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Sonntag, 24. Mai 2020

Die Lethargie hat uns voll im Griff

Hallo Leute,

was, heute ist schon der 24. Mai? Wenn das so weitergeht, dann sind weitere 7 Monate herum, es ist Weihnachten und wir haben gar nicht gemerkt, wie die Zeit vorbeirauschte!

Geht Euch das auch so? Eben war noch Anfang März, nun ist schon fast Ende Mai. Und es passiert ... nix. Danke Corona. Von wegen "Entschleunigen" - ich habe das Gefühl, ich stecke in einer großen Blase. Oder Zeitschleife. Und täglich grüßt ... nein, nicht das Murmeltier. Dasselbe Programm, nur abgewandelt, wenn ein Arbeitstag ist oder nicht. Jedenfalls bei Frauchen.

Ansonsten ist es: Schlafen, Arbeiten, Laufen, Essen, Lesen, Fernsehen gucken. Ich bin ja noch öfter auf Twitter unterwegs, Frauchen vergräbt dann ihre Nase in einem Krimi. Und das geht nun schon seit Wochen so. Kein Wegfahren, kein Ausflug, kein Gutes-Essen-Gehen. Seit 17. März ist Frauchen genau dreinmal mit ihrem Auto unterwegs gewesen, dreimal ihre Mutter besuchen (wohnt außerhalb). Das wars. Ich hätte nie gedacht, dass Nichtstun, keine Abwechslung haben so lethargisch machen kann.

Ich habe ja auch  nichts zu berichten für Euch. Meine mühsamen Bemühungen, Frauchen zum Einhalten des Trainingsplans zu bewegen. "Wofür?" fragt sie mich dann, "wofür Berglauftraining?", wenn wir noch nicht wissen, ob der Pitz Alpine stattfindet. Lange Läufe sind kein Problem, aber eben die Bergauf-/Bergab-Härte schaffen.

Nächsten Freitag sollte derTiergartenlauf Nürnberg sein. Normalerweise wäre Frauchen am Wirbeln, alles organisieren, Donnerstag Beginn Startunterlagenausgabe ... nix ist. Und man kann noch nicht einmal einen neuen Termin festlegen und veröffentlichen, weil noch nicht klar ist, ob in Bayern Laufveranstaltungen ab dem 1. September wieder möglich sein werden.

Und so geht ein Tagnach dem anderen herum ... bleierne Müdigkeit befällt mich. Ich halte jetzt erstmal ein Nickerchen.

Bis bald Euer Iwan

Sonntag, 19. April 2020

Saisonplanung 2020 - und nun?

Hallo Leute,

wer mich kennt, weiß, dass ich immer schon spätestens im Herbst jeden Jahres die Saisonplanung für das Folgejahr stehen habe. Also grob, so einige Spontananmeldungen kommen dann immer noch dazu. Für 2020 hatte ich auch geplant - aber irgendwer da oben hat wohl schallend gelacht und wollte es anders. Derzeit sieht es also so aus:

Januar - 8 km in Campos / Mallorca - nicht gestartet, weil der letzte Infekt noch keine Rennbelastung zuließ

März - 10 km-Lauf in Palma / Mallorca - Corona, Ausgangssperre, verschoben erstmal auf 14. Juni, ob er da stattfindet, ist sehr fraglich, aber mit Sicherheit ohne uns

Mai - Innsbruck Alpine Festival, Rookierun - verschoben auf 12. September, da können wir erstens nicht und zweitens ist derzeit die Grenzöffnung noch fraglich

Mai - Rennsteiglauf / HM - abgesagt für 2020

August - Pitz Alpine Trail Festival / 27 km - Ausführung derzeit noch bestätigt, aber Thema Grenzöffnung (ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das zu unseren Lebzeiten nochmal Thema sein würde ...)

August - Womens Run Frankfurt / 5 km - abgesagt seitens Veranstalter mangels Sponsoren, diese Laufveranstaltung wird wohl leider nie mehr stattfinden.

