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Mittwoch, 8. Mai 2024

IATF24 - Training wird überbewertet

Hallo Leute,

ich hatte Frauchen ja hoffnungsfroh für ihren 5. Start beim Innsbruck Alpine Festival angemeldet. Böse Zungen und üble Nachrede behaupten, nur weil ich scharf auf Tiroler Leckereien sei ... das stimmt ja gar nicht! Aber wenn ich schon mal da bin, verspeise ich natürlich sehr gern einheimische Kost!

In den Monaten seit der Anmeldung hatte ich ein Deja Vu nach dem anderen:

  • Gemeldet für den Trail-"Halbmarathon", genannt K25, also wie immer statt von 21,1 von rund 25 km auszugehen. Und die Werte wechselten munter, sowohl was die Distanz als auch was die Höhenmeter betrifft. Zum Schluss standen da 25,7 km mit 800 Höhenmeter hoch und 1.200 runter. Die natürlich wieder ziemlich zu Beginn, und am Schluss. Übrigens, der Sprecher am Start war auch so verwirrt von diesen Zahlen, er nannte mal "26,4 km to go", mal "25 km sind zu bewältigen" ....
  • Das Wetter spielte verrückt, eine Woche vorher lag bis runter Schnee, und die Wettervorhersage prognostizierte Kälte und Dauerregen am Renntag.
  • Dachte ich, dass das Training 2023 schon suboptimal verlief, dann wurde ich dieses Jahr eines Besseren belehrt: längster langer Lauf 2 Stunden und 17 km. Keine Bergaufenthalte vorher, also keine Höhenluft gewöhnt.

Also beste Voraussetzungen, 2024 krachend zu scheitern. Frauchen überlegte sich sogar recht lange, ob sie überhaupt starten wolle. Ich redete ihr zu, dass sie (wenn es nicht regnet, wohlgemerkt) doch starten solle, und in Kranebitten bei der Hälfte der Strecke aussteigen könne. Dann würden Herrchen und ich sie dort einsammeln ... (wobei ich natürlich den sinistren Plan hatte, telefonisch nicht erreichbar zu sein, sodass sie halt dann weiterlaufen müsse, hehehe).

Also: Anreise Freitag durch sehr tiefhängende Wolken. Immer mal Regen. Stammhotel in Innsbruck wollte uns in ein Katzenzimmer stecken. Vollgejammert und angefleht sowie dezent deutlich darauf hingewiesen, dass wir jedes Jahr kämen, nun zum 5. Mal,  direkt buchen (nicht über eine Booking-Plattform, das wurde uns ja quasi als Grund für das Katzenzimmer unterstellt), und dann bekamen wir ein besseres, ruhigeres, mit Aussicht. Bei Abholung der Startunterlagen schon der erste Schock: sehr lange Schlangen. Ja, wieviel Starter sollten es denn dieses Jahr sein? Bisher war das doch immer recht überschaubar mit maximal ein paar Hundert je Distanz ... Das Startersackerl war auch recht mager gefüllt gegenüber früher, das schöne Shirt muss man dazu kaufen (ist aber wirklich superschön, die Wildlife-Serie):

Dann kam der Samstag. Wetterumschwung. Kaiserwetter: sonnig, mittags über 20 Grad. Also hier keine Ausrede mehr für Frauchen. 

Start sollte dieses Jahr in Mutters sein, der gebuchte Shuttlebus (die fuhren alle 15 min. und man musste sich vorher auf die Uhrzeit festlegen) sollte 9:50 Uhr fahren. Es wurde 10, es wurde 10 nach 10, kein Bus in Sicht, Auch der 10:05-Shuttle war nicht da, wir Läufer stapelten uns langsam am Einstiegspunkt. Endlich kamen zwei Busse, nochmal warten, weil sie wegen eines Falschparkers nicht um die Kurve kamen, dann einsteigen. Hurra, ich hatte den letzten Sitzplatz ergattert! Notklappsitz. Es wurden aber weiter Läufer reingestopft, bis es sich anfühlte wie Tokio oder London U-Bahn zur Rush Hour. Bei der Fahrt den Berg hoch sah man auch gleich, warum die Busse eine solche Verspätung hatten: Unmengen von entgegenkommenden oder die enge Straße zuparkenden Wagen. Naja, so hatten wir im Gegenatz zu früher keine so lange Wartezeit vor dem Start. Kurz die Aussicht auf die Nordkette  fotografieren, dann ging es schon in den Startbereich.




 Und das war der Hammer: 1.200 Starter. Ganz ehrlich, das ist zu viel. Hier muss eine Obergrenze her, das sagte der Organisator auch schon. Mit dem "Final Countdown" wurden wir losgeschickt, allerdings wegen der hohen Starterzahl erstmals in 3 Wellen. Effektiv ging es für mich also erst um 11:45 Uhr los. Steil die Straße von der Mutters Bergbahn-Talstation runter. Blöde Witze um mich herum "ist es noch weit?" "sind wir bald da?" Haha. Solche Typen hasse ich. Dann der erste Anstieg: ich ging und durfte mir gleich wieder dumme Kommentare anhören. Ab dem zweiten Anstieg gingen übrigens noch sehr viel mehr Läufer ... und einer von den "Angebern" (vorher rumgetönt: "naja, so 2,5 Stunden werde ich wohl brauchen") hatte später ein DNF da stehen. 

An der ersten Verengung auf einen Waldweg gab es dann prompt einen Stau und Gerangel - wie gesagt, zu viele Starter auf so einer Strecke. Im Auf und Ab ging es dann Richtung Birgitz, als Zuschauer immer mal wieder Schafe, einmal Kühe, einmal Strauße. Ups, was war das denn? Da hatte sich wohl einer einen Spaß erlaubt? Ein ca. 5 Meter hoher Stapel aus Baumstämmen lag kreuz und quer über den Weg. Nasse Baumstämme. Rutschige Baumstämme. Ich halte ja immer meine Wasserflasche in der Hand, also nur eine Hand zum Festhalten frei. Außenherum ging es 45 Grad matschig die Böschung ca. 10 Meter hoch, und auf der anderen Seite wieder runter. Kurzes Abwägen, was gefährlicher für die jetzt schon durch das Bergab-Rennen müden Beinchen wäre - und dann halt über die Stämme geklettert.

