Posts mit dem Label Brauneck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Brauneck werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 11. September 2023

Isarlauf 23023: Hitzeschlacht

 Hallo Leute,

wir waren wieder in unseren heißgeliebten Bergen, von Freitag bis Sonntag, der Isarlauf stand zum 4. Mal für Frauchen an. Wie jedes Jahr begleitete uns Oma - inzwischen ja nur noch mit Rollator unterwegs. Es ist erstaunlich, wie flink sie damit noch wandert, aber genauso traurig zu sehen, dass eben Bergwanderungen für sie nie mehr möglich sein werden. Sie sind aufs Brauneck mit der Bergbahn hochgefahren und Oma wollte bis zur Idealhanghütte laufen, musste dann aber einsehen, dass mehr als der Panoramaweg einfach nicht mehr geht. Sehr traurig, wenn man bedenkt, dass sie noch als über 80jährige dort hochgewandert ist. Vom Tal aus. Und wie oft man selbst solche Wege geht und es als selbstverständlich nimmt, dass es immer so gehen wird ...

Aber nun genug der trüben Gedanken. Das Wetter war ... uff. Sonig, heiß, jeden Tag über 30 Grad. Samstag holten sie in Tölz die Startnummer ab. Wie schon immer (wir waren 2015, 2016 und 2018 bereits am Start)  gibt es für das Startgeld von 23 Euro die Startnummer. Und die Medaille. Das war´s. Das Shirt hätte man extra kaufen müssen, wir haben schon zwei, das eine trägt Frauchen sehr gern als "Glücksshirt" bei den langen Trail-Wettkämpfen. Aber wir wollen nicht meckern, sondern freuen uns, dass der Lauf wieder stattfindet - letztes Jahr musste er wegen zu geringer Anmeldezahlen ausfallen. Denn er wird nicht von einem professionellen Veranstalter, sondern vom dortigen Sportverein organisiert. Die Strecken bleiben gleich, entweder 21 oder 30 km von Tölz nach Lenggries bzw. Bretonenbrücke, und wieder zurück, die 10 km nur von Lenggries nach Bad Tölz.

Angemeldet für die 10 km waren rund 180 Läufer. Wie immer war der Start putzig: dieses Jahr war er ein paar 100 Meter weiter nördlich des Kalkofens, weil der Isar-Uferweg verlegt worden ist und man ja auf die 10 km und nicht 10,5 km kommen wollte. Die Dixie-Klos standen aber weiterhin beim Kalkofen, sodass manche Starter aus früheren Jahren sich etwas wunderten, wo denn nun der Start sei. Denn auch der Startbogen stand erst gegen 10:25 Uhr. Um 10:27 Uhr erschien ein Offizieller, erkennbar am Mikro. Und meinte: Start in 3 min. Er wurde darüber aufgeklärt, dass im Web sowohl 10:30 Uhr als auch 10:35 Uhr als Startzeit stünden. Und dass er lieber bis 10:35 Uhr warten solle, damit auch wirklich alle am Start wären. Ach ja, ein Notarzt lief auch herum und guckte die Wartenden kritisch an. Es war nämlich jetzt schon brachial heiß, 27 Grad. Im Schatten. Der Offizielle brabbelte munter los, um die Zeit zu überbrücken. Dann tauchte ein anderer Helfer auf und rief "ich habe hier noch 3 Startnummern! Wer will noch?" und tatsächlich meldete sich das Mädchen neben Frauchen, sie hatte noch keine Startnummer erhalten ... Um 1 min vor dem Start!!!!!! Dann kam noch die Durchsage zum Kleidertransport: man möge doch bitte alles da seitlich auf den Gehweg legen. Alles, was nach dem Start da läge, würde nach Tölz transportiert und sei dort abholbereit. Nix Kennzeichnung, nix geschlossene Beutel ...

Da die Strecke kurz nach Start schon eng würde, sollte man sich nach seiner geplanten Laufzeit vorn oder hinten einordnen. Ich frage mich ja echt, warum das so schwer ist. Klappt nie. Frauchen stand ziemlich weit hinten und musste dann erstmal auf dem ersten km nur überholen. Da ist es ihr Vorteil, dass sie die Strecke dank vieler Trainingsläufe dort im Schlaf kennt, mit allen Wurzeln, Stolpersteinen und Überholmöglichkeiten ... Oma und ich stiegen wieder ins Auto, um nach Tölz zu fahren und dort auf Frauchen zu warten.

"Die ersten 4 km geht es schattig an der Isar entlang. Es war trotzdem schon sehr schweißtreibend. Entweder seit Corona oder seit den Wechseljahren vertrage ich die Hitze auch nicht mehr so gut ... aber scheinbar immer noch besser als viele andere. Nach und nach sammelte ich einen Läufer nach dem anderen ein. Das Feld zog sich sowieso weit auseinander. Ich hatte wohlweislich meine Wasserflasche mitgenommen und konnte so zwischendurch immer wieder was trinken, war nicht auf die Verpflegungststellen angewiesen. Der Veranstalter hat super reagiert und bei km 6 noch eine zusätzliche spontan errichtet - ich hätte sonst befürchtet, es haut einige Läufer weg. Ab km 4 geht die Strecke größtenteils durch die Isarauen, sprich offene und sich schnell aufheizende Fläche in der prallen Sonne. Immer mehr Läufer vor mir gingen statt zu laufen. Was mich etwas demotivierte: normalerweise zeigt meine Laufuhr weniger Strecke an als tatsächlich gelaufen, hier brummte sie die Kilometer immer früher als die Streckenschilder. Und dann bellte mich doch tatsächlich auch noch ein mitlaufender Hund an, dass er vorbeiwolle! So habe ich das Gekläff jedenfalls interpretiert, sein Herrchen hat sich entschuldigt, zog dann aber trotzdem an mir vorbei. Die beiden waren dann ca. 2 min vor mir im Ziel. Ich habe mir dann auch zweimal Wasser über den Kopf gekippt, was für mich bei einem 10 km Lauf extrem ungewöhnlich ist. So, da war endlich der letzte km erreicht! Ein Offizieller klatschte mich ab (wohl weil ich ein Isarlauf-Shirt trug, andere Läufer ignorierte er) und dann ging es auf der Isarpromnade Richtung Ziel. Plötzlich ..."

