Montag, 29. November 2021

X-Mass Run St. Pauli - leider wieder "nur" im Marienbergpark

 Hallo Leute,

dieser Christmas-Lauf ist wirklich purer Spaß. Aber leider hat es auch dieses Jahr nicht geklappt, ihn wieder in Hamburg selbst laufen zu können. Ehrensache, dass ich Frauchen dann für die digitale Ausgabe angemeldet habe. Daher hieß es gestern, wie auch schon 2020 - X-Mass Run im Marienbergpark!

Frauchen hatte sich vorher die App, mit der man seinen Lauf tracken sollte, runtergeladen. Und mühsamst die richtigen Einstellungen getätigt ... erwähnte ich schon einmal, dass mein Frauchen ein Handy-Dinosaurier ist? Ich habe also sicherheitshalber die Laufuhr mitlaufen lassen. Erst ein paar hundert Meter warmlaufen, dann die Tracking-App gestartet und in der Tasche der Laufjacke verstaut, die Laufuhr gestartet und los ging´s! In rasantem Tempo Richtung Marienbergpark, da merkte sie aber schon, nein, nein, ein bißchen drosseln ist angesagt. Kurz überlegt, wo die schnellsten Wege sind, und dann in leichtem Schneefall und leicht weißem Untergrund weitergewetzt. Der Laufrhythmus kam, die Kilometer vergingen gefühlt recht flott. Seit sie Corona hatte, ist sie ja nicht mal mehr annähernd an die 30 min-Grenze gekommen, immer nur so 33 min. aufwärts. Daher ... jetzt schon der Endspurt ... Blick auf die Laufuhr: 31:56 für 5,01 km. Und sofort danach quakte die Uhr: Akku schwach, bitte laden. Puh, gerade noch durchgehalten, letztes Jahr machte die Uhr ja zwischendurch die Grätsche. Gut, dass die Tracking-App auch noch mitlief, dachte sich mein nicht App-affines Frauchen. Guckte drauf und siehe da: die App hatte genau 0,0 Kilometer getrackt. Nun ja. 

Bereinigt um die 10 Meter waren es 31:53 min., damit bin ich als Coach sehr zufrieden. Insgesamt sind 143 Läufer digital gerannt, leider gibt es keine Rangliste, sondern "nur" eine Urkunde mit der Zeit. Ich habe ja gleich mal die Zeiten angeschaut, der schnellste Herr lief 21:56 min, die langsamste Dame 1:30,28 Stunden. Frauchen liegt also im vorderen Drittel.

Nächstes Jahr gehen wir dann wieder die Sub30 an. Ich hätte Frauchen ja gern als Belohnung einen Dominostein zugeteilt, aber leider, leider hat sie nächsten Sonntag nochmal ein Rennen. Bis dahin gilt Zuckerverbot!

Bis bald, Euer Iwan

Samstag, 6. November 2021

Sentimental Journey

 Hallo Leute,

letzten Sonntag / Montag haben Frauchen und ich eine Sentimental Journey gemacht. Beide Großelternpaare von Frauchen stammen ja aus Frankfurt Eschersheim, ca. 400 Meter waren die Wohnungen voneinander entfernt. Die eine Uroma wohnte am Dornbusch, wo sie mich als Geburtstagsgeschenk für Frauchen auch in einem Laden ergatterte. Frauchens erste Lebensjahre wohnte sie ja auch bei der einen Oma in der Häberlinstraße, Ecke Eschersheimer Landstraße. Und später auch noch einmal 9 Monate, während des Studiums. Heute sind leider Uroma, beide Omas und beide Opas schon lange tot. Eine Tante lebt noch, sie wohnt Hügelstraße / Ecke Eschersheimer Landstraße. Diese Tante besuchten wir, hatten auch gemeinsam einige Termine zu erledigen. Gewohnt haben Frauchen und ich in einem Motel am Dornbusch, das noch aus alten Ami-Zeiten stammte. Aber durchaus zu empfehlen, preiswert, sauber, ruhig, bequemes Zimmer mit Couch für mich, gutes Frühstück.

