Posts mit dem Label Eurowings werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eurowings werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. November 2023

#Mimimi Mallorca

 Hallo Leute,

ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Das hatte auch seinen guten Grund: ich hätte nur Deprimierendes zu berichten gehabt. Und ein Dauer-Mimimi wolltet Ihr ja nun sicher nicht lesen ...

Ich versuche mich mal in Kürze:

  • Am 20. September flogen meine Menschen (ohne mich! nur mit dem Assistenztrainer 2. Klasse, Fozzie!) in den üblichen langen Urlaub nach Mallorca. Trainingsplan hatte ich Frauchen mitgegeben, lange Läufe, viel Treppensteigen in den 8. Stock im Hotel, denn sie sollte für das Salzburg Trailrunning Festival fit werden.
  • Am 21. September abends fing Herrchen an zu kränkeln. Am 22. lag er flach, sie vemuteten heftige Erkältung. Frauchen ging nochmal laufen, 12 km mit ordentlich Höhenmetern - ja, gibt es in Port d´Alcudia durchaus, immer Richtung Atalya hoch.
  • selber Tag, abends: Telefonat, dass der Lebensgefährte von Oma gestorben ist. Immerhin knapp 93, aber trotzdem ... Frauchen sucht Flüge raus, am für den Tag der Beerdigung nach Hause zu fliegen. 
  • 23. September abends: Herrchen geht´s weiter nicht so doll, bei Frauchen fängt der Hals an zu kratzen. Innerhalb von 3 Stunden ist sie von "ich war noch 6 km laufen" auf "Schüttelfrost". Corona lässt grüßen. 
  • Nix Heimflug, 1 Woche Totalausfall für beide. Frauchen noch schlimmer als Herrchen, am 24. kann sie kaum vom Bett aufstehen - gut, dass der Berlin-Marathon in voller Länge übertragen wird! 
  • 25. bis 30. September - Abstand halten, kein Appetit trotz übervollem Hotelbüffets, am Strand Liegen weit ab genommen. Selbst Herrchen, der ein bekennender Meer-Afficionado ist, wird es laaaaaaaaaangweilig. Frauchen kann inzwischen  fließend auf spanisch Ibuprofen und Hustenmittel in der Apotheke besorgen.
  • Erwähnte ich schon, dass Herrchens Rucksack in der Woche am Strand geklaut wurde? Das erste Mal in rund 30 Jahren Mallorca-Urlaub. Die Diebe werden sich mega geärgert haben - kein Smartphone, kein Geldbeutel, nichts Verwertbares für sie. Aber ärgerlich für Herrchen: die Wechsel-Badehose, die Strandgeh-Shorts, die Hustenbonbons und Taschentücher.
  • Nach rund einer Woche klappen sogar etwas längere Spaziergänge wieder, zu Anfang musste Frauchen nach 200 Metern (!) eine Pause einlegen. 
  • Die letzten Tage gibt es dann leichte kleine Wanderungen und kleine erste Laufrunden für Frauchen.

Aber das war zu früh gefreut. Zuhause kam ein sehr kräftiger und hartnäckiger Husten. Also wieder über 1 Woche Laufpause. Ich habe schweren Bärenherzens unsere Hotelreservierung für Salzburg storniert, und Frauchen hat sich mit einem Nicht-Start abgefunden. Sie wäre absolut nicht die Stiege kurz nach dem Start hochgekommen.

Dann ging es langsam wieder mit dem Lauftraining los. So einen konditionellen Rückschlag hatte sie lange nicht mehr. Zu Anfang war sie nach 5 langsamen km fertig. Gesteigert auf 10 ... Spaß machte es ihr gar keinen.

Am 1. November standen dann nochmal 5 Tage Mallorca an. Mit Oma. Und mir!