September - Achenseelauf / 23 km und Gamstrail Kitzbühel / 22 km - dasselbe Thema wie Pitz Alpine - Grenzöffnung

Oktober - Salzburg Trailrunning Festival / 15 km (erstmals für die zwei Runden mit Einlauf in die Festung angemeldet) - s.o. ...

Natürlich ist das Jammern über ein Luxusproblem - es wird ein neues Jahr kommen, die Rennen finden (hoffentlich) auch nächstes Jahr wieder statt, Hauptsache wir alle bleiben gesund.

Und Frauchen ist natürlich nicht die Einzige, die es mit den Absagen trifft. Was sie und mich nur erstaunt: viele Läufer sagen jetzt, ihnen fehle die Motivation für das Training. Ich sage: der Weg ist das Ziel! Sprich genießt das Training, vielleicht jetzt auch mal ohne Trainingsplan, einfach schöne lange Läufe machen! Ist doch gerade jetzt herrlich draußen, alle sprießt, alles grünt, alles duftet - wie kann man da sagen "mir fehlt die Motivation zum Laufen"? Jeder Lauf ist ein Erlebnis, gut für Körper und Geist. Finde ich jedenfalls.

Bis bald Euer Iwan

Donnerstag, 20. Juli 2017

Erkenntnisse aus dem Trail-Training

Hallo Leute,

da mich so viele Leute fragen "wie läuft denn das Training für den Karwendelmarsch?", hier ein kurzer Zwischenbericht. Übrigens, Frauchen wird eher gefragt, ob sie gaga sei ....

Also: Die Vermutung mit dem "gaga" könnte durchaus zutreffen. Denn sie ist bis zur Anmeldung längstens 23,2 km gelaufen im Wettkampf, weniger im Training, zwar schon einige Trailrennen, aber über max. 17 km.

Wenn sie sich was in den Kopf setzt, dann habe ich als besonnener Coach keine Chance. Höre ich da etwa Hohnlachen? Na gut, ich habe sie ja angemeldet. Mein sinistrer Hintergedanken: je länger die Strecke, desto mehr Kaiserschmarrn im Ziel ...

Der Karwendelmarsch ist am 26.8., 52 km. Da passt doch 3 Wochen vorher gut als Test das Pitz Alpine Trail Festival mit der 26 km-Distanz herein. Und dort haben wir ja eh noch eine Rechnung offen, so wettertechnisch gesehen. MeinTrainingsplan war einfach, und ich hoffe, dass er aufgeht: jede Woche im langen Lauf so eine Viertelstunde dranhängen. Viel bergauf / bergab trainieren. Drei Wochen hartes Training, dann eine Entlastungswoche. Und die Erkenntnisse bisher sind:

  • Ab 2,5 Stunden reine Laufzeit beginnt es Frauchen keinen Spaß mehr zu machen.
  • 90 min. wie heute morgen kommen ihr aber immerhin schon als "kurzer Lauf" vor
  • der Tipp von Trailbirdie, auch Bergabsprints zu üben, ist Gold wert - bisher ist sie bergab immer eher verhalten gelaufen
  • inzwischen kann sie auch während des Laufens einen Powershot und Salztabletten zu sich nehmen
  • und sie ist immerhin schon einmal mit Rucksack gelaufen!
Das muss ich näher erläutern: ab den längeren Strecken und für den Karwendelmarsch braucht man einfach einen "Behälter", um das vorgeschriebene Notfallset, Futter, Becher (die Halbliterflasche, die sie sonst immer dabei hat, reicht da nicht), ggf. Wechselkleidung, Handy zu verstauen. Nun hasst Frauchen alles, was auf dem Rücken anliegt. Selbst bei Bergwanderungen (und damit meine ich wirklich 7-Stunden-Touren auf Gipfel hoch) trägt sie eine umfunktionierte Art Umhängetasche wie einen Rucksack. Aber es musste halt sein, und so haben wir im Frühjahr bei Sportscheck nach Beratung einen Rucksack gekauft. Frauchen war schon da nicht so begeistert - sie wollte explizit einen Rucksack fürs Trailrunning, und der Verkäufer sagte, a) hätte er keinen dafür speziellen und b) als Einsteiger würde auch so eine Art eierlegende-Wollmilchsau-Rucksack reichen. Frauchen lief im Laden Probe, und war nicht überzeugt. Verkäufer schnallte Rucksack anders, und dann ging es halbwegs. Also mit nur 70 % Überzeugung gekauft. Und seitdem liegen gelassen. Jedes Mal eine andere Ausrede Begründung, warum sie ihn gerade heute nicht testet. Ich habe ihr in den Ohren gelegen, sie muss nun endlich mal mit laufen, um ein Gefühl dafür zu kriegen - njet, nix da, keine Chance. Nachdem sie nun auch schon knapp 3 Stunden ohne gelaufen ist, hat es mir gereicht. Ich habe ihr dann einen anderen bestellt, einen Camelback. Und siehe da - den hat sie brav angezogen und damit schon den ersten Testlauf absolviert. Das Geheimnis: das Teil liegt an wie eine Weste. Vorne und hinten. Und hat nicht dieses typische "Rucksack-Feeling". Auf den Verkäufer bei Sportscheck bin ich aber immer noch ein bißchen sauer - o.k. Frauchen hätte nicht mit schlechtem Gefühl kaufen sollen, aber sie hat mehrfach gesagt, dass sie dieser Rucksack nicht überzeugt und sie eigentlich was anderes sucht ...

Also: wir sind verhalten optimistisch. Und ich bin gespannt, wie es dann im Pitztal für Frauchen läuft. Dann haben wir schon mal ein Indiz für den Karwendelmarsch .... Ich werde berichten.

Bis bald Euer Iwan


Sonntag, 18. Dezember 2016

Das Laufjahr 2016

Hallo Leute,

heute in 2 Wochen haben wir schon 2017. Zeit also für meine bewährten Jahresrückblicke ... fangen wir an mit dem Rückblick auf das Laufjahr 2016. Kurze Zusammenfassung: ich bin ein super Coach! (He, was soll das, dazwischenreden und meinen, dass ich ein zu großes Ego hätte? Was stimmt, stimmt doch! Na gut, Frauchen hatte auch ihren Anteil ....)

Januar: 
Zum dritten Mal stand ein Halbmarathon in Florida auf der Agenda. Dieses Jahr hatten wir uns für den Miami HM entschieden. Der größte Anreiz für Frauchen dabei ist - Laufen in der Wärme. Naja, hätte sie auch hier bleiben können. 8 Grad und ein eisiger Wind machten es nicht so ganz einfach, die Überreste eines Wintersturms hatten Miami Ende Januar noch fest im Griff. Lag es daran, oder dass Frauchen sich das erste Mal einem Pacemaker anschloss? Jedenfalls kam eine neue PB für den Halbmarathon heraus! Ich sage ja immer noch, liegt nur am Coach ...

Februar / März:
Nur Trainingsläufe. Nichts Besonderes, ich habe aber einige Trailstrecken angesetzt, denn 2016 wollten wir doch mehr Trailläufe machen.

April:
Der erste davon stand an - ich hatte Frauchen für den "Rookie"-Lauf beim Innsbruck Alpine Trail Festival angemeldet. In der Woche davor schneite es, das Einlaufen fand bei rund Null Grad statt. Dafür dann aber am Renntag knappe 16 km bei herrlichem Wetter, Blick auf die schneebedeckten Gipfel rund um Innsbruck und mit einem haarsträubenden (oder sagt man da oberschenkelzerfetzenden?) Downhill. 400 Höhenmeter im quasi freien Fall, das hat Frauchen doch noch einige Tage sehr gespürt. Aber sie kam gut ins Ziel und hatte "Blut geleckt".

