Sonntag, 2. August 2026

Unruhiger Geburtstagsmonat

 Hallo Leute,

ich melde mich heute ganz kurz, um zu sagen: ja, es gibt mich noch (Frauchen auch). Aber wir haben so viel um die Ohren, dass wir kaum zum Luftholen kommen. Daher erst demnächst wieder mehr Berichte.

Aus dem ganzen Stress habgen wir nur eines gelernt: Laufen hilft. Stressabbau. Abschalten. Kleine Auszeit. Danach quillt das Mailpostfach, der WhatsApp-Eingang und die Rückrufliste wieder über. Aber während des Laufs. Ruhe. Allein mit der Natur.

In dem Sinne: 

bis bald, Euer Iwan 

 

Dienstag, 30. Juni 2026

Gedünstet im eigenen Saft: Lenggries 2026

Hallo Leute,

wenn ich nicht schon einen blauen Anzug tragen würde, wäre ich nach dem diesjährigen Lenggries-Urlaub "Iwan blau gedünstet".  Pünktlich zum Beginn der Hitzewelle reisten wir an. Und pünktlich zum Ende fuhren wir wieder heim. 

Dazwischen war es angenehm warm. Wenn man tropische Hitze mag ... Frauchen ist leider nicht mehr so hitzeresistent wie früher. Und wenn sie beim Morgenlauf schon gefühlte 30 Grad im Schatten hatte (bei wenig Schatten), dann war es halt leider nix mit den geplanten langen Läufen. Einmal 90 min. sonst max 1 Stunde. Und meist die gleiche Strecke zwischen Lenggries und Arzbach, einmal linksrum, einmal rechtsrum - da gab es wenigstens den meisten Schatten.

Als pflichtbewusster Coach, der auf sein Laufmaterial achtet, habe ich daher umdisponiert und sie Berge hochwandern lassen. Und wieder runter. Ordentlich Höhenmeter schrubben, das stärkt auch Knie und Oberschenkel. Und wie ich mit großem Entzücken feststellen konnte, schafft sei immer noch / schon wieder die 700 Höhenmeter hinter unserer Pension auf die Hochalm hoch in 67 min. Hier der Blick von oben runter, eines der Häuser ist unsere Pension. Und wenn die Kamera besser wäre, könntet Ihr mich sogar auf dem Balkon entdecken! 

Weitere Touren waren: Tölzer Hütte / Scharfreiter:

 





Hier zwei Gemsensuchbilder:  


Höhenweg vom Brauneck zur Jachenau:

 



und der Klassiker, der Steig am Achensee, hin und retour.

 



 Herrchen verlustierte sich meist an und in der Isar. Ihm war es zu warm. Und ich armer Bär habe auf viele Leckereien gehofft, wurde aber schmerzlich entttäuscht. Kein einziges Mal Kässpatzn. Kein einziges Mal Spinatknödel. Genau 1 Stück Kuchen, das ich mir sogar mit meinem Kumpel Trello teilen musste!  

Und nur einmal Kaiserschmarrn, von dem ich nichts abbekam. Frauchen meinte, er wäre recht wohlschmeckend gewesen, hätte aber wie Beton im Magen gelegen. Naiv wie sie ist hat sie keinerlei Zusammenhang mit 38 Grad (im Schatten, den es selten gab) und Rückwanderung von 1 Stunde gesehen.

Positiv also: Knie hielt. Berg hoch, Berg runter. Kondition wurde leider nicht ausgebaut, muss jetzt hier erfolgen. Und das Wetter war 10 Tage Sonne, abends bis 22 Uhr auf dem Balkon chillen, nie eine Jacke mitnehmen müssen (auf Bergtouren natürlich für Notfälle dabei, aber sonst nicht) ....

Tja, und nun steht mit dem Juli der Geburtstagsmonat an. Für Herrchen, für Frauchen, für mich ...

Bis dahin

Euer Iwan 

 

Montag, 1. Juni 2026

Achensee: von winterlich bis sommerlich in 7 Tagen

Hallo Leute,

wir waren mal wieder am Achensee in Tirol. Traditionell im Mai fahren Frauchen, Oma, mein Kumpel Trello und ich - Herrchen passt derweil auf die Möbel auf. 

Oma wird inzwischen bald 89 Jahre, hat 3 Oberschenkelhalsbrüche und 1 Lendenwirbelbruch hinter sich. Die ersteren 3 hatte sie gut weggesteckt, der letzte brachte ihr dann das "Draußen-sicher-gehen-nur-noch-mit-Rollator" ein. Steinbocksichtungen inklusive, seht Ihr sie?


 Ansonsten kann ich nur sagen, ich bin ja schon viel gewöhnt am Achensee. Und das Wetter versucht es jedes Mal noch zu toppen. Ich sage nur "Eisheilige". Das Auto und die jeweiligen Koffer waren voll - von Winterklamotten über Übergang bis Sommer alles dabei. Gut, dass ich nur Pelz und meinen Jogginganzug brauche!

Am Ankunftstag Regen. Der knapp oberhalb des Ortes in Schnee überging. Also hieß es für Frauchen "ab aufs Laufband". Schließlich muss ich ihr ja guten Gewissens die schmackhaften Kalorien dort gestatten können! Hüstel, mein Anzug sitzt nach dem Urlaub auch immer etwas spack. Es gab zwar nur einmal Kaiserschmarrn, aber dafür mehrfach Kässpatzn und auch Kuchen. Nun ja. 

Ihr seht die missmutigen Gesichter von Trello und mir, Tag 2? Achtet mal auf den Berg im Hintergrund (Feilkopf, 600 sehr steile Höhenmeter). Ihr seht den Schnee?

Am letzten Tag wanderte Frauchen dann schweißtreibend dort hoch. Das Wetter war inzwischen von den ersten Tagen mit Anorak und Handschuhen zu Shirt übergegangen ...

Nun schaut, wie es dort aussieht, wenn der Schnee weg ist:




Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse, die Damen sind jeden Tag (bis auf einen komplett verregneten) gewandert und Frauchen dann noch gelaufen. Knie hält, mein zurückhaltendes Aufbautraining wirkt also.

Oma plant übrigens schon, wo sie nächstes Jahr hin wandern will - Ziele muss der Mensch haben!

Bis bald, Euer Iwan 

Montag, 4. Mai 2026

Innsbruck zum IATF, aber ohne uns

Hallo Leute,

letztes Jahr verhinderte mangelndes Training den Start beim Innsbruck Trail Festival. Also habe ich Frauchen im Oktober gleich für dieses Jahr angemeldet, wieder die 27-km-Distanz (euphemistisch "Halbmarathon" genannt). Und weil wir ganz sicher fahren wollten, und ganz sicher nicht nochmal so ein Pech haben würden, hat Frauchen das Hotel ohne Stornomöglichkeit gebucht. 

