Montag, 15. Januar 2024

Bingen bildet

Hallo Leute,

heute mal was ganz anderes. Kennt Ihr das auch, Serien bingen? Ja, das mache ich mit Frauchen und Herrchen sehr gern. Da werden alte Juwelen wie "Grimm" entdeckt ... seitdem gucke ich sich aufregende Menschen sehr genau an, ob sie eine Aufwallung haben. Und neulich habe ich eine Person auf der Straße gesehen, das war unter Garantie ein Bauernschwein in Aufwallung, hahaha. Wer jetzt  nicht weiß, was gemeint ist, dem lege ich das Gucken der Serie ans Herz. Nachdrücklich. Nur Läufer sollten die erste Folge der ersten Staffel mit Vorsicht genießen: es beginnt mit einer Läuferin auf einem herrlichen Waldtrail in Oregon, bis sie sehr abrupt überfallen wird.

Zurück zu den Serien. "Hudson & Rex" wird auch gern geguckt. Es ist geradezu unglaublich, was dieser Schäferhund alles können soll. Demnächst fertigt er auch noch die Protokolle an, Verhöre führen kann er ja schon. Unterhaltsam, kurzweilig, darf man nur nicht ernst nehmen.

Jedenfalls, durch Rex, Grimm und Criminal Minds sind Frauchen und ich nun schon so gut geschult, dass wir bei anderen Serien in 95 % der Fälle mit unserem Tippen des Täters richtig liegen. Herrchen dagegen hat eine Erfolgsquote von rund 25 %. Die Tage haben wir es bei "FBI Special Crime Unit" und bei den "Purpurnen Flüssen" unter Beweis gestellt. Bei letzterem habe ich zügig auf den Dorfpolizisten als Täter getippt - Herrchen hat es erst dann geglaubt, als der schon quasi enttarnt war.

Da soll noch einer sagen, Serien bingen bildet nicht. Ich überlege nur schon, wie ich dieses unnütze Talent monetarisieren könnte. 

Bis bald, Euer Iwan





Dienstag, 2. Januar 2024

2024: Auf ein Neues!


Hallo Leute,

mein Anzug sitzt nach all den Feiertagen etwas spack, wie sieht es bei Euch aus? Ich bin ja sehr froh, endlich das Seuchenjahr 2023 von Frauchen hinter uns zu lassen. Mir hat es so die Laune als Laufcoach verhauen, ich wollte noch nicht einmal meinen bärigen Jahresrückblick machen. 

Also, frohgemut auf in ein besseres (hoffentlich, klopf auf Holz, toi toi toi) Jahr 2024. Unsere Laufvorhaben sind:

  • Anfang Mai die K25 beim Innsbruck Alpine Trail Festival – die rund 25 km werden dort immer "Halbmarathon" genannt, hahaha. 
  • Anfang Juni den Mozart 100 light, also die 31 km, in und um Salzburg.
  • Ende August wollen wir einen neuen Anlauf beim Karwendelmarsch starten.
  • Ende Oktober dann die Panoramastrecke beim Trailrunning Festival in Salzburg.

Komisch, ich merke erst jetzt, dass alle genannten Bewerbe in Österreich stattfinden ... nein, ich habe dabei wirklich, ganz ehrlich, nie nicht an Kaiserschmarrn, Schnitzel, Spinatknödel gedacht. Hüstel. Ähem. Wo war ich gerade? 

Ach ja, Vorhaben 2024. Alle genannten Rennen sind wir schon gelaufen, und freuen uns wirklich sehr auf eine Wiederholung. Bitte drückt uns die Daumen, dass Frauchen gesund bleibt, das Training störungsfrei und unfallfrei verläuft und sie wieder Spaß am Trailrennen hat!

Bis bald, Euer Iwan

Donnerstag, 28. Dezember 2023

Veranstalter MountainMan: Mies

 Hallo Leute, 

heute will ich mal von einem unschönen Verhalten erzählen. Ich hatte Frauchen für den MountainMan hier in Pommelsbrunn angemeldet, wohlweislich mit 25 % Aufschlag auf das Startgeld für die Flexi-Option. Damit kann man bis 2 Tage vor Race Day stornieren, und sein Startgeld zurückkriegen. Und bei Frauchen besteht Anfang Dezember leider immer die Gefahr einer Erkältung, oder Wetteraussichten zu mies oder oder.

