Donnerstag, 20. Januar 2022

Bäriger Start ins Laufjahr 2022

 Hallo Leute,

ich bin ja nun offensichtlich ein Bär. Deswegen stehe ich auch auf bärige Läufe. Wie die Laufserie zum Eisbär Cup Wien, an dem Frauchen letztes Jahr erstmals teilnahm - er wurde nur virtuell ausgetragen. Drei Läufe, jeweils Mitte des Monats Januar, Februar März, es gibt ein bäriges Funktionsshirt und eine Bären-Finishernadel: was will bär mehr?

Also hoffte ich, dass es auch 2022 eine virtuelle Teilnahmemöglichkeit gibt. Denn jedes Mal nach Wien fahren geht ja schlecht ... ja, gab es. Frauchen gleich angemeldet. Hm, ein bißchen überlegt, und dann für 14, 14 und im März 7 km gemeldet. Denn im März ist sie, so alles klappt, mit Oma und (hoffentlich!) mir auf Mallorca, da passt die kürzere Strecke besser.

Aus Zeitgründen ging am letzten Wochenende nur der Sonntag. Eigentlich hatte ich eine schöne flache Strecke im Knoblauchsland ausgesucht, aber der starke Wind ließ uns dann doch lieber auf "Wald" und "windgeschützt" umdisponieren. Klappte auch prima, Frauchen genoss die Stille, die Aussicht auf viel Grün und zahlreiche leicht angefrorene Wasserflächen (ja, den Regen der letzten Monate sieht man!). Und freute sich auf den Rückweg, denn sie hatte ja auf den ersten 2 km hin zum Wald Gegenwind gehabt. Tja, der verderben wir mal die Freude, dachte sich wohl der Wind, und drehte. Damit sie auch auf den letzten 2 km, ohne schützende Bäume, wieder Gegenwind hatte ... nun gut, das riss die Zeit auch nicht mehr raus! Aber 20 Sekunden weniger hätten es wirklich sein dürfen, grummel. 1:37:19 für 14,03 km. Da ist noch Luft nach oben. 

Damit ist sie 7. in ihrer Altersklasse, sowie 64. von 71. Finishern (yippie, wenigstens nicht Letzte!) 

Im nächsten Monat will ich aber eine schnellere Zeit sehen ... denn dann müsste der ganze Zucker aus ihrem Organismus draußen sein, den sie seit November reingestopft hat. Unmassen an weißen Dominosteinen und Bethmännchen, ich habe nur die Augen verdreht. Ja, o.k., und eifrig mitgeholfen, sie zu vertilgen. Aber es stimmt schon, Zucker macht wirklich langsamer!

Bis bald

Euer Iwan



Sonntag, 2. Januar 2022

Laufen fast wie in Madrid

 Hallo Leute,

zuerst noch ein gutes neues Jahr für Euch alle - seid Ihr gut "rübergerutscht"? Ich ja, vollgestopft mit Nudelsalat und dem obligatorischen Glücks-Kreppel!

Vorher hatte ich Frauchen noch ihren 10 km-Silvesterlauf absolvieren lassen. Ihr wisst ja, wem Ihr dieses tolle warme Wetter am 31.12. verdankt? Hier bei uns in Nürnberg waren es 13 Grad und Sonne ... o.k. klimawandeltechnisch ist das nicht gut. Für Frauchens Lauflaune aber schon. Und ich, jawohl, ich Bär habe dafür gesorgt! 

Wie, fragt Ihr sicher? Ganz einfach: ich habe, nachdem der Silvesterlauf Nürnberg wieder abgesagt werden musste, einen virtuellen Ersatz gesucht. Bremen beispielsweise hatte eine tolle Medaille, ich habe aber weitergesucht. Auch international, und so kam ich auf den Silvesterlauf Madrid. Der sollte einmal vor Ort stattfinden, und parallel auch mit einer virtuellen Ausgabe. Prima, also Frauchen angemeldet, denn in Spanien läuft sie gar zu gern. Auch wenn es dieses Mal nur virtuell sein sollte ... Allein die vielen spanischen Mails / Newsletter dazu bringen schon etwas, so kann sie wieder ihr Spanisch üben!