  • Als Frauchen gebucht hatte, war der Hinflug später Vormittag und der Rückflug früher Nachmittag. Zwischendurch änderte Eurowings die Flugzeiten. Nun kurz vor 18 Uhr hin, und 9:50 Uhr zurück. Wir haben immer einen Mietwagen, und fahren rund eine Stunde nach Port d´Alcudia. Das hieß also: kein Abendessen mehr am Ankunftstag im Hotel (bis 21 Uhr), kein Frühstück am Abflugtag (ab 7:30 Uhr). Danke, Eurowings!
  • Am Abflugtag gleich morgens die Info per SMS: Abflug 19 Uhr. Ganz toll ... nicht. Im Endeffekt sind wir mit 1,5 Stunden Verspätung losgekommen. Und, ich greife vor: beim Rückflug dasselbe: wieder 1,5 Stunden Verspätung. 
  • Das Wetter auf  Mallorca: sonnig, zwei Tage rund 25 Grad, die anderen beiden bis 21 Grad. Aber. Ganz großes "aber": Wind. Was sage ich, Sturm. Mit Orkanböen. Das hatte zwei Folgen: ich durfte gar nicht raus aus dem Hotelzimmer, weil die Gefahr des Fortwehens bestanden hat. Plus ich zu viel Sand ins Fell gekriegt hätte. Schlimmer war eine Böe für Oma: sie hat es glatt umgeweht. Beule und Platzwunde am Hinterkopf, Riesenfleischwunde am Arm. Frauchen konnte also ihre Spanisch-Apotheken-Kenntnisse um "Desinfektionsspray" erweitern. Ibuprofen und Riesenpflaster konnte sie ja schon. 
  • Spaß beiseite: Oma hatte sich bei früheren Stürzen 3 mal den Oberschenkelhals gebrochen, und einmal Lendenwirbel. Wir waren heilfroh, dass es so glimpflich ausging. Und sie so hart im Nehmen ist - jeder andere hätte ge-mimimi-t und wäre nicht weiter gewandert, sondern zum nächsten Doktor gegangen.
  • Interessant war der Kontrast zwischen Mallorca noch voll im Sommer-Modus Anfang Oktober, und 4 Wochen später, alles eingemottet, fast alles verrammelt und im Winterschlaf.







  • Sehr positiv für mich als bäriger Laufcoach: Frauchen hat auf Mallorca ihren Laufspaß wiedergefunden. Und als sie das erste Mal seit dem 22. September (s.o.) wieder die lange Strecke mit vielen Höhenmetern geschafft hatte, waren wir beide mega stolz! 
Ich hoffe, damit hat dieses Seuchenjahr 2023 endlich alles für uns ausgepackt, was es in petto hatte. Und die restlichen Wochen verlaufen dann ruhig. 

Bis bald, Euer Iwan


 


 


Freitag, 31. Dezember 2021

Auf Nimmerwiedersehen, 2021!

 Hallo Leute,

 normalerweise schreibe ich immer zum Jahresende meinen bärigen Jahresrückblick. Nur was kann man / bär über dieses Jahr sagen? Es gab kaum Highlights, viele Lowlights. Äh, gibt es dieses Wort überhaupt? Wenn nicht, dann habe ich es eben erfunden. Und sichere mir hiermit das Copyright darauf!

Ich will Euch  nur mal exemplarisch von unserem Dezember berichten. Frauchen wollte nämlich beim 10 km Port de Palma starten, dem Lauf, der ursprünglich im März 2020 stattfinden sollte. Verschoben auf den 5. Dezember 2021. Wir hatten also im Mai Flüge gebucht, Freitags hin, Mittwochs zurück, hin direkt Nürnberg - Palma, zurück (leider) über Düsseldorf. Ende September kam der Flight-Change von Eurowings: nicht mehr Abflug Nürnberg, sondern München. Liegt ja auch ganz klar nebeneinander. Und man kommt so gut dahin. Wie, das bleibt einem selbst überlassen. Danke für nichts, Eurowings. Also Alternativen gesucht und gefunden, sogar 100 Euro billiger. Flüge leider über Frankfurt, mit LH. Tja, dann kam Omikron. Und damit allseits Panik und Unverständnis, dass Frauchen und ich fliegen wollten. Und ein weiterer Flight-Change: statt Mittwoch Abend zurück wäre der Abflug von Palma schon mittags. Um dann 7 Stunden Aufenthalt am Frankfurter Flughafen zu haben. Und immer höhere Infektionszahlen ... und mehrmals von Passagieren gehört, die bewusst positiv in den Flieger stiegen, um nach Hause zu kommen. Gut, Frauchen war geimpft, aber trotzdem. Und dann annullierte die LH netterweise auch noch einen Teilflug, nach stundenlangem In-der-Warteschleife-Hängen kam die putzige Frage "Sie können doch auch an einem anderen Tag fliegen, oder?". Nein. Thema erledigt. Blutenden Herzens alles storniert. Vernunft siegte über Emotion (und die Gier, das Finishershirt in Frauchens absoluter Lieblingsfarbe zu ergattern).

