Sonntag, 10. Juni 2018

3. Tiergartenlauf - quasi ein Siebenkampf

Hallo Leute,

letzte Woche habe ich mir echt Sorgen um Frauchen gemacht. Ihr wisst ja (hoffentlich wisst Ihr das!), dass Frauchen zusammen mit Katrin vor einigen Jahren die Idee zum Tiergartenlauf Nürnberg hatte. Und sie dann zusammen mit dem Verwaltungsleiter des Tiergartens und dem LAC Quelle das Projekt umsetzten. 2016 fand der Lauf zum ersten Mal statt, dieses Jahr also die 3. Auflage. Reine Routine, möchte bär meinen. Leider nicht. Irgendwie artete das Ganze dieses Jahr in einen Siebenkampf aus:

  1. Planen, rechnen, bestellen - Shirts und Medaillen - und doch irgendwie immer genau in einer Größe zu wenig zu haben - obwohl doch genau nach Anmeldungen bestellt und jeweils Puffer dazugerechnet
  2. Tippen, tippen, tippen - Newsletter, Pressemitteilungen, Infos, Sponsorenberichte, Mails 
  3. Zittern - die ersten zwei Jahre kamen die Shirts immer erst am Tag der Ausgabe Starterpackages an, egal für wieviel früher man sie bestellt hatte. Dieses Jahr waren sie zwei Tage vorher da - dafür waren die Medaillen verschollen. Und trafen genau 24 Stunden vor dem Startsignal ein.
  4. Fahren - Gutzis für die Starterbeutel einsammeln, eingelagerte Sachen aus den letzten Jahren abholen und zum Nutzungsort bringen
  5. Packen und stapeln - viele viele Kartons, mit Trinkbechern (knapp 5.000), Shirts (eine große Palette mit ca. 20 Kartons),  Gutzis für die Starterbeutel ...
  6. Hoffen und beten - die Wettervorhersage sagte Gewitter pünktlich für das Zeitfenster Freitag zwischen 18 und 20 Uhr voraus - also genau für die Start- und Laufzeiten. Gewitter wäre die einzige Wetterlage, bei der man hätte absagen müssen. Die Läufe konnten dann aber doch - ohne Gewitter - starten.
  7. Laufen, laufen, laufen - am Veranstaltungstag selbst ist Frauchen gefühlte 50 mal vom Naturkundehaus (Startunterlagenausgabe und Kleideraufbewahrung und "Kommandostelle") zum Start-/Zielbereich gerannt und wieder zurück - einmal leicht bergab, einmal leicht bergauf. Garniert mit Abstechern zur Lagune (Siegerehrung, nicht zum Plantschen ...).
Ergebnis: Frauchen hatte Samstag die miesesten Pulswerte, die ich je bei ihr erlebt habe. Denn das Ganze wurde von ziemlicher Rast- und Ruhelosigkeit begleitet, Donnerstag machte sie sich solche Sorgen, ob sich die Medaillen bei der Spedition wieder anfinden, dass sie um 4 Uhr früh aufstand!

Aber was ich so gelesen habe, war es wieder für die Starter ein toller Tiergartenlauf! Und das ist die Hauptsache, dann war es diesen "Siebenkampf der anderen Art" wert. Und nun kann ich zusehen, Frauchen wieder auf Trainingsspur zu bringen, denn es sind nur noch knapp 12 Tage bis zum Achensee Trail Hero! Und Kaiserschmarrn für den Coach (sprich mich) gibt es nur bei erfolgreichem Finish ...

Bis bald Euer Iwan

P.S. Hier gibt es übrigens sehr lesenswerte Berichte über den Tiergartenlauf:
exito Gipfelstürmer – mit vielen Bildern
Sebastian alias „Der Fleggo“
Axelander
Manu alias "Laufwelt"
Rose aus dem #TeamSeekuh

Samstag, 2. Juni 2018

London - traditional and modern

Hallo Leute,

ich war Euch noch Fozzies sonstigen Reisebericht über die 2,5 Tage in London schuldig. (Ich habe ihm aber gesagt, er soll sich kurz fassen und nicht immer so viel plappern ...)