Tja. Böser Fehler. Erst kam irgendso ein komischer Infekt. Trainingsrückstand zu Jahresbeginn. Also habe ich als vernünftiger Laufcoach (ja, bin ich wirklich, die Unvernünftige bei uns ist Frauchen, ganz ehrlich ...) umgemeldet auf den Rookie Run (17 km, leider sehr despektierlicher Name, denn Frauchen durfte diese Strecke auch schon zweimal "genießen").  Kosten 30 Euro. Zusätzlich zu den schon recht heftigen Startgebühren (habe ich verdrängt, ich glaube, es waren 49 Euro bei Anmeldestart) und den 15 Euro fürs Bus-Shuttle zum Start. Und das sehr schöne Laufshirt aus der "Austrian Wildlife"-Serie kostet inzwischen auch schon 35 Euro ... ja, natürlich kann man mit Recht fragen, warum man so dämlich sein muss und das auch noch kauft. Aber - ich sage nur: Bärenmotiv!

Ende Januar wieder mit dem Lauftraining gestartet. Und übertrieben. Bekanntlich ja dann der Meniskusschaden. Wieder 6 Wochen aussetzen. Um dann ganz langsam wieder ins Training (flach! langsam! keine Unebenheiten!) einzusteigen.  Ja, wir haben unsere Lektion gelernt.

Nur, was war mit Innsbruck? Alles in den Wind schießen?  Dafür war es dann doch zu teuer. So sind wir halt Freitag nach Innsbruck gestartet. Und hatten ein eigentlich wunderbares Hochsommer-Wochenende Anfang Mai.

Keine Wolke am Himmel. Temperaturen bis knapp 30 Grad. Lecker Kaiserschmarrn, Spinatknödel, Schlutzkrapfen. 


Der einzige Wermutstropfen: die ganzen Läufer zu sehen, mit Kontrollbändchen am Handgelenkt, mit Startnummer, später am Samstag dann mit Medaille, oben an der Hungerburg beim Durchlaufen ... das war schon hart. 

Langer Spaziergang am Freitag. Am Samstag entschied sich Frauchen, morgens laufen zu gehen. Und zwar vom Innenstadt-Hotel quer rüber zur Innbrücke, dann links Richtung Flughafen / Kranebitten. Auf meinem Plan für sie standen 11, maximal 12 km. Der ausgeschilderte "Promenadenweg" sollte 10,2 km haben. Ginge sich also aus, meinte Frauchen. Nur dass sie je 1,5 km zum Startpunkt und zurück hätte, hat sie irgendwie vergessen zu erwähnen. Plus man musste ja unbedingt nochmal einen Steg hochlaufen, und diese Wendung da auch noch mitnehmen ... lange Rede, kurzer Sinn: traumhafte 13,88 km bis Kranebitten und zurück, alles blühte rundum, tolle Aussichten auf alle Berge rundherum, und (leider) beim Wendepunkt auch direkt auf die IATF-Verpflegungstelle in Kranebitten. 

Mittags dann mit der Nordkettenbahn hoch zur Hungerburg, und von dort aus mit Herrchen erst zur Arzler Alm, dann zur Umbrüggler Alm gewandert. Menschenmassen unterwegs, viele Mountainbiker, und ganz viele Läufer mit so komischen Startnummern vornnedran - sah fast aus, als ob da ein Rennen stattfände, hehehe. Frauchen schluckte ein paar Mal, feuerte dann aber eifrig an. Und wir überlegen schon fürs nächste Jahr ... irgendwie juckt es sie doch noch. Trotz der hohen Preise bim IATF.

Die gute Nachricht: das Knie hielt. Also weiter mit dem Aufbauprogramm, wir wollen ja auch mal wieder auf die Trails und hoch/runter.

Wir wären gern noch ein paar Tage geblieben, bei dem Wetter und dieser Speisung sowieso, aber die Arbeit hat Frauchen gerufen. Für Sportler ist Innsbruck aber auf jeden Fall eine Reise wert!

Bis bald, Euer Iwan 


Dienstag, 14. April 2026

Danke, Klärchen, für viele Jahre Freude

 Hallo Leute,

heute oute ich mal Frauchen: sie war Klärchens Tipperin. Wer Klärchen ist? Laut Frauchen der freundlichste, neugierigste, tapferste kleine Hund der Welt. Bürohund, Agenturhund, Familienmitglied, Freudebringer, Cleanup Dog. Ich hatte die Ehre, sie vor ein paar Jahren mal interviewen zu dürfen. Nun musste sie leider und sehr überraschend über die Regenbogenbrücke gehen.

Frauchen kannte Klärchen schon seit ihrer Welpenzeit. Denn schon damals kam sie mit ins Büro oder zu Terminen. Klärchen war auch oft tageweise bei uns, bei Frauchen dann im Home Office (aka "Zweitbüro" für Klärchen) oder mal am Wochenende, wenn sie nicht alleine zuhause bleiben konnte. Ihr Bluesky-Account quillt nun über vor Trauerbekundungen - das hat sie auch verdient. Denn sie brachte Freude und Spaß, wo immer sie war. Hier ein paar Episoden, ich übergebe mal an Frauchen.

Das hier schreibe (tippe) ich unter Tränen. Als ich das erste Mal hörte, dass der Chef unserer Marketingagentur und seine Frau sich einen Hund zulegen wollten, war ich als Hundefreund begeistert. Ich bin schon mit vielen Hunden Gassi gegangen, ein eigener Hund war aus verschiedensten Gründen nie möglich. Aber eine französische Bulldogge? Ein "Sofakissen" mit Fell? Mann, da hatte ich mich aber gewaltig getäuscht!

Denn da kam ein quirliger Welpe an. Der sich mit dem ganzen Körper freute (was sie übrigens bis zuletzt immer wieder zeigte, egal ob Freunden, Postboten, Handwerkern, Agenturkunden ... das ganze Klärchen wedelte, wackelte, quirlte sozusagen). 

Wir hatten eine Besprechung mit einem externen Berater. Der äußerst unsymphatisch war, und dessen Vorschläge uns Eingeladenen extrem missfielen. Bis auf den Entscheider, der war begeistert. Wir anderen alle wollten das Projekt kippen. Klärchen tat ihr Bestes: sie saß in ihrem Körbchen an einer Wand im Besprechungszimmer, welpensüß, alle waren abgelenkt und schauten zum Ingrimm des Externen eher auf sie als auf seine Präsentation. Und dann legte sie richtig los: ein Quietsche-Spielzeug wurde malträtiert. "Quiek Quiek Quiiiiiiek" ging es die ganze Zeit. Wir freuten uns, denn der Berater kam immer mehr aus dem Konzept, schoss irritierte Blicke, verhaspelte sich, und irgendwann sagte dann der Entscheider: nein, so hat das keinen Sinn. Machen wir nicht. Yes, Danke, Klärchen!

Das mit dem besonders enervierenden Quieki machte sie übrigens sehr gern bei ihr unsymphatischen Menschen, so hat sie einmal einen Kollegen, der Hunde nicht mochte, im Büro ausdauernd damit malträtiert. Als ob sie es gezielt gemacht hätte ...


