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Montag, 21. Juli 2025

Sylt: nass, nass, Baby

Hallo Leute,

meine Menschen waren wieder auf Sylt. 1 Woche (und nein, sie haben nicht im Lotto gewonnen ...). Wettervorhersage war im Gegensatz zu den letzten 3 Urlauben dort gut. Was mich sofort misstrauisch machte: sonst war sie immer schlecht, ich habe zugunsten Fozzies großherzig verzichtet, und prompt hatten sie super Wetter. "Iwan, sei wachsam", sagte ich mir, die wollen einen nur hochlocken und dann schlägt das Wetter zu. Außerdem mag ich keine Fische ....

Also habe ich den Trainingsplan für Frauchen meinem Assistenztrainer 2. Klasse, Fozzie, mitgegeben, ihnen gute Reise gewünscht und mir jeden Tag mit zunehmender Erheiterung den Wetterbericht angeschaut.

Iwan, soooo schlimm war es nicht. Es gab immerhin einen komplett trockenen Tag, den Abreisetag. Zwar bewölkt. Aber immerhin. Am ersten Tag lockte noch Sonne:

 


Um dann gleich einen saftigen Schauer hinterher zu schicken. So ging es die ganzen Tage, man konnte nichts planen, die Wettervorhersage kam mit den andauernden Änderungen gar nicht hinterher. Die Menschen waren Wandern um die Südspitze bei Hörnum, Deichwandern bei List, am Grünen Kliff in Morsum, am Roten Kliff in Wenningstedt 









 

... und ich war meist bei Gosch, Krabbensemmel futtern. Und mir danach immer den Sand aus dem Fell schütteln, war das ein Wind!

Frauchen habe ich akribisch den Trainingsplan abarbeiten lassen. Der erste 2-Stunden-Lauf seit 10 Monaten - mit extra viel Regen. Sie brabbelte danach was von "irre, die sind alle irre hier" - weil die wenigen Läufer, die sie traf auf ihrer Runde (Wennigstedt, Klippenweg, Sagenwald, Kampen, Quermarkenleuchtfeuer (oder so ähnlich), hinüber zur Wattseite, durch die Heide zurück nach Braderup, über Wiesen und am Dorfteich entlang) keine Regenjacke trugen (!), dafür aber Sonnenbrille (!!).

Und ich war ja sehr gespannt darauf, welches Erlebnis wird dieses Mal auf dem Flug haben würden. Flug annulliert, Maschine kaputt, nur eine Treppe für zwei Maschinen, erstmal eine Flughafenrunde zum Tanken drehen - hatten wir alles schon. Dieses Mal, und gleich zweimal: "Äh, hier spricht Ihr Kapitän, Wie sie sehen, sind wir hier in Frankfurt auf einer Außenposition. Und wie Sie ebenfalls sehen, sehen Sie keine Treppe, und keinen Bus. Die haben wohl noch nicht mitgekriegt, dass wir gelandet sind ..." Glücklicherweise hatten wir großen Puffer für den jeweiligen Anschluss, andere Passagiere waren Nervenwracks.

Also, Iwan, wie siehts aus? Ich habe Dir Frauchen gesund und wohl trainiert zurückgebracht. Werde ich weiter befördert?

Mein lieber Fozzie, erstmal sehen, was dieses Training so gebracht hat. Gestern hier beim Waldlauf in kupiertem Gelände merkte man jedenfalls, dass sie auf NN trainiert hatte. Höhentrainingslager bringen da mehr (vor allem für mich, Kaiserschmarrn, hehehe).

