Mittwoch, 23. November 2022

Nizza: Kurz nochmal in die Sonne

Hallo Leute,

meine Menschen waren letzte Woche 4 Tage in Nizza. Ich hatte dankend verzichtet, als ich die grausliche Wettervorhersage gelesen hatte: 13 Grad, wolkig, windig. War aber ein böser Fehler. Denn sie hatten fast nur Sonne, tagsüber sogar bis 20 / 22 Grad. Ich tröste mich damit, dass bei so einem Wetter ja keine Weihnachtsstimmung aufkommen kann! Und die haben wir nun mal, Dominostein-Season ....

Die Reise war ursprünglich ein Weihnachtsgeschenk 2020, wegen Corona von 2021 auf heuer verschoben. Die Anreise zum bewährten Hotel direkt an der Promenade des Anglais war eher suboptimal:

  • Aufstehen halb vier in der Früh, da der Zubringerflug nach Frankfurt so früh ging (und nein, seit sie mal wegen Zugausfall fast den Flieger in Frankfurt verpasst hätten, fährt Frauchen nicht mehr Zug zum Flug)
  • Flug nach Frankfurt extrem wackelig. Herrchen schwacher Magen. Die berüchtigte Tüte gesucht. Keine in der Sitztasche. Nirgendwo in der Reihe. Frauchen zur Stewardess getorkelt (wie gesagt, es war wackelig). Die wedelte Frauchen erst weg, meinte "in der Sitztasche", fing dann selbst an hektisch zu suchen. Bis ein anderer Passagier eine Tüte bei sich fand und Herrchen reicht, bei  dem die Erleichterung im wahrsten Sinne umgehend eintrat ...
  • Flug nach Nizza mit wunderschönen Ausblicken auf verschneite Alpen
  • Meine Geizkragen hatten sich aus ihrem letzten Nizza-Trip 2019 gemerkt, wo der Bus Linie 98 abfuhr - Kosten 6 Euro gegenüber 32 Euro mit dem Taxi. Für 6 km! Also rollten sie mit dem Koffer dorthin, andere Menschen warteten auch schon. Sie warteten. In der Sonne ja sehr angenehm. Ein Flexbus kam, alle anderen stiegen ein. Tja, nun. Irgendwann wurde Frauchen misstrauisch, googelte. Es hieß immer noch "Linie 98 fährt ab Terminal 1 ab". Hm. Trambahn kam regelmäßig alle paar Minuten. Meine Schnellmerker brauchten genau 45 Minuten, um festzustellen: a) Bus fährt nicht mehr b) dafür die Trambahn c) die kostet nur 1,50 Euro d) fährt bis ca. 1 km vors Hotel e) ab da kann man schön über die breite Promenade vor zum Hotel gehen.

Nach dem Einchecken und schnell was zwischen die Zähne ging Frauchen gleich mal laufen. Kurz / kurz. Eine Wohltat, mal wieder ordentlich schwitzen und Sonne und Wind auf der Haut zu spüren! Richtung Flughafen geht es auf der breiten Promenade direkt am Meer, rund 5 km, Umkehren,  eine kleine Bucht mitnehmen




und dann wieder zurück Richtung Altstadt. Herrchen saß derweil einfach an der Promenade, dort stehen sehr viele Stühle und Bänke, und schaute aufs Meer.

Am nächsten Tag dann erst zum Parc Phoenix - einer Art Palmengarten mit einigen Tiergehegen, es war wenig los, insgesamt wirkte der Parc aber leicht vernachlässigt.



Danach am Meer zurückspaziert und den Schlossberg erklommen. 






Was dieses Mal auffiel: sehr wenig Touristen im Vergleich zu Oktober oder April. Schön leer. Alles entspannt. Und Nizza ist eine sehr um Ökologie und Nachhaltigkeit bemühte Stadt. Breite Fahrradstreifen, keine Heizpilze mehr auf den Außenterrassen der Lokale, Plastik- und Abfallvermeidung im Hotel, guter und preiswerter ÖPNV. 

Samstag hat Frauchen erst mal ihr Hügeltraining absolviert (das hatte ich ihr schließlich aufgetragen!). Wieder hoch auf den Schlossberg laufen, dort kreuz und quer auf und ab, dann die vielen Treppen wieder runter. Danach sind sie mit dem Bus zum Cap Ferrat gefahren - dort gibt es einen sehr schönen Rundweg am Leuchtturm entlang, alles in allem auch 10 km. Hinter der Welle, das ist übrigens schon Italien ....







Sonntag dann noch ein letzter Lauf in kurz / kurz, wieder an der Promenade entlang. Die übrigens von sehr vielen Läufern frequentiert wird, Nizza ist eine echte Läuferstadt! Und dann hieß es schon wieder Abschied nehmen ... ich war gar nicht so traurig, denn ich habe mein Frauchen lieber hier unter meiner Aufsicht, hehehe.

Bis bald, Euer Iwan

 

Sonntag, 6. November 2022

Bye bye Tiergartenlauf

Hallo Leute,

seit heute morgen ist es ganz offiziell. Schweren Herzens drückte Frauchen auf den  "Senden"-Knopf. Und der Newsletter mit der Info, dass 2022 die letzte Ausgabe des Tiergartenlaufs war, ging raus.

Die Entscheidung fiel einvernehmlich mit dem Tiergarten. Sie hatten es sich ein paar Wochen in Ruhe, mit Abstand zum letzten Termin, überlegt. Die Reaktionen der Läufer, der Teilnehmer, der Sponsoren waren unisono "sehr sehr schade, so ein toller Lauf, wir werden ihn vermissen". Das zeigt: Frauchen hat wohl doch alles richtig gemacht die letzten Jahre.

Aber so ging es nicht mehr weiter. Der Arbeits- und Zeitaufwand war mega. Das alles "nebenbei" zu wuppen, geht halt einfach nicht. Und die Familie hat darunter gelitten, vor allem Oma braucht nun nach der schweren OP und Reha mehr Zeit. Ich wollte mein fröhliches, lustiges Frauchen zurück, nicht das angespannte, gestresste, das versuchte, es allen recht zu machen. Und sich dabei oft auch dumm bis frech anreden lassen musste, ein Beispiel:

Wir bieten die Startplatzbörse an, falls jemand dann doch nicht kann am Raceday. Viele Veranstalter sagen "Pech gehabt, Startgeld ist futsch, Tschüss". Wir nicht. Für jede Ummeldung berechnet die Zeitmessfirma 5 Euro. Und genau diesen Betrag wollten wir vom Ummelder, damit wir nicht noch mehr draufzahlen. Das tun wir eh schon, da jeder Buchungsposten auf dem Konto auch Geld kostet. Die letzten Jahre lief alles ohne Probleme, dieses Jahr hatten einige "Schlaue" sich Startplätze gesichert, die sie überteuert verhökern wollten. Wenn Frauchen das merkte, hat sie es unterbunden. Andere maulten herum wegen der 5 Euro. Wieder andere drohten mit rechtlichen Schritten, weil die Ummeldung nicht sofort im System war. Usw. und so fort. 

