Dienstag, 22. September 2026

Tegernseelauf - nach 7 Jahren wieder einmal

Hallo Leute,

bekanntlich ist Frauchen ja schon 2009 das erste Mal beim Tegernseelauf gestartet. Und 2010 habe ich dort das erste Mal mitgefinisht! Lang ist es her ... zwischendurch waren wir immer mal wieder angemeldet, See und Berge sind ja schön, das Wetter wollte aber nicht so wie wir, und beim letzten Mal, 2019, hat uns diese Münchner Schickeria extrem missfallen.

Aber dieses Jahr hatten wir einen guten Grund: Frauchens Patenkind wohnt inzwischen bekanntlich am Tegernsee. Und wollte dort ihren ersten Halbmarathon laufen, als Teenie war sie (sehr gute) Sprinterin. Also den Start - die Startgebühr ist doch schon recht saftig mit 60 Euro - zum Geburtstag geschenkt. Für die Patentante galt: mitgefangen, mitgehangen, hehehe.

Ursprünglich sollte es nur das Wochenende am Tegernsee werden, durch verschiedene Umstände waren wir dann mit Oma vorher noch eine Woche in Lengggries. Sie ist wieder tapfer mit ihrem Rollator gewandert. Und Frauchen hat ihre letzten Trainingsläufe absolviert. Plus einmal Speed Hiking hoch aufs Brauneck. 850 Höhenmeter in 1:14 Stunde. Da war sie doch recht zufrieden mit sich. Ich weniger, denn hatte ich schon erwähnt, dass ich sie für 2027 beim IATF für den Vertical angemeldet habe? Da muss sie > 1.300 Höhenmeter hoch, keine läppischen 850.



Ansonsten kann ich nur sagen "Skandal"! Nicht im Sperrbezirk, nein, in der Nahrungszufuhr für mich hart arbeitenden bärigen Laufcoach. Nix war es mit dem versprochenen Kaiserschmarrn. Und nur ein paar Bissen Kässpatzn. Mit einem einzigen jämmerlich kleinen Stück Zwetschgendatschi wurde ich abgespeist!!!

 

So, nun zum eigentlichen Thema, dem Tegernseelauf. Dieses Jahr gab es einen neuen Organisator. Und leider ziemliches Chaos. Startnummernausgabe und Shirt / Goodiebag getrennt, letzteres hieß es anfangs, nur am Lauftag abzuholen. Das wurde dann glücklicherweise revidiert. Start und Zieleinlauf sind nun am Gut Kaltenbrunn. Was zur Folge hat: der erste km geht mehr oder weniger steil bergab. Dann im Uhrzeigersinn um den See. Um die letzten zwei herausfordernden Anstiegee hinter Bad Wiessee zu haben, und damit zu enden - nix mehr laufen lassen bis ins Ziel runter. 

Womit ich zum zweiten Skandal (!) komme. Ich durfte nämlich nicht mit, sondern musste im Zimmer warten. Daher übernimmt nun Frauchen:

Wettervorhersage: 16 Grad am Start. Also Shirt und dünnes Longsleeve rausgelegt und mit Startnummer gespickt.  

Am Race Day frischer Wind. Longsleeve ausgetauscht gegen wärmeres. Startnummer umgespickt. Spoiler: noch vor der Startlinie das Longsleeve ausgezogen und umgebunden, weil es so heiß war.