 Ein paar Monate später war sie mit auf einem Außentermin. Grundstücksbesichtigung für ein größeres Bauprojekt. Verwildertes Grundstück. Klärchen ohne Leine zog ihre Kreise. Kam irgendwann "wohlduftend" zurück – sie hatte anscheinend ein verrottendes Tier gefunden und sich darin gewälzt. Die Heimfahrt im Auto mit dem einparfümierten Klärchen ("Eau de Würg") zog sich. Nasenklammern wären sehr willkommen gewesen.

Als ich in der Agentur anfing, war sie gut 1,5 Jahre alt. Ich bin jeden Mittag mit ihr raus, das bekam ihr und mir gut. Nur manchmal wurde es peinlich: ich hatte den neugierigsten Hund der Welt an der Leine, gleichzeitig einen vollkommen hemmungslosen. Offene Gartentür? Nichts wie rein. Offene Haustür am Trottoir - gucken wir doch mal, was hinter der Tür ist. Offener Kofferraum? Stellen wir uns doch mal penetrant dahinter und starren, was dort drin liegt ... 

Klärchen hatte ja die Welpenschule besucht. Und war auf Sichtkommandos trainiert. Das hieß: Vor einer Straßenüberquerung am Bordsteinrand sitzen. Warten, bis der Fingerzeig zur Straßenüberquerung kommt. Dann erst los. Ihr Herrchen meinte, sie kriegt Leckerli nach Sitz als Belohnung. Fand ich unlogisch. Sie sollte ja das Sitz mit dem Überqueren verbinden. Also gab ich Klärchen danach ihr Leckerli. Resultat: Rüffel für mich, weil Klärchen ihr Herrchen nach dem Sitz und kein Auto gesehen mit Kängurusprüngen über die Straße zerrte, als er gerade nach dem Leckerli kramte!  

Apropos Leckerli. Einmal, als Klärchen wieder den ganzen Tag bei uns war, konnte ich nicht zur gewünschten Zeit Gassi gehen. Also meinen Mann mit Klärchen rausgeschickt und instruiert, dass sie immer bei Straßenüberquerungen Sitz machen soll und dafür ein Leckerli kriegt. Ich vergaß den Zusatz "nicht immer". Als beide zurückkamen, sah Klärchen sehr mit sich zufrieden aus. Mein Mann wollte von mir wissen, ob der Hund immer so kreuz und quer über die Straße rennen wolle? Und der Leckerli-Beutel war leer. Klärchen hatte schnell spitzgekriegt, dass er ihr immer ein Leckerli gab - und zog ihn dementsprechend alle 10 Meter auf die andere Straßenseite ...

Auch die Kunden der Agentur liebten Klärchen (jedenfalls die meisten). Einmal war ihre Anwesenheit explizit bei einem Geschäftstermin in Frankfurt gewünscht. Als wir ankamen, war die Begeisterung groß. Und Klärchen sehr aufgeregt, begrüßte alle voll Begeisterung, erntete ganz viel Entzückungslaute. Und stürzte sich gleich auf die ihr entgegen gehaltenen Leckerli. Bevor wir reagieren konnten ... denn sie sollte sich lieber erstmal beruhigen nach Autofahrt und Begrüßung. Es kam, wie es kommen musste: Klärchen kotzte gleich mal auf den Teppichboden im edlen Büro. Was ihr glücklicherweise keiner übel nahm. 

Im Winter vor 2 Jahren fing es mit ihren Augen an. Ein Gendefekt, kein Ergebnis dieser Bully-/Mops-Qualzuchten. Wobei Klärchen explizit nicht aus einer solchen Zucht kam, sie hatte eine etwas längere Schnauze und einen kleinen Schwanz. Jedenfalls, der Augendruck war so erhöht, dass sie erst auf dem einen Auge blind wurde und es wohl ziemliche Kopfschmerzen verursachte. Also das Auge entfernen lassen - das andere sollte nicht betroffen sein. Für Hunde ist Einäugigkeit kein Problem. Nur dass das andere Auge dann auch betroffen war. Seit 2 Jahren hatte Klärchen also keine Augen mehr. Und kam tapfer damit zurecht. Statt Sicht- gab es nun Akustik-Signale. Sie verstand sehr schnell "Stopp", "Achtung" und ich hatte sie sogar auf "links" und "rechts" geeicht. Manche Sachen gingen nicht mehr: so wollte sie z.B. nicht mehr auf meinem Schoß während der Bürozeit liegen und schlafen, das hatte sie früher gern gemacht. Wahrscheinlich war ihr das zu schaukelnd. Aber beim Sessel war sie sofort da! So haben wir viele Stunden, ich lesend oder TV guckend, sie schlafend, verbracht. 

Draußen beim Spazierengehen war sie nun vorsichtiger, aber wenn sie Spaß hatte, ging es flott dahin. In der Wohnung navigierte sie sicher durch die Flure, um das Sofa herum, in die Küche usw. Ein tapferer kleiner Bully. Allein bleiben konnte sie seit dem Verlust ihrer Augen nicht mehr, daher war sie dann noch öfter als früher bei uns. 

Für Ende Mai war eine ganz Woche bei uns eingeplant. Dazu kam es nun nicht mehr. Sie wird nicht nur mir und ihren Menschen sehr fehlen. Sondern auch ihren Followern erst auf Twitter, dann auf Bluesky. Die Reaktionen zeigen, wie sehr Klärchen allen ans Herz gewachsen ist, wie viel Freude sie ins Leben gebracht hat. Ich hoffe, Klärchen kann sich jetzt unbeschwert auf der grünen Wiese im Hundehimmel wälzen.

So, Frauchen, das reicht jetzt. Hör bitte auf zu weinen, sondern freue Dich lieber über die vielen Jahren, die Du Spaß und Freude an Klärchen hattest. Auch als ihre Tipperin, sich jede Woche ein Rätsel ausdenken, sich in einen Hund bzw. einen Bürohund hineindenken ... nun kannst Du Dich voll und ganz auf meinen Bluesky-Account konzentrieren. 

Und ich mich darauf, Frauchen wieder fit für die Trails zu kriegen! Erste kurze Läufe gehen schon wieder.

Bis bald Euer Iwan
 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

Mittwoch, 25. März 2026

Tegernsee - ohne Laufschuhe

Hallo Leute,

Frauchen ist einfach nur peinlich! Und als ich ihr das an den Kopf warf, hat sie sich doch glatt geweigert, für mich zeitnah meinen Bericht vom Wochenendtrip an den Tegernsee zu schreiben ... ohne Worte.

Ihr wisst ja: sie hat Knie. Genauer gesagt, hat ihr linkes Knie einen Meniskus. Und der hat Einrisse. Also die ganze Zeit kein Laufen, sondern viele Kräftigungsübungen, Beweglichkeitsübungen und halt eben das erste Mal seit über 20 Jahren ohne Laufsachen in die Berge gefahren.