Frauchen und ihre Tiergartenlauf-Partnerin bekamen im Lauf der Zeit auch Angebote, den Lauf (also Marke, Domain, Lizenz) zu "verkaufen". Wäre sicher finanziell interessant gewesen, aber dann hätten ihnen andere reingeredet. Es gab auch jetzt schon viele Schlauberger (Entschuldigung, gut meinende Leute), die ihnen sagen wollten, was sie zu ändern hätten: 

  • Shirt und Medaille separat bestellen lassen
  • Preise Startgeld erhöhen
  • Auf Präsentation in der Lagune verzichten
  • Cut off-Zeiten runtersetzen
  • Cut off-Zeiten hochsetzen
  • und und und

Das alles wollte Frauchen nicht. Sie hatte damals, 2015, mit Katrin und dem Verwaltungsleiter vom Tiergarten eine Vision. Ein Lauf von Läufern für Läufer. Diese Vision fand im LAC Quelle einen guten Partner. Sie wollten ein Gesamtpaket anbieten, für die ganze Familie ebenso wie für schnelle Läufer. Und ihr ist es lieber, das jetzt alle sagen "Schade, wir werden Euch vermissen" als "der Lauf ist auch nicht mehr das, was er mal war ....".

Ihr fiel es schwer, weil sie wusste, die Enttäuschung wird groß sein. Aber so gab es wenigstens noch einmal ein Jahr Patenschaft für die Geparden, und eine ordentliche Spende für die Jugendarbeit des LAC Quelle.

So, genug Nostalgie. Eine Ära ist zu Ende. Bye bye Tiergartenauf.

Bis bald Euer Iwan



 

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Mallorca löst die Kopfbremse

 Hallo Leute,

ich habe mich nun 5 Tage bitten lassen, hier auf meinem - ich betone "meinem" - Blog einen Bericht über die Mallorcareise der Menschen zu veröffentlichen. Denn ich war ja nicht dabei. Da können die mir viel erzählen ... was sie auch getan haben. Hrmpf.

Kurzfassung:

Wetter warm, aber unbeständig. Daher keine großen Wandertouren, sondern eher Halbtagestouren. Frauchen sehr glücklich, endlich wieder auf ihren schönen Strecken dort laufen zu können. Auch der Berglauf hoch zum Puig Sant Marti (vom Hotel aus bis oben hin 43 min, dabei die letzten 11 min nur noch hoch, ziemlich steil hoch) klappte dieses Jahr wieder. Und bei der Runde

Hotel - Hafen von Port d´Alcudia - Alcanada - Hundestrand - am Golfplatz vorbei - Trail Richtung Coll Baix - nach Steigleiter weiter Richtung Waldweg - zurück über Waldweg nach Bon Aire - Alcudia - Promenade Port d´Alcudia zum Hotel

war sie sogar zwei Minuten schneller als vor 3 Jahren, also vor Corona. Besonders schön für mich als Coach: die Kopfbremse löste sich. Nix mehr "nach 15 km geht nichts mehr, Gehpausen sind notwendig" ... nein, schön brav die gesamten 17 km mit beachtlichen Höhenmetern und sehr wechselndem, teils technischem Terrain flutschten unter ihren Füßen weg. Yeah.

Hier noch ein paar Impressionen. Und ich hoffe ja, dass ich im nächsten Frühjahr mitkann, ich habe sie gleich mal für die 10 km Port de Palma angemeldet!

Bis bald Euer Iwan








 



Dienstag, 20. September 2022

Tiergartenlauf 2022 - behind the scenes

 Hallo Leute,

so langsam wird Frauchen wieder normal. War ja auch nicht mehr auszuhalten, wie sie die letzte Woche rotierte! Denn es stand mal wieder der Tiergartenlauf an. Die letzte "richtige" Ausführung war ja 2019, im ersten Corona-Jahr 2020 fand nur eine "virtuelle Edition" statt.

Das Orga-Team legte den Termin statt des gewohnten Ende Mai / Anfang Juni-Freitags auf September. Denn das wäre Spätsommer, erfahrungsgemäß dürften keine Corona-Einschränkungen sein, die für das Frühjahr noch befürchtet wurden. Blöder Fehler. Ganz blöder Fehler. Denn

  • statt lauem Spätsommerwetter erwarteten die Läufer kühle 12 Grad, mit erfrischend kaltem Regenschauer bis kurz vor dem Startschuss
  • es wird halt früher dunkel. Viel früher. Das schmiss den ganzen normalen erprobten Zeitablauf mehrfach um.

Hier meine Highlights:

  • Wie jedes Jahr - es war was mit den Shirts. Rechtzeitig bestellt. Erstes Problem: auf dem Transport nach Deutschland wurde eine Palette geklaut. Mit unter anderem einem Karton Tiergartenlaufshirts in L. Das hieß, trotz Puffer in der Bestellung - es wären zu wenig L-Shirts. Nachproduktion von "nur" rund 50 Shirts ging nicht. Also hoffen, dass einige Läufer entweder abgenommen oder zugenommen hätten und eine andere Größe wollten. Helfer bekamen generell keine L-Shirts dieses Jahr.
    Zweites Problem: die Shirts wurden dann zu früh geliefert. Wir haben aber keine Lagerfläche. Also wieder zurück zum Versender. Mit Auftrag, sie Mittwoch anzuliefern. Rechtzeitig für die Startnummernausgabe am Donnerstag. Mittwoch Mittag - keine Shirts in Sicht. Nachgefragt. "Ja, die kommen pünktlich morgen". Kurzes Kreischen, bei Frauchen, dann "nein, bitte heute". Na also, ging dann doch.
  • Leider fiel einer nach dem anderen bei den Sponsoren aus. Meniskusriss. Kaputter Unterschenkel. Kurzfristig gebuchter Urlaub. Vortragstermin, den man nicht abssagen konnte. Frauchen hat dieses Jahr den Zeit- und Ablauf ungefähr 12mal umgeschrieben.
  • Ummeldewünsche auf andere Starter - das ging ja bis 4.9. abends über die Startplatzbörse. Danach nicht mehr, das hat versicherungstechnische Gründe. Übrigens, viele Läufe bieten es gar nicht an ... da ist das Startgeld halt verloren.
    Was meint Ihr, wie viele Ummeldungen noch nach Schluss der Startplatzbörse kamen? Viele. Und teils wurden Frauchen und ihre Kollegin Ina mit nicht sehr netten Worten (um es höflich auszudrücken) bedacht, weil sie sie ablehnten.
  • Letztes Umwerfen des Ablaufplanes war dann Donnerstag Nachmittag. Kurzfristig wurden auch Preise und Auslobung für einen neuen Streckenrekord auf der 10 km-Strecke beschlossen. Frauchen musste es dem Sponsor erklären, der erfreulicherweise auch mitzog. Wie gut diese Entscheidung war, sah man beim Blick in die Startliste:
  • Laufprominenz am Start: Konstantin Wedel, Vize-Europameister Marathon im Team. Michael Lang, mehrfacher Medaillengewinner bei WM und EM in seiner Alterklasse Masters und Weltmeister bei den Senioren. Dieter Kühnlein, unser Vorneweg-Radler und im Hauptberuf Verwaltungsleiter Tiergarten, schob Panik, ob er überhaupt so schnell radeln könne.


