Montag, 24. Oktober 2016

Aller guten Dinge sind 3: Salzburg Trailrunning Festival

Hallo Leute,

Freitag ging es wieder nach Salzburg. Nun schon zum dritten Mal, ich hatte Frauchen wieder für den Panoramatrail angemeldet:

Diesmal war das Auto sehr voll; meine Kumpels Trello und Fozzie fuhren auch mit, weil wir ja als Rahmenprogramm ein Meet&Greet mit Pauline Läufbär und ihrem Bruder Paddington geplant hatten. Die Anfahrt war der reinste Horror, es schüttete bis kurz vor der Grenze. Ich sah schon alles im wahrsten Sinne ins Wasser fallen, aber in Salzburg hörte es auf zu regnen. Das berühmte Wetterglück von Manu hielt - schon am Samstag schöner Sonnenschein, Sonntag dann sogar Föhn. Manu (bekannt unter Laufwelt), André und ihre Bären trafen wir dann schon am Samstag zum Frühstück, da sie dieses Jahr auch im nh Hotel wohnten. Dann wollten meine Menschen noch - wie jedes Jahr vor Startnummernabholung - auf den Kapuzinerberg und ein bißchen durch Salzburg bummel. Weil ich das alles schon kannte, habe ich mich im Hotel ausgeruht (ich musste mich ja schließlich auf meine Coaching-Aufgabe vorbereiten!) und zugunsten Fozzies verzichtet. Und was macht der Depp, Entschuldigung? Lässt Frauchen schön auf den Kapuzinerberg hochtraben, lässt sie schon mal auf die Festung bzw. zum Aussichtspunkt auf dem Mönchsberg hochlaufen ... ja, kann man das denn glauben? Da war sie ja schon müde, bevor das Rennen startete!














Um 12 Uhr dann Abholung der Startunterlagen. Für 20 Euro gibt es jedes Mal ein gut gefülltes Startersackerl - auf dem Foto fehlt noch die Soft Flask, die Frauchen gleich Trailbirdie schenkte. Auch ein sehr nettes Kennenlernen, ich habe mir gleich viele Tipps von dieser erfahrenen Trailläuferin geholt!


Dann noch schnell Mittagessen, und zum genau 5 Minuten ausruhen ins Hotel. Ich habe schon gemerkt, wenn ich Frauchen nicht beaufsichtige, dann klappt das alles nicht ... Nun die Frage der Kleiderwahl. Frauchen ist ja bekanntlich erstens verfroren, zweitens noch die Temperaturen von Mallorca gewöhnt und drittens zieht sie sich eh lieber zu warm an. Als wir uns dann in der Lobby mit Manu und André trafen, fing Frauchen gleich mal prophylaktisch an zu frösteln ... Im Schnellschritt durch die Gassen der Altstadt, Richtung Kapitelplatz, wo der Start ist. Und dort wieder anstehen für das nervöse Ich-muss-gleich-nochmal-auf-die Toilette, was sie sich fürstlich mit 50 Cent bezahlen lassen. Ich habe derweil mit den anderen den Startern des Festungslaufs zugeguckt, bei dem auch Astrid (= Trailbirdie) mitmachte. Hochachtung. Nachdem diese weg waren, folgte die Startaufstellung für den Panoramatrail. Runde 7,5 km mit 205 Höhenmetern, erst eine Runde um den Dom auf Kofpsteinpflaster, dann Richtung Holzmeisterstiege und den vielen Stufen. Ich hatte Frauchen zwar gesagt, weit hinten aufstellen, aber dass sie mich so wörtlich nahm und dann gleich mal als Letzte der 169 gemeldeten Teilnehmer auf die Strecke ging, ließ mich doch Übles befürchten. 2014 hatte sie 54,x min. gebraucht, 2015 55,x min. Und ich hatte eigentlich nach dem vielen Treppentraining auf Mallorca auf eine gute Zeit gehofft ...
Und die kam dann auch, ich hätte ruhig bleiben und das Pfotennagel-Kauen sein lassen können. Frauchen rollte das Feld von hinten auf, insgesamt 45 Teilnehmer hat sie noch überholt, es lief von Anfang rund und leicht, meinte sie. Und hätte einfach nur Spaß gemacht. Bis auf die Treppen und einen Anstieg (sehr matschig, querfeldein, steil) ist sie alle Anstiege gelaufen, im Gegensatz zu den letzten Jahren. Und hat die Aussichten vor allem in die teils schon tief verschneiten Alpen sehr genossen.