Den Weg ab Birgitz kannte ich ja nun schon. An der Verpflegungsstelle schnell ein paar Tomaten geschnappt und dem gerade vor Ort weilenden Organisator Alex Pittl auch einfach mal für dieses tolle Trail-Event gedankt. Dass er das seit 2016 realisiert mit seiner Mannschaft und mit viel Herzblut.

Den fiesen Waldpfad runter Richtung Völs, dann am Inn entlang. Und prompt wieder in die Fotopoint-Falle getappt. Gerade noch ausgekaut und schnell den Riegel mit der Hand verborgen:


 Ich will ja endlich mal vernünftig und rasant aussehende Fotos von mir! Müssig zu sagen, dass ich inzwischen schon einen größeren Teil der Strecke ging statt lief. Aber aufgegeben werden nur Briefe, also in Kranebitten wieder Tomaten gefasst, Wasser aufgefüllt und dann weiter. Holla, Abzweigung verpasst, ich war Richtung Zirler Berg unterwegs, wie mir eine nette Spaziergängerin mitteilte. Umgekehrt und die richtige Abzweigung genommen.

Ich weiß ja nicht, was psychisch mehr runterzieht: wenn man die Strecke nicht kennt und nicht weiß,wie lange es diesen vermaledeiten Anstieg noch hochgeht, oder man genau weiß, wie lange es diesen vermaledeiten Anstieg noch hochgeht! Und wie letztes Jahr auch wieder sengende Sonne, kein Schatten. Oben angekommen (250 Höhenmeter, die sich wie 1.000 anfühlen) aus meiner kleinen Reißverschlusstasche oben am Trailrucksack, in der Personalausweis, DAV-Ausweis und Krankenversicherungskarte steckten, die Salztablette rausgenestelt. Dabei noch gedacht "aufpassen, dass nichts rausfällt". Tja. (Spoiler: beim Auspacken im Hotel war der Perso weg. Rennleitung angerufen, Infopoint aufgesucht. Nichts abgegeben. Nochmal mit dem Auto nach Kranebitten gefahren. Und nochmal rund 150 Höhenmeter bis zu der Stelle, die man natürlich nicht mit dem Auto erreichen konnte, hochgestiegen. Kein Perso. Am Montag Abend zuhause nochmal die anderen Karten geprüft. Da war er ja! Durchs Schwitzen so fest und deckungsgleich mit dem DAV-Ausweis verschmolzen, dass man ihn vorher weder bemerkte noch er abtrennbar war. Ich schwankte zwischen Erleichterung und "was bin ich eigentlich für ein blindes Huhn"! Die Beinchen fanden jedenfalls das nochmal da hochsteigen gar nicht witzig,)



 Ab dieser Stelle dann relativ ereignis- und auch gewitterlos (im Gegensatz zu 2023) Richtung Höttinger Bild, die Beine jaulten, ich machte ihnen Mut. Strecke sei ja mehr oder weniger eben. Dumm nur, dass dieses Jahr noch eine Schikane vor der Verpflegungsstation Höttinger Bild eingebaut war: steil einen Trampelpfad hoch, und dann noch steiler, quasi freier Fall, wieder runter. Keine lange Strecke, vielleicht 200 Meter, aber die tun weh! Vor allem mit der Angst, dass es einen hinhaut. Insgesamt habe ich 3 Verletzte im Verlauf der Strecke gesehen, die medizinisch versorgt wurden. 

Jetzt hieß es gemütlich anhalten, Wasserflasche korrekt (!) entsorgen, Geheimwaffe Cola light-Flasche herausholen, Rucksack umpacken. Und dann wieder los. Neuer Fotopoint am einem munteren Gebirgsbach mit pittoreker Brücke. Und ebenso pittoreskem Läufer, der unbedingt minutenlang Selfies dort machen wollte - mich winkte er freundlich vorbei, aber dass er mein Bild "versaute" - das kam ihm wohl nicht in den Sinn:


Ab da ging es dann mehr oder weniger abwärts, den üblichen Beine mordenden Weg an Hungerburg vorbei runter, vorbei am Alpenzoo und hinab zum Inn. Jedes Jahr gefürchtet, dieses Jahr  icht ganz so schlimm empfunden - wahrscheinlich, weil dieses Jahr meine Beine schon lange vorher nur noch wehgetan haben. Ich war jedenfalls erstaunt, wie verhältnismäßig gut ich dort runterkam, und auch dann noch an der Europa-Allee tatsächlich so etwas Ähnliches wie einen Zielspurt hinlegen konnte.
 

Wir waren auch total baff, dass Frauchen viel früher als avisiert auftauchte! Sie hatte 4:30 als Zielzeit im Blick, nun war sie über 10 min früher da! Natürlich hatte Herrchen mich dann noch nicht parat, und das mit dem Fotografieren müssen wir wohl auch noch mal üben ... Frauchen war ziemlich unwirsch, ihren "Zielspurt" (hahaha, Zieleinhoppeln wäre wohl die korrektere Bezeichnung) unterbrechen zu müssen und abzubremsen, bis Herrchen mich aus seinem Rucksack nestelte. Dann konnte ich endlich aufspringen und finishen:

Ich liebe es, wie mir die Zuschauer auf den letzten Metern zujubeln. Die wissen ja nicht, dass ich nicht die ganze Strecke mitgelaufen bin ...

