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Sonntag, 27. Oktober 2024

Laufen für eine Brezel in Mainhattan

 Hallo Leute,

was für ein Kontrast zu letztem Wochenende! Statt Herbstlaub mit viel Landschaft, weniger als 200 Startern und tollen Trails stand nun für Frauchen der Brezellauf in unserer alten Heimat, Frankfurt, an. Manu hatte uns dazu überredet. Für die Franken: in Hessen heißt die Brezn "Brezel". Und der Brezellauf ist quasi der Breakfast Run am Vortag des Frankfurt Marathons, gute 7 km ohne Zeitmessung, für jeden Finisher gibt es eine echte Brezel und eine Brezel-Medaille.

Was soll ich sagen? Ein Blick auf die Medaille, und Manu hatte uns! Außerdem konnte Frauchen einen Tag Auszeit hier aus dem zur Zeit sehr herausfordernen Arbeits- und Bandscheibenvorfall-Alltag brauchen. Und ich freute mich auf ein Treffen mit Pauline Laufbär, ich hatte meine bärige Freundin seit 4,5 Jahren nicht mehr gesehen!

Freitag starteten wir Richtung Frankfurt, mit Stop Over beim Nike Outlet in Herzogenaurach. 3 Paar Schuhe wollten unbedingt mit, der Preis war ein echter Schnapper. Aber welcher irre Schuhdesigner kommt auf die Idee, einen Trailschuh in strahlendem Weiß zu designen?

Bis über den Spessart war es grau in grau, Hochnebel, 12 Grad. Ab da strahlender Sonnernschein, später 19 Grad! Also auch das allein schon ein Stimmungsaufheller. Das Hotel (nhow an der Messe) war der Kracher: so schrille Wände und Deko hatte ich noch nie gesehen. Wir waren im 10. Stock, Aussicht auf den Messeturm und einen Teil der Strecke vom Brezellauf:




Und das Beste: Manu und Pauline waren im Zimmer nebenan! Während die Damen abends die Skybar im 47. Stock erkundeten, blieben Pauline und ich lieber für uns:





Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück wieder die große Frage: kurz oder lang? Frauchen entschied sich für kurz, obwohl es "nur" 11 Grad hatte, und lag damit goldrichtig. Am Start neben der Festhalle dann Menschenmassen. Der Lauf selbst ging von der Messe zum Mainufer, Richtung Eiserner Steg, aber Höhe Filmmuseum hinüber aufs Sachsenhäuser Ufer, am "Gerippten" zurück über den Main und dann wieder zur Messe. Das Tempo war genau richtig für Frauchen (gemütlich zum Plaudern) und Manu (dieses Jahr nicht so lange Strecken gelaufen), es wurde durch die Frontläufer und die Massen auch immer wieder heruntergebremst. Nach 7,15 km und rund 48 min waren sie im Ziel, kämpften sich durch zu den zwei Finisher Brezeln und dann ging es langsam wieder zurück ins Hotel. Ich krallte mir die Medaille und überließ Frauchen großzügig das Backwerk.





 

12 Uhr haben wir ausgecheckt und uns wieder auf den Heimweg gemacht: Zwei sehr nette Tage, ein schöner Kurztrip!

Und nun fahren wir Herrchen ins Krankenhaus, morgen hat er seine Bandscheiben-OP.

Bis bald, Euer Iwan




Samstag, 6. November 2021

Sentimental Journey

 Hallo Leute,

letzten Sonntag / Montag haben Frauchen und ich eine Sentimental Journey gemacht. Beide Großelternpaare von Frauchen stammen ja aus Frankfurt Eschersheim, ca. 400 Meter waren die Wohnungen voneinander entfernt. Die eine Uroma wohnte am Dornbusch, wo sie mich als Geburtstagsgeschenk für Frauchen auch in einem Laden ergatterte. Frauchens erste Lebensjahre wohnte sie ja auch bei der einen Oma in der Häberlinstraße, Ecke Eschersheimer Landstraße. Und später auch noch einmal 9 Monate, während des Studiums. Heute sind leider Uroma, beide Omas und beide Opas schon lange tot. Eine Tante lebt noch, sie wohnt Hügelstraße / Ecke Eschersheimer Landstraße. Diese Tante besuchten wir, hatten auch gemeinsam einige Termine zu erledigen. Gewohnt haben Frauchen und ich in einem Motel am Dornbusch, das noch aus alten Ami-Zeiten stammte. Aber durchaus zu empfehlen, preiswert, sauber, ruhig, bequemes Zimmer mit Couch für mich, gutes Frühstück.

