Dienstag, 10. November 2015

Einfach tierisch

Hallo Leute,

ich bin schon ganz kribbelig - so lange durfte ich nicht an den PC! Frauchen war mit Oma am Wochenende in Berlin, shoppen und Musical. Und wer durfte wieder nicht mit? Richtig, ich. Dafür haben wir zwei Strohwitwer, Herrchen und ich, uns hier mit Pizza vollgestopft ... Und jetzt darf ich auch nur kurz berichten, was ich in den letzten Tagen alles so über unsere tierischen Freunde gelesen und durch die Kommentare unter den Online-Artikeln über die menschliche Seele erfahren habe:

  1. Notlandung die erste
    Ein Flugzeug auf dem Weg von Sidney irgendwo hoch nach Asien. Je nach Quelle Kuala Lumpur, Indien oder was auch immer. Musste runter, weil der Feueralarm anging. Nach Notlandung alles durchsucht, kein Feuer. Dafür im Laderaum viele viele Schafe (oder Ziegen, wie gesagt, je nach Quelle), die während ihrer Verdauung eifrig Methangas .. sagen wir mal vornehm ... ausstießen. Worauf der Rauchmelder anschlug. Flugzeug gelüftet, nach 1 Stunde weitergeflogen.
  2. Notlandung die zweite
    Ein kanadischer Flieger auf dem Weg von Nordafrika nach Toronto. Im Laderaum fällt die Heizung aus. Der Pilot weiß, im Laderaum sitzt ein Hund (je nach Quelle: Bulldogge). Und der Hund wird erfrieren, bis sie in Toronto landen. Also Not(außerplanmäßige Zwischen-)landung in Frankfurt beantragt, runter und den Hund in den Passagierraum geholt. Alle Passagiere waren damit einverstanden. Die Kosten (das sind mehrere Tausend Euro für so einen ungeplanten Zwischenstopp) übernahm die Airline.
  3. Hund auf Flug gestorben
    Nicht so gut ging es für einen von drei Hunden aus, die von Sevilla nach Palma fliegen sollten. Einer starb an Hitzschlag, zwei konnten gerade noch wiederbelebt werden. Die Klimanlage war ausgefallen, und die Boxen standen auch lange auf dem Rollfeld. Jetzt wurde die Airline zu Schmerzensgeld verurteilt: etwas über 2.000 Euro, dem Höchsterstattungswert für einen Koffer. Denn rechtlich ist ein Hund eine Sache, und deshalb gab es auch kein Schmerzensgeld, sondern "Schadenersatz".

    Was mich an Nummer 2 und 3 so entsetzt hat, waren die Kommentare der Leser. Die Mehrzahl meinte: Weshalb denn Notlanden wegen eines Hundes? Verspätung wäre unakzeptabel. Und im anderen Fall: für 2.000 Euro kann man sich doch gleich mehrere neue Hunde kaufen, wo sei das Problem? Ganz ehrlich: man kann doch nicht im Wissen, dass unter einem ein Lebewesen erfriert, einfach ruhig weiterfliegen? Oder einen guten Kumpel so einfach durch einen neuen ersetzen?
  4. Hund überschätzt seine Wanderausdauer
    Und zu guter Letzt noch Truc. Büxte seinem Herrchen auf Mallorca aus. Und wurde zwei Tage später in einem gebirgigen Wandergebiet von einem Bergwachtler, der in seiner Freizeit wandern wollte, gefunden. Total entkräftet. Futterte alle Energieriegel und Bananen des Wanderers auf, schlabberte seine Energydrink weg, und war dann immer noch zu entkräftet, um auf eigenen Pfoten ins Tal zu laufen. Also geschultert, und nach Abstieg dem inzwischen aufgetriebenen und herbeigeeilten überglücklichen Herrchen übergeben. Tja, so ein Happy End liebe ich!
Ansonsten kündige ich schon mal an, dass ich von Freitag bis Sonntag mit Frauchen nach Valencia fliege. War ich noch nicht, die Stadt soll sehr schön sein. Im Reiseführer habe ich schon mal geschmökert. Und Frauchen muss dann 10 km laufen, ich erwarte schon Rehabilitation für die nicht so gute Zeit aus
Salzburg!