  • Und dann der Donnerstag mit der Startunterlagenausgabe, der Freitag als Raceday: Nur begeisterte Gesichter, Freude, tolle Leistungen.
    Besonders hat uns gefreut, dass einige Twitter-Bekannte sich Plätze auf dem Podest sicherten, eine sogar mit Streckenrekord auf den 10 km! Und Frauchen viele über die Jahre lieb gewonnene Starter getroffen hat.

Mehr dazu lest Ihr auf den Blogs z.B. von exito und Fleggo.

Und ich bin froh, dass Frauchen jetzt erstmal Urlaub hat. 

Bis bald, Euer Iwan

Donnerstag, 8. September 2022

Achenseelauf 2022: der Sprecher würdigt mich

 Hallo Leute,

Anfang September steht bei uns der Achenseelauf auf der Agenda. Seit 2010 - nur in den Jahren, in denen ich Frauchen beim Karwendelmarsch angemeldet hatte, oder sie verletzt war, waren wir nicht am Start.

Die Fahrt in unser Stammhotel verlief feucht, sehr feucht. Eingetroffen der erste Schock: aufgrund der doch sehr üppigen Preiserhöhungen (dazu später noch mehr) hatte Herrchen dieses Mal nicht das große Zimmer, quasi zwei Räume mit viel Platz, reserviert, sondern die niedrigere Kategorie mit Seeblick. Böser Fehler. Zimmer direkt gegenüber des Aufzugs, sehr dunkel aufgrund des kleinen Fensters, und ein atemberaubender Geruch. Ach was, Gestank! Nach altem Käse oder so ähnlich, Frauchen schnüffelte, in den Ecken war es am schlimmsten. Und das uns als Stammgäste. Nun ja, vielleicht wollten sie uns zeigen "das habt Ihr nun davon, preiswerter zu buchen!"? Abends hat sich Frauchen dann nett an der Rezeption beschwert und siehe da, am anderen Morgen konnten wir in ein anderes Zimmer umziehen. Den Gestank haben wir zurückgelassen ... es könnte auch "nasser Hund, der direkt auf dem Teppichboden lag" gewesen sein, denn das Hotel ist sehr hundefreundlich. Aber dass das Zimmermädchen diesen intensiven Geruch nicht bemerkte, ist mir ein Rätsel.

Zurück zum Erfreulichen ... äh, noch  nicht. Frauchen hatte dieses Mal sehr unaufmerksam gepackt. Der Sport-BH fehlte. Und auch wenn sie nicht Pamela Sue Anderson ist, ohne geht es nicht. Wippt zu sehr. Tut weh. Also gleich am nächsten Tag ins einzige Sportgeschäft in Pertisau, um erstmal ausgiebig von den Verkäufern ignoriert zu werden. Gut, wanderten die Menschen halt erstmal auf den Zwölferkopf hoch. Frauchen soll ja tapern, und das hat sie zu meiner ganz großen Irritation auch gemacht. Sind nur gute 600 Höhenmeter hoch und wieder runter. Danach neuer Anlauf im Sportgeschäft: Frauchen stand neben dem Ständer und guckte auffordernd, fragend. Herrchen stand rund 2 Meter entfernt und guckt in die Luft. Tja, ratet mal, wer angesprochen wurde .. richtig! Herrchen verwies dann an Frauchen und endlich konnte sie das gewünschte Objekt zu einem Schweinepreis ergattern. 

Freitag dann die Tristenaurunde zum Warmwerden laufen, eine ihrer Lieblingsstrecken dort. Auf dieser Runde ging übrigens am Samstag der neu konzipierte 10 km-Lauf entlang - und wie immer beim 10 km-Lauf: Regen. Dieses Mal Starkregen.

Samstag zockelten die Menschen wie immer nach Maurach, um dort Minigolf zu spielen. Dieses Mal vorher mit Abstecher zur Weißenbachklamm, ein überraschend tiefer Einschnitt im Fels. Der Betreiber des Minigolf-Cafés kennt Frauchen nun schon, weil sie jedes Jahr am Tag vor dem Lauf dort hingehen, und fachsimpelte mit ihr über Wetter, Laufstrategien usw. Müßig zu sagen, dass sie wieder krachend verloren hat - die Bahnen seien aber auch sehr schwer zu spielen. Aha.

Dann Abholung der Startunterlagen (sie muss so gierig in die Tasche geschaut haben, dass das Foto davon gleich auf der "Impressions"-Seite des Veranstalters landete, hehehe)

und danach habe ich alles geprüft. Wobei ich sagen muss, angefangen hat es mit 28 Euro und einem super gefüllten Startersackerl, inzwischen kostet der Start 50 Euro, die Gaben werden immer weniger (immer noch gut, aber weit entfernt von früher) und heuer wurde auch eine Verpflegungsstelle ersatzlos gestrichen. Das wird Frauchen langsam zu teuer. Gut, nächstes Jahr will sie eh wieder beim Karwendelmarsch starten, da stellt sich die Frage nicht.