Ja, das war die Überraschung! Oma hielt mich Frauchen entgegen, damit ich mitfinishen konnte - das hatte sie bisher noch nie gemacht! Ich hielt zwar ein bißchen Abstand, weil Frauchen tropfnass war - aber gemeinsam gingen wir durchs Ziel, endlich mal wieder ein neues Finish für mich! Zielfoto gibt es leider keines, nur mich mit Medaille und dem wohlverdienten, sehr leckeren Zielkuchen!


Für die Statistik - Frauchen wollte unter 65 min laufen, das ist inzwischen so ihre Dimension. Das hat sie leider verfehlt: 1:05,26 ist ihre offizielle Zeit (Bruttozeitmessung), ihre Uhr zeigte 1:05,18 für 10,07 km. Damit ist sie 40.von 66 Damen, 2. in ihrer Altersklasse, und insgesamt 98. von 138 Finishern. Die Siegerin (ja, tatsächlich, schneller als jeder Mann) lief übrigens 34,26 min.

Erst haben wir noch ein bißchen die eintrudelnden Läufer der anderen Strecken angefeuert, und uns dann schweren Herzens vom Isarwinkel verabschiedet.


Bis bald, Euer Iwan

Dienstag, 5. Juli 2022

Ein etwas verhagelter Bergurlaub

 Hallo Leute,

irgendwie ist es schon komisch: 9 Tage Alltag ziehen sich wie Kaugummi, 9 Tage Bergurlaub flutschen nur so vorbei. Nachdem wir nun schon so oft in Lenggries waren, schreibe ich mal ein bäriges Tagebuch für Euch:

1. Tag = Ankunft ca. 14:30 Uhr. Ein Gewitter zieht auf, nichts Besonderes. Wir begrüßen die Berge von unserem Panoramabalkon, Frauchen überlegt noch, ob sie den Begrüßungslauf (sind noch alle Strecken da?) riskieren soll. Ich rate ab. Richtiger Rat, denn kurz vor 15 Uhr geht die Welt unter. Tischtennisballgroße Hagelkörner treiben mich ins sichere Zimmer. Und Herrchen in die Verzweiflung, weil sein Auto dem Wetter ungeschützt ausgesetzt ist ...

Naja, es waren lauter kleine Beulen drin. Nicht schön, aber Hauptsache, Scheiben usw. waren heil geblieben.

2. Tag = erste Wanderung bei über 30 Grad.

 Danach geht Frauchen noch schnell auf der Hausrunde laufen. Mit Gegenverkehr, an eineer Schmalstelle kommen ihr die heimkehrenden Kühe entgegen ... und der Klügere gibt nach. In dem Fall sie, und lässt alle Kühe passieren. 5,5 km mit rund 200 Höhenmetern. 

3. Tag = schöner langer Lauf, 2:15 Stunden bei knapp 30 Grad, entlang der Isar mit Schleife Richtung Längental und perfekter Aussicht auf Brauneck und Benediktenwand. Danach Minigolf, erschwert durch sehr blutrünstige Bremsen. Jedenfalls schiebt Frauchen ihre krachende Niederlage auf diese Viecher ...

4. Tag = zweite Gipfelwanderung, aufs Seekar.

Über den Grasleitensteig. Hahaha. Vollkommenes Entsetzen bei Frauchen, denn mittendrin ist rund 1,5 km steilste Schotterpiste statt wie früher wurzeliger flowiger Waldpfad. Ätzend. Rückweg wegen Herrchens Knieproblemen nicht über Waldpfade, sondern "außenherum". Entspricht 9 km bei praller Sonne und großer Schwüle. Frauchen meint, die Laune wäre ziemlich quengelig gewesen, hehehe.
Abends erklärt sie sich dummerweise bereit, die 7 km von der außer halbliegenden Pension in den Ort zum Essenfassen zu fahren. Denn es sollte wieder ein Gewitter kommen. Das kommt auch. Tacktacktack. Wommwommwomm. Die Hagelkörner werden größer, Herrchen quietscht panisch auf dem Beifahrersitz. Frauchen lenkt das Auto zu diversen anderen Schutzsuchenden unter Bäume. Dieses Mal sind die Hagelkörner, ach was sage ich, Hagelbälle!, so groß wie Tennisbälle. So sehen sie nach 1 Stunde Auftauen aus:

Es zerschmettert viele Scheiben und Dachziegel sowie PV-Anlagen, unser Auto kriegt "nur" noch eine Riesendelle in der Motorhaube. Ich denke nur an die armen Viecher, die so einem Hagel ungeschützt im Wald oder auf der Weide ausgesetzt sind ...

5. Tag = Berglauf für Frauchen. Hoch nach Röhrlmoos, apshaltierte schmale Forststraße, sehr steiler Mittelteil. Hat sie letztes Jahr nicht laufend geschafft. Dieses Jahr doch wieder, yeah! Runter dann die Waldwege direkt nach Hohenwiesen, da braucht sie Trittsicherheit nach der Nässe des Vorabends. Ziemlich rutschige steinige Angelegenheit, aber sie kommt - zwar dreckig und nach ein paar wackligen Sekunden - ohne Sturz wieder bei mir an. Ich hätte sie gern mit einem Stück Rüblikuchen aus unserer Lieblingskonditorei belohnt, aber die hatte leider Betriebsferien. Und damit auf den Megaumsatz mit mir verfressenem Bären verzichtet ...

6. Tag = schwül, regenverhangen. Daher vormittags nur kurze Wanderung ins Schrombachtal, die dortigen Bremsen besuchen und Blut spenden. Nachmittags habe ich Frauchen dann auf einen Beinchen-Lockerungslauf an die Isar geschickt. Sie versteht wohl "lockerer Lauf". Den sie großzügig zu "zügig" ausgedehnt - neue PB auf dieser Runde. 