Der Dezember war sonst eher trist. Keine Weihnachtsmärkte. Mieses Wetter, eigentlich fast nur grau in grau in grau. Am 20.12. fiel dann auch noch der Aufzug bei uns zuhause aus. Wir wohnen im 3. Stock. Bapperl mit "in Wartung, steht in Kürze wieder zur Verfügung" klebten. Und klebten. Nichts tat sich. Am 23.12. rief Herrchen dann mal die Aufzugsfirma an. "Wasser im Schacht, da könnten sie nichts machen, Hausverwaltung sei zuständig". Hausverwaltung leider schon in Weihnachtsurlaub. Und somit der geplante Besuch von Herrchens Mutter bei uns unmöglich, da die Dame gehbehindert ist und mitnichten in den 3. Stock steigen kann. Frauchen machte das Treppensteigen ja nichts aus, gutes Bergtraining. Herrchen schon mehr .... vor allem, wenn die Einkäufe oder die Getränkekästen hochgeschleppt werden mussten. Am 29.12., nach massiver Beschwerde über das Informationsverhalten bei der Hausverwaltung per Mail, kam dann die Heizungsfirma. Und stellte erstmal das Warmwasser ab. Suchte und fand das Leck, das den Wassereinbruch in den Aufzugschacht verursachte. Leider mussten sie dafür aber in die Wohnung im Erdgeschoss. Ratet mal, wer nicht  da war! Also hieß es erstens weiter treppensteigen und zweitens eiskalt duschen, und Haare waschen nach dem Lauftraining. Denn das habe ich Frauchen natürlich weiter durchziehen lassen, wäre ja noch schöner!

Stand jetzt ist das Warmwasser noch nicht ganz wieder da. Der Aufzugschacht wird gerade trockengelegt. Der traditionelle Neujahrsbesuch des 91jährigen Lebensgefährten von Oma bei uns wurde vorsichtshalber auch schon mal gecancelt, er kann ebenfalls keine Treppen steigen.

Ach ja, zweimal waren meine Menschen noch in der Vorweihnachtszeit essen. Einmal bekam Frauchen komplett was anderes als sie bestellt hatte. Und einmal zwar das bestellte Schnitzel, aber total versalzen. Und wenn das schon mein Frauchen sagt, die eigentlich ohne Probleme an einem Salzstein lecken könnte ...

Hoffen wir, dass sie im neuen Jahr ihr "Matrosenjäckchen" loswird. Zur Einstimmung schicke ich sie nun gleich mal auf einen 10 km-Silvesterlauf. Bericht folgt dann nächstes Jahr. Rutscht gut rüber!

Bis dahin

Euer Iwan


 

 


Donnerstag, 8. Oktober 2020

Ferien 2020 - in drei Akten

Hallo Leute,

mich gibt es noch (auch wenn manche vielleicht das Gegenteil gehofft haben ...), ich war nur beschäftigt. Mit Urlaub. Eigentlich ja ein schönes Thema. Normalerweise läuft "unser" großer Jahresurlaub so ab: Ende September 16 Tage Mallorca (Laufen, Wandern, Wärme genießen = Frauchen / Baden, Wandern, Wärme genießen = Herrchen / alle überwachen, gut futtern, Wärme genießen oder alternativ zu Hause das Regiment führen = ich). Aber wie wir alle wissen, 2020 ist anders. Besonders. 