Frauchen ging viel zu Fuß an den zwei Tagen und das war eigentlich die Sentimental Journey:

  • das Haus in der Häberlinstraße, wo Oma und Opa seit 1924 im 1. Stock wohnten, bis 1986, und Frauchen neben ihrer Wohnzeit dort viele Sonntagnachmittage mit dem obligatorischen Verwandtenbesuch verbrachte:


    Es hat sie sehr in den Pfoten gejuckt, zu klingeln und zu bitten, die Wohnung zu sehen, wie sie heute aussieht. Wie gesagt, seit 1924 lebten ihre Großeltern dort, Bad / Toilette getrennt, kleines Bad, Küche mit Speisekammer, langer Flur ...
  • die U-Bahnhaltestelle Am Lindenbaum, das Cafe Caspari gibt es nicht mehr, die Tankstelle gegenüber immer noch, der HL-Supermarkt, in dem der Opa arbeitete,ist  nun ein Penny ...
  • der Fußweg zur Hügelstraße, ohne Nachzudenken nach 45 Jahren immer noch die Schleichwege parallel zur Eschersheimer Landstraße eingeschlagen
  • die Straßen rund um die Hügelstraße Richtung Dornbusch, in denen Frauchen mit dem Hund der Tante, Pudel Kucki, immer Gassi gegangen ist - schon allein, um den doch recht langweiligen Sonnstags-Nachmittags-Besuchen etwas mehr Abwechslung zu verleihen


  • am Dornbusch das italienische Restaurant in den Räumen eine italo-amerikanischen Restaurants, in dem vor rund 50 Jahren circa einmal im Monat der Besuchs-Sonntagabend abgerundet wurde mit dem damals exotischen Essen Spaghetti Bolognese und Pizza mit Salami
  • gegenüber von dem Marbachweg-Eingang zum Hauptfriedhof gibt es den Parkplatz immer noch, die Ami-Kaserne aber nicht mehr. Nur noch das Tor steht, hier hatte Frauchen immer die Wache stehenden Soldaten der US-Army gesehen.

Bei diesen ganzen Erinnerung hat sie sich gewünscht, durch die 4. Dimension reisen zu können. Quasi dort zu stehen und es wäre nicht mehr 2021, sondern 1977 beispielsweise. Selber Platz, aber eben die Menschen von damals. Kennt Ihr das auch, solche Anwandlungen? Wenn sie überlegt, wie oft z.B. sie, ihre Eltern, Großeltern, Tanten und Onkel diese Wege gegangen sind ... und nun sind fast alle schon lange verstorben ... kein Wunder, dass wir in ziemlich trauriger Stimmung zurückgefahren sind.

Bis bald Euer Iwan

P.S. Worüber sie sich mit ihrer Tante aber einig war: für jeden Frankfurter ist klar - am Beginn der Eschersheimer Landstraße steht der Eschenheimer Turm. Jeder Zugereiste bringt das komplett durcheinander. Und großes Gegacker war im Auto, wie das Navi das Wort "Miquel-Adickes-Allee" ausgesprochen hat: "Mikel-Adikkes", jeder Eschersheimer spricht das "Mikwell-Aaa-digges" aus.