Freitags war das Wetter noch toll:

 




Das nutzen natürlich auch viele Läufer, die in kurz / kurz unterwegs waren, Mitte März. Und dann wurde es sooooo peinlich. Frauchen seufzte eigentlich jedem Läufer, jeder Läuferin hinterher. Guckte neidisch. Und das so "un"auffällig, dass einige doch sehr verwundert auf Frauchen guckten. Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken! Es gibt doch echt Schlimmeres auf der Welt.

Außerdem habe ich Frauchen erst einen Vortrag gehalten, dass sie ja mit über 20 Jahren Laufen ohne ernsthafte Verletzung sehr gut weggekommen ist. Danach habe ich sie ein ziemlich großes Brezn-Schnitzel verspeisen lassen, das hob die Laune doch etwas:

 

Samstag schlug das Wetter dann um, Sonntag früh lag eine dünne Schneeschicht. Da fiel es uns nicht so schwer, die Berge wieder zu verlassen. Aber wir kommen wieder – und dann hoffentlich auch wieder mit den Laufsachen!

P.S. Erwähnte ich übrigens, dass wir auf dem Wochenmarkt von Gmund einen Stand aufgetan haben, der sagenhaft selbst zubereitete Spinatknödel für daheim anbietet? Jetzt fahren immer ein paar Packungen mit nach Hause ....

Bis bald Euer Iwan 

 

  

Montag, 9. März 2026

Guter Service, schlechter Service

 Hallo Leute,

meine Menschen hatten am Wochenende zwei sehr gegensätzliche Erlebnisse in der Gastronomie. 

1. Abendessen in gehobenem Steakhaus

Als nachgeholtes Valentinstags-Dinner lud Herrchen Frauchen ein. Und da sie mal wieder ein richtig gutes Steak essen wollte, ging es ins Steakhaus Sanders (keine Kette, inhabergeführt) hier in Nürnbergs Norden.

  • erster Versuch einer Tischreservierung zwei Tage vor dem Wunschtermin brachte schallendes Gelächter (gefühlt)
  • für eine Woche später sei Freitag was frei, entweder "Schicht 17:30 Uhr bis 19 Uhr" oder "Schicht 19:30 Uhr bis 21 Uhr". Um 18 Uhr kommen - schallendes Gelächter (gefühlt)
  • um 17:30 Uhr dagewesen, ganz netter Tisch
  • Kellner kam, um Bestellung aufzunehmen. Guckte nach Frage "Was möchten Sie?" dann angestrengt hinter sich. Drehte sich wieder zu Frauchen, fragte "Was war das?" - das gleiche Spiel wiederholte sich bei Herrchen. 
  • Kellner brachte die Getränke - öffnete Wasserflasche für Frauchen, goß ein, stellte Herrchen sein Bier hin, räumte im Umdrehen Frauchens Wasserflasche ab.
  • Frauchen nass, Stuhl nass, Boden nass. Ca. 1/3 der Wasserflasche leer (und Frauchen hatte bei diesen gesalzenen Preisen schon eine kleinere Flasche als sie normal trinkt genommen).
  • Kommentar des Kellners: "Entschuldigung. Gut, dass es kein Rotwein war. Denn der gäbe Flecken." Drückte Frauchen eine Serviette zum sich Trocknen in die Hand, und wischte Boden auf. Und erzählte dabei von einem anderen Kunden, der schuld war, dass der Kellner ein anderes Mal Getränke verschüttet hatte. 
    Das war es dann. Kein neues Wasser. Keine weitere Entschuldigung - Frauchen saß ja immerhin mit nassem Hosenbein da. Kein "darf ich Ihnen für die Unannehmlichkeiten ein xyz anbieten?"
  • Das Essen kam zügig, war geschmacklich und von der Zubereitung bei Frauchen einwandfrei. Herrn hatte sein Steak "medium well" bestellt, es war innen noch teils roh. Das teilte er dem Kellner mit, als dieser fragte "Alles in Ordnung?" Besser gesagt, wollte er es mitteilen, der Kellner drehte sich aber noch während der Frage bereits ab. Herrchen rief es also hinterher. Kellner kam dann nochmal, meinte als erste Reaktion "das haben Sie so bestellt!". Nein, habe er nicht. Kellner guckte nach. Stellte fest, dass er es falsch aufgeschrieben hatte. Knäulte ein "Sorry" heraus. Dabei blieb es.
  • Fazit: für die gehobenen, um nicht zu sagen gesalzenen Preise erwartet man einen anderen Service!

 2. Mittagessen bei McDonalds

Am Sonntag trabten meine Menschen dann nach dem Wahlgang bei McDonalds vorbei. Bestellung am Terminal, mit Bringen an den Tisch.

  • Auf jedem Tisch in dem wie üblich eingerichteten "Restaurant" stand eine Vase mit zwei Tulpen.
  • Das Tablett mit Burgern usw kam, wurde hingestellt.
  • Kurze Zeit später kam die Bedienung und fragte "alles o.k."?
  • Nochmal 1 min später kam er wieder, und überreichte "eine Tulpe für die Dame, weil heute Frauentag ist" und ein geschenktes Sondereditions-Trinkglas.
  • Fazit: auch ein Schnellrestaurant kann positiv überraschen! 

Dreimal könnt Ihr raten, welches Steakhaus in Zukunft meine Menschen und vor allem deren Geld nicht mehr sieht! 

Die eigentlich Unverschämtheit ist ja, dass die Menschen mich zu beiden Mahlzeiten nicht mitgenommen haben, finde ich. Wobei, wenn der Kellner mir das Wasser drübergeschüttet hätte, hätte das böse für mich ausgehen können ....

Bis bald, Euer Iwan 

Freitag, 20. Februar 2026

Das Knie machte einen Strich durch die Mallorca-Rechnung

 Hallo Leute,

eigentlich sollten wir heute in zwei Tagen schon auf meiner Lieblingsinsel gelandet und mit dem Mietwagen kurz vor Port d´Alcudia sein. Der jährliche Frühlings-Lauf-und-Wander-Auftakt für Frauchen war schon lange gebucht, ich wäre dieses Jahr wieder mitgeflogen. Die letzten zwei Jahre hatte ich ja meinem Assistenz Coach 2. Klasse, Fozzie, den Vortritt  gelassen.

Frauchen sagt immer, das sei der erholsamste Urlaub des Jahres. Nur wandern, laufen, lesen, essen, schlafen. Allein, ohne Begleitung, also auch keine Gespräche während der Wanderungen, sie kann die Gedanken schweifen lassen, machen, was sie will, wann sie will ... o.k. es sei denn, mein bäriger Trainingsplan sieht was anderes vor.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: nix Mallorca. Nix im Flieger sitzen. Frauchen hat Meniskus. 