Für die Zahlenfreaks: 4:16:23,8 und damit 439. von 471 Damen. Und noch 17 Männer hinter sich gelassen. 35. Dame in ihrer Altersklasse, die bei den Jungspunden ab 50 Jahren beginnt. Mein Maßstab ist ja immer, ob die schnellste Dame mehr als 50 % von Frauchens Zeit gebraucht hat - da war dieses Mal Frauchen langsamer, die Siegerin brauchte unglaubliche 2:01:04,41! Sagen wir mal so: für das sehr wenige Training und das Rumtrödeln auf der Strecke war es ein super Ergebnis, normalerweise hätte ich aber ein Zeit unter 4 Stunden erwartet!

Abends stärkten wir uns noch mit Tiroler Tris und Sachertorte:


Über den Mega-Muskelkater breite ich jetzt mal den Mantel des Schweigens ...

Wir hoffen, dass der Veranstalter seine Ankündigung wahrmacht und Starterobergrenzen einführt. Ansonsten ist das IATF immer einen Start wert! Schade nur, dass wir meine Bluesky-Bekannten Sebi (110 km) und Micha (85 km) nicht persönlich getroffen haben. Megastarke Leistung von beiden!

Bis  bald Euer Iwan








Donnerstag, 28. Dezember 2023

Veranstalter MountainMan: Mies

 Hallo Leute, 

heute will ich mal von einem unschönen Verhalten erzählen. Ich hatte Frauchen für den MountainMan hier in Pommelsbrunn angemeldet, wohlweislich mit 25 % Aufschlag auf das Startgeld für die Flexi-Option. Damit kann man bis 2 Tage vor Race Day stornieren, und sein Startgeld zurückkriegen. Und bei Frauchen besteht Anfang Dezember leider immer die Gefahr einer Erkältung, oder Wetteraussichten zu mies oder oder.

Prompt war es dann leider auch so: 1 Woche vor Termin, also noch im November, musste sie stornieren. Und wartet bis heute auf die Rückerstattung. Nach 2 Wochen hat sie das Mountain Man-Team über das Kontaktformular auf der Website angeschrieben. Keine Reaktion. 1 Woche später dann eine Mail an die genannte Mailadresse gesandt. Keine Reaktion. In der Woche vor Weihnachten dann angerufen bei der Kontakt-Telefonnnumer. Mailbox. Draufgesprochen und um Rückruf gebeten. Ihr ratet es sicher - keine Reaktion.

Entschuldigung, MountainMan, das ist schäbig. Einfach nur schäbiges Verhalten, auf dreimal Kontaktaufnahme überhaupt nicht zu reagieren. Es keiner Antwort zu würdigen. Dazwischen wurden wir aber mit Newslettern, die für kommende Rennen geworben haben, zugeballert. Die sehen uns nicht mehr.

Normalerweise bin ich ein Freund von "Lob öffentlich, Kritik bilateral äußern". Aber hier? No way.

Übrigens, ein komplett anderes Verhalten zeigt die Laufwerkstatt, das Team hinter dem Innsbruck Alpine Festival. Mein Schussel von Frauchen hatte sich dort auch mal für die kurze Distanz angemeldet, und Aufpreis gezahlt, um später noch ummelden zu können. Und hatte das Gar-nicht-so-Kleingedruckte nicht gelesen: Ummeldung nur auf kürzere Distanz möglich. Tja, sie hatte ja nun schon die kürzeste und wollte ein längere. Also Mail hingeschickt und gefragt, was tun? 1 Tag später die Antwort: neu anmelden für die längere Strecke, und Code für kostenlose Anmeldung für das Jahr darauf. Sie hätten ja auch schreiben können "wer lesen kann, ist im Vorteil!". Absolut zu loben.

Was besonders ärgerlich ist: Frauchen war ja Veranstalterin vom Tiergartenlauf Nürnberg. Und als MountainMan damals den Run in Pomelsbrunn startete, hatten sie sich an Frauchen gewandt, ob sie den vorstellen könnte. Also ein bißchen die Werbetrommel dafür rühren. Hat Frauchen gemacht, im Newsletter. Ohne Gegenleistung. Sie dachte, man hilft sich gegenseitig, und MountainMan wäre es wert. Tja, falsch gedacht.

Bis bald, Euer Iwan




Mittwoch, 15. September 2021

IATF 2021 - immer die Nordkette im Blick

 Hallo Leute,

eine Woche nach dem Achenseelauf stand für uns das Innsbruck Alpine Trail Festival an. Eigentlich ja im Frühjahr, coronabedingt nun aber auf September verschoben. A.C. (= vor Corona) waren die Läufe alle am Samstag, so hatte ich das auch eingeplant und Frauchen wieder für die 15 km gemeldet. Um leichtsinnigerweise (oder glücklicherweise) nach einem guten Jahrestrainingsauftakt zu überlegen, ob nicht doch die 25 km-Strecke ...? Die Entscheidung wurde beim Blick auf das Programm leicht gemacht - sowohl der 15er als auch der 25er finden nun sonntags statt, morgens. Der 15er startet in Hall um 8:30 Uhr! Also dann lieber doch die 25 km laufen, Start in Kranebitten um 10:30 Uhr, und dann 450 Höhenmeter hoch und runter, bis Innsbruck, Finish in der Olympiaworld. Mein sinistre Intention dahinter: normal ausschlafen und frühstücken, dann mit dem Shuttle dorthin.

Samstag also der Start auf der inzwischen-fast-Pendelstrecke Richtung Tirol. Sollte ja gut fließen, denn es waren nur Staus für die Rückreisewelle Richtung Norden angesagt. Hahahaha. Um es kurz zu machen: über 6 Stunden für lächerliche 338 km. Wieder in unserem Hotel in der Innenstadt eingecheckt, ausgepackt, die Pflichtausrüstung zusammengekramt und mittels Google Maps zu Fuß zur Olympiaworld navigieren lassen. 1,7 km vom Hotel aus ... das Problem war nur: wo geht´s rein? Da, wo Menschenmassen strömten? Kurz gefragt - nein, die waren da für Fußball, Meister RB Salzburg gastierte! Weiter die Gebäude umkreist, bis endlich der Zugang gefunden war. Mit Impfnachweis bekam man sein "ich-darf-rein-Bändchen", nach Vorführung der Pflichtausrüstung sein "Ausrüstungs-Check-Bändchen".

