Nürnberg, man wird also quer durch die Stadt gejagt, und darf auch noch Parkgebühr berappen. Nein, da freut sich Frauchen schon drauf, wenn wir beide dann am Achensee finishen. Hier noch ein Foto zwei glücklicher Finisher in Zermatt. So, und jetzt muss ich mich erstmal ausschlafen, nach dem ganzen Fußball-Bohei und gestern einer Geburtstagsfeier. Schließlich bin ich ja schon ein älterer Bär und brauche meinen Schlaf.
Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 15. November 2012

Wieviel Bäume heute wert sind

Hallo Leute,
es war einmal, vor langer langer Zeit, da befand sich im Nürnberger Norden ein Autokino. Und drumherum an zwei Seiten ein Landschaftsschutzgebiet. Und stellt Euch vor, das war sogar ausgewiesen mit Schild und allem! Eine Allee alter Eichen spendete Mensch und Tier Schatten, die Vöglein zwitscherten fröhlich und nisteten in den Hecken ... ja, stellt Euch vor, ab und zu konnte man auch Igel und kleinere Felltiere dort herumwetzen sehen!
Dann machte das Autokino zu. Eine alte Lagerhalle wurde zum Kinder-Indoor-Abenteuer-Spielplatz aufgepimpt. Zwei Autohäuser kamen. Die Allee wurde abgehackt. Nur eine alte Eiche überlebte. Die Hecken wurden bis auf einen traurigen Rest auch abgesäbelt. Das Schild "Landschaftsschutzgebiet" war auf wundersame Weise verschwunden. Aber naja, nach und nach wuchs rund um den neu verlegten Weg wieder etwas Grün heran.Und die neue Straße war auch nicht stark befahren. Dann kam ein neues Bürohaus. Und irgendwo müssen die vielen Menschen ja auch ihre Autos parken, das ist doch klar .. also wird jetzt noch ein 6-stöckiges Parkhaus hochgezogen. Genau da, wo bis vor einigen Jahren Vögel nisteten, tolle Gewächse (einmal eine Distel mit Höhe von über 1,65 Meter, so groß ist nämlich Frauchen) wuchsen und alte Eichen standen.
Ganz ehrlich: was brauchen wir mehr? Intakte grüne "Lungen" in den Städten oder noch mehr Beton? Wieviel ist ein Baum, eine Hecke, Lebensraum für Tiere denn heute noch wert?
Dazu passt übrigens eine Headline, die ich gerade gelesenhatte: "Forscher haben festgestellt: Menschen werden immer dümmer!" Ach nee. Für diese Feststellung brauche ich echt keinen Forscher!
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 14. März 2010

Im Drängeln sind die Nürnberger Weltmeister

Hallo Leute,
heute muss ich mich mal wieder aufregen über die Unvernunft der Leute. Vor allem der Nürnberger. Das hat man doch schon in Physik gelernt: Wenn man etwas in ein volles Behältnis reintun will, dann muss erst etwas raus. Denn bei stabilen Wänden wie zum Beispiel einer Flasche kann sich der Inhalt nicht ausdehnen. Was das mit Nürnbergern zu tun hat, fragt Ihr? Ganz einfach, hier scheint man diese simple Physik-Regel nicht zu kennen. Grundsätzlich wird in eine Kreuzung hineingefahren, auch wenn man sieht, man kommt nicht mehr hinaus in dieser Grünphase. Der Querverkehr kann dann natürlich auch nicht fahren. Das Ganze staut sich. Dann gibt es Vernünftige, so wie wir Hessen, die dann eben nicht in die Kreuzung reinfahren. Und dann ganz massiv angehupt werden, und mit Handzeichen vorwärtsgescheucht werden sollen. So jetzt wieder geschehen, als ich mit Frauchen im Auto unterwegs war. Zweites Beispiel U-Bahn. Gut, fahre ich nicht selbst, aber ich lese Zeitung. Und da steht, dass die Verkehrsbetriebe es jetzt mit gelben Linien auf dem Bahnsteig versuchen, die anzeigen sollen: hier hält eine Tür, hier kannst Du warten, hier ist der Bereich, wo die Leute aussteigen. Frauchen hat die auch schon gesehen, und hat brav an ihrer Linie gewartet. Um blöd angeguckt zu werden von denen, die sich direkt vor der sich öffnenden Tür aufbauen .. um gleich hineinzustürzen, was aber nicht geht, weil ja auch welche rauswollen ... Lag aber nicht an Frauchen Dummheit, sondern stand jetzt wie gesagt in der Zeitung: Die Leute kapieren die gelben Linien nicht, und aussteigen lassen geht ja sowieso nicht ... wir leben ja in Nürnberg. Das heißt anscheinend im Verkehr: Erstmal ich, und wenn ich alles blockiere - auch egal! So krass ist mir das in noch keiner anderen Stadt aufgefallen, und glaubt mir, Leute, ich habe schon in vielen deutschen Großstädten gelebt!
Bis bald Euer Iwan