Donnerstag, 29. April 2021

Nutcracker Run - 21 sehr harte Kilometer

 Hallo Leute,

juhu - zum ersten Mal seit 19 Monaten wieder einen 21 km-Lauf gefinisht! Aber von Anfang an ...

Unser Twitter-Bekannter Fleggo (superguter Läufer, u.a. schon Sieger der 6,6 km-Distanz beim Tiergartenlauf) hat uns beschwätzt, da gäbe es einen coolen Lauf ... virtuell, guter Zweck (Prophylaxe Hodenkrebs = "Nuts") und 21 km wären doch genau Frauchens Lieblingsdistanz. Frauchen hat sich geziert, doch ich habe gleich zugesagt. Denn das Haupthindernis - Ergebniseinmeldung durch Strava-Aufzeichnung - war schnell ausgeräumt. Man könne auch Shot der Laufuhr per Mail senden.

Inzwischen habe ich ja auch schon viel Übung darin, Frauchen bei internationalen Läufen anzumelden. Egal, ob "real" oder virtuell ... geht alles. Also flugs die Anmeldung für den Nutcracker Run gestartet, der Lauf sollte ursprünglich in Südafrika (Kapregion) stattfinden. Also neues Land für uns, lauftechnisch gesehen. Im Urlaub waren die Menschen vor 19 Jahren mal dort. Und Frauchen hatte damals einen Trainingslauf für den J.P. Morgan (ihr erster Laufwettkampf!) auf der Strandpromenade von Durban absolviert. Die Anmeldegebühr sollte 150 Rand betragen. Klingt erstmal viel, umgerechnet ist es die Unsumme von 8,25 Euro! Dafür gab es ziemlich viel: ein Halstuch, Medaille, Rosinen/Nuss-Knabbereien, Schnürsenkel:

Fleggo hatte netterweise angeboten, alle Goodiebags (inzwischen war es eine nette kleine "Nuts"-Gruppe geworden) zu sich liefern zu lassen und dann zu verteilen. Nochmal Danke dafür!

Soweit mein Part. Plus natürlich, Frauchen für die 21 km fit zumachen. Das letzte Mal so lange war sie beim Tegernsee-HM im September 2019 gelaufen. Nachdem ja letztes Jahr alles ausgefallen ist, und sie sich dann mehr auf private Bergläufe verlegt hatte (mehr Höhenmeter, aber nicht so lange Distanz), und dann erst Corona und danach die Weisheitszahn-OP Rückschritte brachten, war es ... sagen wir mal ... herausfordernd. Mein Plan war: jedes Wochenende 2 km länger. Klappte auch soweit gut, bis zum vorletzten Wochenende. Da gab es statt des geplanten 19 km-Trainings Bettruhe. Mal wieder üble Erkältung, bis runter in die Lunge. Wohl Longcovid, oder Spätfolgen .. egal, wie man es nennt, wir wollten nichts riskieren.

Glücklicherweise gab es einen Fallback-Plan. Die 21 km sollten zwar im April gelaufen werden. Aber sie mussten nicht zwangsläufig an einem Stück absolviert werden, sondern man hätte auch zwei Läufe, einen mit 10 und einen mit 11 km z.B., einmelden können. Aber wir wollten es probieren!

Letzten Sonntag also startete Frauchen in einen extrem sonnigen Waldlauf. Strecke war mit "Waldautobahnen", also breiten Wegen, zwischen Buchenbühl und Kalchreuth einfach zu laufen. Da kennt Frauchen alle Distanzen, und kann jederzeit im Kopf kalkulieren, wie viel dann zusammenkäme. Lief gut. Zwar sehr frischer Wind, aber passte alles. "Warum waren nur so viele Leute unterwegs? Sonst sieht man hier kaum jemanden .. o.k. laufen wir nochmal hier entlang .. ach gucke da, die 2 km kann ich auch noch mitnehmen ... oh, ein neuer kleiner See ..." So verging die Zeit, die Beinchen wurden langsam schwerer, die Richtung ging nach Hause. Mit Zieldistanz knapp über 20 km. "Na da kann ich auch noch die Kurve mitnehmen, die 21 packe ich" dachte sich mein sich wie üblich überschätzendes Frauchen bei km 16. Bis bei km 18 die Beinchen hochfunkten "ohne uns, wir streiken". Also weitergegangen. Um sich von zwei arrogant herablassend grinsenden, perfekt gestylten Läufern überholen lassen zu müssen. Ärgern. Weitergestapft. Sie musste ja wieder nach Hause ... ab km 20 dachte sie, die Waden platzen. Aber es ging dann, die letzten 500 Meter (Läuferehre!) setzte sie sich nochmal in Trab. 