Das ist ja gerade das Tolle an diesem Trailrun: der Kontrast von Start / Ziel in der Altstadt, dazwischen Wald- und Parkpassagen mit herrlichen Bergaussichten und teils dem Gefühl, man läuft an einer Alm entlang. Auch alle Helfer / Streckenposten sind hochmotiviert und freundlich. Einzig einige Spaziergänger machten den Eindruck, sie ärgerten sich über die Läufer und machten sich absichtlich breit. Aber egal, alles wurde rasant umkurvt. Der für Frauchen übelste Teil ist dann bei km 5,5, da geht es direkt vor der Festung rechts runter, extrem steil. Nur Fliegen ist schöner. Geschätzte 35 % Gefälle.Und dann wieder hoch, nur noch das Stück durch die engen Gassen. Halt, was ist das? Ja, tatsächlich, ein Rotlichtetablissement (das älteste der Stadt, wie wir später erfuhren). Weiter ging´s, Frauchen hoffte noch, die 50 min. zu knacken. Ich stand schon parat, um aufzuspringen. Klappte gut, und dann haben wir gemeinsam gefinisht. Und ich habe mir die sehr schöne Finishermedaille umhängen lassen.


Leider doch über 50 min. aber immerhin knappe 5 min.besser als letztes Jahr! Und nur 1 min. hinter Manu ...
Platz 102. von 147 Finishern, Platz 35. von 66 Damen und 10. der Altersklasse, 50:36,9 genau.

Auch Manu und André waren gut ins Ziel gekommen, Astrid lief ja 2 Runden und dann noch hoch in die Festung. Wir sahen sie erst beim Abendessen, wo wir alle gemütlich beisammen saßen und uns Schnitzel, Kärntner Nudeln und Kaiserschmarrn gönnten!




Und dabei waren wir uns alle einig - toller Lauf, wir sehen uns 2017 wieder hier. (Dass ich sowieso dafür bin, ist ja klar: denn neben zwei Kaiserschmarrn ist auch noch eine komplette Sachertorte für mich abgefallen!).

Jetzt muss ich mich aber erst einmal ausruhen. Ihr wollt noch etwas über mein Treffen mit Pauline erfahren? Da muss ich Euch enttäuschen, ein Gentlebär wie ich genießt und schweigt ...

Bis bald Euer Iwan




Sonntag, 16. Oktober 2016

Viele Trainingskilometer auf Mallorca

Hallo Leute,

meine "digitale Null-Diät" ist endlich zu Ende, Frauchen ist wieder da. Leicht lädiert zwar, aber dazu später mehr. Wer die ganze Schändlichkeit nicht mitbekommen hatte: meine Menschen waren 2,5 Wochen auf Mallorca, und ich durfte nicht mit! Der Höhepunkt der Fiesheit: sie haben sich mit Manu, André und Pauline Laufbär getroffen, an der Playa de Palma ... den Fotobeweis habe ich mir ungläubig angeschaut. Da hält Frauchen sogar Paulines Pfote! Und Pauline extra fein herausgeputzt, weil sie dachte, ich hätte vielleicht doch in allerletzter Minute die Reiseerlaubnis erhalten ...
Schwamm drüber. Ich rege mich über so etwas gar nicht mehr auf, ich räche mich - mit einem knallharten Trainingsplan. Ankunfts- und Abreisetag mitgerechnet, war Frauchen 17 Tage in Port d´Alcudia. Macht 17 Trainingsläufe. Bitte schön keiner unter einer Stunde Dauer, es sei denn, ein Tempolauf (hat sie zweimal gemacht, die waren beide jeweils rund 45 Minuten). Mindestens 3 lange Läufe. Plus - gut für die Pomuskulatur und als Vorbereitung auf die vielen Stiegen beim Salzburger Trailrun-Festival - jeden Tag mindestens zweimal per Pedes in den 8. Stock zu ihrem Zimmer.
Und was soll ich sagen - Frauchen hat alles durchgezogen. Insgesamt 4.624 Stufen hochgelaufen, verständnislose bis fassungslose Blicke der Touris inklusive, die am Aufzug warteten ...
Und sogar vier lange Läufe gemacht, die ich Euch hier vorstellen möchte (zum Nachlaufen für die, denen immer-nur-am-zugegeben-sehr-schönen-Sandstrand-entlang-laufen zu langweilig wird):

1. Tour - Port d´Alcudia, Hotel Ciudad Blanca - Alcanada - Golfplatz - Richtung Coll Baix
Dauer rund 2 Stunden
Am Strand entlang Richtung Hafen, dann die Straße hoch nach Alcanada. Dort durch Alcanada durch, am Golfplatz auf die Promenade bis zu deren Ende. Dort immer am Zaun entlang auf kleinem Trampelpfad, der schnell trailig wird. Durch eine kleine Bucht klettern, dann steil den Berg hoch auf breitem Weg. Dort Richtung Coll Baix weiter auf Trailpfad, immer oberhalb der Steilküste, herrliche Blicke auf die Bucht von Alcudia. Aber Achtung, die Laufschuhe sollten schon griffige Sohlen haben (Frauchen hatte dummerweise nicht die Trailschuhe dabei, deswegen kehrte sie dann nach etwas über 1 Stunde um, weil der Pfad immer steiniger wurde). Man kann entweder bei einer Leiter über einen Zaun umkehren und auf gleichem Weg zurück (immer noch tolle Ausblicke), oder weiter zum breitem Fahrweg Richtung Coll Baix (siehe Tour 2).