Die Anmeldung selbst war nicht so teuer, der Versand des Starterpackages hierher allerdings schon. So um die 46 Euro hat alles gekostet, aber ich gebe ja Frauchens Geld aus, nicht meines, hehehe. Nach Anmeldung am 15.12. hieß es, das Package käme bis Ende Januar. Daher die sehr positive Überraschung, als es schon ein paar Tage später da war:


Schönes Longsleeve, passendes Buff dazu, und noch eine Dose Red Bull.

An Silvester hatten wir dann "spanisches Wetter", wie gesagt. Frauchen startete also mit kurzer Hose und dem Long Sleeve, ohne Jacke (!). Ich hatte eine flache Strecke im Marienbergpark ausgesucht, aber bedauerlicherweise nicht mit dem Gegenwind gerechnet. Der kam aus Süden / Südosten und war recht stark, also musste Frauchen improvisieren und die Strecke etwas abändern. Bis km 5 lief es auch gut, 32:31 min, aber dann kam der große Einbruch. Der Mann mit dem Hammer. Die Beinchen waren sehr sehr schwer. Egal, auf die Zähne beißen und durchhalten, nochmal die lange Gerade quer zur Windrichtung hin und wieder her ... dann brummte die Uhr zu den 10 km. Die Zeit: 1:06:43 war jetzt nicht gerade super. Aber mir war schon klar, dieses Laufjahr war erstens sowieso kein Jahr für neue PBs, und zweitens hatte Frauchen viel zu viel Süßkram, vor allem weiße Dominosteine gefuttert. Und Zucker macht bekanntlich langsam. Egal, sie trottete dann noch die 1,5, km in der Sonne nach Hause.  Finisherfoto und Abklatschen mit mir:

Das Einzige, was wirklich ärgerlich war: mein Smartphone-Dino von Frauchen hat die App, mit der man teilnehmen sollte, nicht zum Laufen gekriegt. Also keine Wertung für sie. Schade. Sie hat zwar eine Mail mit Belegfoto an die Veranstalter geschickt, aber leider hat das nichts gebracht. Naja, bei der Zeit wäre sie auch weit weit hinten, estaba muy lentamente!

So, jetzt hoffe ich auf ein besseres Laufjahr 2022. Das aber wie 2021 beginnt: nämlich mit dem Eisbären Cup Wien, wieder virtuell, jeweils zur Monatsmitte Januar, Februar, März ein Lauf. Bärig!

Bis bald, Euer Iwan




Freitag, 31. Dezember 2021

Auf Nimmerwiedersehen, 2021!

 Hallo Leute,

 normalerweise schreibe ich immer zum Jahresende meinen bärigen Jahresrückblick. Nur was kann man / bär über dieses Jahr sagen? Es gab kaum Highlights, viele Lowlights. Äh, gibt es dieses Wort überhaupt? Wenn nicht, dann habe ich es eben erfunden. Und sichere mir hiermit das Copyright darauf!

