Donnerstag, 25. Juni 2015

Vom Winde verweht - 5 Tage Sylt

Hallo Leute,

Frauchen und ich stehen ja bekanntlich auf Berge, Herrchen präferiert Meer. Aber leider nicht nur die schönen warmen Meere, nein, es kann durchaus auch Nordsee sein. Mag ich ja lieber als Fischbrater, hehehe. Jedenfalls, jetzt war es mal wieder soweit - 5 Tage Sylt standen an. Die Insel der Reichen und Schönen. Zu Letzteren gehöre ich ja auch, aber reich bin ich nunmal nicht. Also habe ich wohlwollend wieder meinem Kumpel Fozzie den Vortritt gelassen. Hier sein Bericht:

"Danke, Iwan! Und das ist sarkastisch gemeint! Ich bin immer noch damit beschäftigt, mir den Sand aus dem Fell zu schütteln ...Samstag ging es los, Direktflug / nonstop von Nürnberg nach Sylt. Ich bin ja so Flughäfen wie Frankfurt oder Miami gewöhnt, daher habe ich nicht schlecht gestaunt über den Flughafen in Westerland: man geht zu Fuß vom Flieger ins Gebäude, das hat genau einen Eingang und zwei Ausgänge zum Rollfeld hin. Und einen Wartesaal. Putzig, irgendwie.
Gewohnt haben wir in Wennigstedt, das ist in der Mitte der Insel, direkt an der Steilküste West. Nach dem Check in sind wir gleich losgezogen, am Strand entlang Richtung Westerland. Das ist ja ehrlich gesagt eine einzige Bausünde, Plattenbauten en gros. Der Rest der Insel ist ja sehr (sorry, ich wiederhole mich) putzig, mit den ganzen Backsteinhäuschen und Reetdächern. Bis sich Frauchen mal die Preise für selbige angeschaut hat. Die sind gar nicht putzig. Ebenso nicht die Massen an hochpreisigen Sportwagen und SUV, die dort rumcruisen. Davon abgesehen ist Sylt sehr schön - herrliche Dünenlandschaften, viel Heide, schöne Sandstrände. Ich hatte ja von Dir, Iwan, den Auftrag, Frauchens Trainingsplan zu überwachen. Daher habe ich sie rausgescheucht, egal wie das Wetter und der Wind waren. Und die waren reichlich, sozusagen. Wind, viel Wind. Sehr viel Wind. Dadurch wurden die molligen 13 bis 14 Grad doch gefühlte below-10. Frauchen war dementsprechend mies drauf - Winterlaufhosen, plus drei Schichten oben herum. Und die meisten anderen Urlauber und Läufer, die uns begegneten, hatten auch noch Mützen auf. Im Juni!






Was mir sehr gut gefallen hat: die ganzen Buschrosen überall. Die dufteten herrlich. Und die vielen Krabbenbrötchen, die ich verdrückt habe (die dufteten übrigens auch ganz herrlich ...).

Frauchens längster Lauf (und der einzige in kurzer Hose) ging dann von Wennigstedt am roten Kliff entlang über die Uwe-Düne (höchster natürlicher Punkt Sylts, 52 Meter, gefühlte 150 Stufen hoch) nach Kampen, dort zum Leuchtfeuer, hinten über die Heide am Wattenmeer entlang nach Braderup und von dort zwischen Golfplatz und Pferdekoppel zurück nach Wennigstedt. Mit allen Abstechern zu Strand, Watt, Aussichtspunkten war sie 97 Minuten unterwegs - und hatte eigentlich immer Gegenwind.
Die Rückreise war dann irgendwie wieder ein deja vu. Der Direktflug geht nur einmal die Woche, d.h. zurück von Westerland nach Düsseldorf. Windstärke 6 bis 7, aber kein Problem. In Düsseldorf dann Weiterflug 16:45 Uhr, wir alle schon im Flieger, Flieger rollt los, Flieger stoppt. Flieger rollt wieder zurück zur Parkposition. Es sei etwas mit der Technik. Alle müssten raus, zurück ans Terminal. Dann würden wir wieder geholt. Jaja, wer´s glaubt. Ich habe mir gleich mein Air Berlin-Schokoherz geben lassen und wusste - den Flieger sehen wir nicht wieder. Im Terminal dann nach einer Weile "Flug ist annulliert. Holen Sie erstmal Ihr Gepäck ab und gehen dann zum Air Berlin-Schalter." Und dort nach langem Zittern die Info, dass wir noch die letzten zwei verfügbaren Plätze in einer Germanwings Maschine nach Nürnberg kriegen. Dann waren wir halt nicht um 18 Uhr zuhause, sondern erst 22:30 Uhr. Aber immer noch besser als vor zwei Jahren, als wir uns ungeplant per Zug von Düsseldorf auf die nervige Reise nach Hause machen durften, nach einem Rückflug aus Florida.