Wir hofften lange, aber dann war klar - dieses Jahr wird es nix mit Mallorca. Frauchens Alternative, in die Berge zu fahren, fiel bei Herrchen durch. Er wollte "Meer". Mehr Meer. Irgendwo in die Fremde fliegen wollten wir coronabedingt nun auch nicht, lieber dahin, wo man weiß, wie was läuft ... Also Nord- oder Ostsee. Hotels geprüft, Anreisealternativen geprüft. Oft musste ich Frauchen nach Ohnmachtsanfällen Luft zufächeln, wenn sie die Preise gesehen hatte. Anreise per Zug wollte Frauchen risiskoängstlich nicht. Per Auto in den Norden ist von uns aus sehr weit. Bei den Preisen blieb dann 1 Woche über, mehr ging nicht (die Preise teils doppelt so hoch wie in früheren Jahren, wenn nicht sowieso ausgebucht). Lange Rede, kurzes Ergebnis: 4 Tage Berge, 1 Woche Sylt, 4 Tage Berge. Wobei Herrchen uns allein in die Berge ließ, er hätte angeblich dieses Jahr schon genug gesehen. Verstehe ich nicht, von Bergen kann man (bär) doch nie genug sehen!

1. Akt: Lenggries 

Fast noch hochsommerliches Wetter. Gewohnte Pension, ungewohnt aber, dass Frauchen und ich allein das große zwei Zimmer-Appartment mit Balkon hatten - eigenes Bett für mich ist ja klasse, aber so hatte ich auch ein eigenes Zimmer. Anreise nachmittags nach dem letzten beruflichen Videomeeting, Auspacken, Umziehen, Hausrunde 5 km mit netten Höhenmetern zur Einstimmung. 

Am nächsten Tag ab in die Eng, endlich sollte es mal auf den Hahnenkampl gehen. Sehr schöne Ausblicke, sehr schweißtreibend, der Abstieg teils gegen die Strecke des Karwendelmarschs (Frauchen traf sogar zwei Läufer, die gerade im Anstieg zum Gramai-Hochleger waren und den virtuellen Karwendelmarsch 2020 absolvierten - die gingen übrigens auch, nix Laufschritt) und weil sie noch nicht genug hatte, von der Binsalm gleich noch den Eng-Panoramaweg mit gewandert. Saftig Höhenmeter.



Und Menschenmassen überall. So voll wie dieses Jahr haben wir die Berge noch nie erlebt! Zum Beine ausschütteln dann noch die "kleine" Runde an der Isar und der Versuch, das schicke Gamstrail-Shirt (kam als Trostpflaster für den auf 2021 verschobenen Lauf) mittels Selfie zu verewigen. Ich glaube, Selfies müssen wir noch üben!

 Samstag dann ein bißchen zwickende Beine, aber Sonne und Frauchen strahlten. Also die Laufrunde mit den 3 Gipfeln angepeilt: Von der Waldherralm hoch zum Heiglkopf, über Blomberg zum Zwiesel, wieder runter. Heiß. Und zu unser aller Überraschung war Frauchen im Speed-Hiking-Schritt 4 min (und damit rund 10 %!) schneller als letztes Jahr auf dem Heiglkopf, 40 min. für 500 Höhenmeter. Die Belohung waren dann ein Stück Rüblikuchen, eine Sachertorte und ein Apfelstrudel, die wir gerecht geteilt haben.


Sonntag noch ein flotter 10 km-Lauf an der Isar, dann zurück nach Hause, waschen und umpacken. 

Auf Sylt habe ich verzichtet (zu wenig Sommer, zu wenig Kaiserschmarrn). dafür ist der Krabbensemmel-Afficionado Fozzie mitgeflogen. Ich übergebe.