Ich will Euch  nur mal exemplarisch von unserem Dezember berichten. Frauchen wollte nämlich beim 10 km Port de Palma starten, dem Lauf, der ursprünglich im März 2020 stattfinden sollte. Verschoben auf den 5. Dezember 2021. Wir hatten also im Mai Flüge gebucht, Freitags hin, Mittwochs zurück, hin direkt Nürnberg - Palma, zurück (leider) über Düsseldorf. Ende September kam der Flight-Change von Eurowings: nicht mehr Abflug Nürnberg, sondern München. Liegt ja auch ganz klar nebeneinander. Und man kommt so gut dahin. Wie, das bleibt einem selbst überlassen. Danke für nichts, Eurowings. Also Alternativen gesucht und gefunden, sogar 100 Euro billiger. Flüge leider über Frankfurt, mit LH. Tja, dann kam Omikron. Und damit allseits Panik und Unverständnis, dass Frauchen und ich fliegen wollten. Und ein weiterer Flight-Change: statt Mittwoch Abend zurück wäre der Abflug von Palma schon mittags. Um dann 7 Stunden Aufenthalt am Frankfurter Flughafen zu haben. Und immer höhere Infektionszahlen ... und mehrmals von Passagieren gehört, die bewusst positiv in den Flieger stiegen, um nach Hause zu kommen. Gut, Frauchen war geimpft, aber trotzdem. Und dann annullierte die LH netterweise auch noch einen Teilflug, nach stundenlangem In-der-Warteschleife-Hängen kam die putzige Frage "Sie können doch auch an einem anderen Tag fliegen, oder?". Nein. Thema erledigt. Blutenden Herzens alles storniert. Vernunft siegte über Emotion (und die Gier, das Finishershirt in Frauchens absoluter Lieblingsfarbe zu ergattern).

Der Dezember war sonst eher trist. Keine Weihnachtsmärkte. Mieses Wetter, eigentlich fast nur grau in grau in grau. Am 20.12. fiel dann auch noch der Aufzug bei uns zuhause aus. Wir wohnen im 3. Stock. Bapperl mit "in Wartung, steht in Kürze wieder zur Verfügung" klebten. Und klebten. Nichts tat sich. Am 23.12. rief Herrchen dann mal die Aufzugsfirma an. "Wasser im Schacht, da könnten sie nichts machen, Hausverwaltung sei zuständig". Hausverwaltung leider schon in Weihnachtsurlaub. Und somit der geplante Besuch von Herrchens Mutter bei uns unmöglich, da die Dame gehbehindert ist und mitnichten in den 3. Stock steigen kann. Frauchen machte das Treppensteigen ja nichts aus, gutes Bergtraining. Herrchen schon mehr .... vor allem, wenn die Einkäufe oder die Getränkekästen hochgeschleppt werden mussten. Am 29.12., nach massiver Beschwerde über das Informationsverhalten bei der Hausverwaltung per Mail, kam dann die Heizungsfirma. Und stellte erstmal das Warmwasser ab. Suchte und fand das Leck, das den Wassereinbruch in den Aufzugschacht verursachte. Leider mussten sie dafür aber in die Wohnung im Erdgeschoss. Ratet mal, wer nicht  da war! Also hieß es erstens weiter treppensteigen und zweitens eiskalt duschen, und Haare waschen nach dem Lauftraining. Denn das habe ich Frauchen natürlich weiter durchziehen lassen, wäre ja noch schöner!

Stand jetzt ist das Warmwasser noch nicht ganz wieder da. Der Aufzugschacht wird gerade trockengelegt. Der traditionelle Neujahrsbesuch des 91jährigen Lebensgefährten von Oma bei uns wurde vorsichtshalber auch schon mal gecancelt, er kann ebenfalls keine Treppen steigen.

Ach ja, zweimal waren meine Menschen noch in der Vorweihnachtszeit essen. Einmal bekam Frauchen komplett was anderes als sie bestellt hatte. Und einmal zwar das bestellte Schnitzel, aber total versalzen. Und wenn das schon mein Frauchen sagt, die eigentlich ohne Probleme an einem Salzstein lecken könnte ...

Hoffen wir, dass sie im neuen Jahr ihr "Matrosenjäckchen" loswird. Zur Einstimmung schicke ich sie nun gleich mal auf einen 10 km-Silvesterlauf. Bericht folgt dann nächstes Jahr. Rutscht gut rüber!

Bis dahin

Euer Iwan


 

 


Montag, 29. November 2021

X-Mass Run St. Pauli - leider wieder "nur" im Marienbergpark

 Hallo Leute,

dieser Christmas-Lauf ist wirklich purer Spaß. Aber leider hat es auch dieses Jahr nicht geklappt, ihn wieder in Hamburg selbst laufen zu können. Ehrensache, dass ich Frauchen dann für die digitale Ausgabe angemeldet habe. Daher hieß es gestern, wie auch schon 2020 - X-Mass Run im Marienbergpark!