Mai:
Ein ganz spezieller Wettkampf, nämlich ein virtueller 5 km-Lauf. Laufen für die Manatees - jeder misst selbst seine Zeit. Und die Startgebühr geht alles komplett an eine Organisation in Florida, die sich für den Schutz der Seekühe einsetzt.

Juni:
Am 3. Juni hatte Frauchen Premiere - den ersten Lauf, den sie mit veranstaltet hat. Den Tiergartenlauf in Nürnberg - so hatte sie über ein Jahr das Vergnügen, mal aus der Organisator-Perspektive zu sehen, was so alles an einer Laufveranstaltung dran hängt. Und kurz nach der überaus erfolgreichen Premiere begannen die Vorbereitungen für den nächsten Tiergartenlauf, 2017. Und dass sie fast alles richtig gemacht haben, zeigt die Anmeldezeit - die Hauptläufe für Juni 2017 waren innerhalb von 7 Stunden (!) ausverkauft! 
Ansonsten hatten wir wieder unsere Trainingswoche in Lenggries, mit vielen schönen langen Läufen ... und dadurch viel Platz für Kaiserschmarrn ....

Juli:
Viel Traning .... denn Anfang August sollte es wieder in die Berge gehen.

August:
Der Pitz Alpine stand auf dem Programm. Zwar wieder "nur" die Einsteigerstrecke mit rund 16 km, aber immerhin 850 Höhenmetern. Hat viel Spaß gemacht, in der Seilbahn über alle Läufer hinweg hoch zu gondeln und Frauchen oben für den Fotostopp abzufangen. Und ich habe noch nie erlebt, dass Frauchen mitsamt ihren Trailschuhen unter die Dusche geht ... hier war es aber nötig. Und weil das Wetter und damit der Ausblick zu wünschen übrig ließ, habe ich uns gleich mal für 2017 angemeldet - dann aber für die 26 km-Strecke.

Den absoluten Kontrast hatten wir dann beim Womens Run in Frankfurt. Wettertechnisch nicht, es war auch trüb und regnete teilweise. Nein, die Distanz (5 km), die Höhenmeter (0,50) und das Teilnehmerfeld (2.500 Frauen). Aber für Frauchen sprang eine neue PB über 5 km heraus - was will ein Bären-Super-Coach mehr?


September:
Das Saison-Highlight stand an - der Achenseelauf. Bestens trainiert, und dann kriegt Frauchen eine Erkältung. Es lief trotzdem ganz gut, ich klatschte in Achenkirch (gefühlte Hälfte der Distanz) ab und war beim Blick auf die Uhr begeistert - das könnte endlich mal eine Zeit unter 2:45 Stunden werden. Kurz vor dem Ziel gewartet und gewartet ... die Sekunden tickten ... da war Frauchen endlich, ich habe mit ihr gefinisht. Eine neue Streckenbestzeit für uns, aber leider doch wieder die "5" davor, 2:50 Stunden ... d.h. wir müssen 2018 wieder ran. 2017 haben wir was ganz anderes vor, nämlich den Karwendelmarsch. Und der liegt mit seinen 52 km eine Woche vor dem Achenseelauf, beides kriegen wir nicht hin.
Eine Woche später waren wir schon wieder in den Bergen -  beim Isarlauf über 10 km von Lenggries nach Bad Tölz. Frauchen wollte ihre 10 km-Bestzeit angreifen. Und wieder war es superwarm, also genau das Richtige. Und was soll ich sagen - geschafft!