Irgendjemand sagte mal, ein ehemaliger Brustschwimmer (Leistung, nicht paddeln ...) ohne angeschlagene Menisken sei so selten wie ein Einhorn. Tja, Frauchen hatte Brust als Hauptlage. Also schon seit über drei Jahrzehnten gezieltes Knie- und Oberschenkelmuskeltraining, um die Menisken zu entlasten. Vor allem beim Bergabwandern oder -laufen merkt sie sie dann doch ab und zu mal. Bis direkt nach dem Parkrun das linke Knie sehr stach. Sie dachte "ach das Übliche, gibt sich wieder". 

Nein, gab sich nicht. Wurde im Lauf der Woche schlimmer. Bis sie letztes Wochenende das Gefühl hatte, ihr sticht jemand mit dem Messer ins Knie beim Gehen. Wunderheilung innerhalb einer Woche realistisch gesehen ausgeschlossen. Wenn schon kein gehen, in die Knie gehen oder Treppen steigen möglich war, wie sollte dann bitte schön Wandern oder Laufen gehen. Also Mallorca storniert. Ich  hatte ja erst noch den Vorschlag, ich könnte allein hinfliegen, aber mein Pflichtgefühl siegte, hüstel.

Frauchen hat dann diese Woche statt Fastnacht zu feiern das volle Programm mit Röntgen, Ultraschall, MRT absolviert. Und dabei das Kunststück fertiggebracht, im MRT einzuschlafen!

Der Orthopäde meinte als erstes "Arthrose. In dem Alter öfter." und kapierte erst nach ziemlichem Beharren, dass es eher was mit dem Meniskus sein könnte. Nach dem MRT war er dann aber schon aufgeschlossener für Läufersorgen. Also: leichte Einrisse. Erstmal schonen, bis der Schmerz komplett weg ist und wieder alle Bewegungen möglich. Physio/Krankengymnastik und wieder anfangen mit Lauftraining. Woher dieser plötzliche stechende Schmerz kam, dafür hatte er auch keine Erklärung. Außer eventuell Überreizung.

Na toll. Also nix Mallorca. Eventuell dann die Kurzstrecke beim Innsbruck Alpine, Hinfahren müssen wir auf jeden Fall, dieses Jahr gibt es ein Bärenmotiv in der tollen Wildlife-Laufshirt-Reihe!

Danke auch an die Bluesky-Läuferbubble - dadurch haben wir erfahren, wie viele schon Probleme mit dem Knie, mit Meniskus usw. hatten, welche Therapie wann half, wann OP nötig war und wie lange es danach dauerte bei trainierten Sportlern ... das alles hat Frauchen und mir sehr geholfen.  

Ich lasse Frauchen, so wie auch die ganze Zeit jetzt schon, weiter ihre Stabi- und Beweglichkeitsübungen machen, und sukzessive gehen wir dann wieder das Thema Beinmuskeltraining an. 

Und bevor ich hier zu wehleidig klinge (heul, schluchz!) - wer weiß, wofür es gut ist. Vielleicht stürzt das Flugzeug ab. Oder wir hätten mit dem Mietwagen einen Unfall. Oder oder ... Frauchens Oma sagte immer, alles hat seinen Sinn.

 Bis dahin, Euer Iwan 

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Das zweite Mal

 Hallo Leute,

2019 ist Frauchen das erste Mal bei einem Parkrun gestartet. Und fand das Konzept eigentlich sehr gut; ich wollte sie das also öfter machen lassen. Tadaahh,und nun war es soweit: tatsächlich schon der 2. Parkrun. Nach kaum 7 Jahren ... Unfassbar, wie die Zeit vergeht. 

Samstag Morgen ist halt immer Einkaufszeit. Aber nun hatte sich bärenstarker Besuch aus Bärlin, Entschuldigung, Berlin, angesagt: Manu aka Laufwelt kam mit meiner Freundin Pauline für ein Wochenende. Zum Entsetzen meines fränkischen Herrchens hat sie sich in Fürth ein Hotel gesucht. Zum Verständnis: Nürnberg und Fürth - das ist eine starke Rivalität und Frotzelei, als Nürnberger geht man nicht gern nach Fürth. ein Spruch ist: das Beste an Fürth sei die U-Bahn nach Nürnberg usw.

Egal, Samstag früh startete Frauchen mit besagter U-Bahn nach Fürth und holte Manu im Hotel ab. Dann ging es 10 min zu Fuß herunter in den Pegnitzgrund. Dort findet der Stadtpark Parkrun statt - zwei Runden in sehr schöner Natur. Das dachten sich auch die mehreren Dutzend Graugänse, die sich sehr lautstark auf dem Wiesengrund tummelten. Zuerst dachten die Damen ja, dass sie falsch seien - es war kaum ein Läufer zu sehen. Aber bis zum Start um 9 Uhr trudelten dann doch insgesamt 34 Starter ein. Und wie schon 2019 - ein Hund samt seinem Frauchen lief auch mit, 4,8 km immer mit Abstand hinter Frauchen, um dann doch auf den letzten Metern noch zu überholen. 


Wetter: um die 3 Grad, grau, zu Beginn leichter Niesel. Aber daran lag es nicht, dass ich als Coach nicht sonderlich zufrieden bin. Die Zeit! Die Zeit lässt mir die Haare zu Berge stehen: 35:20 min für 5 km. O.k. Frauchen hatte leider nochmal über 4 Wochen aussetzen müssen, hat gerade wieder 1,5 Wochen Training hinter sich - aber trotzdem! Und sie meinte, es wäre ziemlich anstrengend gewesen ... Immerhin nicht Letzte. 28. von den 34 Startern. 

Dann ging es mit Manu ins Hotel, sie holte dort meine Freundin Pauline Läufbär ab und wir beide verbrachten einen netten Nachmittag zuhause. Die Damen machten währenddessen Nürnberg unsicher - nicht die Läden, sondern viele Schritte durch die Altstadt, zur Burg und durch die Fußgängerzonen. Abends trafen wir alle uns dann noch zum Tapas Essen in Fürth (erwähnte ich schon einmal, dass ich Albondigas liebe?) und dann kam schon wieder die Zeit, Abschied zu nehmen.



 

Mal sehen, ob es wieder 7 Jahre dauert, bis Frauchen ihren dritten Parkrun absolviert? 

Bis bald, Euer Iwan 

 

Montag, 29. Dezember 2025

Rückblick auf das Jahr 2025

Hallo Leute,

dieses Jahr gab es viel Licht und viel Schatten. Mit Letzerem meine ich noch  nicht mal die Weltpolitik, da wäre wohl statt "Schatten" "Finsternis" die richtige Bezeichnung. Sondern auch privat.