7. Tag = Prachtwetter. Also auf in die Eng, zur Alm mit den Murmeltieren hoch. Die machen sich allerdings schnell vom Acker, als nach meinen Menschen noch eine geführte Wandertruppe laut schnatternd zum "Murmeltier-Viewing" eintrifft. Müssen die halt nur das mitgebrachte Fell "viewen". Herrchen erfreut neue Scharen von Bremsen, Frauchen steigt weiter auf und geniesst die Ruhe der Berglandschaft:



Nach dem Abstieg geniesst sie dann noch ein Stück Sachertorte mit Sahne - ich war empört! So etwas ist doch Sache des Laufcoaches ... also schicke ich sie zur Strafe gleich mal auf die 7 km-Isarrunde. Nicht lustig bei 30 Grad, und vollem Bauch mit Torte ... aber sie hat es nicht anders verdient! (Übrigens, ich glaube ja fest daran, dass solche Trainingsläufe ihr helfen, bei Ultras mit der Nahrungsaufnahme perfekt zurecht zu kommen)

8. Tag = Totalausfall. Landregen, unterbrochen von Schauern, den ganzen Tag, bei molligen 12 bis 13 Grad. Kein Kuchen in Sicht. Also nur auf der Couch gelegen und gelesen.

9. Tag = keine Wolke am Himmel, sonnig und heiß. Prima für eine zügige Wanderung aufs Brauneck zum Abschluss. Herrchen tritt in eine Schlammpfütze und sinkt bis über den Knöchel ein, Frauchen trampelt in einen Kuhfladen - zwei Hans-guck-in-die-Luft unterwegs ... Herrchen fährt Seilbahn, um sein Knie zu schonen, Frauchen wetzt runter. Danach verspeisen wir einträchtig den Kuchen, den uns die nette Pensionswirtin immer hinstellt:


Zum Abschluss dann noch die Runde Bretonenbrücke, Isarbrücke, Höhenweg, Draxlhang, Bretonenbrücke gelaufen, so mag ich das. Und Frauchen prüft schon den Kalender, wann wir das nächste Mal in die Berge können! Jetzt geht es aber erstmal nächstes Wochenende nach Frankfurt, zum Frauenlauf.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 29. August 2021

Frauchen ist nicht aus Zucker

 Hallo Leute,

es gibt da so eine Iwan-Bauernregel: am Wochenende des Karwendelmarschs in ungeraden Jahren ist immer herrliches Spätsommerwetter. So 2017 und 2019, als Frauchen ihn mitlief. Dieses Jahr gab es keine Startplätze mehr, da alle für 2020 angemeldeten Läufer auf 2021 geschoben wurden. (Spoiler: was für ein Glück!) Also Frauchen für den Achenseelauf 1 Woche später angemeldet, und - sich auf meine Bauernregel verlassend - von Donnerstag bis Sonntag dieses Wochenende in Lenggries angemeldet. 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: also nochmal vorher einen Blick in die Wettervorhersage geworfen. Aua. Es sollte viel Regen geben, und die Temperaturen sinken. Von Tag zu Tag wurde die Wettervorhersage grauslicher. Nur der Mittwoch sollte noch schön sein. Also kurz entschlossen umdisponiert, und schon Mittwoch Nachmittag ins Auto gesetzt. Das hatte noch einen schönen kurzen Lauf entlang der Isar in Lenggries bei Sonne zum Ergebnis. Denn Frauchen brauchte von Auto vor Pension parken inklusive Koffer reinschleppen, Leute begrüßen, Neuigkeiten austauschen, Umziehen bis zum Losrumpeln im Laufoutfit genau 14 Minuten - neuer Rekord!

Donnerstag die "Wettervorhersage stündlich" angeschaut. Und kurz nach 8 Uhr losgewetzt, auf unseren Hausberg, das Brauneck. Dieses Mal die 850 Höhenmeter über Wegscheid, Kotalm ... und dann kam Frauchen auf die glorreiche Idee, schnell noch auf den Waxenstein zu gehen. Das ist so ein steiler Felszahn, vorgelagert. War sie noch nie. Obwohl nur 20 min. Aufstieg, hatten die es in sich - sehr alpin, absolute Trittsicherheit erforderlich. Der Blick von dort aus verhieß wenig Gutes - die dunklen Wolken waren schon da.



Also nach dem Gipfelkreuz vorsichtig wieder runter und dann auf dem "gemütlichen" Weg hoch zum Brauneckgipfel. Runter dann aber mit der Seilbahn.

Und prompt fing es kurze Zeit später an zu regnen. Ich hatte eh auf dem Zimmer gewartet, die Pensionswirtin hatte mir Verpflegung hingestellt:

So, und ab Donnerstag 13 Uhr bis heute Sonntag, Abreise: Regen. Mal nieselnd, mal Landregen, mal Schauer, mal heftig, mal schnürlend - aber halt immer .... und ich hatte gedacht, ich könnte Frauchen noch so richtig schöne Bergwanderungen und einen langen Lauf machen lassen. Denkste. Die armen Starter beim Karwendelmarsch gestern! Erfrischende 10 bis 12 Grad hatte es die Tage ...

Ich habe aber auch nicht nachgegeben und Frauchen Freitag und Samstag jeweils zu längeren Läufen rausgescheucht. Denn sie ist ja nicht aus Zucker! Patschnass kam sie jeweils zurück, nur die Füße schön trocken in den Goretex-Laufschuhen. Die Super-Duper-Regenlaufjacke hat das jedenfalls nicht gepackt. Die Pensionswirtin hat sie immer gleich abgefangen und in den Heizungskeller gescheucht, zum Auswringen und Sachen aufhängen. Ansonsten hatte sie die 3 mitgebrachten dicken Bücher bereits nach 2,5 Tagen ausgelesen, und musste sich Nachschub besorgen. Da ist ein Zeitschriftenladen in Lenggries, der verscherbelt antiquarische Bücher für 1 Euro das Stück (Pst, Geheimtipp!). Da hat sie nochmal ordentlich zugeschlagen.