Frauchen ging viel zu Fuß an den zwei Tagen und das war eigentlich die Sentimental Journey:

  • das Haus in der Häberlinstraße, wo Oma und Opa seit 1924 im 1. Stock wohnten, bis 1986, und Frauchen neben ihrer Wohnzeit dort viele Sonntagnachmittage mit dem obligatorischen Verwandtenbesuch verbrachte:


    Es hat sie sehr in den Pfoten gejuckt, zu klingeln und zu bitten, die Wohnung zu sehen, wie sie heute aussieht. Wie gesagt, seit 1924 lebten ihre Großeltern dort, Bad / Toilette getrennt, kleines Bad, Küche mit Speisekammer, langer Flur ...
  • die U-Bahnhaltestelle Am Lindenbaum, das Cafe Caspari gibt es nicht mehr, die Tankstelle gegenüber immer noch, der HL-Supermarkt, in dem der Opa arbeitete,ist  nun ein Penny ...
  • der Fußweg zur Hügelstraße, ohne Nachzudenken nach 45 Jahren immer noch die Schleichwege parallel zur Eschersheimer Landstraße eingeschlagen
  • die Straßen rund um die Hügelstraße Richtung Dornbusch, in denen Frauchen mit dem Hund der Tante, Pudel Kucki, immer Gassi gegangen ist - schon allein, um den doch recht langweiligen Sonnstags-Nachmittags-Besuchen etwas mehr Abwechslung zu verleihen


  • am Dornbusch das italienische Restaurant in den Räumen eine italo-amerikanischen Restaurants, in dem vor rund 50 Jahren circa einmal im Monat der Besuchs-Sonntagabend abgerundet wurde mit dem damals exotischen Essen Spaghetti Bolognese und Pizza mit Salami
  • gegenüber von dem Marbachweg-Eingang zum Hauptfriedhof gibt es den Parkplatz immer noch, die Ami-Kaserne aber nicht mehr. Nur noch das Tor steht, hier hatte Frauchen immer die Wache stehenden Soldaten der US-Army gesehen.

Bei diesen ganzen Erinnerung hat sie sich gewünscht, durch die 4. Dimension reisen zu können. Quasi dort zu stehen und es wäre nicht mehr 2021, sondern 1977 beispielsweise. Selber Platz, aber eben die Menschen von damals. Kennt Ihr das auch, solche Anwandlungen? Wenn sie überlegt, wie oft z.B. sie, ihre Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel diese Wege gegangen sind ... und nun sind fast alle schon lange verstorben ... kein Wunder, dass wir in ziemlich trauriger Stimmung zurückgefahren sind.

Bis bald Euer Iwan

P.S. Worüber sie sich mit ihrer Tante aber einig war: für jeden Frankfurter ist klar - am Beginn der Eschersheimer Landstraße steht der Eschenheimer Turm. Jeder Zugereiste bringt das komplett durcheinander. Und großes Gegacker war im Auto, wie das Navi das Wort "Miquel-Adickes-Allee" ausgesprochen hat: "Mikel-Adikkes", jeder Eschersheimer spricht das "Mikwell-Aaa-digges" aus.

 

Dienstag, 12. Oktober 2021

Endlich wieder Port d´Alcudia

Hallo Leute,

jaja, ich weiß, nicht für mich. Aber für Frauchen und Herrchen, dieses Jahr nach einem Jahr aussetzen endlich wieder die gewohnten 17 Tage in Port d´Alcudia. Ich nerve Euch nicht mit langen Erzählungen - damit hat Frauchen mich schon sehr strapaziert. Hier die Kurzfassung:

  • die Laufstrecken sind noch alle da
  • einige neue Kläffer sind dazugekommen, andere entweder umgezogen oder über die Regenbogenbrücke gegangen
  • einige Änderungen am Rand der Strecken: neues Tor bei einem Grundstück, auf dem anderen statt der langjährigen Schweine nun 4 Esel usw.
  • die 8 Stockwerke im Hotel wie jedes Jahr erst sehr schwerfällig, im Lauf der Tage immer leichtfüßiger hochgelaufen
  • da Hotels nur zu ca. zwei Dritteln offen hatten, und leider auch viele Geschäfte geschlossen bzw. nnur eingeschränkt offen hatten, gab es viel Platz. Sehr angenehm.
  • die Ziege oben auf dem Talaia de Alcudia bettelt immer penetranter:



  • die Inzidenz ist wesentlich niedriger als in Nürnberg, und Maske tragen in Innenräumen ist auch o.k., nur sie immer in der Hosentasche beim Laufen  mitzuschleifen nervte etwas (für den Gang durch die Lobby, das Treppenhaus brauchte man sie).

 Was fehlte:

  • das Pferde-Monument am Ortseingangs-Kreisel - nachdem ein Lastwagenfahrer es im Frühjahr gerammt hatte, ist es noch nicht wieder aufgebaut
  • die Holz-Fußgänger-Brücke im Hafen! Dieses Wahrzeichen war doch immer ein Muss beim Lauf, hoch und runter. Und nun - zersägt lag sie da.

Was gut war:

  • rund 150 Laufkilometer, mit viel hoch und runter, und endlich, das erste Mal seit fast einem Jahr (Corona-Erkrankung) wieder mit gewohnter Pace und richtig Spaß am Laufen 
  • insgesamt 38 mal hoch in den 8. Stock gelaufen (der Aufzug funktionierte zwar - naja gut, meistens - aber was tut  man nicht alles für die Fitness)
  • mal wieder mit Manu aka @Laufwelt getroffen
  • die Speed-Wanderung auf den Talaia mit genau 60 min. für 445 Höhenmeter und die Gesamtstrecke ab Bon Aire (ausgeschildert mit 1:30 Stunden). Das ist auch endlich mal wieder eine ordentliche Zeit!

Und mein Dappes von Frauchen musste natürlich auch wieder das spanische Trottoir-Pflaster ausprobieren, ob es weicher geworden ist. Nein, ist es nicht! Den Bluterguss am Knie sieht man heute, 16 Tage danach, noch. Schlimmer war die verletzte Ehre, sie hat sich direkt vor einigen Einheimischen hingelegt, hehehe.

Nur das Zurückkommen war unschön. Erst ein Randalierer und Maskenverweigerer am Gate, sodass lange diskutiert wurde, ob der überhaupt (dann mit Maske!) mitgenommen wird. Und hier die Kälte, Frauchen jammert mir meine Bärenohren voll. Ich höre gar nicht hin. Und melde sie lieber gleich mal für Innsbruck nächstes Jahr an!

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier noch ein paar Impressionen:









 
 

Mittwoch, 15. September 2021

IATF 2021 - immer die Nordkette im Blick

 Hallo Leute,

eine Woche nach dem Achenseelauf stand für uns das Innsbruck Alpine Trail Festival an. Eigentlich ja im Frühjahr, coronabedingt nun aber auf September verschoben. A.C. (= vor Corona) waren die Läufe alle am Samstag, so hatte ich das auch eingeplant und Frauchen wieder für die 15 km gemeldet. Um leichtsinnigerweise (oder glücklicherweise) nach einem guten Jahrestrainingsauftakt zu überlegen, ob nicht doch die 25 km-Strecke ...? Die Entscheidung wurde beim Blick auf das Programm leicht gemacht - sowohl der 15er als auch der 25er finden nun sonntags statt, morgens. Der 15er startet in Hall um 8:30 Uhr! Also dann lieber doch die 25 km laufen, Start in Kranebitten um 10:30 Uhr, und dann 450 Höhenmeter hoch und runter, bis Innsbruck, Finish in der Olympiaworld. Mein sinistre Intention dahinter: normal ausschlafen und frühstücken, dann mit dem Shuttle dorthin.