Frauchen hatte sich vorher die App, mit der man seinen Lauf tracken sollte, runtergeladen. Und mühsamst die richtigen Einstellungen getätigt ... erwähnte ich schon einmal, dass mein Frauchen ein Handy-Dinosaurier ist? Ich habe also sicherheitshalber die Laufuhr mitlaufen lassen. Erst ein paar hundert Meter warmlaufen, dann die Tracking-App gestartet und in der Tasche der Laufjacke verstaut, die Laufuhr gestartet und los ging´s! In rasantem Tempo Richtung Marienbergpark, da merkte sie aber schon, nein, nein, ein bißchen drosseln ist angesagt. Kurz überlegt, wo die schnellsten Wege sind, und dann in leichtem Schneefall und leicht weißem Untergrund weitergewetzt. Der Laufrhythmus kam, die Kilometer vergingen gefühlt recht flott. Seit sie Corona hatte, ist sie ja nicht mal mehr annähernd an die 30 min-Grenze gekommen, immer nur so 33 min. aufwärts. Daher ... jetzt schon der Endspurt ... Blick auf die Laufuhr: 31:56 für 5,01 km. Und sofort danach quakte die Uhr: Akku schwach, bitte laden. Puh, gerade noch durchgehalten, letztes Jahr machte die Uhr ja zwischendurch die Grätsche. Gut, dass die Tracking-App auch noch mitlief, dachte sich mein nicht App-affines Frauchen. Guckte drauf und siehe da: die App hatte genau 0,0 Kilometer getrackt. Nun ja. 

Bereinigt um die 10 Meter waren es 31:53 min., damit bin ich als Coach sehr zufrieden. Insgesamt sind 143 Läufer digital gerannt, leider gibt es keine Rangliste, sondern "nur" eine Urkunde mit der Zeit. Ich habe ja gleich mal die Zeiten angeschaut, der schnellste Herr lief 21:56 min, die langsamste Dame 1:30,28 Stunden. Frauchen liegt also im vorderen Drittel.

Nächstes Jahr gehen wir dann wieder die Sub30 an. Ich hätte Frauchen ja gern als Belohnung einen Dominostein zugeteilt, aber leider, leider hat sie nächsten Sonntag nochmal ein Rennen. Bis dahin gilt Zuckerverbot!

Bis bald, Euer Iwan

Samstag, 6. November 2021

Sentimental Journey

 Hallo Leute,

letzten Sonntag / Montag haben Frauchen und ich eine Sentimental Journey gemacht. Beide Großelternpaare von Frauchen stammen ja aus Frankfurt Eschersheim, ca. 400 Meter waren die Wohnungen voneinander entfernt. Die eine Uroma wohnte am Dornbusch, wo sie mich als Geburtstagsgeschenk für Frauchen auch in einem Laden ergatterte. Frauchens erste Lebensjahre wohnte sie ja auch bei der einen Oma in der Häberlinstraße, Ecke Eschersheimer Landstraße. Und später auch noch einmal 9 Monate, während des Studiums. Heute sind leider Uroma, beide Omas und beide Opas schon lange tot. Eine Tante lebt noch, sie wohnt Hügelstraße / Ecke Eschersheimer Landstraße. Diese Tante besuchten wir, hatten auch gemeinsam einige Termine zu erledigen. Gewohnt haben Frauchen und ich in einem Motel am Dornbusch, das noch aus alten Ami-Zeiten stammte. Aber durchaus zu empfehlen, preiswert, sauber, ruhig, bequemes Zimmer mit Couch für mich, gutes Frühstück.