Frauchen kehrte um und legte dann in Alcanada noch ein bißchen Treppentraining ein - die haben so schöne, ca. 200 bis 300 Meter lange Treppen bergauf, da brennen die Oberschenkel! Aber ich sage nur "Strafe muss sein, wer mich zuhause lässt ..."

2. Tour - Bon Aire - Coll Baix
Dauer ca. 1,5 Stunden, Höhenmeter ca. 200
Mit dem Auto nach Bon Aire, dort gleich am Parkplatz rechts beim Ortseingang parken.
Richtung Coll Baix die kleine Straße hinein, erstmal 15 Minuten nur leicht bergauf. Ab Waldrand dann auf breitem Fahrweg immer weiter bergauf/bergab Richtung Sattel, am Golfplatz entlang, schöne Ausblicke auf Meer und Berge. Zum Schluss noch mal  steiler nach oben zum Coll. Achtung: da es dort auch zu einem "Geheimtipp-in-jedem-Reiseführer"-Strand heruntergeht, und es keine Hinweise auf die Wegbeschaffenheit gibt, versuchen immer wieder Touristen, mit dem Auto bis fast dorthin zu fahren. Die Schlaglöcher auf dem Weg sind inzwischen teils 40 cm tief! Und ab Mitte Oktober ist Jagdsaison, für das eigene Sicherheitsgefühl sollte man sich bunt anziehen. Ansonsten ist es eine wunderschöne Laufstrecke, mit Rebhühnern und wilden Ziegen und ganz viel Natur. Auf dem Rückweg direkt nach Erreichen des Asphaltstraße gleich links nochmal steil hoch - fordert die müde Beinmuskulatur, und bringt herrlichen Blick auf die Bucht von Pollenca.

3. Tour - Port d´Alcudia, Hotel Ciudad Blanca zum Puig San Marti
Dauer ca. 1,5 Stunden, Höhenmeter 245
Vom Hotel aus am Kanal entlang Richtung Hotelanlage Bellevue. Durch, auf Fahrweg. Rechts ab, Berg leicht hoch, nach der Linkskurve rechts ab und nach kurzem steilen Anstieg die Landstraße überqueren. Nochmal kurz und knackig hoch, dann in Auf und Ab durch den Wald. Rechts kommt nach einer Weile ein asphaltierter Weg, den hoch. Und nochmal tief Luft holen, denn der ist richtig steil. Auf rund 1,4 km geht´s gefühlt senkrecht hoch. Das Schöne: man kommt ja von hinten aus dem Wald, also keine Ausicht. Und dann auf einmal oben bei den Sendemasten
eine atemberaubende Aussicht auf zwei große Buchten, den Berg dazwischen, ganz Port d´Alcudia liegt zu Füßen. Die Plackerei lohnt sich.


Runter geht´s dann natürlich einfacher als hoch, einfach rollen lassen. Wer mag, kann unten erstmal noch nach rechts den Waldweg weiterlaufen und dann erst umkehren ...
Übrigens, sowohl diese als auch Tour 2 sind zwei Standard-Laufstrecken für Frauchen. Und dieses Jahr war sie bei beiden jeweils gut 2 Minuten schneller auf dem Gipfel als in den Vorjahren ...




4. Tour - neu im Repertoire - Halbinsel Sa Victoria
Dauer ca. 1,5 Stunden, Höhenmeter ca. 300
Mit dem Auto nach Bon Aire, dort gleich am Parkplatz rechts beim Ortseingang parken.
Dann aber geradeaus durch Bon Aire durch - und bitte nicht wie Frauchen gleich beim ersten Gullydeckel stolpern und auf das abschüssige Trottoir fallen ... Tut weh, bringt Blutergüsse und ist einfach nur peinlich (weil sie sich direkt vor einem entgegenkommenden Läufer hingelegt hat).
Dann immer der Straße nach, Ausschilderung Ermita de Sa Victoria. Schnell ist man am Meer, oberhalb vom Meer, sehr schöne Aussicht auf die Bucht von Pollenca und gegenüber auf die Halbinsel Formentor. Erst geht´s nur auf und ab, dann nur noch in Serpentinen bergauf. Oben bei der Kirche und dem Mirador schöne Aussicht (wenn nicht, weil Nationalfeiertag, so viele Touristen und Einheimische mit ihren Autos dort gewesen wären ...). Kurz die Straße wieder herunter, und dann nach rechts auf einer fast unbefahrenen Straße Richtung militärischem Sperrgebiet laufen. Das geht rund 2 km einfache Strecke, man kommt sich angesichts der Steilküste, dem Wald und den tiefen Bergeinschnitten sowie den hoch-und-runter-Serpentinen fast wie im Gebirge vor. An der Sperre dann umkehren und zurück auf demselben Weg. Bonus: diverse wilde Ziegen und viel Vogelwelt zum Schauen.