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 1. November 2015

Flowerpower für die Füße

Hallo Leute,

habt Ihr eigentlich schon mal über Eure Laufschuhe nachgedacht? Ja, sicher, ob sie funktionell sind, gut sitzen, ordentlich Grip haben ... das ist ja klar! Aber wie sie aussehen? Und wie sie Euch noch einen kleinen Motivationsschub geben können?

Frauchen mag es ja auch bei ihren Laufschuhen buntig. Und dass sie als "Hausmarke" Nike trägt, wegen ihrer doch recht ausgeprägt breiten Donald-Duck-Füße, ist auch bekannt. (Anmerkung: Nein, Nike ist nicht unser Sponsor. Nein, ich erhalte kein Geld für die Nennung. Nein, wir bezahlen alle Schuhe komplett und selbst.) Meistens kauft sie ihre Laufschuhe im Outlet in Herzogenaurach oder in Palma oder während des USA-Urlaubs ... da kosten die gewünschten Modelle meist maximal 60 % des Normalpreises. Aber vor zwei Jahren habe ich ihr mal über den Nike-Konfigurator quietschebunte Air Pegasus-Trailschuhe bestellt, mit meinem und ihrem Namen auf der Lasche. Und mit denen hatte sie tolle Läufe!

Als jetzt also mal wieder dieses Angebot war, habe ich gleich zugeschlagen. Man sucht sich das gewünschte Muster aus, dann die Farbe. Ja, und dann geht´s erst richtig los: Farbe für Sohle, Zwischensohle, Swoosh (das ist das Nike-Zeichen), Schnürsenkel, Aufdruck in den Laschen. Hier seht Ihr das Ergebnis:


Jawoll, Flowerpower für die Füße! Hibiskus-Muster - wenn das nicht anspornt. Und so bin ich immer bei Frauchen; wenn sie müde nach unten guckt, sieht sie meinen Namen, denkt sofort daran, wie ich loszetere bei schlechten Ergebnissen und ... swoosh ... kann sie wieder schneller und lockerer laufen! (So jedenfalls mein Plan!) Ich bin gespannt, welche schönen Laufkilometer diese Schuhe dann in den nächsten Monaten zurücklegen werden. Jetzt scheuche ich erstmal Frauchen raus:bei dem schönen Herbstwetter steht ein Waldlauf an. Bis bald
Euer Iwan

Sonntag, 25. Oktober 2015

Panoramatrail Salzburg: Finish fast f(v)erschlafen

Hallo Leute,

wir sind gerade vom Wochenende aus Salzburg zurück. Ich schwebe auf Wolke 7, denn ich hatte wieder ein Date mit Pauline, einer sehr netten Bärin aus Berlin. Wir waren sehr nett bummeln an der Salzach, haben für Frauchen (ich) bzw. Papa (Pauline) beim Panoramatrail angefeuert und waren abends fein mit unseren Menschen essen. Das einzige etwas Störende: sie hatte ihren kleinen Bruder im Schlepptau, den habe ich aber schnell mit Kaiserschmarrn abgelenkt ... Und nächstes Jahr machen wir beide eine Fiakerfahrt, allein, ungestört, ohne Menschen und Bruder!