Bis bald, Euer Iwan 

Dienstag, 20. Juli 2021

Statt "Servus" hieß es "Moin"

Hallo Leute,

kaum aus den Bergen zurück, stand nochmal Urlaub an. Herrchen ist ja so ein Meeres-Liebhaber, und 1 Woche frei, und man weiß ja nie, was dieses Jahr coronabedingt noch so bringt an Urlaubsmöglichkeiten und überhaupt ... also wurde schnell nochmal Sylt gebucht. Aus den Erfahrungen der vergangenen Urlaube dort

  1. Flug mit Lufthansa über Frankfurt, denn wenn der Rückflug wieder storniert würde, wären sie schneller wieder hier als von Düsseldorf aus 
  2. viele dicke Klamotten eingepackt, weniger Sommerkleidung, denn die Sommer auf Sylt sind eher gefühlte Winter
  3. mich geweigert, mitzufahren, und stattdessen den Aushilfscoach 2. Klasse, Fozzie, mitgeschickt.

 Ja, Danke nochmal für die Degradierung, Iwan! Ich kann doch nichts dafür, wenn Frauchen sich nicht an Deine komischen Trainingspläne hält! 

Ich habe mir ja bis zuletzt überlegt, ob ich mitfliegen sollte. Die Wettervorhersage war .. nun ja, kühl und feucht. Und am Abreisetag hier in Nürnberg massivster Starkregen. Frauchen musste ca. 50 Meter auf die andere Straßenseite, um sich schnell noch ihren digitalen Impfpass zu holen - trotz Schirm waren die Hosenbeine bis oben patschnass. Der Hinflug war dann ereignislos - viel "reich und schön" an Bord von Frankfurt nach Westerland. In der Reihe von Frauchen saß ein ca. 12jähriger Bub mit Mutter, dessen Kleidung und Schuhe allein mindestens ein Monatsgehalt von Frauchen kosteten. Und nein, sie verdient nicht so wenig ...

Den Putzig-Flughafen in Westerland kannte ich ja nun schon. Transfer ins Wenningstedter Hotel auch prompt, nach dem Auspacken gingen meine Menschen Meer gucken vom Roten Kliff, ich gleich mal zu Gosch (60 Meter) zum ersten Krabbenbrötchen des Urlaubs. Was der Iwan an Kaiserschmarrn verdrückt, sind mir die Krabbensemmeln! 

Das Wetter spielte super mit: 7 Tage fast nur Sonne, kein Regen, nur einen Tag starker Wind, drei Tage bis 27 Grad. Extrem ungewöhnlich für Sylt. Das Unwettertief, das andere deutsche Regionen mit Dauerregen überflutete, lag unterhalb, und lenkte am Rand wie mit Sog warme Luft vom Balkan hoch.

So machten wir viele Wanderungen, davon eine Wattwanderung, Frauchen ist viel gelaufen - von Wenningstedt aus entweder die Runde Rotes Kliff - Kampen - Braderuper Heide - Wenningstedt (mit Uwe-Düne, viele Stufen) oder rüber nach Braderup - Wattwanderweg nach Keitum - zurück. Herrchen,  diverse Schweinswale (leider keine Fotos!) und viele Quallen badeten ausgiebig. Es hat übrigens wieder abseits vom Meer nasenbetörend nach Buschrosen geduftet.



Und wir waren am nördlichsten Punkt Deutschlands:
An Herrchens Geburtstag sind wir abends besser essen gegangen, in ein Beach Restaurant in Westerland mit Superblick draußen sitzend aufs Meer. Da haben wir dann auch den einzigen Promi (den wir erkannt haben!) gesehen: Ben Becker, den Schauspieler.

Am letzten Tag wurde nochmal mit mir geshootet, an der Haupttreppe in Wennigstedt, oben am Roten Kliff, und im Strandkorb:






Ja, und, Fozzie, bist Du bald fertig? Nun rück schon raus, bisher war doch der Rückflug bei Dir immer irgendwie ein Desaster ..