Ansonsten bin ich froh, dass Frauchen gut wieder da ist. Pulswerte hat sie leider keine mitgebracht, weil der dumme Pulsmesser gleich am ersten Tag seinen Geist aufgegeben hat. So kann ich nur die gelaufenen Zeiten und Strecken analysieren. Und dass sie - trotz opulentem Frühstücks- und Abendessenbuffet - nicht zugenommen hat. Also denke ich mal, sie ist in Form für Salzburg!

Bis dahin Euer Iwan



Montag, 26. September 2016

Montag Morgen um halb sechs

Hallo Leute,

eigentlich schlafe ich ja gern lang. Frauchen steht unter der Woche immer so gegen halb sechs, ganz ohne Wecker, auf. Behauptet dann, sie könne nicht mehr schlafen. Ich habe sie immerhin inzwischen so weit erzogen, dass sie leise durch die Wohnung geht, ihre Morgengymnastik draußen auf dem Balkon macht und möglichst auch das Licht auslässt. Schließlich möchten meine Bärenkumpels und ich weiterdösen ...
Damit war aber heute morgen Sense. Frauchen tappt im Schlafanzug in die Küche, das Licht dort geht an und dann ging der Radau los! Da hatte sich wohl gestern abend so ein ganz großer Nachtfalter eingeschlichen. Wisst Ihr, so einer, der ziemlich laut umherflattert. Und der fand es - ebenso wie ich - gar nicht lustig, so früh hochgescheucht zu werden. Und Frauchen fand es gar nicht lustig, dass so etwas lautstark durch ihre Küche flatterte.
Also riss sie das Fenster auf und versuchte den Flattermann zum Rausflattern zu animieren. Der wollte aber nicht und nahm Kurs aufs Wohnzimmer. Wo ich sitze. Schnell die Küchentür zugeschmissen und weiter herumgewedelt. Nach ca. 5 Minuten, inklusive auf-den-Küchenstuhl-steigen-und-das-Vieh-vom-Schrank-holen war er endlich draußen. Frauchen erschöpft. Wir auch, vor lauter Grinsen. Und pünktlich um sechs tauchte dann wie immer Herrchen auf, fand den gedeckten Tisch und die Zeitung vor und wunderte sich nur, warum es so kühl in der Küche war. (Anmerkung: wir haben zur Zeit nachts so um die 8 Grad). Und warum wir alle so fröhlich guckten ... bis auf Frauchen, die mehr schlapp war.
Gönne ich ihr aber ehrlich auch. Musste ich doch eben durch einen Tweet von @Laufwelt erfahren, dass ich nicht mitdarf nach Mallorca! Empörung. Irgendeiner müsse ja zusammen mit Oma auf die Möbel aufpassen, meint das natürlich sofort zur Rede gestellte Frauchen. Na warte, der stelle ich einen Trainingsplan zusammen, dass es kracht!
Vergesst mich derzweil nicht, ich  melde mich Mitte Oktober wieder.
Bis dahin Euer Iwan