Sonntag dann dichter Nebel, der pünktlich zum Start aufriss. Dieses Mal waren deutlich weniger Meldungen als in den Vorjahren, es kann am Startgeld liegen, oder wahrscheinlich eher daran, dass es inzwischen sehr viele Laufveranstaltungen gibt. Frauchen mag es ja sowieso lieber leerer. Sie trabte also los, hatte müde Beinchen, und war daher sehr verwundert, dass sie bis km 10 einen 6:30er-Schnitt hatte - gefühlt waren es eher 7 min/km. Herrchen und ich warteten wieder in Achenkirch, bei km 14. Und - ich habe in der Analyse des Laufes alle meine vorigen Berichte nochmal durchgelesen - wieder unerklärlicherweise zwischen km 10 und km 14 über 4 min verloren, genau wie in anderen Jahren auch. Keine sonderlichen Steigungen, kein anderer Untergrund, gefühlt selbes Tempo weitergelaufen ... sehr seltsam. Naja, jedenfalls kam sie mit einer 1:38:30 bei uns vorbei, Wasserflasche getauscht, ein paar Schlucke Cola light. und schon bog sie auf die gefühlt zweite Hälfte ein.Das sind zwar "nur" 9,1, km, aber eben ein prachtvoller Trail mit 150 Höhenmetern.

Hier sammelt sie immer Läufer ein, auch dieses Jahr wieder. Was ihr gar nicht gefiel, sind die neuen Abschnitte mit Maschendrahtzaun an etwas gefährlicheren Abschnitten. Es ist so ein wunderschöner Steig, den man jetzt anscheinend "idiotensicher" gemacht hat - denn viele Spaziergänger ignorieren dort die Hinweisschilder "Trittsicherheit" und gehen mit ungeeignetem Schuhwerk und sehr unsicher dort entlang. Schade.


Der Abschnitt runter zur Gaisalm zeigt ihr immer, wie sie liegt - 2:17:14, also alles im grünen Bereich für das Zeitziel Sub 3 Stunden. Womit sie aber nicht rechnete: dass sie nicht wieder ins Laufen kam, sondern auch bei eigentlich gut laufbaren Abschnitten nur schnell gegangen ist. So robbte sie sich Richtung Pertisau,. riss sich für Fotopoints zusammen und trabte (einmal hat sie die Kamera nicht gesehen, ich habe die Beweisfotos vom Gehen statt Laufen!) und erreichte endlich das Strandbad. Würde wieder eng werden mit dem Zeitziel! Wie immer sprang ich auf, und wir finishten gemeinsam mit 2:58:32. Und damit glatte ... 8 Sekunden schneller als letztes Jahr! Naja, ich hatte ehrlich gesagt auf eine etwas schneller Zeit gehofft, aber Frauchen wird halt nicht jünger, hüstel.


Moment, was war das? Da sagte doch der Zielsprecher was von mir? "Und der Petzi ist nun schon zum 10. Mal dabei, immer gefinisht! Hoffentlich nächstes Jahr wieder ... zusammen mit Anette aus Deutschland!" "Petzi" ist österreichisch für Teddy, muss man wissen. Da wurde ich doch gleich ein paar Zentimeter größer!

Und kurz danach noch ein paar Zentimeter breiter, als ich mir den wohlverdienten Kaiserschmarrn einverleibte:

Für die Statistik: Frauchen wurde mit 2:58:32 592. von 638 Startern, fast auf die Sekunde genau doppelte Zeit des Siegers (1:29:27), der Langsamste brauchte 4:00:48. In meiner Statistik der Achenseeläufe war es die zweitlangsamste Zeit. Aber es hat wieder Spaß gemacht, den Achensee zu umrunden:


 


Quelle Fotos: eigene Aufnahmen, oder Sportograf.

Ich muss jetzt mal tiefer in die Analyse einsteigen, denn irgendwie, fürchte ich, hat Frauchen inzwischen auch eine Bremse im Kopf, nach dem Motto "nach 15 km geht nur noch Gehen, ein Laufen mehr". Wer Tipps hat, wie man die wegkriegt, gern her damit!

Bis bald Euer Iwan





Dienstag, 9. August 2022

A paradise lost

 Hallo Leute,

neulich habe ich es ja schon mal angespoilert: es ist ein böser Fehler, an die Stätte schöner Kindheitserlebnisse zurückkehren zu wollen. Wir wollten die Weinheim Trails mit einem Abstecher in den Odenwald verbinden. Ziel waren zwei kleine Dörfer, Ober-Absteinach und Löhrbach. Die Familie von Frauchens Mutter war im zweiten Weltkrieg von Frankfurt nach Ober-Absteinach evakuiert gewesen. Nach dem Krieg sind Frauchens Großeltern, und später dann auch Frauchens Mutter mit damaligem Freund, späteren Mann und Papa von Frauchen, dort in Urlaub hingefahren. Denn es war eine nette Freundschaft mit der Gastfamilie entstanden, die eine Wirtschaft mit Pension hatten. Die "Rose". Frauchen war als Kind besonders fasziniert von den Aquarium mit den Guppys, sowas kannte sie gar nicht. Halt alles 60er/70er-Jahre-Stil. 

Frauchen verlebte dort fröhliche Ferientage, Spielen mit den Dorfkindern, wandern und ... sie lernte dort auch reiten, denn die Familie hatte einen Stall, diverse Springpferde und auch Islandponies. Zuerst musste der Papa das Inslandpony "Susi", mit dem ca. 7jährigen Frauchen stolz obendrauf thronend, selbstredend alles ohne Sattel, am Zügel durch den Wald führen. Später ritt Frauchen "Baldur", einen schwarzen Isländer mit rostroter Mähne, dem sie auch ihre ersten Sprünge - immer noch ohne Sattel - verdankte. Lang ist´s her.

Eine Anekdote, an die sich Frauchen aufgrund ihres damals sehr jungen Alters nicht selbst entsinnt (und man muss dazu wissen, dass sie ein kleiner Wildfang war, und der Papa sich auch für keinen Spaß zu schade): Frauchen, ca. 1 Jahr alt, elegant gekleidet in einem weißen "Teddy"anzug. Sitzend im Kinderwagen. Papa schob den Wagen durch den Wald, von Ober-Absteinach Richtung Löhrbach - leicht bergab. Laaaangweilig. Also stellte sich Frauchen, klammerte sich an der Querstrebe fest und forderte Papa auf zu "schneller, schneller". Was Papa machte .... Beide hatten sehr viel Spaß, bis eine besonders fiese Wurzel kam, die Frauchen kopfüber aus dem Kinderwagen und in eine leicht schlammige Pfütze katapultierte. Das Entzücken von Frauchens Mutter, als sie beider ansichtig wurde, könnt Ihr Euch vorstellen.

Kurz gesagt: wunderschöne Erinnerungen. Frauchen wollte Herrchen diese Stätten zeigen. Ich war auch gespannt, ich war ja schon damals steter Begleiter von Frauchen auch in den Urlauben. Ach ja, da ist die Kirche von Ober-Absteinach, dann muss doch hier irgendwo die "Rose" sein ...  Wir parkten auf einer freien Fläche und dappelten einmal die Straße auf und ab. Nichts wiedererkannt, keine Gaststätte "Rose", keine Wiesen, sehr viel zugebaut. Hm. Dann sagte Herrchen "Guck mal, da steht eine Tafel":

Tja, dann wussten wir Bescheid. Eine Tafel zum Andenken war alles, was noch übrig war. Und unsere Erinnerungen an tolle Kindheitstage im Odenwald.