Nun zum Laufevent - Frauchen hatte wieder für den Panoramatrail gemeldet, Gut 7 km, gut 200 Höhenmeter. Manu und Andre kamen auch wieder - Manu konnte leider wegen ihres Bandscheibenvorfalls nicht starten, Andre ist sowieso viel schneller als Frauchen ... Frauchen war eigentlich gut drauf, die Strecke sonnig, herbstliches Laub, schöne Aussichten. Und wir hatten ja auch ordentlich Stufen trainiert ... die geht´s nämlich direkt nach der 1. Runde, um den Dom, hoch. Vorher hatten sich die Veranstalter aber etwas Neues einfallen lassen. Da stand ein Lastwagen, die Läufer mussten zu Beginn auf der 1. Runde, und kurz vor dem Zielspurt, jeweils da durch. Über Paletten hoch und mit zwei großen Stufen wieder runter - alles kein Problem, nur dass es auf der ersten Runde einen Stau gab. Denn das Ganze war ein absoluter Engpass. So gingen erstens wertvolle Sekunden und zweitens kam man gerade im Anlaufen aus dem Takt ... kann also nächstes Jahr wegbleiben, denn es ist ja ein Trailrun und kein Strongman Run.
Nach den Stiegen hoch hinter dem Festspielhaus ging es in munterem Auf und Ab Richtung Mönchsberg, am Museum vorbei, schöne Aussichten genießend. Und von hinten so nach und nach Läufer einsammelnd. Auch an einer kleinen Alm, mit bimmelnden Kühen, ging es vorbei, dann querfeldein durch den Wald hoch. Einfach eine wunderschöne, abwechslungsreiche Strecke! Bei km 4 wagte Frauchen den Blick auf die Uhr - alles im Zeitlot, sie fühlte sich frisch und trabte weiter. Herrlicher Blick auf die Festung inklusive. Nach km 5 das fieseste Teilstück - ein paar hundert Meter steil nach unten, rutschige Blätter auf Asphalt. Dann hinten um den Festungsberg herum und wieder hoch, am Nonnbergstift vorbei. Dann die zweite Änderung gegenüber 2014: eine Baugrube. Ca. 2 Meter steil nach unten, 3 Meter durch Matsch, 2 Meter steil nach oben.
Wer jetzt noch nicht genug hatte, bekam dann die volle Dröhung. Ich sage nur:  Kopfsteinpflaster. Bergab. Feucht und glitschig. Unten dann eine 180 Grad-Kurve. Also nichts für Usain Bolt ...

Frauchen trabte eifrig weiter, kam dann am Domplatz wieder an. Ich bin zum Finish aufgesprungen, dann ging es zum zweiten Mal durch den Laster. Und dann noch ca. 200 Meter bis ins Ziel am Kapitelplatz. Ich habe die ganze Zeit drauf gewartet, dass Frauchen zum Schlußspurt ansetzt ... aber irgendwie kam da nix. Trotz meines Quiekens. Erst ca. 5 Meter vor der Ziellinie wachte sie auf, und beschleunigte. Mann, war ich sauer auf sie! Und trotz des "guten Gefühls" war sie eine halbe Minute langsamer als letztes Jahr. Gut, Warten am Laster und Baugrube ... aber das macht nicht so viel aus. Jedenfalls: 117. von 137 Finishern (15 DNFs), AK Platz 8 und bei den Frauen 33. Positiv gesehen hat sie dieses Jahr mehr Läufer hinter sich gelassen, aber trotzdem ... ein bißchen mehr hätte ich schon erwartet.



Abends haben wir uns dann wie gesagt noch nett mit Manu, Andre, Pauline und ihrem Bruder getroffen. Und ich habe den versprochenen Kaiserschmarrn gehabt. Und heute gleich noch einen, denn auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen!





Salzburg war auf jeden Fall wieder eine Reise wert. Und das Startersackerl war auch gut gefüllt. Eine Sachertorte haben wir auch noch eingekauft, so als Proviant hier für die dunklen Herbsttage. Wenn´s nach mir geht und wir wieder eine Schönwetter-Garantie haben, stehen wir nächstes Jahr wieder am Start!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 20. Oktober 2015

Mallorca 2015: 1.086 tolle Laufminuten, 4.488 Stufen

Hallo Leute,

meine Menschen sind (beide kläffend mit Husten) zurück von Mallorca. Geschieht Ihnen recht, weil sie ohne mich im Urlaub waren!

Ich hatte ja wie jedes Jahr, gewissenhafter Coach der ich bin, Frauchen einen Trainingsplan mitgegeben. Und wusste eigentlich schon (ebenfalls wie jedes Jahr) - kannste vergessen. Statt sich akribisch auf die noch anstehenden zwei Wettbewerbe vorzubereiten (einmal der Trailrun in Salzburg nächsten Samstag, und dann Mitte November noch ein 10 km-Lauf in Valencia), ist Frauchen wieder fröhlich nach Lust und Laune durch die Gegend getrabt. Achso, sie hätte doch gezielt Bergläufe, lockere Läufe, Strand- und Sightseeing-Runs gemacht, meint sie ... Und für die Kondition in Salzburg (da geht es nämlich gleich zu Beginn viele viele Stufen hoch) sei sie jeden Tag zweimal in den 8.Stock gelaufen im Hotel, statt gefahren ... das wären die 4.488 Stufen.