Dienstag, 20. September 2016

Bewusste Entscheidung gegen Start: Tegernseelauf

Hallo Leute,

heute habt Ihr sicher erwartet, meinen Laufbericht über den Halbmarathon am Tegernsee zu lesen. Da muss ich Euch leider enttäuschen, wir sind nicht gestartet. Keine Angst, nichts passiert, Frauchen ist weder verletzt noch erkältet. Nur anscheinend doch aus Zucker, hehehe.
Nach zwei traumhaften Rennen in den Bergen, Achenseelauf und Isarlauf von Lenggries nach Bad Tölz, war die Wettervorhersage für unser drittes Berg-Wochenende denkbar schlecht. Dauerregen ab Freitag abends. Dabei hatten wir Glück: als wir wieder in unserer Pension in Lenggries eintrafen, war es noch trocken und schwül. Also Frauchen wieder im Galopp Koffer ausgepackt (ihr Rekord vom Eintreffen bis wieder-in-Laufkleidung-das-Haus-verlassen beträgt genau 11 Minuten!), umgezogen, losgewetzt. Die Hausrunde, gute 5 km, mit ordentlich Steigung. Nach dem ersten km geht es leicht bergan über einen Feldweg. Problem: da kamen ihr dieses Mal 9 Kühe im Gänsemarsch (kann man das so sagen?) entgegen, auf dem Heimweg in den Stall. Also Frauchen auf die Weide, und nicht ganz so leichtfüßig bergan getrabt, während die Rindviecher schön bequem auf dem Weg schreiten konnten. Aber man weiß ja, der Klügere gibt nach bzw. weicht aus ...
Die dunklen Wolken ließen jedenfalls nichts Gutes ahnen. Prompt fing es dann gegen 21 Uhr an zu schütten, und regnete sich so richtig warm. Frauchen und ich berieten die Lage.
  • Pro Start Tegernseelauf: 45 Euro gelöhnt. Schöne Strecke rund um den See, Berge rundherum. 
  • Gegen Start: Frauchen mag es nicht sonderlich, im Regen zu laufen. Von der schönen Strecke sieht man bei tiefhängenden Wolken nichts. Ich kann nicht mitfinishen, weil ich bei Regen nicht raus darf. Am Tag vor dem Lauf ist kein Kaiserschmarrn drin.
Ergebnis: Frauchen sagte "Ich kann. Ich darf. Aber ich muss nicht!" und entschied sich gleich Samstag früh gegen den Start. Was ihre Laune erheblich besserte. Meine Menschen gingen dann bei Dauerregen 4 Stunden in den Bergen wandern (Kleiner Ahornboden, gleich mal einen Teil der Strecke vom Karwendelmarsch angucken),
und danach im Trockenen einen Kaiserschmarrn essen. Am späten Nachmittag ging Frauchen dann noch freiwillig (!) bei Regen laufen, einen Radweg im Wald, der bei diesem S**wetter komplett leer war. Flotter Tempolauf über 8 km. Und Sonntag ist sie dann gleich noch einmal eine knappe Stunde laufen gegangen; quasi die Lenggries-Abschiedsrunde für dieses Jahr. Was für ein Unterschied: Sonntag davor rund 26 Grad, pralle Sonne, diesen Sonntag patschnass bei 12 Grad.



So, ich hoffe, Ihr seid nicht zu enttäuscht, keinen Laufbericht zu lesen. Aber wir hatten ein tolles Wochenende, mit schönen Lauferinnerungen, und das ist - finde ich - wichtiger.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 13. September 2016

Isarlauf in Lenggries - ein Hitzelauf

Hallo Leute,

am Sonntag fand Teil 2 unserer Alpen-Traumläufe-Trilogie statt. Da der Isarlauf ja terminlich zwischen dem Achenseelauf (23,2 km, recht anstrengend) und dem Tegernseelauf (Halbmarathon, aber nicht allzu kupiert) eingebettet liegt, habe ich Frauchen "nur" für die 10 km-Strecke angemeldet. Es gibt auch eine 21- und eine 30-km-Runde, beide locken Frauchen sehr, weil sie ja unserer Trainingstrecke im Sommer entsprechen - aber ganz offen gesagt würde Frauchen nicht 3 Halbmarathons an drei Sonntagen hintereinander packen ...
Also sind wir Freitag wieder nach Lenggries gestartet, dieses Mal mit Oma statt Herrchen. Wetter hervorragend, gleich dann mal unsere Hausrunde abgelaufen (Frauchen) bzw. nach dem fürs Wochenende von unserer Pensionswirtin gebackenen Kuchen geschaut (ich).

Samstag stand dann "tapern" auf dem Programm. Wobei Frauchen darunter unschuldig guckend alles außer Laufen versteht. Also durchaus auch mal 850 Höhenmeter aufs Brauneck wandern ... dass dann zur Stärkung wieder ein Eisbecher her musste, war ja klar! Ich habe mich geopfert und mitgegessen, damit Frauchen nicht einen Zuckerschock erleidet ...

Die Startunterlagen kann man Samstag ab 16 Uhr abholen. Die Startgebühr beträgt 17 Euro (ein Funktionsshirt muss man für 20 Euro dazu kaufen, wenn man es haben will - ist zwar schön, aber jedes Jahr dasselbe Motiv), plus eine "Bearbeitungsgebühr" (für was auch immer) von 1,07 Euro und ein Disagio von 0,74 Euro. Warum ein "Disagio", was ja im Finanzwesen ein Abschlag, also eine Minderung ist, war uns ein Rätsel. Aber gut. Für diese Startergebühr bekam man als Starterpaket ausgehändigt ... nichts. Die Startnummer. Und wenn man wollte noch 3 Sicherheitsnadeln. Sonst - nichts. Das ist nun ehrlich schon ein bißchen wenig für den Preis. Die Organisation sonst ist sehr gut, familiär, gut abgesperrt, ausreichend Verpflegungstellen, alle sehr nett.
Die erste Wettervorhersage für Sonntag war noch "schaurig", aber das Wetter hielt bei Sonne und immer heißeren Temperaturen. Insgesamt waren 156 Starter in Lenggries am Kalkofen versammelt. Ein Mädchen sprach Frauchen an, weil ich die Startnummer an Frauchens Shirt mit 4 Nadeln befestigt hatte - den Veranstaltern waren die Nadeln ausgegangen und das arme Mädchen hatte ihre Nummer mit Klebeband am Shirt festkleben müssen. Klar haben wir geholfen.
Ich hatte für Frauchen als Ziel gesetzt - alles ist gut, wenn die Zeit besser ist als 2015. Dann setzten Oma und ich uns ins Auto, um nach Tölz zum Ziel zu fahren; die 10 km sind nämlich ein Punkt-zu-Punkt-Lauf durch die idyllischen Isarauen:







Frauchen rannte los, für ihr Gefühl wie Speedy Gonzalez. Und war nach dem 1. km entsetzt: 6:30 min! Egal - Tempo halten. Und langsam so einen nach dem anderen einholen und zentimeterweise überholen. Für die nächsten Kilometer zeigte die Uhr dann einen Schnitt von 5:45 min/km an. Passte. Frauchen fing sogar mal an zu schwitzen - es waren ja nur 28 Grad und die Sonne knallte runter. Ab km 4 hing einer (eine?) Läufer(in) direkt immer hinter Frauchen, ließ sich die Pace machen, setzte sich aber nicht nach vorne. Km 5 wurde nach 29:30 absolviert - alles in der Marschtabelle. Frauchen hatte nur das Gefühl "das Tempo halte ich nicht durch". Andererseits "ich versuche es einfach so lange wie möglich, Augen zu und durch"! Erst bei km 8 guckte sie wieder auf die Uhr - 47:04 min. Also ausreichend Puffer, um unter 1 Stunde ins Ziel zu kommen. Das war nämlich ihr gestecktes Ziel: seit  rund 10 Jahren rennt sie gegen diese "1-Stunden-Mauer" an. Und ausgerechnet diesen Lauf wollte sie dazu nutzen, also mitten in der Erholungsphase nach dem Achenseelauf ... denn das Training in der letzten Woche ging doch etwas schleppend ... schwere Beine ...

Egal - ich war ganz baff, als ich sie mit hochrotem Kopf und in vollem Galopp zum Ziel rennen sah. Es war übrigens eine Läuferin, die Frauchen als unfreiwillige Pacemakerin nutzte - um dann 100 Meter vor dem Ziel noch an ihr vorbei und mit 2 Sekunden Vorsprung durchs Ziel zu gehen. Ohne "Danke" zu sagen ... naja. Jedenfalls: Frauchen brauchte 58:28, Platz 90 von 156 Startern, Platz 6 in der AK und Platz 29. nur bei den Frauen. Damit lag sie weit besser als 2015, da war die Zeit 1:05,etwas. Ach ja, dann bekamen wir doch noch was für das Startgeld. Eine wirklich schöne, gut ausgearbeitete Medaille - die auch anders aussah als die vom Vorjahr.

Wesentlich langsamer waren wir dann auf dem Nachhauseweg. Ein Stau nach dem anderen. Und Freitag fahren wir schon wieder runter nach Lenggries, dieses Mal dann zum Tegernseelauf. Hoffentlich fällt da dann wieder ein Kaiserschmarrn und nicht nur popeliger Zwetschgenkuchen und Eis für mich ab!
Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 6. September 2016

Achenseelauf - zwei Jubiläen

Hallo Leute,

das erste Jubiläum ist ... dieses ist mein 500. Blogpost! Dazu passend das zweite Jubiläum, eigentlich schon für letztes Jahr gedacht, aber verletzungsbedingt ausgefallen: es war die 5. Teilnahme am Achenseelauf. Der Achensee liegt in Tirol, ist sehr kalt, schön lang, nicht allzu breit, gut zu umrunden mit tollen Aussichten - und, nicht zu verachten, dort gibt es in unserem Stammhotel den besten Kaiserschmarrn überhaupt! Und ich als allseits bekannter Kaiserschmarrn-Fanatiker weiß, wovon ich rede ...

Also: gleich im Dezember angemeldet. Und ulkigerweise wieder die gleiche Startnummer wie 2014 ergattert: die 28. Nun soll ja die Acht laut chinesischer Numerologie Glück bringen. Wir hätten lieber die 29 gehabt, unseren Geburtstag. Aber man will ja nicht meckern, wenn´s Glück bringt ... Am Mittwoch sind wir bei schönstem Wetter am Achensee eingetroffen, Frauchen, Herrchen, Kumpel Trello und ich.