2. Akt: Sylt

Endlich durfte  ich mal wieder richtig raus. Wobei ich sehr mißtrauisch war. Denn die Flüge gingen über Düsseldorf, derzeit fliegt von Nürnberg direkt fast nichts. Und Düsseldorf und wir - das ging in der Vergangenheit nie gut aus. Ich erinnere an Stornos wegen Schnee = Heimfahrt in ungeheiztem Zug oder Flugzeug kaputt = Umbuchung ... aber es schien alles gut zu gehen, wir kamn sogar 15 min. vor geplanter Landung in Sylt an. Flughafen gespenstisch leer, im Gebäude und im Flieger war ich wohl der einzige ohne Maske (bevor hier ein Aufschrei kommt: ich bin ein Bär!), sogar die Koffer kamen sehr schnell. Der Shuttle zum Hotel in Wenningstedt transportierte uns komfortabel transportiert ins Hotel, wo uns gleich zwei Bären im Frühstücksraum überraschten. Die Kumpels hielten quasi den Tisch belegt, sodass genügend Abstand eingehalten wurde.

Zwei Stunden nach der Landung kam dann eine Mail von Eurowings. Recht schwer auf dem Smartphone zu lesen, irgendwas mit "annulliert". Frauchen in ihre Konto eingeloggt, ganzer Rückflug war weg. Nicht mehr sichtbar. Panik. Anruf im Eurowings-Call Center. Nein, es sei "nur" der Teilflug Düsseldorf - Nürnberg annulliert, für Sylt - Düsseldorf stünden wir "noch" auf der Passagierliste. Und könnten normal einchecken. Wie wir nach Hause kommen sollten? Tja, das sollten wir selbst sehen, und dann die Rechnung einreichen. 

O.k. Frauchen hat die ganze Zeit sehr viel Verständnis für die Situation der Fluggesellschaften gehabt (wir sitzen inzwischen auf 3 Vouchers und zwei auf 2021 umgebuchten Flügen). Aber das war ein bißchen viel. Denn Alternativen an dem Tag gab es keine. Der EW war der einzige Flug. Dieses "was, wenn die uns nicht mitnehmen" schwebte über uns.

Ansonsten habe ich mich viel mit Krabbenbrötchen vollgestopft (zu Gosch waren es genau 60 Meter), wurde für Fotoshootings bei steifer Brise ans Meer gesetzt (ohne Festhalten ging nichts), und habe Frauchen gemäß Iwans Trainingsplan gescheucht.

 Sie ist einmal die lange Sightseeingrunde Wenningstedt - rotes Kliff - Uwe-Dühne - Kampen - Braderuper Heide - Kamper Leuchtturm - Alter Dorfteich gelaufen, mehrfach "nur so" km, und am Tag des stärksten Windes nach Westerland. Hinzu 10 min/km, zurück knapp 4 min/km. Endlich wusste sie, wie sich so ein rasantes Tempo anfühlt.

Und wir haben Schweinswale gesehen, sind an der Südspitze bei Hörnum gewandert, dito am Ellenbogen 4 Stunden mit einer Führung vom Naturschutz, waren bei den Seehundbänken.