Die Zeit ist indiskutabel. Aber geschafft. Gebissen. Angekommen. Medaille verdient. Die schnellste Finisherin hatte 2:07,52 - Frauchen ist 13. von 25 Damen, 2:40,34. Also nicht die Langsamste!

Ich habe ihr dann dafür großzügig die Hälfte von meinem Stück Erdbeerkuchen abgegeben. So als Belohnung ... Und jetzt arbeiten wir weiter an längeren Distanzen. Auch wenn das Innsbruck Alpine auf September verschoben wurde. Und der Mozart100 auf 2022 (für Frauchen, am Alternativtermin können wir nicht).

Bis bald Euer Iwan










Dienstag, 20. April 2021

Live aus dem Home Office

 Hallo Leute,

Corona hat nicht nur Euer Leben auf den Kopf gestellt - meines auch. Mit der Ruhe tagsüber ist es nämlich seit letztem März vorbei. Erst war nur Frauchen im Home Office (da konnte ich wenigstens die Tür zum Arbeitszimmer schließen und hatte weiterhin meine Ruhe, hehehe), aber seit Mai auch Herrchen.

Und da erlebt man viel ... mit. Dass Kinder im Hintergrund bei Videomeetings  auftauchen, kennt man ja schon. Heute war es dann aber auf einmal eine (ziemlich wohlgenährte) Katze, die sie aus dem Bildschirm anstarrte. Quasi ein neuer Konferenzteilnehmer.

Gern genommen auch der Klassiker: Frauchen hält eine Online-Schulung ab. Prompt fangen Handwerker (unangekündigt) an, wie wild zu bohren oder zu hämmern in der Nachbarwohnung.

Das hier toppte aber bisher alles (aus Datenschutzgründen nenne ich weder Namen noch Unternehmen, es ist auf jeden Fall ein großes mit mehreren hundert Mitarbeitern und weltweit agierend, das Ganze ereignete sich wirklich so):

Home Office mit VPN und Telefonie über PC/ Internet. Plötzlich ist der Bildschirm schwarz. Reagiert auf nichts. Telefonieren ging natürlich auch nicht. Weil - siehe Einleitungssatz - über PC. Glücklicherweise die Privatnummer eines Kollegen gehabt. Angerufen. Ja, genau dasselbe. Den IT-Helpdesk konnte man ja auch nicht anrufen, da die Firmenrufnummern - siehe Einleitungssatz - nicht erreichbar waren. 

Nach ca. 1 Stunde tat sich auf einmal etwas - das Anmeldefenster kam. Und nach einiger Zeit auch wieder alle Anwendungen. Kann passieren. Der Brüller aber war die Mail, die im Postfach war. Absender der IT-Helpdesk. Man hätte einen Systemausfall. Und wenn man einen schwarzen Bildschirm hätte, solle man doch bitte dies und jenes tun. Aha.

Ähm: Wie sollte man vor allem diese Mail lesen können, wenn der Bildschirm schwarz ist?????

Bin gespannt, was Home Office noch alles an Kuriosem hervorbringt.

Bis bald Euer Iwan



Sonntag, 11. April 2021

Alltägliche Diskrimierung und Rassismus?