Ja, wo sind wir denn? Meint sie, das reicht aus? Anscheinend ja.
Naja, Hauptsache ist, dass ihr das Laufen wieder Spaß gemacht hat, nach dem längeren Ausfall wegen "Wade" war es nämlich teilweise nur noch reine Pflichtübung. Ich habe Euch einfach mal ein paar Impressionen vom Laufen auf Mallorca zusammengestellt - bei dem Hügel mit den Sendemasten obendrauf geht es übrigens von Null auf 250 Höhenmeter recht steil nach oben, und Frauchen läuft jedes Jahr fast auf die Sekunde dieselbe Zeit hoch (44 Minuten, dabei aber viel flacher Anlauf bis zum Einstieg zum Puig San Marti). Strand ist der von Port d´Alcudia, der große Berg im Hintergrund ist der Atalya de Alcudia, da führt auch eine sehr schöne Laufstrecke hin / daran entlang. Insgesamt ist Frauchen genau 1.086 ihr sehr viel Spaß machende Laufminuten gelaufen. Plus 12 weniger lustige - da musste sie nämlich oben im Gebirge am Cuber-Stausee rund 2,5 km vom Schutzunterstand im Renntempo zum Auto rennen, weil es schüttete, sie eine "Duschpause" ausnutzte und Herrchen ihren Schirm bekam ...








So, nun kehrt hier wieder Zucht und Ordnung ein, der Urlaub ist vorbei, Frauchen hat sich wieder an Trainingspläne zu halten. Ich bin gespannt, was am Samstag beim Trailrun herauskommt. Und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Manu und Pauline Laufbaer in Salzburg!

Bis dann Euer Iwan

Sonntag, 27. September 2015

Das gibt es nur in Bayern ...

Hallo Leute,

nein, den Berlin Marathon ist Frauchen nicht mitgelaufen, den haben wir nur vor dem Fernseher erlebt. Jedenfalls ich ganz, Frauchen hat sich die ersten 30 Minuten angeschaut, ist dann selbst einen schönen Waldlauf machen gegangen und dann haben wir uns so ab 2:15 Stunden gemeinsam die Finishs angeschaut. Einer unserer Twitterbekannten, der @alpinextreme, hat nämlich die ganze Saison auf das Zeitziel 2:29 Stunden ausgerichtet. Wir haben mitgefiebert, Daumen gedrückt, und dann war er plötzlich im Bild. Wie er die deutsche Hoffnung Anna Hahner (hat leider nicht mit der Qualizeit für Rio geklappt, schade) noch kurz vor dem Ziel überrannt hat. Glückwunsch - da sieht man mal wieder, was eine ausgewogene Diät mit Manner-Schnitten, Sachertorte und Kaiserschmarrn so alles bewirken kann! Spaß beiseite - man kann sich nicht alles verkneifen, und in Maßen genossen kann man immer noch so super Zeiten laufen!

Weil ich sonst aber nichts vom Laufen zu berichten habe, hier noch etwas aus meiner beliebten Reihe "Skurriles im Alltag". Da hat nämlich ein Zugbegleiter in Petershausen (bei München) seinen Kopf durchsetzen müssen. "Wegen sturem Zugbegleiter: Bahn steht eine Stunde in Petershausen" titelt der Münchner Merkur. Was war passiert? 8 leicht alkoholisierte (und das will was heißen, das "leicht") Wiesnbesucher standen im 1. Klasse-Waggon, hatten aber nur Tickets für die 2. Klasse. Und weigerten sich, dorthin zu gehen, weil die 2. Klasse schon überfüllt war. Worauf der Zugbegleiter die Bundespolizei verständigte und den Zug nicht weiterfahren ließ. Das Ende vom Lied: nach 1 Stunde Warten für alle mussten drei der acht raus aus dem Zug, der Rest durfte weiterfahren. Ja, wo kommen mer dann da hin, wenn keiner mehr auf die bayerische Obrigkeit hört? Die anderen Fahrgäste meinten übrigens, der Zugbegleiter sei sehr unkooperativ gewesen, keiner der Wiesbesucher sei aggressiv gewesen ....