 

Sonntag, 29. Juli 2018

Womens Run 2018 - Hitze, Hecheln, Hemmnisse

Hallo Leute,

fühlt Euch geehrt - selbst heute, an meinem Geburtstag, setze ich mich hin und diktiere Frauchen meinen Blogpost! Aber der lohnt sich wirklich, ich will doch möglichst schnell verbreiten, was ich für ein Super-Coach bin.
Gestern sind wir mal wieder beim Womens Run in Frankfurt gestartet. Wie der Sprecher die ganze Zeit betonte, fand ja 2006 der allererste Womens Run auch in Frankfurt statt, damals noch in Hafengebiet. Ja, da waren wir auch schon dabei! Seit längerem findet der Lauf im Stadtwald statt, Start und Ziel bei der Commerzbankarena (den Älteren noch eher als "Waldstadion" bekannt), die Strecke geht dann größtenteils über Waldwege in einem großen Viereck mit langen Geraden.
Dieses Jahr waren Frauchen und ich allein da, alle bisherigen Mit-Starterinnen (Freundinnen, Patenkind usw.) hatten uns 2018 im Stich gelassen. Also quasi allein unter vielen Tausend meist quietscherosa gekleideten Mädels, Damen, Frauen, die alle bestens gelaunt waren. Was will bär mehr?
Wir starten dort gern, weil es quasi unser einziges 5-km-Rennen im Jahr ist, die Strecke mit den langen Geraden recht schnell und (nein, wir sind nicht gierig ...) es immer viele Geschenke im Startbeutel gibt. Plus ein schickes Odlo-Shirt, alles für 27,50 Euro Startgeld. Und das Ganze bestens organisiert. Sorry, Männer dürfen nicht mitmachen!
Was sie sich aber sparen könnten, ist die extrem laute Musik bei der Startaufstellung - Frauchen war halbtaub, als endlich der Startschuss fiel. Gut war, dass es dieses Jahr zwei Startwellen gab - einmal für die Schnelleren (dort hatte sich Frauchen hingestellt) und einmal für die "Einsteigerinnen und Walkerinnen". Dass hieß: dieses Jahr endlich mal nicht auf den ersten 2 km hunderte von Walkerinnen überholen!
Hitze: es hatte beim Start sehr schwüle 32 Grad.
Hemmnis 1: gut eingelaufene Schuhe (die uns in London schon zur neuen PB über 10 km geführt hatten). Alles gut beim Rumgehen vorher. Am Start losgerannt und nach 10 Meter gespürt: spitzer Stein im linken Schuh. Stehenbleiben und Rausholen keine Alternative, wenn ungefähr 2.400 Starterinnen hinter einem sind. Also irgendwie den Stein zurechtgeschüttelt während des laufens, damit er nicht so stark drückt.
Hecheln: km 1 - Schweiß lief. km 2 - Lunge kurz vor Platzen. km 3 - Magen tut weh. So viel zum Thema "ich lasse es heute langsam angehen ..." Sonst hat Frauchen von hinten kommend viele überholt, nun lief sie eher einen einsamen Lauf, weil die hinter ihr langsamer waren und die vor ihr nicht zu erreichen ... und es war warm, und die Luft wurde knapp, hechel hechel ....
Hemmnis 2: Endlich das Schild für km 4 erreicht. Bis dahin hatten die schwarzen Wolken dicht gehalten. Nun gaben sie aber alles - riesige Tropfen, Platzregen, innerhalb von 100 Metern waren die Damen durchnässt. Und Frauchen hasst Regen! Sicht sofort schlecht, weil Tropfen auf der Brille. Wertvolle Sekunden verloren, weil nicht mehr wasserdichte Polar-Uhr vom Handgelenk genestelt und in Hosentasche verstaut.
Dann der Zieleinlauf - erstmals in der Commerzbankarena selbst. Nett gemacht! Der Schluss-Spurt war eher ein müdes Hoppeln (sage ich als Coach, da müssen wir noch dran arbeiten!), aber mit 28:36 min. war sie durch. Und damit neue PB! Platz 92 unter 2.500 Starterinnen! Platz 2 in ihrer Altersklasse! Yes yes yes, ich bin sehr stolz auf mich. (Frauchen meint, ich solle nicht so aufgeblasen prahlen, aber Ehre wem Ehre gebührt, sage ich!)
Ach ja, und damit habe ich auch die Runners World düpiert. Die schrieben dieses Frühjahr, ab 50 bauen Läufer ab und können keine neuen Bestzeiten mehr erreichen ... Frauchen ist AK 55 und hat 2018 eine neue PB über 10 km geschafft, nun eine neue PB über 5 km ... take this, Runners World!
So, nun gehe ich feiern.
Bis bald Euer Iwan