Samstag also der Start auf der inzwischen-fast-Pendelstrecke Richtung Tirol. Sollte ja gut fließen, denn es waren nur Staus für die Rückreisewelle Richtung Norden angesagt. Hahahaha. Um es kurz zu machen: über 6 Stunden für lächerliche 338 km. Wieder in unserem Hotel in der Innenstadt eingecheckt, ausgepackt, die Pflichtausrüstung zusammengekramt und mittels Google Maps zu Fuß zur Olympiaworld navigieren lassen. 1,7 km vom Hotel aus ... das Problem war nur: wo geht´s rein? Da, wo Menschenmassen strömten? Kurz gefragt - nein, die waren da für Fußball, Meister RB Salzburg gastierte! Weiter die Gebäude umkreist, bis endlich der Zugang gefunden war. Mit Impfnachweis bekam man sein "ich-darf-rein-Bändchen", nach Vorführung der Pflichtausrüstung sein "Ausrüstungs-Check-Bändchen".

Abends habe ich Frauchen dann noch Tiroler Spätzle fassen lassen. Carboloading, soooo wichtig! Am anderen Morgen winkte ich ihr nach, als sie sich mit Herrchen auf die 1,7 km Fußmarsch zum Shuttle machte. Und hoffte, sie dann beim Finish wiederzusehen.

Ab hier übernehme ich mal, Iwan. Der Shuttlebus fuhr pünktlich um 9 Uhr los, war 9:15 Uhr in Kranebitten. Das hieß dann: 75 min. Warten. Nichtstun. Rumsitzen. Langweilen. Zweimal das Dixie aufsuchen. Weiter langweilen. Zugucken, wie die Sonne rauskommt. Warten. Ganz ehrlich: die Shuttles hätten auch gut erst 30 min. später losfahren können.

Insgesamt waren wir rund 300 Läufer, die warteten. Plus ein 13jähriger Bub. Und ein Starter, der am Vortag die 110-km-Strecke gelaufen war. Und nun die 25 km zum Beine-Ausschütteln nutzen wollte. Plus eine Starterin mit Hund, der den Startschuss kaum erwarten konnte. Spoiler: und bei km 1 an mir vorbeirauschte, mich hätte sehr die Finisherzeit interessiert! Ich war in den letzten Startblock eingeteilt, "G" wie Genussläufer. Vor Betreten nochmal Equipment-Kontrolle: Hufe zeigen (haben die Schuhe genügend Profil?) und ist das Handy dabei? Nochmal kurze Musik, dann endlich ging es los! 

Erstmal rund 1,5 flache km am Inn entlang. Aber leider olfaktorisch durch einen sehr übel miefenden Läufer irgendwo vor mir nicht gerade ein Genuss! Dann unter der Autobahn durch und über ein Brücklein auf einen schönen wurzligen und ansteigenden Waldpfad. Große Freude bei mir, denn nun gingen alle. So wie ich, das Training dieses Jahr war mau, ich wollte nur gut durchkommen, und dabei kräftesparend alle Steigungen gehen. Wobei, die vor mir waren mir nun schon ein bißchen zu langsam ... speedhiken kann ich gut. Es ging prima bergauf, Wiese, Pfad, Waldweg, Sonne schien, inzwischen ging ich schon mehr oder weniger allein. Das Läuferfeld hatte sich verteilt, ich war weit hinten, das konnte ich sehen, als wir aus dem Wald kamen, Zum ersten atemberaubenden Blick auf die Nordkette bei blauem Himmel. Wer jetzt Fotos erwartet, den muss ich leider enttäuschen: das Handy war gut verstaut im Camelback, jedes Mal alles aufschnallen, rauswühlen usw. war mir zu aufwendig. Und die besten Bilder sind eh eingebrannt in den Erinnerungen! Weiter ging es, an einem Maisfeld vorbei, eine ziemliche Serpentine steil hoch, gleich wieder runter, an Kälbern vorbei, die uns Läufer ignorierten. Auf der anderen Seite des Weilers gleich wieder kurz und steil hoch auf einem Wiesenstück, dann kam schon die erste Labe in Birgitz. Was heißt "schon".? Das waren knapp 8 km, gefühlte 20. Und große Enttäuschung bei mir: keine Apfelschnitze, also ein paar Cherrytomaten gekrallt und weiter ging es. Nebenher zwei Bissen meines Obst-Müsli-Riegels (MHD übrigens März 2019) runtergewürgt. An Getränken hatte ich eine 0,5-Literflasche Wasser in der Hand, und eine 0,5-Literflasche Cola Light im Camelback. Nun sollte es doch eben bzw. leicht runter weitergehen? Ja, wo denn? Es ging in flottem Auf und Ab wieder über einen wurzligen Waldpfad, dann am Waldrand entlang in der prallen Sonne. Also die ganze Zeit leichter Trab.