Bis bald Euer Iwan

Montag, 1. August 2022

Prima Premiere: Die Weinheim Trails

 Hallo Leute,

wir wohnen zwar jetzt in Nürnberg, in der Kindheit war Frauchen mit den Großeltern, Eltern und natürlich auch mir öfter im Odenwald, Ober-Abtsteinach, Löhrbach, Ausflüge nach Weinheim und Heidelberg. Als mir eine Ankündigung für ein neues Trailevent von Plan B in die Tatzen fiel, bin ich daher sehr schnell "mausgerutscht". Denn Plan B haben wir als super Veranstalter bei den Women Trail-Wochenenden kennengelernt. Und so konnten wir gleich auch Kindheitserinnerungen auffrischen. *Spoilerwarnung*: there´s no way back!

Ich hatte Frauchen für die 11,5 km, 360 Höhenmeter angemeldet, Start/Ziel in Weinheim an der Bergstraße. Gewohnt haben wir aber in Heidelberg, man könnte mit der Bahn / Straßenbahn hinpendeln, so der Plan. Hahaha. Aufgrund der zu erwartenden Hitze wurde der Start von 11 Uhr auf 8:30 Uhr vorverlegt. Also Plan mit den Öffis aufgegeben, Ausschlafen und ausführliches Frühstück am Hotelbüffet aufgegeben. Und wofür? Klappern bei 20 Grad morgens hieß das für Frauchen!

Freitag fuhren wir also mit gefühlt Tausenden anderen Autos auf der Autobahn nach Heidelberg. Und damit dieses kuschelige "wir sind ganz viele auf dieser Welt"-Feeling auch anhielt, war Heidelberg von Touris überschwemmt. Menschenmassen wohin bär schaute. Da ist sogar das wandermuffelige Herrchen freiwillig mal eben 330 Höhenmeter auf den Heiligenberg gewandert, hat sich dort ausgiebig Ruinen angeschaut und damit Frauchen mal wieder vom Tapern abgehalten. Aussicht auf Heidelberg:

Samstag dann das obligatorische Sightseeing-Programm: Schloss, Königstuhl, Neckarfahrt. Ich habe dankend verzichtet. Gut, Frauchen war das letzte Mal 1985 in Heidelberg, da war es ein gemütliches Städtchen mit Studentenflair. Aber das jetzt? Abends sind wir nach Weinheim gefahren, Registrierung und Startersackerl abholen. Da war es genauso voll! Und Frauchen durfte sich auf dem überfüllten Parkplatz von so einem Fischkopp (sorry, aber das war wirklich ein Vollidiot) beschimpfen lassen, ob sie zu blöd zum Autofahren sei - sie stand etwas schräg. Um zu rangieren, musste sie zurücksetzen, da stand besagter Autodepp, wich und wankte nicht, sie konnte nicht zurücksetzen, er nicht vorbei ... irgendwann quetschte er sich doch vorbei. Laune also mies. Weinheim sehr hübsch, aber auch viel voller und größer als in der Kindheitserinnerung. 


 Das war das Startersackerl:

Sonntag, Raceday, 6 Uhr Aufstehen, 8 Uhr Eintreffen in Weinheim, 8:01 Uhr Feststellen, dass man die Wasserflasche im Hotel vergessen hatte. Den Becher aus der Pflichtausrüstung auch, weil frau ja besagte Wasserflasche hatte. Nicht. Also Herrchen offenen Bäcker gesucht und Wasser gekauft. Frauchen offene Toilette gesucht. Und das war das einzige Manko bei der sonst perfekten Orga: kein Dixie, keine Ausschilderung, wo das nächste WC wäre, kein Hinweis. Frauchen bettelte gar liebreizend einen Cafebesitzer an, der gerade aufmachte und Erbarmen hatte ...

Der Start ging vom Marktplatz Richtung Schlosspark hoch, gleich mal schön bergauf. Und Frauchen gleich mal Letzte.


 So, ab hier erzähle ich. Im Schlosspark dachte der mitlaufende Labrador eines Starters angesichts des Weihers "oh prima, Verpflegungsstelle 1 für mich" und bog gleich mal dahin ab, den Läufer hinter sich her zerrend. Raus aus dem Park, erstmal eben über breite Waldwege, dann einen sehr schönen schmalen Weg immer ansteigend bis zum höchsten Punkt der Strecke, Geiersbergkopf. An allen neuralgischen Punkten standen Helfer, wiesen ein, feuerten an - einfach prima. Von da oben hatte ich eine spektakuläre Aussicht in die Tiefebene. Aber keine Zeit verlieren, hurtig weiter. Über Pfade und dann Waldwege ging es bergab. Mit etwas Bangen dachte ich an den angekündigten Streckenabschnitt "Mountainbike Trail". Aber gerade ging es noch schön auf einem breiten Forstweg dahin - ups, was war das? Aus dem Augenwinkel sah ich, dass die Läuferin neben mir abbog! Da hatte ich glatt vor lauter "schöne Gegend gucken" eine Abzweigung übersehen. Wobei die wirklich alle gut markiert waren, mit Pfeilen am Boden und Bändern in Augenhöhe.
Dann kam die MTB-Strecke. Was soll ich sagen? Einfach ein schöner, bequemer, Single Trail mit ein paar Wurzeln, da hätte ich sehr viel Schlimmeres erwartet. Sogar einen langen Blick auf die gegenüberliegende Burgruine Windeck konnte man riskieren, da sollte es ja noch hingehen ...