"Als ob ich plappern würde! Also mache ich es halt kurz und zeige Euch nur die Fotos. Wir waren viel unterwegs, zweimal war Frauchen und mir gepflegt schlecht - einmal in diesen alten Londoner Bus




und einmal im London Eye. Das ist das dritthöchste Riesenrad der Welt, mit tollen Aussichten (und einer ebenso tollen Warteschlange davor, Frauchen hatte aber schlauerweise schon von zuhause aus Fast Pass Tickets für sich und mich gelöst).































Dann haben wir in Paddington Station fast eine halbe Stunde lang die Statue von Paddington Bear gesucht ...
















... waren am Piccadilly und flotte Autos gucken (der graue da, ein Lamborghini, wäre genau mein Geschmack ...).










Und zu guter Letzt haben wir noch den Tower und die Towerbridge besucht:


Ihr seht also, viel Sightseeing. Wobei London anscheinend jedes Jahr voller wird - ganz ehrlich,  auch wenn wir selbst Touristen waren - es ist einfach zu voll. Viel zu viele Menschen. Zwei Tipps hätte ich aber noch für Euch: 
  1. Fahrt nicht mit dem überteuerten Heathrow Express Zug in die Stadt - sie versuchen zwar am Flughafen massiv, die Tickets an den Mann / die Frau / den Bären zu kriegen, aber ihr kommt in Paddington Station an und braucht mit Sicherheit von da nochmal eine Fahrkarte für den Nahverkehr - nutzt lieber eine Tageskarte für die Öffentlichen und fahrt mit der U-Bahn rein.
  2. Nutzt überhaupt die U-Bahn und das Busnetz. Sie fahren sehr häufig, und die Busse klappern auch die typischen Sightseeing-Routen ab - aber eben für weniger Geld als der Touri-Sightseeing-Busse. Und die U-Bahnstationen sind sowieso eine Schau ... alt, gekachelt, sehr lange Gänge, steile Rolltreppen ... vor allem die Baker Street-Station ist einen Zwischenstopp wert, die stammt aus den 1860er Jahren und ist so auch restauriert worden."
Grummel - ich wäre doch gern mitgefahren. Hört sich gut an ... das nächste Mal bin ich wieder dabei!

Bis bald Euer Iwan



Donnerstag, 31. Mai 2018

London - unerwartet zur neuen PB über 10 km

Hallo Leute,

kleine Schreckensnachricht zu Beginn: ich bin verletzt. Meine rechte Tatze ist leicht aufgeplatzt - bei meinem Alter ist das durchaus ernst zu nehmen. Frauchen schont mich deswegen, was ja einerseits gut ist (bedient zu werden), andererseits aber ärgerlich (ich durfte nicht mit nach London fliegen).
Das schien mir aber nur halb so schlimm, denn erstens war ich vor 4 Jahren schon mit in London beim 10 km-Lauf, und zweitens trainiere ich ja Frauchen auf den Achensee Trail Hero am 23. Juni hin, da habe ich mir also keine besondere Leistung erwartet. Böser Fehler.

Assistenzcoach Fozzie berichtet:
"Der London 10.000 Meter-Lauf ist auch die offizielle britische Straßenmeisterschaft. Kein Wunder, dass auch Sir Mo Farah gemeldet hatte. Wir hatten von Samstag bis Montag gebucht, da der Lauf  - etwas seltsam für uns  - an einem Montag stattfinden sollte. Bank Holiday, quasi "angeordneter Feiertag" in England. Die Hinreise war etwas, sagen wir mal, nervenaufreibend. Zubringerflug nach Frankfurt landete zwar pünktlich, aber jwd ... wir rollten und rollten mit dem Flieger ... am Terminal vorbei und auf eine noch jwd-ere Außenposition. Einstieg in den Bus, der uns zum Terminal bringen sollte. Murren in der Menge, denn einige mussten ihre 10-Uhr-Flieger erreichen. Eigentlich war ja genug Zeit eingeplant, aber ... der Bus kroch zum Terminal. Und reihte sich ein als Nummer 5 vor einem Eingang zum Terminal. Wo immer nur ein Bus seine Ladung entließ, fortfuhr, dann der nächste. Hat Frankfurt denn nur einen Eingang???? Egal, rein. Geguckt, wo wir hinmüssen. Von Terminal A zu Terminal B. Flughafen-Frankfurt-Kenner wissen: entweder stundenlang auf den Aufzug warten oder 4 Stockwerke zu Fuß runter, einen gefühlt 800 Meter langen Gang entlang, 4 Stockwerke hoch. Die Uhr tickte. Noch konnten wir es schaffen .. rasant um die Kurve gebogen und ... Vollbremsung. Frauchen krachte in die Schlange vor der Passkontrolle. Das war´s, Flug nach London kannste vergessen, dachte ich. Nix da, durchdrängeln (mein Frauchen ist da sehr gewieft und hat scharfe Augen) - da waren noch zwei Durchgänge für maschinenlesbare Ausweise, und ohne Schlange. Durch. Losgerannt. Quasi Einlaufen zum Rennen. Denn unser Gate war das Äußerste in dem Bereich. Herrchen hechelte hinterher. Um dann loszuschimpfen, warum Frauchen denn so rannte - denn das Boarding hatte noch gar nicht angefangen ... Verspätung.