Fazit von Sylt: Promis habe ich leider keine gesehen, obwohl ja so viel da sein sollen. Ich hatte mich aber auch die meiste Zeit nach innen verzogen, denn der Wind war so stark - ich konnte mich noch nicht einmal fürs Foto so allein hinsetzen, ohne dass mich Frauchen festhalten musste. Ansonsten: schöne Insel, aber man muss auf Winter im Sommerurlaub stehen ...."

Danke, Fozzie. Gut, dass ich mir das erspart habe. Aber schimpfen muss ich trotzdem - Frauchen hat nämlich ihr Getränk vergessen mitzunehmen auf die 97 Minuten Tour. Und man merkt sehr an den Pulswerten, dass sie zum Schluss sehr schlapp war! Tja, wenn ich nicht auf alles aufpasse ...
Bis bald Euer Iwan

Montag, 15. Juni 2015

Bär unter lauter Chicks bei 30 Grad

Hallo Leute,

ich habe ein hartes Wochenende hinter mir. Ihr könnt mich mal eine Runde bedauern ... Freitag  ging es mit dem Auto nach Frankfurt. Ich sitze ja immer angeschnallt auf dem Beifahrersitz - und hatte somit beste Sicht darauf, wie unser Auto an der Tankstelle losrollte, weil Frauchen (urlaubsreif, sage ich da nur) vergessen hatte, die Handbremse anzuziehen. Geistesgegenwärtig wollte ich schon zugreifen, da hat sie es aber selbst gemerkt. Nix passiert.
Dann angekommen bei bester Freundin un Patenkind. Und zwei, ich mag es ja gar nicht erwähnen, zwei äh ... Katzen! Horror für mich als Teddy - nicht dass die mich für ein Spielzeug halten und an mir rumkratzen! Zwei Tage strikte Trennung war angesagt. Freitag bei 32 Grad die letzte Trainingseinheit für Frauchen, über die Felder bei Eschborn. Dann am Sonntag auf zum Womens Run. Erstmals Sonntag, erstmals Startzeit 13 Uhr für die 5 km. Was sich darin bemerkbar machte, dass eine Riesenschlange bei den Startunterlagen anstand. Zwar sehr gesittet, da muss ich Euch Mädels ein Kompliment machen, aber eben runde 500 Meter lang. Also anstellen, bei der Laufshirtausgabe anpampen lassen (Frauchen wollte für eine verhinderte Lauffreundin die Unterlagen / Shirt holen und wollte ein "L" - der Mann an der Ausgabe klatschte ihr ein "M" hin mit "das reicht für Sie". Auf Frauchens Einwand, sie wolle aber ein "L", kam "Nehmen Sie das "M"". Erst nach nochmal Zurückpampen kam dann das brombeerfarbene Shirt in "L").  Muss ja auch wieder sagen - für seine Startgebühr von rund 27 Euro kriegt man ordentlich Gutzis. Schönes Laufshirt, schicke Tasche, viele Produktproben, ungefähr ein Dutzend Haarbänder ... außerdem kann man sich massieren lassen, Nägel lackieren usw. Ich als Bär, noch dazu als männlicher Bär, fühle mich da teilweise schon etwas fehl am Platz. Andererseits gab es auch einen Gutschein für ein Erdinger - den haben anscheinend alle Begleitmänner gekriegt ....
Zurück zum Lauf: erstmals war Frauchens Patenkind dabei. 12 Jahre alt, sehr gute Nachwuchsleichtathletin. Müssen die Gene sein, schließlich hat sie einen Sprint-Olympiasieger (Staffel) als Opa. Und eine Ex-Sprinterin als Mama.