Prompt wurde das Wetter am Donnerstag schlecht. Vormittags sollte es noch halten, also habe ich Frauchen auf eine kleine Eintrabrunde im Wald hinter Pertisau geschickt, Richtung Rodelhütte hoch. Tja, das Wetter war schneller. Eine nasse Ratte kam zurück. Auf den Schreck genehmigten wir uns erstmal einen Kaiserschmarrn! Freitag dann wieder herrliches Sommerwetter, meine Menschen gingen wandern. Problem: oben auf der Rofanspitze hielten sich tapfer die Wolken, also hat sich Frauchen etwas verkühlt. Was ganz schnell vergessen war, als sie etwas abseits vom Weg tatsächlich Edelweiss entdeckte! Und wie ein ordentlicher Bergfreund nur fotografierte, nicht pflückte.


Samstag dann leichtes Einlaufen, Schonen, Spaziergang nach Maurach zum Minigolf spielen. Dieser Platz hat es in sich, 12 Bahnen, von der allerübelsten Sorte. Zurückspaziert am See entlang, und die Startunterlagen abgeholt. Das Startgeld beträgt inzwischen 31 Euro, plus 3 Euro für den Chip. Dafür kriegt man aber auch ordentlich was ins Startersackerl: die jammjamm Nudeln, Wasser, Einkaufsgutschein für Sport 2000, Müsliriegel, diverse Gels, und jedes Jahr ein Startergeschenk. Dieses Jahr Laufhandschuhe. Abgezockelt ins Hotel, und dann haben Frauchen und ich bequem vom Balkon aus die 10 km-Läufer angefeuert - die Strecke führt nämlich direkt an unserem Balkon vorbei.


Bis dahin war alles gut ... aber in der Nacht konnte Frauchen kaum schlafen. Am Sonntagmorgen dann ziemlichen Brummschädel (und nein, sie trinkt keinen Alkohol), verstopfte Ohren, Erkältung im Anflug. Magen krampfte. Ganz super. Das erste Mal in ihrer "Läuferkarriere" hat sie sich so mies gefühlt, dass sie ernsthaft überlegt hat, nicht anzutreten. Ich habe ihr mit Hinweis auf das tolle Sonnenwetter den Rat gegeben: versuche es, bis Achenkirch, aussteigen kannst Du immer.

Also zehn vor zehn auf den Weg zum Start gemacht. Erste Enttäuschung: die obligatorischen Ziegen waren wieder nicht am Start!  Dank der - aus Frauchens Sicht absolut überflüssigen Werbung und des Staffelwettbewerbs - rund 1.300 Starter war es dieses Mal recht voll. Die ersten km durch Pertisau hinunter zum See sind leicht abschüssig, gut zum Einrollen. Dann geht es immer am See entlang, nach Maurach, Buchau, Achenkirch. Frauchen haderte mit sich und der Welt. Bis sie sich an einen meiner vielen guten Ratschäge erinnerte. Nicht denken "ich muss hier laufen, obwohl es mir schlecht geht", sondern "tolles Wetter heute, ich darf hier laufen, Mann, geht es mir gut".


Und so trabte sie vor sich hin, bis km 10 genau in meiner Marschtabelle mit einem 6:30 min-Schnitt. Herrchen und ich waren da schon per Auto unterwegs nach Achenkirch zum Support-Stopp.
Da kam auch schon Frauchen, und hatte für die 14 km 1:35 Stunden gebraucht. Also unerklärlicherweise auf diesen 4 km im Schnitt 1 min/km langsamer? Ich war sauer, quiekte Frauchen auch ordentlich ins Ohr deswegen. Sie nahm ein paar Schlucke Cola light, dann die neue Wasserflasche. Und lief weiter, also keine Rede mehr von Aussteigen. Denn sie freut sich immer auf den zweiten Streckenabschnitt. Wer die Runde nicht kennt: die ersten 14 km mehr oder weniger flach, Parkweg oder Asphalt. Die zweiten 9 km trailigster, steiler Bergpfad. Da sammelt sie dann immer einen Läufer nach dem anderen ein ...



Das Wetter (sonnig, schwül, ca. 26 Grad) machte vielen zu schaffen. Direkt vor Frauchen übergab sich eine Läuferin in hohem Bogen. Diverse Läufer standen auf der ganzen Strecke und massierten ihre krampfenden Waden. Und direkt beim Einstieg zum Steig rüber nach Pertisau lag ein Läufer, kreidebleich, und bekam gerade eine Infusion gelegt. Hier auch einmal Kompliment und Hochachtung vor dem ganzen Helferteam, das diesen Sonntag sehr viel zu tun hatte. Bestens organisiert, immer jemand zum Helfen in der Nähe.