 Hallo Leute,

heute habe ich zur Abwechslung mal ein ernstes Thema. Nach dem #Sofagate diese Woche ist es mir ein bärenstarkes Bedürfnis. Alle regen sich darüber auf, dass von der Leyen auf dem Katzensofa Platz nehmen musste, statt wie Erdogan und Michel auf höheren Stühlen platziert zu werden. Dabei hätte es drei einfache Lösungen gegeben: 

1. hätte sie sich neben die beiden Männer stellen können. Das wäre sicher Erdogan sehr unangenehm gewesen, wenn jemand auf ihn herabschaut

2. hätte Michel ihr seinen Platz anbieten können und selbst auf das Sofa gehen (interessant wäre ja gewesen, wie Erdogan dann reagiert hätte ...)

3. hätte sich Michel zu von der Leyen aufs Sofa setzen können.

Schade, so wurde nur mal wieder demonstriert, dass die Frau es mit sich machen ließ, "um keine Unruhe hineinzubringen". Und alle Welt über die Sitzordnung diskutierte, statt über den Inhalt des Gespräches.

Wobei ich  bei meinem eigentlichen Anliegen bin. Da reden gerade wir in Deutschland so viel von "Rassismus vermeiden" und "Diskriminierung abschaffen". Dafür sollten wir, allen voran die Medien, aber mal ihre Berichterstattung überdenken. Beispiel letzte Woche in der F.A.Z: "Erste Frau im Vorstand von Union Investment". Warum muss das betont werden? Sie ist ein Mensch, genau wie ihre männlichen Kollegen. Sie bringt Leistung. Also warum muss betont werden, dass sie eine Frau ist?

Dito die Berufung der "ersten indigenen" Ministerin in den U.S.A. - auch hier hinterließ die Berichterstattung zumindest teilweise ein Geschmäckle. Wenn dieser Hinweis mit der Info verknüpft war, dass sie mehr für die Belange der Stämme tun wolle, dann hat es ja noch einen Sinn. Aber nur um zu sagen "seht her, eine Frau und noch dazu indigen kann sogar Ministerin werden" ... das ist weiterhin Diskrimierung. Sorry. Oder Rassismus. 

Ich wünsche mir eine Zeit herbei, in dem das Geschlecht und die Abstammung und die Religion keine Rolle mehr spielt. Und deswegen auch nicht mehr erwähnt wird.

Bis bald Euer Iwan



Dienstag, 30. März 2021

Die Angst des Frauchens vor dem Zahnarzt

 Hallo Leute,

diejenigen, die mir auf Twitter folgen, wissen: Frauchen hat eine Weisheitszahn-OP hinter sich. Und sie haben sich vielleicht gedacht "was stellt die sich so an?" oder "wo ist das Problem?". Tja, erstens ist Frauchen ein echter Zahnarzt-Paranoiker und zweitens lagen die zwei bewussten Weisheitszähne ganz ganz übel.

Gehen wir mal weit zurück, in Frauchens Kindheit. Und ja, ich kannte sie damals schon! Ich  bin als Geschenk zu ihrem zweiten  Geburtstag überreicht worden. Wenn das die Uroma wüsste, dass ihr "Geschenk" heute noch in Ehren gehalten wird ... aber ich schweife ab.

Also: Frauchen hatte sehr schlechte Milchzähne. Da mussten ein paar raus. Und weil der ältere Zahnarzt (auch als "Metzger" im Gedächtnis geblieben)  der Meinung war, die sitzen ja eh locker, wurden sie ohne Spritze gezogen. Erste Traumatisierung, denn die saßen nicht locker. Eher im Gegenteil.

Also wurde daraufhin der Zahnarzt gewechselt. Opa (= Frauchens Papa) arbeitet im per Zug / S-Bahn rund 25 min. entfernten Frankfurt. Und hatte dort eine gute Zahnärztin aufgetan. Als Anreiz wurde danach jeweils eine Essen beim Chinesen (bedenkt, es war Anfang der 70er Jahr. Sehr exotisch!) in Aussicht gestellt. Oder einmal, da kann sie sich noch sehr gut daran erinnern, sie war 10 Jahre alt, ein Besuch auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. 