Abends habe ich Frauchen dann noch Tiroler Spätzle fassen lassen. Carboloading, soooo wichtig! Am anderen Morgen winkte ich ihr nach, als sie sich mit Herrchen auf die 1,7 km Fußmarsch zum Shuttle machte. Und hoffte, sie dann beim Finish wiederzusehen.

Ab hier übernehme ich mal, Iwan. Der Shuttlebus fuhr pünktlich um 9 Uhr los, war 9:15 Uhr in Kranebitten. Das hieß dann: 75 min. Warten. Nichtstun. Rumsitzen. Langweilen. Zweimal das Dixie aufsuchen. Weiter langweilen. Zugucken, wie die Sonne rauskommt. Warten. Ganz ehrlich: die Shuttles hätten auch gut erst 30 min. später losfahren können.

Insgesamt waren wir rund 300 Läufer, die warteten. Plus ein 13jähriger Bub. Und ein Starter, der am Vortag die 110-km-Strecke gelaufen war. Und nun die 25 km zum Beine-Ausschütteln nutzen wollte. Plus eine Starterin mit Hund, der den Startschuss kaum erwarten konnte. Spoiler: und bei km 1 an mir vorbeirauschte, mich hätte sehr die Finisherzeit interessiert! Ich war in den letzten Startblock eingeteilt, "G" wie Genussläufer. Vor Betreten nochmal Equipment-Kontrolle: Hufe zeigen (haben die Schuhe genügend Profil?) und ist das Handy dabei? Nochmal kurze Musik, dann endlich ging es los! 

Erstmal rund 1,5 flache km am Inn entlang. Aber leider olfaktorisch durch einen sehr übel miefenden Läufer irgendwo vor mir nicht gerade ein Genuss! Dann unter der Autobahn durch und über ein Brücklein auf einen schönen wurzligen und ansteigenden Waldpfad. Große Freude bei mir, denn nun gingen alle. So wie ich, das Training dieses Jahr war mau, ich wollte nur gut durchkommen, und dabei kräftesparend alle Steigungen gehen. Wobei, die vor mir waren mir nun schon ein bißchen zu langsam ... speedhiken kann ich gut. Es ging prima bergauf, Wiese, Pfad, Waldweg, Sonne schien, inzwischen ging ich schon mehr oder weniger allein. Das Läuferfeld hatte sich verteilt, ich war weit hinten, das konnte ich sehen, als wir aus dem Wald kamen, Zum ersten atemberaubenden Blick auf die Nordkette bei blauem Himmel. Wer jetzt Fotos erwartet, den muss ich leider enttäuschen: das Handy war gut verstaut im Camelback, jedes Mal alles aufschnallen, rauswühlen usw. war mir zu aufwendig. Und die besten Bilder sind eh eingebrannt in den Erinnerungen! Weiter ging es, an einem Maisfeld vorbei, eine ziemliche Serpentine steil hoch, gleich wieder runter, an Kälbern vorbei, die uns Läufer ignorierten. Auf der anderen Seite des Weilers gleich wieder kurz und steil hoch auf einem Wiesenstück, dann kam schon die erste Labe in Birgitz. Was heißt "schon".? Das waren knapp 8 km, gefühlte 20. Und große Enttäuschung bei mir: keine Apfelschnitze, also ein paar Cherrytomaten gekrallt und weiter ging es. Nebenher zwei Bissen meines Obst-Müsli-Riegels (MHD übrigens März 2019) runtergewürgt. An Getränken hatte ich eine 0,5-Literflasche Wasser in der Hand, und eine 0,5-Literflasche Cola Light im Camelback. Nun sollte es doch eben bzw. leicht runter weitergehen? Ja, wo denn? Es ging in flottem Auf und Ab wieder über einen wurzligen Waldpfad, dann am Waldrand entlang in der prallen Sonne. Also die ganze Zeit leichter Trab.

Seit Birgitz lief ich übrigens immer kurz vor oder nach den "drei Stooges". So von mir getauft, weil 3 Läufer, mutmaßlich Ungarn (hat sich später bestätigt), die sich die ganze Zeit lautstark unterhielten, anrempelten, Späßle machten. Und mir damit schwer auf die Nerven gingen ...

Nun ging es statt leicht bergab auf einmal ordentlich runter, dann über ein Brücklein und - steil nach oben! Ja so hatten wir aber nicht gewettet! Das besonders Gemeine: da stand dann prompt eine Streckenfotografin:  

Und direkt danach war schon Labe 2, Natterer See. Den ich irgendwie übersehen haben muss ... ich habe nur nach den Apfelschnitzen gespechtet, mir die Flasche mit kalter Apfelschorle auffüllen lassen, und weiter ging es. Prompt in die nächste "Fotofalle", kauend und nicht sehr elegant:


 Auf dem nächsten Streckenabschnitt kam ich mir wie zuhause vor: Steckerlaswald. Wie hier bei Nürnberg im Reichswald. Die km flogen nun (zumindest in meinem Empfinden) nur so dahin.
Inzwischen war ich schon auf die Cola light umgestiegen, wegen des Koffein-Kicks ...Es ging konstant abwärts, über die Brennerzugstrecke, über die Brenner-Bundesstraße und dann so langsam zum angekündigten Highlight: der Sillschlucht.  Eigentlich ein wunderschöner, recht schmaler, teils wurzliger, teils felsiger Pfad - aber wie man da laufen, oder gar schnell laufen soll, oder gar noch in der Nacht bei Dunkelheit wie die Starter des 110 km-Rennens - das ist mir ein Rätsel.


So wanderte ich munter durch die Schlucht und weiß jetzt auch, wie die Europabrücke von unten aussieht! Tja, und dann kam der letzte Anstieg. Hinten den Bergisel hoch. Danach keuchend das Handy rausgekramt und meinen Mann angerufen, damit er Iwan fürs Finish bereit hält. Sich noch durch die Menschenmassen gequält, die alle am Plateau rumstanden, und dann runter in Serpentinen, und die letzten km zur Olympiaworld. Hier auch ein Dank an alle Helfer - super Arbeit! 