Prompt war es dann leider auch so: 1 Woche vor Termin, also noch im November, musste sie stornieren. Und wartet bis heute auf die Rückerstattung. Nach 2 Wochen hat sie das Mountain Man-Team über das Kontaktformular auf der Website angeschrieben. Keine Reaktion. 1 Woche später dann eine Mail an die genannte Mailadresse gesandt. Keine Reaktion. In der Woche vor Weihnachten dann angerufen bei der Kontakt-Telefonnnumer. Mailbox. Draufgesprochen und um Rückruf gebeten. Ihr ratet es sicher - keine Reaktion.

Entschuldigung, MountainMan, das ist schäbig. Einfach nur schäbiges Verhalten, auf dreimal Kontaktaufnahme überhaupt nicht zu reagieren. Es keiner Antwort zu würdigen. Dazwischen wurden wir aber mit Newslettern, die für kommende Rennen geworben haben, zugeballert. Die sehen uns nicht mehr.

Normalerweise bin ich ein Freund von "Lob öffentlich, Kritik bilateral äußern". Aber hier? No way.

Übrigens, ein komplett anderes Verhalten zeigt die Laufwerkstatt, das Team hinter dem Innsbruck Alpine Festival. Mein Schussel von Frauchen hatte sich dort auch mal für die kurze Distanz angemeldet, und Aufpreis gezahlt, um später noch ummelden zu können. Und hatte das Gar-nicht-so-Kleingedruckte nicht gelesen: Ummeldung nur auf kürzere Distanz möglich. Tja, sie hatte ja nun schon die kürzeste und wollte ein längere. Also Mail hingeschickt und gefragt, was tun? 1 Tag später die Antwort: neu anmelden für die längere Strecke, und Code für kostenlose Anmeldung für das Jahr darauf. Sie hätten ja auch schreiben können "wer lesen kann, ist im Vorteil!". Absolut zu loben.

Was besonders ärgerlich ist: Frauchen war ja Veranstalterin vom Tiergartenlauf Nürnberg. Und als MountainMan damals den Run in Pomelsbrunn startete, hatten sie sich an Frauchen gewandt, ob sie den vorstellen könnte. Also ein bißchen die Werbetrommel dafür rühren. Hat Frauchen gemacht, im Newsletter. Ohne Gegenleistung. Sie dachte, man hilft sich gegenseitig, und MountainMan wäre es wert. Tja, falsch gedacht.

Bis bald, Euer Iwan




Montag, 4. Dezember 2023

Die Geschmäcker sind verschieden

 Hallo Leute,

auf Bluesky wurde ich neulich in einen netten Austausch verwickelt. Es fing damit an, dass eine Userin immer mit ihrem Guten-Morgen-Gruß virtuellen Kaffee versendet. Das ist nett gemeint, aber Frauchen trinkt nun mal keinen Kaffee. Was ich der Userin auch freundlich  mitgeteilt hatte mit meiner "Moin"-Antwort. Worauf sie uns erst Tee anbot. Den Frauchen nun auch nicht trinkt ... sie trinkt (mich schüttelt es gleich mal durch!) Cola light. Kühlschrankkalt. Morgens um 7 Uhr.

Worauf die nette Userin meinte, da würde es sie auch schütteln. Ich denke, so wie 99,9 % der Mitmenschen. Was mich anregte, darüber zu sinnieren, wie unterschiedlich doch die Geschmäcker sind. Und warum Frauchen Kaffee so strikt verweigert. Denn das kam so:

Es war einmal, vor langer langer Zeit, da war Frauchen circa 10 Jahre alt. Und eingeladen auf dem Geburtstag ihrer Kusine. Ihre Tante meinte es gut, und dachte, Frauchen sei nun alt genug, auch mal Kaffee "wie die Großen" trinken zu dürfen. 

Erster Schluck: Bäh, bitter. Also Milch reingetan.