Nun erstmal ziemlich steil auf einem Forstweg runter zu km 7,1, Verpflegungsstelle. Und die Helfer waren so etwas von motiviert, enttäuscht, dass ich mein eigenes Wasser dabei hatte, zählten auf, was sie alles im Angebot hatten - da habe ich dann halt zwei Apfelschnitze genommen. Es gab noch Melone, Salzstangen, Banane, Gurke ... Über die Straße, Waldpfad steil hoch. So nach und nach habe ich ein paar Läufer und Läuferinnen eingesammelt, Letzte war ich schon lange nicht mehr. Aber plötzlich wurde ich schwungvoll überrannt, inzwischen auf einem Forstweg. Die Führenden des langen Kanten (knapp 25 km) kamen vorbei! Und bogen dann nach rechts ab, für uns ging es links weiter.  Etwas enttäuschend war, dass ich die Wachenburg leider nicht gesehen habe, ich dachte nach der Streckenbeschreibung, wir würden direkt dran vorbei laufen.
Ups, nun ein ziemlicher Downhill? Ja, wo war denn die Burgruine Windeck? Ach so, erst runter und dann wieder steil nach oben. Einmal im Burghof umrunden, und dann kam der übelste Streckenabschnitt: vielleicht 70 Meter lang, Gefälle gefühlt 70 %, Trampelpfad, kein Halt für die Füße auf dem ausgewaschenen Boden. Der einzige, der dort nicht lang musste, war der Labrador - als ich gerade eben noch so aufrecht unten rauskam, trafen er und Herrchen dort ein. Die Streckenpostin sagte ihm, sein Hund würde das nicht schaffen, sie sollten umrunden und dann den schönen breiten Hochweg wieder runter laufen.
So, ab jetzt hieß es "gib ihm", laufenlassen im asphaltierten Downhill. Mein Zeitziel von 1:30 Stunden war in weiter Ferne, laut Laufuhr hatte ich bei km 10 schon 1:24 ... aber was soll´s? Hauptsache Laufspaß. Schnell noch einen Herrn überholt, Treppen runter, auf der anderen Seite wieder hoch im bewährten Salzburger-Trailruningfestival-Stiegen-Schritt, links herum und Endspurt in der Hauptstraße.

Da bog mein Frauchen ein, endlich! 

Ich stand bereit zum Aufspringen, zack, und Frauchen machte dieses Mal wirklich einen Endspurt um die letzte Kurve und hoch ins Ziel! Wie üblich ließ ich mir dann die Medaille umhängen, vom Sprecher wurde ich als "Maskottchen" (pah, Laufcoach!) nochmal erwähnt. 


Für die Zahlenfreunde: Laut Ergebnisliste 1:30, 52, laut der eigenen Uhr 1:30, 41, damit Zeitziel knapp verfehlt. Die schnellste Dame brauchte 1:04,02, die langsamste 2:10,11. Bei den Herren waren es 52,58 min bzw. 1:44,56, bei insgesamt 58 Herren und 46 Damen. Frauchen wurde 37. Dame, und 16. in ihrer AK Master.

Fazit: toller Lauf, der sich hoffentlich im Trailrunningkalender fest plazieren wird. Sehr schöne Strecke im Mittelgebirge Odenwald, viel Wald, was zu gucken mit den Aussichten und der Burg. Faires Preis-/Leistungsverhältmis mit 25 Euro für die Kurzstrecke. Ergänzung: Frauchen hat es sogar in die Impressionen geschafft, Anstieg zur Burg.

Nach Frischmachen und Auschecken sind wir dann  noch zu den Stätten früherer Urlaube gefahren. Dazu aber demnächst mehr. 

Das einzige Manko: Frauchen und ich hatten ja am Freitag Geburtstag. Und wegen des bevorstehenden Rennens gab es keinen Kuchen, keinen Zucker, kein Festessen. Schade, schade, schade.

Bis bald, Euer Iwan

 





Dienstag, 26. Juli 2022

Geplatzte Waden beim WJ Run

 Hallo Leute,

wenn Frauchen mal ohne mich denkt und handelt, endet es immer übel. Immer. Nächstes Wochenende steht doch der Weinheim Trail, kurze Distanz, für sie an. Ordentlich Höhenmeter. Und, was macht man in der Woche vor einem solchen Rennen? Richtig. Tapern.

Jedenfalls normale Läufer, die auf ihren Coach hören. Nicht mein Frauchen. Die hat sich noch schnell für den WJ Run angemeldet. Und es mir versucht zu erklären, es sei quasi eine Pflicht, ihr Arbeitgeber sei Sponsor, das Startgeld ginge an einen guten Zweck, Rhabarber Rhabarber. 

Naja, der Schaden war angerichtet, sie hatte sich für den Halbmarathon angemeldet. Wie letztes Jahr auch virtuell ausgetragen, sie konnte laufen zwischen dem 23.7. und dem 31.7. Aber wie gesagt, 31.7. hat sie ja nun schon ein anderes Rennen. Ich habe dann nur geschaut, dass ich sie möglichst  mit viel zeitlichem Abstand zu dem 31. laufen lasse, damit sie wenigstens ein bißchen tapert. Sie wollte also am 24.7., dem Sonntag,laufen.

Race Day für sie. Dampfig. Schwül. Sonnig. Als Strecke hatte ich wie letztes Jahr breite Waldwege und kleine Pfade zwischen Nürnberg Ziegelstein, Buchenbühl und Kalchreuth ausgewählt. Zuerst war es auch noch schön schattig, die ersten 10, 12 km vergingen super, die Marschtabelle mit knapp unter 7 min/km hielt sie gut ein. Dann kam bei km 14 ein brachiales Stück - ca. 500 Meter pralle Sonne, aufgeheizt, leicht steigend. Das hat ihr anscheinend den Zahn gezogen - ab da gingen die Beinchen immer schwerer. Und bei km 15,5 sagten die Waden "nicht mit uns, wir streiken". Also zügig weitermarschiert und vor sich hingeschimpft. Fun fact: ihr Gehtempo ist immer noch zwischen 8:30 und 9:00 min/km! Aber das Zeitziel von einer Sub 2:30:00 war damit nicht mehr zu schaffen. Abwechselnd 1 km gehen, 1 km laufen ... so kam sie schließlich hier an. Und behauptete erstmal, ihre Waden wären explodiert. Ich habe gleich nachgeguckt: nein, von außen nix zu sehen!

Zeit: indiskutabel.


Jetzt warten wir auf den Ablauf der Zeitspanne, in der die Läufer den HM absolvieren können. Gewinnen wird sie den HM wohl nicht, es sind zwar nur 4 Starter angemeldet, aber mit der Zeit - vergiss es. Ihre AK wird sie aber wohl gewinnen, da ist sie die einzige Starterin. 

Abhaken. Absolviert. Nun tapern für nächsten Sonntag. 

Bis dahin, Euer Iwan


Montag, 11. Juli 2022

Neuer Titel, alte Strecke, gute Zeit: 5 km in Frankfurt

 Hallo Leute,

wer uns kennt, weiß, dass wir schon seit vielen Jahren beim WomensRun in Frankfurt starten. Frauchen mag ja nicht gern schnell laufen, deswegen melde ich sie da immer an, um wenigstens ein bißchen Tempohärte reinzukriegen. Außerdem ist es immer ein nettes Wochenende in Frankfurt bei Freundin und Patenkind, die Orga ist super, schönes Ambiente und gut gefülltes Startersackerl.