Die neue Zahnärztin war eigentlich sehr gut. Nach vollbrachter (Frauchen sagt "überlebter") Behandlung gab es immer ein kleines, kindgerechtes Geschenk zum Aussuchen. Das Problem waren aber die Zähne. Die zweiten, die kamen raus. Und im Gegensatz zu mir hat Frauchen kein großes Mundwerk. Ergebnis: zu viele Zähne auf zu wenig Platz. Es musssten wieder zwei raus. Und die Zähne waren auch wieder recht kariös, also viel Bohren. Das hieß: Spritze in den Gaumen. Tat ihr höllisch weh. Als beim nächsten Mal die Zahnärztin mit der Spritze in der Hand auf Frauchen zukam (sie war noch ein Kind / Teenie, wohlgemerkt), schrie sie aus Leibeskräften und zappelte, schlug die Hand weg. Also erging der Befehl an die Helferin, eine Seite und den Kopf festzuhalten. Und an Oma, die andere Seite festzuhalten. Worauf Frauchen gleich mal herzhaft in die zahnärztliche Hand biss ... Zweite Traumatisierung. 

Weil sie Spritzen so hasst, hat sie sich dann einen der "überflüssigen" zweiten Zähne ohne Betäubung ziehen lassen. Auch nicht gerade lustig. Und Bohren bis heute immer ohne Betäubung.

Was gut war an dieser Zahnärztin: sie hat kein Amalgan für die Plomben genommen. Frauchen hat heute noch alle Plomben drin, die sie vor rund 40 Jahren bekam. 

Das letzte Mal gebohrt hat der Zahnarzt (wir mussten ja nach dem Umzug nach Franken einen neuen suchen) 1992. Seitdem nicht mehr. Nur an den Weisheitszähnen hat er immer rumgemeckert. "Könnten mal raus, liegen nicht gut". Frauchen hat sich immer für den Hinweis bedankt und ist vom Zahnarztstuhl weggesprintet. Es geht um die beiden unteren, die oberen waren schon durchgebrochen und problemlos. 2013 meinte der Zahnarzt dann, es würde langsam mal akut. Aber da der rechte quasi mit seiner sehr! langen! tiefen! Wurzel unter! den benachbarten Eckzahn reichen würde, und auch sehr! nahe! am Nerv! liegen würde, solle Frauchen bitte zu einem kiefernchirurgischen Experten gehen. Dr. Zikarsky sei seine Empfehlung. Frauchen war gleich angetan, da besagter Doc früherer Leistungsschwimmer und Olympionike ist. Man verstand sich auf Anhieb. Die Diagnose: könnten raus, würde aber übel. Akut sei es nicht. Je länger sie warte, desto übler würde es. Andererseits könnte es sein, dass gar nichts akut würde. Also entschied Frauchen, doch lieber zu hoffen.

Ging gut, bis Ende jetzten Jahres. Da nahm der Schmerz im Kiefer zu. Und hörte auch nicht mehr auf. Also zitternd erst zum Zahnarzt getrottet. Und mit den Röntgenbildern (zusätzlich zur Wurzel kam nun noch eine Fistel dazu) zum Kiefernchirurgen. Der sagte gleich: 1 Woche Krankschreibung. Frauchen ergab sich also in ihr Schicksal. Und machte Termin für die OP nach dem 3. Lauf zum Wiener Eisbär Cup aus. 

Die OP verlief  unter Komplett-Sedierung. Ohne hätte es Frauchen auch nicht gemacht. Hier seht Ihr dann die Reste der zwei Übeltäter - sie haben sich extrem gewehrt:

Die Tage danach waren - für mich - sehr lustig. Frauchen entwickelte Hamsterbacken vom Feinsten. Geschmückt mit lila Blutergüssen, großflächig. Die dann nach ein paar Tagen herunterreichten bis zum Brustbein. Frauchen hat noch nie in ihrem Leben Schmerzmittel genommen - nun ordentlich Ibuprofen. Erst am 10. Tag kam sie ohne aus. Fotos erspare ich Euch. Sie hat welche an den engsten Freundeskreis geschickt, die Reaktionen reichten von "oh Schreck" bis "du kannst in der Geisterbahn anfangen". Nützlich war diese Optik aber, um Herrchen zum willigen Diener zu machen: sie musste nur damit drohen, rauszugehen und zu sagen "häusliche Gewalt". Hätte ihr jeder sofort geglaubt.