An der Strecke stand ich schon bereit zum Aufspringen. Insgesamt war das Zielgelände ja leider sehr leer und steril am Sonntag, viele Stände der Expo waren schon abgebaut, keine Zufallszuschauer, und der Sprecher machte leider auch gerade eine Pause. Egal, Frauchen und ich finishten!

Die erste Holzmedaille (ja, wirklich aus Holz) gab es für 3:37,09, AK-Platz Senior W 17, 115. von 133 Damen (die schnellste Dame brauchte übrigens 1:55,77), und 11 Männer hat sie auch noch hinter sich gelassen. Darunter auch die drei Stooges ...

Danach ging es nochmal 1,7 geschlichene km zum Hotel und der Dusche zurück, und dann ab zum Speicher-Wieder-Auffüllen:

Fazit: eine super Trailstrecke, nicht ganz ohne (viele Wurzelstrecken, Sillschlucht), aber mit Suchtfaktor.


Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 1. Mai 2018

Innsbruck Alpine: wieso können 16,8 km so weh tun?

Hallo Leute,

wir haben ein traumhaftes Wochenende hinter uns. Die einzigen, die das nicht sagen, sind Frauchens Oberschenkel! Aber der Reihe nach ...

Freitag nachmittag sind wir mit dem Auto Richtung Innsbruck gefahren. Kurz überlegt, ob wir die - landschaftlich schönere - Strecke über Tegernsee / Achensee nehmen oder die - vermeintlich - schnellere über die Autobahn. Für letztere entschieden und bereut. Böser Fehler. Schöner Stau am Irschenberg. Frauchen und ich wurden schon ganz hibbelig, weil wir ja noch die Startunterlagen für den Innsbruck Alpine abholen wollten. Kurz nach 18 Uhr waren wir dann vor Ort. Gegenüber der Premiere vor zwei Jahren war nun alles ein bißchen größer und besser ausgeschildert. Der obligatorische Ausrüstungs-Check dauerte ... geprüft wurde, ob man Ausweis, Handy, Krankenversicherungskarte, Bergversicherung (Mitgliedsausweis des Alpenvereins reicht auch), 0,5 Liter Getränk dabei hat. Plus Trinkbecher. Das einzige, was sie nicht geprüft haben, was aber absolut sinnvoll gewesen wäre: Trailschuhe mit griffiger Sohle.

Meine Menschen sind dann Abendessen gegangen, ich habe die Unterlagen studiert. Ein Extrablatt "Verhalten bei Gewitter". Streckenverlauf. Die kurze Strecke, die wir wieder gewählt hatten, sollte je nach Angabe 15, 16,4 oder 16,8 km lang sein. Da sollte sich der Veranstalter mal mit sich selbst einigen, was denn nun! Ansonsten war das Startersackerl gut gefüllt:









Samstag dann wieder das übliche Problem bei einer Startzeit nachmittags - wie den Tag verbringen? Wir sind auf die Nordkette hochgefahren, hier ein paar Impressionen (wobei ich mich immer frage, warum Menschen so dumm gucken, wenn ich mich fürs Selfie in Position setze ...):

















Wetter - grandios.
Nach einem Pilzspatzn-Mittagessen machte sich Frauchen für den Lauf fertig. Es hieß, im Startbereich in Hall (es war ja ein Punkt-zu-Punkt-Lauf) solte nochmal die Pflichtausrüstung, u.a. auch eine Regenjacke, kontrolliert werden. Also schnallte sich Frauchen für diese Kurzstrecke, 2 Stunden plus, doch tatsächlich ihren Camelback um. Und war dann erleichtert, dass sehr viele Starter auch Rucksäcke trugen. Im Viehtransporter, äh nein, Shuttlebus ging es dann nach Hall. Ab hier berichtet Frauchen, da ich mit Herrchen bei Eis und Sonnenschein im Park am Ziel Landestheater in Innsbruck auf sie wartete.