Naja, für den Achenseelauf nächste Woche ist die Wettervorhersage aber besser. Da hoffe ich doch sehr drauf. Und auf Kaiserschmarrn!

Bis bald, Euer Iwan



Donnerstag, 8. Oktober 2020

Ferien 2020 - in drei Akten

Hallo Leute,

mich gibt es noch (auch wenn manche vielleicht das Gegenteil gehofft haben ...), ich war nur beschäftigt. Mit Urlaub. Eigentlich ja ein schönes Thema. Normalerweise läuft "unser" großer Jahresurlaub so ab: Ende September 16 Tage Mallorca (Laufen, Wandern, Wärme genießen = Frauchen / Baden, Wandern, Wärme genießen = Herrchen / alle überwachen, gut futtern, Wärme genießen oder alternativ zu Hause das Regiment führen = ich). Aber wie wir alle wissen, 2020 ist anders. Besonders. 

Wir hofften lange, aber dann war klar - dieses Jahr wird es nix mit Mallorca. Frauchens Alternative, in die Berge zu fahren, fiel bei Herrchen durch. Er wollte "Meer". Mehr Meer. Irgendwo in die Fremde fliegen wollten wir coronabedingt nun auch nicht, lieber dahin, wo man weiß, wie was läuft ... Also Nord- oder Ostsee. Hotels geprüft, Anreisealternativen geprüft. Oft musste ich Frauchen nach Ohnmachtsanfällen Luft zufächeln, wenn sie die Preise gesehen hatte. Anreise per Zug wollte Frauchen risiskoängstlich nicht. Per Auto in den Norden ist von uns aus sehr weit. Bei den Preisen blieb dann 1 Woche über, mehr ging nicht (die Preise teils doppelt so hoch wie in früheren Jahren, wenn nicht sowieso ausgebucht). Lange Rede, kurzes Ergebnis: 4 Tage Berge, 1 Woche Sylt, 4 Tage Berge. Wobei Herrchen uns allein in die Berge ließ, er hätte angeblich dieses Jahr schon genug gesehen. Verstehe ich nicht, von Bergen kann man (bär) doch nie genug sehen!

1. Akt: Lenggries 

Fast noch hochsommerliches Wetter. Gewohnte Pension, ungewohnt aber, dass Frauchen und ich allein das große zwei Zimmer-Appartment mit Balkon hatten - eigenes Bett für mich ist ja klasse, aber so hatte ich auch ein eigenes Zimmer. Anreise nachmittags nach dem letzten beruflichen Videomeeting, Auspacken, Umziehen, Hausrunde 5 km mit netten Höhenmetern zur Einstimmung. 

Am nächsten Tag ab in die Eng, endlich sollte es mal auf den Hahnenkampl gehen. Sehr schöne Ausblicke, sehr schweißtreibend, der Abstieg teils gegen die Strecke des Karwendelmarschs (Frauchen traf sogar zwei Läufer, die gerade im Anstieg zum Gramai-Hochleger waren und den virtuellen Karwendelmarsch 2020 absolvierten - die gingen übrigens auch, nix Laufschritt) und weil sie noch nicht genug hatte, von der Binsalm gleich noch den Eng-Panoramaweg mit gewandert. Saftig Höhenmeter.



Und Menschenmassen überall. So voll wie dieses Jahr haben wir die Berge noch nie erlebt! Zum Beine ausschütteln dann noch die "kleine" Runde an der Isar und der Versuch, das schicke Gamstrail-Shirt (kam als Trostpflaster für den auf 2021 verschobenen Lauf) mittels Selfie zu verewigen. Ich glaube, Selfies müssen wir noch üben!

 Samstag dann ein bißchen zwickende Beine, aber Sonne und Frauchen strahlten. Also die Laufrunde mit den 3 Gipfeln angepeilt: Von der Waldherralm hoch zum Heiglkopf, über Blomberg zum Zwiesel, wieder runter. Heiß. Und zu unser aller Überraschung war Frauchen im Speed-Hiking-Schritt 4 min (und damit rund 10 %!) schneller als letztes Jahr auf dem Heiglkopf, 40 min. für 500 Höhenmeter. Die Belohung waren dann ein Stück Rüblikuchen, eine Sachertorte und ein Apfelstrudel, die wir gerecht geteilt haben.


Sonntag noch ein flotter 10 km-Lauf an der Isar, dann zurück nach Hause, waschen und umpacken. 

Auf Sylt habe ich verzichtet (zu wenig Sommer, zu wenig Kaiserschmarrn). dafür ist der Krabbensemmel-Afficionado Fozzie mitgeflogen. Ich übergebe.

2. Akt: Sylt

Endlich durfte  ich mal wieder richtig raus. Wobei ich sehr mißtrauisch war. Denn die Flüge gingen über Düsseldorf, derzeit fliegt von Nürnberg direkt fast nichts. Und Düsseldorf und wir - das ging in der Vergangenheit nie gut aus. Ich erinnere an Stornos wegen Schnee = Heimfahrt in ungeheiztem Zug oder Flugzeug kaputt = Umbuchung ... aber es schien alles gut zu gehen, wir kamn sogar 15 min. vor geplanter Landung in Sylt an. Flughafen gespenstisch leer, im Gebäude und im Flieger war ich wohl der einzige ohne Maske (bevor hier ein Aufschrei kommt: ich bin ein Bär!), sogar die Koffer kamen sehr schnell. Der Shuttle zum Hotel in Wenningstedt transportierte uns komfortabel transportiert ins Hotel, wo uns gleich zwei Bären im Frühstücksraum überraschten. Die Kumpels hielten quasi den Tisch belegt, sodass genügend Abstand eingehalten wurde.