Lauftechnisch haben wir ein Annus horribilis hinter uns. Zu Jahresbeginn nach 2 Monaten Laufpause ganz ordentlich wieder reingekommen. Dann wohl beim Februaraufenthalt auf Mallorca übertrieben, das Knie überstrapaziert und dann noch ein paar Wochen den Schmerz ignoriert. Also Frauchen kann jetzt bestätigen "Schmerz weglaufen ist nicht!". Laufpause. Im Frühsommer langsam wieder in Form gekommen. Die geplanten längeren Kanten (IATF und Madrisa Trail) fanden leider ohne uns statt. Dafür waren wir in Berlin, City Night, 5 sehr schnelle Kilometer für Frauchen. 

So langsam kam auch die Kondition und die Trailform wieder. Bis zum nächsten Rückschlag: beim Achenseelauf, der unser letzter sein sollte, auf einmal ein sehr enger Cut off. Also statt 23,2 km um den See lieber dieselbe Zeit für einen langen Lauf hinter ins Gramaital aufgewendet.

Dann lief das Training gut, schöne Läufe auf Mallorca, gutes Gefühl beim Altmühltrail. Um dann für uns beide unverständlich etwas langsamer zu sein als im Vorjahr. Ich erkläre es mir damit, dass in der Woche danach bei Frauchen eine fette Infektion zuschlug. Vielleicht steckte die schon in den Knochen. Jedenfalls verhinderte diese Infektion auch den Start beim Salzburg Trailrunning Festival. (Spoiler: ich habe Frauchen schon für 2026 angemeldet!).

Tja, und nachdem der Inekt ausgeheilt war, sie langsam wieder "warmgelaufen" war - da kam der nächste Infekt. Nicht lustig. So klingt das Jahr mit uns mit der zweitwenigsten Laufleistung seit Aufzeichnungsbeginn aus. Knapp 1.350 km. Ich hoffe sehr, dass es 2026 wieder besser wird.

Das einzige, was mich etwas trötstete: mein Adventskalenderinhalt. O.k., stimmt schon, eigentlich war es Frauchens, aber ich habe sie konfisziert. eine ganze Sachertorte! 


Herrchen macht sich über mich lustig und meint, ich würde mich wie Gollum aus "Herr der Ringe aufführen". Nur weil ich mal "mein Schatz" gesagt habe ..

Also, ich widme mich wieder meiner Torte, wir lesen uns im neuen Jahr wieder. Ich wünsche allen einen guten Rutsch!

Euer Iwan 

 

Mittwoch, 19. November 2025

Für einen Winterlauf anziehen ist schon selbst ein Workout

 Hallo Leute,

letzte Woche konnte Frauchen noch in kurz laufen gehen, gestern war es mollige 1 Grad. Und somit gestaltete sich das Anziehen fürs Laufen allein schon zu einem Mini-Workout: Sachen zusammensuchen, die im Sommer in den Untiefen des Schranks verschwunden waren. Und dann alles anziehen. Ich vergleiche mal:

Sommer = 5 Kleidungsteile:

  1. Kurze Hose
  2. Socken (kurz)
  3. Unterhose
  4. Sport-BH
  5. Shirt / Singlet

Winter = 10 Kleidungsteile: 

  1. Lange Hose
  2. Socken (lang)
  3. Unterhose
  4. Sport-BH
  5. Shirt 
  6. Longsleeve
  7. Jacke
  8. Handschuhe
  9. Buff für den Hals
  10. Stirnband / Buff als Ohrenschutz

Ganz ehrlich, ein weiterer Grund, den Winter nicht zu mögen! Geht Euch das auch so? 

Bis bald, Euer Iwan

P.S. Ich habe die Teile einfach aufgezählt. Frauchen zieht sie schon in der richtigen Reihenfolge an! 

Dienstag, 4. November 2025

Leute, so alt ist Frauchen doch gar nicht!

 Hallo Leute,

Frauchen ist ja bekanntlich Baujahr 1963. Wobei ich ja finde, AK60 hört sich netter an. Sie ist ein Babyboomer. Inzwischen leider oft abgekürzt als Boomer und mehr negativ gemeint ... 

Wo war ich? Bin ich inzwischen auch schon altersvergesslich? Also, sie ist wie gesagt über 60. Ja, Frauchen, ist nun mal eine Tatsache. Auch wenn sie sich viel jünger fühlt. Und auch oft jünger geschätzt wird. Gar putzig war neulich das Testergebnis für "Messe Dein biologisches Alter anhand der Tatsache, wie lange Du auf einem Bein stehen kannst, das andere angewinkelt an der Wade". Für alle 5 Sekunden durfte man ein paar Jahre vom eigentlichen Alter abziehen. Als es bei ihr dann unter 18 ging, habe ich sie doch nett aufgefordert, langsam mal das zweite Bein auch wieder auf den Boden zu setzen ... Denn auch wenn sie noch gut erhalten ist, unter 18 wäre doch etwas übertrieben!

Und schon wieder bin ich abgeschweift. Ich werde wohl doch senil. Zurück zum Thema, Iwan! Sie fühlt sich nicht wie 60+. Beziehungsweise stellt sie sich die Frage, ob viele andere um sie herum vielleicht "60+" falsch sehen. Sie bekommt Einladungen zu "Senioren-Nachmittagen", damit sie nicht einsam zuhause rumsitzt. Versteht mich nicht falsch, ist gut und viele freuen sich sicher drüber, aber bei ihr kam das gar nicht gut an. Auch Angebote für Rheumadecken oder "leichte Aktivitäten in der Gruppe, z.B. Spazierengehen" finden nicht ihr Wohlgefallen. Letzteres beanwortete sie mit "da habe ich keine Zeit, da stehen 15 km Waldlauf auf meinem Programm!"

Der Höhepunkt ist aber die Werbung per Mailing von einer großen Versicherung, bei der sie - leider - noch andere Produkte hat. Leider, weil sie sich sonst komplett für Mailings von denen sperren lassen würde. Kaum war sie 60 geworden, kam der erste Brief: "In ihrem Alter müsse sie an den Fall der Fälle denken" (= subtile Marketingumschreibung für Abnippeln, den Löffel abgeben) und "sie möge doch bitte ihren Angehörigen ersparen, dass diese die Kosten für ihre Beerdigung tragen sollten".

Wie bitte? Erstens ist sie noch sehr fit und geht davon aus, dass die Mehrzahl ihrer Alterskollegen das auch ist. Jedenfalls kam dieser erste Brief wie ein Schlag ins Gesicht. Zweitens, und da kommt der Banker in ihr durch: an einer Sterbegeldversicherung verdient nur einer. Nämlich die Versicherung. Also never nie nicht wird sie so etwas abschließen.

Die Versicherung gibt nicht auf. Alle 3 Monate kommt der nächste Brief, mit "wir haben Sie doch schon darauf aufmerksam gemacht" oder "haben Sie schon eine Entscheidung getroffen?" Ja, hat sie. Daran ändern auch die nächsten 10 Briefe nichts ... 

Bis bald, dann hoffentlich wieder mit erfreulicheren Themen

Euer Iwan 

Sonntag, 19. Oktober 2025

Altmühltrail: Frauchen hatte zu viel Laufspaß

 Hallo Leute,

jetzt fragt Ihr Euch sicher: Wie kann das gehen? Kann man zu viel Laufspaß haben? Ja, geht. 