Nun gibt es ja leider die WomensRun-Serie nicht mehr. Umso erfreuter war ich zu sehen, dass unter dem Namen Frauenlauf Frankfurt das bisherige Orga-Team den Lauf erstmals seit 2019 wieder anbot. Uns flugs bei der Freundin eingeladen und angemeldet ... wobei ich ja sehr hoffte, endlich wieder eine vernünftige 5 km-Zeit aus Frauchen rauskitzeln zu können. War sie dort früher mehrfach unter 30 min gelaufen (z.B. Bericht 2019), so hatte sie nach ihrer Corona-Erkrankung echte Konditions- und Geschwindigkeitsprobleme. Als Bestes stand eine 32:30 Zeit bei einem virtuellen Lauf zu Buche.

Freitags (fast) staufrei dorthin gefahren, ich bezog unser Zimmer und vor allem ein weit obenliegendes Regal (ich sage nur "Katzen, zwei Stück, kratz- und spielbereit"!). Danach nettes Geschnatter mit Freundin und Patenkind, abends dann noch Treffen mit einer Tante – wir kommen ja ursprünglich aus Frankfurt. Samstag der Blick nach draußen und auf die Wettervorhersage: prima, heiter bis wolkig, leicht schwül, mittags 25 bis 27 Grad. Also perfekt für Frauchen. Die Freundin wollte wieder den Support machen, das Patenkind hat wegen gesundheitlicher Probleme seine Läuferkarriere an den Nagel hängen müssen ... also musste Frauchen unsere Farben vertreten. Apropos Farbe: statt magenta / brombeer gab es dieses Jahr ein wunderschönes zartgrünes Funktionsshirt von Asics. In dem dann rund 97 % der Läuferinnen starteten. Mit einer anderen Farbe - so wie Frauchen, die nichts Ungewaschenes an ihre Haut lässt - fällt man prima auf, ist gut im Pulk zu erkennen, aber wird vom offiziellen Lauf-Fotografen ignoriert.

Und apropos Pulk: wir kamen rund 90 min. vor Start an. Und wunderten uns, wie leer der Parkplatz am Waldstadion war. Sorry, Eintracht, aber bei so vielen Umbenennungen des Stadions und für mich als alten Frankfurter ist es einfacher, bei "Waldstadion" zu bleiben. Rübergedackelt zur Startunterlagenausgabe: auch keine Schlange, freundliche Helfer, Frauchen hatte schnell ihre Startnummer und ihr Shirt. Dann ging die Warterei los, denn die Sponsorenstände (Make up, Zöpfe flechten, Aloe Vera usw.) waren auch schnell abgelaufen. Dafür hat Frauchen eine neue Spitzenleistung im "nervösen-vor-dem-Startschuss-auf-die-Toilette-gehen" aufgestellt: sage und schreibe 4mal in 75 min!

Dann ging es zur Startaufstellung: in Bestzeiten waren es 3.000 Starterinnen über die 5 km. Jetzt: ein paar Hundert, hochgerechnet. Die Moderatorin hatte größte Mühe, Stimmung zu erzeugen. Und alle sollten aufrücken, sodass Frauchen auf einmal in der dritten Startreihe stand ... der Kurs war gegenüber den Vorjahren wieder leicht modifiziert, aber die einzelnen langen Geraden sind uns Mehrfachstartern ja bekannt. Vom Start erstmal leicht bergab, scharfe Linkskurve, leicht ansteigend weiter, später im Wald lange Geraden, rund ums Stadion, und km 5 war dann der umgekehrte erste km. Sonst war immer Hauen, Stechen, langsame Läuferinnen überholen, an Walkerinnen vorbei grätschen ... dieses Jahr: Frauchen wurde mehrfach überholt, konnte selbst nur eine Handvoll Läuferinnen einsammeln und lief meistens allein. Der erste km in erfreulichen 6:08 min, aber sie merkte schon, sie läuft am Anschlag. Aber ich bin anscheinend so furchteinflössend und sie hatte ordentlich Angst vor meiner Reaktion, denn sie nahm kein Tempo raus. Km 2, Zeit unter 6 min. Km 3, dito. Km 4, gefühlt kurz vor Umfallen, aber 23:45 - sah gut aus. Ich habe ihr erst hinterher ihr Laufvideo gezeigt, Donald Duck gekreuzt mit einem Rumpelfüssler, sage ich dazu nur, von wegen "leicht & locker" ...




Scharfe Rechtskurve und dann noch ein paar hundert Meter bis zum Ziel. Auf ihrer Uhr: 28:02. Blick hoch (jaja, die Gerade steigt leicht an) zur großen Zieluhr - die sprang gerade auf 29 um! Panik, weitergerannt, so gut es ging. Mein Dappes hatte halt mal wieder den Unterschied zwischen Brutto- und Nettozeit vergessen! Die Freundin und ich warteten direkt hinter der Ziellinie - mitten auf dem Weg, war ja nichts los. Und brüllten ganz laut. Das machte die Moderatorin aufmerksam, sie brüllte mit "Iwan wartet" und so kamen wir zu unserem ersten Zielinterview (ich hoffe, das klappt, erstes Video, dass ich einbinde ...):

Die Zeit: 29:38 min. Die beste und schnellste 5 km-Zeit seit 2019, und vor allem seit Corona. Ich bin halt doch ein guter Coach, hatte schon an mir gezweifelt ...

Damit ist Frauchen 31. von 128 Starterinnen mit Zeitmessung geworden, also im ersten Viertel. Sehr zufriedenstellend.

Uns haben nur die Veranstalter leid getan. Ein bestens organisierter Lauf, für das Startgeld von 34 Euro (Frühbucher hätten weniger gezahlt) hat es sehr viele Produktproben gegeben und das schöne Shirt:

Sie hätten mehr Starterinnen verdient gehabt. Man merkt, dass die (wahrscheinlich kostenlose) Promo durch die Runners World wie früher fehlte. Hoffentlich halten sie durch und es gibt den Frauenlauf 2023 wieder. Im Flyer sprachen sie schon davon, dass die Sponsoren recht zurückhaltend waren - nicht aufgeben, Aline und Julia, Projektleitung! Ich würde Frauchen jedenfalls sofort wieder anmelden, das wäre dann so langsam der 10. Start dort.

So, nun aber zurück zum ernsten Training. Ende Juli steht mit den Weinheim Trails die nächste Bewährungsprobe an.