Der Rest verlief dann ohne besondere Vorkommnisse. Frauchen hatte ein Hotel gebucht, das quasi direkt gegenüber dem Eventbereich lag. Also rund 100 Meter bis zur Startnummernausgabe - für die Overseas-Runner nur vor Ort, Sonntag und Montag vor dem Lauf. Das war eine Verbesserung gegenüber 2014, dort gab es sie nur am Renntag und man hatte vorher so gar keine Info. Das war dieses Jahr vorbildlich.
Weniger schön aber die neue Strecke - nur der erste und die letzten beiden Kilometer waren echtes Sightseeing, der Rest durchs Banken- und Juristenviertel, sogar viel durch absolut nichtssagende Seitenstraßen.
Montag dann gegen 9:30 Uhr aufgemacht zum Startbereich. Menschenmassen - über 14.000 Starter, plus Begleitpersonen. Alles bestens organisiert, man konnte sich nicht verlaufen, alle gingen diszipliniert zu ihren Startbereichen. Frauchen war in der dritten Welle, zusammen mit Lord Sebastian Coe, hüstel. Mo Farah dagegen startete ganz vorne ....Was wir zum ersten Mal erlebten., war Wunschkonzert: der zweite Block wurde mit "Eye of the tiger" losgeschickt, das konnte man gut hören. Blick nach vorne über Pall Mall, nach hinten zum Buckingham Palace. Als Frauchen vorrückte, wurde durchgesagt "die vor Euch wollten "Eye of the tiger" - mit was wollt Ihr starten? "Chariots of fire" oder "Don´t stop me now"?" Überwältigendes Gekreisch für Queen. Und 17 min. nach Farah durfte auch Frauchen auf die Strecke.
War es dieser für Frauchen ideale Rhythmus, war es das Einlaufen am Frankfurter Flughafen, die Langeweile beim Kurs oder die schwüle Wärme - Frauchen lief die ersten 5 km in 29:21, was für sie sehr schön ist. Konnte es beim Blick auf die Uhr kaum glauben, denn sie hatte nicht das Gefühl, eine sub-1-Hour-Pace zu laufen. Übrigens, Mo Farah hat für die 10 km genau 29:44 min. gebraucht ... er kam Frauchen auf der "Strand" kurz hinter km 1 (für Frauchen) entgegen. Der Kurs ist schnell erzählt: Mall hoch, Trafalgar Square, Strand weiter, Seitenstraßen und Fleet Street, Wendepunkt (da stand übrigens ein Live-Chor und sang), zurück vorbei am Court House, Strand runter, an Downing Street Number 10 vorbei, Westminster Abbey und Big Ben links liegen lassen, Endspurt zum Buckingham Palace. Den Frauchen dann nach 58:25 min. erreichte - zu unser aller Verblüffung mit einer neuen PB über 10 km!


Gut sind auch die Infos nach dem Lauf, über Pace, Platz, wie viele vor und hinter einem sind. Das Finisherpaket gibt es erst im Ziel; für 28 Pfund gibt es eine Medaille, Funktionsshirt (strahlend ... mausgrau), diverse Getränke (u.a. Rhabarber-Apfelsaft-Schorle) und Knabbereien. Also face value. Toll auch die vielen anfeuernden Zuschauer und Streckenposten, die vielen Livebands - die ganez Stimmung war top.


