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Donnerstag, 23. Juli 2015

Wirklich ärgerlich: B2run in Nürnberg

Hallo Leute,

Frauchen hat es sich jedes Jahr wieder geschworen "nie wieder", und dann ist sie doch schwach geworden. Nein, ich rede nicht von Kaiserschmarrn, sondern vom Firmenlauf. Neudeutsch B2run. Sollte es noch jemanden geben, der das Konzept und diese Laufserie nicht kennt - gibt es in allen deutschen Großstädten, Laufstrecke ca. 6 km, abends, einmal im Jahr, und es melden sich Firmenteams an. Frauchen ist in ihrem Unternehmen Teamkapitän, nicht weil sie so schnell ist, sondern weil sie die einzige "echte" Läuferin ist. Der Rest der Kollegen hat wenig bis gar keine Wettkampferfahrung, ähnlich viel Lauferfahrung und sieht den B2run als Höhepunkt des Läuferjahres. Frauchens Zusammenfassung:
  1. Für 17,90 Euro plus MWST je Läufer (preiswertester Frühanmeldetarif) gibt es eigentlich ... nichts. Startnummer, im Ziel eine austauschbare 08/15-Medaille, 4 Sicherheitsnadeln, Wasser und Bananen im Ziel, Urkunde zum Selbstausdrucken. Kein Gutzi zusätzlich, kein Pröbchen der Sponsoren, nada, nichts. Bei anderen Läufen in der Preisklasse gibt´s schon mal ein Shirt, oder Traubenzucker ... aber da das Startgeld in der Regel von der Firma gezahlt wird und nicht vom Läufer selbst, denken die Veranstalter wohl "können wir verlangen".
  2. Immerhin haben sie es dieses Jahr geschafft, auf dem Streckenplan und der Urkunde die gleiche Streckenlänge anzugeben. Ihr sagt, das sei selbstverständlich? Ja, eigentlich schon. 2014 differierten die Angaben aber. Nun gut, dieses Jahr sollten es 6,4 km sein.
  3. Fürs Wetter können die Veranstalter nichts. 32 Grad, sehr schwül. Wohl aber für die Startorganisation, die jedes Jahr im Chaos mündet. Dieses Jahr sollte es zwei Startzeiten geben, 19 Uhr und 19:45 Uhr. 
  4. Frauchen und ihr Team stellten sich also in die Welle für die erste Startzeit, und dort als faire Sportler in die Startblöcke je nach ihrer erwarteten Zielzeit. Nordic Walker sollten erst bei der zweiten Startzeit starten können, ganz hinten, sonst würden sie disqualifiziert. Um es kurz zu machen - nix Disqualifikation, munter ordneten sich Nordic Walker und > 50 Minuten-Läufer ganz weit vorne ein. Der Start erfolgte in Wellen, es dauerte ewig. Man stand in der prallen Sonne, keine Wasserberieselung, dafür aber lauteste Ballermann-Musik-Berieselung. Unterbrochen von "munteren" Sprüchen eines hiesigen Radiomoderators, die größtenteils schmerzensgeldpflichtig waren. 
  5. Als Frauchen dann endlich den Startbogen sichtete, war es 19:35 Uhr. Und plötzlich hieß es, jetzt wird nicht mehr weitergestartet, erst wieder beim 2. Start um 19:45 Uhr. Wilde Buhrufe. Keine Reaktion, außer "jetzt  machen wir mal Warm up". Ach nee, den wartenden Läufern war ja auch sehr kalt. Ein Fitnesstrainer hüpfte aufopferungsvoll auf und ab, und forderte zur "La Ola" auf. Zu sehen bekam er sehr viele Mittelfinger. Sorry, aber absolut verständlich. Dann brüllte er die seit nunmehr einer 3/4-Stunde stehenden und ziemlich sauren Läufer an "seid nicht so faul!". Kam supergut an ..
  6. Und was Frauchen dann endgültig die Laune vermieste - diverse Teilnehmer kürzten ab. Gut, jeder muss sich selbst im Spiegel ansehen können. Aber das hat nichts mit fairer oder sportlicher Einstellung zu tun. Frauchen will nicht mehr in einem "Wettkampf", besser wäre wohl "Event" zusammen mit solchen Leuten sein.
Ach ja, die Zeit: auf die Sekunde einen 6-Minuten-Schnitt. Was bei der Hitze, den schweren Beinen nach 1 Stunde Herumstehen im Startblock und dem "lahme-Läufer-Umkurven" für sie sehr gut ist. Dabei hat Frauchen eine bessere Zeit verschenkt - kurz vor km 2 lag ein 50-Cent-Stück auf dem Boden. Gucken, kurzer Schulterblick, ob nicht direkt hinter ihr ein Läufer ist, der dann einen Salto schlagen würde, bücken, Geld einsammeln - ja, das ist mein Frauchen! Platz 1.085 bei den Damen, und 7.124 von 13.767 gesamt ins Ziel gekommenen Startern  ist ja wohl auch nicht so ganz schlecht.