Zweiter Schluck: Bäh, immer noch bitter. Also Zucker ergänzt.

Dritter Schluck: Immer noch Bäh. Also nochmal ordentlich Zucker und Milch reingehauen.

Vierter (und letzter) Schluck: oh Pfui Teufel. Und dann hing Frauchen im Bad und betete den großen Porzellangott an. 

Seitdem dreht sich ihr schon allein vom Kaffeegeruch der Magen um. Danke, Tante!

Zur Beruhigung: seit ein paar Jahren trinkt sie morgens wenigstens erstmal ein Glas heißes Wasser. Früher gab es nur Kaltgetränke.

Wie haltet Ihr es, trinkt Ihr lieber Kaffee, Tee, oder habt Ihr auch so einen etwas abartigen (o.k., o.k., individuellen) Geschmack?

Bis bald, Euer Iwan

Donnerstag, 9. November 2023

#Mimimi Mallorca

 Hallo Leute,

ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Das hatte auch seinen guten Grund: ich hätte nur Deprimierendes zu berichten gehabt. Und ein Dauer-Mimimi wolltet Ihr ja nun sicher nicht lesen ...

Ich versuche mich mal in Kürze:

  • Am 20. September flogen meine Menschen (ohne mich! nur mit dem Assistenztrainer 2. Klasse, Fozzie!) in den üblichen langen Urlaub nach Mallorca. Trainingsplan hatte ich Frauchen mitgegeben, lange Läufe, viel Treppensteigen in den 8. Stock im Hotel, denn sie sollte für das Salzburg Trailrunning Festival fit werden.
  • Am 21. September abends fing Herrchen an zu kränkeln. Am 22. lag er flach, sie vemuteten heftige Erkältung. Frauchen ging nochmal laufen, 12 km mit ordentlich Höhenmetern - ja, gibt es in Port d´Alcudia durchaus, immer Richtung Atalya hoch.
  • selber Tag, abends: Telefonat, dass der Lebensgefährte von Oma gestorben ist. Immerhin knapp 93, aber trotzdem ... Frauchen sucht Flüge raus, am für den Tag der Beerdigung nach Hause zu fliegen. 
  • 23. September abends: Herrchen geht´s weiter nicht so doll, bei Frauchen fängt der Hals an zu kratzen. Innerhalb von 3 Stunden ist sie von "ich war noch 6 km laufen" auf "Schüttelfrost". Corona lässt grüßen. 
  • Nix Heimflug, 1 Woche Totalausfall für beide. Frauchen noch schlimmer als Herrchen, am 24. kann sie kaum vom Bett aufstehen - gut, dass der Berlin-Marathon in voller Länge übertragen wird! 
  • 25. bis 30. September - Abstand halten, kein Appetit trotz übervollem Hotelbüffets, am Strand Liegen weit ab genommen. Selbst Herrchen, der ein bekennender Meer-Afficionado ist, wird es laaaaaaaaaangweilig. Frauchen kann inzwischen  fließend auf spanisch Ibuprofen und Hustenmittel in der Apotheke besorgen.
  • Erwähnte ich schon, dass Herrchens Rucksack in der Woche am Strand geklaut wurde? Das erste Mal in rund 30 Jahren Mallorca-Urlaub. Die Diebe werden sich mega geärgert haben - kein Smartphone, kein Geldbeutel, nichts Verwertbares für sie. Aber ärgerlich für Herrchen: die Wechsel-Badehose, die Strandgeh-Shorts, die Hustenbonbons und Taschentücher.
  • Nach rund einer Woche klappen sogar etwas längere Spaziergänge wieder, zu Anfang musste Frauchen nach 200 Metern (!) eine Pause einlegen. 
  • Die letzten Tage gibt es dann leichte kleine Wanderungen und kleine erste Laufrunden für Frauchen.

Aber das war zu früh gefreut. Zuhause kam ein sehr kräftiger und hartnäckiger Husten. Also wieder über 1 Woche Laufpause. Ich habe schweren Bärenherzens unsere Hotelreservierung für Salzburg storniert, und Frauchen hat sich mit einem Nicht-Start abgefunden. Sie wäre absolut nicht die Stiege kurz nach dem Start hochgekommen.