Ein Selfie mit Mo hat leider nur so geklappt - er war einfach zu schnell für uns:



Ab ins Hotel, geduscht, mit einem Burger-Mittagessen den Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht und dann mit der Underground zum Flughafen. Frauchen hatte ja extra Rückflug über Zürich gebucht, weil längere Umsteigezeit. Blick auf die Anzeigetafel - Verspätung. 30 min. Damit blieben noch 40 min. zum Umsteigen in den letzten Flieger des Abends nach Nürnberg. "Blieben" hier im Konjunktiv. Einsteigen durften wir zwar, aber dann hieß es "wir kriegen erst ein Slot in 30 min". Bis wir wegkamen, über 1 Stunde Verspätung. Das konnte der Flieger nicht mehr aufholen. Als wir in Zürich nach der Landung zum Terminal rollten, sahen wir noch schön die Maschine nach Nürnberg, wie sie die Treppe hochklappte. Wir hatten schon die Info "umgebucht". Auf Hotel. Und Flug am anderen Morgen. Das war uns auch noch nie passiert. So "durften" wir noch eine Nacht im stylishen Hotel nahe des Züricher Flughafens verbringen ..."

Und ich habe mir fürchterliche Sorgen gemacht, wo Ihr bleibt! Und frage mich, wie viel schneller Frauchen noch hätte sein können, wenn ich sie betreut hätte statt Fozzie ...

Reisebericht Teil 2 von Fozzie - was sie in den zwei Tagen London erlebt haben - folgt.
Bis bald Euer Iwan




Samstag, 19. Mai 2018

Zum vierten Mal Rennen für die Manatees

Hallo Leute,

heute war es wieder mal soweit: Rennen für die Manatees. 5 km. Virtuell - d.h. man rennt eine 5 km-Strecke und meldet die Zeit. Und muss nicht extra dafür nach Florida fliegen. Was Frauchen und ich zwar sehr bedauern, es andererseits aber weniger aufwändig und mehr zeitsparend macht.

Für das Startgeld von 32 Dollar kriegt man - pünktlich vor dem Wettkampftag - ein Manatee-Shirt und eine schöne Medaille. Und die wollen wir uns natürlich auch verdienen, nicht einfach nur anmelden und einkassieren ....



Wegen einiger Termine startete Frauchen heute erst am spätem Vormittag. Und freute sich schon auf die dummen / irritierten / fragenden Blicke anderer Läufer oder Spaziergänger im Marienbergpark, wo sie eine abgemessene 5 km-Strecke hat. Das war nämlich in den früheren Jahren ihr Highlight ... denn normalerweise rennt man nicht allein auf weiter Flur mit einer Startnummer herum! Und dann dieses Jahr die Enttäuschung: keiner guckte. Weder irritiert noch anerkennend, weil sie (für ihre Verhältnisse) wie ein Wiesel so schnell rannte.

Vielleicht lag es an ihrer Frustration, dass sie so schnell wie in keinem der vorigen drei Jahre war. 26:45 Min. für 5 km ist für sie extrem rasant. Das macht mich schon wieder misstrauisch - ob sie wohl abgekürzt hat? Andererseits kenne ich mein Frauchen, so etwas würde sie nie tun. Bewertet sie als grob unsportlich.

Also freue ich mich einfach über die gute Zeit. Und nehme es als gelungene Generalprobe für den 10 km-Lauf in London, der nächstes Wochenende ansteht ... ich werde berichten. Seid gespannt, denn da tritt sie gegen Mo Farah an!

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 1. Mai 2018

Innsbruck Alpine: wieso können 16,8 km so weh tun?

Hallo Leute,

wir haben ein traumhaftes Wochenende hinter uns. Die einzigen, die das nicht sagen, sind Frauchens Oberschenkel! Aber der Reihe nach ...