Vor dem Start noch allseits gute Laune - letzte Motivations- und Durchhaltetipps von mir, dann ging es im Laufschritt zurück vom Parkplatz (wo wir die Beute verstaut hatten) zum Start. Das Problem - da wollten auch 2.997 andere Damen hin. Also standen "meine" drei Damen in der zweiten Welle an. Und mussten sich dann erst einmal 3 km durch Walkerinnen, Geherinnen, sich Schonende, einfach nur Schwätzende, aber immer die ganze Wegbreite Einnehmende durchkämpfen. Und wer schon einmal 3 km Zickzack-/Lücken suchen und Durchpressen/ Abbremsen und Beschleunigen gemacht hat, weiß - die Bestzeit war futsch. Die Hitze von rund 30 Grad machte Frauchen gar nichts - sie fand´s herrlich. Dabei achtete sie brav aufs Patenkind - und was war der Dank - selbige beschleunigte kurz nach 3 km und ließ Frauchen buchstäblich im Wald stehen. Die Runde in Frankfurt beginnt und endet am Waldstadion, dazwischen geht es aber durch den Stadtwald. Frauchen beschleunigte also auf ihr Wettkampftempo und lief die letzten 2 km dann in 11 Minuten - für sie ein guter Schnitt. Da aber die ersten 3 km schon über 21 Minuten gekostet hatten, landete sie bei 32:20 Minuten für 5 km. Was aber immerhin Platz 387 von 3.000 Starterinnen, Platz 25 in der Alterswertung bedeutete. Das Patenkind war nochmal 35 Sekunden schneller - und nächstes Jahr coache ich die beiden so, dass sie gut unter 30 Minuten laufen!
Auch die "beste Freundin" kam heil ins Ziel. Was durchaus etwas heißen will, denn mindestens eine Läuferin lag mit Notversorgung umgekippt neben der Strecke. Schreckliche Bilder, so etwas wollen wir nicht erleben. Hoffentlich geht es allen Damen wieder gut. Danach trafen wir noch Heike Drechsler, mit der wir etwas fachsimpelten. Sie brauchte für die Strecke rund 25 Minuten und meinte, sie als Ex-Sprinterin habe ja Probleme, so lange konstantes Tempo schnell zu laufen. Und Frauchen hat halt das Problem - als sie endlich in Schwung war, war die Ziellinie schon da ...

Und leider gibt es kein Foto von mir mit Heike Drechsler ... wenn man mal ein Smartphone braucht, ist keins zur Hand. Danach noch ein kleiner Snack aus dem Kofferraum (man speist ja schließlich stylish), und schon ging es über die Autobahn wieder heimwärts. Spaß gemacht hat es wie jedes Jahr, "Bär im Korb" gewesen zu sein. Und falls Ihr Euch über die Farbe unserer Laufshirts wundert - so findet man sich ganz schnell bei 2.990 dunkelrosa gekleideten Damen wieder. Denn 7 hatten grüne AOK-Shirts an ...
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 9. Juni 2015

Skurriles aus dem Alltag

Hallo Leute,

heute mal wieder ein Folge aus der beliebten "Gut gemeint, zu kurz gedacht"-Reihe. Nämlich gehört und gelesen in den letzten Tagen:

Auf dem Bronzeplatz - die Durchsage in der U-Bahn:
"Nächste Haltestelle: Flughafen. Endstation. Dieser Zug endet hier"
Nein, er endet dort! Aber nicht hier, so mitten auf der Strecke ...