Frauchen ging viel zu Fuß an den zwei Tagen und das war eigentlich die Sentimental Journey:

  • das Haus in der Häberlinstraße, wo Oma und Opa seit 1924 im 1. Stock wohnten, bis 1986, und Frauchen neben ihrer Wohnzeit dort viele Sonntagnachmittage mit dem obligatorischen Verwandtenbesuch verbrachte:


    Es hat sie sehr in den Pfoten gejuckt, zu klingeln und zu bitten, die Wohnung zu sehen, wie sie heute aussieht. Wie gesagt, seit 1924 lebten ihre Großeltern dort, Bad / Toilette getrennt, kleines Bad, Küche mit Speisekammer, langer Flur ...
  • die U-Bahnhaltestelle Am Lindenbaum, das Cafe Caspari gibt es nicht mehr, die Tankstelle gegenüber immer noch, der HL-Supermarkt, in dem der Opa arbeitete,ist  nun ein Penny ...
  • der Fußweg zur Hügelstraße, ohne Nachzudenken nach 45 Jahren immer noch die Schleichwege parallel zur Eschersheimer Landstraße eingeschlagen
  • die Straßen rund um die Hügelstraße Richtung Dornbusch, in denen Frauchen mit dem Hund der Tante, Pudel Kucki, immer Gassi gegangen ist - schon allein, um den doch recht langweiligen Sonnstags-Nachmittags-Besuchen etwas mehr Abwechslung zu verleihen


  • am Dornbusch das italienische Restaurant in den Räumen eine italo-amerikanischen Restaurants, in dem vor rund 50 Jahren circa einmal im Monat der Besuchs-Sonntagabend abgerundet wurde mit dem damals exotischen Essen Spaghetti Bolognese und Pizza mit Salami
  • gegenüber von dem Marbachweg-Eingang zum Hauptfriedhof gibt es den Parkplatz immer noch, die Ami-Kaserne aber nicht mehr. Nur noch das Tor steht, hier hatte Frauchen immer die Wache stehenden Soldaten der US-Army gesehen.

Bei diesen ganzen Erinnerung hat sie sich gewünscht, durch die 4. Dimension reisen zu können. Quasi dort zu stehen und es wäre nicht mehr 2021, sondern 1977 beispielsweise. Selber Platz, aber eben die Menschen von damals. Kennt Ihr das auch, solche Anwandlungen? Wenn sie überlegt, wie oft z.B. sie, ihre Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel diese Wege gegangen sind ... und nun sind fast alle schon lange verstorben ... kein Wunder, dass wir in ziemlich trauriger Stimmung zurückgefahren sind.

Bis bald Euer Iwan

P.S. Worüber sie sich mit ihrer Tante aber einig war: für jeden Frankfurter ist klar - am Beginn der Eschersheimer Landstraße steht der Eschenheimer Turm. Jeder Zugereiste bringt das komplett durcheinander. Und großes Gegacker war im Auto, wie das Navi das Wort "Miquel-Adickes-Allee" ausgesprochen hat: "Mikel-Adikkes", jeder Eschersheimer spricht das "Mikwell-Aaa-digges" aus.

 

Dienstag, 12. Oktober 2021

Endlich wieder Port d´Alcudia

Hallo Leute,

jaja, ich weiß, nicht für mich. Aber für Frauchen und Herrchen, dieses Jahr nach einem Jahr aussetzen endlich wieder die gewohnten 17 Tage in Port d´Alcudia. Ich nerve Euch nicht mit langen Erzählungen - damit hat Frauchen mich schon sehr strapaziert. Hier die Kurzfassung:

  • die Laufstrecken sind noch alle da
  • einige neue Kläffer sind dazugekommen, andere entweder umgezogen oder über die Regenbogenbrücke gegangen
  • einige Änderungen am Rand der Strecken: neues Tor bei einem Grundstück, auf dem anderen statt der langjährigen Schweine nun 4 Esel usw.
  • die 8 Stockwerke im Hotel wie jedes Jahr erst sehr schwerfällig, im Lauf der Tage immer leichtfüßiger hochgelaufen
  • da Hotels nur zu ca. zwei Dritteln offen hatten, und leider auch viele Geschäfte geschlossen bzw. nnur eingeschränkt offen hatten, gab es viel Platz. Sehr angenehm.
  • die Ziege oben auf dem Talaia de Alcudia bettelt immer penetranter:



  • die Inzidenz ist wesentlich niedriger als in Nürnberg, und Maske tragen in Innenräumen ist auch o.k., nur sie immer in der Hosentasche beim Laufen  mitzuschleifen nervte etwas (für den Gang durch die Lobby, das Treppenhaus brauchte man sie).

 Was fehlte:

  • das Pferde-Monument am Ortseingangs-Kreisel - nachdem ein Lastwagenfahrer es im Frühjahr gerammt hatte, ist es noch nicht wieder aufgebaut
  • die Holz-Fußgänger-Brücke im Hafen! Dieses Wahrzeichen war doch immer ein Muss beim Lauf, hoch und runter. Und nun - zersägt lag sie da.

Was gut war:

  • rund 150 Laufkilometer, mit viel hoch und runter, und endlich, das erste Mal seit fast einem Jahr (Corona-Erkrankung) wieder mit gewohnter Pace und richtig Spaß am Laufen 
  • insgesamt 38 mal hoch in den 8. Stock gelaufen (der Aufzug funktionierte zwar - naja gut, meistens - aber was tut  man nicht alles für die Fitness)
  • mal wieder mit Manu aka @Laufwelt getroffen
  • die Speed-Wanderung auf den Talaia mit genau 60 min. für 445 Höhenmeter und die Gesamtstrecke ab Bon Aire (ausgeschildert mit 1:30 Stunden). Das ist auch endlich mal wieder eine ordentliche Zeit!

Und mein Dappes von Frauchen musste natürlich auch wieder das spanische Trottoir-Pflaster ausprobieren, ob es weicher geworden ist. Nein, ist es nicht! Den Bluterguss am Knie sieht man heute, 16 Tage danach, noch. Schlimmer war die verletzte Ehre, sie hat sich direkt vor einigen Einheimischen hingelegt, hehehe.

Nur das Zurückkommen war unschön. Erst ein Randalierer und Maskenverweigerer am Gate, sodass lange diskutiert wurde, ob der überhaupt (dann mit Maske!) mitgenommen wird. Und hier die Kälte, Frauchen jammert mir meine Bärenohren voll. Ich höre gar nicht hin. Und melde sie lieber gleich mal für Innsbruck nächstes Jahr an!

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier noch ein paar Impressionen:









 
 

Mittwoch, 15. September 2021

IATF 2021 - immer die Nordkette im Blick

 Hallo Leute,

eine Woche nach dem Achenseelauf stand für uns das Innsbruck Alpine Trail Festival an. Eigentlich ja im Frühjahr, coronabedingt nun aber auf September verschoben. A.C. (= vor Corona) waren die Läufe alle am Samstag, so hatte ich das auch eingeplant und Frauchen wieder für die 15 km gemeldet. Um leichtsinnigerweise (oder glücklicherweise) nach einem guten Jahrestrainingsauftakt zu überlegen, ob nicht doch die 25 km-Strecke ...? Die Entscheidung wurde beim Blick auf das Programm leicht gemacht - sowohl der 15er als auch der 25er finden nun sonntags statt, morgens. Der 15er startet in Hall um 8:30 Uhr! Also dann lieber doch die 25 km laufen, Start in Kranebitten um 10:30 Uhr, und dann 450 Höhenmeter hoch und runter, bis Innsbruck, Finish in der Olympiaworld. Mein sinistre Intention dahinter: normal ausschlafen und frühstücken, dann mit dem Shuttle dorthin.