Freitag nachmittag sind wir mit dem Auto Richtung Innsbruck gefahren. Kurz überlegt, ob wir die - landschaftlich schönere - Strecke über Tegernsee / Achensee nehmen oder die - vermeintlich - schnellere über die Autobahn. Für letztere entschieden und bereut. Böser Fehler. Schöner Stau am Irschenberg. Frauchen und ich wurden schon ganz hibbelig, weil wir ja noch die Startunterlagen für den Innsbruck Alpine abholen wollten. Kurz nach 18 Uhr waren wir dann vor Ort. Gegenüber der Premiere vor zwei Jahren war nun alles ein bißchen größer und besser ausgeschildert. Der obligatorische Ausrüstungs-Check dauerte ... geprüft wurde, ob man Ausweis, Handy, Krankenversicherungskarte, Bergversicherung (Mitgliedsausweis des Alpenvereins reicht auch), 0,5 Liter Getränk dabei hat. Plus Trinkbecher. Das einzige, was sie nicht geprüft haben, was aber absolut sinnvoll gewesen wäre: Trailschuhe mit griffiger Sohle.

Meine Menschen sind dann Abendessen gegangen, ich habe die Unterlagen studiert. Ein Extrablatt "Verhalten bei Gewitter". Streckenverlauf. Die kurze Strecke, die wir wieder gewählt hatten, sollte je nach Angabe 15, 16,4 oder 16,8 km lang sein. Da sollte sich der Veranstalter mal mit sich selbst einigen, was denn nun! Ansonsten war das Startersackerl gut gefüllt:









Samstag dann wieder das übliche Problem bei einer Startzeit nachmittags - wie den Tag verbringen? Wir sind auf die Nordkette hochgefahren, hier ein paar Impressionen (wobei ich mich immer frage, warum Menschen so dumm gucken, wenn ich mich fürs Selfie in Position setze ...):

















Wetter - grandios.
Nach einem Pilzspatzn-Mittagessen machte sich Frauchen für den Lauf fertig. Es hieß, im Startbereich in Hall (es war ja ein Punkt-zu-Punkt-Lauf) solte nochmal die Pflichtausrüstung, u.a. auch eine Regenjacke, kontrolliert werden. Also schnallte sich Frauchen für diese Kurzstrecke, 2 Stunden plus, doch tatsächlich ihren Camelback um. Und war dann erleichtert, dass sehr viele Starter auch Rucksäcke trugen. Im Viehtransporter, äh nein, Shuttlebus ging es dann nach Hall. Ab hier berichtet Frauchen, da ich mit Herrchen bei Eis und Sonnenschein im Park am Ziel Landestheater in Innsbruck auf sie wartete.