Silber geht an eine Überschrift im aktuellen Heft "Running - das Laufmagazin":
"Wer schläft, verletzt sich nicht"
Stimmt. Er bewegt sich ja auch nicht. Gemeint ist, wer länger schläft, sei weniger verletzungsanfällig.

Und der unangefochtene Sieger, ganz oben auf dem Stockerl:
"Das Lesen der Zeitungen und Zeitschriften ist verboten. Die Marktleitung."
Steht auf einem Schild in unserem Edeka-Markt, am Zeitschriftenregal. Ja, wozu soll ich denn sonst eine Zeitschrift kaufen wollen? Um damit Fliegen zu jagen? Ein kleines "hier" oder "vor dem Bezahlen" hätte da mehr Sinn gemacht ...

Ich hoffe, ich habe Euch zum Schmunzeln gebracht. Wenn Ihr auch so etwas Skurriles gesehen oder gehört habt - her damit. Und ich gehe jetzt Frauchen auf die letzte Tempoeinheit vor dem Womens Run scheuchen!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 2. Juni 2015

Zürich = ziemlich viel Zaster

Hallo Leute,

meine Menschen waren am Wochenende in Zürich. Ich habe dieses Mal aufs Mitkommen verzichtet, denn die Aussicht auf "keinen Lauf", "keinen Kaiserschmarrn", dafür "in enger Tasche herumgetragen werden" hat mir nicht sonderlich gefallen. Dafür habe ich wieder meinen Kumpel Fozzie mitgeschickt. Und der kam mit einem ziemlichen Zaster-Schock zurück ... ich erteile ihm das Wort:

"Samstag früh viertel vor fünf aufstehen, zum Flughafen, der Flieger hatte "nur" eine halbe Stunde Verspätung - lag an dem großen Flugaufkommen in Zürich. Wohl wegen des Fifa-Kongresses ... wir sind glücklicherweise nicht im selben Hotel abgestiegen wie die am Vortag verhafteten Funktionäre. Nein, wir hatten ein schönes Hotel direkt am Zürichsee, Blick vom Balkon über selbigen. Das Wetter spielte auch mit, ab Samstag mittag und Sonntag Sonne und schön warm. Also Koffer aufs Zimmer, und gleich losmarschiert. An der Seepromenade entlanggeschlendert, da stehen Imbissbuden. Noch kein Hunger, aber mal beiläufig auf das Angebot geschielt ... und fast einen Kollaps gehabt: Bratwurst plus Semmel 7,50 Fränkli. Umrechnungskurs 1:1, also 7,50 Euro. Currywurst plus Semmel 8,30 Euro. Nein, keine Gruppenpreise, sondern Preis für eine Wurst. Und so ging es weiter. Man war ja schon freudig erregt, wenn man im Supermarkt die Halbliterflasche Cola light für 1,30 ergatterte - quasi ein Spottpreis! Preisbeispiel Abendessen: Teller Spaghetti Bolognese hätte so um die 25 Euro gekostet. Hahaha.
Dafür sehr interessant für mich als eigentlich im Auto mitfahrender Maskottchen-Bär: die tollen Flitzer, die man überall gesehen hat. Ein Porsche oder Audi R8 waren schon gewöhnlich, die Ferrari oder Maserati (ja, in gelb, mein Traumauto!) waren auch zahlreich vertreten.
Nach Stadtbummel hat Frauchen dann einen schönen Lauf entlang der Seepromenade gemacht - Herrchen und ich saßen einfach am Ufer und haben uns ausgeruht. Ganz schön viel los und zu gucken war da ...
Am Sonntag die freudige Überraschung: weil der Verkehrsverbund Geburtstag hatte, gab es einen Tag freie Fahrt mit allen S-Bahnen, Busse, Trambahnen, Schiffen. Hat man auch gemerkt: Als wir um 10 Uhr zum Abfahrtssteg für die Zürichsee-Rundfahrt kamen, standen da schon rund 150 Leute. Wir drängelten uns dann noch auf das Schiff für die 1,5 Stunden-Rundfahrt - sehr nett. Das war anscheinend auch die letzte, auf die man noch mit einfachem Anstellen kam. Danach waren die Schlangen so lang, dass die Wartezeiten sicher 1 bis 2 Stunden betrugen. Neben dem See hat Zürich übrigens auch Berge zu bieten - wir sind dann gleich noch auf den Uetliberg hoch. Nachmittags haben wir das Wochenende in der Altstadt ausklingen lassen. Alles in allem ein sehr schöner Kurzurlaub bei sehr netten Schweizern, nur zwei arge Mankos: erstens die Preise, die einem doch so ziemlich alles vergällten, und zweitens: es gab keinen Rüblikuchen für mich!!!"