Montag, 22. August 2016

Neue Bestzeit beim verregneten Womens Run

Hallo Leute,

am Wochenende waren wir in Frankfurt. Bevor der anstrengende herausfordernde September mit Achenseelauf, Isarlauf, Tegernseelauf kommt, hatte ich Frauchen wieder für den 5 km-Sprint beim Womens Run in Frankfurt angemeldet. Da sind wir ganz gern, waren auch schon beim allererstenMal 2006 dabei.
Ich bin gern "Bär im Korb", Frauchen rackert sich an einer Zeit unter 30 Min. ab, und versucht, die beste Freundin zum Laufen zu animmieren (klappt jetzt nicht mehr), bzw. nicht zu sehr vom 13jährigen Patenkind abgehängt zu werden ....
Nach einer über 3 Stundenfahrt im schönen warmen Auto (nein, die Klimaanlage ist immer noch nicht repariert, Frauchen liebt ja Wärme und was die anderen Mitfahrer davon halten, ist ihr egal!) kamen wir bei Frauchens bester Freundin, in Eschborn, an. Das einzige Problem an dem sehr schönen Gästezimmer und der Rundum-Betreuung: sie hat zwei Katzen. Wer es nicht verstanden hat: zwei - spielwütige - kratzfähige - Katzen. Ich habe also immer geschaut, dass ich weit oben saß und für die beiden Fellträger nicht erreichbar war.
Dann kam der Samstag, und mit ihm dunkle Wolken. Die im Tagesverlauf immer dunkler wurden. Und inkontinent. Es dröppelte immer wieder. Da war schon die Kleidungsfrage schwierig - eigentlich nicht kalt, aber wenn es doch ordentlich regnen sollte, Käppi ja oder nein (sonst sieht Frauchen als Brillenträgerin nix mehr), Regenjacke ja oder nein ...


Meine Vorgabe als Coach war also klar: mit einer Zeit über 30:00 min. braucht sich Frauchen gar nicht erst bei mir sehen zu lassen! Lag es daran, oder weil es regnete ... Frauchen ließ mich allein zuhause zurück! Mit den Katzen! Und ohne dass ich sie coachen konnte! Ich bin immer noch empört ....
Naja, obwohl, die Alternative, nass zu werden, wäre noch schlimmer gewesen. Ich bin ja mit Holzwolle gestopft, und sehr nässeempfindlich.
Also: Frauchen, beste Freundin, Patenkind und deren Freundin kamen mit ausreichend Puffer bei der Commerzbank-Arena an. Letztes Jahr standen sie ja bald eine Stunde für die Startunterlagen an, dieses Jahr ... genau Null Sekunden. Startnummer angebracht, Chip befestigt und dann los über die Wiese, zu den ganzen Ständen, um die verschiedenen Gutscheine einzulösen. Um sie herum nur Pink. Viel Pink. Das waren die Startershirts, die in der Startgebühr von 29 Euro enthalten waren. Diesjähriges Motto: Streckenkönigin. Aber Frauchen zieht erstens nichts auf die Haut an, was nicht vorher einmal gewaschen wurde. Und zweitens sieht einen derjenige, der fotografiert, besser mit einer Kontrastfarbe.
Dann Warten auf den Startschuss - und immer der kritische Blick zum Himmel. Dröppel, dröppel, trocken, dröppel. Also Regenjacke an, aber Käppi - aus Eitelkeit, sie sieht aus wie ein laufender Pilz - weggelassen.