Es war heiß. Start ist in Hall in der Burg Hasegg. Die Wartezeit bis zum Start verging mit dem üblichen Anstehen auf die nur zwei Örtlichkeiten sehr schnell. Dann der Start und erstmal Verwirrung, wo denn nun die Zeitmessung beginnt. Raus aus der Burg im Trippelschritt, Treppe runter, durch eine Unterführung (da maulten die ersten schon, was denn die Stufen sollten ...), andere Seite hoch und erstmal wieder stehen. Einreihen auf einspuriger Treppe den Berg hoch. Dann ging es die ersten 3 Kilometer bei praller Sonne und stehender Hitze durch Altstadtgassen, Nebenstraßen und kleine Wiesenwege Richtung Absam und weiter den Berg hoch. Nicht steil, aber stetig. Bei 26 Grad im Schatten. Selbst ich, als hitzeliebend - und -resistent bekannt, hatte da meine Schwierigkeiten, Maximalpuls und jappste. Dann ging es links ab, oben auf der Höhe Richtung Innsbruck. Mit herrlichen Aussichten, immer mal wieder runter und hoch, dann sollte laut Höhenprofil die erste Verpflegungsstelle vor dem großen Anstieg kommen. Tja, der Anstieg kam, die Labe nicht. Da fängt man schon an, an sich zu zweifeln. Später wurde klar - sie hatten sie extra verlegt, weil die Läufer wohl oben mehr Durst hatten als vor dem Hochlaufen. Viele Läufer liefen auch jede Viehtränke oder Wasserstelle zwischendurch an. Auf der Strecke waren ja nicht nur wir "15 km"-Läufer, sondern auch die Marathonis, die früher gestartet waren und für die es der letzte Teilabschnitt war. 
Diesen Streckenteil kannte ich noch von meinem Start vor 2 Jahren. Da hatte ich übrigens hinterher moniert, dass es zwar ein schöner Landschaftlauf war, aber kein Trail. Böser Fehler. Das hatten die Veranstalter anscheinend gelesen, und haben extra neue Abschnitte eingeflochten. Denn auf einmal ging es weg vom schön zu laufenden Waldweg, direktemang geradeaus hoch auf einem Trampelpfad durch den Wald. Steil. Und durch die trockene Erde sehr rutschig. Ich war sehr dankbar für meine neuen Trailschuhe mit der noch überhaupt nicht abgelaufenen griffigen Sohle. Autsch! Ach so, da ragte ein Ast vor. Pech für ihn, er splitterte. Und Pech für mein Bein, schöner Bluterguss ...
So langsam näherten wir uns Innsbruck, da war schon der Berg Isel mit der Schanze zu sehen. Ich wähnte mich weit hinten, viele Abschnitte war ich - genau wie die anderen um mich herum - gegangen statt gelaufen. Nun ging es downhill - das war ja 2016 so ein übler Abschnitt gewesen, quasi freier Fall. Jetzt war die Wegführung anders. Nämlich schmaler Waldpfad mit Wurzeln, rutschiger trockener Erde und Serpentinen. 180-Grad-Kurven. Also hinein ins Nicht-Vergnügen. Ich überholte, andere schnellere ließ ich dafür vorbei. Mein rechter Oberschenkel muckte nach einer gewissen Zeit, denn es sollte ja über 2 km rund 400 Höhenmeter abwärts gehen. Plötzlich - da, da war der Pfad zu Ende! Hallelujah! Rechts auf einen breiteren Weg. Und vor einer Wand gestanden. Ging es doch nochmal gefühlte 30 % Steigung über einige 100 Meter bergauf. Da blieben einige Läufer um mich herum einfach mittendrin stehen, "ich will nicht mehr" ... Zäh habe ich mich nach oben gekämpft, und hoffte auf ein kleines ebenes Stück, damit sich meine Oberschenkel wieder beruhigen konnten. Viel zu schnell ging es dann aber wieder weiter abwärts. Das war der Moment, wo meine Oberschenkel nach oben funkten "uns reicht´s, lauft Ihr mal allein weiter, wir streiken!". Was ja nun physikalisch unmöglich ist, aber faktisch doch geht. Sie machten zu. Und jeden Schritt zu "aua aua aua". Was mir dann auch laut entfuhr, als wir - endlich auf Inn-Höhe angekommen - ein paar Treppenstufen herunter zur Innbrücke laufen mussten. Irritierte Blicke allenthalben. Aber das hat gutgetan, das laute Jammern .... Danach weiter und ich habe sogar - im Gegensatz zu 2016 - noch so etwas wie einen langgezogenen Zielspurt hinlegen können. Die Zeit war sowieso schon weit über 2 Stunden, indiskutabel für 16 km!

Da war Frauchen ja endlich! Ich bin aufgesprungen, gemeinsam haben wir gefinisht.


Und ich gleich mal mit ihr herumgezetert, warum sie so langsam war. Und sich wieder so schwer getan hat .. anscheinend fehlen bei so einem Frühjahrstermin noch die Bergwanderkilometer und Höhenmeter. Denn später im Jahr hat sie lange nicht so kaputte Beine nach so einer vergleichsweise geringen Belastung (ja, ist doch wahr! 400 Höhenmeter und runde 16 km sind doch eher Kurzstrecke!). 

Im Endergebnis war Frauchen dann aber doch nicht soooo schlecht: 127. von 208 Damen, 2:20,45 Stunden, auch viele Herren hinter sich gelassen, insgesamt 404 Finisher. Und 7. von 19 in ihrer Altersklasse.


Abends gab es dann noch nach Kässpatzn den obligatorischen Kaiserschmarrn. Sonntag sind wir dann gleich abgefahren, um beim Achensee anzuhalten, Löwenzahnwiesen zu gucken, den herrlichen Sommertag im April zu genießen und noch ein bißchen spazierenzugehen.

Fazit: Das Inssbruck Alpine Trail Festival ist ein bestens organisiertes Laufevent. Gegenüber der Premiere sind jetzt alle Strecken sehr gut gekennzeichnet, alle Helfer sehr nett, Verpflegungstellen und Startersackerl top. Man darf nur nicht die Srecken unterschätzen ... Und wenn man, so wie wir, zweimal Glück mit dem Wetter hat (2017 war garstiges Wetter mit Kälteeinbruch, Schnee und Regen), dann ist Innsbruck auf jeden Fall eine Reise und einen Start wert!

Und wie andere Finisher das #IATF gelaufen haben - hier der Bericht von exito Gipfelstürmern - alle auf den längeren Distanzen!

Bis bald Euer Iwan



 

Donnerstag, 4. Januar 2018

Laufjahr 2018, wir kommen!

Hallo Leute,

jetzt ist das neue Jahr schon 4 Tage alt ... Zeit, mit 2017 komplett abzuschließen und Euch einen Ausblick auf unsere Vorhaben 2018 zu geben.

Also: 2017 hat Frauchen insgesamt 216 Stunden laufend verbracht. Das entspricht:
  • genau 9 Tagen und Nächten
  • 100.885 verbrannten Kalorien
  • ca. 1.945 gelaufenen Kilometern
  • dreimal der Strecke Nürnberg - Hamburg.
Die Höhenmeter kann ich Euch leider nicht liefern, aber einmal Mount Everest dürfte schon zusammengekommen sein ....

Was haben wir 2018 vor? Hier kämpfen zwei Seelen in meiner bärigen Coach-Brust: zum einen möglichst viele Rennen, möglichst weit weg, damit wir viele schöne Reisen haben. Zum anderen sollte Qualität vor Quantität gehen. (o.k. der wahre Grund ist, dass mich Frauchen nicht mehr ohne Aufsicht an den PC lässt - so sind meine Chancen, online schnell etwas zu buchen, doch stark gesunken ....)