Wie es mit der Rückreise weiterging? Drei Tage vorher wie üblich versucht, online einzuchecken. Ging nicht. Flug nicht auffindbar. Also wieder Call Center angerufen, dieses Mal Herrchen (Frauchen hatte Angst, hysterisch rumzuschreien). Nein, wir stünden immer "noch" auf der Passagierliste für Düsseldorf. Und von da aus wurden uns tolle Alternativen angeboten - nicht: statt nach Nürnberg nach Stuttgart oder nach München. Ankunft jeweils spät am Abend. Und von dort nach Nürnberg? Tja, das wusste die nette Dame auch nicht. Nur dass der Nürnberg-Flug mangels Auslastung annulliert worden war. Herrchen wollte lieber Zug fahren, Frauchen plädierte für Mietwagen. Zug fahren hätte geheißen: mit der S-Bahn vom Flughafen zum Hauptbahnhof, dort ICE. Oder, je nach Fahrplan, erst mit Zug nach Köln, dort ICE. Und voll mit Menschen. Sonntag meinte Herrchen dann angesichts der Fahrpreise und der genannten Überlegungen auch: Mietwagen. Also gebucht. Montag Abschied vom Meer genommen, Sand aus dem Fell geschüttelt und zum Flughafen. Immer mit der Angst, dass die beim Einchecken sagen "Sie stehen aber nicht auf der Liste" .... Nein, der nette Herr sagte "soll ich das Gepäck gleich bis Nürnberg durchchecken?" Bevor Frauchen lostoben konnte, kam schon ein "Oh, ich sehe gerade, äh, ja, hm, Sie wissen schon...?" Ja, wussten wir. Aber immerhin kamen wir ereignislos und pünktlich bis nach Düsseldorf. Wo wir dann am gähnend leeren Mietwagenschalter (so sah es an allen Schaltern aus ..) unseren Wagen einsammelten. Der Angestellte quasselte auf Frauchen ein, fehlte nur noch, dass er ihr Lenkung und Bedienung der Pedale erklärte. Frauchen meinte dann irgendwann, jetzt wollte sie aber gern los. Antwort "schade, Sie waren meine einzige Abwechslung heute, kein Kunde in Sicht". Erschreckend.

Dann sind wir einmal quer durch Deutschland gefahren, bequem im Auto, glücklicherweise ohne Stau, und waren fast genau zur selben Ankunftszeit in Nürnberg wie der gecancelte Flug (4 Stunden Aufenthalt am Düsseldorfer Flughafen wären es gewesen).

So langsam glaube ich, das liegt an Dir, Fozzie. Im März der Mallorcaurlaub wurde doch auch abgebrochen, als ich im Januar mit war, war es ein toller sonniger Urlaub genau wie gebucht ...

Naja, 1,5 Tage zuhause, Omas Geburtstag gefeiert, noch ein (unaufschiebbares) Videomeeting gehabt und dann ging es schon wieder ab für uns. 

3. Akt: Lenggries

Statt Spätsommer gab es schneebedeckte Berge. Und kein Einzelzimmer mehr für mich, ich musste mit Frauchen das Zimmer teilen, aber immerhin mit eigenem Bett. 

Am ersten Tag morgens 4 Grad, Sonne. Frauchen, ganz schlau, wollte auf den Vorderskopf in der Eng. Hatte sie als netten Waldpfad in Erinnerung, mit einer matschigen Stelle, und oben prima Aussichten. Und schön in der Sonne, so zwecks Wärme statt Schatten. Der Haken: dieser Pfad ging teils gefühlt senkrecht nach oben, und war durch Sturmschäden / Bäume / Äste mehr zu einem Wo-ist-denn-nun-der-Pfad-Kletterparcours geworden. Plus im oberen Teil Schnee. Ordentlich Schnee. In den sich Frauchen dann gleich mal beim Abstieg reinsetzte. Nachmittags dann wieder Beine-Ausschüttel-Lauf an der Isar, bei 19 Grad und in kurz/kurz.



Am nächsten Tag dunkelgrau bewölkt, aber trocken. Und gewisse Menschen hatten Mega-Muskelkater im Hinterschinken (Gluteus Maximus für uns Läufer) nach den 1.050 Höhenmetern des Vortages. Nix da, habe ich gesagt, raus und von mir aus dann flach laufen. 19 km von Lenggries nach Tölz und retour. Sogar mit ein bißchen Mallorca-Feeling, in den Isarauen weiden amtlich bestellte Ziegen und diese duften ... der Ziegenbock besonders stark, hehehe.

Letzter Ferientag: morgens zu Föhn aufgewacht. Bei 17, später 20 Grad hoch aufs Brauneck gewandert, auf neudeutsch "gespeedhikt". Ich war entsetzt - gerade mal 25 Jahre her, da hat Frauchen für die Strecke (800 Höhenmeter im Direktanstieg) 1 Stunde gebraucht. Nun 1:20 Stunden. Die Seilbahn fuhr erst nicht, weil Föhnsturm. Ohne Seilbahnzufuhr ist es auf diesem vom Massenansturm geplagten Bergmassiv sehr schön. Und die Aussicht, gerade bei Föhn, ist phänomenal. 