Zwei Stunden nach der Landung kam dann eine Mail von Eurowings. Recht schwer auf dem Smartphone zu lesen, irgendwas mit "annulliert". Frauchen in ihre Konto eingeloggt, ganzer Rückflug war weg. Nicht mehr sichtbar. Panik. Anruf im Eurowings-Call Center. Nein, es sei "nur" der Teilflug Düsseldorf - Nürnberg annulliert, für Sylt - Düsseldorf stünden wir "noch" auf der Passagierliste. Und könnten normal einchecken. Wie wir nach Hause kommen sollten? Tja, das sollten wir selbst sehen, und dann die Rechnung einreichen. 

O.k. Frauchen hat die ganze Zeit sehr viel Verständnis für die Situation der Fluggesellschaften gehabt (wir sitzen inzwischen auf 3 Vouchers und zwei auf 2021 umgebuchten Flügen). Aber das war ein bißchen viel. Denn Alternativen an dem Tag gab es keine. Der EW war der einzige Flug. Dieses "was, wenn die uns nicht mitnehmen" schwebte über uns.

Ansonsten habe ich mich viel mit Krabbenbrötchen vollgestopft (zu Gosch waren es genau 60 Meter), wurde für Fotoshootings bei steifer Brise ans Meer gesetzt (ohne Festhalten ging nichts), und habe Frauchen gemäß Iwans Trainingsplan gescheucht.

 Sie ist einmal die lange Sightseeingrunde Wenningstedt - rotes Kliff - Uwe-Dühne - Kampen - Braderuper Heide - Kamper Leuchtturm - Alter Dorfteich gelaufen, mehrfach "nur so" km, und am Tag des stärksten Windes nach Westerland. Hinzu 10 min/km, zurück knapp 4 min/km. Endlich wusste sie, wie sich so ein rasantes Tempo anfühlt.

Und wir haben Schweinswale gesehen, sind an der Südspitze bei Hörnum gewandert, dito am Ellenbogen 4 Stunden mit einer Führung vom Naturschutz, waren bei den Seehundbänken.


Wie es mit der Rückreise weiterging? Drei Tage vorher wie üblich versucht, online einzuchecken. Ging nicht. Flug nicht auffindbar. Also wieder Call Center angerufen, dieses Mal Herrchen (Frauchen hatte Angst, hysterisch rumzuschreien). Nein, wir stünden immer "noch" auf der Passagierliste für Düsseldorf. Und von da aus wurden uns tolle Alternativen angeboten - nicht: statt nach Nürnberg nach Stuttgart oder nach München. Ankunft jeweils spät am Abend. Und von dort nach Nürnberg? Tja, das wusste die nette Dame auch nicht. Nur dass der Nürnberg-Flug mangels Auslastung annulliert worden war. Herrchen wollte lieber Zug fahren, Frauchen plädierte für Mietwagen. Zug fahren hätte geheißen: mit der S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof, dort ICE. Oder, je nach Fahrplan, erst mit Zug nach Köln, dort ICE. Und voll mit Menschen. Sonntag meinte Herrchen dann angesichts der Fahrpreise und der genannten Überlegungen auch: Mietwagen. Also gebucht. Montag Abschied vom Meer genommen, Sand aus dem Fell geschüttelt und zum Flughafen. Immer mit der Angst, dass die beim Einchecken sagen "Sie stehen aber nicht auf der Liste" .... Nein, der nette Herr sagte "soll ich das Gepäck gleich bis Nürnberg durchchecken?" Bevor Frauchen lostoben konnte, kam schon ein "Oh, ich sehe gerade, äh, ja, hm, Sie wissen schon...?" Ja, wussten wir. Aber immerhin kamen wir ereignislos und pünktlich bis nach Düsseldorf. Wo wir dann am gähnend leeren Mietwagenschalter (so sah es an allen Schaltern aus ..) unseren Wagen einsammelten. Der Angestellte quasselte auf Frauchen ein, fehlte nur noch, dass er ihr Lenkung und Bedienung der Pedale erklärte. Frauchen meinte dann irgendwann, jetzt wollte sie aber gern los. Antwort "schade, Sie waren meine einzige Abwechslung heute, kein Kunde in Sicht". Erschreckend.

Dann sind wir einmal quer durch Deutschland gefahren, bequem im Auto, glücklicherweise ohne Stau, und waren fast genau zur selben Ankunftszeit in Nürnberg wie der gecancelte Flug (4 Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Flughafen wären es gewesen).

So langsam glaube ich, das liegt an Dir, Fozzie. Im März der Mallorcaurlaub wurde doch auch abgebrochen, als ich im Januar mit war, war es ein toller sonniger Urlaub genau wie gebucht ...

Naja, 1,5 Tage zuhause, Omas Geburtstag gefeiert, noch ein (unaufschiebbares) Videomeeting gehabt und dann ging es schon wieder ab für uns. 

3. Akt: Lenggries

Statt Spätsommer gab es schneebedeckte Berge. Und kein Einzelzimmer mehr für mich, ich musste mit Frauchen das Zimmer teilen, aber immerhin mit eigenem Bett. 

Am ersten Tag morgens 4 Grad, Sonne. Frauchen, ganz schlau, wollte auf den Vorderskopf in der Eng. Hatte sie als netten Waldpfad in Erinnerung, mit einer matschigen Stelle, und oben prima Aussichten. Und schön in der Sonne, so zwecks Wärme statt Schatten. Der Haken: dieser Pfad ging teils gefühlt senkrecht nach oben, und war durch Sturmschäden / Bäume / Äste mehr zu einem Wo-ist-denn-nun-der-Pfad-Kletterparcours geworden. Plus im oberen Teil Schnee. Ordentlich Schnee. In den sich Frauchen dann gleich mal beim Abstieg reinsetzte. Nachmittags dann wieder Beine-Ausschüttel-Lauf an der Isar, bei 19 Grad und in kurz/kurz.