Samstag also der Start auf der inzwischen-fast-Pendelstrecke Richtung Tirol. Sollte ja gut fließen, denn es waren nur Staus für die Rückreisewelle Richtung Norden angesagt. Hahahaha. Um es kurz zu machen: über 6 Stunden für lächerliche 338 km. Wieder in unserem Hotel in der Innenstadt eingecheckt, ausgepackt, die Pflichtausrüstung zusammengekramt und mittels Google Maps zu Fuß zur Olympiaworld navigieren lassen. 1,7 km vom Hotel aus ... das Problem war nur: wo geht´s rein? Da, wo Menschenmassen strömten? Kurz gefragt - nein, die waren da für Fußball, Meister RB Salzburg gastierte! Weiter die Gebäude umkreist, bis endlich der Zugang gefunden war. Mit Impfnachweis bekam man sein "ich-darf-rein-Bändchen", nach Vorführung der Pflichtausrüstung sein "Ausrüstungs-Check-Bändchen".

Abends habe ich Frauchen dann noch Tiroler Spätzle fassen lassen. Carboloading, soooo wichtig! Am anderen Morgen winkte ich ihr nach, als sie sich mit Herrchen auf die 1,7 km Fußmarsch zum Shuttle machte. Und hoffte, sie dann beim Finish wiederzusehen.

Ab hier übernehme ich mal, Iwan. Der Shuttlebus fuhr pünktlich um 9 Uhr los, war 9:15 Uhr in Kranebitten. Das hieß dann: 75 min. Warten. Nichtstun. Rumsitzen. Langweilen. Zweimal das Dixie aufsuchen. Weiter langweilen. Zugucken, wie die Sonne rauskommt. Warten. Ganz ehrlich: die Shuttles hätten auch gut erst 30 min. später losfahren können.

Insgesamt waren wir rund 300 Läufer, die warteten. Plus ein 13jähriger Bub. Und ein Starter, der am Vortag die 110-km-Strecke gelaufen war. Und nun die 25 km zum Beine-Ausschütteln nutzen wollte. Plus eine Starterin mit Hund, der den Startschuss kaum erwarten konnte. Spoiler: und bei km 1 an mir vorbeirauschte, mich hätte sehr die Finisherzeit interessiert! Ich war in den letzten Startblock eingeteilt, "G" wie Genussläufer. Vor Betreten nochmal Equipment-Kontrolle: Hufe zeigen (haben die Schuhe genügend Profil?) und ist das Handy dabei? Nochmal kurze Musik, dann endlich ging es los! 

Erstmal rund 1,5 flache km am Inn entlang. Aber leider olfaktorisch durch einen sehr übel miefenden Läufer irgendwo vor mir nicht gerade ein Genuss! Dann unter der Autobahn durch und über ein Brücklein auf einen schönen wurzligen und ansteigenden Waldpfad. Große Freude bei mir, denn nun gingen alle. So wie ich, das Training dieses Jahr war mau, ich wollte nur gut durchkommen, und dabei kräftesparend alle Steigungen gehen. Wobei, die vor mir waren mir nun schon ein bißchen zu langsam ... speedhiken kann ich gut. Es ging prima bergauf, Wiese, Pfad, Waldweg, Sonne schien, inzwischen ging ich schon mehr oder weniger allein. Das Läuferfeld hatte sich verteilt, ich war weit hinten, das konnte ich sehen, als wir aus dem Wald kamen, Zum ersten atemberaubenden Blick auf die Nordkette bei blauem Himmel. Wer jetzt Fotos erwartet, den muss ich leider enttäuschen: das Handy war gut verstaut im Camelback, jedes Mal alles aufschnallen, rauswühlen usw. war mir zu aufwendig. Und die besten Bilder sind eh eingebrannt in den Erinnerungen! Weiter ging es, an einem Maisfeld vorbei, eine ziemliche Serpentine steil hoch, gleich wieder runter, an Kälbern vorbei, die uns Läufer ignorierten. Auf der anderen Seite des Weilers gleich wieder kurz und steil hoch auf einem Wiesenstück, dann kam schon die erste Labe in Birgitz. Was heißt "schon".? Das waren knapp 8 km, gefühlte 20. Und große Enttäuschung bei mir: keine Apfelschnitze, also ein paar Cherrytomaten gekrallt und weiter ging es. Nebenher zwei Bissen meines Obst-Müsli-Riegels (MHD übrigens März 2019) runtergewürgt. An Getränken hatte ich eine 0,5-Literflasche Wasser in der Hand, und eine 0,5-Literflasche Cola Light im Camelback. Nun sollte es doch eben bzw. leicht runter weitergehen? Ja, wo denn? Es ging in flottem Auf und Ab wieder über einen wurzligen Waldpfad, dann am Waldrand entlang in der prallen Sonne. Also die ganze Zeit leichter Trab.