Der Föhn sollte bis mittags halten, also machte sich Frauchen dann auch zügig wieder ans Runterkommen. Gegen zwölf Uhr war es immer noch warm, die Wolkenlücken wurden weniger. Aber die wandernden Menschen kamen ihr zuhauf entgegen ... nun ja, wer es gern nass mag. Die letzten Meter zum Auto tröpfelte es schon, pünktlich kurz vor 13 Uhr schüttete es dann. Bis nachmittags war die Temperatur auf 7 Grad zurückgegangen, die einzige Regenpause nutzte Frauchen dann noch für die - nasse - Hausrunde. Und damit für unseren Bergabschied für dieses Jahr.

So, genug berichtet. Was noch zu sagen bleibt: viel zu wenig Kaiserschmarrn, Spinatknödel, Sachertorte für mich dieses Jahr. Fiel ja fast alles aus ... meine letzte Hoffnung, das Salzburg Trailrunning-Festival, ist nun auch abgesagt.

Bis bald 

Euer Iwan


 


Sonntag, 12. August 2018

Hindernis"lauf" zur Leichtathletik-EM 2018

Hallo Leute,

Frauchen war mit ihrer besten Freundin in Berlin, zur Leichtathletik-EM. Ich war nicht eingeladen .... nun ja, wer will auch schon die besten Läufer und Athleten Europas sehen? Ich doch nicht! Pffft!
Losgehen sollte es Donnerstag früh, Frauchen hatte einen Flug gebucht über Lufthansa, Eurowings 8 Uhr nach Berlin, denn sie hatten Karten für die Morning Session ab 10 Uhr (erster Tag der Siebenkämpferinnen). Rückflug dann Samstag Nachmittag mit Lufthansa über Frankfurt - direkt geht da samstags nichts - waren das noch seilige Zeiten mit Air Berlin ...
Seit Buchung mehrfache Abflugänderungen, zuletzt sollte es 8:20 Uhr losgehen. Frauchen war also (ohne mich, hatte ich das schon einmal betont?) pünktlich am Flughaben, eingecheckt, kleines Köfferlein aufgegeben, und wartete mit neuem Buch am Gate. "Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Flug Eurowings xyz nach Berlin Tegel annulliert ist". Wie bitte? Erstmal runter zum Lost&Found, dort sollte man das aufgegebene Gepäck abholen. Die wussten leider von nichts, auch nicht, dass die Maschine überhaupt annulliert war .... Also dann erstmal zum Eurowings-Schalter. Gefühlte 30 Parteien vor Frauchen. Endlich dran. "Also: entweder LH über München, dann 13 Uhr in Berlin, oder EW über Düsseldorf, kurz nach 12 Uhr in Berlin." "Dann München, mit Düsseldorf immer schon üble Erfahrungen gemacht." Klopf, Tipp, Hämmer auf Tastatur. "Geht nur über Düsseldorf". Also bestätigt, zurück zum Lost&Found, Köfferlein geholt, wieder zum Check in, neu aufgegeben ... dann zur Sicherheitskontrolle. Stopp, da war ja die frisch gekaufte Halbliterflasche Cola light. Die Zeit drängte, Frauchen ist geizig und wollte die Cola nicht verkommen lassen ... und leerte unter den zunehmend fassungslosen Blicken der Umstehenden die Flasche ohne abzusetzen. Ja, was halt so ein trainierter Läufer ist!