Am nächsten Tag dunkelgrau bewölkt, aber trocken. Und gewisse Menschen hatten Mega-Muskelkater im Hinterschinken (Gluteus Maximus für uns Läufer) nach den 1.050 Höhenmetern des Vortages. Nix da, habe ich gesagt, raus und von mir aus dann flach laufen. 19 km von Lenggries nach Tölz und retour. Sogar mit ein bißchen Mallorca-Feeling, in den Isarauen weiden amtlich bestellte Ziegen und diese duften ... der Ziegenbock besonders stark, hehehe.

Letzter Ferientag: morgens zu Föhn aufgewacht. Bei 17, später 20 Grad hoch aufs Brauneck gewandert, auf neudeutsch "gespeedhikt". Ich war entsetzt - gerade mal 25 Jahre her, da hat Frauchen für die Strecke (800 Höhenmeter im Direktanstieg) 1 Stunde gebraucht. Nun 1:20 Stunden. Die Seilbahn fuhr erst nicht, weil Föhnsturm. Ohne Seilbahnzufuhr ist es auf diesem vom Massenansturm geplagten Bergmassiv sehr schön. Und die Aussicht, gerade bei Föhn, ist phänomenal. 



Der Föhn sollte bis mittags halten, also machte sich Frauchen dann auch zügig wieder ans Runterkommen. Gegen zwölf Uhr war es immer noch warm, die Wolkenlücken wurden weniger. Aber die wandernden Menschen kamen ihr zuhauf entgegen ... nun ja, wer es gern nass mag. Die letzten Meter zum Auto tröpfelte es schon, pünktlich kurz vor 13 Uhr schüttete es dann. Bis nachmittags war die Temperatur auf 7 Grad zurückgegangen, die einzige Regenpause nutzte Frauchen dann noch für die - nasse - Hausrunde. Und damit für unseren Bergabschied für dieses Jahr.

So, genug berichtet. Was noch zu sagen bleibt: viel zu wenig Kaiserschmarrn, Spinatknödel, Sachertorte für mich dieses Jahr. Fiel ja fast alles aus ... meine letzte Hoffnung, das Salzburg Trailrunning-Festival, ist nun auch abgesagt.

Bis bald 

Euer Iwan


 


Sonntag, 11. November 2018

Spontaner Kurztrip in die Berge

Hallo Leute,

von wegen "ein Indianer kennt keinen Schmerz". Gegen mein Frauchen ist Winnetou ein Jammerlappen, ach was sage ich, eine Heulsuse! Frauchen war ja letzten Sonntag umgeknickt, tat bös weh, und hat den Fuß dann die ganze Woche geschont. Immer im Hinblick auf den geplanten unverhofften Kurztrip nach Lenggries. (Könnt Ihr Euch vorstellen, was ich mitmachen musste? 5 Tage ohne Laufen, nur noch grummel grummel ...) Freitag früh sind wir dann Richtung Tegernsee gestartet. Dort ja erst die Konferenz in Gmund, Frauchen musste arbeiten und ich habe im Auto gewartet.
Dann der Schock: Frauchen ist fast schmerzfrei vom Auto weggegangen. Und als sie zurückkam, habe ich ihr die Schmerzen schon angesehen. Sie war (typisch mein "Hans-guck-in-die-Luft") unbedacht im Gebäude auf eine krumme Schwelle getreten und schon war die Verletzung wieder aufgebrochen. Naja, blieb ja nichts, wir sind im dicken Nebel dann rübergefahren nach Lenggries.
Wo die Wirtin ja genau weiß, wie sie ein kleines Bärenherz erfreuen kann: im Zimmer stand schon ein Stück Apfelstreusel für mich parat.
Samstag morgen dann strahlend blauer Himmel. Föhn. (Für Nichtbayern: warmer Wind, der die Leute zu bizarren Handlungen bringt, jedenfalls wird das oft als Entschuldigung gebracht ...). Frauchen also angesichts des immer noch ordentlich schmerzenden rechten Fußes auf den geplanten Berglauf verzichtet und stattdessen eine Bergwanderung angesetzt. Zum dritten Mal in diesem Jahr (!) sollte es hoch aufs Brauneck gehen gehen, es gibt zufälligerweise auch drei verschiedene Routen vom Parkplatz aus. 
Der Vorteil: nach den über 800 Höhenmetern in der Sonne wollte Frauchen dann mit der Bergbahn fußschonend herunterfahren.
Der Haken: die Bergbahn fährt derzeit wegen Revision nicht. Und weil dadurch nur Leute aufs Brauneck kommen, die auch tatsächlich hochgehen und nicht in Sandalen hochgeschaukelt werden, hat oben auch keine Hütte auf. Herrliche Stille, wenig Leute - so muss Berg sein. Die erste Viertelstunde schmerzte also die Außenseite des Fußes. Die zweite Viertelstunde war der Schmerz dann stechend den Knöchel hochgezogen. Danach merkte der Fuß wohl, es hat keinen Sinn, die Frau kehrt nicht um ... und verlegte sich aufs dumpfe Wehtun. Oben angekommen hatte sich Frauchen anscheinend schon so daran gewöhnt, dass sie ganz normal die Aussicht genoss. Und nur beim Anblick von zwei Bergläufern zusammenzuckte ... aus Neid.



Runter ist sie dann auch noch irgendwie gehoppelt, halt sehr vorsichtig. Um dann glatt nochmal laufen zu gehen. Das Thermometer war inzwischen auf 18 Grad geklettert - da passten die halb kahlen Bäume und das bunte Herbstlaub vom Gefühl her gar nicht dazu. Beim Laufen hatte ich sie nur auf den Isarweg Lenggries - Arzbach - Lenggries geschickt, damit sie nicht wieder umknicken konnte. Hat geklappt. Zur Belohnung fürs lange Warten sind wir dann noch in die Konditorei, wobei sich Frauchen mal wieder nicht entscheiden konnte. Also haben wir ein Stück Rüblikuchen und eine Sachertorte gekauft und korrekt halbe - halbe gemacht.