Tja, da kann ich  verstehen, dass Fozzie enttäuscht war - so ein Rüblikuchen ist doch ein Muss! Aber ich bin mir sicher, an Bord des Swiss Flugzeugs gab es wieder Schoki für alle - und da hat Fozzie mir nichts mitgebracht ...





Bis bald Euer Iwan


Samstag, 23. Mai 2015

Premiere: 5 Kilometer für die Manatees

Hallo Leute,

heute hatten wir eine zweifache Premiere: erste Teilnahme beim 5 km "Save the Manatee"-Lauf. Aber erst die zweite Premiere ist das Besondere: es war ein virtueller Lauf! Wie das? Naja, Manatees sind ja diese netten großen Viecher, zoologisch korrekt Rundschwanzseekühe genannt, die es häufig vor Floridas Küsten gibt. Manatees lieben nämlich die Wärme (da haben sie was mit Frauchen und mir gemeinsam ...). Und sie sind gefährdet. Weil sie nämlich nicht gerade flinke Schwimmer sind, absolut ungefährliche Vegetarier und sehr neugierig. Sprich sie schwimmen gern (zu) nahe an Schiffsschrauben heran oder fressen lecker aussehendes Zeug, was im Meer schwimmt, aber dann schwer bis tödlich verdaulich ist ... Ihr versteht?
Die Organisation "Save the manatee" veranstaltet u.a. jedes Jahr den 5 km-Lauf. Manatee-Freunde gibt es aber weltweit, deswegen kamen sie in diesem Jahr bei der 12. Durchführung auf die Idee: machen wir zusätzlich einen "virtual run". Meldegebühr 29,95 Dollar inkl. Zusendung eines Laufshirts, Medaille und Startnummer. Man läuft dann entweder am Veranstaltungstag (16.5.) oder an einem anderen passenden Tag seine 5 km auf Zeit, meldet sie und ist schon Teilnehmer. Und genau das haben wir heute gemacht!
Insgesamt hatten sie übrigens Teilnehmer aus allen US-Bundesstaaten, 3 kanadischen Provinzen und sechs anderen Ländern. Diese waren leider nicht genannt, aber Deutschland war eines davon! Manu aus Berlin hatte uns ja auf die Idee gebracht und auch gemeldet.
Das Shirt ("nur" Baumwolle, kein Funktionsshirt, aber davon abgesehen gut passend und schick aussehend) war pünktlich da. Frauchen kam sich zwar etwas seltsam vor, so mit Startnummer allein für sich durch den Park zu rennen - aber was soll´s? Kurz vor der virtuellen Ziellinie (wir hatten die 5 km natürlich vorher ausgemessen) sprang ich dann wieder auf - so finishten wir gemeinsam unseren "Manatee-Run". Allein mit Herrchen als Zuschauer und Fotograf. Zeit: 27:29 min. für 5 km. Da habe ich mal wieder gesehen - wenn Frauchen allein läuft, ihr Tempo ohne andere um sich herum bestimmen kann, dann passt es auch mit der Endzeit!
Also: wir hoffen, wir haben mit unserer Teilnahme und dem Startgeld den Manatees geholfen. Und vielleicht schaffe ich es ja auch mal nach Florida, um so ein ulkiges Viech mal aus der Nähe zu sehen!