So, nun melde ich mich erstmal ab. Meine Menschen fahren in Urlaub, die Oma kommt wieder zum Wohnung- und Bärensitten. Frauchen gebe ich einen Trainingsplan mit, nicht dass sie mir faul wird!
Bis bald Euer Iwan

Montag, 21. September 2015

Harter Trailrun am Zeller See

Hallo Leute,

nun ist auch schon das dritte Wochenende hintereinander in den Bergen vorbei. Geplant waren ja Achenseelauf (23,2 km), Isar-Lauf (10 km) und jetzt das Womens Trailrun-Wochenende mit 5 km Nachtlauf Freitag, Challenge 15 km Samstag und Bergsprint 10 km Sonntag. Achenseelauf fiel ja der Wade zum Opfer. Der Isarlauf ging ganz gut, also sind wir mit besten Vorsätzen am Freitag Richtung Zell am See / Kaprun gestartet. Tja, leider aber ebenso viele Wolken - die es sich in dieser Region sehr gemütlich machten ... Der Verkehr war auch nicht ohne, die Wade ziepte bei Ankunft und so ließ sich Frauchen relativ bereitwillig von mir überzeugen, auf einen (noch nie trainierten) Nachtlauf mit Stirnlampe zu verzichten.
Zum Event selbst: die Teilnahme hatten wir letztes Jahr gewonnen, und die tolle Organisation, die schöne Stimmung und das extrem gut gefüllte Startersackerl zusammen mit Frauchens Bergleidenschaft hatten uns gleich zur Anmeldung für dieses Jahr bewogen. Auch wenn die Location von Neukirchen nach Zell am See wechselte. Die Geschenke konnten sich wieder sehen lassen - vom Funktionsshirt über zwei Handtücher, Stirnband, Knabbereien, Waschmittel, Gels war alles dabei.
Vor allem dann auch knackige Läufe. Samstag die Challenge sollte über 15 km gehen, letzendlich stand dann im Streckenplan 16,8 km. Rund um den Zeller See. Das Wetter: tiefhängende Wolken, ca. 13 Grad. Frauchen bibberte schon beim Rausgucken, trat dann aber doch "kurz" an. Kurzes Streckenbriefing, dann gingen 107 Damen auf die Strecke.
Herrchen und ich feuerten nochmal kurz an, dann ging es ans Warten ... Enten zählen am See, langweilen ... Frauchen war ja gleich mal wieder Letzte. Kannte ich schon vom Moritzberglauf, hoffte doch aber sehr auf Verbesserung. Zuerst ging es eben am See entlang, leider auch sehr viel Gehsteig, an gut befahrener Straße entlang - also viele Auspuffgase. Da hatte Frauchen dann immerhin schon eine Dame überholt. Und haderte mit der Strecke, so von wegen "ja wo ist denn hier ein Traillauf"? Ähem, wenn sie gewusst hätte ... Bei km 5 ging es über die Straße und den Berg hoch. Irgendwie so rampenähnlich, obwohl es ein netter Steig war, meinte Frauchen. Kurz flach, an ein paar Eseln vorbei, und dann immer weiter hinauf. O.k., weitere 4 Damen geschnappt, obwohl "nur" schnell gegangen. Erst kurz wieder flach, und dann kam der Hammer: ein schmaler Pfad schräg über eine Wiese (nass, rutschig) bergab, dann steilstens im Wald runter. Nur ein Gedanke "hoffentlich fliege ich nicht hin". Manchmal standen seitlich am Pfad verängstigte Wanderer, die nur den Kopf schüttelten über so viel Rennerei. Heil unten angekommen ... ging es gleich wieder hoch, wieder austretetener Wiesenpfad, nochmal 2 überholt. Und wieder runter ... da merkte Frauchen schon, die Oberschenkel hatten die doch 7 Wochen lange Verletzungs- und nur-wieder-flach-anfangen-Pause gar nicht gut vertragen. Bei km 10 kam man wieder an den See und Frauchen lief recht unrund Richtung Zell und Ziel. Wobei sie ja vom Streckenplan her wusste: es geht nochmal hoch. Und von hinten hörte sie eine Läuferin immer näher und näher kommen ... ganz schön ätzend, wenn man selbst nicht mehr zulegen kann.
Da war das Schild "nur noch 2 km" ... und ein Streckenposten, der einen rechts ab schickte. Weg von der flachen Seepromenade, erst Stufen runter, durch eine Unterführung, dann Treppen hoch, und dann wieder so eine Rampe aus Asphalt hoch. Aua. Aber immerhin hat Frauchen da ihre Verfolgerin gut abgehängt und ihr, die bis dahin komplett aufgelaufen war, bis ins Ziel noch 1:30 Minute abgenommen. Frauchen ist ja auch so naiv und glaubte der einen Streckenbewacherin: "Letzte Steigung". Nee, war die vorletzte. Nochmal runter - aua aua aua schrieen die Oberschenkel - nochmal steil hoch in Serpentinen, und wieder runter. Da hörte sie schon die 12 Uhr-Sirenen und wusste: sie braucht mehr als 2 Stunden. Endlich: die Seepromenade. Und weiter unrund ins Ziel gelaufen - mit 2:06:21 für 16,8 km, knapp 500 Höhenmeter (die sich auf nur 7 dieser 16,8 km abspielten) und noch vor 2 Wochen kaum laufen könnend war ich sehr zufrieden. Platzierung: 74. von 107 Gestarteten, 92 ins Ziel gekommen, 14. in ihrer Altersklasse.