Nun gut, jetzt hat sie es hoffentlich bald hinter sich. Die eine Seite ist noch leicht geschwollen, die andere Seite ziert der Rest des Blutergusses (Tag 12). Laufen gehen darf sie seit Tag 8 wieder. Macht aber wenig Spaß, weil die Entgegenkommenden sie immer ziemlich anstarren ...

Aber jetzt wisst Ihr wenigstens, warum Frauchen sich so gefürchtet hat. Und dass die Furcht berechtigt war ....

Egal, ab morgen beginnt dann das Training für den ersten Halbmarathon des Jahres, für den Nutcracker Run. Natürlich wieder virtuell. 

Bis bald Euer Iwan

 





Mittwoch, 17. März 2021

Der Eisbär-Cup macht seinem Namen alle Ehre

 Hallo Leute,

leztes Wochenende stand der dritte und letzte Lauf für den Wiener Einsbär-Cup an. Wieder 14 km -und wir hatten bei Meldung gedacht: 1. Lauf Mitte Januar = kalt, 2. Lauf Mitte Februar = kalt, 3. Lauf Mitte März = mit etwas Glück ein kurzer-Hosen-Lauf. Tja, denkste.

Der Februar-Lauf war ja nun schon sehr eisig. Aber ich war frohen Mutes, schließlich wurde es schon im Februar noch so warm, dass es für kurze Hosen reichte. Das Eisbär-Shirt traf auch ein. Und der Plan war, es dann beim 3. Lauf zu tragen:

Leider machte das Wetter nicht mit. Der Winter kam zurück. Mit ausführlich Regen und eisigem Wind, teils durchaus als Sturm zu bezeichnen. Die beste Vorhersage war für Freitag Nachmittag; Samstag und Sonntag sollte es durchregnen. Also hat Frauchen versucht, den Lauf auf Freitag Nachmittag zu legen - da war ja noch kein beruflicher Termin. Doch der kam sehr schnell. Und damit blieb nur der Samstag Vormittag. Ich hatte als Strecke die ursprünglich schon für Februar geplante Laufstrecke durch den Wald ausgesucht - ein bißchen kupiert, aber hoffentlich windgeschützt.

Samstag kurz nach 8 Uhr startete dann ein dick eingemummeltes Frauchen Richtung Buchenbühl. Die ersten 5 km verliefen - obwohl leicht bergauf - echt flott. Frauchen wunderte sich ... Spoiler: auf dem Rückweg merkte sie, warum: starker Wind! Erst im Rücken, dann von vorne.

Seit Corona und Lockdown sind leider die Wälder rund um Nürnberg / Ziegelstein / Buchenbühl komplett überfüllt. An diesem Samstag Morgen glücklicherweise nicht. Frauchen genoss die Leere - nur ab und zu ein anderer Läufer, ein, zwei Gassigänger und sogar endlich mal wieder ein Reh, dass die Laufstrecke kreuzte!  Bei km 12 verlässt die Strecke dann den schützenden Wald und verläuft oberhalb des Flughafenhügels. Heftige Böen trieben Frauchen fast wieder zurück in den Wald! Also flugs nochmal umdisponiert, damit der letzte km - der Endspurt-Kilometer - nicht gegen den Wind gelaufen werden musste. Als Ergebnis war sie dann immerhin 4,5 min. schneller als im Februar:

Und jeder, der jetzt mitleidig grinst bei dieser Zeit, möge bitte bedenken, wie langwierig es ist, nach Corona wieder auf die volle Kondition zu kommen.

Für die Statistikfans unter Euch: dieses Mal 14. in ihrer Altersklasse, und gesamt 165. von 186. Was mich allerdings fertigmacht: der Gesamtschnellste war eine Dame, genau Frauchens AK, in 0:50,27! Dafür hat der Langsamste immerhin 2:26,13 gebraucht ... Hier sind die drei bärigen Beweis-Urkunden:

Heute hat Frauchen dann erstmal seit letztem Herbst wieder einen 2-Stunden-Lauf geschafft. Die Waden, meinte sie, fühlten sich an wie nach km 50 beim Karwendelmarsch ... 