Im Startblock eingereiht. Es wurde immer enger, immer mehr "Sportliche Läuferinnen" wollten weit vorne hin. Aus den vergangenen Jahren wussten wir - nur nicht ehrlich weiter hinten einreihen, dann läufst Du fast die ganze Strecke nur stop-go-umkurven-stop-go. Und dann fing es an zu schütten. Frauchen schon mit den Nerven am Ende, denn sie hatte ja gerade vorher ihr Käppi der Freundin zum Halten gegeben. Und die war nicht mehr zu sehen. Patenkind fummelte noch am mp3-Player herum, noch 30 Sekunden bis zum Start - da kam auf einmal über viele Köpfe und Hände hinweggereicht Frauchens Käppi an. Riesenerleichterung! Die Freundin hatte mitgedacht, super!
Startschuss, losgewetzt - und schon war das Patenkind enteilt. O.k., eigenen Rhythmus finden und gleich mal die ersten "Sportlichen Läuferinnen" umkurven, die schon nach 300 Metern (!) gingen. Platsch platsch. Erster Kilometer in 5:57, also genau nach Marschtabelle. Ab in den Wald - die Strecke in Frankfurt ist größtenteils auf breiten Waldwegen, wo man gut Tempo machen kann. Km 2 bis 4 in jeweils 5:30 plus / minus 2 Sekunden, das sah super aus. Frauchen liebt ja die für ihre Verhältnisse schnellen Läufe nicht sonderlich, aber alles lief rund, sie wollte nur so schnell wie möglich raus aus dem Regen. Was die Runners World in ihrem Bericht so nett mit "ein paar Tropfen" umschreibt, war schon ein kapitaler Schauer. Auf dem letzten Kilometer nochmal ordentlich beschleunigt, und dann war sie nach 28:40 Min. im Ziel. Einerseits glücklich, weil sie erstmals im Wettkampf unter 30 Minuten geblieben war. Andererseits schon etwas frustriert, denn dann hätte sie für den letzten Kilometer 6:10 gebraucht - also 40 Sekunden langsamer als die km vorher, und das bei gefühlter Beschleunigung/Endspurt. Zwei Erklärungsansätze: entweder war die Strecke leicht länger als 5 km (dafür spricht, dass dies bei der ersten Austragung am Stadion so angekündigt wurde und die Strecke noch immer die gleiche ist), oder die km-Schilder auf den ersten 4 Kilometern standen falsch.
Egal - ich bin als Coach sehr zufrieden, als ich meine nassen Ratten in Empfang nehmen konnte. Frauchen wurde 12. in ihrer Altersklasse, und 203. von 2.500 Starterinnen gesamt. Unser Patenkind wurde sogar 2. in ihrer Altersklasse, und 125. gesamt, in 27:09 Minuten.
Und die vielen Gutzis, die die Damen einkassiert haben, wie immer beim Womens Run, habe ich erstmal konfisziert. Und schaue, was ich selbst davon brauchen kann ....
Nächstes Jahr wollen wir übrigens in Berlin starten, Mädelsausflug mit Bär dahin. Vielleicht nimmt ja dann auch @Laufwelt wieder teil?
So, jetzt aber genug mit so kleinen Strecken. Die unterbrochene Vorbereitung auf den Achenseelauf wird jetzt aufgenommen!
Bis bald Euer Iwan