Nachmittags haben Frauchen und Herrchen dann noch einen Ausflug zu den Kapruner Stauseen gemacht. Mir war es zu kalt und zu wolkig, ich habe Fozzie mitgeschickt. Und mich im Zimmer auf den sehr schön weichen Hirsch-Kissen ausgeruht.



Sonntag hat es geregnet. Und bei dem sehr laut miauenden Muskelkater von Frauchens Oberschenkeln war an den Bergsprint (sollten ja "nur" 1.260 Höhenmeter auf 10 km sein) nicht zu denken. Schade, da freut man sich lange Monate darauf und dann macht einem die erzwungene Verletzungspause einen Strich durch die Rechnung. Aber Hauptsache, Frauchen kann wieder schmerzfrei laufen! Zuhause haben wir dann übrigens einen Newsletter vorgefunden mit Tipps "fürs richtige Bergablaufen". Nächstes Mal dann ...
Ansonsten ist der Viking Womens Trail ein sehr schöner Event, aber Kondition sollte man schon mitbringen. Und bloß nicht mit der Womens Run-Serie verwechseln! Ich bin übrigens bei beiden gern "Bär im Korb".
Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 13. September 2015

Sonne, Lenggries ... die Wade hält

Hallo Leute,

was für ein Unterschied zu letztem Wochenende: da waren es 7 bzw. 6 Grad und ergiebiger Regen, in höheren Lagen Schnee, als wir in der Ecke Lenggries / Sylvenstein / Achensee waren. Dieses Wochenende dagegen: 27 Grad, strahlender Sonnenschein. Dann sind die Berge einfach nur traumhaft ... Nur Frauchen war mal wieder angesäuert - auf Basis der Erfahrung des letzten Wochenendes hatte sie für 2 Tage einen Koffer dabei, in dem 3 Garnituren Laufklamotten (für kaltes, warmes, nasses, trockenes, windiges Wetter) sowie 2 Garnituren Wanderklamotten (dito) waren. Fast alles kam ungetragen wieder mit zurück.
Freitag war ich erst mit im Büro - wir sind von da aus weitergefahren und Frauchen wollte mich nicht im Parkhaus lassen. Erst war mir recht langweilig (so ein Bürojob wäre nichts für mich), aber dann ließ ich mich von der Geschäftsführungsassistentin kraulen, habe bei einem Meeting unqualifizierte Beiträge abgegeben und überhaupt nach besten Kräften den Betrieb aufgehalten ... so konnten wir schon um 13 Uhr Richtung Berge aufbrechen. Noch schnell Oma eingesammelt (Herrchen wollte nicht wieder mit, er ist nicht so ein Bergfan), ordentlich die Staus rund um München mitgemacht und um 17 Uhr dann nach einem kleinen Gewitter noch schnell zur Wiesen- und Hügel-Hausrunde gestartet. Die Wade hielt. Frauchen kam sich zwar sehr langsam vor; ich als ihr Coach habe jedoch alle Aufzeichnungen und schnell festgestellt, dass sie 1 Minute (auf 40) schneller war als Anfang Juli.