Oktober:
Nach einem ausführlichen Urlaub auf Mallorca, bei dem Herrchen und ich immer unterschiedlicher Meinung sind, was Frauchen machen soll (Herrchen: am Strand liegen und chillen, oder maximal wandern; ich: gefälligst Laufkilometer sammeln und möglichst viele Treppen steigen), stand dann wieder das Salzburg Trailrunning Festival an. Ich bin da zwar immer etwas abgelenkt, weil ich dort Pauline Laufbär und ihre Menschen treffe, aber zum Anfeuern für Frauchen hat es gereicht. Und nach dem ersten Kilometer ist sie mir auch immer sehr denkbar, dass ich sie auf Mallorca stockwerksweise Treppen steigen lasse ... da geht es nämlich von der Altstadt über die Holzmeisterstiege viele Stufen nach oben. Tja, und auch hier zeigte mein strenges Trainingsregiment Wirkung: Frauchen verbesserte sich auf den 7,x km um knapp 5 min. gegenüber 2015!

November:
Und noch ein Highlight, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn es ging zum zweiten Mal nach Valencia, zum 10 km Lauf. Mit Sonne und rund 20 Grad ist das Ende November nicht zu verachten. Ich habe mich auch ein bißchen am Meer gesonnt. Leider war dieses Mal keine neue PB drin, aber das wäre ja auch ein bißchen viel verlangt gewesen ...

Dezember:
Nun steht noch der Silvesterlauf hier in Nürnberg an, und dann muss ich Frauchen schon wieder auf den nächsten Halbmarathon vorbereiten. 2017 ist leider aus beruflichen Gründen kein Floridatrip möglich, aber wir starten beim HM in Barcelona Mitte Februar.

Insgesamt kann ich also mit dem Laufjahr 2016 sehr zufrieden sein: neue PBs über 5 km, 10 km, Halbmarathon und den Achenseelauf (23,2 km), erste Bergtrailerfahrungen gemacht, der Coach hat fast immer mitgefinisht

.... so kann es 2017 weitergehen.

Wie war denn Euer Läuferjahr?

Bis bald Euer Iwan




Montag, 8. August 2016

Pitz Alpine Trail: 15 km tolle Strecke, 850 Höhenmeter, 37 Schlammlöcher

Hallo Leute,

letztes Wochenende waren wir (das hatte ich glaube ich schon das ein oder andere Mal angekündigt) im Pitztal, zu unserem ersten "echten" Bergtrail. Also: das Wetter am An- und am Abreisetag war fantastisch. Tja. Aber nur an diesen Tagen.
Wir kamen Donnerstag an, in Mandarfen, das liegt ganz ganz hinten im Pitztal, auf 1.640 Metern. Ziemlich erschöpft, denn in Frauchens Auto war die Klimaanlage kaputt gegangen. Und die ganze Fahrt (5 Stunden) knallte die Sonne herunter, es hatte über 30 Grad (draußen), wir sind erst nach der Arbeit losgefahren ... da mutete die Frage der Dame an der Hotelrezeption schon seltsam an: "Sie sehen etwas erschöpft aus. Möchten Sie erst in Ruhe etwas trinken, und dann einchecken?" Neeeeiiiiin! Wir wollten gleich aufs Zimmer, und dann noch beim letzten Rest Tageslicht ein bißchen das Pitztal angucken. Wobei Frauchen gleich mal ein Reh hochgescheucht hat, mit ihrem lautstarken Lachen. Was ihr (und mir) aber am nächsten Tag vergangen war. Es regnete. In Strömen. Bei nurmehr nur noch 8 Grad. Schneefallgrenze so bei ca. 2.500 Metern. Und es regnete weiter. Den ganzen Tag. Und die Nacht. Das Einlaufen war mehr ein Einschlottern. Glücklicherweise war es nicht weit zum Start- und Zielbereich - raus aus dem Hotel, nach 5 Metern rechts und man war da. Ein Lob an die Veranstalter - alles top organisiert. Und der Läufer sowie seine Sicherheit standen im Vordergrund. Daher wurde auch der Marathon, der über den Gletscher führen sollte, aufgrund der widrigen Wetterbedingungen abgesagt - Neuschnee, kalter Wind, rutschig. Und die Starts alle etwas nach hinten verlegt.
So kamen wir Samstag erst um 9:30 Uhr dran. Und pünktlich 5 vor neun hat es auch aufgehört zu nieseln. Wir guckten dem Start der Marathonläufer über die "Normalstrecke" (also nicht über den Gletscher) zu - da waren die "Ultras" (100 bzw. 85 km) schon Stunden auf der Strecke ... Und plötzlich fiel mir die Kinnlade nach unten - direkt über uns im Berg, in den Serpentinen, sahen wir die gestarteten Läufer. Frauchen scharrte aber schon mit den Hufen; das kann auch aus Kälte gewesen sein, ich hatte ihr zu "kurz" unten herum geraten und es hatte immer noch frische 9 Grad. Da ging es also hoch:












Herrchen und ich schickten Frauchen auf den Weg und machten uns dann auf zur Seilbahn. Während sie die ersten 650 Höhenmeter auf einem Bergpfad anging, gondelten wir gemütlich in der Seilbahn nach oben. Frauchen: direkt nach 500 Metern Laufen Stopp, Stau und Warten, bis wir alle einer nach dem anderen auf den Pfad konnten. Eigentlich war es "Speed-Hiking", aber nach ca. 5 Minuten hatte ich meinen Rhythmus gefunden, überholte noch so ca. 10 Läufer und dann ging es kontinuierlich hoch. Das einzige Problem: ein Bach dachte, es wäre sein Weg, und plätscherte uns gemütlich entgegen, was die Sache doch etwas rutschig machte. Schneller als gedacht war ich dann oberhalb des Rifflsees angekommen. Leider hatte sich die Sonne wieder verzogen, ein kalter Wind pfiff, man zog sich also schnell die Windjacke über die verschwitzten Sachen. Ja, da kam sie auch schon angetrabt! Für die Höhe von 2.300 Metern sah sie recht frisch aus - schnell ein Foto von uns beiden gemacht. dann ging es weiter.

Erstmal wieder 68 Höhenmeter nach unten, dann auf gemütlichem "Parkweg" einmal um den Rifflsee herum. Das wäre ja sehr nett gewesen, wenn ich nicht das Gefühl gehabt hätte, Stöcke statt Beine unter mir zu haben - so steif waren sie. Anscheinend mochten sie die Umstellung von "schnell bergauf wandern" zu "jetzt laufen wir aber mal wieder" nicht so .... Am Ende der Umrundung kurz noch von Iwan und meinem Mann die volle Wasserflasche erhalten, und dann ging es in einen sehr schönen Wegteil. Oberhalb des Taschachtales auf schmalem Bergpfad entlang, mit bei schönem Wetter sicher atemberaubendem Panorama. 




So konnte man es ab und zu erahnen, das war schon toll. Weniger toll waren die nassen und schlammigen Passagen - und ein schnellerer Läufer von der 26-km-Strecke, der mich einfach vom Weg herunterrammte - mit dem rechten Knie voll auf einen Felsen drauf. Nicht lustig. Ich habe jeden schnelleren Läufer vorbeigelassen, aber an der Stelle konnte man nicht ausweichen ... dachte ich. Kurz die Englein singen hören, dann weiter. Die schlammigen Schuhe durch einmal Ausrutschen im Bach wieder sauber gekriegt. Sie waren ja auch eben erst trocken geworden! 
 
Dann teilten sich die Strecken wieder - die 26 km-Läufer durften weiter hoch über dem Tal laufen, wir mussten in Serpentinen runter. Bloß - wo war denn bitte schön der Weg? Außer einigen Tritten und der Markierung des Veranstalters hat man nichts gesehen. Egal - rein ins Vergnügen ... Da insgesamt "nur" 102 Starter über die 15,8 km gemeldet hatten, verteilte es sich auch ... man hatte so in 50 Meter Vorsprung einen Läufer, und weit hinter einem niemanden mehr. Also fast ein Einzellauf. Endlich - da war der breite Weg, der dann über 6 km wieder leicht bergab ins Ziel führen sollte.