Seit Birgitz lief ich übrigens immer kurz vor oder nach den "drei Stooges". So von mir getauft, weil 3 Läufer, mutmaßlich Ungarn (hat sich später bestätigt), die sich die ganze Zeit lautstark unterhielten, anrempelten, Späßle machten. Und mir damit schwer auf die Nerven gingen ...

Nun ging es statt leicht bergab auf einmal ordentlich runter, dann über ein Brücklein und - steil nach oben! Ja so hatten wir aber nicht gewettet! Das besonders Gemeine: da stand dann prompt eine Streckenfotografin:  

Und direkt danach war schon Labe 2, Natterer See. Den ich irgendwie übersehen haben muss ... ich habe nur nach den Apfelschnitzen gespechtet, mir die Flasche mit kalter Apfelschorle auffüllen lassen, und weiter ging es. Prompt in die nächste "Fotofalle", kauend und nicht sehr elegant:


 Auf dem nächsten Streckenabschnitt kam ich mir wie zuhause vor: Steckerlaswald. Wie hier bei Nürnberg im Reichswald. Die km flogen nun (zumindest in meinem Empfinden) nur so dahin.
Inzwischen war ich schon auf die Cola light umgestiegen, wegen des Koffein-Kicks ...Es ging konstant abwärts, über die Brennerzugstrecke, über die Brenner-Bundesstraße und dann so langsam zum angekündigten Highlight: der Sillschlucht.  Eigentlich ein wunderschöner, recht schmaler, teils wurzliger, teils felsiger Pfad - aber wie man da laufen, oder gar schnell laufen soll, oder gar noch in der Nacht bei Dunkelheit wie die Starter des 110 km-Rennens - das ist mir ein Rätsel.


So wanderte ich munter durch die Schlucht und weiß jetzt auch, wie die Europabrücke von unten aussieht! Tja, und dann kam der letzte Anstieg. Hinten den Bergisel hoch. Danach keuchend das Handy rausgekramt und meinen Mann angerufen, damit er Iwan fürs Finish bereit hält. Sich noch durch die Menschenmassen gequält, die alle am Plateau rumstanden, und dann runter in Serpentinen, und die letzten km zur Olympiaworld. Hier auch ein Dank an alle Helfer - super Arbeit! 

An der Strecke stand ich schon bereit zum Aufspringen. Insgesamt war das Zielgelände ja leider sehr leer und steril am Sonntag, viele Stände der Expo waren schon abgebaut, keine Zufallszuschauer, und der Sprecher machte leider auch gerade eine Pause. Egal, Frauchen und ich finishten!

Die erste Holzmedaille (ja, wirklich aus Holz) gab es für 3:37,09, AK-Platz Senior W 17, 115. von 133 Damen (die schnellste Dame brauchte übrigens 1:55,77), und 11 Männer hat sie auch noch hinter sich gelassen. Darunter auch die drei Stooges ...

Danach ging es nochmal 1,7 geschlichene km zum Hotel und der Dusche zurück, und dann ab zum Speicher-Wieder-Auffüllen:

Fazit: eine super Trailstrecke, nicht ganz ohne (viele Wurzelstrecken, Sillschlucht), aber mit Suchtfaktor.