2018 stehen nach jetzigen Stand folgende Läufe an:
  • 18. März 10 km Port de Palma
  • 28. April 15 km beim Innsbruck Alpine Trail Festival
  • 19. Mai  5 km virtual Race for Save the Manatees
  • 28. Mai 10 km London
  • als Organisator: 8. Juni Tiergartenlauf Nürnberg
  • 2. September 23,2 km Achenseelauf
    (hat dieses Jahr wieder den Vorzug gegenüber dem Karwendelmarsch erhalten)
  • 9. September 10 km Isarlauf Lenggries
  • 27. Oktober 8 km Panoramatrail beim Trailrunningfestival Salzburg
  • 28. Oktober 21,1 km Gaisbergtrail beim Trailrunningfestival in Salzburg
  • 2. Dezember 10 km Valencia
Weitere Vorschläge sind gern willkommen. Ich würde gern noch einen Lauf in den Bergen ansetzen, Juli bis Anfang August, da bin ich derzeit

am Suchen. Die Walser Challenge erscheint mir doch ein bißchen heftig. Andererseits - wozu sind Herausforderungen da? Das Pitz Alpine Trail Festival passt leider zeitlich nicht rein ... Wer Ideen / Vorschläge hat: gern an mich. Am besten so, dass Frauchen es nicht gleich sieht, damit ich erstmal in Ruhe allein prüfen kann.

So, nun wünsche ich noch allen Freunden, Bekannten, Läufern und Nichtläufern ein gutes Jahr 2018, viel Gesundheit (ein guter Bekannter bangt gerade um seine Vorbereitung für den London Marathon), Glück, Erfolg und ausschließlich positive Erlebnisse!

Bis bald euer Iwan

Sonntag, 1. Mai 2016

Frühling, Flieder und fast Fliegen beim Trailrun-Festival in Innsbruck

Hallo Leute,

die letzten Tage hatten wir Wetter für ein Jahr im Zeitraffer. Montag bis Donnerstag Winter, selbst tagsüber Schneeschauer und kaum über Null Grad, und ich bekam so langsam die Panik. Schließlich wollten wir am Freitag nach Innsbruck, Samstag stand dann der K15 vom Innsbruck Alpine Trail Festival an. Ich habe immer sorgenvoll auf die Webcam geschielt, aber die Schneegrenze war glücklicherweise höher - "unser" Höchstwert sollte auf 925 über NN sein. Insgesamt 400 Höhenmeter auf 15,8 km. Am Freitag morgen habe ich dann Frauchen bei endlich mal wieder Sonnenschein zum Einlaufen gescheucht. Mollige Null Grad. An einem 29. April!
Mittags dann Abfahrt Richtung Innsbruck; dort hatte es, als wir gegen halb fünf ankamen, 20 Grad. Also an einem Tag vom Winter in den fast Sommer. Schnell die Sachen ins Hotel gebracht (das lag schön zentral), und dann eingereiht in den steten Strom der sportlich aussehenden, mit Funktionskleidung geschmückten und dem Landestheater zustrebenden Menschen. Dort war nämlich Startnummernausgabe und Ausrüstungskontrolle. Wir mussten rund 20 Minuten warten, was aber in der Sonne und Wärme und bei dem tollen Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel rundherum nicht schwer fiel. Dann hatten wir die Startnummer und unser Startersackerl in der Pfote, äh, Hand. Letzteres fiel etwas mager aus - gut, die Startgebühr hatte auch nur 19 Euro betragen. Da das Ganze aber für einen guten Zwecke gespendet wurde, war es o.k. Und die 250 g Nudeln ergeben mit den letzten 250 g Nudeln aus dem Achenseelauf-Startersackerl dann nun schon eine vollwertige Mahlzeit, von der auch ein Bär satt wird. Das Funktionsshirt musste man extra dazu kaufen, aber Frauchen mag solche Souvenirs.





Samstag dann grenzgeniales Wetter. Meine Menschen machten erstmal eine Rundfahrt mit dem Innsbruck Sightseer Bus, stiegen am Bergisl aus und machten dort die Panoramarunde. (Typisch, da kann ich als Coach noch so sehr mahnen und darauf hinweisen, dass man sich als Läufer vor einem Lauf schonen sollte .... nein, zeigt Frauchen einen hübschen Wanderweg und schon ist sie unterwegs ...). Dort oben haben wir dann auch einige Starter des K85 gesehen, die hatten ja ihren Start schon um 4 Uhr nachts. Frauchen war erst 16:30 Uhr dran - eine dumme Startzeit, da weiß man eigentlich gar nicht, was man tagsüber machen soll und was man essen soll. Naja, irgendwann war es dann auch 15:30 Uhr, Frauchen saß mit vielen anderen Startern im Shuttlebus nach Hall. Dort sollte auf Burg Hasegg der Start für den K15 sein. Herrchen und ich blieben zurück, und vertrieben uns die Wartezeit auf Frauchen mit Eis essen (das Kokos-Rum-Eis war legendär!).