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 21. Mai 2015

Rowdies, Raser, Rüpel

Hallo Leute,

heute mal ein ganz anderes Thema: Die Sitten auf Deutschlands Straßen. Frauchen kommt in letzter Zeit immer sehr genervt und schimpfend vom Berufsverkehr nach Hause. Habe ich mir gedacht, sie kann viel erzählen, ist wahrscheinlich nur gestresst, so schlimm kann es doch gar nicht sein. Letzte Woche wurde ich eines Besseren belehrt. Wir sind ja mit dem Auto ins Allgäu gefahren. Runde 700 Kilometer, meist Autobahn. Mit einigen Baustellen, bei denen Tempo 80 galt. Naja, was mir so auffiel:
  • Die Autos werden anscheinend jetzt ohne Blinker gebaut. Oder die Käufer verzichten aus Geiz auf "Blinker gegen Aufpreis". Anders kann ich es mir nicht erklären, dass über die Hälfte kein Lichtzeichen gab. Hey Leute, Ihr wisst vielleicht, wo Ihr hin wollt, der hinter Euch Fahrende nicht!
  • Wenn man wie Frauchen so knapp 10 % über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fährt, ist man ein Verkehrshindernis und muss mit Lichthupe und mega-dichtem Auffahren auf die rechte Spur gedrängt werden. Egal ob da andere Autos fahren, die man selbst gerade überholt. Und (Entschuldigung in die Hansestadt!) gleich zweimal waren es SUV mit Hamburger Kennzeichen. Übrigens, Frauchen fährt auch keine lahme Ente ...
  • Apropos Baustelle: rechte Spur normal breit, linke Spur schmal. Sehr schmal. Also fahren wir rüber nach rechts, und tuckern mit gut 80 dahin. Kommen von hinten diverse Autos meist deutscher Marken - besonders auffällig die weißblauen drei Buchstaben und die Stuttgarter M-Marke - und wollen links vorbei. Blöd nur, dass sie dabei ein bißchen in die rechte Spur ragen ... egal, der dort fährt, kann ja ruhig noch weiter rüberrutschen! Ach so, da ist eine Betonbegrenzung? Egal, Hauptsache ich bin vorbei!
Das waren so die Highlights. Ganz ehrlich - das war mir alles zu nervig. Warum müssen so viele Zeitgenossen so aggressiv fahren? Oder hirnlos, um es mal drastisch auszudrücken? Ein bißchen Rücksicht würde allen zu einem entspannteren Ankommen verhelfen ...

Übrigens, ich habe ja über das Wetter letzte Woche in Oberstdorf gejammert. Nun bin ich heilfroh, dass ich aktuell nicht dort bin - inzwischen nur noch 6 Grad, im Ort selbst Dauerregen, auf dem oberen Teil der Laufstrecke Schnee ... Ja, wo isser denn, der Frühsommer?