Auf diesem Singletrail-Stück ist es selbstverständlich, dass der Vordere beiseite geht,  wenn von hinten ein Schnellerer kommt. Und erst recht selbstverständlich, wenn der Hintere höflich ums Vorbeigelassen werden bittet. Aber nicht so bei einer Dame - mit sagen wir mal sehr ausladendem Gesäss - die partout keinen Platz machte. Frauchen schlängelte sich halsbrecherisch vorbei ... nur um dann vom männlichen Begleiter dieser "Läuferin" aufgehaltern zu werden, der ebenfalls mitten auf dem Pfad stand, nicht wankte und wich, und seine Holde fotografierte. Frauchen hätte sehr gern beide disqualifiziert oder zumindest mit einem Schubser in den See befördert, das ist einfach unsportliches Verhalten!

Nach 2:15 Stunden war sie an der Gaisalm und wusste schon - nichts mit der vorgenommenen Zielzeit von 2:45. Denn in 30 min läuft sie die Reststrecke nur in ausgeruhtem Zustand, und nicht mit knapp 18 km "Anlauf". Jetzt ging es "nur noch" darum, einen neue persönliche Bestzeit zu schaffen. Die alte lag bei etwas über 2:52 Stunden. Einen Becher Iso reingekippt, ein bißchen später unsere "Geheimwaffe" (Traubenzucker) .... und los ging´s. Kurz vor der Zielkurve warteten wie immer Herrchen und ich ... die Uhr tickte ... und tickte ... ja, da war sie! Ich schnell aufgesprungen zum Finish, und gemeinsam gingen wir mit 2:50,56 durchs Ziel. Also neue PB geschafft. Unter den Umständen sehr gut! Der Platz leider, nun ja, gegen die starken Kenianer (Plätze 1 bis 3 bei den Herren und Platz 1 bei den Damen) hatten wir halt keine Chance, hüstel. So wurde es Platz 804 von 951 Finishern, und Platz 17 in der Altersklassenwertung.


Noch schnell die Medaille eingesammelt und dann haben wir uns den verdienten Kaiserschmarrn gegönnt!

Ein herrlicher Lauftag am Achensee, schöne Aussichten, abwechslungsreiche Strecke, neue PB - nur Frauchen murrt, weil sie eigentlich schneller sein wollte. Nun gut, hat sie am Sonnntag Gelegenheit dazu - da sind wir schon wieder in den Bergen, dieses Mal zum 10 km-Isarlauf in Lenggries.

Bis bald Euer Iwan

Dienstag, 30. August 2016

Die größte Bedrohung für mich ...

Hallo Leute,

Ihr könnt Euch ja gar nicht vorstellen, wie es ist, 28 cm groß, äh, klein zu sein. Und mit Holzwolle gestopft statt mit einer schönen wasserundurchlässigen Haut ausgestattet zu sein. Wegen dieser meiner "inneren Werte"  muss ich mich ja schon sehr vor Wasser hüten. Also nichts mit Bootchen fahren gehen mit @PaulineLaufbaer. Oder mal schnell durch den Regen huschen ...

Sehr gefährlich können mir auch Tiere werden. Als Erstes natürlich Motten. Die hätten mich zum Fressen gern. Aber da passt Frauchen schon gut auf mich auf. Die Katzen von Frauchens bester Freundin hatte ich ja auch schon erwähnt, nicht wahr? Die sehen mich immer so an, als würden sie denken "komisch geformter Kratzbaum" ...

Und last but not least dieses so herrlich treu und kein Wässerlein trübend guckendes Hundilein. Es hört auf den Namen Julie und ist täglich bei Frauchen im Büro zu finden. Ein wirklich nett aussehender Border Terrier. Leider nur erstens recht verfressen (sehe ich etwa so aus, als ob ich ein gigantisches Hundeleckerli wäre????). Und zweitens ganz wild auf alles Quietschende, das hört sich nach Spielzeug an, auf dem man (Hund) gut herumkauen kann. Jedenfalls, ich war ja neulich mit bei Frauchen im Büro. Und habe dort meine weiblichen Fans Gaby und Andrea freudig begrüßt. Naja, ich habe halt eine etwas hohe (manche sagen quietschige) Stimme. Und schon kommt dieses Hundemonster angaloppiert, stellt sich vor Frauchens Schreibtisch auf die Hinterbeine und willl mich schnappen! Das ging den ganzen Vormittag so, ich hatte kaum eine ruhige Minute ...
Jetzt lasse ich lieber Frauchen wieder allein ins Büro gehen. Und arbeite an der taktischen Renneinteilung für den Achenseelauf am Sonntag. Seid gespannt auf den Bericht - ich habe zwei Ziele: erstens eine neue Streckenbestzeit für Frauchen und zweitens drei Kaiserschmarrn für mich!

Bis bald Euer Iwan