Es war heiß. Start ist in Hall in der Burg Hasegg. Die Wartezeit bis zum Start verging mit dem üblichen Anstehen auf die nur zwei Örtlichkeiten sehr schnell. Dann der Start und erstmal Verwirrung, wo denn nun die Zeitmessung beginnt. Raus aus der Burg im Trippelschritt, Treppe runter, durch eine Unterführung (da maulten die ersten schon, was denn die Stufen sollten ...), andere Seite hoch und erstmal wieder stehen. Einreihen auf einspuriger Treppe den Berg hoch. Dann ging es die ersten 3 Kilometer bei praller Sonne und stehender Hitze durch Altstadtgassen, Nebenstraßen und kleine Wiesenwege Richtung Absam und weiter den Berg hoch. Nicht steil, aber stetig. Bei 26 Grad im Schatten. Selbst ich, als hitzeliebend - und -resistent bekannt, hatte da meine Schwierigkeiten, Maximalpuls und jappste. Dann ging es links ab, oben auf der Höhe Richtung Innsbruck. Mit herrlichen Aussichten, immer mal wieder runter und hoch, dann sollte laut Höhenprofil die erste Verpflegungsstelle vor dem großen Anstieg kommen. Tja, der Anstieg kam, die Labe nicht. Da fängt man schon an, an sich zu zweifeln. Später wurde klar - sie hatten sie extra verlegt, weil die Läufer wohl oben mehr Durst hatten als vor dem Hochlaufen. Viele Läufer liefen auch jede Viehtränke oder Wasserstelle zwischendurch an. Auf der Strecke waren ja nicht nur wir "15 km"-Läufer, sondern auch die Marathonis, die früher gestartet waren und für die es der letzte Teilabschnitt war. 
Diesen Streckenteil kannte ich noch von meinem Start vor 2 Jahren. Da hatte ich übrigens hinterher moniert, dass es zwar ein schöner Landschaftlauf war, aber kein Trail. Böser Fehler. Das hatten die Veranstalter anscheinend gelesen, und haben extra neue Abschnitte eingeflochten. Denn auf einmal ging es weg vom schön zu laufenden Waldweg, direktemang geradeaus hoch auf einem Trampelpfad durch den Wald. Steil. Und durch die trockene Erde sehr rutschig. Ich war sehr dankbar für meine neuen Trailschuhe mit der noch überhaupt nicht abgelaufenen griffigen Sohle. Autsch! Ach so, da ragte ein Ast vor. Pech für ihn, er splitterte. Und Pech für mein Bein, schöner Bluterguss ...
So langsam näherten wir uns Innsbruck, da war schon der Berg Isel mit der Schanze zu sehen. Ich wähnte mich weit hinten, viele Abschnitte war ich - genau wie die anderen um mich herum - gegangen statt gelaufen. Nun ging es downhill - das war ja 2016 so ein übler Abschnitt gewesen, quasi freier Fall. Jetzt war die Wegführung anders. Nämlich schmaler Waldpfad mit Wurzeln, rutschiger trockener Erde und Serpentinen. 180-Grad-Kurven. Also hinein ins Nicht-Vergnügen. Ich überholte, andere schnellere ließ ich dafür vorbei. Mein rechter Oberschenkel muckte nach einer gewissen Zeit, denn es sollte ja über 2 km rund 400 Höhenmeter abwärts gehen. Plötzlich - da, da war der Pfad zu Ende! Hallelujah! Rechts auf einen breiteren Weg. Und vor einer Wand gestanden. Ging es doch nochmal gefühlte 30 % Steigung über einige 100 Meter bergauf. Da blieben einige Läufer um mich herum einfach mittendrin stehen, "ich will nicht mehr" ... Zäh habe ich mich nach oben gekämpft, und hoffte auf ein kleines ebenes Stück, damit sich meine Oberschenkel wieder beruhigen konnten. Viel zu schnell ging es dann aber wieder weiter abwärts. Das war der Moment, wo meine Oberschenkel nach oben funkten "uns reicht´s, lauft Ihr mal allein weiter, wir streiken!". Was ja nun physikalisch unmöglich ist, aber faktisch doch geht. Sie machten zu. Und jeden Schritt zu "aua aua aua". Was mir dann auch laut entfuhr, als wir - endlich auf Inn-Höhe angekommen - ein paar Treppenstufen herunter zur Innbrücke laufen mussten. Irritierte Blicke allenthalben. Aber das hat gutgetan, das laute Jammern .... Danach weiter und ich habe sogar - im Gegensatz zu 2016 - noch so etwas wie einen langgezogenen Zielspurt hinlegen können. Die Zeit war sowieso schon weit über 2 Stunden, indiskutabel für 16 km!

Da war Frauchen ja endlich! Ich bin aufgesprungen, gemeinsam haben wir gefinisht.


Und ich gleich mal mit ihr herumgezetert, warum sie so langsam war. Und sich wieder so schwer getan hat .. anscheinend fehlen bei so einem Frühjahrstermin noch die Bergwanderkilometer und Höhenmeter. Denn später im Jahr hat sie lange nicht so kaputte Beine nach so einer vergleichsweise geringen Belastung (ja, ist doch wahr! 400 Höhenmeter und runde 16 km sind doch eher Kurzstrecke!). 

Im Endergebnis war Frauchen dann aber doch nicht soooo schlecht: 127. von 208 Damen, 2:20,45 Stunden, auch viele Herren hinter sich gelassen, insgesamt 404 Finisher. Und 7. von 19 in ihrer Altersklasse.


Abends gab es dann noch nach Kässpatzn den obligatorischen Kaiserschmarrn. Sonntag sind wir dann gleich abgefahren, um beim Achensee anzuhalten, Löwenzahnwiesen zu gucken, den herrlichen Sommertag im April zu genießen und noch ein bißchen spazierenzugehen.