Maschine nach Düsseldorf leicht verspätet. Dann mit Bus hingekarrt worden. Irritierte Blicke der Meisten, Nostalgiegefühle bei Frauchen - es war noch eine noch-nicht-umgespritzte-alte-Air-Berlin-Maschine. Losgeflogen, gelandet. Soweit, so gut. Nächstes Boarding 10:35 Uhr, nun war es 10:10 Uhr, also wohl kein Problem ... mit Bus ans Terminal, erster Halt die "Endstation Düsseldorf"-Passagiere, zweiter Halt die Mehrzahl, die "Umsteiger". Rein durch die Glastür ins Terminalgebäude, im durch die Sonne aufgeheizten Glas-Treppenhaus hoch. Oben war nur leider die Tür ins Terminal abgeschlossen. Und unten inzwischen auch zu. Und kein Offizieller zu sehen .. Ungläubiges Gucken, bis es auch jeder der ca. 30 Wartenden kapiert hatte: "Du kommst hier nicht raus!" Mit Winken und Wedeln (denn wen hätte man denn anrufen sollen?) auf sich aufmerksam gemacht. Von draußen hielt dann einer, guckte rein und meinte "Oben durchgehen, bitte!" "Geht nicht, ist zu" "Muss offen sein!" "Ist es aber nicht!" Selbst hochgegangen, überzeugt. "Ich rufe jemanden ..." Auja, tolle Idee. Inzwischen 10:35 Uhr. Endlich offen, losgewetzt. Hechelnd das richtige Gate gesucht und gefunden. Verspätung. Wozu rennt man denn?
Mit 10 Minuten Verspätung einsteigen. Frauchen hatte den allerletzten Sitzplatz, letzte Reihe, ganz außen. Durchkämpfen. Was viele Mitreisenden unter "Handgepäck" verstehen, ist schon interessant. Und nein, man kann keinen 1 m-Koffer in das Fach über den Köpfen quetschen ... Tja, alle saßen. Boarding completed. Und es tat sich ...nichts. Bis sich der Captain meldete und meinte "wir würden uns sicher schon wundern, warum es nicht losgeht" Ja, Frauchen wunderte sich ... "Gucken Sie mal nach links, da ist ein Feuerwehreinsatz. Daher derzeit keine Losroll-Erlaubnis". Na gut, war eh schon zu spät für die Morning Session. Frauchens Freundin, aus Frankfurt kommend, war gut gelandet, hatte dann nach nur 1,5 Stunden Wartezeit auch schon ihren Koffer erhalten und war erstmal ins Hotel gefahren. Um dort auf Frauchen zu warten ... die in ihrer Maschine in Düsseldorf saß und auch wartete ...
Endlich ging es los. Flug ereignislos. Landung auch. Bloß dass der Flieger dann weder an einen Rüssel heran rollte noch auf eine Parkposition. Sondern halt mal da rum stand. Bis sich der Captain wieder meldete und meinte "die haben uns wohl schon abgeschrieben ... es ist keiner da, der uns auf die Parkposition winkt". Irgendwann kam dann auch der, und - oh Wunder - tatsächlich auch ein Bus, um die Passagiere zum Terminal zu fahren. Tja, aber doch nicht die aus den letzten Reihen! Bus voll, losgefahren, und anscheinend haben sie in Tegel nur einen Bus. Denn es dauerte genau 7 Minuten, bis der wieder auftauchte und die restlichen Passagiere zum Terminal brachte. Wo schon Frauchens Koffer fröhlich seine Runden drehte - ganz im Gegensatz zur Wartezeit bei Frauchens Freundin.
Dann nur noch zum Hotel nahe Ku´damm fahren, und schon war Frauchen bereit für die EM - zwar statt 10 Uhr halb zwei, und ziemlich entnervt, aber doch mit viel Vorfreude.
Sie hat ordentlich angefeuert, die Medaillenausbeute war gut, sie hat auch den Dreikampf aus 1. überhitzte S-Bahn-Fahren 2. "Bulette-in-Schrippe"-Essen (für uns Süddeutsche Frikadellenbrötchen) und 3. Nicht-dem-Shopping-Fieber verfallen gut gemeistert.
Und hier noch ein paar etwas andere Fotos mit etwas anderen Athleten - denn wie Ihr wisst, sind wir ja Duck-Fans:


Diese Plakate hingen übrigens im Olympiastadion!
So, nun aber Spaß beiseite, Trainingsernst her ... in drei Wochen ist Achenseelauf.
Bis bald Euer Iwan