Dann ging es langsam wieder mit dem Lauftraining los. So einen konditionellen Rückschlag hatte sie lange nicht mehr. Zu Anfang war sie nach 5 langsamen km fertig. Gesteigert auf 10 ... Spaß machte es ihr gar keinen.

Am 1. November standen dann nochmal 5 Tage Mallorca an. Mit Oma. Und mir!

  • Als Frauchen gebucht hatte, war der Hinflug später Vormittag und der Rückflug früher Nachmittag. Zwischendurch änderte Eurowings die Flugzeiten. Nun kurz vor 18 Uhr hin, und 9:50 Uhr zurück. Wir haben immer einen Mietwagen, und fahren rund eine Stunde nach Port d´Alcudia. Das hieß also: kein Abendessen mehr am Ankunftstag im Hotel (bis 21 Uhr), kein Frühstück am Abflugtag (ab 7:30 Uhr). Danke, Eurowings!
  • Am Abflugtag gleich morgens die Info per SMS: Abflug 19 Uhr. Ganz toll ... nicht. Im Endeffekt sind wir mit 1,5 Stunden Verspätung losgekommen. Und, ich greife vor: beim Rückflug dasselbe: wieder 1,5 Stunden Verspätung. 
  • Das Wetter auf  Mallorca: sonnig, zwei Tage rund 25 Grad, die anderen beiden bis 21 Grad. Aber. Ganz großes "aber": Wind. Was sage ich, Sturm. Mit Orkanböen. Das hatte zwei Folgen: ich durfte gar nicht raus aus dem Hotelzimmer, weil die Gefahr des Fortwehens bestanden hat. Plus ich zu viel Sand ins Fell gekriegt hätte. Schlimmer war eine Böe für Oma: sie hat es glatt umgeweht. Beule und Platzwunde am Hinterkopf, Riesenfleischwunde am Arm. Frauchen konnte also ihre Spanisch-Apotheken-Kenntnisse um "Desinfektionsspray" erweitern. Ibuprofen und Riesenpflaster konnte sie ja schon. 
  • Spaß beiseite: Oma hatte sich bei früheren Stürzen 3 mal den Oberschenkelhals gebrochen, und einmal Lendenwirbel. Wir waren heilfroh, dass es so glimpflich ausging. Und sie so hart im Nehmen ist - jeder andere hätte ge-mimimi-t und wäre nicht weiter gewandert, sondern zum nächsten Doktor gegangen.
  • Interessant war der Kontrast zwischen Mallorca noch voll im Sommer-Modus Anfang Oktober, und 4 Wochen später, alles eingemottet, fast alles verrammelt und im Winterschlaf.







  • Sehr positiv für mich als bäriger Laufcoach: Frauchen hat auf Mallorca ihren Laufspaß wiedergefunden. Und als sie das erste Mal seit dem 22. September (s.o.) wieder die lange Strecke mit vielen Höhenmetern geschafft hatte, waren wir beide mega stolz! 
Ich hoffe, damit hat dieses Seuchenjahr 2023 endlich alles für uns ausgepackt, was es in petto hatte. Und die restlichen Wochen verlaufen dann ruhig. 

Bis bald, Euer Iwan


 


 


Montag, 11. September 2023

Isarlauf 23023: Hitzeschlacht

 Hallo Leute,

wir waren wieder in unseren heißgeliebten Bergen, von Freitag bis Sonntag, der Isarlauf stand zum 4. Mal für Frauchen an. Wie jedes Jahr begleitete uns Oma - inzwischen ja nur noch mit Rollator unterwegs. Es ist erstaunlich, wie flink sie damit noch wandert, aber genauso traurig zu sehen, dass eben Bergwanderungen für sie nie mehr möglich sein werden. Sie sind aufs Brauneck mit der Bergbahn hochgefahren und Oma wollte bis zur Idealhanghütte laufen, musste dann aber einsehen, dass mehr als der Panoramaweg einfach nicht mehr geht. Sehr traurig, wenn man bedenkt, dass sie noch als über 80jährige dort hochgewandert ist. Vom Tal aus. Und wie oft man selbst solche Wege geht und es als selbstverständlich nimmt, dass es immer so gehen wird ...