Ich kann doch nichts dafür, wenn die Rückflüge canceln, Maschinen kaputt gehen, Wetterkapriolen sind ... dieses Mal lag es am Flughafen in Westerland. Vor uns sollte die Maschine nach Düsseldorf fliegen, die hatte leichte Verspätung, weil eine eingecheckte Passagierin ihr Hundilein viel zu lange noch ausführte und mehrfach ausgerufen werden musste. Dann sollten wir boarden - die Tür war schon auf. Wer Westerland nicht kennt - ein großer Aufenthaltsraum, von dem drei Türen (= Gate 1, 2, 3) aufs Rollfeld gehen. Da kam die Müncher Maschine an, die 1 Stunde nach uns wieder losfliegen sollte. Und da es anscheinend nur eine Aussteigtreppe dort gibt, wurde die von unserem Flieger wieder weggerollt, zum Neuankömmling hin und dann durften die erstmal alle aussteigen und zu Fuß in die Halle gehen. Einige knipsten dann erstmal ausführlich ihr Flugzeug, machten Selfies, schauten sich um ... und der letzte musste in der Halle sein, das Rollfeld leer, bevor die Treppe wieder zu unserem Flieger gerollt wurde und unser Laufweg abgesperrt wurde. Dann - mit kaum 40 min. Verspätung - durften wir endlich einsteigen. Um dann nochmal fast eine halbe Stunde zu stehen, weil die Koffer-Crew (gleichzeitig auch die Ausladecrew und die Flughafenfeuerwehr in Personalunion) jeden einzelnen Koffer vor dem Einladen diskutierte, teils zurücklegte, den nächsten nahm ... Konnten wir schön zusehen, denn unser Fenster lag direkt darüber. Herrchen war einem Nervenzusammenbruch nahe, weil er - wieder mal - den Anschlussflug nach Nürnberg als verpasst ansah. Den erreichten wir dann aber noch gut, obwohl wir wieder die lange Wanderung durch den meist rennend bewältigten Tunnel zwischen den Terminals A und B in Frankfurt machen durften.

Fazit: Iwan, dieses Mal hast Du Dich verzockt. Wetter gut, Essen gut, der Kuchen im Cafe Nielsen in Keitum superb, das ..

Das reicht, Fozzie! Schluss jetzt.Ich will nix mehr hören. Den nächsten Trip mache ich wieder mit Frauchen.

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Ferien 2020 - in drei Akten

Hallo Leute,

mich gibt es noch (auch wenn manche vielleicht das Gegenteil gehofft haben ...), ich war nur beschäftigt. Mit Urlaub. Eigentlich ja ein schönes Thema. Normalerweise läuft "unser" großer Jahresurlaub so ab: Ende September 16 Tage Mallorca (Laufen, Wandern, Wärme genießen = Frauchen / Baden, Wandern, Wärme genießen = Herrchen / alle überwachen, gut futtern, Wärme genießen oder alternativ zu Hause das Regiment führen = ich). Aber wie wir alle wissen, 2020 ist anders. Besonders. 

Wir hofften lange, aber dann war klar - dieses Jahr wird es nix mit Mallorca. Frauchens Alternative, in die Berge zu fahren, fiel bei Herrchen durch. Er wollte "Meer". Mehr Meer. Irgendwo in die Fremde fliegen wollten wir coronabedingt nun auch nicht, lieber dahin, wo man weiß, wie was läuft ... Also Nord- oder Ostsee. Hotels geprüft, Anreisealternativen geprüft. Oft musste ich Frauchen nach Ohnmachtsanfällen Luft zufächeln, wenn sie die Preise gesehen hatte. Anreise per Zug wollte Frauchen risiskoängstlich nicht. Per Auto in den Norden ist von uns aus sehr weit. Bei den Preisen blieb dann 1 Woche über, mehr ging nicht (die Preise teils doppelt so hoch wie in früheren Jahren, wenn nicht sowieso ausgebucht). Lange Rede, kurzes Ergebnis: 4 Tage Berge, 1 Woche Sylt, 4 Tage Berge. Wobei Herrchen uns allein in die Berge ließ, er hätte angeblich dieses Jahr schon genug gesehen. Verstehe ich nicht, von Bergen kann man (bär) doch nie genug sehen!