"Der Start war mitten im Burghof, zwischendurch kamen einige Läufer des K42 und K65 durch. Extrem beeindruckend, wie gut die nach schon so vielen Kilometern noch aussahen. Vom Racebriefing verstanden außer der ersten Reihe Starter keiner etwas, war aber auch egal ... Um 16:30 Uhr dann das unvermeidliche "Final Countdown" und los ging´s! Genau 20 Meter weit, erster Engpasse, Stufen runter, Stufen hoch aus der Burg heraus. Nach ca. 300 Metern der nächste Engpass - eine steile Treppe nach oben (da wurden Erinnerungen an den Festungstrail in Salzburg wach) und alle mussten hintereinander hoch. Dann ging es über leider sehr viel Asphalt und viele breite Feld- und Waldwege bergauf und Richtung Innsbruck. 220 Starter sollten es sein, 162 kamen ins Ziel. Teilweise waren es Wahnsinnsausblicke auf das Inntal, die schneebedeckten Pitztaler und Ötztaler Alpen, später der Blick von oben auf Innsbruck, den Bergisl und hinein ins Wipptal. Die Sonne schien, leichter Wind, rund 20 Grad - eigentlich ideale Laufbedingungen. Trotzdem waren die Beine irgendwie auf den ersten 5 km recht schwer. Die steilen Anstiege gingen wir Hinteren im Feld hoch, dabei habe ich doch den ein oder anderen überholt. Die Organisation und die Streckenmarkierung waren bis auf eine Abzweigung sehr gut. Bis km 12 hatte ich als einzigen Kritikpunkt, das es zwar ein sehr schöner Landschaftslauf war, aber mit Trail wenig zu tun hatte. Inzwischen hatten wir uns 400 Höhenmeter hochgearbeitet, nun sollte es auf 2 (!) km die 400 Höhenmeter wieder runter gehen. Und als ob das noch nicht genug wäre, kam dann der einzige längere Trailabschnitt dieser Strecke: bloßer Waldboden, einige Wurzeln, ansonsten glatt mit 20 % Gefälle (gefühlt 40 %!) nach unten. Zwar dann nach einiger Zeit etwas befestigter, aber aua aua aua. Ich war heilfroh, dann endlich wieder auf Innsbruck-Stadthöhe zu sein! Nun noch ca. 1,5 km über den Inn, geradeaus am Park entlang ..."





Ja, und da stand ich schon bereit, um aufzuspringen und wie gewohnt mit zu finishen. Nach 2:07: 25,8 liefen wir beide durchs Ziel. Platz 56 von 69 Damen, und mit ihrer Zeit hat Frauchen auch noch 13 Herren hinter sich gelassen. Trotzdem sind wir beide etwas unzufrieden. Frauchen hatte gehofft, unter 2 Stunden zu laufen. Und ich hatte auf mindestens einen Kaiserschmarrn spekuliert. Aber irgendwie haben wir kein Lokal gefunden, dass uns ansprach und auch Kaiserschmarrn auf der Karte hatte. So bleibt uns als süße Erinnerung nur der Duft von unzähligen Fliederbüschen, die schon voll erblüht waren und ganz Innsbruck mit schönem Geruch erfüllten.
Und was wir für ein Wetterglück hatten, haben wir heute gesehen - tief hängende Wolken und Regen. Bye bye Innsbruck - ein schönes Frühlingswochenende war es!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 26. April 2016

Der Winter, der einfach nicht aufhören will

Hallo Leute,

o.k., o.k., wir nehmen alle Schuld am Wetter auf uns. Seit vorletztem Wochenende Sommerreifen drauf, nächsten Samstag steht mit dem IATF in Innsbruck der erste Berglauf der Saison an ... kein Wunder, dass es nach Kräften schneit.
Naja, das nennt man wohl ausgleichende Gerechtigkeit: am 24.12. hatten wir 15 Grad und Sonne, dann ist es nur recht und billig, wenn am 24.4. 3 Grad und Schneetreiben war. Das uns übrigens hier auch heute erfreute, hüstel.
Frauchen kriegt schon subversive Mails mit dem Wunsch, sie möge bitte ihre Urlaubs- und Laufplanung offenlegen, damit der Mailabsender dann genau entgegengesetzt fahren kann - um damit eine Schönwettergarantie zu haben! Hat man da noch Worte! Ich wäre ja empört, wenn ... ja, wenn es nicht wahr wäre ... Das Problem ist: ganz verlassen kann man sich aber auch nicht auf Frauchen als Regenmacher. Denn sonst würde ich ja dieses Talent zu gutem Geld machen und Frauchen zur Buchung anbieten. Denn es gibt ja genug Gegenden, die dringend Regen brauchen.
Ich bin auf jeden Fall extrem versucht, kurz entschlossen Flüge für ein Wochenende im Mai auf Mallorca zu buchen. Was meint Ihr - soll ich?
Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 3. März 2016

Update Saisonplanung 2016

Hallo Leute,

Herrchen ist stocksauer auf mich. Dabei habe ich nur Frauchens Saisonplanung komplettiert. Und halt auch gleich Anreise / Hotels gebucht. Nun ja, da Herrchen nicht gern fliegt, ist der Konflikt vorprogrammiert. Aber mir hatte es in Valencia so gut gefallen, dass ich wieder hin will - ist doch toll, im November nochmal Wärme und Sonne tanken! O.k. ich gebe ja zu, ich bin ziemlich frustriert vom Wetter der letzten Tage. Konnte ich doch nicht ahnen, dass der Winter meine Herausforderung von letzter Woche annimmt und - statt zu gehen - volle Kanne zurückschlägt! Alles weiß gewesen Montag abend und Dienstag .... das muss ich wirklich nicht haben. Aber ich komme ins Schwätzen, zurück zur Saisonplanung:

24.1. Halbmarathon in Miami - erledigt, neue PB
30.4. 15 km Trailrun beim Innsbruck Alpine Trail Festival
6.8. 15 km beim Pitz Alpine Glacier Trail
20.8. 5 km beim Womens Run in Frankfurt
4.9. Achenseelauf
11.9. Isarlauf Lenggries
18.9. Tegernseelauf Halbmarathon
22.10. Trailrunning Festival in Salzburg, ca. 7 km
20.11. 10 km in Valencia

@laufwelt sehen wir in Salzburg, @Tyrolean_Runner in  Innsbruck und am Achensee. Wen treffen wir noch so?

Übrigens, falls Ihr Euch über die lange Pause zwischen Ende April und Anfang August wundert - erstens sind wir da mit der Organisation vom

3.6. Tiergartenlauf in Nürnberg

beschäftigt, und zweitens steht danach Urlaub an. Bzw. ein paar Wochenenden in den Bergen bzw. bei Freunden, wo Frauchen einfach nur so zum Spaß läuft ...

So, nun muss ich wieder abtauchen, Herrchen ist gerade nach Hause gekommen. Und - siehe oben - bei dem bin ich derzeit nicht gut angeschrieben ....

Bis bald Euer Iwan