Das Positive: alle aus ihrem Team kamen gut und gesund durch (es gab doch einige Hitzekollapse auf der Strecke). Und die meisten wollen nächstes Jahr wieder. Eine junge Dame, die jetzt erst mit Laufen angefangen hat, war total begeistert und wollte sich gleich für 2016 wieder anmelden. Mal sehen, ob Frauchen ihren Schwur "nie wieder" hält oder wieder schwach wird ....
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 27. Juli 2014

Stechmückenplage

Hallo Leute,

ich als Bär bin ja immun gegen so Stechmückenzeugs, mögen sie nun Schnake, Bremse, Moskito oder wie auch immer heißen. Frauchen leider nicht. Und dieser Tage scheint Frauchen extrem lecker zu schmecken!
Erst letztes Wochenende, an der Ostsee: zwei saftige Bremsenstiche, einer davon anscheinend mit so breitem Rüssel knapp unters Knie, dass eine dünne Blutspur das Bein runterlief. Und die Bilanz dieses Wochenendes: 5 neue Stiche, von Schnaken, sauber gesetzt in die Armbeugen und Kniekehlen. Scheinen sehr zu jucken, so wie Frauchen dran schabt. Und sie leuchten so schön rot ...

Auch beim B2run am Dienstag abend wurde sie angeknabbert, als sie mit 17.999 anderen Startern darauf wartete, endlich loslaufen zu können. Die Organisation wird jedes Jahr schlechter, sagt Frauchen: nach über 1 Stunde war dann endlich der letzte über die Startlinie, vorher eng an eng mit Gedränge, falsche Angabe der Streckenlänge im Booklet und der Ausschreibung, Finishermedaille zum Abholen mit Gedränge an einem Stand ... so schreckt man Leute ab. Das Highlight aber war ein Kollege, der selten bis nie läuft (Fitnessstudio ja), raucht, 2013 nach 2 km abgebrochen hat und dieses Jahr knallrot, schweißüberströmt, aber sehr stolz nach 46 Minuten für die gut 6 km im Ziel war.

So, jetzt muss ich mich vorbereiten - in zwei Tagen habe ich Geburtstag, da muss ich noch ein paar Flächen leer räumen für all die Geschenke, die ich erhoffe ...
Bis bald Eurer Iwan

Dienstag, 15. Juli 2014

Von 500 auf 15.000

Hallo Leute,

hatten wir ein Glück! Zwei Tage nach unseren Zermatt-Halbmarathon lag im Finish-Bereich Neuschnee .... Und wie sich durch Frauchens Austausch in einigen Foren herausgestellt hat, kann sie ganz zufrieden sein mit ihrem Ergebnis. Denn andere, nicht durch Erkältung gehandicapt, waren auch nicht schneller, bzw. sind die Teilstrecken ebenfalls gegangen statt gelaufen. Ich habe natürlich in meiner Aufgabe als Coach mal die Split-Zeiten analysiert - und siehe da, auf den letzten, steilen 3 km war Frauchen relativ gesehen schneller und hat Plätze gut gemacht, gegenüber den ersten 18 km. Das gibt mir Hoffnung für den Achenseelauf, der ja Anfang September ansteht.
Aber davor steht leider nächste Woche noch ein anderes Laufevent an. Eher ein Laufspektakel im negativen Sinn. Firmenlauf hier in Nürnberg. Glücklicherweise ist das ja eine Firmenveranstaltung und kein Privatvergnügen für Frauchen, also muss (ähem, darf) ich nicht mit.
Statt 500 Teilnehmern sind es rund 15.000. Auf einer gut 6 km langen Strecke, die ausgelegt und breit genug ist für maximal 5.000 Teilnehmer. Mit lauter Laufnovizen, die sich falsch einordnen, oder zu schnell loslaufen und dann einbrechen. Mit Walkern, die vor und zwischen Läufern walken ... alles Hindernisse, die zu wildem Hin- und Herpendeln einladen. Einziger Lichtblick: das Finish ist mit Gänsehaut-Einlauf ins Frankenstadion, oder wie es derzeit heißt "Grundigstadion". Ansonsten: Chaos, die letzten Jahre extrem schlecht organisiert. Warum Frauchen da überhaupt mitmacht? Weil sie die einzige Läuferin mit Wettkampferfahrung in ihrer Firma ist und daher seit 4 Jahren als Teamcaptain fungieren "darf"
. Und jedes Mal nervenzehrende Wartezeit im Ziel verbringt, bis das letzte ihrer "Laufschäfchen" dann glücklich und verletzungsfrei im Ziel ist.
Achja, statt einem Gutzi-Beutel für die doch nicht gerade billige Startgebühr (17,90 plus MWST je Läufer) gab´s heute einen Briefumschlag mit Startnummer, Zeitmessschleife und 4 Sicherheitsnadeln (wau, großzügig) für jeden Starter. Abzuholen von jedem Teamcaptain, jedes Mal an einem anderen Ort in Nürnberg, man wird also quer durch die Stadt gejagt, und darf auch noch Parkgebühr berappen. Nein, da freut sich Frauchen schon drauf, wenn wir beide dann am Achensee finishen. Hier noch ein Foto zwei glücklicher Finisher in Zermatt. So, und jetzt muss ich mich erstmal ausschlafen, nach dem ganzen Fußball-Bohei und gestern einer Geburtstagsfeier. Schließlich bin ich ja schon ein älterer Bär und brauche meinen Schlaf.
Bis bald Euer Iwan