1. Akt: Lenggries 

Fast noch hochsommerliches Wetter. Gewohnte Pension, ungewohnt aber, dass Frauchen und ich allein das große zwei Zimmer-Appartment mit Balkon hatten - eigenes Bett für mich ist ja klasse, aber so hatte ich auch ein eigenes Zimmer. Anreise nachmittags nach dem letzten beruflichen Videomeeting, Auspacken, Umziehen, Hausrunde 5 km mit netten Höhenmetern zur Einstimmung. 

Am nächsten Tag ab in die Eng, endlich sollte es mal auf den Hahnenkampl gehen. Sehr schöne Ausblicke, sehr schweißtreibend, der Abstieg teils gegen die Strecke des Karwendelmarschs (Frauchen traf sogar zwei Läufer, die gerade im Anstieg zum Gramai-Hochleger waren und den virtuellen Karwendelmarsch 2020 absolvierten - die gingen übrigens auch, nix Laufschritt) und weil sie noch nicht genug hatte, von der Binsalm gleich noch den Eng-Panoramaweg mit gewandert. Saftig Höhenmeter.



Und Menschenmassen überall. So voll wie dieses Jahr haben wir die Berge noch nie erlebt! Zum Beine ausschütteln dann noch die "kleine" Runde an der Isar und der Versuch, das schicke Gamstrail-Shirt (kam als Trostpflaster für den auf 2021 verschobenen Lauf) mittels Selfie zu verewigen. Ich glaube, Selfies müssen wir noch üben!

 Samstag dann ein bißchen zwickende Beine, aber Sonne und Frauchen strahlten. Also die Laufrunde mit den 3 Gipfeln angepeilt: Von der Waldherralm hoch zum Heiglkopf, über Blomberg zum Zwiesel, wieder runter. Heiß. Und zu unser aller Überraschung war Frauchen im Speed-Hiking-Schritt 4 min (und damit rund 10 %!) schneller als letztes Jahr auf dem Heiglkopf, 40 min. für 500 Höhenmeter. Die Belohung waren dann ein Stück Rüblikuchen, eine Sachertorte und ein Apfelstrudel, die wir gerecht geteilt haben.


Sonntag noch ein flotter 10 km-Lauf an der Isar, dann zurück nach Hause, waschen und umpacken. 

Auf Sylt habe ich verzichtet (zu wenig Sommer, zu wenig Kaiserschmarrn). dafür ist der Krabbensemmel-Afficionado Fozzie mitgeflogen. Ich übergebe.

2. Akt: Sylt

Endlich durfte  ich mal wieder richtig raus. Wobei ich sehr mißtrauisch war. Denn die Flüge gingen über Düsseldorf, derzeit fliegt von Nürnberg direkt fast nichts. Und Düsseldorf und wir - das ging in der Vergangenheit nie gut aus. Ich erinnere an Stornos wegen Schnee = Heimfahrt in ungeheiztem Zug oder Flugzeug kaputt = Umbuchung ... aber es schien alles gut zu gehen, wir kamn sogar 15 min. vor geplanter Landung in Sylt an. Flughafen gespenstisch leer, im Gebäude und im Flieger war ich wohl der einzige ohne Maske (bevor hier ein Aufschrei kommt: ich bin ein Bär!), sogar die Koffer kamen sehr schnell. Der Shuttle zum Hotel in Wenningstedt transportierte uns komfortabel transportiert ins Hotel, wo uns gleich zwei Bären im Frühstücksraum überraschten. Die Kumpels hielten quasi den Tisch belegt, sodass genügend Abstand eingehalten wurde.

Zwei Stunden nach der Landung kam dann eine Mail von Eurowings. Recht schwer auf dem Smartphone zu lesen, irgendwas mit "annulliert". Frauchen in ihre Konto eingeloggt, ganzer Rückflug war weg. Nicht mehr sichtbar. Panik. Anruf im Eurowings-Call Center. Nein, es sei "nur" der Teilflug Düsseldorf - Nürnberg annulliert, für Sylt - Düsseldorf stünden wir "noch" auf der Passagierliste. Und könnten normal einchecken. Wie wir nach Hause kommen sollten? Tja, das sollten wir selbst sehen, und dann die Rechnung einreichen. 