Fazit: Das Inssbruck Alpine Trail Festival ist ein bestens organisiertes Laufevent. Gegenüber der Premiere sind jetzt alle Strecken sehr gut gekennzeichnet, alle Helfer sehr nett, Verpflegungstellen und Startersackerl top. Man darf nur nicht die Srecken unterschätzen ... Und wenn man, so wie wir, zweimal Glück mit dem Wetter hat (2017 war garstiges Wetter mit Kälteeinbruch, Schnee und Regen), dann ist Innsbruck auf jeden Fall eine Reise und einen Start wert!

Und wie andere Finisher das #IATF gelaufen haben - hier der Bericht von exito Gipfelstürmern - alle auf den längeren Distanzen!

Bis bald Euer Iwan



 

Samstag, 21. April 2018

Wird eine Steigung jedes Jahr steiler?

Hallo Leute,

gestern morgen habe ich bei schönstem Hochsommerwetter im April Frauchen auf den letzten langen Trainingslauf vor Innsbruck geschickt. Da haben wir für Berg-/Trailläufe so eine spezielle lange Strecke, von Ziegelstein durch den Wald nach Buchenbühl, das links liegen lassen, weiter mit kurzem heftigen Trailanstieg und dann schnurgerade durch den Wald weiter Richtung Kalchreuth. An einer großen Lichtung abbiegen, dann wieder ein schöner Trailpfad, der eine Schlucht durchschneidet, dann wieder hoch auf holprigem Waldgeläuf, bis man oben auf einem Feldweg vor Kalchreuth herauskommt. Zu dieser Jahreszeit besonders schön, denn neben der herrlichen Weitsicht auf Moritzberg, die fränkische Schweiz sowie ganz Nürnberg von oben hat man viele blühende Kirschbäume. Wenn man sie denn sehen kann vor lauter brennendem Schweiß in den Augen, hehehe.

Eine Runde Ausblick genießen und dann wieder runter, fast den gleichen Weg zurück. Der Haken ist eine langgezogene Steigung, die dann zum Schluss hin immer steiler wird. Schon immer. Aber Frauchen kam gestern nach Hause und meinte, der Anstieg wäre nun noch steiler als in den Vorjahren .... Hm. Und die Strecke sei noch länger als früher. Ah ja. Mal ganz abgesehen davon, dass sie die Strecke wie ein Uhrwerk läuft ( 2016 in 2:21:35, 2017 in 2:21:49, heute in 2:21:22) ... ich bin ja kein Deppenbär, eine Strecke wird nicht so einfach länger und steiler.

Doch, behauptet Frauchen. Das läge an der Erdkrümmung. Und am Klimawandel. Der würde dafür sorgen, dass sich die Verwerfungen immer mehr aufrichten. Und weil sie ja steiler sind, aber die ursprüngliche Distanz wieder erreicht werden muss, wird noch ein Stück eingeflickt. Ja hat man denn so einen Blödsinn schon mal gehört? Was haltet Ihr davon? Glaubt Ihr Frauchens Theorie, oder mehr mir, der sagt, damit will sie nur bemänteln, dass sie sich mit zunehmdem Alter immer schwerer tut? Autsch, weitertippen gefälligst, nicht den Bären hauen!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 15. April 2018

Grüße von der anderen Seite der Startnummernausgabe

Hallo Leute,

Frauchen und ich sind ja bei vielen Laufwettbewerben gestartet. Dabei bleibt nicht nur die Strecke und die eigene Leistung im Gedächtnis, sondern das "Gesamtpaket". Was gab es für das Startgeld, wie war die Organisation, das ganze Drumherum ... vor allem die Helfer sind hier gefragt. Viele Läufer machen sich darüber gar keine Gedanken - wir ehrlich gesagt bei den ersten Starts auch nicht. Die waren halt einfach da, bei der Startnummernausgabe, als Streckenposten, an den Verpflegungsstellen, im Ziel. Inzwischen ist ja Frauchen selbst Organisator eines Laufevents (Tiergartenlauf in Nürnberg) und weiß, was alles daran hängt. Und gestern hat sie mal wieder als freiwillige Helferin den Tag verbracht, beim Stadtwaldlauf vom LAC Quelle Fürth.