Bis bald, Euer Iwan





Dienstag, 5. Juli 2022

Ein etwas verhagelter Bergurlaub

 Hallo Leute,

irgendwie ist es schon komisch: 9 Tage Alltag ziehen sich wie Kaugummi, 9 Tage Bergurlaub flutschen nur so vorbei. Nachdem wir nun schon so oft in Lenggries waren, schreibe ich mal ein bäriges Tagebuch für Euch:

1. Tag = Ankunft ca. 14:30 Uhr. Ein Gewitter zieht auf, nichts Besonderes. Wir begrüßen die Berge von unserem Panoramabalkon, Frauchen überlegt noch, ob sie den Begrüßungslauf (sind noch alle Strecken da?) riskieren soll. Ich rate ab. Richtiger Rat, denn kurz vor 15 Uhr geht die Welt unter. Tischtennisballgroße Hagelkörner treiben mich ins sichere Zimmer. Und Herrchen in die Verzweiflung, weil sein Auto dem Wetter ungeschützt ausgesetzt ist ...

Naja, es waren lauter kleine Beulen drin. Nicht schön, aber Hauptsache, Scheiben usw. waren heil geblieben.

2. Tag = erste Wanderung bei über 30 Grad.

 Danach geht Frauchen noch schnell auf der Hausrunde laufen. Mit Gegenverkehr, an eineer Schmalstelle kommen ihr die heimkehrenden Kühe entgegen ... und der Klügere gibt nach. In dem Fall sie, und lässt alle Kühe passieren. 5,5 km mit rund 200 Höhenmetern. 

3. Tag = schöner langer Lauf, 2:15 Stunden bei knapp 30 Grad, entlang der Isar mit Schleife Richtung Längental und perfekter Aussicht auf Brauneck und Benediktenwand. Danach Minigolf, erschwert durch sehr blutrünstige Bremsen. Jedenfalls schiebt Frauchen ihre krachende Niederlage auf diese Viecher ...

4. Tag = zweite Gipfelwanderung, aufs Seekar.

Über den Grasleitensteig. Hahaha. Vollkommenes Entsetzen bei Frauchen, denn mittendrin ist rund 1,5 km steilste Schotterpiste statt wie früher wurzeliger flowiger Waldpfad. Ätzend. Rückweg wegen Herrchens Knieproblemen nicht über Waldpfade, sondern "außenherum". Entspricht 9 km bei praller Sonne und großer Schwüle. Frauchen meint, die Laune wäre ziemlich quengelig gewesen, hehehe.
Abends erklärt sie sich dummerweise bereit, die 7 km von der außer halbliegenden Pension in den Ort zum Essenfassen zu fahren. Denn es sollte wieder ein Gewitter kommen. Das kommt auch. Tacktacktack. Wommwommwomm. Die Hagelkörner werden größer, Herrchen quietscht panisch auf dem Beifahrersitz. Frauchen lenkt das Auto zu diversen anderen Schutzsuchenden unter Bäume. Dieses Mal sind die Hagelkörner, ach was sage ich, Hagelbälle!, so groß wie Tennisbälle. So sehen sie nach 1 Stunde Auftauen aus:

Es zerschmettert viele Scheiben und Dachziegel sowie PV-Anlagen, unser Auto kriegt "nur" noch eine Riesendelle in der Motorhaube. Ich denke nur an die armen Viecher, die so einem Hagel ungeschützt im Wald oder auf der Weide ausgesetzt sind ...

5. Tag = Berglauf für Frauchen. Hoch nach Röhrlmoos, apshaltierte schmale Forststraße, sehr steiler Mittelteil. Hat sie letztes Jahr nicht laufend geschafft. Dieses Jahr doch wieder, yeah! Runter dann die Waldwege direkt nach Hohenwiesen, da braucht sie Trittsicherheit nach der Nässe des Vorabends. Ziemlich rutschige steinige Angelegenheit, aber sie kommt - zwar dreckig und nach ein paar wackligen Sekunden - ohne Sturz wieder bei mir an. Ich hätte sie gern mit einem Stück Rüblikuchen aus unserer Lieblingskonditorei belohnt, aber die hatte leider Betriebsferien. Und damit auf den Megaumsatz mit mir verfressenem Bären verzichtet ...

6. Tag = schwül, regenverhangen. Daher vormittags nur kurze Wanderung ins Schrombachtal, die dortigen Bremsen besuchen und Blut spenden. Nachmittags habe ich Frauchen dann auf einen Beinchen-Lockerungslauf an die Isar geschickt. Sie versteht wohl "lockerer Lauf". Den sie großzügig zu "zügig" ausgedehnt - neue PB auf dieser Runde. 

7. Tag = Prachtwetter. Also auf in die Eng, zur Alm mit den Murmeltieren hoch. Die machen sich allerdings schnell vom Acker, als nach meinen Menschen noch eine geführte Wandertruppe laut schnatternd zum "Murmeltier-Viewing" eintrifft. Müssen die halt nur das mitgebrachte Fell "viewen". Herrchen erfreut neue Scharen von Bremsen, Frauchen steigt weiter auf und geniesst die Ruhe der Berglandschaft:



Nach dem Abstieg geniesst sie dann noch ein Stück Sachertorte mit Sahne - ich war empört! So etwas ist doch Sache des Laufcoaches ... also schicke ich sie zur Strafe gleich mal auf die 7 km-Isarrunde. Nicht lustig bei 30 Grad, und vollem Bauch mit Torte ... aber sie hat es nicht anders verdient! (Übrigens, ich glaube ja fest daran, dass solche Trainingsläufe ihr helfen, bei Ultras mit der Nahrungsaufnahme perfekt zurecht zu kommen)

8. Tag = Totalausfall. Landregen, unterbrochen von Schauern, den ganzen Tag, bei molligen 12 bis 13 Grad. Kein Kuchen in Sicht. Also nur auf der Couch gelegen und gelesen.

9. Tag = keine Wolke am Himmel, sonnig und heiß. Prima für eine zügige Wanderung aufs Brauneck zum Abschluss. Herrchen tritt in eine Schlammpfütze und sinkt bis über den Knöchel ein, Frauchen trampelt in einen Kuhfladen - zwei Hans-guck-in-die-Luft unterwegs ... Herrchen fährt Seilbahn, um sein Knie zu schonen, Frauchen wetzt runter. Danach verspeisen wir einträchtig den Kuchen, den uns die nette Pensionswirtin immer hinstellt:


Zum Abschluss dann noch die Runde Bretonenbrücke, Isarbrücke, Höhenweg, Draxlhang, Bretonenbrücke gelaufen, so mag ich das. Und Frauchen prüft schon den Kalender, wann wir das nächste Mal in die Berge können! Jetzt geht es aber erstmal nächstes Wochenende nach Frankfurt, zum Frauenlauf.

Bis bald Euer Iwan