Aber nun genug der trüben Gedanken. Das Wetter war ... uff. Sonig, heiß, jeden Tag über 30 Grad. Samstag holten sie in Tölz die Startnummer ab. Wie schon immer (wir waren 2015, 2016 und 2018 bereits am Start)  gibt es für das Startgeld von 23 Euro die Startnummer. Und die Medaille. Das war´s. Das Shirt hätte man extra kaufen müssen, wir haben schon zwei, das eine trägt Frauchen sehr gern als "Glücksshirt" bei den langen Trail-Wettkämpfen. Aber wir wollen nicht meckern, sondern freuen uns, dass der Lauf wieder stattfindet - letztes Jahr musste er wegen zu geringer Anmeldezahlen ausfallen. Denn er wird nicht von einem professionellen Veranstalter, sondern vom dortigen Sportverein organisiert. Die Strecken bleiben gleich, entweder 21 oder 30 km von Tölz nach Lenggries bzw. Bretonenbrücke, und wieder zurück, die 10 km nur von Lenggries nach Bad Tölz.

Angemeldet für die 10 km waren rund 180 Läufer. Wie immer war der Start putzig: dieses Jahr war er ein paar 100 Meter weiter nördlich des Kalkofens, weil der Isar-Uferweg verlegt worden ist und man ja auf die 10 km und nicht 10,5 km kommen wollte. Die Dixie-Klos standen aber weiterhin beim Kalkofen, sodass manche Starter aus früheren Jahren sich etwas wunderten, wo denn nun der Start sei. Denn auch der Startbogen stand erst gegen 10:25 Uhr. Um 10:27 Uhr erschien ein Offizieller, erkennbar am Mikro. Und meinte: Start in 3 min. Er wurde darüber aufgeklärt, dass im Web sowohl 10:30 Uhr als auch 10:35 Uhr als Startzeit stünden. Und dass er lieber bis 10:35 Uhr warten solle, damit auch wirklich alle am Start wären. Ach ja, ein Notarzt lief auch herum und guckte die Wartenden kritisch an. Es war nämlich jetzt schon brachial heiß, 27 Grad. Im Schatten. Der Offizielle brabbelte munter los, um die Zeit zu überbrücken. Dann tauchte ein anderer Helfer auf und rief "ich habe hier noch 3 Startnummern! Wer will noch?" und tatsächlich meldete sich das Mädchen neben Frauchen, sie hatte noch keine Startnummer erhalten ... Um 1 min vor dem Start!!!!!! Dann kam noch die Durchsage zum Kleidertransport: man möge doch bitte alles da seitlich auf den Gehweg legen. Alles, was nach dem Start da läge, würde nach Tölz transportiert und sei dort abholbereit. Nix Kennzeichnung, nix geschlossene Beutel ...

Da die Strecke kurz nach Start schon eng würde, sollte man sich nach seiner geplanten Laufzeit vorn oder hinten einordnen. Ich frage mich ja echt, warum das so schwer ist. Klappt nie. Frauchen stand ziemlich weit hinten und musste dann erstmal auf dem ersten km nur überholen. Da ist es ihr Vorteil, dass sie die Strecke dank vieler Trainingsläufe dort im Schlaf kennt, mit allen Wurzeln, Stolpersteinen und Überholmöglichkeiten ... Oma und ich stiegen wieder ins Auto, um nach Tölz zu fahren und dort auf Frauchen zu warten.