Anfahrt: das Patenkind und die Freundin wohnen nahe Gmund. Also ich gedacht, wenn wir gegen viertel vor zehn losfahren, sind schon alle, die einen Parkplatz brauchen, durch, und die Freundin kann uns entspannt in die Startnähe bringen und abdrehen. Hahaha. 4 km Stau. Die Uhr tickte. Start sollte halb elf sein. Als es noch 2 km waren, und uns gehend diverse Starter überholten, stieg ich auch aus. Patenkind wollte das Knie schonen und blieb im Auto. Reinstes Chaos bei der Startaufstellung. Ich kam Punkt halb elf dort an, Menschenmassen drängelten, aber wenigstens war es bei den Dixies leer. Danach positioniert und auf meine Mitstreiterin gewartet. Immer unruhiger geworden. Um Viertel vor elf starteten sie den Lauf dann doch, obwohl immer noch Läufer den Stau entlang angehechelt kamen. Ich drückte mich ganz hinten herum, aber irgendwann hieß es "da stehen schon die Starter für den Kinderlauf, entweder läufst Du jetzt los oder es gibt ein DNS!". Losgetrabt, die ganze Zeit in Sorge und Gedanken, wo das Patenkind steckt. Nach km 2 habe ich sie auf einmal munter vor mir hertraben gesehen! Aufgeschlossen und verhört. Ja, sie war gerade noch rechtzeitig gekommen, und dann seitlich irgendwie in den Startblock rein, weil ja hinten schon die Startaufstellung vom Kinderlauf war. O.k., beruhigt. Blick auf die Pulsuhr und schon wieder unruhig: viel zu schnell angegangen, viel zu hoher Puls. 

Das ging dann die restlichen 18 km so: wenn der Puls zu hoch wurde, Gehpause, Puls runter, wieder angetrabt. Oder, um es professionell auszudrücken: ich habe den Tegernseelauf nach der Jeff Galloway-Methode "Run - Walk" absolviert. 

Der Hinweg Richtung Rottach war pralle Sonne von vorn, Rückenwind, also heiß und schnell. Von Rottach aus gab es viel Schatten, Sonne von hinten, frischer Wind von vorne. Aber wohl vielen Startern zu heiß, allein ich habe 4 Läuferinnen und Läufer gesehen, die medizinisch versorgt wurden bzw. sogar in den Sanka geschoben wurden! Das erschreckt mich immer sehr, dass Leute sich so übernehmen und nicht rechtzeitig einen Gang zurück schalten.

Die km-Schilder herbeigesehnt, habe ich mich durch Bad Wiessee und dann die letzten zwei Anstiege hochgearbeitet. Dann die Rechtskurve, Endspurt! Und gleich wieder etwas abgebremst, denn es war im Innenhof Kopfsteinpflaster. Trotzdem ein sehr schönes Ambiente! Leider hat es dann sehr lange gedauert, bis ich erst mein Patenkind (die stolz ihren ersten HM finishte, 9 min schneller als ich) fand und wir dann meine Freundin - die ja gleichzeitig auch unsere Chauffeuse nach Hause war.

Positiv dieses Mal: gut gelaunte Starter, keine "Schickeria" mit herablassenden Sprüchen, tolle Anfeuerung an der ganzen Strecke.

Negativ: die Schnelleren dachten wohl "nach uns die Sintflut". Leere Pappbecher einfach mitten auf die Straße, statt wenigstens an den Straßenrand, machten das Passieren der Verpflegungsstellen zu einem glitschigen Hindernislauf. Und im Ziel haben diese "netten" Kameraden und Kameradinnen dann schon alle Getränke außer Wasser abgeräumt, laut Aussage einer Helferin nahmen viele sich bis zu 5 (!) Flaschen Adelholzner Schorle. 

Und was ich gemerkt habe: so lange Strecken nur Asphalt mag ich nicht mehr, und meine Beinchen schon zweimal nicht. Die wenigen Abschnitte über Parkwege waren reinste Erholung!

Hier noch die Vorher-Nachher-Bilder: 



 Das Ergebnis, nun ja, schönreden kann ich es nicht. Obwohl es der erste Lauf über diese Distanz seit 2 Jahren war. 2:35,35 ist ihre langsamste HM-Zeit ever. 1.586ste von 1.903 Startern, 32ste in ihrer AK von 48. 

Frauchen, das muss besser werden! Sowohl was die Zeit als auch, was die Verpflegung für den Coach betrifft!

Bis bald, Euer Iwan 

 

 

 

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