Bis bald Euer Iwan

Montag, 13. September 2021

Achenseelauf - immer wieder gern

Hallo Leute,

nach unseren sehr nassen Tagen in Lenggries hatten wir uns sonniges Wetter am Achensee echt verdient. Das sah der Wettergott wohl auch so und bescherte uns Sonne und Spätsommer von Mittwoch (Anreise) bis Montag (Abreise). Frauchen und ich hatten nur wirklich etwas Bammel vor dem Lauf - 23,2 km mit einigen knackigen Stufen / Trailelementen, dabei hatte sie dieses Jahr gerade zweimal 21 km als längste Distanz in den Büchern stehen. Dazu dann das aufgrund Post-Corona-Symptomen immer wieder unterbrochene Berglauftraining ...  Naja, half ja nix.

Donnerstag und Freitag das Übliche. Ich bringe eher einem Dackel das Klavierspielen bei als Frauchen das Tapern. Dieses Jahr war sie besonders vorlaut: "Tapern wovon, Iwan? Hatte ja kaum richtige lange Läufe dank des S**wetters in Lenggries!" 

Donnerstag hoch auf den Zwölferkopf gewandert, schöne Aussicht:

Und danach noch bei 25 Grad die Laufrunde durchs Tristenautal. Freitag (mich als Coach schüttelt es immer noch) hoch auf den Feilkopf, und dann auf schottrigem rutschigem Bergpfad hintenrum runter. Da hätte sie sich sämtliche Haxen brechen können!

Samstag dann endlich etwas ruhiger. Vormittags kurzes & katastrophales Einlaufen: Puls entsprach fast der Höhenlage Pertisaus, Beinchen uffa. Nachmittags dann nach Maurach zum traditionellen Minigolfspiel. Und ich erwartete nichts anderes als das traditionelle Verlieren von Frauchen. Nix da. Dieses Jahr hat sie zu unser aller Erstaunen Herrchen geschlagen! Dann parkte sie Herrchen am See und ging die Startunterlagen holen.


Fun Fact: man sollte die Anmeldebestätigung (hatte sie in Papier) und den Impfnachweis zeigen. Hielt sie halt auch in Papier hin. Wurde von der Dame vom Orga-Team nicht erkannt. Was das denn sei? Und für wen? Hinter ihr die Wartenden holten schon die Dolche raus .... Frauchen wurde ziemlich ungehalten, denn es steht ja groß "EU Digitales Covid-Impfzertifikat" drauf. Endlich durfte sie durch und rein. Dort nochmal vorzeigen - jetzt war sie schlauer und zückte das Handy. Prompt winkte die dortige Dame ab "ich sehe schon, passt!". Tja, war nur leider der QR-Code von Herrchen. Der wurde jetzt schon mehrere Male akzeptiert, als Frauchen ihren Status nachweisen sollte (sie ist natürlich ehrlich und sagt, dass das der von Herrchen ist, und wischt ihren herbei!).

Sonntag dann das Übliche: was zieht sie an? Frische 15 Grad, aber Sonne. Sollte bis auf 24 Grad hochgehen. Zu kalt, zu warm, was denn nun? Vor allem, weil sie dieses Jahr die Wärme so überhaupt nicht verträgt ... sonst konnte es ihr nie warm genug sein. Also Singlet und drüber das Glücks-Laufshirt vom Achenseelauf 2014. Der Start: pünktlich. Alles schön losgetrabt. Ich  machte mich dann mit Herrchen auf den Weg nach Achenkirch, zum Support. Per Auto. Frauchen musste zu Fuß hin.

In Achenkirch warteten wir entspannt. Ziemlich lange. Lief wohl nicht so doll. Frauchen kam dann endlich auch, und hielt Herrchen ihre fast leere Wasserflasche hin und sagte "machst Du bitte die Wasserflasche auf?" Um dann loszuquieken, als er die fast leere aufdrehte: "Die doch nicht, die volle!" Wir wollten ja Flaschen austauschen ... naja, muss man ja wissen. Für die bisherige hatte sie bei km 3 einen anderen Läufer angehauen, sie hat die Flasche einfach nicht aufgekriegt. 