Interessanterweise hat abends der Fuß dann gar nicht mehr wehgetan. An eine spontane Wunderheilung mochte ich aber nicht so ganz glauben, und hatte auch recht. Heute früh tat er wieder weh. Aber anscheinend nicht allzuschlimm, denn vor der Heimfahrt drehte Frauchen noch eine schöne lange Talrunde. Während ich versuchte, mich mit den Ziegen anzufreunden, die die Isarauen sauber fressen sollen ...


Jetzt ist jedenfalls erst mal wieder Laufpause angesagt, denn zur Nachahmung ist das nicht empfohlen. Und gesund ist es sicher auch nicht, mit Schmerzen laufen und wandern zu gehen. Aber das unverhoffte Wochenende mit dem kleinen Sommer im November haben wir super genutzt!
Bis bald Euer Iwan


Montag, 24. September 2018

Bergwoche ohne Happy end

Hallo Leute,

da denkt man doch, aller guten Dinge sind drei. Triftt sicher oft zu, aber leider nicht auf den Tegernseelauf und Frauchen. Die letzten zwei Jahre war sie angemeldet, aber das Wetter zu grottig. Und sie ist nun mal keine Regenläuferin. Dieses Jahr habe ich sie also mit dem dezenten Hinweis angemeldet, sie solle nun aber wirklich mal starten! Tja, was rede ich ... wir hatten eine traumhafte Bergwoche, tolle Vorbereitung, und dann gestern morgen 11 Grad, Schauer, eisiger Wind. Und Frauchen nur - auf die Wettervorhersage vertrauend (hahaha) - eine kurze Hose dabei. Also wieder nix. Ich wollte sie ja noch aus dem Auto scheuchen, wir waren hingefahren, aber nach kurzem Lage-Check hat sie mich einfach auch mal vom Beifahrersitz geholt und in den Wind gehalten. Brr!
Dafür war ich mit den Tagen davor sehr zufrieden. Sonne pur und zwischen 24 und 28 Grad.
  • Wir sind Sonntag in Lenggries eingetroffen und es gab ein kleines Läufchen an der Isar bis Arzbach und auf der anderen Seite wieder zurück. So zum Aufwärmen. Ich dagegen hatte mich schon mit meiner Lieblingsbeschäftigung warmgemacht: Kuchen vertilgen! Denn gleich zur Ankunft stand ein schönes Stück Zwetschgenstreusel bei uns in der Pension. Die Wirtin weiß eben, was Bär braucht ...
  • Montag dann ein kurzer Ausflug zum Achensee. Dort die Strecke Pertisau - Falzthurnalm - Gramaialm - Richtung Lamsenjochhütte bis es in die steilen Serpentinen geht und zurück gelaufen. Runde 450 Höhenmeter in Karwendelkulisse. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch, da sind die knapp 2,5 Laufstunden im Flug vergangen. Und danach haben wir uns gleich mal einen ordentlichen Kaiserschmarrn gegönnt!
  • Dienstag war Wandertag. Frauchen ist auf den Kompar gestiegen, rund 1.000 Höhenmeter, mit Rundblick in die Eng, ins Karwendel, mit Sichtung von insgesamt 7 Gämsen und 2 Murmeltieren. Letztere hätten sehr gut genährt ausgesehen, um nicht zu sagen, sehr rundliche pelzige Hinterteile beim Hoppeln über die Bergwiese gezeigt!
  • Mittwoch habe ich als verantwortungsbewusster Coach einen Regenerationslauf angesetzt. Von Lenggries aus den Höhenweg nach Arzbach, runter an die Isar, dort bis Bibermühle, wieder hoch durch den Wald nach Wackersberg, von dort in großer Schleife zur Waldherrnalm, über die Wiesen auf Brauneck und Benediktenwand zu, dann wieder zurück nach Arzbach und den Höhenweg nach Lenggries. Nicht wirklich Höhenmeter, aber immer wieder giftige kleine Anstiege, hehehe. Solange Frauchen damit beschäftigt war, diese rund 22 km abzureißen, habe ich mich einem leckeren Eisbecher gewidmet. Ihr wisst schon, den Haitibecher mit 4 Kugeln, vielen frischen Früchten und ordentlich Sahne obendrauf ... 
  • Donnerstag war wieder Wandertag. Aufs Brauneck, den Hausberg von Lenggries. Im direkten Anstieg hoch - 800 Höhenmeter. Und ich musste leider konstatieren, dass Frauchen nachlässt! Ihre Bestzeit liegt da bei genau 61 Minuten, dieses Mal hat sie 80 Minuten gebraucht. (Gut, die Bestzeit stammt aus dem Jahr 1997 ... aber trotzdem!) Dann ging es durch die Massen von "Bergtouristen", die alle mit der Seilbahn hochgeschaukelt wurden, Richtung Latschenkopf. Also nochmal mit Anstieg und Gegenanstieg usw. über 200 Höhenmeter. Und weil´s so schön war, ist sie dann statt wie von mir geplant oberschenkelschonend mit der Seilbahn herunterzufahren gewandert. Natürlich nicht direkt, sondern über Florihütte, Kotalm, Wegscheid und dann die  knapp 3 km durch die Wiesen bis zur Talstation - denn da stand ja intelligenterweise das Auto.
  • Freitag dann der Höhepunkt - ein Trailrun mit gleich drei Gipfeln: Von der Waldherrnalm hoch zum Heiglkopf (41,58 Minuten, fragt nicht nach dem Pulswert nach diesen 500 Höhenmetern), im Auf und Ab über Blombergkreuz, -bahn und -haus Richtung Zwiesel. Das waren dann nochmal 200 Höhenmeter on top. Dort den letzten schönen Sommertag beim Rundblick ins Voralpenland bzw. ins Gebirge bei einer langen Rast genossen, während ich im Tal schon einmal den Belohnungskuchen besorgt habe: Sachertorte für mich, Rüblikuchen für Frauchen. Dann ging es die über 700 Höhenmeter überraschend gut wieder hinunter. Insgesamt eine schöne Runde mit tollen Aussichten, steilen Waldwegen und Trailpassagen unter anderem über Almwiesen.