"Die ersten 4 km geht es schattig an der Isar entlang. Es war trotzdem schon sehr schweißtreibend. Entweder seit Corona oder seit den Wechseljahren vertrage ich die Hitze auch nicht mehr so gut ... aber scheinbar immer noch besser als viele andere. Nach und nach sammelte ich einen Läufer nach dem anderen ein. Das Feld zog sich sowieso weit auseinander. Ich hatte wohlweislich meine Wasserflasche mitgenommen und konnte so zwischendurch immer wieder was trinken, war nicht auf die Verpflegungststellen angewiesen. Der Veranstalter hat super reagiert und bei km 6 noch eine zusätzliche spontan errichtet - ich hätte sonst befürchtet, es haut einige Läufer weg. Ab km 4 geht die Strecke größtenteils durch die Isarauen, sprich offene und sich schnell aufheizende Fläche in der prallen Sonne. Immer mehr Läufer vor mir gingen statt zu laufen. Was mich etwas demotivierte: normalerweise zeigt meine Laufuhr weniger Strecke an als tatsächlich gelaufen, hier brummte sie die Kilometer immer früher als die Streckenschilder. Und dann bellte mich doch tatsächlich auch noch ein mitlaufender Hund an, dass er vorbeiwolle! So habe ich das Gekläff jedenfalls interpretiert, sein Herrchen hat sich entschuldigt, zog dann aber trotzdem an mir vorbei. Die beiden waren dann ca. 2 min vor mir im Ziel. Ich habe mir dann auch zweimal Wasser über den Kopf gekippt, was für mich bei einem 10 km Lauf extrem ungewöhnlich ist. So, da war endlich der letzte km erreicht! Ein Offizieller klatschte mich ab (wohl weil ich ein Isarlauf-Shirt trug, andere Läufer ignorierte er) und dann ging es auf der Isarpromnade Richtung Ziel. Plötzlich ..."

Ja, das war die Überraschung! Oma hielt mich Frauchen entgegen, damit ich mitfinishen konnte - das hatte sie bisher noch nie gemacht! Ich hielt zwar ein bißchen Abstand, weil Frauchen tropfnass war - aber gemeinsam gingen wir durchs Ziel, endlich mal wieder ein neues Finish für mich! Zielfoto gibt es leider keines, nur mich mit Medaille und dem wohlverdienten, sehr leckeren Zielkuchen!


Für die Statistik - Frauchen wollte unter 65 min laufen, das ist inzwischen so ihre Dimension. Das hat sie leider verfehlt: 1:05,26 ist ihre offizielle Zeit (Bruttozeitmessung), ihre Uhr zeigte 1:05,18 für 10,07 km. Damit ist sie 40.von 66 Damen, 2. in ihrer Altersklasse, und insgesamt 98. von 138 Finishern. Die Siegerin (ja, tatsächlich, schneller als jeder Mann) lief übrigens 34,26 min.

Erst haben wir noch ein bißchen die eintrudelnden Läufer der anderen Strecken angefeuert, und uns dann schweren Herzens vom Isarwinkel verabschiedet.


Bis bald, Euer Iwan

Sonntag, 3. September 2023

Karwendelmarsch 2023: DNS

Hallo Leute,

es tut mir leid, dass Ihr so lange auf den Bericht warten musstet. Ich musste erstmal Abstand gewinnen. Frauchen auch. Wie Ihr schon am Titel erkennt - nix war´s mit dem dritten Finish. Ein sehr bitterer Samstag war das vor einer Woche. Ich hatte ja schon vorher gesagt, ich sei als Motivator gefragt. Tja, da habe ich wohl versagt. Die Vorbereitung war suboptimal, Höhenmeter fehlten, Ausdauer fehlte ... wir waren uns aber sicher, Frauchen kommt an, auch wenn vielleicht langsamer als bei den zwei anderen Starts.

Die Wettervorhersage für den Samstag hieß: Dauerregen. Frauchen hasst es, bei Regen zu laufen. Brille andauernd nass, schlechte Sicht, macht keinen Spaß, und überhaupt. Also bei der Ankunft Dienstag Abend gesagt: nein, sie startet nicht. Trotzdem am Mittwoch und Donnerstag ihr "traditionelles Aufwärmprogramm für den Karwendelmarsch" durchgezogen: einmal hoch auf den Zwölferkopf und wieder runter auf schmalem Pfad, noch ein bißchen Trittsicherheit üben. Einmal nach Maurach, hinten herum über die Weißenbachalm hoch zum Sattel, runter zur Bärenbadalm, dann wieder auf schmalem Pfad runter nach Pertisau. Ideales Wanderwetter für Frauchen: 30 Grad, schwül. Herrchen ächzte mit, fuhr dann aber lieber immer mit der Seilbahn runter. 