Gestern hat Frauchen mich in der Pension gelassen und war mit Oma am Achensee wandern. Und schlichtweg alles machen, was man vor einem ernstgenommenen Wettkampf nicht tun soll: 5 Stunden Wanderung über Stock und Stein, mit ordentlich Höhenmetern. Einen Kaiserschmarrn gegessen. Empörung meinerseits! Naja, dafür habe ich mich an den zwei Stücken Apfel-Streuselkuchen schadlos gehalten, die mir die nette Pensionswirtin wieder aufs Zimmer gestellt hat.
Abends noch die Startunterlagen abgeholt. Der Isar-Lauf fand heuer zum 9. Mal statt. Die Strecke führt von Bad Tölz einfach entlang der Isar nach Lenggries und auf der anderen Seite wieder zurück (Halbmarathon), bzw. Wendepunkt noch hinter Wegscheid (30 km), für die 10 km ist Start in Lenggries und einfach der Nase nach nach Bad Tölz. Da wir ja eigentlich letzte Woche den Achenseelauf gehabt hätten, hat sich Frauchen nur für die 10 km angemeldet. Die Strecke kennt sie im Schlaf - eine ihrer Trainingsstrecken für lange Läufe in der Gegend. Die Anmeldegebühr mit über 40 Euro (20 Euro Startgebühr, 19 Euro Finishershirt, Vorverkaufsgebühr) ist ehrlich gesagt saftig. Dafür gab es zwar ordentlich Streckenkennzeichnung und Verpflegung, aber sonst nichts. Kein gut gefülltes Startersackerl, wie in Tirol. Nur im Ziel dann noch eine Medaille. Also face value eher negativ. (Ihr seht, ich habe bei Frauchen im Büro aufgepasst und doch ein paar Fachausdrücke aufgeschnappt!)
Heute morgen sollte Start 10:30 bzw. 10:35 Uhr (je nachdem, welche Infosite man las) sein. Wir waren 10:15 Uhr da. Angemeldet ca. 150 Leute (168 waren es laut Ergebnisliste) für den 10er. Ein Startbogen stand da. Zwei Dixie-Klos. Und das wars. Um 10:34 Uhr kam dann ein Kombi mit zwei Herren, die das Veranstaltershirt trugen. Der eine brabbelte - leider unverständlich - ins Megaphon, dann kündigte er den Startschuss an, dann zählte er runter, und krümmte den Finger am Abzug. Nur leider wollte die Pistole nicht so recht. Also alle Mann so losgelaufen. Musste mir allerdings Frauchen erzählen, denn ich wurde zu meiner großen Empörung im Auto gelassen! Und auch als Oma dann mit dem Auto nach Bad Tölz gefahren war, hat sie mich nicht mitgenommen zum Zieleinlauf!!!! Frauchen hat nur erzählt, dass sie anfangs ganz verhalten anging (den ersten km in 6:50), um dann langsam etwas zuzulegen. Insgesamt war sie nach 1:05:25 im Ziel (laut Liste, leider Bruttozeitmessung, noch 11 Sekunden länger). Damit war sie 143. von 168 Startern, 9. in ihrer Altersklasse und 56. von 68 Frauen. Aber was viel wichtiger war: die Wade hat gehalten und sie konnte sogar einen Schlußspurt hinlegen!
Fotos der Strecke gab es leider nicht, da unser Hausfotograf (Herrchen) nicht dabei war. Aber ich habe Euch mal ein paar aus früheren Gelegenheiten zusammengestellt:



So, und nun geht es Freitag weiter mit drei Bergläufen, dem Viking´s Women Trail in Zell am See. Wir freuen uns darauf. Schöne Woche, bis bald
Euer Iwan