Nun ist ja jeder Lauf anders, der Stadtwaldlauf ist von einem Verein organisiert und nicht darauf angelegt, Gewinn zu machen. Er wird nicht von Profis betreut, sondern von engagierten Vereinsmitgliedern und deren Familienmitgliedern. Die ihre Freizeit opfern. Manche Läufer behandeln die Helfer aber doch sehr arrogant, wenn was nicht gleich so funktioniert und der Helfer "spurt", wie es der Läufer gern hätte. Für andere Starter sind die Helfer Luft, da könnten auch Roboter stehen, die einem das Wasser anreichen. Bitte nicht falsch verstehen - 95 % der Starter sind nett und freuen sich über ein nettes Wort, und sagen auch ein nettes Wort zu den Helfern. Darüber freuen sich dann die Helfer sehr. Frauchens Appell nach dem gestrigen Einsatz ist also:
  • Wenn Ihr Eure Startnummer holt, lest halt erstmal, wo es die Nummer zu welchem Lauf gibt. Das steht immer, bei jedem Lauf, groß an den Tischen oder drüber. Beim 10. Mal Name vergeblich auf Liste gesucht, dann festgestellt "achso, Halbmarathon, nicht Startnummer für Kind im Schülerlauf abholen" wird es langweilig ... 
  • Hilfreich ist auch, entweder die Meldebestätigung dabei zu haben (da steht nämlich der Name schön lesbar drauf ...) oder den Namen deutlich zu sagen ... und zwar nicht nur den Vornamen! Erleichtert ungeheuer das Finden in den Listen und damit das Finden der Startnummer ...
  • Und nein, wenn der Name auf der Nummer steht, nicht einfach danach grapschen, weil man so einen ungewöhnlichen Vornamen hat .... es kann trotzdem sein, dass es diesen Vornamen mehrfach in der Meldeliste gibt und es eben nicht "Eure Nummer" ist ...
  • Die Getränke und das Futter am Verpflegungsstand haben sich nicht selbst in die Becher gegossen, bzw. geschnitten und dort hingelegt. Ein "Danke" beim Nehmen erfreut jeden Helfer.
  • Übrigens, leergetrunkene Becher neben die vollen zu stellen und wegzugehen, ist nicht die feine englische Art. Wenn man noch Durst hat - wir schenken gern nach. Und wenn man nichts mehr will, dann kann man seinen Becher in den vorgesehenen Abfallbehälter werfen - denn entweder hat es der Helfer nicht gesehen und füllt den leeren Becher wie alle anderen leeren Becher - was bäh für denjenigen ist, der den benutzten Becher dann erwischt. Oder er muss aufhören mit Füllen für die anderen durstigen Starter, und den Becher selbst wegwerfen.  
Nun aber zum Erfreulichen:
  • Ein Starter strahlte im Ziel nur so - sein erster Halbmarathon, erfolgreich gefinisht, 1:58 Stunden. Er meinte dann "wow, ich bin angefixt ... sagt mir doch gleich mal, wann und wo die nächsten Startmöglichkeiten sind". Da freut man sich mit!
  • Ein 74jähriger Herr kam unter den Letzten des Halbmarathons ins Ziel (man muss sagen, es war ziemlich warm und viele Läufer hatten mit der Hitze zu kämpfen) und war hin und her gerissen - einerseits Freude, dass er wieder einmal einen Halbmarathon gefinisht hatte, andererseits ärgerte er sich über seine Zeit.
Zwei Starter, denen Frauchen Wasser anreichte, sind besonders zu nennen:
  1. Anja Beranek, die erfolgreiche fränkische Triathletin, die den Halbmarathon als Trainings-Laufeinheit zwischen zwei Radeinheiten am Samstag nutzt. Supernett, Du hast  nun zwei weitere Fans, liebe Anja!
  2.  Ein Beagle, der mit Herrchen den Nachwuchs innen bei der 400-Meter-Stadionrunde im Bambinilauf begleitete. Und danach sehr keuchte - er bekam von Frauchen auch einen Becher Wasser, auf dem Boden angereicht.
Als Frauchen dann nach Hause kam, habe ich sie aber gleich auf die samstägliche Trainingsrunde gescheucht ... nicht dass sie denkt, sie kann sich auf ihren Helfer-Lorbeeren ausruhen!

Bis bald Euer Iwan