Aber von Anfang an. Letztes Jahr hat uns der Altmühltrail sozusagen "angefixt". Also habe ich Frauchen am Rosenmontag gleich für 2025 angemeldet - das ist nämlich immer der Tag für den Anmeldestart. Und die wenigen Startplätze sind jeweils ratzfatz ausverkauft. Wenige deswegen, weil die Strecke in sensibler Natur verläuft und nicht unbegrenzt Starter verträgt.

Am 18. Oktober sind wir also wieder von Nürnberg, Umweg über Altdorf, Oma plus Rollator ins Auto hieven, nach Dollnstein gefahren. Wettervorhersage so 10 / 11 Grad, Sonne kann rauskommen, kann aber auch wegbleiben. Also dabei: kurze Laufhose. Lange Laufhose. Laufshirt. Dünne 2. Schicht, Dicke 2. Schicht, Buff. Windjacke. Socken für lange Hose. Socken für kurze Hose. Sagt mal, habt Ihr das auch, dass Ihr so viel zur Auswahl mitschleppt?

In Dollstein angekommen, gekreist und Parkplatz gesucht. In eisigem Wind (eisig jedenfalls für Frauchen, die immer noch auf Mallorca-Temperatur läuft) zum Start-/Zielbereich gegangen und Startunterlagen abgeholt. Wartezeit: genau ... 0 Sekunden. Wie gesagt, familiäre, dabei professionelle Orga. Wieder zurück zuum Auto, schlotternd aus Jeans, Fleece und Anorak umgestiegen in kurze Hose und dickere Schichten oben. Ich hatte Frauchen zu kurz geraten - sinistrer Hintergedanke: wenn sie friert, läuft sie schneller, weil sie ins Warme will!

Sie trabte mit Oma zurück zum Start, ich musste im Auto warten.

Die Wartezeit bis zum Start um 12 Uhr war kurz. Noch kurz @Fleggo begrüßt, der ein Zeitziel von 55 hatte (Spoiler: eigentlich geschafft, bei ihm standen 55 min und ein paar Skeunden auf der Finisheruhr), staunend zugeguckt, wie sich ingesamt 5 Hunde mit angeleinten Läuferinnen hinter mir einreihten, und dann ging es schon los. Bäh, ich hatte diesen stinkenden blauen Rauch vergessen, den sie beim Start loslassen! Eine Runde durch den Ort, an meinem Auto vorbei, Iwan kurz zugewinkt - und dann auf einmal einen ersten Anstieg über Kopfsteinpflaster hoch und wieder runter - diese Schleife war doch letztes Jahr nicht dabei? Weiter gings, wir kamen ans Ufer der Altmühl. Worauf zwei der Hunde, die mich inzwischen überholt hatten, gleich abbogen, sich durch nichts beirren ließen und erstmal tranken. Tja, Verpflegungsstelle für sie!

 Eine Runde um den Sportplatz, und dann einen kleinen Pfad hoch. Ich wusste ja, bald gehts wieder runter und dann länger auf einen Asphaltweg. Dieses Jahr "nix da", immer weiter auf und ab auf dem kleinen Wioesenpfad oberhalb des Talbodens. Steil wieder runter, dabei zwei Läuferinnen überholt, die sehr unsicher auf den Füßen waren. Ich bin nun auch nicht gerade der "Bergab-Flieger", aber laufend geht es schon. Dieses Jahr nur ein kurzes Stück Asphaltweg, dann hoch und über einen schmalen Weg am Waldrand, mit ganz viel bumtem Herbstlaub, Richtung Burgsteinfelsen. Das Highlight! Hier muss man fast alpin ein bißchen hochkraxeln. Ärgerlich - eine Läuferin vor mir blieb andauernd stehen, weil sie nicht weiterkonnte - meine zweimaligen Bitten, mich vorbei zu lassen, ignorierte sie. Bis ich sah, die hatte Stöpsel in den Ohren und wohl Musik drauf. Also schrie ich dann fast, worauf sie sich umdrehte und mich bitterböse anguckte. Na toll. Jedenfalls vorbei und zügig den Berg hoch. Oben der professionelle Fotograf, der leider kein Bild für mich hatte. Ich Dussel hatte meine Windjacke geschlossen und man sah die Startnummer nicht!

Weiter in stetem Auf und Ab auf dem Bergrücken, gut zu laufender Singletrail, man musste nur die Füße heben, viele Wurzeln und Steine, die man im gefallenen Herbstlaub nicht sah. Ich war guter Dinge, lief prima, ein paar Läufer noch einkassiert, dann ging es schon raus auf die Magergraswiesen (wer dazu mehr wissen will, der schaue gern in der App natur.digital nach). Schwungvoll den Bergrücken runter, den letzten Kilometer nicht gebummelt, abbiegen zumZiel - ich war sicher, meine letztjährige Zeit von 76,etwas min. unterboten zu haben. Der Blick auf die Uhr und ich war geschockt: 79,34 min!

Da war ich auch bedient. Ich hatte zwar Frauchen "viel Laufspaß" gewünscht, das heißt doch aber nicht, dass sie extra langsam laufen soll, damit sie länger ihren Spaß hat! Hier unser "Finisherfoto" und ein Blick auf die Strecke. Dieses Jahr gab es statt des Lebkuchens übrigens eine sehr schöne Medaille! 



Die Heimfahrt war, nun ja, olfaktorisch herausfordernd. Denn Frauchen wollte erst zuhause duschen. Leider kam eine Vollsperrung der Autobahn dazwischen. Wir standen 1 Stunde fest. Drei Feuerwehrzüge, diverse Sanis usw. rasten an uns vorbei. Das ließ Schlimmes befürchten, aber als wir dann endlich weiterkonnten, sahen wir, dass es wohl bei Blechschäden geblieben war.

Fazit: eigentlich gelungener Lauf. Ach so,ja, nachzuliefern das Ergebnis: Frauchen hatte (Bruttozeitmessung) 79:50 min für die 9,96 km (laut Laufuhr), netto 79:20, damit 151. von 195 Startern und in ihrer AK Platz 3 (und es waren doch mehr als 3 Starterinnen in der AK)! Und die Strecke war laut ihrer Laufuhr knapp 400 Meter länger als 2024. Ich versuche mir also die Zeit schönzurechnen ...

Bis bald, Euer Iwan 

 

 

 

Montag, 13. Oktober 2025

152 km auf der Lieblingsinsel

 Hallo Leute,

wer uns kennt, weiß: Lieblingsinsel ist Mallorca. Wir sind  meist oben in Port d´Alducia, da gibt es neben einer wunderbaren langen Sandstrandbucht auch Hügel, Berge, Felder, und vor allem keine Ballermann-Touristen. Also für Herrchen, der baden und Strandspaziergänge machen will, und Frauchen, die wandern und viel laufen will, ideal. 