Jetzt warte ich noch auf die Eisbär-Medaille. Schön war´s, endlich beim Wiener Eisbär-Cup mitgelaufen zu sein - denn dreimal nach Wien reisen ist doch sehr umständlich, Corona und die virtuelle Austragung machten es nun möglich! Schade nur, dass ich auf die mir als erfolgreichem Coach zustehende Sachertorte so verzichten musste ...

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 25. Februar 2021

Tel Aviv liegt heute im Knoblauchsland

 Hallo Leute,

nun gut, das "heute" stimmt nicht ganz, es bezieht sich auf letzten Freitag Inhaltlich stimmt es aber! Denn ich hatte Frauchen - zur Motivation - für die 10 km beim diesjährigen Tel Aviv-Marathon angemeldet. Er fand leider / natürlich nur virtuell statt. Aber Frauchen wollte schon immer mal dort starten. 1981 war sie ja auf Klassenfahrt in Israel gewesen, Tel Aviv hatte ihr sehr gut gefallen - bis auf den übelsten Sonnenbrand ihres Lebens, den sie sich dort am Strand (freier Nachmittag) eingefangen hatte ...

Die Anmeldung ging recht flott, auf englisch. Und es war dann schon ein ulkiges Gefühl, die allererste Mail auf Hebräisch im Postfach zu haben. Die Startunterlagen mit Shirt, Medaille und Startnummer waren auch pünktlich da. Nur die Info, wie es nun genau ablaufen sollte, ließ auf sich warten. Ursprünglich stand auf der Website, Start 8:30 Uhr am Freitag Morgen. Also nahm sich Frauchen an dem Tag frei.


Um dann am Donnerstag zu lesen, man könne die ganze Woche laufen. Und es gäbe eine App, die man  bitte herunterladen möge. Nur mit der könne man teilnehmen, nicht mit Screenshot Laufuhr z.B. Also stoisch die App heruntergeladen. Problem: Anmeldung über PA-Nummer / ID-Nummer. Tja. Hat nur Ziffern akzeptiert. Deutsche Personalausweise haben aber eine Kombination aus Ziffern und Buchstaben! Da war guter Rat teuer. Ein Twitterbekannter mit ähnlichen Problemen riet dazu, den Veranstalter zu kontaktieren. Über die Website nette Anfrage gestellt, aber leider nie eine Antwort erhalten. Naja, ich redete Frauchen gut zu, die Motivation sei doch der 10 km-Lauf selbst und nicht, dass sie in irgendwelchen Finisherlisten steht. (Unter uns: so langsam wie sie zur Zeit ist, ist das vielleicht sogar besser, hehehe)

Also am Freitag Morgen bei strahlendem Sonnenschein gestartet und auf ebenen Feldwegen möglichst kreuzungsfrei die 10 km absolviert. Physisch: Knoblauchsland im Norden Nürnbergs. Psychisch: Strandpromenade Tel Aviv.

Und ich  muss sagen, so langsam kehrt doch ein bißchen die alten Form zurück. Zumindest hält sie nun 10 km in für sie schnellerem Tempo durch, und konnte den letzten km noch im Finishertempo beschleunigen. Ergebnis:

P.S. Für alle, die jetzt über diese Zeit lächeln - wir haben gerade wieder gemerkt, wie toll es ist, überhaupt laufen zu können. Statt Kreppel letzten Fastnachtsdienstag ist Frauchen nämlich wieder mal in die Notaufnahme nach Rummelsberg gerumpelt. Oma ist gestolpert, gestürzt und hat nun den 3. (!) Oberschenkelhalsbruch in 4 Jahren. Und will sich wieder zurückkämpfen, als 83 jährige. Denn sie macht noch gern leichte Wanderungen in den Bergen und auf Mallorca!

So, nun bereite ich Frauchen auf den 3. Lauf beim Wiener Einsbär-Cup vor. Mein Ziel: sie soll gefälligst schneller sein als beim 2. Lauf!