 Donnerstag Nacht das erste Gewitter. Wettervorhersage für Samstag nun: könnte regnen, könnte halten. Also Frauchen: dann laufe ich bis Engalm, 35 km.

Freitag schönstes Wetter, obwohl Gewitter angesagt waren. Wie immer Tapern beim Minigolf in Maurach. Putzig: der Betreiber erkennt meine Menschen, obwohl sie nur einmal im Jahr dorthin kommen: "Ja, ist denn schon Achenseelauf?" Schnell erläutert, dass dieses Jahr Karwendelmarsch ... und dann über die Wettervorhersage geredet. Inzwischen hatte auch der Veranstalter schon seine Hinweise herumgeschickt: Gewitter seien zu erwarten. Hm. Wetter-App studiert. Einheimische gefragt. Und sich für Wecker stellen entschieden, auf 3:05 Uhr, denn sie müsste ja zum Shuttlebus. Regnet´s? Regnet´s nicht? Wann kommen die Gewitter? Vor dem Start steht man in Scharnitz immer noch ca. 1 Stunde herum, genau in der Zeit sollte es regnen ... die Gedanken kreisten. Ich versuchte zu beruhigen. 22 Uhr Licht aus.

24 Uhr - Frauchen immer noch nicht eingeschlafen, hellwach lag sie da und dachte unaufhörlich im Kreis. Also haben wir entschieden: nein, sie startet nicht, Handywecker ausgestellt. Dann ist sie endlich eingeschlafen, nur um gegen halb vier nochmal wach zu werden und den Regen rauschen zu hören. Aha, richtige Entscheidung. 

Morgens aufgewacht, Frühstück, irritiertem Hotelpersonal erklärt, warum nicht gestartet. Tja, und dann riss es auf. Ein prachtvoller Tag. Frauchen war dann halt auch laufen rund um Pertisau am Berg, mittagswaren sie noch wandern. Keine Spur von Gewitter. Was richtig weh tat: ca. 500 Meter mussten sie bei km 51 auch auf der Strecke des Laufes wandern, und es kamen lauter Läufer in der "Zeitklasse" von Frauchen rein. Natürlich platt, aber glücklich, weil sie es fast geschafft hatten. Frauchen feuerte an, aber es tat ihr sehr sehr weh.

Das Gewitter kam gegen 17:30 Uhr, am Achensee recht verhalten, 40 km weiter am Tegernsee und in Lenggries eine Schneise der Verwüstung mit tennisballgroßen Hagelkörnern.

Frauchen hat mit sich selbst gehadert: war es "gekniffen", war es klug, nicht zu starten? Im Nachhinein hörte sie, der Start war rund 20 min verschoben, weil es so schüttete, über die Strecke hat sie unterschiedliche Aussagen zur "Rutschigkeit" gehört.

Sehr gut getan haben ihr die Worte eines befreundeten Läuferpaares, die meinten, sie habe auf ihren Bauch gehört und dann sei es die richtige Entscheidung gewesen. Ich denke so mit Abstand: vor allem das Thema Gewitter lag ihr im Magen. Erstens hatte sie dieses Jahr schon einen Gewitterlauf (IATF), zweitens ist das im Gebirge nicht so ohne - im Prinzip fast genau dort, wo der Lauf über den Gramai Hochleger kommt, wurde sie mal bei einer Gipfeltour von einem bösen Gewitter überrascht, sie lag platt in einer Mulde und hoffte nur, dass es schnell vorbeizieht ...

Egal. Passiert ist passiert, vorbei ist vorbei. Ich hoffe, ich habe Euch nicht mit dem langen Gerede genervt. Aber das musste ich mir von meiner Bärenseele tippen (lassen). 

P.S. Eines war aber klar: einen Kaiserschmarrn gab es nicht für Frauchen - den hatte sie nun wahrlich nicht verdient!

Bis bald, Euer Iwan