Nach dem aus mehreren Gründen abzuhakenden Septemberurlaub 2023 und dem ausgefallenen Herbst-Urlaub 2024 sind die Menschen also endlich wieder gemeinsam hingeflogen. Frauchen war ja inzwischen noch mehrfach dort, mit und ohne Oma, mit mir oder mit Assistenztrainer 2.Klasse Fozzie.

Warum ich so lange einleite? Damit Fozzie weniger Platz hat, zu Wort zu kommen, der schwätzt immer so unnötig. Dieses Mal war er wieder dran mitzufliegen. Und darauf zu achten, dass Frauchen meinen Trainingsplan einhält.

Der war aber ganz schön heftig, Iwan! Jeden Tag laufen, 3 längere Läufe, möglichst immer mit Höhenmetern und / oder Trailanteil. Plus in Vorbereitung auf das Trailrunning Festival in Salzburg Ende Oktober wieder viele Treppen steigen ... Da wir dieses Mal nicht in unserem gewohnten Hotel waren, sondern in einem mit "nur" 5 Stockwerken, musste Frauchen halt öfter die Treppen steigen. Sonst war es zweimal am Tag in den 8. Stock hochsteigen, jetzt dreimal am Tag und an 5 Tagen viermal in den 5. Stock.

Tja, von nix kommt halt nix, Fozzie!

 Ansonsten ist sie brav ihre km gelaufen. Sie hat da so Spezialstrecken, eine nennt sie "Rolling Hills" - da geht es vom Strand weg in die Felder und in den Wald, immer hoch und runter. Und ab ca. 300  Meter Abstand zum Strand sieht man kaum noch Läufer - aber die, die man sieht, grüßen. Dito die Einheimischen. Insgesamt war sie 152,14 km unterwegs, durchschnittlich 1 Stunde jeden Tag. Bei für sie herrlicher Sommerhitze!

Hier der Blick von unserem Balkon aus:

 

Herrchen  hat leider immer noch Rückenprobleme, daher waren es weniger Wanderungen als sonst. Einmal hat er sich auch hoch auf den Festungsberg bei Alaró bewegt, und war schwer genervt, als ich ihn dezent darauf  hinwies, dass ich im  Frühjahr auch schon da oben war! Also wirklich, ts ts. Die üblichen Maultiere dort oben haben sich jedenfalls sehr über Frauchens gespendete Banane gefreut.



Und abgereist sind wir auch pünktlich. Also nicht nur, weil der Rückflug entgegen aller bisherigen Erfahrungen (Freitag! Abend!) pünktlich war, sondern weil es dann ab Samstag für 1 Woche ergiebig regnen sollte ... Hier noch ein paar Fotos mit Sonnenaufgang und von einer Wanderung in der Serra de Levant, wo Frauchen mal so eben auf einen kleineren Gipfel hoch"sprintete" - unten stand als Angabe "Gipfel 30 min", Frauchen war nach 29 min oben, Bilder gemacht und wieder unten. 


 


Danke, Fozzie, der Fitnesszustand sieht gut aus. Und dass Du in diesem Hotel mal keine Bonbons oder Gutzis vom Zimmermädchen bekamst, hat Deiner Figur auch gutgetan! In den anderen Hotels gibt es ja immer etwas ...

Jetzt bin ich gespannt, wie Frauchen beim Altmühltrail nächsten Samstag abschneidet. 

Bis dahin, Euer Iwan 

 

 

 

Montag, 22. September 2025

Isar-Lauf 2025: wieder ein heißes Rennen

 Hallo Leute,

wir waren mal wieder in Lenggries fürs Wochenende - der Isar-Lauf stand an. Zum 6. Mal hatte ich Frauchen angemeldet, ganz uneigennützig, wie ich betonen möchte. Denn dass dabei Kuchen in rauhen Mengen für mich abfällt, beeinflusst meine Entscheidung ganz und gar nicht. Hüstel.

Eigentlich könnte ich es mir leicht machen und auf meine Berichte der vorherigen Teilnahmen verweisen. Same old, same old:

  • Das Wetter spielte das ganze Wochenende mit, Sonne pur, morgens zwar noch kühl, mittags 30 Grad
  • Ankommen, kleiner Spaziergang, Einlaufen, Samstag Wanderung, Sonntag das Rennen
  • Abends Pizza fassen beim Dorfitaliener (Spinat mit Gorgonzola, wie immer) 
  • Startgeld 24 Euro, dafür Medaille, zwei Proben (Sonnencreme und Fußbalsam) und Zielverpflegung 
  • Am Start in Lenggries am Kalkofen war der Bürgermeister nicht zu verstehen - gebt dem armen Mann doch auch mal das Megaphon, den Starter versteht man ja auch ...
  • Die Strecke ist traumhaft (Bilder vom Vortag, aber auch beim Rennen lief Frauchen meist allein für sich und hatte viel Freiraum):


     

    Brücke bei Arzbach, km 3


  • Im Ziel denselben Läufer wie im Vorjahr (aus Augsburg) getroffen, der mit seiner Zeit (s.u.) auch nicht ganz glücklich war. 
  • Viele Staus auf der Heimfahrt. 

Was war dieses Jahr anders?

  • Zu wenig Kuchen für mich. Viel zu wenig. Die Pensionswirtin hatte nicht gebacken. Der Dorfkonditor mit meiner Lieblingssachertorte hatte zu. Und den leckeren Aprikosenkuchen nach dem Zieleinlauf gab es auch nicht, dafür dieses Jahr Rhabarber. Essbar, aber der Aprikosenkuchen ist um Längen besser, wenn ich das als Kuchenconnaisseur sagen darf.



  • Normalerweise setzt Oma Frauchen in Lenggries am Start ab und fährt mit dem Auto nach Tölz zum Ziel. Dieses Jahr fuhren wir alle nach Tölz, und Frauchen fuhr mit dem Shuttlebus zurück nach Lenggries zum Start. Hatte irgendwie was von Viehtransport ...
  • Andere Zeit als im Vorjahr. Indiskutable 69 min 07,1 sec für (nach ihrer Uhr) 10,12 km. O.k. es war heiß, sie hat sich bei km 6 einen Becher Wasser direkt über den Kopf geschüttet. Aber sooo langsam? Ich hatte auf 65 min gehofft ...
  • Platz 62 von 84 Damen, 4. in ihrer AK, noch 5 Männer hinter sich gelassen.

Die Erkenntnis: so ganz hitzeresistent ist Frauchen auch nicht mehr. Grund Corona? Wechseljahre? Aber sie verträgt es anscheinend immer noch besser als viele andere. Der Rettungswagen war wieder im Einsatz. Und sie hatte Hochachtung vor denen, die die 21 oder gar die 30 km absolvierten!

Und wenn ich mir das Wetter heute so anschaue: 10 Grad und Dauerregen, da kann ich nur sagen: "Wieder Glück gehabt!" 

Bis bald, Euer Iwan