Bis bald Euer Iwan


Sonntag, 14. Februar 2021

2. Lauf zum Wiener Eisbärcup: 14 eisige Kilometer

 Hallo Leute,

dieses Wochenende stand der 2. Lauf zum Wiener Eisbär-Cup an. Da kann man für jeden der drei Läufe (Mitte Januar, Februar, März) erneut aussuchen, welche Distanz man laufen will. Ich hatte mir im Sinne Saisonaufbau gedacht, im Januar die 7 km, und dann zweimal 14 km. Einen Halbmarathon im März, ohne "Trainingslager" auf Mallorca wie in früheren Jahren, traute ich Frauchen denn doch noch nicht zu.

Donnerstag, 4.2. - letzter längerer Lauf bei 14 Grad, Sonne und Frühlingsfeeling. Die Waldwege sind schnee- und eisfrei, ich lege also nach diesem 90 min-Lauf eine schöne 14 km-Strecke fast ausschließlich im Wald, über Forstwege, fest. 

Sonntag, 7.2. abends - es fängt an, ergiebig zu schneien. Dazu purzeln die Temperaturen die ganze Woche über, ab Donnerstag starten wir mit minus 16 Grad in den Tag! Also fange ich an zu überlegen - an welchen der drei möglichen Tage Freitag, Samstag, Sonntag lasse ich Frauchen laufen? Und vor allem, wo?

Donnerstag, 11.2. - mittags kommt die Sonne heraus. Die Temperatur arbeitet sich auf minus 4 Grad hoch. Ich lasse Frauchen eine möglichst schnee- und eisfreie Laufstrecke suchen, was gar nicht so einfach ist bei uns. Genau 300 Meter im Park entsprechen diesen Anforderungen. An ein Laufen im Wald ist nicht zu denken, das wären 14 km Schlittern. Zweite Herausforderung: Freitag ist Arbeitstag, fällt also aus. Samstag und Sonntag sind derzeit Unmassen von Menschen unterwegs. Frauchen hasst Slalomlaufen.

Samstag, 13.2. - die Strecke steht. Quer durch den Park und dann über kleine Landstraßen und Dorfstraßen, die geräumt sind, durch die Felder. Der Haken daran: das Wetter. Denn die minus 6 Grad mittags fühlen sich um Einiges eisiger an. Danke, Ostwind! Starker Ostwind. Prima auf der ersten Hälfte, so als halber Rückenwind. Übel im freien Feld bei km 6 bis km 10. Ab da tränentreibend, weil Gegenwind. Die strahlende Sonne und die endlich mal weiße (und nicht immer gleich grau-matschige) Schneelandschaft versöhnten ... Die letzten 2 km konnte Frauchen sogar Tempo anziehen und kam - trotz Warten-müssen an zwei Ampeln - noch knapp unter 1:40 Stunden an:

Ein würdiger Lauf für einen Eisbärencup! Ich weiß, ich weiß, da ist noch sehr viel Luft nach oben. Bedenkt bitte: das war so gar nicht Frauchens Laufwetter - das fängt ab 20 Grad (plus!) an. Und zweitens: Ihr glaubt gar nicht, wie schwer es ist, nach einer Corona-Infektion wieder in die Gänge zu kommen. Und aufs alte Level.

Noch Anfang Januar fühlte sich jeder Lauf über 1 Stunde Dauer an, als hätte sie einen Halbmarathon hinter sich. Deswegen bin ich sehr stolz und froh, dass jetzt schon wieder gut 90 min. gehen, ohne dass sie fix und fertig ist. Sogar mit Endbeschleunigung. Nun arbeiten wir daran, im Sommer wieder schöne lange Bergläufe machen zu können.

Nächster Belastungstest ist übrigens schon am Freitag: die 10 km im Rahmen des Tel Aviv Marathons. Das Starterpaket ist schon eingetroffen, aber die Medaille kriegt sie erst nach dem Lauf!

Ich werde berichten. Bis bald

Euer Iwan

P.S. Dienstag ist ja Fastnachts-Dienstag. Frauchens Rekord steht bei 7 Kreppeln (Krapfen, Berlinern ...) - kannn ihn einer von Euch brechen? Ich werde es versuchen!