Montag, 15. Juni 2015

Bär unter lauter Chicks bei 30 Grad

Hallo Leute,

ich habe ein hartes Wochenende hinter mir. Ihr könnt mich mal eine Runde bedauern ... Freitag  ging es mit dem Auto nach Frankfurt. Ich sitze ja immer angeschnallt auf dem Beifahrersitz - und hatte somit beste Sicht darauf, wie unser Auto an der Tankstelle losrollte, weil Frauchen (urlaubsreif, sage ich da nur) vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen. Geistesgegenwärtig wollte ich schon zugreifen, da hat sie es aber selbst gemerkt. Nix passiert.
Dann angekommen bei bester Freundin un Patenkind. Und zwei, ich mag es ja gar nicht erwähnen, zwei äh ... Katzen! Horror für mich als Teddy - nicht dass die mich für ein Spielzeug halten und an mir rumkratzen! Zwei Tage strikte Trennung war angesagt. Freitag bei 32 Grad die letzte Trainingseinheit für Frauchen, über die Felder bei Eschborn. Dann am Sonntag auf zum Womens Run. Erstmals Sonntag, erstmals Startzeit 13 Uhr für die 5 km. Was sich darin bemerkbar machte, dass eine Riesenschlange bei den Startunterlagen anstand. Zwar sehr gesittet, da muss ich Euch Mädels ein Kompliment machen, aber eben runde 500 Meter lang. Also anstellen, bei der Laufshirtausgabe anpampen lassen (Frauchen wollte für eine verhinderte Lauffreundin die Unterlagen / Shirt holen und wollte ein "L" - der Mann an der Ausgabe klatschte ihr ein "M" hin mit "das reicht für Sie". Auf Frauchens Einwand, sie wolle aber ein "L", kam "Nehmen Sie das "M"". Erst nach nochmal Zurückpampen kam dann das brombeerfarbene Shirt in "L").  Muss ja auch wieder sagen - für seine Startgebühr von rund 27 Euro kriegt man ordentlich Gutzis. Schönes Laufshirt, schicke Tasche, viele Produktproben, ungefähr ein Dutzend Haarbänder ... außerdem kann man sich massieren lassen, Nägel lackieren usw. Ich als Bär, noch dazu als männlicher Bär, fühle mich da teilweise schon etwas fehl am Platz. Andererseits gab es auch einen Gutschein für ein Erdinger - den haben anscheinend alle Begleitmänner gekriegt ....
Zurück zum Lauf: erstmals war Frauchens Patenkind dabei. 12 Jahre alt, sehr gute Nachwuchsleichtathletin. Müssen die Gene sein, schließlich hat sie einen Sprint-Olympiasieger (Staffel) als Opa. Und eine Ex-Sprinterin als Mama.

Vor dem Start noch allseits gute Laune - letzte Motivations- und Durchhaltetipps von mir, dann ging es im Laufschritt zurück vom Parkplatz (wo wir die Beute verstaut hatten) zum Start. Das Problem - da wollten auch 2.997 andere Damen hin. Also standen "meine" drei Damen in der zweiten Welle an. Und mussten sich dann erst einmal 3 km durch Walkerinnen, Geherinnen, sich Schonende, einfach nur Schwätzende, aber immer die ganze Wegbreite Einnehmende durchkämpfen. Und wer schon einmal 3 km Zickzack-/Lücken suchen und Durchpressen/ Abbremsen und Beschleunigen gemacht hat, weiß - die Bestzeit war futsch. Die Hitze von rund 30 Grad machte Frauchen gar nichts - sie fand´s herrlich. Dabei achtete sie brav aufs Patenkind - und was war der Dank - selbige beschleunigte kurz nach 3 km und ließ Frauchen buchstäblich im Wald stehen. Die Runde in Frankfurt beginnt und endet am Waldstadion, dazwischen geht es aber durch den Stadtwald. Frauchen beschleunigte also auf ihr Wettkampftempo und lief die letzten 2 km dann in 11 Minuten - für sie ein guter Schnitt. Da aber die ersten 3 km schon über 21 Minuten gekostet hatten, landete sie bei 32:20 Minuten für 5 km. Was aber immerhin Platz 387 von 3.000 Starterinnen, Platz 25 in der Alterswertung bedeutete. Das Patenkind war nochmal 35 Sekunden schneller - und nächstes Jahr coache ich die beiden so, dass sie gut unter 30 Minuten laufen!
Auch die "beste Freundin" kam heil ins Ziel. Was durchaus etwas heißen will, denn mindestens eine Läuferin lag mit Notversorgung umgekippt neben der Strecke. Schreckliche Bilder, so etwas wollen wir nicht erleben. Hoffentlich geht es allen Damen wieder gut. Danach trafen wir noch Heike Drechsler, mit der wir etwas fachsimpelten. Sie brauchte für die Strecke rund 25 Minuten und meinte, sie als Ex-Sprinterin habe ja Probleme, so lange konstantes Tempo schnell zu laufen. Und Frauchen hat halt das Problem - als sie endlich in Schwung war, war die Ziellinie schon da ...