Leider gibt es keine Durchgangszeiten mehr in Achenkirch, schade! Dieses Jahr wollten wir einfach nur "Ankommen, möglichst unter 3 Stunden". Jetzt kam Frauchens Streckenteil! Der Mariensteig, hier sammelte sie wie jedes Jahr wieder diverse Läufer und Läuferinnen ein. Und hat auch einen ziemlichen Schreck gekriegt - um eine Pfadbiegung gekommen, und da stand die Bergwacht und  machte Notversorgung / legte Infusion bei einer Läuferin in einer Felsnische. Ein schreckliches Bild, hoffentlich hat sich die Frau wieder gut erholt!

So wanderte / trabte Frauchen dem Ziel entgegen, immer mit dem guten Gefühl, es unter 3 Stunden zu schaffen. Bis sie bei km 20 mal rechnete: 2:42 - da blieben noch 18 min für 3 km ... äh, ja, dann mal die Hufe schwingen!

Wie üblich bin ich kurz vor dem Ziel aufgesprungen, und wir haben mit Gänsehautfeeling gefinisht! Die Anfeuerung war dieses Jahr wirklich top, entlang der Strecke und im Zielkorridor. Ich wurde auch wieder extra erwähnt und bekam die Medaille umgehängt. 



 

In Zahlen: langsamste Zeit, seit wir dort starten. 2:58, 40. 121. von 137 Damen, 468. von 537 Finishern gesamt. 8. in der AK. Bei der (wenig vorhandenen) Vorbereitung war ich echt zufrieden. Und habe mir ein Siegerbier gegönnt, und mit Frauchen den obligatorischen Kaiserschmarrn geteilt:



Nun bin ich gespannt, wie es eine Woche später beim Innsbruck Alpine läuft, da hatte ich Frauchen für die 25 km angemeldet. Und mich fürs leckere Kokoseis in der Eisdiele, wenn Herrchen und ich auf sie warten ...

Bis bald, Euer Iwan










Sonntag, 29. August 2021

Frauchen ist nicht aus Zucker

 Hallo Leute,

es gibt da so eine Iwan-Bauernregel: am Wochenende des Karwendelmarschs in ungeraden Jahren ist immer herrliches Spätsommerwetter. So 2017 und 2019, als Frauchen ihn mitlief. Dieses Jahr gab es keine Startplätze mehr, da alle für 2020 angemeldeten Läufer auf 2021 geschoben wurden. (Spoiler: was für ein Glück!) Also Frauchen für den Achenseelauf 1 Woche später angemeldet, und - sich auf meine Bauernregel verlassend - von Donnerstag bis Sonntag dieses Wochenende in Lenggries angemeldet. 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: also nochmal vorher einen Blick in die Wettervorhersage geworfen. Aua. Es sollte viel Regen geben, und die Temperaturen sinken. Von Tag zu Tag wurde die Wettervorhersage grauslicher. Nur der Mittwoch sollte noch schön sein. Also kurz entschlossen umdisponiert, und schon Mittwoch Nachmittag ins Auto gesetzt. Das hatte noch einen schönen kurzen Lauf entlang der Isar in Lenggries bei Sonne zum Ergebnis. Denn Frauchen brauchte von Auto vor Pension parken inklusive Koffer reinschleppen, Leute begrüßen, Neuigkeiten austauschen, Umziehen bis zum Losrumpeln im Laufoutfit genau 14 Minuten - neuer Rekord!