O.k. Frauchen hat die ganze Zeit sehr viel Verständnis für die Situation der Fluggesellschaften gehabt (wir sitzen inzwischen auf 3 Vouchers und zwei auf 2021 umgebuchten Flügen). Aber das war ein bißchen viel. Denn Alternativen an dem Tag gab es keine. Der EW war der einzige Flug. Dieses "was, wenn die uns nicht mitnehmen" schwebte über uns.

Ansonsten habe ich mich viel mit Krabbenbrötchen vollgestopft (zu Gosch waren es genau 60 Meter), wurde für Fotoshootings bei steifer Brise ans Meer gesetzt (ohne Festhalten ging nichts), und habe Frauchen gemäß Iwans Trainingsplan gescheucht.

 Sie ist einmal die lange Sightseeingrunde Wenningstedt - rotes Kliff - Uwe-Dühne - Kampen - Braderuper Heide - Kamper Leuchtturm - Alter Dorfteich gelaufen, mehrfach "nur so" km, und am Tag des stärksten Windes nach Westerland. Hinzu 10 min/km, zurück knapp 4 min/km. Endlich wusste sie, wie sich so ein rasantes Tempo anfühlt.

Und wir haben Schweinswale gesehen, sind an der Südspitze bei Hörnum gewandert, dito am Ellenbogen 4 Stunden mit einer Führung vom Naturschutz, waren bei den Seehundbänken.


Wie es mit der Rückreise weiterging? Drei Tage vorher wie üblich versucht, online einzuchecken. Ging nicht. Flug nicht auffindbar. Also wieder Call Center angerufen, dieses Mal Herrchen (Frauchen hatte Angst, hysterisch rumzuschreien). Nein, wir stünden immer "noch" auf der Passagierliste für Düsseldorf. Und von da aus wurden uns tolle Alternativen angeboten - nicht: statt nach Nürnberg nach Stuttgart oder nach München. Ankunft jeweils spät am Abend. Und von dort nach Nürnberg? Tja, das wusste die nette Dame auch nicht. Nur dass der Nürnberg-Flug mangels Auslastung annulliert worden war. Herrchen wollte lieber Zug fahren, Frauchen plädierte für Mietwagen. Zug fahren hätte geheißen: mit der S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof, dort ICE. Oder, je nach Fahrplan, erst mit Zug nach Köln, dort ICE. Und voll mit Menschen. Sonntag meinte Herrchen dann angesichts der Fahrpreise und der genannten Überlegungen auch: Mietwagen. Also gebucht. Montag Abschied vom Meer genommen, Sand aus dem Fell geschüttelt und zum Flughafen. Immer mit der Angst, dass die beim Einchecken sagen "Sie stehen aber nicht auf der Liste" .... Nein, der nette Herr sagte "soll ich das Gepäck gleich bis Nürnberg durchchecken?" Bevor Frauchen lostoben konnte, kam schon ein "Oh, ich sehe gerade, äh, ja, hm, Sie wissen schon...?" Ja, wussten wir. Aber immerhin kamen wir ereignislos und pünktlich bis nach Düsseldorf. Wo wir dann am gähnend leeren Mietwagenschalter (so sah es an allen Schaltern aus ..) unseren Wagen einsammelten. Der Angestellte quasselte auf Frauchen ein, fehlte nur noch, dass er ihr Lenkung und Bedienung der Pedale erklärte. Frauchen meinte dann irgendwann, jetzt wollte sie aber gern los. Antwort "schade, Sie waren meine einzige Abwechslung heute, kein Kunde in Sicht". Erschreckend.