Und leider gibt es kein Foto von mir mit Heike Drechsler ... wenn man mal ein Smartphone braucht, ist keins zur Hand. Danach noch ein kleiner Snack aus dem Kofferraum (man speist ja schließlich stylish), und schon ging es über die Autobahn wieder heimwärts. Spaß gemacht hat es wie jedes Jahr, "Bär im Korb" gewesen zu sein. Und falls Ihr Euch über die Farbe unserer Laufshirts wundert - so findet man sich ganz schnell bei 2.990 dunkelrosa gekleideten Damen wieder. Denn 7 hatten grüne AOK-Shirts an ...
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 19. April 2015

Was dem einen sein Kreppel, ist dem anderen ...

Hallo Leute,

außerhalb Deutschlands sprechen die Leute oft eine andere Sprache. Ja, klar, sagt Ihr. Aber ist Euch schon einmal aufgefallen - auch innerhalb Deutschlands versteht man sich oft nicht? Und damit meine ich jetzt nicht die unterschiedlichen Dialekte ... wobei man ja bei manchen Dialekten schon eher von einer Sprachstörung sprechen muss, hehehe.
Sondern ganz einfach unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dasselbe. Fiel mir das erste Mal auf, als wir von unserem Geburtsort Frankfurt/Main (jawoll, Erbarme, zu spät, die Hesse komme) nach Hamburg gezogen sind. Beispiel gefällig? Ich wäre ja schon fast verhungert, bis Frauchen endlich ordentliche Kotletts herbeigeschafft hat. Die heißen dort nämlich Karbonaden (für die, die beides nicht kennen - Schnitzel mit Knochen dran). Lustig auch die Frage nach Mettwurst - Antwort der Metzgers (ach nein, dort heißt es ja Fleischers)-Frau: Wieviele Scheiben? Hä? In Hessen streicht man Mettwurst, das ist dort Teewurst. Oder eben grobe Mettwurst. In Hamburg dagegen ist es das, was wir wiederum Cervelatwurst nennen. Noch schwieriger dann das Süße: Kreppel. Ganz einfach, sehr schmackhaft. Heißen dort Berliner. In Berlin heißen die Teile Pfannkuchen (die wiederum für mich flach sind, so eine Art noch vollständiger Kaiserschmarrn). Und hier sind es Krapfen. Falls sie bei Euch nochmal anders heißen, bitte ich gern um Aufklärung. Gemeint sind runde Gebäckstücke aus Spritzteig, mit Marmeladen- oder Hiffenmarkfüllung, außenrum viel Zucker. Jammjamm. Mein Rekord steht übrigens auf 7 Stück an einem Tag, nur mal so zur Info.
Gehen wir weg von den Lebensmitteln. Und ziehen wir nach Franken, wo wir seit nunmehr 27 Jahren wohnen. Und versuchen, uns verständlich zu machen. Putzlumpen - das ist für Frauchen und mich ein (gern neu gekauftes) Stück Stoff, mit dem man putzt. Heißt in Hamburg aber Feudel. Und man putzt nicht, man feudelt. Aufnehmer - kleine Handschaufel und kleiner Besen - heißt in Hamburg Handeule. Und hier ganz simpel Kehrschaufel.
 Ab in die Küche. Bei uns Hessen ist ein kleines scharfes Messer ein "Kneibchen". Dieser Ausdruck hat schon für sehr viel Verwirrung gesorgt, weil alle anderen dachten, wir reden von einer kleinen Wirtschaft ...
Der Beispiele sei genug, es gibt noch viele. Ihr könnt gern ergänzen. Ich habe jedenfalls gemerkt, auch in Deutschland ist es manchmal schwer, des anderen Sprache zu verstehen. Eines verstehen aber alle - Anfeuerung. Deswegen ein "Toi toi toi" für alle Starter beim Hamburg Marathon nächsten Sonntag!
Bis bald Euer Iwan