Donnerstag die "Wettervorhersage stündlich" angeschaut. Und kurz nach 8 Uhr losgewetzt, auf unseren Hausberg, das Brauneck. Dieses Mal die 850 Höhenmeter über Wegscheid, Kotalm ... und dann kam Frauchen auf die glorreiche Idee, schnell noch auf den Waxenstein zu gehen. Das ist so ein steiler Felszahn, vorgelagert. War sie noch nie. Obwohl nur 20 min. Aufstieg, hatten die es in sich - sehr alpin, absolute Trittsicherheit erforderlich. Der Blick von dort aus verhieß wenig Gutes - die dunklen Wolken waren schon da.



Also nach dem Gipfelkreuz vorsichtig wieder runter und dann auf dem "gemütlichen" Weg hoch zum Brauneckgipfel. Runter dann aber mit der Seilbahn.

Und prompt fing es kurze Zeit später an zu regnen. Ich hatte eh auf dem Zimmer gewartet, die Pensionswirtin hatte mir Verpflegung hingestellt:

So, und ab Donnerstag 13 Uhr bis heute Sonntag, Abreise: Regen. Mal nieselnd, mal Landregen, mal Schauer, mal heftig, mal schnürlend - aber halt immer .... und ich hatte gedacht, ich könnte Frauchen noch so richtig schöne Bergwanderungen und einen langen Lauf machen lassen. Denkste. Die armen Starter beim Karwendelmarsch gestern! Erfrischende 10 bis 12 Grad hatte es die Tage ...

Ich habe aber auch nicht nachgegeben und Frauchen Freitag und Samstag jeweils zu längeren Läufen rausgescheucht. Denn sie ist ja nicht aus Zucker! Patschnass kam sie jeweils zurück, nur die Füße schön trocken in den Goretex-Laufschuhen. Die Super-Duper-Regenlaufjacke hat das jedenfalls nicht gepackt. Die Pensionswirtin hat sie immer gleich abgefangen und in den Heizungskeller gescheucht, zum Auswringen und Sachen aufhängen. Ansonsten hatte sie die 3 mitgebrachten dicken Bücher bereits nach 2,5 Tagen ausgelesen, und musste sich Nachschub besorgen. Da ist ein Zeitschriftenladen in Lenggries, der verscherbelt antiquarische Bücher für 1 Euro das Stück (Pst, Geheimtipp!). Da hat sie nochmal ordentlich zugeschlagen.

Naja, für den Achenseelauf nächste Woche ist die Wettervorhersage aber besser. Da hoffe ich doch sehr drauf. Und auf Kaiserschmarrn!

Bis bald, Euer Iwan



Montag, 16. August 2021

Legendäre Laufstrecken

 Hallo Leute,

ich hatte ja neulich Geburtstag. Und hatte mir, so als Inspiration, dieses Buch gewünscht:

Legendäre Laufstrecken

Seitdem schmökere ich, wenn meine Zeit als vielbeschäftigter Laufcoach und bäriger Blogger es zulässt, in dem Buch. Es sind nicht nur reine Laufevents aufgeführt, sondern auch einfach schöne Strecken empfohlen. An genannten Rennen hatten wir bisher nur den Disney Run in Florida absolviert ... aber ich bin ja auch erst auf Seite 120. Und habe schon einige neue nette Ideen!

Richtig nachdenklich wurde ich aber bei dieser Doppelseite: 

Das sind 3 empfohlene tolle Laufstrecken an Traumstränden. Waikiki auf Oahu. Nizza. Und Miami Beach. Warum nachdenklich? Weil Frauchen schon an / auf allen diesen Strecken gelaufen ist. Miami und Nizza schon mehrfach. Und sie gern wieder dorthin will (falls es Corona jemals wieder zu lässt!). 

Eigentlich sollten wir doch dankbar sein, dass sie überhaupt schon einmal dort war. Viele Läufer kommen ihr ganzes Leben nicht dahin. Corona hat uns da ein bißchen demütiger gemacht. Und bewusster werden lassen, dass das, was wir bis März 2020 für selbstverständlich gehalten haben, eben nicht selbstverständlich ist.

Jetzt schaue ich erstmal weiter, mal sehen, welche inspirierenden Berichte, Fotos und Strecken ich noch entdecke!

Bis bald Euer Iwan