  • In der Nacht kam dann der Wetterumschwung, aus war es mit dem Sommer. Samstag war dann nur noch Einlaufen für den geplanten Tegernseelauf angesagt, bei immerhin doch noch 14 Grad. Unten ging weiterhin kurz, oben statt des einen Shirts der vergangenen Tage dann eben Shirt, Langarmshirt, Wind-/Regenjacke. Frauchen drehte ihre letzte Lenggriesrunde des Jahres wieder an der Isar, die bewährten 7 km Bretonenbrücke - Lenggries und auf der anderen Isarseite zurück.
Tja, eigentlich eine wunderschöne Woche, leider ohne den geplanten krönenden Abschluss. Schade. Eines habe ich Frauchen aber schon gesagt: nächstes Jahr keine Anmeldung mehr - das ist sinnlos, es klappt ja doch nicht.
Übrigens, heute nacht hat es auf dem Brauneck geschneit, also da, wo Frauchen Donnerstag noch im Sommeroutfit schwitzte ...
Bis bald
Euer Iwan

Donnerstag, 16. Juli 2015

Laufen in Lenggries

Hallo Leute,

wir sind aus den Bergen zurück. Die Zusammenfassung in Kürze: 4 Kaiserschmarrn, 3 Riesen-Eisbecher, viel Hitze, viele Laufkilometer und Höhenmeter. Also rundum gelungen!

Ich habe mal einen neuen Trainingsimpuls setzen wollen und Frauchen jeden der 10 Urlaubstage zum Laufen gescheucht - egal, ob es 37 Grad hatte, sie vorher schon eine 6-Stunden-Bergtour hinter sich hatte oder "nur" ein langer Lauf anstand. Und siehe da: es ging .... Jaja, ich weiß, bei Hitze sei es schlecht zu laufen - aber Frauchen ist nachgewiesen anscheinend der einzige Mensch, dem Laufen bei 35 Grad nix ausmacht, die Pulswerte werden sogar noch besser .... gut, kein Tempotraining, aber zwei schöne lange Läufe durch die herrliche Gegend zwischen Wegscheid / Lenggries und Bad Tölz, schön kupiert mit kleinen Bergtrails dazwischen war alles dabei. So geht zum Beispiel von unserer Pension aus direkt eine 6 km-Runde mit rund 150 Höhenmetern durch Wald und Wiesen. Unsere Lieblingsstrecken:

  1. Vom Parkpatz Isarbrücke in Lenggries rechts der Isar nach Arzbach, über die Brücke, dann links weiter an der Isar bis Abzweigung Bibermühle, dort trailig steil durch den Wald, über Wiese mehr oder weniger weglos nach Wackersberg, dort Richtung Blomberg, links über Wiesenpfade erst eben, dann steil hoch zur Waldherrnalm, runter Richtung Arzbach, rechts den Wiesenpfad weiter mit herrlichem Blick aufs Brauneck und die Benediktenwand, irgendwann links runter über Feldwege nach Arzbach, dort dann den Höhenweg zurück nach Lenggries. Rund 20 km, kupiert, wenig Schatten. Gelaufen bei 37 Grad. Sehr schweißtreibend, aber die Johannisbeerschorle im Alpenbad Arzbach half einem über die letzten 4 km - die waren schwer irritiert, mal keinen Schwimmer, sondern einen Läufer am Schwimmbadkiosk zu sehen ...

    Alternativ kann man auch auf dem Höhenweg hin nach Tölz, Isaruferweg zurück. Oder auf dem Isaruferweg hin nach Tölz (flach), dann steil durch den Wald hoch und den Höhenweg zurück. Klingt nicht schlimm, aber nach dem siebten bissigen Anstieg über 30 Meter hoch / runter lernt man auch flache Wege schätzen, vom Höhenweg ist die Aussicht aber schöner.
  2. Von Hohenwiesen aus den Radweg Richtung Sylvensteinspeicher, über die Hälfte geht nur durch den Wald, ohne Straße daneben. Asphaltiert, gut für Tempotraining. Hin und zurück rund 15 km.
  3. Ausflug ins benachbarte Tirol: Achensee / Pertisau - Parken auf dem Parkplatz Karwendeltäler, über Falzthurnalm zur Gramaialm, dahinter je nach Lust, Laune und Kondition noch ein Stück Richtung Lamsenjoch hoch (Achtung, steil). Auch bis zur Gramaialm schon über 300 Höhenmeter. Bergsightseeing pur, Frauchen stolpert dann gern mal über eine Baumwurzel, weil sie nur Augen für das Panorama hat ...
  4. Parken an der Bretonenbrücke, zwischen Lenggries und Fleck. Dort die knapp 7 km-Runde, eine Isar-Seite hin, eine Isar-Seite zurück von Lenggries. Flach, gut zum Beine ausschütteln nach einer Bergtour.
  5. Gleicher Ausgangspunkt, nur erst rechts der Isar nach Lenggries, dort über die Brücke, erst entlang der Isar wieder zurück, bei rechts abzweigendem Querpfad Richtung Höhenweg. Quer über die Wiesen hoch Richtung Draxlhang, Brauneck, mit Ausblick auf Geierstein dann wieder runter Richtung Wegscheid und Bretonenbrücke. Genießt einfach die Bilder dazu:













Habe ich Euch Appetit gemacht? Apropos Appetit - unsere Pensionswirtin hat sowieso ein Herz für Bären ... wenn Frauchen unterwegs ist, stellt sie mir und meinem Kumpel auch schon mal ein Stück Apfelkuchen hin (kein Witz, ehrlich, dreifaches Bären-Ehrenwort!).


Jetzt muss ich nur zusehen, dass Frauchen ihre gute Kondition hält. Ich habe sie jedenfalls gleich mal für den Isarlauf am 13. September angemeldet - passte gerade noch zwischen Achenseelauf und Viking Womens Trail. Genießt die warmen Tage!
Bis bald Euer Iwan