Bis bald Euer Iwan

Montag, 18. Mai 2015

Schöner Lauf, schlechte Zeit

Hallo Leute,

wir sind aus dem Allgäu zurück. Ganz ehrlich, das ist eine positive Nachricht. Hätte ich nie gedacht, dass ich mich mal freue, wieder zuhause zu sein ... aber nun ja. Manchmal kann einem wirklich alles die Laune vergällen.
Fangen wir an: das Wetter. Im Rest Deutschland war es Freitag wohl recht schön, trocken und warm. Wir hatten Dauerregen bei molligen 8 Grad. Oberstdorf wurde sogar extra als Schlechtwetterloch in den Nachrichten genannt! Hurra, ich war dabei. Aber Samstag sollte es ja besser werden ... wurde es auch, wenn man "fast trocken" als Besserung nimmt. Wolken / Nebel bis tief ins Tal. Von den Bergen erst Nachmittag was zu sehen. Ich wollte ja die Hotelrechnung kürzen, weil wir ein Zimmer mit Nebelhornblick gebucht hatten, und zwei Tage nix davon gesehen haben, aber darauf ließen sie sich nicht ein.
Nachmittags dann das Einlaufen für den Gebirgstälerlauf. Problem: vom Hotel aus ging es entweder mit mindestens 10 % Steigung nach oben, oder nach unten. Keine flache Strecke, auf Kilometer nicht. Und Frauchen eh schon müde Beine von dem frustrierten statt-schöner-Bergwanderung-kilometerweit-durch-die-Ebene-schlappen-bei-Null-Sicht. Das Wetter sollte aber Sonntag auf jeden Fall besser werden, auf jeden Fall trocken, halt nur ein paar Schauer ... am Morgen dann dunkle Wolken. Und Frauchen ja schon leidgeprüft vom Lauf aus dem Jahr 2006. Aber es hielt, bei 12 Grad und teils frischem Wind. Pünktlich 5 Minuten nach Zieldurchlauf kam dann übrigens die Sonne raus ...
Zum Lauf selbst: für 21 Euro gibt es ein sehr schönes Finishershirt,
gute Organisation und eine bei Sonnenschein sehr schöne Strecke. Aber auch recht herausfordernd. Frauchen meint ja, seit ihrem letzten Start dort 2006 sei die Strecke welliger geworden, die Steigungen größer ... da es aber nachweislich dieselbe Streckenführung ist, wage ich es zu bezweifeln. Unser Problem: der normale "Betreuerstab", sprich Herrchen, war nicht dabei. Nur Oma, und die steht mit dem Fotoapparat auf Kriegsfuß. Also musste ich im Auto warten, war weder beim Start noch beim Finish dabei, und es gibt auch keine Fotos. Einmal hat sie nur meine Pfote in Großaufnahme gehabt!
Schön beim Gebirgstälerlauf ist, dass die Damen mit 15 Minuten Vorsprung auf die Herren starten. Nach einer Dorfrunde geht es dann steil nach oben, an einem Moorweiher, einem Golfplatz und einem Bergsee vorbei dann immer entweder leicht ansteigend oder wellig weiter. In der Spielmannsau dann der Wendepunkt. Und runter gehts erstmal recht saftig, vor allem die Kilometer 10 bis 12 haben es in sich. Über Stock, Stein, Wurzel auf schmalem Weg bergab - normalerweise holt Frauchen da immer was raus. Dieses Mal nicht, die Oberschenkel haben komplett zugemacht. Bei km 15 geht´s dann nochmal ordentlich nach oben, bis km 17. Da weiß Frauchen nicht, was fieser ist: unwissend auf einmal vor dem Anstieg stehen, wenn man denkt, es geht nur noch runter - oder zu wissen, welcher Hammer da noch kommt. Dann oben an den Skisprungschanzen entlang, kalter Gegenwind, mutig ins Tal runtergestürzt in kurvigem Abstieg - und schon war sie da. "Schon" ist mit Sarkasmus zu genießen: 22. in ihrer Alterklasse mit den 2:22, 36 Std., 469. von 491 Startern. 5 Minuten langsamer als bei ihrer Streckenbestzeit 2005 (da waren es aber für sie angenehme 25 bis 30 Grad!), fast auf die Sekunde genau die Zeit wie beim Erststart 2004, und immerhin 5 Minuten schneller als beim Regenlauf 2006.
Fazit: Wir hatten uns mehr erhofft, gut trainiert wie wir eigentlich waren. Aber bei Frauchen geht halt bei Kälter gar nix ... 400 Höhenmeter hat der Lauf übrigens. Und empfehlen können wir ihn auf jeden Fall - nur bucht ihn mit Schönwettergarantie!
Bis bald Euer Iwan