Seit Birgitz lief ich übrigens immer kurz vor oder nach den "drei Stooges". So von mir getauft, weil 3 Läufer, mutmaßlich Ungarn (hat sich später bestätigt), die sich die ganze Zeit lautstark unterhielten, anrempelten, Späßle machten. Und mir damit schwer auf die Nerven gingen ...

Nun ging es statt leicht bergab auf einmal ordentlich runter, dann über ein Brücklein und - steil nach oben! Ja so hatten wir aber nicht gewettet! Das besonders Gemeine: da stand dann prompt eine Streckenfotografin:  

Und direkt danach war schon Labe 2, Natterer See. Den ich irgendwie übersehen haben muss ... ich habe nur nach den Apfelschnitzen gespechtet, mir die Flasche mit kalter Apfelschorle auffüllen lassen, und weiter ging es. Prompt in die nächste "Fotofalle", kauend und nicht sehr elegant:


 Auf dem nächsten Streckenabschnitt kam ich mir wie zuhause vor: Steckerlaswald. Wie hier bei Nürnberg im Reichswald. Die km flogen nun (zumindest in meinem Empfinden) nur so dahin.
Inzwischen war ich schon auf die Cola light umgestiegen, wegen des Koffein-Kicks ...Es ging konstant abwärts, über die Brennerzugstrecke, über die Brenner-Bundesstraße und dann so langsam zum angekündigten Highlight: der Sillschlucht.  Eigentlich ein wunderschöner, recht schmaler, teils wurzliger, teils felsiger Pfad - aber wie man da laufen, oder gar schnell laufen soll, oder gar noch in der Nacht bei Dunkelheit wie die Starter des 110 km-Rennens - das ist mir ein Rätsel.


So wanderte ich munter durch die Schlucht und weiß jetzt auch, wie die Europabrücke von unten aussieht! Tja, und dann kam der letzte Anstieg. Hinten den Bergisel hoch. Danach keuchend das Handy rausgekramt und meinen Mann angerufen, damit er Iwan fürs Finish bereit hält. Sich noch durch die Menschenmassen gequält, die alle am Plateau rumstanden, und dann runter in Serpentinen, und die letzten km zur Olympiaworld. Hier auch ein Dank an alle Helfer - super Arbeit! 

An der Strecke stand ich schon bereit zum Aufspringen. Insgesamt war das Zielgelände ja leider sehr leer und steril am Sonntag, viele Stände der Expo waren schon abgebaut, keine Zufallszuschauer, und der Sprecher machte leider auch gerade eine Pause. Egal, Frauchen und ich finishten!

Die erste Holzmedaille (ja, wirklich aus Holz) gab es für 3:37,09, AK-Platz Senior W 17, 115. von 133 Damen (die schnellste Dame brauchte übrigens 1:55,77), und 11 Männer hat sie auch noch hinter sich gelassen. Darunter auch die drei Stooges ...

Danach ging es nochmal 1,7 geschlichene km zum Hotel und der Dusche zurück, und dann ab zum Speicher-Wieder-Auffüllen:

Fazit: eine super Trailstrecke, nicht ganz ohne (viele Wurzelstrecken, Sillschlucht), aber mit Suchtfaktor.


Bis bald Euer Iwan