Aber zu früh gefreut! Die bisherigen 36 Schlammlöcher waren noch gar nichts gegen das Monster, das mich ca. 5 Meter vor dem "rettenden" Weg noch erwischte: mit dem linken Fuß bis über den Knöchel im Morast versunken ... Das stete "quaaastsch, quaaatsch"-Geräusch begleitete mich dann auch bis ins Ziel.

Ich konnte es kaum fassen, denn ich hatte eine Zeit um 3 Stunden ausgerechnet - schon nach 2 3/4 Stunden kam Frauchen über die Brücke Richtung Ziel! Ich schnell aufgesprungen, denn - Ehrensache - ich wollte wieder mit finishen. Was wir nach etwas über 2:48 Stunden auch getan haben - der Organisator im Ziel war so von mir fasziniert, dass er ganz vergaß, Frauchen ihre wohlverdiente Medaille umzuhängen!




Ergebnis: Platz 29 von 46 gestarteten, 41 ins Ziel gekommenen Damen, auch noch 5 Herren hinter sich gelassen. Muskelkater hielt sich auch in Grenzen. Startgebühr 19 Euro für den 15,8 "Einsteiger"-Lauf waren auch o.k., das Startersackerl war gut gefüllt. Nur das Funktionsshirt musste man dazu kaufen, schade. Aber das ist jetzt Meckern auf sehr hohem Niveau. Uns hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, und eigentlich wollen wir nächstes Jahr wiederkommen. Um die Berge mal bei Sonnenschein zu sehen, dann sehen sie nämlich so aus (das war am Tag nach dem Rennen):





 Am sonntag früh haben wir noch etwas mit dem Zweitplatzierten vom Ultralauf (100 km in etwas über 12 Stunden gefinsiht, 3.600 Höhenmeter) gefachsimpelt. Was Frauchen beruhigte - er lief auch etwas unrund. Wasm ich mehr beunruhigte - sein Tipp, um besser bergab zu kommen: statt 15 Mal bei uns den "Berg" im Marienbergpark hoch und runter, 50 Mal!!! Wie bringe ich das nur Frauchen bei?

Ach ja, und zu guter Letzt ist für mich als Coach dann tatsächlich auch noch ein Kaiserschmarrn abgefallen. Den hatte ich mir redlich verdient!
Bis bald Euer Iwan


Mittwoch, 30. Dezember 2015

Lauf-Jahresplanung 2016

Hallo Leute,

2015 hat nur noch wenige Stunden .... wobei ich Frauchen noch zum Silvesterlauf hier in Nürnberg scheuchen werde. Zwei Runden um den Wöhrder See sind ein guter Jahresausklang, finde ich. Ich gehe natürlich nicht mit. Natürlich deswegen, weil Nieselregen angesagt ist und der meinen kostbaren inneren Werten schadet (sprich, die Holzwolle würde quellen ...).

Als Coach ist somit 2015 für mich abgehakt. Was habe ich für Frauchen nächstes Jahr in petto? Fest eingeplant sind:

Ich weiß, das erste Halbjahr ist noch wenig belegt .... aber das müssen wir kurzfristig entscheiden, denn am 3. Juni steigt ja der Tiergartenlauf in Nürnberg. Und da weiß Frauchen noch nicht, inwieweit sie im Vorfeld Zeit zum Trainieren bzw. für Wettkämpfe hat.

Böse Zungen meinen ja schon, ich hätte so viele Läufe in Österreich geplant, damit ich möglichst viel Kaiserschmarrn abgreifen kann. Absurde Unterstellung! Ich weiß gar nicht, hüstel, wie man darauf kommen kann ...

Sehen wir uns bei einem dieser Rennen? Normalerweise bin ich immer beim Finish anzutreffen. Und beim Tiergartenlauf bin ich ja dann den ganzen Abend vor Ort, als Teil des Orga-Teams.

Auf jeden Fall wünsche ich Euch allen ein gutes, gesundes, glückliches und läuferisch erfolgreiches Jahr 2016! Bis bald

Euer Iwan