Dann sind wir einmal quer durch Deutschland gefahren, bequem im Auto, glücklicherweise ohne Stau, und waren fast genau zur selben Ankunftszeit in Nürnberg wie der gecancelte Flug (4 Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Flughafen wären es gewesen).

So langsam glaube ich, das liegt an Dir, Fozzie. Im März der Mallorcaurlaub wurde doch auch abgebrochen, als ich im Januar mit war, war es ein toller sonniger Urlaub genau wie gebucht ...

Naja, 1,5 Tage zuhause, Omas Geburtstag gefeiert, noch ein (unaufschiebbares) Videomeeting gehabt und dann ging es schon wieder ab für uns. 

3. Akt: Lenggries

Statt Spätsommer gab es schneebedeckte Berge. Und kein Einzelzimmer mehr für mich, ich musste mit Frauchen das Zimmer teilen, aber immerhin mit eigenem Bett. 

Am ersten Tag morgens 4 Grad, Sonne. Frauchen, ganz schlau, wollte auf den Vorderskopf in der Eng. Hatte sie als netten Waldpfad in Erinnerung, mit einer matschigen Stelle, und oben prima Aussichten. Und schön in der Sonne, so zwecks Wärme statt Schatten. Der Haken: dieser Pfad ging teils gefühlt senkrecht nach oben, und war durch Sturmschäden / Bäume / Äste mehr zu einem Wo-ist-denn-nun-der-Pfad-Kletterparcours geworden. Plus im oberen Teil Schnee. Ordentlich Schnee. In den sich Frauchen dann gleich mal beim Abstieg reinsetzte. Nachmittags dann wieder Beine-Ausschüttel-Lauf an der Isar, bei 19 Grad und in kurz/kurz.



Am nächsten Tag dunkelgrau bewölkt, aber trocken. Und gewisse Menschen hatten Mega-Muskelkater im Hinterschinken (Gluteus Maximus für uns Läufer) nach den 1.050 Höhenmetern des Vortages. Nix da, habe ich gesagt, raus und von mir aus dann flach laufen. 19 km von Lenggries nach Tölz und retour. Sogar mit ein bißchen Mallorca-Feeling, in den Isarauen weiden amtlich bestellte Ziegen und diese duften ... der Ziegenbock besonders stark, hehehe.

Letzter Ferientag: morgens zu Föhn aufgewacht. Bei 17, später 20 Grad hoch aufs Brauneck gewandert, auf neudeutsch "gespeedhikt". Ich war entsetzt - gerade mal 25 Jahre her, da hat Frauchen für die Strecke (800 Höhenmeter im Direktanstieg) 1 Stunde gebraucht. Nun 1:20 Stunden. Die Seilbahn fuhr erst nicht, weil Föhnsturm. Ohne Seilbahnzufuhr ist es auf diesem vom Massenansturm geplagten Bergmassiv sehr schön. Und die Aussicht, gerade bei Föhn, ist phänomenal. 



Der Föhn sollte bis mittags halten, also machte sich Frauchen dann auch zügig wieder ans Runterkommen. Gegen zwölf Uhr war es immer noch warm, die Wolkenlücken wurden weniger. Aber die wandernden Menschen kamen ihr zuhauf entgegen ... nun ja, wer es gern nass mag. Die letzten Meter zum Auto tröpfelte es schon, pünktlich kurz vor 13 Uhr schüttete es dann. Bis nachmittags war die Temperatur auf 7 Grad zurückgegangen, die einzige Regenpause nutzte Frauchen dann noch für die - nasse - Hausrunde. Und damit für unseren Bergabschied für dieses Jahr.

So, genug berichtet. Was noch zu sagen bleibt: viel zu wenig Kaiserschmarrn, Spinatknödel, Sachertorte für mich dieses Jahr. Fiel ja fast alles aus ... meine letzte Hoffnung, das Salzburg Trailrunning-Festival, ist nun auch abgesagt.

Bis bald 

Euer Iwan